Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (06.-12.07.2014)

12. Juli 2014 um 22:00 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, EU-Europa, Europa+Nahost, Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser, UNO, USA | Hinterlasse einen Kommentar
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Sonntag, 06.07.2014:

Hamas: Den Raketenbeschuss auf Israel zu stoppen liegt in der Verantwortung der PA, nicht der Hamas.

Mehr als 150 Raketen und Mörser haben Israel innerhalb von weniger als einem Monat getroffen.

Mahmud Abbas bettelte die Hamas an, sie möge den Raketenbeschuss beenden, „um Israel keinen Grund für eine Operation im Gazastreifen zu geben“.

3 Israelis wurden wegen ihrer Internet-Aufrufe zu Gewalt zur Befragung festgenommen.

Ein israelischer Araber log, er sei von „Siedlern“ angegriffen worden; er gab später zu die Lüge erzählt zu haben, um die Lage anzuheizen.

Die Hamas droht wieder: Alle israelischen Städte liegen in Reichweite ihrer Raketen.

Montag, 07.07.2014:

Gesamtzahl der Raketen auf Israel aus dem Gazastreifen für den letzten Monat: 200, allein 50 davon seit Mitternacht.
Stand 7. Juli, 22:30 Uhr: Mehr als 220 Raketen (und Mörsergranaten) wurden in weniger als einem Monat auf Israel geschossen.

Die Hamas droht mit Rache; 6 ihrer Terroristen wurden bei den Luftangriffen getötet.

Nach wiederholten Versuchen von Arabern das Josefsgrab in Brand zu setzen, hat die PA Sicherheitskräfte dort stationiert, die das verhindern sollen.

3 der Verdächtigen beim Mord an dem arabischen Jungen haben die Tat gestanden.

Die 5. Kolonne: MK Ahmed Tibi besteht darauf, dass die Mörder der drei jüdischen Jugendlichen Terroristen keine Terroristen seien. Die Mörder des arabischen Jungen aber seien sehr wohl Terroristen.

Die IDF zieht am Gazastreifen weiter Truppen zusammen. 1.500 Reservisten wurden einberufen.

Die Hamas lässt über Kanäle wissen, sie sei zu einer Waffenruhe bereit, wenn Israel die arabischen Terroristen freilässt und nicht mehr schießt. (Israel hatte der Hamas 24 Stunden Zeit gegeben mit dem Raketenterror aufzuhören, was aber keine Wirkung hatte.)

Den Tag über gab es mehrere falsche Berichte/Anzeigen wegen Entführungen durch Araber.

Die Regierung hat der IDF grünes Licht für härtere Aktionen gegen die Hamas und den Gazastreifen gegeben; eine Eskalation soll aber möglichst vermieden werden.

Die Polizei hat bisher 220 israelische Araber wegen der Krawalle der letzten fünf Tage festgenommen.

Die Hamas begleitet ihren Raketenterror mit dem Versuch psychologischer Kriegsführung. Sie „warnt“ die „Siedler“ in Beer Sheva: „Haut ab, bevor es zu spät ist.“ (Beer7 bestätigt das aus erster Hand!)

Wegen des anhaltenden Raketenbeschusses haben die Kreise im Süden den Notstand ausgerufen.

Friedensgrüße von der Fatah: Bereitet die Leichensäcke vor, „Wir wollen, dass [euer] Blut zu Flüssen wird“.

Die Ben-Gurion-Universität in Beer Sheva hat wegen des Raketenbeschusses die für morgen angesetzten Prüfungen verschoben. In Aschkelon wurden die Sommerlager für Dienstag abgesagt, weil sie in Schutzräumen stattfinden, die wegen des Raketenhagels ggf. benötigt werden.

Dienstag, 08.07.2014:

Am Montag schossen die Terroristen 80 Raketen nach Israel. Seit Beginn des Jahres waren es mehr als 450.

Die Obama-Administration sagte, sie unterstütze Israels Recht auf Selbstverteidigung – forderte aber (mal wieder) Zurückhaltung von den Israelis.

Die Hamas sagt, sie habe mit 35 Raketen auf Militärbasen an Israel Vergeltung geübt – „Nitifot (Netivot), Ofokeem (Ofakim), Ashdod (Aschdod) & Asqalan (Aschkelon)“. Hm…
Außerdem schwört sie den Raketenterror fortzusetzen. Israel müsse die Eiserne Kuppel „auf jedes einzelne israelische Haus setzen“. Der Raketenbeschuss werde nicht aufhören, bis Israel die Belagerung beende, sagte der Hamas-Grande Ismail Al-Shakar. Zudem hieß es von der Hamas, man werde Soldaten entführen, sollte die IDF es wagen in den Gazastreifen einzumarschieren. (Als wenn das neu wäre – und nicht sowieso versucht würde.)

Nachdem der Versuch menschliche Schutzschilde zu benutzen im Tod von – so geben sie an – 15 Personen und 80 Verletzten endete (nach einer Angriffswarnung begaben sich haufenweise Araber an den Ort, der beschossen wurde), schwört die Hamas Rache.

Mahmud Abbas fordert ein Ende der „Eskalation“ seitens Israels, wie er die Luftangriffe auf Terrorziele nennt. Den Raketenterror zu verurteilen oder gar sein Ende zu fordern fällt ihm nicht ein.

In einigen Städten in der weiteren Umgebung des Gazastreifens fielen heute wegen des Raketenterrors die Prüfungen aus.
Viele Sommerlager im Süden fanden nicht statt.

Israel hat die Einberufung von 40.000 Reservisten genehmigt. 15.000 Reservisten sind bereits einberufen und sollen die derzeit am Gazastreifen stationierten Soldaten ablösen.

Stand 18 Uhr: Innerhalb von weniger 24 Stunden haben die Terroristen mehr als 130 Raketen auf Israel geschossen. Israel hat im Gegenzug 150 Terrorziele beschossen.

Jüdische 5. Kolonne: Die Parteichefin der Meretz-Partei schimpfte, die Regierung und die IDF seien Kriegstreiber, was Israel „einen hohen Preis abverlangen“ werde. Den Raketenterror erwähnte sie nicht.
Auf der „Friedenskonferenz“ der Ha’aretz wurde Naftali Bennett als „Faschist“ und „Mörder“ bezeichnet. Seine Rede wurde ständig unterbrochen. Hinterher sagte Ha’aretz-Herausgaber Amos Schocken vom Podium aus: „Hier gibt es Leute, die glaubten, man müsse mit Yassir Arafat reden. Es kann nicht sein, dass sie nicht wollen, dass Bennett angehört wird.“ (Da hat er wohl seine linken Meinungsterroristen überschätzt.)

Durch die Raketeneinschläge im Bereich von Aschdod wurden 9 Personen (leicht) verletzt.

Die Arabische Liga und die Organisation der Islamischen Kooperation fordern von den Vereinten Nationen die Operationen der Israelis gegen die Terroristen im Gazastreifen zu stoppen. Dazu wollen sie eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats haben.

Endlich: Der EU-Botschafter in Israel erklärte seine „bedingungslose Solidarität mit den Einwohnern des südlichen Israel“ unter dem Raketenterror. „Wahlloser Raketenbeschuss unschuldiger Zivilisten kann niemals eine legitime Antwort sein“, sagte er. Worauf die Raketen eine Antwort sein sollen, sagte er nicht.
Der britische Außenminister Hague verurteilte das Raketenfeuer rundheraus, konnte sich aber nicht dazu aufraffen die Täter Terroristen zu nennen.
Frankreich ruft „beide Seiten zur Zurückhaltung auf“. Hm… Der Französische Botschafter besuchte Sderot und verkündete, er hoffe darauf, dass beide Seiten einen Kompromiss erzielen würden.

