Nuancen der Berichterstattung

10. Februar 2010 um 18:14 | Veröffentlicht in Medien+Nahost, Palästinenser | 5 Kommentare
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Elder of Ziyon hat verglichen – ein Ereignis, wie es von Reuters und von AP dargestellt wurde:


Ein israelischer Undercover-Polizist (rechts) rauft mit einem palästinensischen Jugendlichen, der verdächtigt wird Steine zu werfen, bei dem Versuch ihn während der Zusammenstöße im Flüchtlingslager Shuafat in der Westbank bei Jerusalem am 9. Februar 2010 festzunehmen. Die Zusammenstöße brachen zwischen palästinensischen Steinewerfern und israelischer Polizei aus, die in des Flüchtlingslager eingedrungen war, sagte Dienstag ein Zeuge gegenüber Reuters.

AP:


Ein palästinensischer Randalierer versucht während der Zusammenstöße im Flüchtlingslager Shufat in Ostjeruslaem am 9. Feb. 2010 die Waffe eines nicht uniformierten israelischen Polizisten (rechts) zu greifen. Palästinenser rauften mit israelischen Sicherheitskräften, nachdem eine Verhaftungsoperation am Vortag Zusammenstöße auslöste.

Honestreporting.com weist darauf hin, dass die Bildbeschreibung von Reuters keine Unwahrheiten enthält und beide sich nicht einmal widersprechen. Aber wie es so ist, wird dem Leser etwas suggeriert:

In der Version von Reuters ist der Israeli der Aggressor. Bei AP erfahren wir, dass der palästinensische Araber versucht eine Waffe zu greifen – voraussichtlich, um sie gegen den Polizisten einzusetzen.

In der Version von Reuters ist der Araber ein „Jugendlicher“. Bei AP ist er ein Randalierer.

In der Version von Reuters sind die Kämpfe am Montag spontan „ausgebrochen“. In der genaueren Version bei AP löste eine Verhaftungsaktion die palästinensisch-arabische Gewalt aus.

Reuters verließ sich – das ist nicht überraschend – auf die Beschreibung der Ereignisse durch einen arabischen Stringer.

Werfen wir doch mal einen Blick auf die Steine, die da so geworfen werden:

Dieser Betonblock – wird er auf einen Menschen oder in eine Windschutzscheibe fallen gelassen – könnte mit Leichtigkeit jemanden töten.

Und so sieht es aus, wenn ein viel kleineres Projektil beim Aufprall auf einen menschlichen Kopf aussieht, der glücklicherweise von einem Helm geschützt wird:

Das ist die Art „nicht gewalttätigen Widerstands“, zu dem der Mann des Friedens, der moderate Mahmud Abbas, ermuntert.

Man sollte anfügen: So sehen allgemein immer wieder „friedliche Proteste“ gegen Israel aus, auch solche gegen „die Mauer“ (da, wo sie eh nur ein Zaun ist), die regelmäßig in Bilin und Nilin stattfinden. Ich erinnere mich noch gut daran, wie RTL einmal in einem anderen Zusammenhang die Wirkung eines kleinen Steins bei einer Melone demonstrierte. Was auch diesen Sender nicht daran hindert, die „friedlichen Demonstranten“ mit ihren Steinen immer wieder zu verharmlosen.

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