Aus Raketen Rugelach machen

19. August 2014 um 13:00 | Veröffentlicht in Israel | Hinterlasse einen Kommentar
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Barak Bar-Cohen, Times of Israel blogs, 15. August 2014

In einem Krieg,d er mehr als einen Monat dauert und trotz 3.000 von der Terrorgruppe Hamas geschossenen Raketen finden Juden und Israels einmal mehr Wege zu demonstrieren, was robuste, Anteil nehmend und erfinderische Leute wir in Wirklichkeit sind.

Es gibt dafür zahlreiche Beispiele, aber hier paar wenige davon.

Anfang des Monats gab die IDF an Soldaten Richtlinien für die Annahme von Spenden aus; es wurde freundlich gebeten die Menge der Spenden, die von Israelis und proisraelischen Organisationen rund um die Welt einströmten, zu reduzieren. Die Menschen schickten gesunde Snacks, Süßigkeiten, Pizza und alle möglichen Hygieneartikel, um die Soldaten zu unterstützen. Es traf so viel „Zeugs“ ein, dass die IDF begann Spenden an Bedürftige weiterzuleiten.

Die Welle der Unterstützung, der Spenden, der Briefe, der Fernseh- und Radiospots, die den Soldaten im Gazastreifen „virtuelle Umarmungen“ anboten, ist einfach als unfassbar. Jeder Soldat, der sein (oder ihr) Leben in Gaza aufs Spiel setzte, kann die nationale Unterstützung des Mutes nicht nur fühlen, sondern auch das Ausströmen der Liebe über Lebensmittelspenden sehen.

Für uns Juden sind Lebensmittel gleichzusetzen mit Liebe und die IDF hat uns alle gebeten unsere Soldaten nicht ganz so viel zu lieben.

Gibt es nur in Israel.

Feldwebel Sean Carmeli war Golani-Kämpfer und ein „einsamer Soldat“, der aus Texas nach Israel einwanderte und der IDF beitrat. Er wurde in den Kämpfen in Gaza getötet. Feldwebel Carmeli war ein Fan des Fußballclubs Maccabi Haira und nachdem seine Familie sich besorgt äußerte, dass nur wenige Menschen zum Begräbnis ihres Sohnes kommen würden, postete der Club folgende Nachricht: „Sean Carmeli war ein einsamer Soldat und wir wollen nicht, dass seine Beerdigung leer bleibt. Kommt und erweist einem Helden die letzte Ehre, der getötet wurde, damit wir leben können. Das ist das Mindeste, was wir für ihn unsere Nation tun können.“

Am Montag, 21. Juli 2014 schätzte die Polizei, dass fast 20.000 Menschen an der Beerdigung von Feldwebel Sean Carmeli in Haifa teilnahmen. Israelis kamen aus dem ganzen Land, viele davon in israelische Flaggen gehüllt, um einem gefallenen Soldaten die letzte Ehre zu erweisen – einem Helden, der sein Leben gab, um das Leben anderer zu verteidigen.

Die Menschen kamen ihn zu ehren. Sie bezeugten seinem Opfer Achtung und dankten ihm. Sie schreiben Gedichte und Lieder zu seinem Andenken. Sie wollten, dass seine unmittelbare Verwandtschaft weiß, dass Sean Carmeli zwar als „einsamer Soldat“ nach Israel gekommen sein mochte, aber nicht „alleine“ starb. Seine erweiterte israelische Familie wird sich auf ewig an ihn erinnern.

Gibt es nur in Israel.

Im Verlauf der letzten Wochen haben mehr als 3.400 Juden in aller Welt die Entscheidung getroffen Aliyah zu machen – nach Israel einzuwandern. Israelische Einwanderungsbeamte und weitere Offizielle sind von dem anhaltenden Strom der trotz des andauernden Krieges nach Israel kommenden Einwanderer überrascht gewesen.

Also entschieden sie sich deswegen etwas zu tun.

Anfang dieser Woche landete ein Flugzeug mit 338 Olim (Einwanderer nach Israel) aus den Vereinigten Staaten und Kanada auf dem Ben Gurion-Flughafen. Mehr als 100 dieser neuen Olim sollen in den kommenden Monaten zum Militär gehen. In einer besonderen Zeremonie am Flughafen wurden die neuen Olim von Natan Sharansky (Vorsitzender der Jewish Agency) von Gideon Sa’ar (Innenminister) und Reuven Rivlin (Israels neuer Präsident) sowie weiteren Würdenträgern und Amtsträgern begrüßt.

Alle, die dort sprachen und an der Feier teilnahmen, gaben ihrer Bewunderung und Dankbarkeit den neuen Olim gegenüber zum Ausdruck, dass sie in so schwieriger Zeit nach Israel kommen, um sich ein neues Leben aufzubauen und zu helfen das Land aufzubauen.

Stellen Sie sich vor, Sie steigen in Ihrem neuen Heimatland Israel aus einem Flugzeug und werden persönlich vom Präsidenten und hochrangigen Kabinettsmitgliedern begrüßt, die sich bei Ihnen bedanken.

Gibt es nur in Israel.

Schließlich machte die Terrorgruppe Hamas als Teil ihres Angriffs auf Israel ein hebräisches Lied samt Musikvideo mit dem Titel „Macht Terroranschläge“ und veröffentlichte es online. Eigentlich ist das Lied eine Neuauflage des Liedes „Erschüttert Israels Sicherheit“, das während des letzten Gazakriegs 2012 sein Debut hatte. Das Lied war ein Hit bei den Hamas-Fans, die das Musikvideo über eine Million Mal auf YouTube angesehen haben.