Mittwoch, 09.07.2014:

Tagesbilanz: Heute schlugen 82 Raketen in Israel ein, weitere 29 wurden vom Abwehrsystem vernichtet.

Netanyahu zum Unterschied zwischen Israel und den Opfer spielenden Hätschelkindern des Westens:

Bibi-zum-Unterschied

Die IDF zerstörte seit Beginn der Operation 11 Häuser von Hamas-Kommandeuren, beschoss 550 Terrorziele der Hamas (darunter 31 Tunnel und 60 Raketenwerfer).

Heute wurden 7 Menschen wegen Verletzungen behandelt, die sie sich beim Lauf Schutzbunker zuzogen. Insgesamt musste der Magen David Adom (Roter Davidstern) 58 Menschen behandeln, seit die Operation schützende Schneide begann.

EU-Verurteilung: Mal die Hamas zu verurteilen ohne Israel auch eins überzubraten (und das auch noch mit falschen Angaben) geht bei der EU nicht.

Der stellvertretende Premierminister Danny Danon forderte, dass Israel die Lieferung von Treibstoff und Strom an den Gazastreifen einstellt.

Der Dummbatz im Weißen Haus drängte „beide Seiten“ des eskalierenden Konflikts Zurückhaltung zu üben und nicht im Geist der Rache zu handeln. (Hm, ob das hilft? Wo doch die Terroristen immer und ausschließlich Rache fordern?) „In diesem Moment der Gefahr müssen alle Beteiligten die Unschuldigen schützen, mit Vernunft und Maß agieren, nicht mit Rache und Vergeltung“, ließ er schreiben. Als wenn Israel das nicht versucht – anders als die Terroristen. Dann wieder das Gelaber von „beiden Seiten müssen gewillt sein für den Frieden Risiken in Kauf zu nehmen“. Und die einzige Möglichkeit ist die Gründung eines Palästinenserstaates. Was auch sonst? Sch… drauf, ob die überhaupt einen wollen und wozu…

Abbas wieder: Israel verübt im Gazastreifen „Völkermord“.

Die Hamas behauptet wieder Israel sei der Aggressor und betont, dass jetzt „alle Israelis Ziele sind“.

Und sie riskiert wieder die dicke Lippe schlechthin – Nachricht an die Israelis in Hebräisch: „Wartet, es kommen Selbstmordanschläge in jedem Bus, in jedem Café und auf jeder Straße. Fangt an die Särge zu zählen, die ihr brauchen werdet.“ Da bleibt eigentlich nur eins: Konsequent und ohne Skrupel ausschalten!

Die Fatah will mithalten: „Der Tod wird euch vom Süden bis zum Norden erreichen… die KN-103-Rakete ist auf dem Weg zu euch.“ Sie „wollen zusammen mit der Hamas Israel bekämpfen“. Und deshalb verkünden sie: „Ein Gott, eine Heimat, ein Feind, ein Ziel.“
Ein Abbas-Sprecher bezeichnet die Terror-Rakaten aus dem Gazastreifen als „defensiv eingesetzte Waffen“!

Wegen des Raketenbeschusses auf die Stadt sagte Herzliya eine Veranstaltung für 160 Kinder (aus Sderot) ab. Für so große Menschenmengen ist es zu gefährlich.

Die PA beschwert sich, dass die IDF Ziele nahe des Europa-Krankenhauses in Gaza beschoss. (Vielleicht sollten sie sich bei den Terroristen beschweren, die von dort aus Raketen schießen.)

Donnerstag, 10.07.2014:

Während der letzten 3 Tage sind in Israel insgesamt 384 Raketen eingeschlagen. Außerdem hat das Abwehrsystem weitere 88 Raketen zerstört.

Ein Hamassprecher forderte die Araber mal wieder auf menschliche Schutzschilde zu spielen.

Auf Druck der USA forderte die PA die Hamas auf das Raketenfeuer zu beenden. Vergeblich.

Wer ist hauptsächlich für tote arabische Zivilisten im Gazastreifen verantwortlich? Die Hamas fordert die Bevölkerung auf die Warnungen der IDF zu ignorieren und dort zu bleiben, wo der Beschuss stattfindet.

Dringlichkeitssitzung des UNO-Sicherheitsrats: Ban Ki-moon sagt, eine Bodenoffensive „samt kompletter Eskalation“ könne nur verhindert werden, wenn die Hamas den Raketenbeschuss stoppt. Alle Beteiligten, auch die bewaffneten palästinensischen Gruppen, müssten das internationale Recht respektieren.

Durch einen israelischen Luftangriff kamen Dienstag 8 Mitglieder der Familie eines Hamas-Kommandeurs um. Sie waren telefonisch gewarnt worden, eine unbewaffnete Rakete „klopfte an“ und dann kam die scharfe. Augenzeugen berichten, dass einige Familienmitglieder das Haus verließen, während andere auf das Dach stiegen. Die IDF versuchte noch die Rakete umzulenken, was aber nicht mehr gelang.

Blödsinn von François Hollande: Er lobte Mahmud Abbas für dessen „Verantwortungssinn“ und seine Bemühungen „die Lage zu entspannen“. Wo bitte hat der Terrorchef das gemacht?

Freitag, 11.07.2014:

Bilanz von Montag bis Freitagmorgen 7 Uhr: 407 Raketen und Mörsergranaten schlugen in Israel ein, weitere 118 wurden von der Eisernen Kuppel vernichtet. Die IDF beschoss 1.100 Terrorziele im Gazastreifen. Nach Angaben aus dem Gazastreifen wurden dort bisher 100 Menschen getötet.
Tagesbilanz gegen 16:30 Uhr: Seit dem frühen Morgen sind 70 Raketen in Israel eingeschlagen.
Gesamtbilanz gegen 22:30 Uhr: Die Terroristen haben seit Montag mehr als 500 Raketen und Mörser nach Israel geschossen.

Die Hamas prahlt und behauptet, sie hoffe, die IDF werde eine Bodenoffensive starten. Sie habe bisher kaum etwas von ihrem Arsenal verbraucht. Sie hätten keine Angst vor den israelischen Drohungen und könnten noch Monate weiter machen.

Außerdem forderte die Hamas die internationalen Fluglinien auf ihre Flüge nach Tel Aviv einzustellen; diese seien zu gefährlich geworden, da der Flughafen beschossen werde.

Der Friedensvertragspartner Ägypten geißelte Israels Verteidigungsmaßnahmen gegen die Terroristen im Gazastreifen als „unterdrückerische Operation der Massenbestrafung“.

Barack Hussein Obama hat Netanyahu angerufen. Er unterstützte Israels Verteidigungsrecht, ist wegen der Eskalation besorgt und bot seine Vermittlungsdienste für einen Waffenstillstand an.

Samstag, 12.07.2014:

Stand 8:30 Uhr: Innerhalb von 4 Tagen haben die Gaza-Terroristen mehr als 689 Raketen geschossen. Das ist durchschnittlich alle zehn Minuten eine. Am gestrigen Freitag waren es 140 Raketen. Seit dem 8 Juli schlugen mindestens 27 Terror-Raketen noch im Gazastreifen ein. Im Gazastreifen wurden seit Beginn der Operation (Nacht von Montag auf Dienstag) 1.160 Terrorziele beschossen, Freitag waren es 235.

