Das Hamas-Terrorlied, das zur Hymne der israelischen Soldaten in Gaza wurde

18. August 2014 um 14:00 | Veröffentlicht in Israel | 2 Kommentare
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Yoram Hazony, Jerusalem Letters, 11. August 2014

I.

Original-Videoclip der Hamas

Vor ein paar Tagen rief ich einen jungen Verwandten an, der in der israelischen Luftwaffe dient und fragte ihn: „Kennst du dieses Lied, ‚Kum, Aseh Piguim?‘“
Ohne zu zögern sagte er: „Du meinst diesen Song, der überall in Israel ein Hit ist? Der Song, den all meine Freunde ständig singen?“
„Ja“, sagte ich. „Dieses Lied. Ich wollte wissen, ob du mir erklären kannst, warum sie ihn singen.“

Was ich eigentlich fragen wollte: Kannst du mir bitte erklären, warum all die jungen Leute in Israel ein Lied mit dem Titel „Auf, macht Terroranschläge“ singen – ein Lied, das von der Hamas im Gazastreifen aufgenommen und veröffentlicht wurde, das wiederholt dazu aufruft die Juden zu töten und aus Israel zu vertreiben? Aber ich musste das alles gar nicht sagen. Er wusste, warum ich fragte.

„Das gibt uns ein gutes Gefühl“, antwortete er.

Bis dahin war ich nicht überrascht. Ich hatte mehrere Anrufe gemacht, sowohl bei meinen eigenen Kindern als auch bei anderen jungen Leuten, die in unterschiedlichen Teilen der israelischen Streitkräfte dienen und hatte von ihnen allen Varianten davon bekommen: All ihre Freunde singen es. Es ist im Grunde die de facto-Hymne der israelischen Kriegsanstrengungen geworden. Und sie singen es, weil sie sich dann gut fühlen. Die Frage ist natürlich, warum israelische Soldaten und ihre Brüder und Schwestern daheim sich gut dabei fühlen ein Lied darüber zu singen, dass sie und ihre Familien ausgelöst werden sollen, zusammen mit dem Land, das zu verteidigen sie geschworen haben.

Ich habe von diesem Lied jetzt seit ein paar Wochen gehört, fast seitdem die Hamas es auf ihrem YouTube-Kanal um den 11. Juli einstellte. Zuerst hörte ich davon von meinen Teenagern, die über dieses Lied lachten, das die Hamas auf Hebräisch aufgenommen hatte und wie schlecht ihre Aussprache ist. Dann stellte sich heraus, dass es einen Videoclip gab, der herumgereicht wurde. Aber ich war nicht wirklich interessiert. Mein Sohne kämpfte im Gazastreifen, wie auch die Kinder einiger meiner engsten Freunde. Die Opfer stiegen täglich und ich wurde von Updates über Soldaten im Feld und von Israels sich verschiebender internationaler politischer Situation sowie der steigenden Welle antisemitischer Proteste in Europa und andernorts abgelenkt. Erst nachdem ein Dutzend israelischer Soldaten getötet worden waren, darunter Soldaten aus der Einheit meines Sohnes und anderer Freunde meiner Kinder, dämmerte mir schließlich, wie bizarr es war, dass israelische junge Leute weiterhin dieses Hamas-Lied sangen. Und ihre eigenen Aufnahmen davon machten und sie in den sozialen Medien einstellten. Und es auf Partys spielten. Und dazu in Clubs tanzten. Und es als Klingelton ihrer Handys nutzten.

Vor ein paar Tagen setzte ich mich schließlich hin und sah mir das Video an und hörte mir das Lied an. YouTube hatte es aus dem Hamas-Kanal entfernt, weil es – wie sie sagten – Hass schürt (was es sicherlich tut), aber es waren immer noch viele Kopien im Umlauf. Was man in dem Video sieht, sind Szenen von Hamas-Soldaten, die Raketen bauen und sie auf Israel schießen, wie die Hamas für Angriffe auf israelische Soldaten trainiert und Hamas-Froschmänner, die vor die Küste schwimmen und vom Meer her nach Israel eindringen, um israelische Gemeinden anzugreifen (ein tatsächliches Terrorszenario, das sich in den letzten Wochen im südlichen Israel abgespielt hat). Eingeflochten darin sind Aufnahmen der verbogenen Trümmer verbrannter israelischer Busse und Autos – keine Bilder aus dem jetzigen Krieg, sondern von früheren Bombenanschlägen und Massenmorden an israelischen Zivilisten aus den letzten fünfzehn Jahren.

Über diese Bilder sind die Worte „Tod Israel“ gelegt, die immer wieder in roten hebräischen Buchstaben aufblinken.

Während all das abläuft, hört man eine eingängige Pop-Band im Mizrahi-Stil (d.h. Nahost), die das Lied „Los, macht Terroranschläge!“ in einem Hebräisch mit eigenartigem, arabischen Akzent sing, dem man nur mit Mühe folgen kann. Doch selbst beim ersten Hören gibt es bestimmte Formulierungen, die recht klar rüberkommen – „eliminiert alle Zionisten“, „verbrennt Stützpunkte und Soldaten“, „ein Land der Schwäche und Wahnvorstellungen“, „reißt sie an ihren Fundamenten ab“, „rottet das Nest der Kakerlaken aus“, „verwandelt ihre Welt in ein Horrorszenario“, „sie werden vertrieben und wir werden bleiben“. Und natürlich der Refrain, der wieder und wieder kommt: „Auf, macht Terroranschläge!“

Als das Lied erstmals veröffentlicht wurde, gab es viel, das die Israelis nicht verstehen konnten. Zum Teil deshalb, weil die singenden Gazaner nicht alle Buchstaben des hebräischen Alphabets aussprechen können. So kommt ein wichtiges Wort wie piguim (das hebräische Wort für „Terroranschläge“) als bigium – ein Unsinn-Wort, das in Hebräisch keinerlei Bedeutung hat. Stellen Sie sich ein Lied in Deutsch vor, das Dutzende Male zum Begehen von furchtbaren „Terroranschlägen“ aufruft, aber jedes Mal das Wort „Terroraläde“ benutzt und Sie bekommen eine Vorstellung davon. Der Effekt ist ein wenig wie der Priester in The Princess Bride, die immer wieder versucht sein Publikum dazu zu bringen, dass es die Heiligkeit von „mawwiage“ („mäwwietsch“, statt marriage – „märriedsch“ = Ehe) zu begreifen.

Als wäre das nicht genug, sind viele der in Hebräisch genutzten Redewendungen bis zu dem Punkt überladen, dass sie für junge Israelis unverständlich sind. Ich bat einen der Soldaten, mit denen ich sprach, um Beispiele und er begann auf der Stelle Zeilen aus dem Lieg auswendig abzuspulen, um zu zeigen, was er meinte: „Avad alav hakelah venilach [Es ist Zeit vergangen, sie ist verschmutzt]“, sagte er mir. „Wo haben sie das her? Venilach? Was für ein Wort soll das sein? Ich meine, das ist Hebräisch und alles. Aber niemand redet so. Es ist so, als würden sie da rumsitzen und Worte mit Google Übersetzer nachschlagen.“

So begann also „Los, macht Terroranschläge!“ seinen phänomenalen Aufstieg in Israel als etwas, das die Leute nur halb verstanden. Doch so blieb es nicht lange. Fast sofort fingen die israelischen Soldaten und ihre Brüder und Schwestern daheim an zusammenzuarbeiten und versuchten den Text zusammenzustückeln. Es wurden Versionen und Gegenversionen gepostet, zusammen mit talmudischen Auseinandersetzungen zu der beabsichtigten Bedeutung von dieser oder jener Zeile, bis schließlich ein Konsens zu dem entstand, was die Liedschreiber der Hamas tatsächlich sagten. Hier ist meine Übersetzung auf der Grundlage des gegenwärtigen Stands der Online-Forschung:

[Refrain:]
Auf, macht Terroranschläge,
bewerft sie mit Steinen, fügt ihnen furchtbare Schläge zu,
eliminiert alle Zionisten,
erschüttert die Sicherheit Israels!

