Die Niederlande: Ein Land lehnt es ab seine Schuld gegenüber den Juden zuzugeben

4. Mai 2014 um 9:00 | Veröffentlicht in Geschichte | Hinterlasse einen Kommentar
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Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Der 4. Mai ist in den Niederlanden der nationale Gedenktag. Ursprünglich war es ein Erinnerungstag an die während der deutschen Besatzung Ermordeten und Gefallenen. In den letzten Jahren ist dieses Thema des Gedenkens der Toten zum Teil verwässert und seiner Bedeutung beraubt worden. Bei mehreren lokalen Gedenktreffen wurden Juden nicht gesondert erwähnt, selbst wenn sie die Mehrheit der örtlichen Opfer stellten.

Zum nationalen Gedenken in Amsterdam 2012 wurde von den Organisatoren ein 15-jähriger Junge eingeladen, um ein Gedicht zur Erinnerung an seinen Verwandten vorzutragen, nach dem er genannt wurde und der der Waffen-SS beigetreten war. Diese Einladung wurde schließlich mit viel Mühe gestrichen.2 Mehrere niederländische Städte gedachten am 4. Mai auch gefallen deutschen Soldaten. Nachdem das Dorf Geffen die Namen seiner ermordeten Juden zusammen mit denen gefallener Deutscher auf seinem Kriegsdenkmal einmeißeln wollte, protestierten die Verwandten der Juden. Es wurde dann entschieden, gar keine Namen auf das Denkmal zu setzen.3

Man muss das oben Erwähnte auch in Bezug zur beständigen niederländischen Ablehnung sehen, das Desinteresse der niederländischen Kriegsregierung und von Königin Wilhelmina im Exil in London am Schicksal der niederländischen Juden zuzugeben. Dasselbe gilt für die massive Kollaboration der niederländischen Bürokratie mit den Deutschen in den besetzten Niederlanden.

So sehr die Niederländer es aber zu vermeiden versuchen, ist dieses Verhalten nicht vergessen. Im Februar diesen Jahres schrieb Rabbi Abraham Cooper, Associated Dean des Simon Wiesenthal Center in Los Angeles, einen Brief an den stellvertretenden Premierminister der Niederlande, Lodewijk Asscher. Der Text konzentrierte sich auf dessen Anfrage, die niederländische Regierung möge untersuchen, was fast 39% der derzeitigen Erwachsenenbevölkerung der Niederlande dazu bringt die riesige Lüge zu akzeptieren, dass Israel einen Ausrottungskrieg gegen die Palästinenser führt.

Rabbi Cooper schrieb außerdem, dass ihm zur Kenntnis gebracht wurde, „dass die Niederlande weder die Fahrlässigkeit ihrer Regierung im Zweiten Weltkrieg und die Kollaboration der Bürokratie mit den deutschen Besatzern zugegeben hat, noch sich irgendwie entschuldigte. Ich glaube, die Niederlande sind das einzige während des Krieges besetzte Land, wo dies der Fall ist“.4 In seiner Antwort an den Rabbiner ignorierte Minister Asscher das Thema völlig.5

Zum bisher letzten Mal bekam dieses Thema große Aufmerksamkeit in der niederländischen öffentlichen Meinung, als 2012 die Zeitung De Pers ihm einen Artikel auf der Titelseite widmete.6 Dieser fußte auf zwei Interviews aus dem Anhang meines Buchs Judging the Netherlands: The Renewed Holocaust Restitution Process 1997-2000.7 Zwei ehemalige stellvertretende Premierminister der Niederlande, Els Borst (der Anfang diesen Jahres ermordet wurde) und Gerrit Zalm, erklärten, dass sie es öffentlich unterstützen würden, wenn die Regierung sich bei der jüdischen Gemeinschaft entschuldigte.

Am selben Tag stellten die Parlamentarier Geert Wilders und Raymond de Roon dem niederländischen Premierminister Mark Rütte Fragen. Sie fragen ihn, warum die Niederlande sich bei der jüdischen Gemeinschaft nicht für das Fehlverhalten gegenüber den Juden während des Holocaust entschuldigen. Danach veröffentlichte die Associated Press zwei Artikel zum Thema, die von hunderten Medien überall in der Welt aufgegriffen wurden.8

Rutte kam mit einer völlig irrelevanten Antwort davon. Er verwies auf eine Erklärung der niederländischen Regierung aus dem Jahr 2000.9 Die der jüdischen Gemeinschaft damals angebotene Entschuldigung hatte keinen Bezug zur Kriegszeit, sondern bezog sich auf den formalistischen, bürokratischen und herzlosen Rückerstattungsprozess nach dem Krieg. Selbst diese Entschuldigung bestand nur aus Halbwahrheiten, da darin behauptet wurde diese inakzeptable Haltung sei nicht vorsätzlich gewesen. Es gab allerdings viele dokumentierte Fälle, in denen niederländische Politik gegenüber den Juden durchaus gewollt war. Damals war bereits bekannt, dass der Nachkriegs-Finanzminister den Interessen der Börsenmakler, die stark mit den deutschen Besatzern kollaboriert hatten, den Vorzug vor den ursprünglichen jüdischen Eigentümern gestohlener Wertpapiere gab.