Die Hamas forderte die Bevölkerung des Gazastreifens auf keine Bilder vom Verschuss von Raketen auf Israel ins Internet zu stellen. Warum, dürfte klar sein: Sie beweisen, dass die Hamas Kriegsverbrechen begeht, indem sie aus dicht besiedeltem Gebiet heraus schießt und somit die eigenen Bevölkerung gefährdet.

Mahmud Abbas wurde von der Hamas beschimpft. Er sei ein Krimineller, der dem Feind helfe und ein Likud-Mitglied.

Beim Angriff auf ein Haus (der Schwester von Ismail Haniyeh) sollen zwei Neffen des Hamas-Granden getötet worden sein. Die Terroristen machen weder Angaben zum Alter der Toten noch zur Funktion des Hauses. Die Jerusalem Post hat ein Bild eines der Neffen – ein Erwachsener, was aus den Meldungen der Terroristen nicht hervorgeht; „Neffe“ klingt nach Kind und soll es wohl auch.

König Abdallah von Jordanien macht sich Sorgen. Die Angriffe auf den Gazastreifen schaden einer Zweistaaten-Lösung; sie sind eine Eskalation, die das Leiden der Palästinenser verstärkt und die Chancen der Rückkehr zum Verhandlungstisch verringern. (Der Raketenterror nicht?)

Die der Al-Qaida nahe stehende und im Sinai aktive Terrorgruppe Ansar Bait al-Maqdis will mitmischen und gibt bekannt, dass sie in den letzten Tagen 5 107mm-Raketen nach Israel geschossen hat.

Stolze Bilanz der Hamas: „Wir haben seit Beginn der Operation [schützende Schneide] 571 Raketen gegen Israel geschossen. Darin sind die Raketen von Samstag noch nicht eingeschlossen.“

Der britische Außenminister William Hague ließ offiziell wissen, dass ihm der Verlust an Leben im Gazastreifen extrem Sorge bereitet. (Mehr als 120 Tote bei den Terroristen, das geht ja wohl nicht, wenn es in Israel nicht so tödlich zugeht, oder?)
Außerdem will er am Rande der Atomgespräche in Wien mit den Kollegen aus USA, Deutschland und Frankreich die Lage diskutieren. Ein Waffenstillstand wie 2012sei ganz dringend notwendig.

Das Gesundheitsministerium in Gaza gibt bekannt (ca. 17:00 Uhr), dass seit Beginn der israelischen Operation 126 Menschen im Gazastreifen bei den Einsätzen getötet wurden.

Der UNO-Sicherheitsrat forderte eine Einstellung des Feuers und gab seiner großen Sorge um das Wohlergehen und den Schutz der Zivilisten auf beiden Seiten Ausdruck. Beide Seiten sollten das internationale Menschenrecht respektieren und den Waffenstillstand von 2012 wieder herstellen. Israelis und Palästinenser sollen wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren, um einen umfassenden Frieden auf Grundlage der Zweistaaten-Lösung zu erzielen.

Die PA um Mahmud Abbas hat einen UNO-Resolution vorbereitet, mit der auf einen Waffenstillstand am Gazastreifen gedrängt werden soll. Die Resolution erwähnt den Raketenterror nicht einmal.

Demonstrationen gegen Israel wegen der Operation Schützende Schneide fanden in mehreren Städten in Europa statt. In Oslo trafen sich die Israelhasser vor dem Parlament, in Paris vor dem Außenministerium. In London gingen sie auf die Kensington Street und skandierten etwas von einem palästinensischen Holocaust; zudem gab es Transparente, auf denen Netanyahu als „tollwütiger, übler Massenmörder“ und ein „Klon Hitlers“ bezeichnet wurde.

Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten 2014“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).

Wer steht für was

11. Juni 2014 um 15:35 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, Europa+Nahost | Hinterlasse einen Kommentar
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gefunden auf Facebook und eingedeutscht (plus Original):

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Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (09.-15.03.2014)

15. März 2014 um 22:30 | Veröffentlicht in EU-Europa, Europa+Nahost, Friedensinitiativen, Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser | Hinterlasse einen Kommentar
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Sonntag, 09.03.2014:

Auf dem aufgebrachten Schmuggelschiff fanden die Israelis 40 Raketen (Typ M-302, Reichweite 160km), 180 Mörsergranaten und rund 400.000 Kugeln Kaliber 7,62mm.

Heckmeck:
Mahmud Abbas stellte wieder klar: keine „Siedlungsblöcke“, kein jüdischer Staat. Und die „Rückkehr“ von mehr als 5 Millionen „Palästinensern“ nach Israel. Frieden! (Friedhofsfrieden durch Vernichtung Israels und seiner Juden.)
Nabil Al-Araby, Generalsekretär der Arabischen Liga, forderte alle arabischen Staaten auf sich der Forderung nach Anerkennung Israels als jüdischem Staat zu widersetzen. Die Forderung sei ein Versuch die diplomatischen Verhandlungen zwischen den beiden Seiten zu untergraben.
Premierminister Netanyahu sagte erstmals selbst, dass er eine Zwangsräumung der „Siedlungen“ in der „Westbank“ ausschließt. Was mit Israelis in Gemeinden geschieht, die jenseits der zu ziehenden Grenzen zwischen Israel und „Palästina“ liegen, müsse abgewartet und verhandelt werden.
Die PA-Zeitung Al-Quds behauptet eine US-Außenamtssprecherin habe gesagt, die israelische Forderung nach Anerkennung als jüdischer Staat sei nicht entscheidend für die Friedensgespräche; die Berichte der Sprecher des Außenministeriums zeigen allerdings keinerlei derartige Äußerung.

Montag, 10.03.2014:

Die Hamas enthüllte in Gaza eine Raketen-Statue und kündigte an in einer nächsten kriegerischen Auseinandersetzung auch den israelischen Norden zu beschießen.

Dienstag, 11.03.2014:

Der Revolutionsrat der Fatah begrüßte (enthusiastisch) die Weigerung von Mahmud Abbas Israel als jüdischen Staat anzuerkennen.

Bei einer Explosion bei Beit Hanun im nördlichen Gazastreifen wurden mehrere Menschen getötet; der Grund für die Explosion ist unklar, Quellen sagen aber, es handelte sich nicht um einen IDF-Angriff.

Mittwoch, 12.03.2014:

Seit Beginn des Jahres 2014 schossen Terroristen 70 Raketen aus dem Gazastreifen nach Israel. Seit 2001 waren es mehr als 12.800 Raketen! Im Schnitt ist im Verlauf des letzten Jahrzehnts alle 7 Stunden eine Rakete in Israel eingeschlagen.

Al-Arabiya behauptet, dass heute mindestens 130 Raketen auf Israel geschossen wurden.

Ein Video aus dem Gazastreifen zeigt, dass die heutigen Raketen aus zivilen Gegenden geschossen wurden.

Blödsinn: David Cameron ist in Israel zu Besuch und gab als erstes schonmal von sich, dass die Erzielung eines Friedenshandels mit den Palästinensern für die Welt „aboslut lebensnotwendig“ sei.

Die EU droht wieder: Israel soll die Blockade des Gazastreifens lockern oder „ernste Konsequenzen“ zu spüren bekommen. Israel sei hauptverantwortlich für die humanitäre Lage im Gazastreifen. (Also auch für die von Ägypten zerstörten Schmuggeltunnel, das wird ausdrücklich erwähnt!)