Ziel darauf Kontakt mit den Zionisten herzustellen,
um Stützpunkte und Soldaten zu verbrennen,
erschüttert die Sicherheit Israels,
enthüllt vulkanische Feuerflammen!

Ein Land der Schwäche und der Wahnvorstellung,
wenn es zum Krieg kommt, können sie das nicht aushalten,
sie pusten ihre Spinnweben weg,
wenn sie die Tapferen treffen!

Erschüttert die Sicherheit Israels,
Setzt sein [Israels] Herz in Brand wie Spinnweben,
reißt ihm seine Fundamente weg,
vertilgt das Nest der Kakerlaken
vertreibt alle Zionisten!

Die Herzen der Zionisten, jedes einzelne dreht sich
in einer andere Richtung und identifiziert sich nicht.
Sie sind zu Tode geängstigt und sie rennen, um sich zu verstecken,
hinter Mauern und in armierten Zimmern!

Es ist eine Illusion, es wird keinen Erfolg haben,
seine Zeit ist vorbei und sie ist verschmutzt,
weg, wie Mäuse in einem ausgedörrten Feld,
Kommt nahe ran, dann eröffnet das Feuer, alle auf einmal!

Bewerft sie mit Steinen, jetzt, einer Vielzahl an Raketen,
verwandelt ihre Welt in ein Horrorszenario,
brennt in ihren Geist ein großes Wunder,
das sie vertrieben werden und wir bleiben werden!

Das ist ziemlich extrem. Vergessen Sie nicht, wir reden hier nicht von der Privatinitiative irgendeines Bekloppten mit etwas Zeit im Studio. Dieses Lied wurde von der aktuellen Regierung im Gazastreifen veröffentlicht. Es ruft dazu auf Israel bis auf die Fundamente zu verwüsten. Und es wechselt zwischen dem Vorschlag, dass die Juden Israels („Zionisten“ nennt sie das Lied) wie Kakerlaken ausgelöscht werden und dass sie aus ihrem Land vertrieben werden. Es ist etwas Schwindel erregend zu denken, dass dieser schamlose Aufruf zum Völkermord – mich, meine Familie und alle, die ich kenne, zu töten – von einer Regierung geschrieben, aufgenommen und veröffentlicht wurde, die gerade mal 80km von meinem Haus hier in Jerusalem entfernt an der Macht ist. Aber so ist es nun mal.

II.

Version “König der Löwen”

Bevor „Los, macht Terroranschläge!“ zur sofortigen Sensation in Israel wurde, hatte es bereits eine beeindruckende Geschichte als arabischsprachige Single, die vom militärischen Zweig der Hamas schon 2012 produziert wurde. Die Aufnahme wurde Millionen Male in der arabischen Welt gespielt (hier ist ein Link mit mehr als 1,5 Millionen Ansichten). Und ich vermute, es war die enthusiastische Aufnahme der arabischen Version, die die Hamasführung antrieb zu glauben, sie hätte etwas richtig Gutes, mit dem sie die israelische Öffentlichkeit auf Hebräisch treffen könnte. Immerhin: Warum sollten die Israelis es nicht in ihre Köpfe bekommen, dass zahllose Araber im Gazastreifen und überall im Nahen Osten heutzutage nicht nur ein wenig darüber nachdenken die Juden auszurotten? Wenn da Ziel darin besteht „ihre Welt in ein Horrorszenario zu verwandeln“, dann würde die Juden wissen lassen, was ihre Nachbarn singen, sicherlich zum Erreichen dieses Ziels beitragen können.

Wenn man darüber nachdenkt, dann ist das ein recht gutes Konzept. Wirklich ein ganz neues Genre. Die Hamas hat den Terror-Pop erfunden.

Doch unglücklicherweise für die Hamas verlief der Empfang der neuen Version von „Los, macht Terroranschläge!“ auf Hebräisch nicht wie geplant. Innerhalb von wenigen Tagen nach der Veröffentlichung begannen Israelis und besonders Soldaten Erwiderungen zu posten, die sie produziert und aufgeführt hatten. Inzwischen gibt es im Internet Dutzende davon. Einige der frühen Antworten fügten ein paar neue Zeilen in das Lied ein, so der Clip einer Gruppe israelischer Reservisten, die in die Strophen des Hamas-Liedes den Refrain lekol ha’olam, salam, salam (an die Welt, Frieden! Frieden!) einfügten.

Doch fast sofort fingen junge Israelis an zu erkennen, dass sie den Text nicht ändern mussten, um das Lied in Besitz zu nehmen. Einer der ersten Clips spielte einfach nur die Hamas-Tonspur ab, wie sie war, verspottete die Hamas aber dadurch, dass er Dutzende Israels aller Altersstufen zeigte, die auf den Straßen von Tel Aviv fröhlich zu den Klängen des Liedes tanzen. Ein weiterer hat ein Intro in der Art von Mr. Rogers, in dem Kinder in das Lied als wichtige Lektion eingeführt werden etwas darüber zu lernen, wie man lebt, was ihre Eltern sie irgendwie zu lehren vergessen haben. Dann gibt es die berühmte Version König der Löwen, in der die Tonspur von „Los, macht Terroranschläge!“ in die Mäuler von Hunderten Tunnel grabender Präriehunde gelegt wurde, die von Disney übernommen wurde, was das Hamas-Lied mit einem Schlag als Hymne offenbart wurde, die besser auf eine fiktive Armee animierter Nagetiere passt als auf lebende, echte, menschliche Nachbarn in Israel. Es gibt eine gefühlvolle, rein mit Klavier gespielte Version, die den Hamas-Aufruf zu den Waffen in ein Werkzeug meditativer Selbstprüfung verwandelt. Mein Liebling ist bisher eine freigeistige Acapella-Version – in der Art, wie Studenten sie an einem warmen Abend unmittelbar vo den Examen in einem Torbogen aufführen würden. Die Art, zu der Gaza selbst in einer Welt inspiriert haben könnte, die sehr anders als die unsere ist. Wie ich sage: Es gibt noch viele weitere davon.

Innerhalb von zwei Wochen nach der Veröffentlichung von „Los, macht Terrorangriffe!“ in Hebräisch wurden diese Clips im nationalen Fernsehen Israels gespielt. Doch damit folgten die Medien dem Beispiel, das bereits von den Soldaten im Feld gesetzt wurde, die das Lied sangen, als sie sich in die Außenbezirke von Gaza vorarbeiteten, nach Betontunneln suchten, die nach Israel gegraben wurden, mit Sprengfallen versehene Wohngebäude entschärften, einen Mörserregen ertrugen, sich gegen den nächsten Angriff aus dem Boden wappneten.

III.

Warum singen sie es?