Seit damals ist eine Vielzahl weiterer gewollter Beispiele von Nachkriegs-Verfehlungen gegenüber den Juden bekannt geworden. Der neueste ist, dass die Stadtverwaltung von Amsterdam Juden wegen Nichtbezahlung ihrer während des Zweiten Weltkriegs aufgelaufenen Langzeitpacht-Zahlungsverpflichtungen mahnte und bestrafte. Ihre Häuser waren zur Nutzung durch Deutsche und durch niederländische Nazi-Kollaborateure zwangsenteignet worden. Vor ein paar Jahren war bereits bekannt geworden, dass jüdische Überlebende in Amsterdam gezwungen worden waren, die für ihre enteigneten Häuser entstandenen Gas- und Stromrechnungen zu bezahlen, nachdem sie aus deutschen Lagern oder ihren Verstecken zurückkehrten.10

Vor kurzem machte der Kunsthistoriker Professor Rudi Ekkart ein weiteres Beispiel bewusster Diskriminierung durch niederländische Behörden nach dem Krieg öffentlich. Zu Beginn dieses Jahrhunderts leitete er eine Regierungskommission, die die Rückgabe gestohlener Kunstwerke untersuchte, die von den amerikanischen Besatzungsbehörden in Deutschland zurückgegeben worden waren. Er sagte, dass das Finanzministerium so viel von der Kunst wie möglich zugunsten der niederländischen Staatskasse verkaufen wollte. Ihnen stellten sich Museumsdirektoren und das Ministerium für Bildung, Kunst und Wissenschaft entgegen, die dies als „guten Grund eine bessere nationale Kunstsammlung aufzubauen“ ansahen. Ekkard fügte hinzu: „Die Stimmen derer, die Anspruch darauf hatten – ehemalige Eigentümer und ihre Erben – wurden nicht gehört.“11

Können all diese Missstände mit dem niederländischen Nationalcharakter erklärt werden? Das wäre ein zu weit gehender Schluss. 2005 entschuldigte sich der damalige Präsident der Niederländischen Eisenbahn, Aad Veenman, bei der niederländischen jüdischen Gemeinde wegen der Kollaboration seiner Firma mit den Deutschen beim Transport von Juden auf der ersten Etappe in ihren Tod.12 Die Eisenbahn organisierte eine große Öffentlichkeitskampagne, die ausführlich beschrieb, was während des Krieges geschah.13 Es war ein – auch nach internationalen Standards – sehr gutes Beispiel dafür, wie man mit einer problematischen Vergangenheit umgehen kann.

Die niederländische Regierung kann weiter das Fehlverhalten ihrer Vorgänger während des Zweiten Weltkriegs ignorieren. Sie würde aber einem Irrtum unterliegen, wenn sie glaubte, dass Schuld nicht einzugestehen und sich nicht zu entschuldigen bald vergessen werden würde.

Dr. Manfred Gerstenfeld ist Mitglied des Aufsichtsrats des
Jerusalem Center of Public Affairs, dessen Vorsitzender er 12 Jahre lang war.

 

1 Manfred Gerstenfeld: Het Verval, Joden in een Stuur loos Nederland. Amsterdam (Van Praag) 2010, S. 56-57 [Niederländisch].
2 Comité 4 en 5 mei trekt omstreden gedicht terug. Het Parool, 26. April 2012 [Niederländisch].
3 Arne Hankel: Toch geen Duitse namen op oorlogsmonument Maasdonk. Elsevier, 18. Oktober 2012 [Niederländisch].
4 Brief von Rabbi Abraham Cooper an den stellvertretenden Premierminister Lodewijk Asscher, 6. Februar 2014.
5 Brief von Minister Lodewijk Asscher an das Simon Wiesenthal Center, 19. Februar 2014.
6 Dirk Jacob Nieuwboer: Excuses voor wegkijken. De Pers, 3. Januar 2012 [Niederländisch].
7 Manfred Gerstenfeld: Judging the Netherlands: The Renewed Holocaust Restitution Process, 1997-2000. Jerusalem (Jersusalem Center for Public Affairs) 2011.
8 Associated Press: Lawmaker urges Dutch to apologize for WWII Jewish-deporations. FoxNews, 4. Januar 2012.
9 Beantwoording kamervragen over de houding van de Nederlandse regering ten tijde van de Holocaust, rijksoverheid.nl.
10 Gemeente eiste erfpacht op van teruggekkeerde Joden. Parool, 30. März 2013 [Niederländisch].
11 Manfred Gerstenfeld, Interview mit Rudi Ekkart: Naoorlogs Rechtsherstel van Kunstvoorwerpen: onduidelijk, verkeerd en hardvochtig. Aleh, April 2014 [Niederländisch].
12 Toespraak Aad Veenman, Präsident-Direkteur NS, Bahnhof Muiderpoort, 29. September 2005 [Niederländisch].
13 Manfred Gerstenfeld: Apologies for Holocaust Behavior and Refusal to do so: The Dutch case in an international context. In: Jewish Political Studies Review, Band 18, Nr. 3 und 4, Herbst 2006. Jerusalem (Jerusalem Center for Public Affairs) 2006, S. 31-49.