Ich sah mir das Video mehrmals an. Es ist absolut lächerlich. Der Text ist eine Mischung aus modernem Hebräisch, Althebräisch und Arabisch mit starkem Akzent, falsch ausgesprochenen Wörtern und Zeilen wie „zielt darauf Kontakt mit Zionisten zu machen. Um Lager und Soldaten niederzubrennen. Erschüttert die Sicherheit Israels. Enthüllt vulkanische Flammen des Feuers!“

An einer Stelle in dem Lied gibt es einen unzusammenhängenden Anfeuerungsruf von „Vulkanismus“, der in keiner Sprache Sinn macht. Es gibt maskierte Terroristen, Raketen werden von Hand getragen und dann abgeschossen, während Leute in Deckung rennen, automatische Waffen werden in alle Richtungen abgefeuert und Soldaten schwimmen mit ihren Waffen unter Wasser.

Das sollte den Israelis in ihrem tiefsten Inneren Angst machen. Der IDF sollte eine drohende Nachricht geschickt werden. Die Israelis sollten verhöhnt werden.

Das Ergebnis? Dieses Hamas-Leid wurde in diesem Sommer zum Nummer 1-Hit in Israel, viele IDF-Offiziere benutzen dieses Lied als Klingelton für ihre Mobiltelefone.

Darüber hinaus haben die Israelis eigene, satirische Versionen dieses Videos in unterschiedlichen Genres und Stilen geschaffen – es gibt eine Akustik-Version, eine a capella-Version, eine Dance-Version, eine Roadrunner-Version, eine Smurf-Version, eine hassidische Version und die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Diese Versionen sind kreativ und clever und gut gemacht.

Das „Einschüchterungs-Musikvideo“ der Hamas ist komplett nach hinten losgegangen. Die Israelis haben diesen armseligen und rückwärts gerichteten Versuch eine Nation einzuschüchtern als Möglichkeit genutzt Solidarität unter allen Israelis zu schaffen, während die Ignoranz der Hamas-Terroristen offenbart wurde.

Gibt es nur in Israel.

Der amerikanische Autor und Selbstverbesserungs-Guru Dale Carnegie machte den Spruch „Wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach daraus Limonade“ als Möglichkeit zu Optimismus zu ermutigen und „Anpack-Mentalität“ angesichts von Widrigkeiten bekannt. Ich würde sagen, dass dieser Spruch unseren Charakter und Geist versinnbildlicht, besonders in diesen Kriegszeiten.

Eigentlich würde ich, auf Grundlage der Tragweite dessen, was ich höre und lese, sogar argumentieren, dass Israelis und Juden einen Weg gefunden haben „Raketen in Rugelach“ zu verwandeln – Momente, die dazu gedacht sind uns zu zerstören und einzuschüchtern, in süße Momente der Stärke und Menschlichkeit zu verwandeln.

Gibt es nur in Israel.

Das Hamas-Terrorlied, das zur Hymne der israelischen Soldaten in Gaza wurde

18. August 2014 um 14:00 | Veröffentlicht in Israel | 2 Kommentare
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Yoram Hazony, Jerusalem Letters, 11. August 2014

I.

Original-Videoclip der Hamas

Vor ein paar Tagen rief ich einen jungen Verwandten an, der in der israelischen Luftwaffe dient und fragte ihn: „Kennst du dieses Lied, ‚Kum, Aseh Piguim?‘“
Ohne zu zögern sagte er: „Du meinst diesen Song, der überall in Israel ein Hit ist? Der Song, den all meine Freunde ständig singen?“
„Ja“, sagte ich. „Dieses Lied. Ich wollte wissen, ob du mir erklären kannst, warum sie ihn singen.“

Was ich eigentlich fragen wollte: Kannst du mir bitte erklären, warum all die jungen Leute in Israel ein Lied mit dem Titel „Auf, macht Terroranschläge“ singen – ein Lied, das von der Hamas im Gazastreifen aufgenommen und veröffentlicht wurde, das wiederholt dazu aufruft die Juden zu töten und aus Israel zu vertreiben? Aber ich musste das alles gar nicht sagen. Er wusste, warum ich fragte.

„Das gibt uns ein gutes Gefühl“, antwortete er.

Bis dahin war ich nicht überrascht. Ich hatte mehrere Anrufe gemacht, sowohl bei meinen eigenen Kindern als auch bei anderen jungen Leuten, die in unterschiedlichen Teilen der israelischen Streitkräfte dienen und hatte von ihnen allen Varianten davon bekommen: All ihre Freunde singen es. Es ist im Grunde die de facto-Hymne der israelischen Kriegsanstrengungen geworden. Und sie singen es, weil sie sich dann gut fühlen. Die Frage ist natürlich, warum israelische Soldaten und ihre Brüder und Schwestern daheim sich gut dabei fühlen ein Lied darüber zu singen, dass sie und ihre Familien ausgelöst werden sollen, zusammen mit dem Land, das zu verteidigen sie geschworen haben.

Ich habe von diesem Lied jetzt seit ein paar Wochen gehört, fast seitdem die Hamas es auf ihrem YouTube-Kanal um den 11. Juli einstellte. Zuerst hörte ich davon von meinen Teenagern, die über dieses Lied lachten, das die Hamas auf Hebräisch aufgenommen hatte und wie schlecht ihre Aussprache ist. Dann stellte sich heraus, dass es einen Videoclip gab, der herumgereicht wurde. Aber ich war nicht wirklich interessiert. Mein Sohne kämpfte im Gazastreifen, wie auch die Kinder einiger meiner engsten Freunde. Die Opfer stiegen täglich und ich wurde von Updates über Soldaten im Feld und von Israels sich verschiebender internationaler politischer Situation sowie der steigenden Welle antisemitischer Proteste in Europa und andernorts abgelenkt. Erst nachdem ein Dutzend israelischer Soldaten getötet worden waren, darunter Soldaten aus der Einheit meines Sohnes und anderer Freunde meiner Kinder, dämmerte mir schließlich, wie bizarr es war, dass israelische junge Leute weiterhin dieses Hamas-Lied sangen. Und ihre eigenen Aufnahmen davon machten und sie in den sozialen Medien einstellten. Und es auf Partys spielten. Und dazu in Clubs tanzten. Und es als Klingelton ihrer Handys nutzten.