Ein großer Teil davon besteht darin, dass die jungen Israels „Los, macht Terroranschläge!“ als ungewollte Demonstration von Schwäche betrachten. Mein Sohn im Gazastreifen sagte mir am Telefon: „Die Sache ist die: Es soll dieses eindringliche Lied sein. Es soll sie motivieren zu tun, was sie für große, eindrucksvolle Dinge halten. Aber wenn du hinhörst, dann ist das überhaupt nicht so. Es klingt wie ein Hochzeitslied. Es bringt dich dazu zu denken: Diese Typen sind echt schwach, wenn sie Lieder wie diese singen.“

Ein anderer Soldat erzählte mir Ähnliches: „Wir alle wissen, dass sie versuchen uns Angst zu machen. In Wahrheit können sie aber nicht einmal ein Lied in unserer Sprache zusammenbasteln. Wenn du siehst, dass sie nicht einmal jemanden finden können, der die Wörter aussprechen kann, dann hast du das Gefühl: Ihr versucht uns Angst zu machen und das ist alles, was ihr schafft?“

Viele Soldaten sagen solche Dinge, wenn sie über das Lied der Hamas reden. Das überrascht vielleicht manchen. Wissen israelische Soldaten nicht bereits, dass die Hamas schwach ist? Brauchen sie wirklich dieses stümperhafte Lied, um sie das zu lehren?

Die Wahrheit ist aber, dass kein junger Mensch in Israel glaubt, die offen völkermörderischen muslimischen Armeen, die sich jetzt an Israels Grenzen eingegraben haben, seien schwach, wie die Amerikaner und Europäer sie oft wahrnehmen. Es stimmt, der tägliche Raketenbeschuss israelische Städte wird derzeit meistens von Batterien der Eisernen Kuppel abgefangen. Dafür sei Gott gedankt.

Doch diese Bilder der ausgebrannten Busse in dem Video sind echt, jedes eine Erinnerung an die Dutzende an vor nur ein paar Jahren auf den Hauptstraßen von Tel Aviv und Jerusalem durch die Hände genau derselben Hamas-Agenten tot und verstümmelt hinterlassenen Israelis. Ebenso real ist die Raketenbedrohung, die jetzt ein Jahrzehnt lang zwischen der Hisbollah im Norden und der Hamas im Süden wechselte und die Familien einiger dieser Soldaten in die Schutzräume rennen ließ während sie aufwuchsen, nicht dutzende, sondern hunderte Male. Die Wahrheit ist, dass dieser Sommer das erste Mal ist, dass Israel effektive Raketenabwehr hatte, die im ganzen Land stationiert werden konnte. Davor steckten die Städte und Orte die Treffer einfach ein und wer immer starb, starb halt. Diese Soldaten begreifen, dass mit der Hilfe des Iran, der Türkei und Qatars bald eine neue Generation Raketen auf dem Weg sein wird. Raketen mit besseren Leitsystemen, Mehrfach-Sprengköpfen und fortschrittlichen Gegenmaßnahmen [gegen die Abwehr]. Ob diese in der nächsten Runde Israels Verteidigungsmaßnahmen überwinden werden, sei dahingestellt.

Nein, niemand hier glaubt, dass die Hamas schwach ist. Nicht, wenn die Johadistenkollegen der Hamas durch den Irak und Syrien toben, dabei abschlachten und hunderttausende Christen, Kurden und andere aus ihren Heimen treiben. Nicht, wenn die Kumpels der Hamas in der Muslimbruderschaft tatsächlich bei demokratischen Wahlen vor nur zwei Jahren erfolgreich die Kontrolle über das Ägypten direkt nebenan übernehmen konnten, wenn auch nur für ein paar Monate. Für Israelis in ihren Zwanzigern und Teenager ist die Hamas nur die Voraustruppe einer radikal-islamischen Welle, die sich in unserem Teil der Welt durch ein Land nach dem anderen beißt. Niemand bezweifelt, dass sie im Anstieg begriffen ist. Niemand bezweifelt, dass sie näher kommt. Und das ist eine Welle, die sich darauf spezialisiert die Welt der Menschen in ein Horrorszenario zu verwandeln. Diese jungen Männer und Frauen haben ihr ganzes Leben lang Vorschauen dieser Horrorshow zu sehen bekommen.

Meine 24-jährige Tochter in Tel Aviv, in deren Wohnung vor ein paar Wochen ein Stück Raketentrümmer landete, sagt mir unverblümt: „Du hast bemerkt, dass besonders Soldaten führend dabei sind diese Videos zu machen und dieses Lied zu singen. Du kannst sehen, warum das so ist. Es ist ein Mittel mit dem Job fertigzuwerden, den zu tun sie beauftragt sind. Es ist eine Art das umzudrehen, damit diese gegen uns stürmenden Leute nicht Angst einflößend, sondern lächerlich sind. Auf diese Weise können sie sich mit einem Gefühl der Stärke da hinein begeben. Sie haben keine Wahl, als das zu tun.“

Ist es also das? Israelis lachen über die Inkompetenz der Hamas beim Schreiben von Liedern, weil sie dadurch, dass sie diese Bedrohung in etwas Lustiges zu verwandeln, sie auch in etwas verwandeln, mit dem sie klarkommen – eine Bedrohung, die man besiegen kann?

Das muss stimmen. Aber es ist nur ein Teil der Wahrheit. Meine jungen Verwandten in der Luftwaffe deuten auch auf etwas anderes. „Fakt ist, dass dieses Lied von etwas handelt, das sie [die Hamas] am meisten lieben – sie wollen wirklich jemanden auf der Straße sterben und bluten sehen wie in dem Video. Was wir zufällig am meisten hassen. Wenn Leute das Lied singen, dann blicken sie dieser Kultur direkt ins Auge. Sie sehen den Unterschied zwischen ihnen und uns und sie wissen, worum es in diesem Krieg geht und wofür sie kämpfen.“

Islamischer Fundamentalismus, die permanente Bedrohung (Teil 3/3)

18. August 2014 um 13:00 | Veröffentlicht in Geschichte, Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser | Hinterlasse einen Kommentar
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Ende Juni 2014 verstarb Professor Mordechai Abir. Er lehrte Nahost- und Islam-Studien an der Hebräischen Universität, bevor er in den Ruhestand ging. Manfred Gerstenfeld interviewte ihn vor zwanzig Jahren für sein Buch Israel’s New Future. (Das Buch wurde letztes Jahr mit einer neuen Einleitung unter dem Titel Israel’s New Future Revisited nochmals veröffentlicht.) Damals war der islamische Fundamentalismus gegenwärtig, aber nicht das große Problem, zu dem er seitdem geworden ist. In dem Interview zeigte Abir große Voraussicht dazu, wie der Fundamentalismus sich entwickeln könnte. Unten folgt der zweite Teil des Interviews. (Teil 1, Teil 2.)

Abir spricht offen von seiner Befürchtung, dass die von pazifistischen Vertretern Israels unternommenen Schritte praktisch den Weg zur Gründung eines PLO-Staats in der Westbank ebnen. Er hat wenig Zweifel, dass ein solcher Staat von Fundamentalisten und/oder sich verweigernden Nationalisten übernommen wird.

„Nehmen wir an, dass die Hamas sich aus taktischen Gründen heraushält und der von Arafat geführte Mainstream-PLO-Palästinenserstaat gegründet wird“, sagt er. „In einer zweiten Phase wird die Hamas die Macht übernehmen. Der derzeitige Trend ist, dass die Massen – besonders diejenigen, die wirtschaftlich leiden – zunehmend den Fundamentalisten folgen.

In der Tat könnte ein Palästinenserstaat ohne die riesigen Ressourcen, die nötig sind, um die Probleme seiner Bevölkerung und der Palästinenser in der Diaspora zu lösen, eine sehr schwierige Wirtschaftskrise durchmachen. Er wird von unfreundlichen arabischen Regimen und Israel umgeben sein, außer er schafft eine Art Union mit Jordanien zu bilden und erhält substanzielle Hilfe.