Nach dem massiven Raketenterror von heute sagte Netanyahu, dass es im Gazastreifen „eine Menge Lärm“ geben wird, sollte es keine Ruhe für den Süden Israels geben; die Hamas verspricht „Widerstand“ (also Terror).

Die Hamas ließ der Agence France Presse gegenüber wissen, dass Israel im nächsten Krieg mit fortschrittlichen Raketen „zugedeckt“ würde.

Heckmeck:
John Kerry gibt zu, dass das Misstrauen zwischen Israelis und Palästinensern enorm ist; dennoch ist er zuversichtlich, dass „irgendeine Vereinbarung“ erreicht werden kann.
Mahmud Abbas: Im Fall einer Einigung mit Israel wird es eine Volksabstimmung geben – aber nicht unter den PalArabern vor Ort, sondern weltweit. Außerdem bekräftigte er wieder mal sein Nein zu einem jüdischen Staat.

Donnerstag, 13.03.2014:

Von Mahmud Abbas kommt natürlich, dass Israel die „Situation im Süden eskaliert hat“ – die Terrorraketen ignoriert er geflissentlich. Später – gegenüber David Cameron – „verurteilte“ er dann „alle militärische Eskalation, einschließlich Raketen“.
Von der Hamas kommt natürlich derselbe Müll – „alle Gaza-Fraktionen“ hätten einer Waffenruhe zugestimmt, die „das zionistische Gebilde“ aber verletzt habe. (Der übliche Schwachsinn: Wir schießen, dann sagen wir „Waffenruhe“ – und wenn Israel die nicht einhält, dann ist das die Eskalation.)
Die Terroristen vom Palästinensischen Islamischen Jihad behaupteten auch, Ägypten habe eine Waffenruhe vermittelt, die um 14 Uhr Ortszeit in Kraft treten sollte. Israel bestreitet dies: „Ruhe wird mit Ruhe beantwortet.“ (Nach Beginn der „Waffenruhe“ gab es direkt wieder 2 Raketen…) Zudem geben sie Fotos einer Explosion in New York als Werk ihrer Raketen aus.

Der Palästinensische Islamische Jihad forderte Israel auf „aus unserem Land zu verschwinden“ – womit ganz Israel gemeint ist.

Ein offizieller Vertreter der PA nannte Israelis im offiziellen PA-Fernsehen „ein hochentwickeltes Instrument des Bösen ohne Glauben, ohne Prinzipien“. „Allah wird sie sammeln, damit wir sie töten können.“

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon verurteilte die Raketenangriffe auf Israel, forderte dieses aber besonders zu „Zurückhaltung“ auf (dann forderte er diese „von beiden Seiten“).

Ein Politik-Professor in Gaza verkündete, dass „beide Seiten Botschaften schicken, dass sie keine unbeschränkte Konfrontation suchen“. Die Hamas wolle lediglich Aufmerksamkeit. Beweis: Die Raketen schlugen größtenteils in offenem Gelände ein und die israelischen Gegenschläge trafen Terrorlager, nachdem diese geräumt wurden.

David Cameron, selbsterklärter Freund Israels: Eine Vereinbarung zwischen Israel und den Palästinensern ist möglich; die humanitäre Lage im Gazastreifen ist eine Katastrophe; israelische Führungspolitiker sollten „unpopuläre Maßnahmen“ treffen.

Die IDF stationierte zwei Batterien Eiserne Kuppel bei Beer Sheva und Aschdod; außerdem wurden Luftwaffen-Reservisten einberufen.

Die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden (Fatah, Abbas‘ Truppe!) beansprucht in einer Veröffentlichung 4 der gestrigen Raketen für sich. Dabei bezeichnen sie Zionisten/Juden als „Söhne von Affen und Schweinen“.

Heckmeck:
Mahmud Abbas „wartet immer noch“ auf eine Ausgabe des Kerry-Rahmenplans.
– Die Raketen im Süden werden die „Friedensgespräche“ wohl nicht scheitern lassen.

Freitag, 14.03.2014:

Heckmeck:
Mahmud Abbas lässt wissen, dass er bisher noch keine Anfrage zur Verlängerung der Gespräche mit Israel bekommen hat. Auf einmal behauptet er aber, dass er das nicht ablehnt, sondern eine Anfrage gründlich überdenken würde.
John Kerry findet auf einmal, es sei ein Fehler, dass Israel die Anerkennung als jüdischer Staat durch die Palästinenser verlangt. (Im Januar gab er das noch als Pflichtpunkt an.)

Samstag, 15.03.2014:

Terroristen aus dem Sinai gaben bekannt, dass ein Terrorist starb, der für einen Anschlag auf Israelis mit 8 Toten in Eilat im Jahr 2011 verantwortlich war; er wurde mit seinem Auto in einen Unfall verwickelt wurde, bei dem der von ihm transportierte Sprengstoff explodierte.

Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten 2014“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).

Britische linke Medieneinseitigkeit gegen Israel*

9. Dezember 2013 um 15:13 | Veröffentlicht in EU-Europa, Europa+Nahost, Medien+Nahost | Hinterlasse einen Kommentar
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Manfred Gerstenfeld interviewt Zvi Shtauber (direkt vom Autor)

Als ich in London ankam, war ich nicht auf den antiisraelischen Hass vorbereitet, der in Europa existiert. Meine Treffen mit der britischen Linken waren ein böses Erwachen.

ZviShtauber

Zvi Shtauber

Nach seinem Aufenthalt in London holte er seine Erinnerungen an die linken Medien hervor: Die linke, antiisraelische Einseitigkeit in gewissen Medien war fast irreversibel. Ich fragte einen Redakteur des Guardian: „Waren Sie während der Verhandlungen in Camp David für Israel?“ Er sagte: „Oh nein.“ Ich fuhr fort und fragte nach: „Warum zitieren Sie immer israelische Extremisten – Siedler oder Rechte – statt Sprecher des Mainstream?“ Er verteidigte sich: „Viele unserer Autoren sind Juden.“ Das zeigte, dass er nicht viel über die britische jüdische Gemeinschaft wusste und außerdem die Stereotype glaubte, dass jeder Jude proisraelisch ist. Gegen Israel zu schreiben bringt die eigene Karriere voran. Suzanne Goldenberg, damals die Korrespondentin des Guardian in Israel, erhielt mehrere Journalismuspreise.

Simon Kelner, damals Chefredakteur des Independent, ist Jude. Seine Zeitung veröffentlichte eine extrem antisemitische Karikatur von Dave Brown, die den ehemaligen Premierminister Ariel Sharon als Kinderfresser zeigte. Ich fragte Kelner, ob der Independent jemals eine ähnliche Karikatur einer anderen öffentlichen Person veröffentlichte. Er musste achtzehn Jahre zurückgehen, um eine ähnliche zu finden. Tim Benson, Präsident der Political Cartoon Society, die Browns Karikatur als beste des Jahres 2003 auswählte, sah an Browns preisgekrönter, rassistischer Zeichnung nichts Falsches. Im gleichen Jahr wurde der Independent im Vereinigten Königreich wieder als „Zeitung des Jahres“ ausgezeichnet.