S. ergänzend auch: Niederlande: Entschuldigung nicht erwünscht!

Ist ein zweiter Holocaust möglich?

1. Mai 2014 um 12:56 | Veröffentlicht in Araber, Europa, Islam+Islamismus, Islamstaaten, Israel | Hinterlasse einen Kommentar
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Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Ist ein zweiter Holocaust möglich? Diese Frage ist angesichts des Völkermords des letzten Jahrhunderts gerechtfertigt, ebenso angesichts des derzeitigen massiven und extremen Schürens von Hass auf Israel und Juden. Die Geschichte zeigt, dass Völkermord in der Regel bedeutende und beständige Dämonisierung der potenziellen Opfer vorausgeht. Doch nicht alles starke Schüren von Hass führt zu Massenmord.

Niemals in der Geschichte ist die psychologische Infrastruktur gründlicher und länger für Völkermord vorbereitet worden als vor dem Holocaust. Viele Jahrhunderte lang sagte die katholische Kirche ihren Anhängern, dass die Juden Jesus töteten. Sie fügte eine noch tödlichere Beschuldigung hinzu: dass all ihr jüdischer Nachwuchs auf ewig für den Tod ihres Gottessohnes verantwortlich seien. Vor mehr als fünfzig Jahren fasst Joshua Trachtenberg in seinem Buch Devil and the Jews (Der Teufel und die Juden) zusammen, wie das mittelalterliche Christentum die Juden sah: als „Hexer, Mörder, Kannibalen, Giftmischer, Gotteslästerer“.1

Erst 1965 entfernte der Vatikan den größten Teil dieses Giftes mit der Erklärung Nostra Aetate aus der katholischen Lehre. Experten zur Zeit des Lebens Jesu wie das Mitglied der königlich-niederländische Akademie Pieter van der Horst sagt, dass die Juden in der Zeit der Römer keinerlei Macht hatten irgendjemanden zu töten: „Alles, was wir aus anderen Quellen wissen, sagt uns, dass Pilatus durch und durch skrupellos und unbarmherzig war. Die Vorstellung, er würde einen Menschen vor der Todesstrafe retten, weil er ihn für unschuldig hält, ist nicht historisch und fast lächerlich.“2

Die falsche Beschuldigung hält sich aber bis heute. Eine Studie der Anti-Defamation League aus dem Jahr 2012 stellte fest, dass mindestens 60 Millionen – von 400 Millionen – erwachsenen Bürgern der Europäischen Union voll oder teilweise der Äußerung zustimmten, dass die Juden Jesus töteten. In Polen betrug der Anteil 46% und in Ungarn 38%.

Die falsche Beschuldigung des Gottesmordes bedeutete, dass Juden für viele Christen das „absolut Böse“ repräsentierten. Die Nazis und viele ihrer Verbündeten fügten eine weitere Beschuldigung des „absolut Bösen“ hinzu, das dem Europa des zwanzigsten Jahrhunderts besser angepasst war: „Juden sind Untermenschen.“ Der größte „Erfolg“ der extremen Diffamierung war das Abschlachten von sechs Millionen Juden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich ein neues Konzept des „absolut Bösen“: Völkermord zu begehen oder sich wie die Nazis zu verhalten. Letztes Jahr präsentierte ich in meinem Buch Demonizing Israel and the Jews ein paar einfache Berechnungen. Sie zeigen, dass mindestens 150 Millionen Menschen in der Europäischen Union glauben, dass Israel einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser führt oder alternativ sich ihnen gegenüber verhält wie die Nazis den Juden gegenüber. Ein Journalist erklärte mir, dass europäische Medien diese „ihre Leser vor den Kopf stoßenden“ Zahlenbefunde nicht veröffentlichen wollten. Mit anderen Worten ausgedrückt: Nach dem Zweiten Weltkrieg sagten viele vom Holocaust: „Wir haben es nicht gewusst.“ Die derzeit vorherrschende europäische Haltung des Ignorierens des weit verbreiteten Hasses auf Israel könnte übersetzt werden als: „Wir wollen es nicht wissen.“

Eine wichtige Studie der Fundamental Rights Agency aus dem Jahr 2013 zeigt, dass infolge des zunehmenden Antisemitismus in Europa beträchtliche Anteile der Juden in der Öffentlichkeit regelmäßig oder immer ihre Identität verbergen. In Schweden und Frankreich tut die Mehrheit der Juden das. Das Leben der europäischen Juden als Kollektiv ist nicht in Gefahr. Es bleibt höchst unwahrscheinlich, dass es in der vorhersehbaren Zukunft einen zweiten europäischen Holocaust an den Juden geben wird, da es in der Gesamtgesellschaft viel zu viel Widerstand dagegen gibt.