Darüber hinaus, stellt er fest, lebt nur die Hälfte des palästinensischen Volks in der Westbank und dem Gazastreifen, viele davon in Flüchtlingslagern. „Was wird mit den 2 bis 2,5 Millionen Palästinensern geschehen, die sich außerhalb befinden und ihre Identität bewahren?“, fragt er. „Sie leben in Lagern in fast allen arabischen Ländern oder in anderen Teilen der Welt, verschmäht von ihren arabischen Brüdern.

Für sie wird der Krieg nicht vorbei sein, da sie in den 6000 Quadratkilometern der Westbank und des Gazastreifens – wo die Bevölkerung bald die Zahl von einer Million Menschen betragen wird – keinen Platz haben werden; sie werden auf dem „Rückkehrrecht“ (awda) nach Akko, Jaffa, Aschdod und Westjerusalem bestehen. Kann Arafat solche Forderungen auffangen? Will er das ernstlich? Man kann sich den Fall des Libanon und seiner politischen Auswirkungen ansehen.

Ich kann eine solche Lösung als überhaupt nicht praktisch ansehen“, sagte er rundheraus, „außer es wird irgendeine Zauberformel gefunden das Problem mit allen Palästinensern zu lösen. Andernfalls wird der innere Druck weiter bestehen Israel zu überrennen, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt.“

Er sieht allerdings keine andere Alternative. „Die beste Lösung für das palästinensische Volk wäre es, wenn das haschemitische Königreich fällt“, sagte er. Jordanien, das eine mehrheitlich palästinensische Bevölkerung hat, wird ein Palästinenserstaat mit einem Ableger in der Westbank und dem Gazastreifen werden. Eine weitere, aber problematischere Alternative wäre eine jordanisch-palästinensische Föderation.

Israel muss sich um seine eigenen Interessen kümmern und daher auf Sicherheitsarrangements bestehen, die seine Existenz garantieren“, sagt er. „Ist ein Palästinenserstaat erst einmal gegründet – oder auch nur eine autonome Region – dann wird er vom internationalen Recht und internationalen Organisationen geschützt. Israels Möglichkeit seine Bevölkerung und seine Sicherheit zu schützen wird dann eingeschränkt sein.

Die jordanische Lösung wird den Palästinensern eine ausreichende territoriale Basis geben“, führt Abir fort. „Solch ein palästinensisches Jordanien könnte gemeinsame Wasserressourcen mit Israel und groß angelegte gemeinsame Entsalzungsprojekte haben. Es könnte vielfältige gemeinsame Projekte geben, von denen beide Länder profitieren.

Selbst eine jordanisch-palästinensisch-israelische Wirtschaftsföderation ist möglich“, sagt Abir. Diese könnte bedeutsame arabische und internationale Investitionen anziehen, die das Problem zu lösen helfen.

Die palästinensisch-jordanische Einheit würde eine Flagge, eine Armee und eine Luftwaffe östlich des Jordan haben“, sagt er. „Sie hätte in Aqaba einen Zugang zum Meer, was auch für den Irak von Bedeutung wäre. Es gäbe zudem einen von Israel kontrollierten Korridor in den Gazastreifen und zu anderen Mittelmeerhäfen.

Die Einheit würde einen viel höheren Bildungsstand haben als die Golfstaaten und könnte ein wichtiger Teil der Entwicklung der arabischen Länder werden und von solchen Verbindungen profitieren. Viele Joint Ventures werden bereits vorgeschlagen und viele weitere werden entstehen, wenn die Friedensverhandlungen Frucht tragen und eine jordanisch-palästinensische Einheit schaffen.“

Das Land würde, gibt Abir an, beträchtliches Einkommen aus Öl- und Gas-Pipelines erhalten, die aus Saudi-Arabien, dem Golf, dem Irak und Syrien das Land passieren. Es könnte auch ein Durchgang für Handel von Israel mit der arabischen Welt und zur Verbindungsstelle zu israelischer Technologie in verschiedenen Bereichen sein.

„Ein solches Land könnte echte wirtschaftliche Erwartungen und eine realistische politische Überlebenschance haben, ohne bald auf Krieg zurückgreifen zu müssen“, sagt Abir.

Das ist ein ziemlich rosiges Bild, aber Abir betont, dass dies nur mit einer aus dem Friedensprozess entstehenden palästinensisch-jordanischen Föderation oder wenn Jordanien eine palästinensische Heimat wird Realität werden kann. Während Fundamentalismus und andere ultra-nationalistischen Bewegungen weitermachen, bleibt er dabei, dass sie nicht die von ihnen gewollte Macht erwerben dürfen, wenn ein unabhängiger Palästinenserstaat in den Gebieten entsteht.

„Meine Meinung ist das Ergebnis des Studiums der Weltgeschichte der Muslime“, erklärt Abir. „Zu einem großen Teil ist der Erfolg des Fundamentalismus weniger Ergebnis politischer Unzufriedenheit, als eher der wirtschaftlichen Not. Die muslimische Welt erlebt Wellen steigenden Fundamentalismus. Im Islam gab es immer fundamentalistische Tendenzen und es wird sie immer geben. Die einzige Frage ist, wie mächtig sie sein werden.“

Er kehrt zum Beispiel des Iran zurück und sagt: „Paradoxerweise bot der Fundamentalismus keine Antwort auf die sozioökonomischen Probleme des Iran. Der Lebensstandard der iranischen Bevölkerung ging unter dem verstorbenen Schah zurück. Nur fünf Prozent lebten in Saus und Braus. Es überraschte nicht, dass die ungebildeten Menschen, die oft Pachtbauern waren, nach einer fundamentalistischen Lösung suchten.

Sie sind fromme Muslime. Auf die gleiche Weise generiert das Elend in Ägypten Unterstützung für militanten Fundamentalismus. Doch 14 Jahre nach der islamischen Revolution ist die Wirtschaft des Iran ein Trümmerhaufen und der Lebensstandard seiner urbanisierten Massen wie auch seiner Landbevölkerung ist noch schlechter als in der Vergangenheit und geht weiter bergab.“

Bevor Israel ein endgültiges und bindendes Abkommen mit den Palästinenser und seinen Nachbarn eingeht, drängt Abir seine Führung nicht zu vergessen, was heute den christlichen Minderheiten in „säkularen“ muslimischen Staaten geschieht. Ägypten – das er ungeachtet der christlichen Teile des Libanon als den säkularsten Staat der arabischen Welt bezeichnet – ist nicht in der Lage gewesen den Hass der fundamentalistischen Muslime auf die Kopten zu bekämpfen, die echte Überreste der ursprünglichen ägyptischen Bevölkerung sind. Die Christen im Libanon haben das Menetekel gesehen, seit es ihnen Anfang der 1980-er Jahre nicht gelang einen christlich dominierten Libanon oder ein teilunabhängiges Gebilde in ihrem Teil des Berglands des Libanon zu gründen.

Im säkularen Ägypten von heute genießen Kopten und Muslime theoretisch gleiche Rechte“, sagt er. Dennoch nimmt die Zahl der Kopten stetig ab; das ist eine Folge der weit verbreiteten, verdeckten Diskriminierung und vor allem der zunehmenden Verfolgung durch muslimische Fanatiker. „Die muslimischen Massen lehnen es ab eine Dhimmi-Gemeinschaft als gleichberechtigt zu akzeptieren“, erklärt er.