Vor ein paar Tagen setzte ich mich schließlich hin und sah mir das Video an und hörte mir das Lied an. YouTube hatte es aus dem Hamas-Kanal entfernt, weil es – wie sie sagten – Hass schürt (was es sicherlich tut), aber es waren immer noch viele Kopien im Umlauf. Was man in dem Video sieht, sind Szenen von Hamas-Soldaten, die Raketen bauen und sie auf Israel schießen, wie die Hamas für Angriffe auf israelische Soldaten trainiert und Hamas-Froschmänner, die vor die Küste schwimmen und vom Meer her nach Israel eindringen, um israelische Gemeinden anzugreifen (ein tatsächliches Terrorszenario, das sich in den letzten Wochen im südlichen Israel abgespielt hat). Eingeflochten darin sind Aufnahmen der verbogenen Trümmer verbrannter israelischer Busse und Autos – keine Bilder aus dem jetzigen Krieg, sondern von früheren Bombenanschlägen und Massenmorden an israelischen Zivilisten aus den letzten fünfzehn Jahren.

Über diese Bilder sind die Worte „Tod Israel“ gelegt, die immer wieder in roten hebräischen Buchstaben aufblinken.

Während all das abläuft, hört man eine eingängige Pop-Band im Mizrahi-Stil (d.h. Nahost), die das Lied „Los, macht Terroranschläge!“ in einem Hebräisch mit eigenartigem, arabischen Akzent sing, dem man nur mit Mühe folgen kann. Doch selbst beim ersten Hören gibt es bestimmte Formulierungen, die recht klar rüberkommen – „eliminiert alle Zionisten“, „verbrennt Stützpunkte und Soldaten“, „ein Land der Schwäche und Wahnvorstellungen“, „reißt sie an ihren Fundamenten ab“, „rottet das Nest der Kakerlaken aus“, „verwandelt ihre Welt in ein Horrorszenario“, „sie werden vertrieben und wir werden bleiben“. Und natürlich der Refrain, der wieder und wieder kommt: „Auf, macht Terroranschläge!“

Als das Lied erstmals veröffentlicht wurde, gab es viel, das die Israelis nicht verstehen konnten. Zum Teil deshalb, weil die singenden Gazaner nicht alle Buchstaben des hebräischen Alphabets aussprechen können. So kommt ein wichtiges Wort wie piguim (das hebräische Wort für „Terroranschläge“) als bigium – ein Unsinn-Wort, das in Hebräisch keinerlei Bedeutung hat. Stellen Sie sich ein Lied in Deutsch vor, das Dutzende Male zum Begehen von furchtbaren „Terroranschlägen“ aufruft, aber jedes Mal das Wort „Terroraläde“ benutzt und Sie bekommen eine Vorstellung davon. Der Effekt ist ein wenig wie der Priester in The Princess Bride, die immer wieder versucht sein Publikum dazu zu bringen, dass es die Heiligkeit von „mawwiage“ („mäwwietsch“, statt marriage – „märriedsch“ = Ehe) zu begreifen.

Als wäre das nicht genug, sind viele der in Hebräisch genutzten Redewendungen bis zu dem Punkt überladen, dass sie für junge Israelis unverständlich sind. Ich bat einen der Soldaten, mit denen ich sprach, um Beispiele und er begann auf der Stelle Zeilen aus dem Lieg auswendig abzuspulen, um zu zeigen, was er meinte: „Avad alav hakelah venilach [Es ist Zeit vergangen, sie ist verschmutzt]“, sagte er mir. „Wo haben sie das her? Venilach? Was für ein Wort soll das sein? Ich meine, das ist Hebräisch und alles. Aber niemand redet so. Es ist so, als würden sie da rumsitzen und Worte mit Google Übersetzer nachschlagen.“

So begann also „Los, macht Terroranschläge!“ seinen phänomenalen Aufstieg in Israel als etwas, das die Leute nur halb verstanden. Doch so blieb es nicht lange. Fast sofort fingen die israelischen Soldaten und ihre Brüder und Schwestern daheim an zusammenzuarbeiten und versuchten den Text zusammenzustückeln. Es wurden Versionen und Gegenversionen gepostet, zusammen mit talmudischen Auseinandersetzungen zu der beabsichtigten Bedeutung von dieser oder jener Zeile, bis schließlich ein Konsens zu dem entstand, was die Liedschreiber der Hamas tatsächlich sagten. Hier ist meine Übersetzung auf der Grundlage des gegenwärtigen Stands der Online-Forschung:

[Refrain:]
Auf, macht Terroranschläge,
bewerft sie mit Steinen, fügt ihnen furchtbare Schläge zu,
eliminiert alle Zionisten,
erschüttert die Sicherheit Israels!

Ziel darauf Kontakt mit den Zionisten herzustellen,
um Stützpunkte und Soldaten zu verbrennen,
erschüttert die Sicherheit Israels,
enthüllt vulkanische Feuerflammen!

Ein Land der Schwäche und der Wahnvorstellung,
wenn es zum Krieg kommt, können sie das nicht aushalten,
sie pusten ihre Spinnweben weg,
wenn sie die Tapferen treffen!