Denselben Widerstand gibt es in großen Teilen der muslimischen Welt nicht. Ganz im Gegenteil: Die Zahl der ideologischen Unterstützer des mörderischen Jihad der Art Bin Ladens beträgt mindestens 150 Millionen.4 Öffentlich Völkermord Befürwortende wie der ehemalige iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad vermehren sich nicht nur im Iran der Ayatollahs, in der Hisbollah oder der Hamas (der Partei, die bei den einzigen allgemeinen Wahlen der Palästinenser die Mehrheit der Stimmen gewann). Ein weiteres Beispiel unter vielen gab es 2012, als der damalige ägyptische Präsident Mohammed Morsi mit „Amen“ antwortete, als ein Imam eine Bitte um Völkermord betete: „Oh Allah, vernichte die Juden und die sie unterstützen.“5

Eine iranische Atombombe ist nicht die einzige potenzielle Quelle für einen zweiten Holocaust. Man muss sich nur die extremen Gräueltaten ansehen, die fast tägliche von vielen Muslimen begangen werden – hauptsächlich an anderen Muslimen in Syrien und dem Irak. Sollten sie jemals an die Macht kommen, gibt es genügend Palästinenser – denen andere Jihadisten helfen werden – um dasselbe mit Israels jüdischer Bevölkerung zu tun. Die während der beiden Intifadas begangenen Gräueltaten sind nur ein Indikator dafür. Die Bürgerkriege des Libanon sein ein weiterer.

Um ein solches Szenario zu bekämpfen muss Israel weit mehr tun, als zu versuchen zu verhindern, dass der Iran eine Atombombe bekommt und die Palästinenser militärisch mächtiger werden. Es muss auch die Information über die Doppelzüngigkeit und Grausamkeit beträchtlicher Tele der muslimischen Bevölkerung an die westliche Welt weltweit verstärken.

Dr. Manfred Gerstenfeld ist Mitglied des Aufsichtsrats des
Jerusalem Center of Public Affairs, dessen Vorsitzender er 12 Jahre lang war.

1 Joshua Trachtenberg: The Devil and the Jews. Cleveland (Meridian), 1961, S. 159.
2 Manfred Gerstenfelds Interview mit Pieter van der Horst: „The Origin of Christian Anti-Semitism”. In: Post-Holocaust and Anti-Semitism”, S. 81, 1. Juni 2009.
3 Attitudes Toward Jews In Ten European Countries. ADL – Anti-Defamation League, März 2012.
4 Juliana Menasce Horowitz: Declining Support for bin Laden and Suicide Bombing. Pew Research Center Pulications, 10. September 2009.
5 Morsi answers amen to imam’s prayer for destruction of Jews. JTA, 22. Oktober 2012.

Achtzig Prozent der gestohlenen Holocaust-Vermögenswerte wurde nie zurückgegeben

21. April 2014 um 14:24 | Veröffentlicht in Deutschland, Europa, Geschichte | Hinterlasse einen Kommentar
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Manfred Gerstenfeld interviewt Sidney Zabludoff (direkt vom Autor)

Fortschritte bei der Rückerstattung gestohlenen jüdischen Vermögenswerte nach dem Krieg erfolgten extrem langsam und dauerten bis in die frühen 1970-er Jahre. In dieser Zeit verschob sich der Schwerpunkt von der Rückgabe von Eigentum in besetzten Ländern zu Druck auf ein wirtschaftlich relativ gesundes Deutschland, damit es mehr für die von den Nazis durchgeführten Plünderungen zahlte. Höchstens 15 Prozent der von 1934 bis 1945 beschlagnahmten jüdischen Vermögenswerte wurden in der ersten Runde der Rückerstattungen an frühere Eigentümer, ihre Erben und jüdische Organisationen, die erbenlose Anspruchsteller repräsentierten, zurückgegeben.

Ein weithin veröffentlichter Rückgabeversuch wurde nach Mitte der 1990-er Jahre unternommen. Mehrere internationale Konferenzen versuchten sich um die unbezahlten Verpflichtungen zu kümmern, es wurde aber wenig erreicht. Den letzten Versuch gab es 2009 in Prag. Obwohl Delegierte herzzerreißende Reden hielten und Rückgabe forderten, wurde kein effektives Mittel eingeführt, um die gestohlenen Vermögenswerte zurückzugeben oder zu vergüten.