Manchmal nehmen Personen aus diesen Dhimmi-Gemeinschaften hohe Positionen in der öffentlichen Verwaltung und an anderen Stellen ein. Muslime sind ihnen unterstellt. Das ist für den Durchschnittsmuslim absolut verwerflich. Im ländlichen Ägypten, wo die Menschen ungebildet und rückständig sind, ist die Lage für den Erfolg der fundamentalistischen Propaganda gegen die Kopten noch dienlicher. Diese zunehmende sozio-religiöse Spannung in ländlichen Gegenden und Provinzstädten bricht oft in Pogrome und blutige Zusammenstöße aus, von denen die Regierung feststellt, dass sie sie kaum kontrollieren kann.

Während muslimische Fundamentalisten sich in Oberägypten, Kairo und dem Nildelta ausbreiten, wo viele Fundamentalisten leben, sind viele Kopten zu dem Schluss gekommen, dass die einzige Lösung die Auswanderung ist. Wir kennen die genauen Zahlen nicht, da dies in Ägypten ein sensibles politisches Thema ist, doch sie repräsentierten vermutlich immer 7 bis 9 Prozent der Bevölkerung Ägyptens. Es gibt ansehnliche koptische Gemeinden in New York, Chicago, Kanada und weiteren Orten in Amerika. Die libanesischen Maroniten sehen auch das Menetekel und im Verlauf der letzten 20 Jahre sind Hunderttausende nach Amerika und Europa ausgewandert.

Für Abir sind die Lektionen klar. Israels Führungspolitiker müssen sich der traurigen Realitäten des Nahen Ostens der Gegenwart und der vor uns liegenden schicksalhaften Jahre bewusst sein, warnt er, und sie müssen bemüht sein, tödliche Fehler in den Verhandlungen mit den benachbarten arabischen Staaten und den Palästinensern vermeiden. Vor allem muss Israel seine vitalen Interessen und die Fähigkeit sich zu verteidigen aufrecht erhalten.

„Wir müssen das Risiko eines PLO-Staates in den Gebieten im Auge behalten, der sich schlussendlich in einen fundamentalistischen Palästinenserstaat verwandeln könnte, der dem jüdischen Staat jegliches Existenzrech in seiner Mitte abspricht“, schließt er.

Manfred Gerstenfeld ist der ehemalige Vorsitzende des Jerusalem Center of Public Affairs.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (17.-23.08.2014)

17. August 2014 um 21:24 | Veröffentlicht in EU-Europa, Europa+Nahost, Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser, UNO | Hinterlasse einen Kommentar
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Sonntag, 17.08.2014:

Die Hamas forderte zur Ausweitung der Terroranschläge in Jerusalem, Judäa und Samaria auf. Damit solle der Krieg des Gazastreifens gegen Israel unterstützt werden.
Weitere Drohung: Der nächste Krieg wird nicht im Gazastreifen stattfinden, sondern in Aschkelon.

Als Geste des Guten Willens hat Israel schon vor einer Waffenstillstandsregelung die Fischerei in einer Dreimeilenzone vor der Küste von Gaza wieder gestattet, die nach Beginn der Kämpfe am 8. Juli untersagt worden war.

24 illegal im Land befindliche PA-Araber wurden verletzt, als sie in ihrem Fahrzeug einem Streifenwagen entkommen wollten und der Fahrer die Kontrolle darüber verlor. Der Fahrer selbst entkam, die Verletzten wurden in eine Krankenhaus gebracht.

Waffenstillstands-Heckmeck:
Die Hamas will auf dem Bau eines Flughafens und eines Seehafens bestehen.
Für Netanyahu ist die Operation „Fels in der Brandung“ noch nicht vorbei, weil noch keine Regelung gefunden ist, die zu Ruhe führt. Eine klare Antwort auf Israels Sicherheitsbedürfnis ist Grundvoraussetzung für eine Verständigung.
– Die (indirekten) Gespräche in Kairo werden heute Abend wieder aufgenommen.

Montag, 18.08.2014:

Vor dem (anstehenden) Ende der Waffenruhe bereitete sich die IDF auf eine eventuelle Wiederaufnahme der Kämpfe vor.

Die IDF riss die Häuser zweier der Entführer und Mörder der drei israelischen Teenager ab; das Haus des dritten wurde versiegelt.

Waffenstillstands-Heckmeck:
Die Gespräche in Kairo wurden heute wieder aufgenommen. Nach Aussage eines Hamas-Führers wurden sie bei Null wieder aufgenommen. Dieser behauptete vorab nicht nur, dass Netanyahu den ägyptischen Vorschlag abgelehnt, sondern auch 10 Ergänzungen vorgelegt habe. Als überhaupt kein Hindernis gilt nach ihm dagegen, dass die Terrorgruppen selbst „Ergänzungen“ einreichten. Außerdem habe Netanyahu den Krieg begonnen und ihn verloren. Eine dritte Verlängerung der Waffenruhe werde es nicht geben. (Eine arabische Zeitung berichtet allerdings, die Hamas werde nicht wieder schießen.)
Ägypten und Norwegen versammeln mögliche internationale Spender für den Wiederaufbau des Gazastreifens in Kairo. Die Gelder sollen an Abbas überwiesen werden.
– PA/Hamas-Ergänzungen/Veränderungen am ägyptischen Vorschlag: Bei der Einstellung der Angriffe aus dem Gazastreifen auf Israel wird die Einstellung des Baus von Terrortunneln nicht mehr genannt; zwischen Gaza und „Westbank“ soll unkontrollierter Handel möglich sein; von Israel wird indirekt gefordert die Gehälter der Hamas-Terroristen zu bezahlen, die im öffentlichen Dienst arbeiten; die Pufferzone soll nicht nur abgeschafft, sondern die Grenze auch nicht mehr von PA-Truppen gesichert werden; die freie Zone vor der Küste soll auf 12 Seemeilen ausgedehnt werden; die Einfuhr von Baumaterial in den Gazastreifen soll ohne jede Aufsicht erfolgen (was den Transfer wie die Verwendung angeht); Israel soll alle nach der Entführung der der jüdischen Teenager eingeführten Regelungen in Judäa und Samaria zurücknehmen und alle seitdem Inhaftierten sowie die 4. Gruppe der Häftlinge entlassen, die wegen des Abbruchs der Friedensgespräche nicht frei gelassen wurden. Zudem sollen die Leichen zweier Soldaten erst an Israel zurückgegeben werden, wenn Terror-Häftlinge freigelassen werden.
Eine Seltenheit: Während die EU fordert die Terrorgruppen zu entwaffnen, hat die US-Administration sich zu dieser Forderung immer noch nicht durchringen können, sondern „überlegt“ noch.
Mahmud Abbas flog nach Qatar, um mit Khaled Meschaal und dem Emir von Qatar zu sprechen. (Der Emir von Qatar ist einer der Hauptsponsoren der ISIS und er Hamas.)
– Anders als die Hamas lässt ein PIJ-Vertreter wissen, dass die Waffenruhe wohl fortgesetzt wird, auch wenn es noch keine Einigung gibt.
Ein PA-Unterhändler sagt, er habe die ägyptische Seite in formiert, dass es eine Einigung gibt und man jetzt auf die Entscheidung der israelischen Regierung warte. Es sei ein Rahmen gefunden worden, bei dem die Klärung einiger Fragen auf später verschoben wurde.

Dienstag, 19.08.2014:

Mehrere tausend Menschen fliehen aus dem östlichen Gaza-Stadt aus Angst vor israelischen Angriffen.

In mehreren israelischen Orten wurden die öffentlichen Luftschutzbunker geöffnet und die Notfallmaßnahmen eingeleitet, u.a.: Rishon LeZion, Aschkelon, Kiryat Gat, Rehovot, Ramat Gan, Giv‘atayim; das Heimatfront-Kommando befahl am Abend die Öffnung aller Schutzräume.

