Antisemitismus-Konferenz in Berlin ignoriert muslimischen Judenhass

19. November 2014 um 14:00 | Veröffentlicht in die Welt+Islam, Europa+Islam, Geistesgrößen, USA | Hinterlasse einen Kommentar
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Elder of Ziyon, 14. November 2014

Die New York Times berichtet:

Vor dem Hintergrund dessen, was mehrere Redner einen unübersehbaren Anstieg des Antisemitismus in Europa nannten, warnte die amerikanischer Botschafterin bei den Vereinten Nationen am Donnerstag, dass die Zunahme der Angriffe eine Bedrohung der Werte Europas darstellen und drängte die Führungspolitiker ihre Bemühungen zur Vereitelung antijüdischer Stimmung zu verstärken.

Täuschen Sie sich nicht – wir haben ein Problem“, sagte Samantha Power, eine der höchsten Beraterinnen von Präsident Obama auf einer Konferenz, die hier von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa organisiert wurde. Sie sagte, die wachsende Zahl antisemitischer Taten „ist nicht nur eine Bedrohung für die jüdische Gemeinschaft, sie ist auch eine Bedrohung des größeren Projekts des europäischen Liberalismus und Pluralismus“.

An der zweitägigen Konferenz nahmen nur etwas zwei Drittel der 57 Mitgliedsstaaten teil, die meisten davon schickten – anders als die USA – Repräsentanten aus dem zweiten Glied.

Frau Power sprach entschieden und schalt die europäischen Führungspolitiker; sie fragte, warum weniger Länder an dem Treffen teilnahmen als vor einem Jahrzehnt anwesend waren, als Repräsentanten eine Resolution zur Bekämpfung von Antisemitismus verabschiedeten, die als Berliner Erklärung bekannt ist. Tzachi Hanegbi, der stellvertretende Außenminister Israels, vermerkte damals, dass die Maßnahme nur in 12 der 57 Teilnehmerstaaten mit Gesetzeskraft übernommen wurde.

Hier ist Samantha Powers Rede (kompletter Text).

Als einzige spezifisch antisemitische Haltungen hegende Gruppe nannte sie rechte Gruppen in Europa. Die einzig Erwähnung von Muslimen durch sie erfolgte in zwei Anekdoten jüdischer Gruppen (in Sarajewo und in London), die Muslimen in Schwierigkeiten halfen. Sie erwähnte elliptisch, dass antisemitische Einstellungen sich in antiisraelischen Protesten manifestieren – Protesten, die, wie sie betonte, ein wichtiger Teil einer pluralistischen Gesellschaft seien – aber sie erwähnte nicht ein einziges Mal, dass Muslime heute die wichtigsten Lieferanten des weltweiten Antisemitismus sind, selbst als sie bestimmte Angriffe auf Juden in Europa erwähnte, die von Muslimen verübt wurden.

Es war aber nicht nur Samantha Power. Die Abschlusserklärung der Konferenz erwähnt nichts von fanatischer Hetze gegen Juden, die täglich in muslimischen Ländern stattfindet.

Die Tagesordnung der Konferenz zeigt, dass es nicht eine einzige Sitzung gab, in der vom endemischen Antisemitismus aus muslimischen Gemeinschaften in Europa und arabische Staaten kommt. Es gab jedoch eine zu rechtsgerichtetem Nationalismus:

Arbeitsgruppe IV: Die Beziehung zwischen Nationalismus und Antisemitismus. Nationalistische und populistische politische Parteien in Europa sind seit einiger Zeit Teil der politischen Landschaft; sie verwenden zu verschiedenen Zeiten Antisemitismus als Teil ihrer Ideologie. Sorgen drehen sich aber um die jüngsten Wahlerfolge rechtsextremer Parteien in einigen Ländern, die offen Antisemitismus als Teil ihres Wahlprogramms verwenden. Es hat auch beunruhigende Vorfälle gegeben, in denen einzelne Politiker von Parteien, die eher der Mitte zuzuordnen sind, unverfroren antisemitische Stereotype verwendet haben. Darüber hinaus entstehen durch offen in der politischen Arena erhobene Antisemitismus-Vorwürfe Herausforderungen. Diese Arbeitsgruppe wird Möglichkeiten diskutieren, wie den Manifestationen des Antisemitismus in der politischen Arena entgegengetreten werden kann.