Sidney Zabludoff ist ein Ökonom, der dreißig Jahre für das Weiße Haus, die CIA und das Finanzministerium gearbeitet hat. Nach seiner Pensionierung 1995 konzentrierte er sich hauptsächlich auf Fragen, die mit der Rückgabe während der Zeit des Holocaust gestohlenen jüdischen Vermögens zu tun haben.

Die umfangreichsten Vereinbarungen der zweiten Runde waren Zahlungen für inaktive Schweizer Bankkonten und an die 2.100 Juden, die vor dem Holocaust in Norwegen lebten. Beide Fällen repräsentierten einen kleinen Teil des gesamten gestohlenen jüdischen Vermögens. Gleichzeitig hatten die weithin öffentlich gemachten Bemühungen Lebensversicherungsansprüche der Internationalen Kommission für Ansprüche aus der Zeit des Holocaust (ICHEIC) zurückzuzahlen lediglich rund 3 Prozent Rückzahlungen zur Folge.

Am Ende wurden bis Mitte der 1990-er Jahre weniger als 5 Prozent der jüdischen Holocaust-Vermögenswerte zurückgegeben. Damit bleiben mehr als 80 Prozent des Wertes jüdischer Aktiva, die von den Nazis und ihren Kollaborateuren gestohlen wurden, ungezahlt. Das beläuft sich auf mindestens $180 Milliarden nach Wert von 2013.

Am meisten wissen wir über die Entwicklungen in Deutschland. Bis 1954 war die Rückgabe unter den Gesetzen der Alliierten im Wesentlichen abgeschlossen. Ein beträchtlicher Teil der Zahlungen danach bis 1997 erfolgte unter dem BRÜG-Gesetz von 1957, das die Entschädigung für von den Nazis gestohlenes bewegliches Eigentum regelte, das der Anspruchsberechtigte identifizieren, aber nicht länger lokalisieren konnte. Dazu gehörten hauptsächlich Haushaltsgegenstände, Bankkonten, Schmuck und Wertpapiere. Sie wurden fast 750.000 Anspruchsberechtigten ausgezahlt, denen Vermögenswerte in ganz Europa gehörten.

Etwa ein Viertel der Entschädigungszahlungen infolge dieses Gesetzes wurde an Juden gezahlt, die in den späten 1930-er Jahren in Deutschland lebten. Ein unbekannter, aber beträchtlicher Anteil der Zahlungen – vielleicht ein Viertel – ging an Juden, die außerhalb von Deutschland lebten und während der 1930-er Jahre aus Deutschland entkamen. Eine weitere Hälfte wurde an Juden in besetzten Ländern Europas gezahlt.

Alle in allem wurden nicht mehr als rund 12 Prozent der in Deutschland beschlagnahmten jüdischen Vermögenswerte von vor dem Krieg zurückgegeben. Die Zahl ist infolge der Entwertung der deutschen Währung nach dem Krieg so niedrig. Für Österreich wurde etwa ein Drittel des geplünderten Gesamtwerts zurückgegeben, während es für den Rest der westeuropäischen Länder zwischen 40% und 60% waren. In Osteuropa scheint es unwahrscheinlich, dass mehr als 5 Prozent des jüdischen Eigentums zurückgegeben wurde.

Der niedrige Gesamtanteil erstatteter jüdische Holocaust-Vermögenswerte kann zwei wichtigen Aspekten zugeschrieben werden. In Deutschland – auf das rund 25% der gestohlenen jüdischen Werte entfiel – gab es wegen Währungsreformen niedrige Wertfestsetzungen. In Osteuropa – das rund 60% der beschlagnahmten jüdischen Eigentums hatte – gab es eine lange Zeit kommunistischer Herrschaft.

Im Rückblick auf den gesamten Rückerstattungsprozess merkt Zabludoff an: Die Haager Konvention zu internationaler Kriegsführung von 1907 war ein Meilenstein, der festlegte, dass Privateigentum nicht beschlagnahmt werden kann, Plünderung verboten ist und dass religiöse, Wohlfahrts- und Bildungsinstitutionen, die Künste und Wissenschaften als Privateigentum behandelt werden müssen.

Bald nach dem Wiedergewinn ihrer Unabhängigkeit setzten alle besetzten Länder Rückerstattungsverordnungen in Kraft. Die Alliierten kamen bei der Pariser Konferenz von 1945 überein, dass der Nazikrieg gegen die Juden diese zu einer für Entschädigung berechtigte besondere Gruppe machte. Als solche hatten individuelle Juden das Recht von Deutschland Zahlungen für verlorenes Eigentum und andere Schäden fordern.