Der New Statesman ist das Flaggschiff der Mainstream-Linken. Anfang 2002 veröffentlichte er eine Titelgeschichte über die Macht der zionistischen Lobby in England. Sie brachte einen goldenen Davidstern, der die britische Flagge durchstach und der Artikel hatte die Überschrift „Eine koschere Verschwörung“. Ich ging auf die Internetseite der Zeitung und dachte einen Moment lang sie gehöre dem Ku-Klux-Klan. Sie bot eine Liste aller jüdischer Leiter großer Firmen und Parlamentsmitglieder. Sie nannte außerdem die jüdischen Adligen und ihre ursprünglichen Namen. Es gab darüber hinaus eine zehnseitige Liste mit Texten angeblich jüdischer Quellen, die Hass und das Töten von Nichtjuden befürworten.

Die zu Israel eingesetzte Sprache in verschiedenen britischen Medien würde mit Bezug auf keine andere Minderheit in Großbritannien verwendet. Das verstärkt die Trends des antisemitischen Verhaltens. Sie lässt über folgendes nachdenken: Wenn mutmaßlich ehrenwerte Europäer Israel verunglimpfen, warum sollten die Araber Frieden mit Israel schließen? Zumal, wenn Europäer Lügen auf arabischen Internetseiten lesen, dass Israelis Wasser vergiften und AIDS verbreiten.

Die BBC ist ein eigenes Problem. Im Verlauf der Jahre hatte ich endlose Diskussionen mit ihnen. Jeder Zuschauer, der über einen längeren Zeitraum die Informationen der BBC zu Israel ansieht, bekommt ein verzerrtes Bild. Das entstammt nicht einer einzelnen Sendung hier oder da. Es entstammt aus der Sendemethode der BBC. Wenn sie über Israel berichtet, zeigt sie gewöhnlich im Hintergrund die Moschee auf dem Tempelberg, die dem Zuschauer den Eindruck vermittelt, dass Jerusalem vorwiegend muslimisch ist.

Als Sharon zum Premierminister gewählt wurde, fiel mir auf, dass die BBC von ihm als „starkem Mann des Militärs“ sprach. Ursprünglich glaubte ich dieser Ausdruck würde nur einmal genannt werden. Sie setzten das mehrere Monate lang fort. Ich kontaktierte sie und fragte, ob sie Pakistans Präsident Musharraf als „starken Mann des Militärs“ bezeichnen, da er durch einen Militärputsch an die Macht kam. Das machten sie nicht. Ich fragte dann, zum wem sonst sie diese Terminologie nutzten und sie konnten niemanden nennen.

Es war eine fast tägliche Aufgabe auf die Verzerrungen der BBC zu Israel zu reagieren. Sie legten großen Wert darauf Saddam Hussein „Präsident“ zu nennen. Statt „Premierminister Sharon“ sagten aber immer „Sharon“.

Mehrere Schlüsselpositionen der BBC werden von Linksextremen gehalten. Die BBC veröffentlichte ihre Personalsuche-Anzeigen im Guardian, womit sie Journalisten mit einem bestimmten Hintergrund rekrutieren. Den Guardian kauft das linke Publikum. Für viele dieser Menschen ist man als Israeli schon schuldig geboren.

In den Medien gibt es keine Grenzen für die Idiotie, mit der man konfrontiert wird. Viele junge Journalisten hören dem nicht zu, was man ihnen sagt. Die von ihnen vorbereiteten Berichte sind oft unprofessionell. Das ist aber nicht nur eine Frage der Unerfahrenheit dieser Leute. Kurz nachdem ich in London ankam, kam der Vorstand einer Journalistenvereinigung zu mir zu Besuch. Einer der fünf ehrbaren Besucher, ein sehr wichtiger Journalist, bat mich: „Wir möchte Ihre Zusicherung, Herr Botschafter, dass es nicht die offizielle Politik der Regierung Israels auf Journalisten zu schießen.“ Ich sah ihn an und wusste kaum, was ich sagen sollte.

Dr. Manfred Gerstenfeld ist Mitglied des Aufsichtsrats des
Jerusalem Center of Public Affairs, dessen Vorsitzender er 12 Jahre lang war.

* Gekürzt aus: Manfred Gerstenfeld: Israel and Europa: An Expanding Abyss? Jerusalem (Jerusalem Center for Public Affairs, Adenauer-Stiftung), 2005, S. 183-192.

Ein offener Brief an William Hague von Tante Mindy

5. Dezember 2013 um 15:15 | Veröffentlicht in Europa+Nahost, Geistesgrößen, Geschichte | Hinterlasse einen Kommentar
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Daniel Rose, The Times of Israel blogs, 19. November 2013

Britischer Jude zu sein ist ein echter Spaß. Wir sind eine lautstarke, stolze und leidenschaftliche Truppe. In der Tat sind wir so laut, dass wir nicht zu hören scheinen, wenn uns gesagt wird, dass wir im Kontext des jüdischen Volks eine winzige Truppe aus der tiefsten Provinz sind, da dieses Volk – seien wir ehrlich – eigentlich nur in Israel und den USA zu finden ist. Wir lieben unsere britische Kultur, unseren Tee, unseren Fußball und Cricket und sogar unsere Queen. Doch wir vertrauen niemals unserer Regierung und wir sind uns unseres Platzes in der britischen Gesellschaft nie sicher.

Im Verlauf vieler Jahre der Erfahrung als Lehrender von Schülern aus den USA und Großbritannien, nach ihrem Schulabschluss ein Jahr in Israel verbringen, nach der Diskussion und erforschen von Identitätsfragen, habe ich wieder und wieder die Spannung gesehen, die die Lösung der Scherzfrage „Bin ich ein amerikanischer Jude oder ein jüdischer Amerikaner?“ für junge amerikanische Juden beinhaltet. Diese Spannung gibt es für die Parallelfrage „Bin ich ein britischer Jude oder ein jüdischer Brite?“ weitgehend nicht. Weil ich glaube, dass wir instinktiv begreifen, dass unsere Kernidentität jüdisch ist. Und ich glaube, das liegt daran, dass amerikanische Juden sich als Partner in der laufenden Entwicklung der amerikanischen Gesellschaft fühlen, britische Juden aber nicht.

Nehmen Sie zum Beispiel meine Eltern. Leute, von denen ich glaube, dass sie nie Aliyah machen werden. Sie werden aber offen zugeben, dass sie sich in Britannien nie wirklich Zuhause fühlten und kein Problem damit haben zuzugeben, dass ihre nationale Loyalität eher bei Israel als bei Großbritannien liegt. Keine Überraschung, dass ihre Kinder dann beide Aliyah machten!

Wenn also der britische Außenminister William Hague sich Präsident Obama und er US-Außenpolitik anschließt und erklärt, dass Großbritannien auf Israels Seite steht, was das Recht seine Bürger vor der Bedrohung durch die Hamas verteidigt, sind wir alle irgendwie angenehm überrascht. Und dann, wenn er nahtlos dazu übergeht Israel mit der Hamas gleichzusetzen, wenn er beide Seiten dazu aufruft zu deeskalieren und ihr Äußerstes für den Schutz zivilen Lebens zu geben, zuckt niemand von uns auch nur überrascht mit den Wimpern.