Natürlich gibt es einige Erscheinungsformen von Antisemitismus bei einigen rechtsgerichteten Gruppen in Europa; aber fast alle tatsächlichen Angriffe sind von Muslimen gekommen. Malmö, Paris, Toulouse, Brüssel, Berlin, London – Muslime haben hinter den Vorfällen gesteckt, von denen wir alle gelesen haben, nicht rechtsnationale Gruppen. Selbst der Guardian erwähnte den muslimischen Faktor, als er über das Wiederaufleben des Antisemitismus schrieb.

Die Tatsache, dass die größte Quelle von Hass und Aufstachelung von dieser Konferenz ignoriert und heruntergespielt worden ist, zeigt, dass die Konferenz selbst nicht dazu gedacht ist den Antisemitismus ernsthaft anzugehen, sondern eher vorzugeben in zu thematisieren, indem man ihn als Vorwand zum An griff auf die Gruppen nimmt, die ohne angegriffen werden sollen und die Hauptquelle des Hasses in der heutigen Welt zu ignorieren.

Von dem, was ich online sehe, war diese Konferenz ein Witz. Aus ihr wird nichts kommen und sie wird bereits gegenüber der ursprünglichen Berliner Konferenz zum Thema vor zehn Jahren verwässert. Sie ist eine Übung in selbstgefälliger Politik, damit die Teilnehmer vorgeben sie würden „etwas tun“ – aber nichts so drastisches, dass sie sich selbst Gefahr von radikalen Muslimen in ihrem eigenen Bereich aussetzen würden.

Die Niederlande: Die Maske des moderaten Muslims ist gefallen

10. November 2014 um 14:00 | Veröffentlicht in Europa+Islam, Europa+Nahost, Muslime | 1 Kommentar
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Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Die Niederlande sind ein effektiver Spiegel, um viele wenig publizierte Haltungen von Teilen der europäischen muslimischen Gemeinschaft aufzuzeigen. Ereignisse wie die des letzten Sommers haben mehrere wichtige Fragen ans Licht gebracht. Das erste war die des öffentlichen Auftretens niederländischer Islamonazis, die begannen offen ISIS und Hamas zu unterstützen.1 Das zweite war die gezeigte Unterstützung für die Islamonazi-Bewegung Hamas bei einer Reihe öffentlicher Demonstrationen. Diese Versammlungen wurden zumeist fälschlich als „Pro-Gaza“- oder „antiisraelische“ Erscheinungen dargestellt. Teilnehmer waren nicht nur Muslime. Zu den Mitorganisatoren dieser Zusammenkünfte gehörten manchmal niederländische politische Parteien wie die Grün-Linken2 oder die sozialistische Partei.3

Weniger stark im Licht der Öffentlichkeit befand sich ein drittes Phänomen: Einzelpersonen, die ehemals als Moderate wahrgenommen wurden und keinen extremistischen muslimischen Hintergrund hatten, ließen die Masken fallen. Auf den ersten Blick wurden diese Ereignisse als isolierte Vorkommnisse wahrgenommen. Wegen der starken Unterstützung, die einige dieser Einzelpersonen – hauptsächlich aus der niederländischen muslimischen Gemeinschaft – erhielten, wurde klar, dass das Problem falscher moderater Muslime größer ist, als bisher gedacht.

Große Medienaufmerksamkeit gab es für einen Twitter-Eintrag von Yasmina Haifi. Haifi war bei den Parlamentswahlen von 2012 Kandidatin der Arbeitspartei, wenn auch auf einem sehr niedrigen Listenplatz und mit geringer Wahrscheinlichkeit gewählt zu werden. Am 13. August twitterte sie: „ISIS hat nichts mit dem Islam zu tun… es ist ein Plan der Zionisten, die den Islam anschwärzen wollen.“4 Haifi versuchte damit nicht nur die extremistischste Islamonazi-Bewegung weißzuwaschen, sondern außerdem noch eine Verschwörungstheorie über Juden zu verbreiten, für die sie den Begriff „Zionisten“ benutzte.

Die Niederlande sind, wie ein großer Teil Westeuropas, fruchtbarer Boden für Verschwörungstheorien über Juden und Israel. Fünf Millionen erwachsene Niederländer glauben, dass Israel dabei ist „die Palästinenser auszulöschen“.5 In einer Umfrage gefragt, ob man mit einer solchen Äußerung übereinstimmt, antworteten viele mit ja, blieben aber bei ihrer Meinung weitgehend passiv. Haifi jedoch verbreitete ihre Verschwörungstheorie aktiv.