Holocaust-Rückerstattung blieb nach dem Zweiten Weltkrieg wegen nationaler Interessen von geringer Priorität. Zusätzlich wurde sie höchst kompliziert, da so viele Juden und ihre Erben tot waren. Man könnte das schlechte Ergebnis während beider Zeiten der Rückerstattung damit zusammenfassen, dass man sagt, es war ein Versäumnis eine einzigartige, umfassende und angemessene Anstrengung zu unternehmen, mit einem in den Annalen der modernen Geschichte beispiellosen Ereignis umzugehen – der Auslöschung von mehr als zwei Drittel der Juden des europäischen Kontinents und der Beschlagnahme fast all ihrer Vermögenswerte.

Die Notwendigkeit einzigartiger Lösungen wurde von Nahum Goldmann, dem Vorsitzenden des World Jewish Congress, bei seinem ersten Treffen mit Kanzler Konrad Adenauer betont; eine breite Regelung zu Rückerstattung sollte vorgeschlagen werden. Er erklärte: „Ich weiß, dass ich etwas Ungewöhnliches verlangte. Aber das war ein einzigartiger Fall… Ich kann von Ihnen erwarten, dass sie herkömmliche Regularien außer Kraft setzen.“

Dr. Manfred Gerstenfeld ist Mitglied des Aufsichtsrats des
Jerusalem Center of Public Affairs, dessen Vorsitzender er 12 Jahre lang war.

Die Wiederaufnahme der Frage der gestohlenen Holocaust-Vermögen am Ende des Jahrhunderts

31. März 2014 um 14:40 | Veröffentlicht in Europa, Geschichte | Hinterlasse einen Kommentar
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Manfred Gerstenfeld interviewt Avi Beker (direkt vom Autor)

Im letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts kam die Frage der Rückerstattung der während des Holocaust gestohlenen jüdischen Vermögen wieder auf. Diese späte Wiederbelebung des Interesses ist vermutlich das Ergebnis des Zusammenbruchs des Kommunismus und der Beseitigung der sowjetischen Bedrohung sowie des Aufkommens einer neuen und nicht beteiligten Generation in Europa, die begann Fragen zum nationalen Verhalten in der Vergangenheit zu stellen. Das Ende des Kalten Krieges führte zu einem Ausbruch von Emotionen und Bloßstellung der europäischen Holocaust-Erinnerung sowie unterdrückter Schuldgefühle. Dies ermöglichte einen öffentlichen Diskurs, der vorher oft durch Selbstzensur nicht stattfand.

Darüber hinaus halfen das gemeinschaftliche Selbstbewusstsein des organisierten Judentums sich für historische Gerechtigkeit einzusetzen und die wachsende Bereitschaft von Holocaust-Überlebenden ihre Rechte einzufordern, in die europäischen Erinnerung einzudringen und lange bestehende nationale Mythen kritisch zu hinterfragen.
Dr. Avi Beker ist ehemaliger Generalsekretär des World Jewish Congress. Er nahm an Verhandlungen mit mehreren europäischen Regierungen zur Rückerstattung von Holocaust-Eigentum teil. Er gab The Plunder of Jewish Property during the Holocaust (die Plünderung jüdischen Eigentums während des Holocaust) heraus. Derzeit lehrt er internationale Diplomatie an der Universität Tel Aviv.

Die ersten diplomatischen Bemühungen konzentrierten sich auf osteuropäische Länder, die erpicht darauf waren sich der westlichen Welt anzuschließen. Der wirkliche Durchbruch bei Verhandlungen und endgültigen Regelungen erfolgte aber in Westeuropa. In Österreich, Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz begann man langsam nationalen Kriegserinnerungen die Stirn zu bieten, wobei die Diskussionen sich auch auf Holocaust-Vermögen verschoben. 1996 ernannte die norwegische Regierung den ersten Ermittlungsausschuss zu Holocaust-Rückerstattung; im selben Jahr veröffentlichte sie als erste Empfehlungen zu einem Kompensationspaket.

Der World Jewish Congress (WJC) initiierte die jüdische diplomatische Offensive zu Holocaust-Vermögen nach dem Fall des Kommunismus. 1992 führte er die Bemühungen zur Gründung der World Jewish Restistution Organization (WJRO). Zu deren Mitgliedern gehörten große amerikanisch-jüdische Organisationen, europäische jüdische Gemeinden und die World Zionist Organization. Der WJC war verantwortlich für die Koordinierung der Kampagne zu Holocaust-Vermögen mit europäischen jüdischen Gemeinden in Europa und der Durchführung von Verhandlungen mit Regierungen. 1992 unterzeichneten der WJC, die WJRO und die israelische Regierung außerdem ein Memorandum, das die Rolle Israels als „natürlichen Erben des jüdischen gemeinschaftlichen und erbelosen Eigentums zusammen mit der jüdischen Welt“ anerkannte.