Im israelischen Kabinett bestand absoluter Konsens für eine heftige Antwort auf den Raketenterror.

In der offiziellen Zeitung der PA behauptete ein regelmäßiger Kolumnist, Israel habe die Entführung und Ermordung der drei Jugendlichen erfunden, um den Gazastreifen und die „palästinensische Einheit“ angreifen zu können.

Ein ehemaliger israelischer General schlug vor, dass die IDF nicht zurückschießt, sondern dass dem Gazastreifen weder Strom noch Wasser geliefert werden sollte. „Du versorgst niemanden, der auf dich schießt.“

Die Hamas prahlt damit am Abend 5 M75 und Fajr5-Raketen auf Zentralisrael geschossen zu haben.

Waffenstillstands-Heckmeck:
Am Montagabend bestätigte Israel, dass die Waffenruhe um 24 Stunden verlängert wird.
– Ein israelischer Teilnehmer der Gespräche sagte, die Behauptung der PA zu einem signifikanten Durchbruch sei falsch.
– Ein Vertreter des PIJ sagte, man sei bereit eine Vereinbarung zu unterschreiben, „aber nicht um jeden Preis“.
Angeblich sollen Israel und die USA heimlich eine Lockerung der Gaza-Blockade vereinbart haben. Zudem soll Israel auf die Forderung der Entwaffnung der Terrorgruppen verzichtet haben.
Weil die Terroristen Raketen schießen, gab Netanyahu Anweisung den Gazastreifen anzugreifen und die Unterhändler aus Kairo abzuziehen.
– Die Ägypter sollen nach dem Beginn der Raketenangriffe versucht haben die Gespräche zu retten.
Hamas: Wir wollten eine Vereinbarung, aber es gab keine Fortschritte.
– Ein Regierungsvertreter in Jerusalem sagte, die Gespräche in Kairo brachen infolge des Raketenfeuers zusammen.
– Die israelischen Gesprächsteilnehmer wurden nach Beginn des arabischen Raketenterrors am Nachmittag aus Kairo abgezogen.
– Die PA-Delegation verkündete, dass die Gespräche in Kairo auch ohne den Bruch der Waffenruhe in festgefahren waren.
– Aus dem US-Außenministerium verlautet, dass die Hamas für den Bruch der Waffenruhe verantwortlich ist.
Die Hamas behauptet natürlich Netanyahu sei für den Zusammenbruch der Gespräche in Kairo verantwortlich.
Ein führendes Hamas-Mitglied der Palästinenserdelegation in Kairo ließ am Abend wissen, eine Verlängerung der Waffenruhe sei sinnlos.

Mittwoch, 20.08.2014:

Am Sapir College wurden heute sämtliche Prüfungen abgesagt.

Benjamin Netanyahu erklärte die Hamas-Führer zu Zielen im Kampf im Gazastreifen. Gleichzeitig erklärte er, dass er auf gerne neue Verhandlungen mit der PA aufnehmen würde.

Hamas behauptete wieder, dass Israel die Waffenruhe gebrochen hätte. Es habe ein „verachtenswertes Verbrechen“ begangen.

Hamas-Grande Mohammed Deif wurde nach Angaben der Hamas beim Angriff auf sein Haus weder getötet noch verletzt.

Ankündigung der Hamas an die Fluglinien der Welt: Fliegt ab Donnerstag den Ben Gurion-Flughafen nicht mehr an.

Außdem wurden israelische Fußballfans von der Hamas gewarnt, sie sollten nicht zu den „Toto Cup“-Spielen gehen.

Bei der Durchsuchung des Hauses eines Arabers in Galiläa wurde ca. 1.000 Schuss Munition und weitere Militärausrüstung gefunden.

An einem Checkpoint in Samaria wurde im Auto eines PA-Arabers ein Messer gefunden.

Die Terroristen feuerten erneut auf den Übergang Kerem Shalom, über den Israel Versorgungsgüter in den Gazastreifen liefert. Heute folgten weitere Raketen.

Der „moderate“ „Friedenspartner“: Mustafa Barghouti von der Fatah behauptete, es habe keine Raketen aus dem Gazastreifen gegeben; Israel habe das erfunden, um Hamas-Führer ermorden zu können.

Waffenstillstands-Heckmeck:
Es sieht so aus, als habe Qatar Khaled Meschaal gedroht ihn des Landes zu verweisen, sollte die Hamas einen Waffenstillstand akzeptieren.
Ban Ki-moon ist „tief enttäuscht“ vom Zusammenbruch der Waffenruhe.
Ägypten gibt an, dass eine fünfköpfige israelische Delegation für Waffenstillstandsgespräche in Kairo angekommen ist.
Hamas: Die Gespräche sind tot, die Terroristen-Unterhändler sollten Kairo verlassen.
– Die Arabische Liga macht Israel für die neuen Kämpfe verantwortlich.

Donnerstag, 21.08.2014: Zahlen:
Stand 7 Uhr: Über Nacht beschoss die Luftwaffe 20 Terrorziele; allein Mittwoch waren es 110.
Stand 9 Uhr: 142 Raketen auf Israel seit Mitternacht.
Stand 13 Uhr: Die Terroristen geben an, dass seit Zusammenbruch der Waffenruhe 54 PalAraber getötet wurden.
Stand 16 Uhr: Über Nacht wurden 58 Raketen auf Israel gefeuert, die IDF beschoss 40 Terrorziele im Gazastreifen.
Stand 17 Uhr: 28 Raketen trafen seit Mitternacht den Kreis Echkol.

Die Hamas gibt an, die zirkulierte Sterbeurkunde von Mohammed Deif sei eine Fälschung.

Hamas-Terrorführer Mohammed Deif ist doch tot. Das Shifa-Krankenhaus hat einen Totenschein ausgestellt, auf der steht, dass er tot ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Diese wurde zwar von der Hamas konfisziert, aber jemand hat sie vorher fotografiert und inzwischen ins Internet gestellt.

Die Hamas nahm 7 Männer unter Verdacht der Kollaboration mit Israel fest. 3 davon wurden in einem Schnellverfahren zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Die Fatah hat eine „politische Entscheidung“ getroffen: Mit dem „Feind Israel“ werden alle Verbindungen abgebrochen und es wird niemand abgehalten, der „eine Siedlung abschlachten will“.

Waffenstillstands-Heckmeck:
– Der UNO-Sicherheitsrat ist „schwer besorgt“ wegen der Wiederaufnahme der Feindseligkeiten im Gazastreifen und fordert die Verhandlungen wieder aufzunehmen.
– Deutschland, Frankreich und Großbritannien diskutieren einen Resolutionsvorschlag für den UNO-Sicherheitsrat mit der Forderung nach einem dauerhaften Waffenstillstand im Gazastreifen und einer internationalen Monitoring-Mission für die Umsetzung.

Die Welt kritisiert die Hamas…

15. August 2014 um 15:45 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost | Hinterlasse einen Kommentar
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gefunden bei Israellycool und eingedeutscht:

World-citicizes-Hamas

Hamas-Prioritäten

12. August 2014 um 15:45 | Veröffentlicht in Israel, Karika-Tour, Nahost-Konflikt, Palästinenser | Hinterlasse einen Kommentar
Schlagwörter: , ,

gefunden auf Facebook und eingedeutscht:

Hamas-Priortiäten

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (10.-16.08.2014)

10. August 2014 um 21:43 | Veröffentlicht in Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser | 1 Kommentar
Schlagwörter: , , , , , , , ,

Sonntag, 10.08.2014: Zahlen:
Von Mitternacht bis 8 Uhr traf die Luftwaffe 20 Terrorziele im Gazastreifen.
Heute traf die Luftwaffe 36 Terrorziele im Gazastreifen; seit Ende der Waffenruhe sind es 160.