Der Tweet von Haifi erhielt viel Aufmerksamkeit, weil sie als Projektmanagerin beim NCTV, der wichtigen Antiterror-Organisation der niederländischen Regierung, angestellt war. Als sie in der Folge von ihrem Posten entbunden wurde,6 bekam die Haifi-Affäre eine neue Wendung. Zu ihrer Unterstützung wurde eine Internetseite eingerichtet.7

Auf der Seite hinterließ ein Leser mit dem fiktiven Namen Nizar Mourabit einen Kommentar; darin hieß es, dass ISIS zwar weder den Islam noch moderne Muslime repräsentiere, aber er bestand darauf, die Behauptung ISIS sei „eine zionistische Verschwörung ist nicht wahr“. Der Moderator der Seite entfernte diesen Kommentar und schrieb: „Diese Seite ist für Menschen, die Haifi unterstützen, also glauben, dass es eine Beziehung zwischen dem Zionismus und ISIS gibt“.8 Die sogenannte Qualitäts-Tageszeitung NRC interviewte dann den Moderator, Ismail Selvi, der in der Vergangenheit schon aus der niederländischen Militärakademie geworfen wurde.9 Die Zeitung hielt es offenbar für nötig Haifis absurden Fantasien eine Plattform geben zu müssen. Zu diesem Zeitpunkt gab es rund 6.800 Unterstützer der Internetseite. Haifi verließ in der Folge die Arbeitspartei; höchstwahrscheinlich hatte sie Angst aus dieser ausgeschlossen zu werden.10

Eine weitere sogenannte moderate niederländische Muslimin, die ihre Maske verlor, war Fatima Elatik, eine Politikerin der Arbeitspartei. In der Vergangenheit half Elatik in der von ihr bekleideten offiziellen Funktion Gelder für die Reinigung eines alten jüdischen Friedhofs in Amsterdam aufzubringen. Diesen Sommer nahm sie jedoch aktiv an einer der Pro-Hamas-Demonstrationen teil, die als antiisraelische Demonstration getarnt war. Während der Demonstration umarmte sie öffentlich eine Freundin, die ein T-Shirt mit dem Logo „Free Palestine – Stop Genocide“ (Befreit Palästina – stoppt den Völkermord) trug.11

Die Organisation Marokkanischer Niederländer (SMN), die die marokkanische Immigranten-Gemeinschaft vertritt, unterstützte Elatik. Sie fanden es skandalös, dass Esther Voet, die Leiterin der pro-israelischen Lobby CIDI, Elatik kritisiert hatte; nach Meinung der SMN sollten die Juden sie als Verbündete im Kampf gegen Antisemitismus betrachten.12 Die SMN glaubt offenbar, dass Elatik der jüdischen Gemeinde half einen alten Friedhof zu säubern sei ein gültiges Gegengewicht für Elatiks Teilnahme an einer Demonstration, die die Massenmord-Propagandisten der Hamas unterstützte.

Obwohl ebenfalls wichtig, erhielt ein in der niederländischen Tageszeitung Parool veröffentlichtes Interview mit Tofik Dibi weniger Aufmerksamkeit; Dibi ist ein ehemaliger Parlamentarier der Grün-Linken Partei.13 Während des Interviews gab Dibi zu, dass er radikaler wurde. Er schwieg allerdings zu der Tatsache, dass die Hamas Judenmord propagiert und dass die Abriegelung des Gazastreifens das Ergebnis von Hamas-Angriffen auf Israel war und nicht umgekehrt. Später schrieb Dibi, das Verhalten der israelischen Regierung sollte genauso eingeordnet werden wie das der ISIS.14 Diese Art von Äußerung war nur möglich, weil die niederländische Presse selten, wenn überhaupt die Ähnlichkeit der völkermörderischen Ideologie von ISIS und Hamas erwähnt. Als Dibi noch im niederländischen Parlament saß, hatte er vorgeschlagen, dass Juden über die Nakba lernen sollten, Muslime über den Holocaust. Dabei vergaß er bequemerweise, dass die Nakba nicht nur nicht in den Niederlanden stattfand, sondern auch, dass sie das Resultat des Versagens der Palästinenser und ihrer arabischen Verbündeten war ihren Plan zum Massenmord an allen in Israel lebenden Juden erfolgreich umzusetzen.