Erschüttert die Sicherheit Israels,
Setzt sein [Israels] Herz in Brand wie Spinnweben,
reißt ihm seine Fundamente weg,
vertilgt das Nest der Kakerlaken
vertreibt alle Zionisten!

Die Herzen der Zionisten, jedes einzelne dreht sich
in einer andere Richtung und identifiziert sich nicht.
Sie sind zu Tode geängstigt und sie rennen, um sich zu verstecken,
hinter Mauern und in armierten Zimmern!

Es ist eine Illusion, es wird keinen Erfolg haben,
seine Zeit ist vorbei und sie ist verschmutzt,
weg, wie Mäuse in einem ausgedörrten Feld,
Kommt nahe ran, dann eröffnet das Feuer, alle auf einmal!

Bewerft sie mit Steinen, jetzt, einer Vielzahl an Raketen,
verwandelt ihre Welt in ein Horrorszenario,
brennt in ihren Geist ein großes Wunder,
das sie vertrieben werden und wir bleiben werden!

Das ist ziemlich extrem. Vergessen Sie nicht, wir reden hier nicht von der Privatinitiative irgendeines Bekloppten mit etwas Zeit im Studio. Dieses Lied wurde von der aktuellen Regierung im Gazastreifen veröffentlicht. Es ruft dazu auf Israel bis auf die Fundamente zu verwüsten. Und es wechselt zwischen dem Vorschlag, dass die Juden Israels („Zionisten“ nennt sie das Lied) wie Kakerlaken ausgelöscht werden und dass sie aus ihrem Land vertrieben werden. Es ist etwas Schwindel erregend zu denken, dass dieser schamlose Aufruf zum Völkermord – mich, meine Familie und alle, die ich kenne, zu töten – von einer Regierung geschrieben, aufgenommen und veröffentlicht wurde, die gerade mal 80km von meinem Haus hier in Jerusalem entfernt an der Macht ist. Aber so ist es nun mal.

II.

Version “König der Löwen”

Bevor „Los, macht Terroranschläge!“ zur sofortigen Sensation in Israel wurde, hatte es bereits eine beeindruckende Geschichte als arabischsprachige Single, die vom militärischen Zweig der Hamas schon 2012 produziert wurde. Die Aufnahme wurde Millionen Male in der arabischen Welt gespielt (hier ist ein Link mit mehr als 1,5 Millionen Ansichten). Und ich vermute, es war die enthusiastische Aufnahme der arabischen Version, die die Hamasführung antrieb zu glauben, sie hätte etwas richtig Gutes, mit dem sie die israelische Öffentlichkeit auf Hebräisch treffen könnte. Immerhin: Warum sollten die Israelis es nicht in ihre Köpfe bekommen, dass zahllose Araber im Gazastreifen und überall im Nahen Osten heutzutage nicht nur ein wenig darüber nachdenken die Juden auszurotten? Wenn da Ziel darin besteht „ihre Welt in ein Horrorszenario zu verwandeln“, dann würde die Juden wissen lassen, was ihre Nachbarn singen, sicherlich zum Erreichen dieses Ziels beitragen können.

Wenn man darüber nachdenkt, dann ist das ein recht gutes Konzept. Wirklich ein ganz neues Genre. Die Hamas hat den Terror-Pop erfunden.

Doch unglücklicherweise für die Hamas verlief der Empfang der neuen Version von „Los, macht Terroranschläge!“ auf Hebräisch nicht wie geplant. Innerhalb von wenigen Tagen nach der Veröffentlichung begannen Israelis und besonders Soldaten Erwiderungen zu posten, die sie produziert und aufgeführt hatten. Inzwischen gibt es im Internet Dutzende davon. Einige der frühen Antworten fügten ein paar neue Zeilen in das Lied ein, so der Clip einer Gruppe israelischer Reservisten, die in die Strophen des Hamas-Liedes den Refrain lekol ha’olam, salam, salam (an die Welt, Frieden! Frieden!) einfügten.

Doch fast sofort fingen junge Israelis an zu erkennen, dass sie den Text nicht ändern mussten, um das Lied in Besitz zu nehmen. Einer der ersten Clips spielte einfach nur die Hamas-Tonspur ab, wie sie war, verspottete die Hamas aber dadurch, dass er Dutzende Israels aller Altersstufen zeigte, die auf den Straßen von Tel Aviv fröhlich zu den Klängen des Liedes tanzen. Ein weiterer hat ein Intro in der Art von Mr. Rogers, in dem Kinder in das Lied als wichtige Lektion eingeführt werden etwas darüber zu lernen, wie man lebt, was ihre Eltern sie irgendwie zu lehren vergessen haben. Dann gibt es die berühmte Version König der Löwen, in der die Tonspur von „Los, macht Terroranschläge!“ in die Mäuler von Hunderten Tunnel grabender Präriehunde gelegt wurde, die von Disney übernommen wurde, was das Hamas-Lied mit einem Schlag als Hymne offenbart wurde, die besser auf eine fiktive Armee animierter Nagetiere passt als auf lebende, echte, menschliche Nachbarn in Israel. Es gibt eine gefühlvolle, rein mit Klavier gespielte Version, die den Hamas-Aufruf zu den Waffen in ein Werkzeug meditativer Selbstprüfung verwandelt. Mein Liebling ist bisher eine freigeistige Acapella-Version – in der Art, wie Studenten sie an einem warmen Abend unmittelbar vo den Examen in einem Torbogen aufführen würden. Die Art, zu der Gaza selbst in einer Welt inspiriert haben könnte, die sehr anders als die unsere ist. Wie ich sage: Es gibt noch viele weitere davon.