Aber dann entschied sich Mr. Hague Israels, Regierung den Köder des Mitgefühls der internationalen Gemeinschaft anzubieten – ein Versuch sie von davon abzubringen mit Bodentruppen in den Gazastreifen zu gehen. Dieselbe internationale Sympathie war 1945 derart offenbar, dass Herrn Hagues Vorgänger, der berüchtigte Ernest Bevin, sich entschied dieses Mitgefühl zugunsten des MacDonald-Weißbuchs von 1939 aufrecht zu erhalten und die in Heimatlosen-Lagern in Europa vor sich hinrottenden 200.000 Überlebend davon abzuhalten in ihre Heimat zu kommen. Was für eine Chutzpe, Mr. Hague.

Aber jetzt haben Sie Tante Mindy (eine Tante meiner Frau) aufgebracht, eine Dame, mit der man es sich nicht verscherzen darf!

Sehen Sie, was die Juden vielleicht von den Briten unterscheidet, ist ein immer vorhandenes Bewusstsein der Geschichte und geschichtlichen Kontextes. Die Briten scheinen bereit und willens zu sein das zu aufzugeben und sich auf den verzerrten Kontext der sehr jungen Vergangenheit zu konzentrieren. Wir sehen das immer wieder an der Art, wie die BBC aus dieser Region berichtet und an den politischen Statements und der Politik der britischen Regierung. Doch wir Juden, wir können die Geschichte nicht ignorieren … und werden es nicht. Wir nehmen historischen Kontext mit der Muttermilch auf. Von einer Generation zur nächsten weitergegeben, von Eltern an die Kinder – auch von Tante Mindy.

Bitte nehmen sie sich einen Moment Zeit, Mr. Hague, und lesen Sie, was unsere Tante Mindy von Ihren jüngsten Äußerungen hält. Denn so sehen wir es alle.

Sehr geehrter Mr. Hague,

Sie haben erklärt, wenn Israel versucht seine Bevölkerung durch eine Bodenoffensive im Gazastreifen zu verteidigen, dann „riskiert es das Mitgefühl der internationalen Gemeinschaft zu verlieren“.

Lassen Sie mich Ihnen etwas zum Mitgefühl der internationalen Gemeinschaft sagen, Mr. Hague. Mein Vater wurde 1945 aus dem KZ Buchenwald befreit; er hatte seine gesamte Familie verloren, damals aber das Mitgefühl der internationalen Gemeinschaft gewonnen. Nachdem 6 Millionen Juden durch die Hände des Nazi-Regimes vernichtet worden waren, hatte die internationale Gemeinschaft jede Menge Mitgefühl für das jüdische Volk. Es gibt immer jede Menge Mitgefühl für Opfer.

Israel braucht das Mitgefühl der internationalen Gemeinschaft nicht.

Es muss seine Bürger verteidigen.

Als es als winziges Land 1948 unabhängig wurde, musste es 800.000 Juden aufnehmen, die aus den arabischen Ländern des Nahen/Mittleren Ostens geworfen wurden; das machte es ohne Aufhebens und mit Würde, gab ihnen Unterkunft und einen sicheren Ort, an dem ihre Kinder aufwachsen konnten, um produktive Bürger zu werden.

Als Jordanien, Ägypten, der Libanon und Syrien 1948 und erneut 1967 versuchten Israel zu vernichten, nahmen sie Hunderttausende palästinensischer Araber auf, aber gaben sie ihnen Würde und Unterkunft? Nein, sie ließen sie in Flüchtlingslager verrotten, um ein Symbol der Klage gegen Israel beizubehalten und sie als politisches Werkzeug gegen den jüdischen Staat zu benutzen. Aus diesen Lagern ist eine komplizierte Lage entstanden, aber das ist das, was zum heutigen Gaza führte.

Belehren Sie mich als nicht über das internationale Mitgefühl, Mr. Hague. Nicht, wenn Israel mit der ihm größtmöglichen militärischen Präzision nur auf Terroristen und ihre Basen schießt und sein Möglichstes gibt zivile Opfer zu verhindern.

Belehren Sie Israel nicht zu internationalem Mitgefühl, Mr. Hague. Nicht, wenn die palästinensischen Medien bewusst Bilder von Opfern des syrischen Bürgerkriegs benutzen und als Opfer in Gaza präsentieren, um internationales Mitgefühl zu gewinnen.

Gehen Sie und lesen Sie Geschichtsbücher, Mr. Hague, sehen Sie, dass seit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts alles, was die Araber tun wollten, Israel zu vernichten war. Sehen Sie sich das Land Israel an, seit die Juden dort einen Staat aufgebaut haben. Lesen Sie, welche Fortschritte in Wissenschaft, Medizin, Biotechnologie, Landwirtschaft und High Tech Israel entwickelt hat und wie es dieses Wissen dem Versuch gewidmet hat die Welt einen besseren Ort für die Menschheit zu machen. Können Sie sich irgendein anderes Land vorstellen, dass 60 Jahre kontinuierlich angegriffen wurde und trotzdem so viel erreicht hat?

Also, Mr. Hauge, belehren Sie Israel nicht über internationales Mitgefühl. Israel wird tun, was immer nötig ist, um sich gegen klare Angriffe auf seine Bürger zu verteidigen, ob diese nun von der Hamas, der Hisbollah, dem Iran oder sonst einem Land oder einer Terrorgruppe kommen.

Und wenn es dabei das Mitgefühl der internationalen Gemeinschaft verliert, dann bitte, einverstanden. Wir brauchen das Mitgefühl der internationalen Gemeinschaft nicht. Wir brauchen keine weiteren 6 Millionen Opfer.

Hochachtungsvoll

Mindy Wiesenberg

Europa verliert die Geduld

2. Juli 2013 um 14:21 | Veröffentlicht in EU-Europa, Europa+Nahost, Geschichte | 2 Kommentare
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Dan D. Aridor, Gatestone Institute, 25. Juni 2013

Das Europa des Mr. Hague verliert nicht die Geduld; es verliert die Nerven, seinen Charakter, seine Werte, sein Zuhause.

Ende Mai diesen Jahres gab der britische Außenminister William Hague eine Äußerung ab: „Europa verliert die Geduld“. Es gibt eine ganze Menge Gründe dafür, aus denen Minister Hague eine solche Erklärung hätte abgeben können:

  • Ein britischer Soldat wurde auf der Straße ermordet; auch in Frankreich wurde ein Soldat ermordet. Beide Angriffe scheinen Hass-Verbrechen von Muslimen gegen Christen zu sein.
  • 60.000 britische Frauen wurden genital verstümmelt – durch ein Ritual, das von Muslimen praktiziert wird. 20.000 weitere sind in unmittelbarer Gefahr gezwungen zu werden, dieser Prozedur unterzogen zu werden.
  • In Ägypten machen Muslime Jagd auf die Ureinwohner des Landes, die christlichen Kopten.
  • In Syrien haben die Gräueltaten durch den Einsatz von Chemiewaffen ein neues Hoch erreicht. Die Zahl der Todesopfer im Bürgerkrieg geht auf die 100.000 zu.
  • In Saudi-Arabien werden Frauen diskriminiert und eine Kultur von Frauen als Sexsklavinnen blüht auf.
  • Eine wichtige Persönlichkeit der PA, Jibril Rajoub, hat gerade erklärte, dass Palästinenser, wenn sie denn könnten, Israel mit Atomwaffen angreifen würden. Von keinem palästinensischen Politiker war eine Verurteilung oder Zurückweisung zu hören.
  • In Mauretanien gibt es immer noch Sklaven; in Indonesien werden Menschen immer noch mit dem Stock geschlagen; der Iran hängt Homosexuelle an Kränen; in der Türkei sitzen mehr Journalisten im Gefängnis als in jedem anderen Land, einschließlich dem Iran und Nordkorea; Saudi-Arabien verweigert Frauen Bewegungsfreiheit, gestattet nicht, dass Bibeln ins Land mitgebracht werden und es gibt keine Gleichberechtigung vor dem Gesetz, beim Eigentumsrecht, keine freie Meinungsäußerung, keine freie Presse und keine freie Religionsausübung.
  • In Großbritannien und überall in Europa werden israelische Sprecher, jüdische Studenten oder einfach nur Juden regelmäßig angegriffen; die Art kann man als die neuen „Braunhemden“ Europas beschreiben. (Gelegentlich geschieht das auch an amerikanischen und kanadischen Universitäten.)