Eine etwas marginalere politische Persönlichkeit der Niederlande, deren Charakter sich offenbarte, ist Chahid Soliman. Er repräsentierte früher öffentlich die Grün-Linke Partei in der Stadt Oosterhout. Im August postete er auf seiner Facebook-Seite folgendes: „Um es klar zu sagen: ISIS, Boko Haram und Netanyahu sind für mich dasselbe“; „Stoppt den israelischen Waffenschmuggel über den Flughafen von Amsterdam. Niederlande, werden nicht schuldig am Gazacaust.“ Und noch: „Solidarität mit Yasmina Haifi. ISIS hat nichts mit dem Islam zu tun. Es ist ein Plan der Zionisten, um den Islam anzuschwärzen.“

Auf Facebook hatte Soliman sogar noch mehr zu sagen: „Auschwitz war voller jüdischer Millionäre.“ „Schade, dass Hitler sein Werk nicht zu Ende brachte.“ Und schließlich: „Wie warten auf Hitlers Wiederkehr.“ Den letzten entfernte er ein oder zwei Tage später.15

Dr. Manfred Gerstenfelds kommendes Buch „The War of a Million Cuts“ analysiert, wie Israel und die Juden delegitimiert werden und wie sie dagegen kämpfen sollten.
Er war von 2000 – 2012 Vorsitzender des Jerusalem Center of Public Affairs.

1 Manfred Gerstenfeld: „Vijf miljoen Nederlandse neo-NSB’ers, negende vervolg. De voorgeschiedenis van het Nederlandse isalmonazisme vanaf de moord op Van Gogh. Dagelijkse Standaard, 8. Oktober 2014. [Niederländisch]
2 27 juli Rotterdam: Sta op voor Gaza demostratie. Groen Links Midden Oosten Werkgroep, 25. Juli 2014. [Niederländisch]
3 Zondag 10 augutus [2014]: Vredesmars Voor Gaza. Utrecht for Palestine. [Niederländisch]
4 PvdA-ambtenaar: ISIS is complot van zionisten. Telegraaf, 13. August 2014. [Niederländisch]
5 Manfred Gerstenfeld: Nederlands Duivelse Visie op Israel. Dagelijkse Standaard, 6. März 2013. [Niederländisch]
6 Ministerie schorst Haifi. Telegraaf, 13. August 2014. [Niederländisch]
7 https://www.facebook.com/pages/Wij-steunen-ambtenaar-Yasmina-Haifi/676154822465592?fref=nf [Niederländisch]
8 Alexander Bakker: Omstreden ambtenaar krijgt bijval. Telegraaf, 17. August 2014 [Niederländisch]
9 Arjen Schreuder, Interview mit Ismail Sevli: Zo gek is dat nied, om te denken aan zionistische betrokkenheid bij IS. NRC, 28. August 2014. [Niederländisch]
10 Haifi uit PvdA na ophef om tweet. Elsevier, 19. September 2014. [Niederländisch]
11 Alex Ringeling: Tonen nazivlaggen bij pro-Palestina demo schandalig. thepostonline, 14. Juli 2014. [Niederländisch]
12 Bert Brussen: Samenwerkingsverband Marokkaanse Nederlanders vierkant achter Fatima Elatik. In: thepostonline, 14. Juli 2014 [Niederländisch]
13 Addie Schulte, Interview mit Tofik Dibi: Tofik Dibi: Israël schendt Nederlandse waarden. Het Parool, 2. August 2014. [Niederländisch]
14 Tofik DIbi/Khalil Aitblal: Waarom moslims zich niet uitspreken. Mogen we individu zijn, Margalith? De Groene Amsterdammer, 10. September 2014.[Niederländisch]
15 Ratna Pelle: Het zionistische complot tegen de islam. Israel Palestina Info, 20. August 2014. [Niederländisch]

Funde in Silwan

7. Oktober 2014 um 21:05 | Veröffentlicht in Anmerkungen, Israel, Jerusalem | Hinterlasse einen Kommentar
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Ulrich W. Sahm war in Silwan/Schiloah in Jerusalem. Dort fand er etwas, das bei uns nicht berichtet wird, aber leider nicht untypisch ist. Auf Facebook zeigte er im Bild, was er vorfand und kommentierte es:

Swastika-SilwanDie Wandmalereien sind offen und für jeden Journalisten erkennbar, der nur mal durch Silwan wandert. Besonders einem Deutschen fallen sie wohl sofort ins Auge, es sei denn man ist blind auf dem rechten Auge, Eine Krankheit, unter der viele Linksnationale leiden.

Bei einem weitere Foto zieht er den Bogen zur deutschen Presse:

swastika-silwan2Die Mentalität der armen Palästinenser ist auf den Mauern von Silwan klar dargestellt. Warum hat die FR das nicht erwähnt?