Innerhalb von zwei Wochen nach der Veröffentlichung von „Los, macht Terrorangriffe!“ in Hebräisch wurden diese Clips im nationalen Fernsehen Israels gespielt. Doch damit folgten die Medien dem Beispiel, das bereits von den Soldaten im Feld gesetzt wurde, die das Lied sangen, als sie sich in die Außenbezirke von Gaza vorarbeiteten, nach Betontunneln suchten, die nach Israel gegraben wurden, mit Sprengfallen versehene Wohngebäude entschärften, einen Mörserregen ertrugen, sich gegen den nächsten Angriff aus dem Boden wappneten.

III.

Warum singen sie es?

Ein großer Teil davon besteht darin, dass die jungen Israels „Los, macht Terroranschläge!“ als ungewollte Demonstration von Schwäche betrachten. Mein Sohn im Gazastreifen sagte mir am Telefon: „Die Sache ist die: Es soll dieses eindringliche Lied sein. Es soll sie motivieren zu tun, was sie für große, eindrucksvolle Dinge halten. Aber wenn du hinhörst, dann ist das überhaupt nicht so. Es klingt wie ein Hochzeitslied. Es bringt dich dazu zu denken: Diese Typen sind echt schwach, wenn sie Lieder wie diese singen.“

Ein anderer Soldat erzählte mir Ähnliches: „Wir alle wissen, dass sie versuchen uns Angst zu machen. In Wahrheit können sie aber nicht einmal ein Lied in unserer Sprache zusammenbasteln. Wenn du siehst, dass sie nicht einmal jemanden finden können, der die Wörter aussprechen kann, dann hast du das Gefühl: Ihr versucht uns Angst zu machen und das ist alles, was ihr schafft?“

Viele Soldaten sagen solche Dinge, wenn sie über das Lied der Hamas reden. Das überrascht vielleicht manchen. Wissen israelische Soldaten nicht bereits, dass die Hamas schwach ist? Brauchen sie wirklich dieses stümperhafte Lied, um sie das zu lehren?

Die Wahrheit ist aber, dass kein junger Mensch in Israel glaubt, die offen völkermörderischen muslimischen Armeen, die sich jetzt an Israels Grenzen eingegraben haben, seien schwach, wie die Amerikaner und Europäer sie oft wahrnehmen. Es stimmt, der tägliche Raketenbeschuss israelische Städte wird derzeit meistens von Batterien der Eisernen Kuppel abgefangen. Dafür sei Gott gedankt.

Doch diese Bilder der ausgebrannten Busse in dem Video sind echt, jedes eine Erinnerung an die Dutzende an vor nur ein paar Jahren auf den Hauptstraßen von Tel Aviv und Jerusalem durch die Hände genau derselben Hamas-Agenten tot und verstümmelt hinterlassenen Israelis. Ebenso real ist die Raketenbedrohung, die jetzt ein Jahrzehnt lang zwischen der Hisbollah im Norden und der Hamas im Süden wechselte und die Familien einiger dieser Soldaten in die Schutzräume rennen ließ während sie aufwuchsen, nicht dutzende, sondern hunderte Male. Die Wahrheit ist, dass dieser Sommer das erste Mal ist, dass Israel effektive Raketenabwehr hatte, die im ganzen Land stationiert werden konnte. Davor steckten die Städte und Orte die Treffer einfach ein und wer immer starb, starb halt. Diese Soldaten begreifen, dass mit der Hilfe des Iran, der Türkei und Qatars bald eine neue Generation Raketen auf dem Weg sein wird. Raketen mit besseren Leitsystemen, Mehrfach-Sprengköpfen und fortschrittlichen Gegenmaßnahmen [gegen die Abwehr]. Ob diese in der nächsten Runde Israels Verteidigungsmaßnahmen überwinden werden, sei dahingestellt.

Nein, niemand hier glaubt, dass die Hamas schwach ist. Nicht, wenn die Johadistenkollegen der Hamas durch den Irak und Syrien toben, dabei abschlachten und hunderttausende Christen, Kurden und andere aus ihren Heimen treiben. Nicht, wenn die Kumpels der Hamas in der Muslimbruderschaft tatsächlich bei demokratischen Wahlen vor nur zwei Jahren erfolgreich die Kontrolle über das Ägypten direkt nebenan übernehmen konnten, wenn auch nur für ein paar Monate. Für Israelis in ihren Zwanzigern und Teenager ist die Hamas nur die Voraustruppe einer radikal-islamischen Welle, die sich in unserem Teil der Welt durch ein Land nach dem anderen beißt. Niemand bezweifelt, dass sie im Anstieg begriffen ist. Niemand bezweifelt, dass sie näher kommt. Und das ist eine Welle, die sich darauf spezialisiert die Welt der Menschen in ein Horrorszenario zu verwandeln. Diese jungen Männer und Frauen haben ihr ganzes Leben lang Vorschauen dieser Horrorshow zu sehen bekommen.

Meine 24-jährige Tochter in Tel Aviv, in deren Wohnung vor ein paar Wochen ein Stück Raketentrümmer landete, sagt mir unverblümt: „Du hast bemerkt, dass besonders Soldaten führend dabei sind diese Videos zu machen und dieses Lied zu singen. Du kannst sehen, warum das so ist. Es ist ein Mittel mit dem Job fertigzuwerden, den zu tun sie beauftragt sind. Es ist eine Art das umzudrehen, damit diese gegen uns stürmenden Leute nicht Angst einflößend, sondern lächerlich sind. Auf diese Weise können sie sich mit einem Gefühl der Stärke da hinein begeben. Sie haben keine Wahl, als das zu tun.“

Ist es also das? Israelis lachen über die Inkompetenz der Hamas beim Schreiben von Liedern, weil sie dadurch, dass sie diese Bedrohung in etwas Lustiges zu verwandeln, sie auch in etwas verwandeln, mit dem sie klarkommen – eine Bedrohung, die man besiegen kann?