Minister Hagues Kommentare richteten sich allerdings gegen Israel und die Siedlungen. Hague verfehlte es vermutlich nur durch Zufall sich daran zu erinnern, dass die meisten Araber – sowohl in der PA und der Hamas-Charta sowie mit allen Landkarten Palästinas, die derzeit bei ihnen in Gebrauch sind – den gesamten Staat Israel als eine große „Siedlung“ betrachten. Hage gab diese Kommentare während seines Besuchs in Israel Ende Mai ab. Was Minister Hague offenbar verurteilt ist die Siedlung des jüdischen Volkes in seiner historischen Heimat – dessen Schaffung das britische Empire zu verhindern versuchte, trotz der San Remo-Vereinbarung von 1920 (ein internationales Treffen, an dem Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan teilnahmen, wo unter anderem die Balfour-Erklärung übernommen wurde). Das britische Mandat für Palästina gründete auf den Entscheidungen von San Remo und sollte in Palästina eine jüdische Heimstatt schaffen.

Anscheinend sind es also nicht Hass-Verbrechen überall in der muslimischen Welt, in arabischen Ländern oder in Sharia-Enklaven in Großbritannien oder gar in London, die Minister Hague erzürnen.

Das jüngst Hass-Verbrechen, die Enthauptung eines britischen Soldaten in London, trieb einen der die politische Korrektheit am stärksten unterstützenden Vertreter unserer Zeit – den ehemaligen britischen Premierminister Tony Blair – endlich dazu zu sagen, was niemand sonst zu sagen wagt: dass es ein „Problem mit dem Islam“ gibt.

In einem Schritt, der an Nazideutschland erinnert, ist das von den Herren Cameron und Hague geführte Großbritannien Teil wachsender Bemühungen in der Europäischen Union aus den Gebieten jenseits der Waffenstillstandslinien von 1949 – wo das Schießen endete, nachdem Israel am Vorabend seiner Geburt die von fünf arabischen Armeen durchgeführte Invasion von 1948 überlebte – exportierte israelische Produkte zu kennzeichnen. Die Linien sind auch als „Grenzen vo 1967“ bekannt; nach dem Sechstage-Krieg wurden neben anderen Schwachstellen diese „Grenzen“ vom verstorbenen, linken Außenminister Israels, Abba Eban, die „Auschwitz-Grenzen“ genannt – eine Breite von gerade 14km, weniger als die Länge der Insel Manhatten. Diese „Taille“ macht heute das Zentrum Israels aus und ist sein am engsten besiedelter Teil.

Bemerkenswert: Die EU schlägt keinerlei ähnliche Kennzeichnung von Waren aus anderen Territorien vor, die als „besetzt“ gelten. Darüber hinaus verurteilten die Briten zwar Israel wegen dem, was man dort „die Gebiete“ nennt, „besetzen“ aber weiter die Falkland-Inseln, die ihnen von Argentinien als deren „Malvinas“ abgesprochen werden – auf der anderen Seite des Atlantiks, alles andere als nahe Großbritannien.

Mr. Cameron und Mr. Hague setzten ihre Namen auf die Liste der Leute, die dafür eintreten jüdische Waren oder Firmen zu kennzeichnen. In einer Zeit, in der sowohl der Staat Israel als auch die Juden in so vielen internationalen Foren derart gewalttätig angegriffen werden – nicht wegen der so genannten Gebiete, sondern einfach aufgrund ihrer Existenz – stellt sich dieser Außenminister in die Reihe einer unheiligen Tradition britischer Politiker seit den Tagen des britischen Mandats in Israel vom Ende des Ersten Weltkriegs bis 1947. Dieses ungehörige Verhalten schient die britische Bürokratie und viele in der britischen Elite gegenüber anderer Politik und andere Zeiten blind zu machen; vermutlich wird so eine Kampagne gegen die Legitimität Israels und seines Existenzrechts in seiner 3000 Jahre alten historischen Heimat.

Nach Angaben von The Bible and the Sword, einer umfassenden Studie der historischen Beziehung  zwischen dem englischen Volk und den Juden und ihrer Verbindung zum als Israel oder Palästina bekannten Land durch die Jahrhunderte, verfasst von der zweifachen Pulitzerpreis-Gewinnerin Barbara Tuchman, war es eine der größten Persönlichkeiten der britischen Geschichte, Richard Löwenherz, der so viele Christen für eine Chance opferte Jerusalem zu erobern. William Marshal, der als der größte König beschrieben wird, kämpfte ebenfalls um das Heilige Land. Für Richard Löwenherz und William Marshal gab es keinen Waffenstillstandsvertrag von 1949, „Grenzen von 1967“, „Besatzung“ oder „Siedlungen“. Unter Verweis auf die Bibel schrieben sie ihre Rechtfertigung zum Kampf um das Land Israel – das Verheißene Land – einer höheren Macht zu.

Jerusalem befindet sich im Herzen des Landes, so wie es sich in den Herzen so vieler Christen befand, die bei dem Versuch starben es von der muslimischen Besatzung zu befreien. In den Jahrhunderten, als die Muslime Jerusalem kontrollierten, war es nie Hauptstadt. Es wird nirgendwo im Koran erwähnt, nicht ein einziges Mal. Doch es ist mehr als zwei Jahrtausende von den Lippen eines jeden Juden bei den täglichen Gebeten, an den hohen Feiertagen und bei jeder Hochzeit genannt worden und es war – und ist immer noch – das Herz und die Seele des jüdischen Volks. Fünfmal täglich wendet sich jeder folgsame Muslim von Jerusalem ab, um in Richtung Mekka zu beten.

William Hague verliert die Geduld mit einer Verbindung von mehr als drei Jahrtausenden zwischen dem jüdischen Volk und einem winzigen Landstrich – eine Verbindung, die für Generationen britischer Führungspolitiker so entscheidend war. Tuchman erklärt im Vorwort zu ihrem Buch: „Der britische Verrat am eigenen Impuls der Schaffung einer nationalen Heimstatt; die Weißbuch-Politik, die Absprache mit den Arabern, das Stauchen des Exodus und die Internierung vor Hitler geflohener Juden in neuen Konzentrationslagern auf Zypern sowie schließlich die Ermutigung der arabischen Offensive in der direkte Folge des britischen Abzugs waren alle unmöglich ohne Empörung in einen Zusammenhang zu bringen.“

Das waren aber nicht die letzten Male, dass britische Politiker das jüdische Volk und den Staat Israel verrieten. Innerhalb einer Zeitspanne von acht Jahren bewiesen die Briten dass Israel und sein Überleben die britische „Elite“ nicht interessierten. Einer fand im Juni 1967 statt, als die Armeen von Jordanien, Syrien und Ägypten drei Wochen lang damit drohten den Staat Israel auszulöschen – der damals keine „Gebiete“ hatte. Nicht England, nicht Frankeich und nicht einmal die Vereinigten Staaten kamen Israel zu Hilfe.