Wer Kontext zu Silwan braucht (Geschichte und was heute dort los ist und wie „die Welt“ bzw. die Medien damit umgehen): Die Boshaftigkeit der Medien

Hinter den Kulissen des muslimischen Antisemitismus in den Niederlanden

11. August 2014 um 13:00 | Veröffentlicht in Europa+Islam | Hinterlasse einen Kommentar
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Manfred Gerstenfeld interviewt Samar (direkt vom Autor)

Ich habe persönlich gehört, wie eine Reihe Imame in den Niederlanden Verse aus dem Koran und anderen islamischen Texten nutzte, um Hass gegen Israel und die Juden zu predigen. So ist aus dieser theologischen Propaganda politisches Schüren von Hass geworden. Derselbe Hass dringt über arabisches Fernsehen in die niederländisch-muslimische Gesellschaft ein. Mehr davon hört man von Familienmitgliedern, muslimischen Nachbarn und Klassenkameraden.

Samar ist eine junge Frau, die als Muslima traditionell marokkanischer Eltern in den Niederlanden geboren wurde. Im Verlauf der Jahre erlebte sie Judenhass in muslimischen Kreisen und begann ihn zu beobachten. Sie kann ihre Geschichte nur unter Nutzung eines fiktiven Namens erzählen.

Während meiner Jahre an der Universität sprach ich mit schätzungsweise 150 bis 200 Muslimen. Mir fiel auf, dass fast alle dieselben Meinungen hatten. Es spielte keine Rolle, ob sie Marokkaner waren, Türken, Kurden oder Muslime aus Surinam. In all den Jahren traf ich nur zwei Muslime, die Juden oder Israel nicht hassten. Es handelte sich um einen Ahmadijja-Jungen und ein alawitisches Mädchen aus der Türkei. Die gehörten Minderheiten an, die von anderen Muslimen als Häretiker bezeichnet werden.

Muslime betrachteten mich an der Universität als „eine der ihren“. Ich betrachtete mich allerdings nicht mehr als Muslima. In Gesprächen waren sie mir gegenüber absolut offen, während ich meine Meinung für mich behielt. Fast alle muslimischen jungen Leute, die ich an der Universität traf, leugneten den Holocaust. Sie glaubten nicht an die sogenannte „Zweistaatenlösung“ für Israelis und Palästinenser. Sie wollten, dass Israel von der Landkarte gewischt wird. Sie glaubten, Juden müssten aus Israel vertrieben werden, damit es wieder ein muslimischer Staat werden kann. Es gab keinen Unterschied bei den Meinungen zwischen Jungen und Mädchen. In den Niederlanden hört man oft Aussagen, dass weibliche Muslime toleranter sind als Männer. Das ist allerdings nicht richtig, wenn es um den Hass gegen Juden geht.

Diese Studenten glauben auch, dass Muslime höher stehen als andere Völker. Auf Juden sehen sie besonders verächtlich herab. Sie glauben, Juden stammen von Affen und Schweinen ab. Das wird insbesondere von denen betont, die den Koran kennen, wo das geschrieben steht. Es ist nicht so, dass sie glauben, Juden würden sich bei Vollmond in Affen verwandeln. Sie glauben eher, dass Juden keine echten Menschen sind. Diese Botschaft wird auch von arabischen Fernsehsendern ausgestrahlt.

Von denen, die in normalen Gesprächen keinen Antisemitismus zum Ausdruck bringen, wird er zu besonderen Gelegenheiten vermittelt. Das kann z.B. sein, wenn es eine Sammlung für Palästinenser gibt oder nachdem einige eine antiisraelische Demonstration besuchten oder bei Festlichkeiten am Ende des Ramadan. Es fällt auf, dass anwesenden Nichtmuslimen gegenüber keine antisemitischen Äußerungen getätigt werden. Wenn z.B. Niederländer an einem Iftar-Essen teilnehmen, werden die Marokkaner, Türken und andere Muslime, die ich traf, sehr anders reden, als wenn sie unter sich sind. Das gilt besonders, wenn sie über Juden sprechen.

Seit in Amsterdam an der Universität ein Lehrgang zur Ausbildung von Imamen begonnen hat, gibt es mehr salafistische Studenten. Für sie spielen Moscheen eine große Rolle. Das schürt den Judenhass, den sie von Zuhause schon mitbekamen. Unter diesen Studenten gibt es fanatische Islamisten und extreme Antisemiten.

Eine kurze Zeit lang hatte ich einen Kommilitonen, der irakischer Jude war. Dutzende Muslime nannten ihn „Besatzer“, „dreckiger Jude“ und „Nazi“. Er antwortete ihnen nie.