Das muss stimmen. Aber es ist nur ein Teil der Wahrheit. Meine jungen Verwandten in der Luftwaffe deuten auch auf etwas anderes. „Fakt ist, dass dieses Lied von etwas handelt, das sie [die Hamas] am meisten lieben – sie wollen wirklich jemanden auf der Straße sterben und bluten sehen wie in dem Video. Was wir zufällig am meisten hassen. Wenn Leute das Lied singen, dann blicken sie dieser Kultur direkt ins Auge. Sie sehen den Unterschied zwischen ihnen und uns und sie wissen, worum es in diesem Krieg geht und wofür sie kämpfen.“

Geld für den Gazastreifen

16. August 2014 um 15:45 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, Klartext | Hinterlasse einen Kommentar
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DryBones, 13. August 2014

Keiner weiß, was aus dem Waffenstillstand wird – aber es wird schonmal fleißig Geld gesammelt, das wieder in den Gazastreifen gepumpt werden soll…

Die Welt kritisiert die Hamas…

15. August 2014 um 15:45 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost | Hinterlasse einen Kommentar
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gefunden bei Israellycool und eingedeutscht:

World-citicizes-Hamas

Hamas-Prioritäten

12. August 2014 um 15:45 | Veröffentlicht in Israel, Karika-Tour, Nahost-Konflikt, Palästinenser | Hinterlasse einen Kommentar
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gefunden auf Facebook und eingedeutscht:

Hamas-Priortiäten

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (10.-16.08.2014)

10. August 2014 um 21:43 | Veröffentlicht in Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser | 1 Kommentar
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Sonntag, 10.08.2014: Zahlen:
Von Mitternacht bis 8 Uhr traf die Luftwaffe 20 Terrorziele im Gazastreifen.
Heute traf die Luftwaffe 36 Terrorziele im Gazastreifen; seit Ende der Waffenruhe sind es 160.

Selbst weit links verlieren sie jetzt die Geduld mit der Hamas: Der führende Avoda-Politiker Eitan Cabel forderte, wenn das Raketenfeuer noch zwei Tage weiter geht, solle in den Gazastreifen einmarschiert und die Hamas vernichtet werden.

Hamas droht damit tausende Israelis zu töten, wenn ihre Forderungen nicht erfüllt werden.

Waffenstillstands-Heckmeck:
Es wird berichtet, dass die Araber und Israel einer neuen Waffenruhe von 72 Stunden zustimmten.
Khaled Meschaal: Jede langfristige Waffenruhe muss die Aufhebung der Blockade beinhalten.
Die Ägypter sagen, der Waffenstillstand tritt um 1 Uhr in Kraft. Andere Quellen sagen Mitternacht.

Montag, 11.08.2014:

Zahlen:
– Sonntag beschoss die Luftwaffe 11 Terroristen-Grüppchen, die teilweise unmittelbar vor dem Schuss von Raketen auf Israel waren.

Fatah prahlt auf ihrer offiziellen Facebook-Seite: Wir haben 11.000 Israelis getötet; wir haben 170.000 Märtyrer geopfert.

Die Israel Electric Company reparierte letzte Woche (während der Waffenruhe) die Stromleitungen in den Gazastreifen, die von Terrorraketen zerstört wurden. Die IDF schützt die Arbeiter. (Die Schulden der Palästinenser bei der IEC liegen derzeit bei 1,5 Milliarden Schekel, das sind gut 320 Millionen Euro.)

Während der letzten Wochen hat die Hamas offenbar Dutzende Tunnelgräber hingerichtet, aus Angst, diese könnten den Israelis Dinge verraten, von denen die Hamas nicht will, dass die Israelis sie erfahren.

Die Zahl der gewalttätigen Vorfälle gegen Juden in „Ost“-Jerusalem hat sich gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres auf 360 fast verdoppelt. In den meisten Fällen wurden Steine um Molotowcocktails geworfen.

Waffenstillstands-Heckmeck:
Israelische Unterhändler kamen am Morgen in Kairo an.
Ismail Radwan von der Hamas behauptete, israelische Sturheit habe die Verhandlungen in Kairo zum Scheitern gebracht (das sehen sogar die Ägypter anders!)
Ban Ki-moon drängt „beide Seiten“ „jegliche Schritte zu unterlassen, die zu einer Rückkehr zur Gewalt führen würden“.

Dienstag, 12.08.2014:

Zahlen:
Terrorraketen während des aktuellen Gazakriegs (Operation „Fels in der Brandung“): 3.712 geschossen, 59% schlugen in offenem Gelände in Israel ein, 3% trafen bewohntes Gebiet in Israel, 10% wurden von der Eisernen Kuppel abgefangen, 10% wurden auf IDF-Truppen im Gazastreifen geschossen, 15% schlugen unabsichtlich im Gazastreifen ein.

Hamas-Sprecher Fawzi Barhoum fordert Terroranschläge in Israel und der Westbank.

Noch ein Liebesgruß der Hamas: Osama Hamdan verkündet, während der Operation Fels in der Brandung seien 486 Kinder getötet (unglaubwürdig), aber 4.500 geboren worden.
Zudem skandiert: „Wir werden Israel nicht anerkennen!“
Ansonsten lügt er wie gedruckt und die Typen glauben das vermutlich alles: Israelische Soldaten hätten in ihren Panzern gesessen und geheult, die Kommandeure der Elite-Einheiten seien vom Schlachtfeld geflohen und die Terroristen hätten – auch noch nach Angaben der israelische Presse! – 300 Soldaten getötet (und das ist nur der Anfang). „Wir“ (also die Terroristen) hätten gesagt, der Feind werde nicht nach Gaza kommen und in der Tat wurde die Besatzung am Rand von Gaza besiegt. Beim nächsten Krieg werden die Terroristen auf das Land des Feindes vordringen. Im Publikum wird skandiert: „Millionen Märtyrer marschieren nach Jerusalem!“

Friedensgrüße aus dem PA-Fernsehen: Die senden ein neues Lied; darin wird gefordert, dass Israel durch einen Palästinenserstaat ersetzt wird.