Selbst weit links verlieren sie jetzt die Geduld mit der Hamas: Der führende Avoda-Politiker Eitan Cabel forderte, wenn das Raketenfeuer noch zwei Tage weiter geht, solle in den Gazastreifen einmarschiert und die Hamas vernichtet werden.

Hamas droht damit tausende Israelis zu töten, wenn ihre Forderungen nicht erfüllt werden.

Waffenstillstands-Heckmeck:
Es wird berichtet, dass die Araber und Israel einer neuen Waffenruhe von 72 Stunden zustimmten.
Khaled Meschaal: Jede langfristige Waffenruhe muss die Aufhebung der Blockade beinhalten.
Die Ägypter sagen, der Waffenstillstand tritt um 1 Uhr in Kraft. Andere Quellen sagen Mitternacht.

Montag, 11.08.2014:

Zahlen:
– Sonntag beschoss die Luftwaffe 11 Terroristen-Grüppchen, die teilweise unmittelbar vor dem Schuss von Raketen auf Israel waren.

Fatah prahlt auf ihrer offiziellen Facebook-Seite: Wir haben 11.000 Israelis getötet; wir haben 170.000 Märtyrer geopfert.

Die Israel Electric Company reparierte letzte Woche (während der Waffenruhe) die Stromleitungen in den Gazastreifen, die von Terrorraketen zerstört wurden. Die IDF schützt die Arbeiter. (Die Schulden der Palästinenser bei der IEC liegen derzeit bei 1,5 Milliarden Schekel, das sind gut 320 Millionen Euro.)

Während der letzten Wochen hat die Hamas offenbar Dutzende Tunnelgräber hingerichtet, aus Angst, diese könnten den Israelis Dinge verraten, von denen die Hamas nicht will, dass die Israelis sie erfahren.

Die Zahl der gewalttätigen Vorfälle gegen Juden in „Ost“-Jerusalem hat sich gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres auf 360 fast verdoppelt. In den meisten Fällen wurden Steine um Molotowcocktails geworfen.

Waffenstillstands-Heckmeck:
Israelische Unterhändler kamen am Morgen in Kairo an.
Ismail Radwan von der Hamas behauptete, israelische Sturheit habe die Verhandlungen in Kairo zum Scheitern gebracht (das sehen sogar die Ägypter anders!)
Ban Ki-moon drängt „beide Seiten“ „jegliche Schritte zu unterlassen, die zu einer Rückkehr zur Gewalt führen würden“.

Dienstag, 12.08.2014:

Zahlen:
Terrorraketen während des aktuellen Gazakriegs (Operation „Fels in der Brandung“): 3.712 geschossen, 59% schlugen in offenem Gelände in Israel ein, 3% trafen bewohntes Gebiet in Israel, 10% wurden von der Eisernen Kuppel abgefangen, 10% wurden auf IDF-Truppen im Gazastreifen geschossen, 15% schlugen unabsichtlich im Gazastreifen ein.

Hamas-Sprecher Fawzi Barhoum fordert Terroranschläge in Israel und der Westbank.

Noch ein Liebesgruß der Hamas: Osama Hamdan verkündet, während der Operation Fels in der Brandung seien 486 Kinder getötet (unglaubwürdig), aber 4.500 geboren worden.
Zudem skandiert: „Wir werden Israel nicht anerkennen!“
Ansonsten lügt er wie gedruckt und die Typen glauben das vermutlich alles: Israelische Soldaten hätten in ihren Panzern gesessen und geheult, die Kommandeure der Elite-Einheiten seien vom Schlachtfeld geflohen und die Terroristen hätten – auch noch nach Angaben der israelische Presse! – 300 Soldaten getötet (und das ist nur der Anfang). „Wir“ (also die Terroristen) hätten gesagt, der Feind werde nicht nach Gaza kommen und in der Tat wurde die Besatzung am Rand von Gaza besiegt. Beim nächsten Krieg werden die Terroristen auf das Land des Feindes vordringen. Im Publikum wird skandiert: „Millionen Märtyrer marschieren nach Jerusalem!“

Friedensgrüße aus dem PA-Fernsehen: Die senden ein neues Lied; darin wird gefordert, dass Israel durch einen Palästinenserstaat ersetzt wird.

Friedenspartner Fatah: Die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden drohen mit „qualitativ hochwertigen Angriffen“ auf Israel – u.a. Terroranschläge und die Entführung von Soldaten. Dazu haben sie ein Video veröffentlicht, in dem sich Terroristen in einem Lagerhaus befinden, indem Dutzende Raketen gelagert werden.

Die Hamas macht klar, dass sie keineswegs ihr Ziel der Vernichtung Israels aufgibt. Sie muss sich lediglich entscheiden, ob sie sofort weiter macht oder einfach nur den nächsten Krieg noch vorbereitet. Der Waffenstillstand wird aber auf keinen Fall Frieden bringen.

Waffenstillstands-Heckmeck:
Von der PA-Delegation heißt es, dass die Israelis eine Verlängerung der Waffenruhe anstrebten, die Montag begann. Die ägyptischen Unterhändler wollten aber so schnell wie möglich ein Ergebnis erzielen. Israel hat Erleichterungen an zweien der Grenzübergänge angeboten; was mit Rafah ist, soll Sache der Ägypter und der Palästinenser sein (die Ägypter sagen, darüber werden sie erst reden, wenn der Waffenstillstand stabil ist). Seitens der Israelis hieß es mittags, dass es keinerlei Fortschritte gibt. Die Hamas droht weiter damit den Terror wieder aufzunehmen, wenn ihre Bedingungen nicht erfüllt werden. Von ihr heißt es, dass dieser „zweite“ der letzte Waffenstillstand ist.

Mittwoch, 13.08.2014:

Liebesankündigung des Friedenspartners: Der PA-„Botschafter“ in Teheran erzählte Kumpanen in Teheran gestern, dass „die Auslöschung Israels begonnen hat und die neue Generation im Iran mit Sicherheit unseres Sieg über Israel erleben“ wird.

Einen Tag zuvor sagte ein Hamas-Gesandter auf derselben Konferenz: „Er einzige Mechanismus zur Befreiung Palästinas ist Widerstand und wir haben keine andere Wahl als den Widerstand zu unterstüzten… Hamas wird nicht mit denen reden, die zu Kompromissen bereit sind und mit Israel verhandeln.“ (Das ist einmal eine Kampfansage an die Fatah und dann die Offenbarung, dass Frieden, selbst Waffenstillstand[!] ein Wunschtraum ist, ein Wolkenkuckucksheim, völlig losgelöst von der Realität.)

5 Personen, darunter ein italienischer Fotojournalist und sein arabischer „Fixer“, wurden getötet, als ein israelischer Blindgänger entschärft werden sollte. Mehrere Personen wurden (zum Teil schwer) verletzt. Während der italienische Außenminister beklagte, dass „einmal mehr ein Reporter den Preis für einen Krieg zahlen musste, der schon viel zu viele Jahre andauert“, müsste man eher fragen, wieso der Journalist nicht ausreichend Abstand hielt; entweder war er selbst zu unvorsichtig oder die Terroristen haben einmal mehr ihre Missachtung menschlichen Lebens offenbart, weil sie nicht dafür sorgten, dass Unbeteiligte in sicherer Entfernung blieben.