Der erneuerte Rückerstattungsprozess wurde in Europa, den Vereinigten Staaten und andernorts stark publiziert. Der US-Kongress und die Administration setzten ausländische Regierungen und Finanzinstitutionen wie Banken und Versicherungsgesellschaften unter Druck. Der Rückerstattungsprozess führte zwischen 1996 und 2000 auch zur Gründung von etwa fünfzig nationalen Untersuchungsausschüssen. In einigen Ländern gab es mehrere Ausschüsse, die sich mit unterschiedlichen Aspekten der Rückerstattung beschäftigten. Sie untersuchten, wie Länder sich während des Krieges verhielten und wie nach der Befreiung mit gestohlenem Eigentum umgegangen wurde. Die Erkenntnisse der Ausschüsse wurden in den betreffenden Ländern wie auch den internationalen Medien stark publiziert.

Experten wie Sidney Zabludoff schätzten das jüdische Vorkriegseigentum in Europa auf 10 bis 15 Milliarden US-Dollar zum Nennwert von 1938. Weniger als 20 Prozent davon wurde zurückerstattet. Ab Mitte der 1990-er Jahre beliefen sich Vergleiche mit Ländern und Finanzinstitutionen auf rund $4 Milliarden an Zusagen für eine Vielzahl von Zielen – humanitäre Mittel für bedürftige Überlebende, jüdische Gemeinden und kulturelle Erinnerungsprojekte sowie die tatsächliche Rückgabe von geplündertem Eigentum und Vermögenswerten wie Kunstobjekten. Nur die Hälfte dieser Zusagen wurde bisher eingehalten, manchmal wegen bürokratischer Verzögerungen und manchmal wegen Unstimmigkeiten bezüglich der Zuweisungsziele.

Die Schweiz und ihre Banken boten mit fast $1 Milliarde den größten finanziellen Vergleich, gefolgt von Deutschland, Österreich, Frankreich und den Niederlanden. Norwegen bot das umfassendste Pro-Kopf-Paket im Verhältnis zu den 2.100 Juden, die dort vor dem Holocaust gelebt hatten.

Der erneuerte Rückerstattungsprozess hatte viele weitere Folgen. Ermittlungen zu Immobilienbesitz und finanziellen Ansprüchen zwangen Staaten sich ihrer Verantwortung für die Ausbeutung und Erpressung der Juden zu stellen, die in den Tod geführt wurden. Dieser Prozess generierte zudem in allen Ländern einen starken Anstieg akademischer Forschung zum Holocaust. Viele Offizielle, insbesondere Staatsoberhäupter, entschuldigten sich für das Verhalten ihrer jeweiligen Länder während des Krieges. Es waren mehr als 50 Jahre für die Holocaust-Erinnerung nötig, mit der sich hauptsächlich Juden beschäftigten, damit sie allgemein akzeptiert wurde.

Enthüllungen in den Medien und die Untersuchungen führten in vielen Ländern zu einer wichtigen Neubewertung der nationalen Geschichte und Erinnerung. Die Einbeziehung von Regierungsvertretern, Intellektuellen, Journalisten und Historikern schuf gemeinsam mit jüdischen Holocaust-Überlebenden Schockwellen in der internationalen öffentlichen Meinung. Staaten beteiligten sich an der Neubewertung ihrer kollektiven Erinnerung, was zu einem Prozess der Neuschreibung der Geschichts-Schulbücher führte.

Beker schließt: Erst am 27. Januar 2005, dem sechzigsten Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, kamen viele Führungspolitiker der Welt, einschließlich des Präsidenten der Vereinigten Staaten und europäischet Staatsoberhäupter in das Konzentrationslager, um ihre Zusage für „Nie wieder“ zu verkünden. Im selben Monat verabschiedeten die Vereinten Nationen ihre erste Resolution zum Gedenken an den Holocaust und eröffneten eine Aufstellung zum Thema in ihren Hauptsitz in New York.

Dr. Manfred Gerstenfeld ist Mitglied des Aufsichtsrats des
Jerusalem Center of Public Affairs, dessen Vorsitzender er 12 Jahre lang war

Europa – wieder!?

1. Februar 2014 um 11:30 | Veröffentlicht in Europa+Nahost, Geschichte, Karika-Tour | 1 Kommentar
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DryBones, 31. Januar 2014

Ashton veröffentlicht zweite Erklärung zum Holocausttag

27. Januar 2014 um 17:08 | Veröffentlicht in EU-Europa, Europa+Nahost, Geschichte | 4 Kommentare
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Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 27. Januar 2014 (direkt vom Autor)

Die Außenkommissarin der EU, Catherine Ashton hat innerhalb weniger Stunden zwei Erklärungen zu Holocaust Gedenktag veröffentlicht. Juden bleiben weiterhin unerwähnt.