Friedenspartner Fatah: Die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden drohen mit „qualitativ hochwertigen Angriffen“ auf Israel – u.a. Terroranschläge und die Entführung von Soldaten. Dazu haben sie ein Video veröffentlicht, in dem sich Terroristen in einem Lagerhaus befinden, indem Dutzende Raketen gelagert werden.

Die Hamas macht klar, dass sie keineswegs ihr Ziel der Vernichtung Israels aufgibt. Sie muss sich lediglich entscheiden, ob sie sofort weiter macht oder einfach nur den nächsten Krieg noch vorbereitet. Der Waffenstillstand wird aber auf keinen Fall Frieden bringen.

Waffenstillstands-Heckmeck:
Von der PA-Delegation heißt es, dass die Israelis eine Verlängerung der Waffenruhe anstrebten, die Montag begann. Die ägyptischen Unterhändler wollten aber so schnell wie möglich ein Ergebnis erzielen. Israel hat Erleichterungen an zweien der Grenzübergänge angeboten; was mit Rafah ist, soll Sache der Ägypter und der Palästinenser sein (die Ägypter sagen, darüber werden sie erst reden, wenn der Waffenstillstand stabil ist). Seitens der Israelis hieß es mittags, dass es keinerlei Fortschritte gibt. Die Hamas droht weiter damit den Terror wieder aufzunehmen, wenn ihre Bedingungen nicht erfüllt werden. Von ihr heißt es, dass dieser „zweite“ der letzte Waffenstillstand ist.

Mittwoch, 13.08.2014:

Liebesankündigung des Friedenspartners: Der PA-„Botschafter“ in Teheran erzählte Kumpanen in Teheran gestern, dass „die Auslöschung Israels begonnen hat und die neue Generation im Iran mit Sicherheit unseres Sieg über Israel erleben“ wird.

Einen Tag zuvor sagte ein Hamas-Gesandter auf derselben Konferenz: „Er einzige Mechanismus zur Befreiung Palästinas ist Widerstand und wir haben keine andere Wahl als den Widerstand zu unterstüzten… Hamas wird nicht mit denen reden, die zu Kompromissen bereit sind und mit Israel verhandeln.“ (Das ist einmal eine Kampfansage an die Fatah und dann die Offenbarung, dass Frieden, selbst Waffenstillstand[!] ein Wunschtraum ist, ein Wolkenkuckucksheim, völlig losgelöst von der Realität.)

5 Personen, darunter ein italienischer Fotojournalist und sein arabischer „Fixer“, wurden getötet, als ein israelischer Blindgänger entschärft werden sollte. Mehrere Personen wurden (zum Teil schwer) verletzt. Während der italienische Außenminister beklagte, dass „einmal mehr ein Reporter den Preis für einen Krieg zahlen musste, der schon viel zu viele Jahre andauert“, müsste man eher fragen, wieso der Journalist nicht ausreichend Abstand hielt; entweder war er selbst zu unvorsichtig oder die Terroristen haben einmal mehr ihre Missachtung menschlichen Lebens offenbart, weil sie nicht dafür sorgten, dass Unbeteiligte in sicherer Entfernung blieben.

In Rosh Pina wurden 8 illegal im Land befindliche PA-Araber festgenommen.

Herr Ban wieder: Israel unterscheide nicht zwischen Militanten und Zivilisten, behauptete er. Es verursache unverhältnismäßige Verwüstung. Sollten die grundlegenden Probleme des Konflikts nicht angegangen werden, sei die nächste Runde der Kämpfe nur eine Frage der Zeit. (Mit dem letzten Satz hat er recht, aber wohl nicht so, wie er glaubt, denn die grundlegenden Probleme sind die Terroristen.)

Waffenstillstands-Heckmeck:
Die Hamas traut den ägyptischen Vermittlern nicht. Die Israelis sollen ihre Antworten auf die Forderungen der Terroristen auf Hebräisch aufschreiben und von den Ägyptern weitergeben lassen, damit diese nicht irgendwas dazu erfinden.
PA: Ägypten hat einen Waffenstillstands-Vorschlag vorgelegt. Dieser sieht vor, dass Israel die Seeblockade lockert. Weitere heikle Themen werden für spätere Verhandlungen ausgespart. Israel soll die Luftangriffe beenden und die 500m-Pufferzone am Grenzzaun soll sukzessiver verringert werden. Was Israel bzw. die Terroristen dazu sagen, wurde nicht berichtet.
Die Hamas sagte, die USA hätten einen Vorschlag für einen Hafen im Gazastreifen gemacht; danach sollten die Schiffe erst in Zypern inspiziert werden, bevor sie den Hafen in Gaza anlaufen.
Hamas und Fatah lehnten es ab die Leichen zweier Soldaten an Israel zu übergeben; sie lehnen es sogar ab die Sache überhaupt nur zu diskutieren und fordern die Freilassung von Terroristen. (Avigdor Lieberman tönt: Sollte die Hamas die Leichen(teile) der zwei Soldaten nicht zurückgeben, würden Ismail Haniyeh und Mohammed Deif der Gruppe in Leichensäcken geliefert werden.)
Ismail Haniyeh: Der einzige Weg zu einem dauerhaften Waffenstillstand ist die Aufhebung der Blockade.