In Rosh Pina wurden 8 illegal im Land befindliche PA-Araber festgenommen.

Herr Ban wieder: Israel unterscheide nicht zwischen Militanten und Zivilisten, behauptete er. Es verursache unverhältnismäßige Verwüstung. Sollten die grundlegenden Probleme des Konflikts nicht angegangen werden, sei die nächste Runde der Kämpfe nur eine Frage der Zeit. (Mit dem letzten Satz hat er recht, aber wohl nicht so, wie er glaubt, denn die grundlegenden Probleme sind die Terroristen.)

Waffenstillstands-Heckmeck:
Die Hamas traut den ägyptischen Vermittlern nicht. Die Israelis sollen ihre Antworten auf die Forderungen der Terroristen auf Hebräisch aufschreiben und von den Ägyptern weitergeben lassen, damit diese nicht irgendwas dazu erfinden.
PA: Ägypten hat einen Waffenstillstands-Vorschlag vorgelegt. Dieser sieht vor, dass Israel die Seeblockade lockert. Weitere heikle Themen werden für spätere Verhandlungen ausgespart. Israel soll die Luftangriffe beenden und die 500m-Pufferzone am Grenzzaun soll sukzessiver verringert werden. Was Israel bzw. die Terroristen dazu sagen, wurde nicht berichtet.
Die Hamas sagte, die USA hätten einen Vorschlag für einen Hafen im Gazastreifen gemacht; danach sollten die Schiffe erst in Zypern inspiziert werden, bevor sie den Hafen in Gaza anlaufen.
Hamas und Fatah lehnten es ab die Leichen zweier Soldaten an Israel zu übergeben; sie lehnen es sogar ab die Sache überhaupt nur zu diskutieren und fordern die Freilassung von Terroristen. (Avigdor Lieberman tönt: Sollte die Hamas die Leichen(teile) der zwei Soldaten nicht zurückgeben, würden Ismail Haniyeh und Mohammed Deif der Gruppe in Leichensäcken geliefert werden.)
Ismail Haniyeh: Der einzige Weg zu einem dauerhaften Waffenstillstand ist die Aufhebung der Blockade.

Donnerstag, 14.08.2014:

1000 Israelis haben eine Petition an Ban Ki-moon unterschreiben, mit der gefordert wird, dass beim UN-Menschenrechtsrat gegen die Führer der Hamas und von Qatar ermittelt wird.

Waffenstillstands-Heckmeck:
Die Hamas gibt an, die Verlängerung der Waffenruhe sei einem Durchbruch in den Verhandlungen zu verdanken, der anzeige, dass die Forderungen der Terroristen erfüllt werden.
– Ein PA-Vertreter sagte allerdings einem libanesischen Sender, dass überhaupt keine Fortschritte gemacht wurden.

Freitag, 15.08.2014:

Im Verlauf der letzten Monate wurden insgesamt 600 Araber festgenommen, weil sie an Krawallen in „Ost“-Jerusalem beteiligt waren. Die Verdächtigen haben Polizisten z.B. mit Molotowcocktails angegriffen.

Nasrallah tönt: Der Krieg in Syrien hat uns für den nächsten Krieg mit Israel vorbereitet.

Waffenstillstands-Heckmeck:
– Ein hochrangiger Vertreter des Palästinensischen Islamischen Jihad sagte, der Krieg mit Israel „liegt hinter uns“. Man stehe kurz vor einer Waffenstillstandsvereinbarung. Die großen Zerstörungen verpflichte zum Ende der Kämpfe. Am Ende der aktuellen Waffenruhe würde eine Vereinbarung unterschrieben (also am Montag).
– Eine ägyptische Zeitung berichtete den Inhalt des ägyptischen Waffenstillstandsplans: (1) Israel stellt allen Beschuss des Gazastreifens ein und schickt auch keine Bodentruppen hinein; (2) Alle Fraktionen im Gazastreifen hören mit allen Angriffen auf Israel auf; (3) Menschen und Waren für den Wiederaufbau des Gazastreifens dürfen die Grenze passieren, ebenso alles, was zwischen Gaza und Judäa und Samaria gehandelt wird; (4) Alles, was mit dem Wiederaufbau und Finanzen zu tun hat, wird von Israel mit der PA koordiniert; (5) Die Pufferzone am Grenzzaun wird am 1. Januar 2015 abgeschafft; (6) Die Fischereizone wird auf 6 Seemeilen ausgedehnt und Stück für Stück auf 12 Meilen erweitert; (7/8) Israel hilft der PA beim Wiederaufbau des Gazastreifens; (9) Ägypten drängt die internationale Gemeinschaft dringend benötigte humanitäre Güter zu finanzieren; (10) Nachdem die Waffenruhe sich stabilisiert hat, werden beide Seiten innerhalb eines Monats ab Unterschrift zu weiteren indirekten Gesprächen in Kairo eintreffen; (11) Es werden Möglichkeiten des Baus eines See- und eines Flughafens diskutiert werden.
– Außerdem wird berichtet, das die „Organisationen im Gazastreifen“ (sprich: die Terroristen) alle Arbeiten an Tunneln einstellen sollen.
– Premierminister David Cameron (Großbritannien) plattitüdiert mal wieder: „Beide Seiten müssen schwierige Schritte tun…“
Die EU hat angeboten die Aufsicht über die Grenzübergänge des Gazastreifens zu übernehmen.

Samstag, 16.08.2014:

Die Friedenspartner von der Fatah: Der „bewaffnete Arm“ der Fatah hat angekündigt seine Terroraktivitäten gegen israelische Staatsbürger weiter zu verstärken. Dazu wurde ein Video veröffentlicht, in dem stolz das Waffenarsenal präsentiert wird: Raketenabschussvorrichtungen, Panzerbekämpfungswaffen, Sturmgewehre und tragbare Kommunikationsmittel. Dazu erklärt einer der Terroristen, dass das Gewehr die einzige Option zur Befreiung des besetzten Landes bleibe und die Fatah nie den Pfad des gewalttätigen Terrorismus verlassen hat.

Nachdem weitere Menschen ihren Verletzungen aus dem Krieg erlegen sind und weitere Leichen aus Trümmern geborgen wurden, soll die offizielle Zahl der toten Araber auf 1.980 gestiegen sein.

Am Samstagabend versammelten sich auf dem Rabin-Platz in Tel Aviv mehrere Tausend Linke und demonstrierten „für Frieden und Demokratie“; sie skandierten „Ja zu einer politischen Lösung“. Netanyahu wurde aufgefordert wegen Versagens zurückzutreten.

Die Hamas kündigte (erneut) einen Abnutzungskrieg an, wenn ihre Bedingungen für eine Waffenruhe nicht erfüllt werden. Damit lehnen die Gaza-Terroristen ab, was Ägypten vermittelte und die Fatah-Terroristen (angeblich) als „alternativlos“ ansehen.

Zudem paradierten sie für das libanesischen Fernsehen ihre Terrortunnel und Raketen und prahlen damit, wie sie sich auf die nächste Runde Krieg mit Israel vorbereiten.

Waffenstillstands-Heckmeck:
Ägypten hat angekündigt, dass der aktuelle Waffenstillstand der letzte ist, der von Kairo vorgeschlagen wurde. Das Team der Terroristen gibt sich optimistisch (die Waffenruhe läuft Montagabend aus). Ein israelischer Offizieller meint, dass die Chancen auf einen dauerhaften Waffenstillstand und eine Verhandlungslösung sehr schwach sind.
– Eine Quelle in Jerusalem gab weiter, dass Israel bisher keinem der Vorschläge in Kairo zugestimmt hat.

Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten 2014“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).

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