Aus unerklärlichen Gründen hat Ashton ihre Erklärung zum Holocaustgedenktag durch eine zweite umformulierte Version ersetzen lassen. Die erste ist unter dem Zeichen 140127/01 auf der Homepage der EU-Kommission in Brüssel veröffentlicht und von der EU Botschaft in Israel verbreitet worden. Wenig später war diese ursprüngliche Erklärung von der Homepage verschwunden und durch eine Neue mit dem Zeichen A 42/13 ersetzt worden.

Manche Formulierungen sind in beiden Erklärungen identisch, andere wurden ausgetauscht. Weder in der ersten noch in der zweiten werden Juden erwähnt. In dem eher diffusen Satz „Wir ehren jeden Einzelnen, der brutal in der finstersten Periode der Geschichte Europas ermordet worden ist“ heißt in der neueren Version: „Wir ehren jeden Einzelnen der sechs Millionen…“ Offensichtlich sind Juden gemeint. Doch das steht nicht dabei.

Während in der ersten Version die noch überlebenden Opfer des Holocaust mit keinem Wort erwähnt werden, gebührt ihnen in der neueren Fassung eine besondere Anerkennung, da sie „uns an die Tragödie zu erinnern, die wir nie vergessen sollten.“

Während Ashton ursprünglich meinte, dass der Gedenktag eine „Gelegenheit“ (occasion) sei, Vorurteile und Rassismus in unserer Zeit zu bekämpfen und dass wir wachsam (vigilant) gegen die Gefahr von Hasssprüchen sein müssten, formuliert Ashton in der neuen Erklärung völlig neu. An dem Gedenktag sollten wir uns daran erinnern, dass „dieses Verbrechen“ nicht nur „von wenigen Einzelpersonen“ begangen worden sei. Viele hätten daran direkt und indirekt teilgenommen, und noch mehr hätten es einfach geschehen lassen. „Deshalb müssen wir wachsam (vigilant) bleiben.“

Weiter heißt es, dass „Genozid durch die Gewalt einiger und die Indifferenz anderer“ verursacht werde.

Die Neuformulierung spielt offensichtlich auf aktuelle politische Entwicklungen an, zum Beispiel in Syrien. Das mag der Grund sein, weshalb auch in der neuen Version die Identität jener „Sechs Millionen“ Opfer des Holocaust verschwiegen wird. Ashton wollte zudem wohl die Ehre der nicht-jüdischen Europäer retten. Sie betont die Gelegenheit, „Taten und Opfer zu zelebrieren, die Europa erleuchtet hatten: Nachbarn, die Familien geschützt, Arbeitgeber, die ihre Arbeitnehmer gerettet und all jene, die ihre Mitbürger geschützt haben“. In beiden Versionen erwähnt sie ganz neutral die „finsterste Zeit der europäischen Geschichte“, ohne die Nazis oder Deutschland beim Namen zu nennen.

Wohl wegen aktueller Rücksichten wurden auch die politisch belasteten Begriffe „Menschenrechte und Vielfalt“ durch die neutraleren Worte „fundamentale Rechte und Freiheiten“ ausgetauscht.

(C) Ulrich W. Sahm

Im Wortlaut die beiden Ashton Erklärungen:

Brussels, 27 January 2014

140127/01 S T A T E M E N T by EU High Representative Catherine Ashton on Holocaust Remembrance Day

The High Representative of the European Union for Foreign Affairs and Security Policy and Vice President of the Commission, issued the following statement today:

“Today the international community remembers the victims of the Holocaust. We honour every one of those brutally murdered in the darkest period of European history. We also want to pay a special tribute to all those who acted with courage and sacrifice to protect their fellow citizens against persecution.

On Holocaust Remembrance Day, we must keep alive the memory of this tragedy. It is an occasion to remind us all of the need to continue fighting prejudice and racism in our own time. We must remain vigilant against the dangers of hate speech and redouble our commitment to prevent any form of intolerance. The respect of human rights and diversity lies at the heart of what the European Union stands for. “

EUROPEA1 U1IO1

Brussels, 27 January 2014

A 42/13

Statement by EU High Representative Catherine Ashton on International Holocaust Remembrance Day

The High Representative of the European Union for Foreign Affairs and Security Policy and Vice-President of the Commission issued the following statement today:

“Today we remember the victims of the Holocaust. We honour every one of the six million who were brutally murdered in this darkest period of European history. I also want to pay special tribute to the survivors of the Holocaust, who remind us of this tragedy that we must never forget.

On International Holocaust Remembrance Day, we remember that this crime was not perpetrated by a few individuals. Many took part directly or indirectly and many more just let it happen. That is why we must remain vigilant. Genocide is caused by the violence of some and the indifference of others.

Today also gives us a chance to celebrate the acts of courage and sacrifice which lit up Europe: neighbours who saved families, employers who rescued their employees and all those who protected their fellow citizens.

These acts are proof that we are not powerless against evil. That is a lesson which must guide us today; not just to remember the crimes of the past, but to dedicate ourselves to preventing all acts of hatred and standing up for fundamental rights and freedoms in our own time.

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