Donnerstag, 14.08.2014:

1000 Israelis haben eine Petition an Ban Ki-moon unterschreiben, mit der gefordert wird, dass beim UN-Menschenrechtsrat gegen die Führer der Hamas und von Qatar ermittelt wird.

Waffenstillstands-Heckmeck:
Die Hamas gibt an, die Verlängerung der Waffenruhe sei einem Durchbruch in den Verhandlungen zu verdanken, der anzeige, dass die Forderungen der Terroristen erfüllt werden.
– Ein PA-Vertreter sagte allerdings einem libanesischen Sender, dass überhaupt keine Fortschritte gemacht wurden.

Freitag, 15.08.2014:

Im Verlauf der letzten Monate wurden insgesamt 600 Araber festgenommen, weil sie an Krawallen in „Ost“-Jerusalem beteiligt waren. Die Verdächtigen haben Polizisten z.B. mit Molotowcocktails angegriffen.

Nasrallah tönt: Der Krieg in Syrien hat uns für den nächsten Krieg mit Israel vorbereitet.

Waffenstillstands-Heckmeck:
– Ein hochrangiger Vertreter des Palästinensischen Islamischen Jihad sagte, der Krieg mit Israel „liegt hinter uns“. Man stehe kurz vor einer Waffenstillstandsvereinbarung. Die großen Zerstörungen verpflichte zum Ende der Kämpfe. Am Ende der aktuellen Waffenruhe würde eine Vereinbarung unterschrieben (also am Montag).
– Eine ägyptische Zeitung berichtete den Inhalt des ägyptischen Waffenstillstandsplans: (1) Israel stellt allen Beschuss des Gazastreifens ein und schickt auch keine Bodentruppen hinein; (2) Alle Fraktionen im Gazastreifen hören mit allen Angriffen auf Israel auf; (3) Menschen und Waren für den Wiederaufbau des Gazastreifens dürfen die Grenze passieren, ebenso alles, was zwischen Gaza und Judäa und Samaria gehandelt wird; (4) Alles, was mit dem Wiederaufbau und Finanzen zu tun hat, wird von Israel mit der PA koordiniert; (5) Die Pufferzone am Grenzzaun wird am 1. Januar 2015 abgeschafft; (6) Die Fischereizone wird auf 6 Seemeilen ausgedehnt und Stück für Stück auf 12 Meilen erweitert; (7/8) Israel hilft der PA beim Wiederaufbau des Gazastreifens; (9) Ägypten drängt die internationale Gemeinschaft dringend benötigte humanitäre Güter zu finanzieren; (10) Nachdem die Waffenruhe sich stabilisiert hat, werden beide Seiten innerhalb eines Monats ab Unterschrift zu weiteren indirekten Gesprächen in Kairo eintreffen; (11) Es werden Möglichkeiten des Baus eines See- und eines Flughafens diskutiert werden.
– Außerdem wird berichtet, das die „Organisationen im Gazastreifen“ (sprich: die Terroristen) alle Arbeiten an Tunneln einstellen sollen.
– Premierminister David Cameron (Großbritannien) plattitüdiert mal wieder: „Beide Seiten müssen schwierige Schritte tun…“
Die EU hat angeboten die Aufsicht über die Grenzübergänge des Gazastreifens zu übernehmen.

Samstag, 16.08.2014:

Die Friedenspartner von der Fatah: Der „bewaffnete Arm“ der Fatah hat angekündigt seine Terroraktivitäten gegen israelische Staatsbürger weiter zu verstärken. Dazu wurde ein Video veröffentlicht, in dem stolz das Waffenarsenal präsentiert wird: Raketenabschussvorrichtungen, Panzerbekämpfungswaffen, Sturmgewehre und tragbare Kommunikationsmittel. Dazu erklärt einer der Terroristen, dass das Gewehr die einzige Option zur Befreiung des besetzten Landes bleibe und die Fatah nie den Pfad des gewalttätigen Terrorismus verlassen hat.

Nachdem weitere Menschen ihren Verletzungen aus dem Krieg erlegen sind und weitere Leichen aus Trümmern geborgen wurden, soll die offizielle Zahl der toten Araber auf 1.980 gestiegen sein.

Am Samstagabend versammelten sich auf dem Rabin-Platz in Tel Aviv mehrere Tausend Linke und demonstrierten „für Frieden und Demokratie“; sie skandierten „Ja zu einer politischen Lösung“. Netanyahu wurde aufgefordert wegen Versagens zurückzutreten.

Die Hamas kündigte (erneut) einen Abnutzungskrieg an, wenn ihre Bedingungen für eine Waffenruhe nicht erfüllt werden. Damit lehnen die Gaza-Terroristen ab, was Ägypten vermittelte und die Fatah-Terroristen (angeblich) als „alternativlos“ ansehen.

Zudem paradierten sie für das libanesischen Fernsehen ihre Terrortunnel und Raketen und prahlen damit, wie sie sich auf die nächste Runde Krieg mit Israel vorbereiten.

Waffenstillstands-Heckmeck:
Ägypten hat angekündigt, dass der aktuelle Waffenstillstand der letzte ist, der von Kairo vorgeschlagen wurde. Das Team der Terroristen gibt sich optimistisch (die Waffenruhe läuft Montagabend aus). Ein israelischer Offizieller meint, dass die Chancen auf einen dauerhaften Waffenstillstand und eine Verhandlungslösung sehr schwach sind.
– Eine Quelle in Jerusalem gab weiter, dass Israel bisher keinem der Vorschläge in Kairo zugestimmt hat.

Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten 2014“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).

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