1973, etwas mehr als sechs Jahre danach, während der dunkelsten Stunden des Yom Kippur-Krieges, als die Amerikaner eine Luftbrücken-Operation zur Hilfe für die überraschten Israelis schicken wollten, konnten sie nicht eine einzige westliche Demokratie finden, die ihren Flugzeugen gestatten würde zu landen und aufzutanken. Nicht einmal England, Amerikas strategischer und kultureller Partner, der von den Amerikanern in zwei Weltkriegen gerettet worden war. Nich tnur lehnten es die westlichen Länder ab den wenigen Übriggebliebenen zu Hilfe zu kommen, die den Holocaust überlebt hatten; sie weigerten sich, amerikanischen Flugzeugen durch Betanken zu helfen oder ihnen zu gestatten ihren Luftraum zu nutzen. Die amerikanischen Piloten, die Europa mit ihrem Blut retteten, mussten ihr Leben riskieren genau die Route zwischen Europa und den arabischen Ländern zu fliegen, die ans Mittelmeer grenzen, um nicht den Luftraum europäischer Länder zu verletzten. Nur die Diktatur Portugal erlaubte es den Flugzeugen auf den Azoren zu landen und aufzutanken.

Ein paar Jahre davor, am 7. Dezember 1970, war der westdeutsche Kanzler Willy Brandt, ein Friedensnobelpreisträger, vor dem Denkmal des Aufstands im Warschauer Ghetto 1943 auf die Knie gefallen. Viele in Polen und Deutschland war von dieser berühmten Geste der Buße und Abbitte tief gerührt. Der Kanzler sagte später: „Unter dem Gewicht der Geschichte tat ich, was Menschen tun, wenn ihnen die Worte fehlen. Auf diese Weise gedachte ich der Millionen Ermordeten.“ Diese Geste hielt Kanzler Brandt allerdings nicht davon ab, 1973 Verrat an seinen eigenen Worten zu begehen, indem auch er amerikanischen Flugzeugen das Auftanken in Deutschland verweigerte. Er lehnte es ab den Flüchtlingen des Holocaust und ihren Nachkommen zu helfen, also genau den Menschen, die er – auf Knien und mit Tränen – um Vergebung angefleht hatte.

Großbritannien, das so schnell dabei ist Israel zu verurteilen und ungeduldig mit ihm ist, verhängte 2009 nach der Operation Gegossenes Blei praktisch eine Blockade, indem es Waffenexport-Lizenzen widerrief. Operation Gegossenes Blei wurde durch den damaligen Premierminister Ehud Olmert ausgeführt, nachdem Jahre lang von der Hamas tausende Raketen in israelische Städte, auf israelische Zivilisten geschossen wurden. Das Embargo von 2009 war kein isolierter Vorfall: 2002 lehnte die britische Regierung es ebenfalls ab, Schleudersitze für F-4 Phantom-Flugzeuge zu verkaufen, die von der israelischen Luftwaffe geflogen wurden. Derselbe Ehud Olmert schlug 2008 das weitreichendste Friedensangebot an PA-Präsident Mahmud Abbas vor, der es genauso ablehnte wie Yassir Arafat Premierminister Ehud Baraks Angebot in Camp David im Jahr 2000 ablehnte und wie die Arabische Liga Israels Verhandlungsangebot für die Rückgabe der „Gebiete“ mit der Resolution von Khartoum ein paar Monate nach dem Sechstage-Krieg von 1967 ablehnte – jede Zurückweisung ohne auch nur ein Gegenangebot zu machen.

Die britische Politik ist – wie gewöhnlich – doppelgesichtig und heuchlerisch. Britannien verurteilt Israel bei jeder sich bietenden Gelegenheit, will dann aber Israels Beistand und guten Willen für sich in Anspruch nehmen. Dieses Jahr wurde der Geburtstag ihrer Majestät Queen Elizabeth II. in Israel im weltbekannten Weizmann-Institut gefeiert. Chaim Weizmann, der erste Präsident Israels und ein Weltklasse-Wissenschaftler leistete große Beiträge in der Unterstützung der Kriegsanstrengungen der Alliierten im Ersten Weltkrieg; seine wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit wird von der britischen Regierung in Ehren gehalten – derart, dass Premierminister David Cameron ein persönliches Interesse daran hat. Großbritannien hat in der britischen Botschaft in Tel Aviv ein Technologiezentrum gegründet – das erste seiner Art. Der Zweck dieses Zentrums ist unter anderem israelische Firmen zu ermutigen ihren Hauptsitz in Großbritannien zu nehmen. Als er im November 2010 Israel besuchte, nannte Außenminister William Hague die wissenschaftlichen und Geschäftsverbindungen „einen der Grundpfeiler der Beziehung zwischen Britannien und Israel“. Es ist fast so, als würde sich die Geschichte wiedeholen. In dem Versuch seine Wirtschaft voran zu bringen, sucht England jüdische Hilfe – eine Einladung, die der von Oliver Cromwell aus dem Jahr 1657 ähnelt, der den 350 Jahre dauernden Bann der Juden in England aufhob.

Vielleicht würden Minister Hague und Premierminister Cameron wegen der Gesetzlosigkeit und der Menschenrechtsverletzungen, insbesondere die der Frauen, im eigenen Land in Sorge geraten – das direkte Ergebnis des Nachgebens gegenüber muslimischen Forderungen nach dem Scharia-Gesetz im Land. Diese Politik der Unterwerfung sollte dem Westen ernsthaft Sorge bereiten. Die Lage hat sich derart verschlechtert, dass England seine eigenen Männer in Uniform nicht mehr auf die Straße lassen kann; britische Soldaten sind jetzt nicht in Israel Ziel, sondern in London. Wenn die Herren Cameron und Hague sich immer noch um Menschenrechte sorgen, sollten sie vielleicht damit anfangen mit offiziellen Vertretern Saudi-Arabiens oder Ägyptens zu beginnen, wo es reichlich Geduld zu verlieren gibt: Die herrschenden Wahhabiten und Muslimbrüder trampeln systematisch auf den Menschenrechten, Frauenrechten, Kinderrechten, Landbesitzrechten, gleicher Rechte vor dem Gesetz, Rechtstaatlichkeit, freier Meinungsäußerung und freie Religionsausübung herum – abgesehen von anderen widerwärtigen Gepflogenheiten. Es gibt Verfolgung von Christen und jedem sonst, der als „nicht muslimische genug“ angesehen werden.

Juden zu drangsalieren ist relativ leicht; es gibt keine wirklichen Konsequenzen, außer dass mann die wahre Farbe seines Charakters offenbart. Vielleicht muss William Hague sich nicht wegen der Politik sorgen, die seine Regierung bezüglich Palästinas vorantreibt: Zukünftige Generationen Briten könnten ihren Anspruch auf Jerusalem weiterführen, doch aus einer religiösen Grundlage heraus, die nicht die anglikanische ist. Zu dieser Zeit könnten die Briten die Frage der „besetzten Gebiete“ näher an Zuhause finden, wie es bereits in Spanien der Fall ist, wo Muslime ihre Ansprüche auf das „besetzte“ Andalusien abstecken. Das Europa des Mr. Hague verliert nicht die Geduld; es verliert die Nerven, seinen Charakter, seine Werte, sein Zuhause.

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