Für ein Studienprojekt besuchte ich eine Reihe muslimischer Organisationen mit verschiedenen Hintergründen. Ich sprach auch mit anderen, die ähnliche Projekte unter solchen Gruppen betreiben. Die einzige muslimische Organisation unter denen, auf die ich traf, die bereit war mit jüdischen Gruppen zusammenzuarbeiten, waren die Ahmadijjas. Wie gesagt, werden sie von anderen Muslimen als Häretiker betrachtet. Wenn man mit offiziellen muslimischen Repräsentanten spricht, bleibt das Gespräch „politisch korrekt“. Dort wird man z.B. nie den Holocaust leugnende Äußerungen hören.

Durch meine Projekte kam ich in Kontakt mit niederländischen Juden, darunter mehrere, die Funktionsträger in jüdischen Organisationen waren. Ich war von ihren Reaktionen überrascht, die denen der muslimischen Gruppen vollkommen entgegen standen. Ich stellte eine große Dialogbereitschaft mit muslimischen Organisationen und zur Zusammenarbeit mit ihnen fest, um gegenseitiges Verständnis zu erzeugen.

Viele niederländische Juden wollten die Wahrheit nicht hören, die ihnen erzählte. Sie zogen es vor sich etwas vorzumachen. Die einzigen, die mir glaubten, waren orthodoxe Juden, die Kippa tragen. Ihre Kinder gehen in jüdische Schulen und tragen ebenfalls Kippa. Wer immer in den Niederlanden als Jude identifizierbar ist, leidet unter antisemitischen Beschimpfungen und manchmal Gewalt.

Offizielle muslimische Repräsentanten und auch eine Reihe Juden erzählen öffentlich immer dieselbe Geschichte. Sie behaupten, Problem des Antisemitismus und verbale Gewalt gegen Juden würden von einer kleinen Gruppe sogenannter „Straßenmarokkaner“ verursacht. Meine Erfahrung ist, dass das nicht die ganze Wahrheit ist. Ich habe nie einen „Straßenmarokkaner“ getroffen. Mein Wissen über den weit verbreiteten muslimischen Antisemitismus und Hass auf Israel entstammt meinen Kontakten zu Studenten an der Universität.

Manfred Gerstenfeld ist der ehemalige Vorsitzende des Jerusalem Center of Public Affairs.

Ägyptischer Schauspieler prahlt mit Erfolg von antisemitischer Propaganda

25. Juni 2014 um 14:45 | Veröffentlicht in Araber, Muslime | Hinterlasse einen Kommentar
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Elder of Ziyon, 20. Juni 2014

2002 strahlten arabische Fernsehsender während des Ramadan eine 41-teilige Miniserie namens „Ritter ohne Pferd“ aus, die darauf gründete beweisen zu wollen, dass die „Protokolle der Weisen von Zion“ serös sind.

Eine der treibenden Kräfte dahinter war der Schauspieler und Komiker Mohamed Sobhi, der in der Serie mitspielte.

Heute erzählt er den ägyptischen Medien, wie wichtig die Serie war.

Er sagte Youm7, dass der Erfolg der Serie „Ritter ohne Pferd“ nicht wegen der Zahl der Menschen wichtig ist, die sie sahen, sondern in der Tatsache, das (behauptet er) die Serie zwei Millionen Ägypter veranlasste sich eine Ausgabe des Buchs „Die Protokolle der Weisen von Zion“ zu kaufen, um selbst zu sehen, ob Sobhis These – dass die Juden bereit 19 der 24 Protokolle erfolgreich umgesetzt haben und der Rest gerade umgesetzt wird – wahr ist.

Deutschland wird Studie zu Antisemitismus, Antizionismus durchführen

19. Juni 2014 um 11:30 | Veröffentlicht in EU-Europa, Europa, Europa+Islam, Terrorismus | Hinterlasse einen Kommentar
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Studie: Mehr als die Hälfte der Deutschen stimmt: „Israel verhält sich gegenüber den Palästinenser wie sich die Nazis gegenüber den Juden verhielten.“

Sam Sokol, Jerusalem Post, 13. Juni 2014

Das deutsche Innenministerium wird eine Studie zu Antisemitismus und Antizionismus durchführen, sagte ein hochrangiger Berater von Präsident Joachim Gauck dem Simon Wiesenthal Center in einem Brief, der der Jerusalem Post vorliegt. Der Brief von Botschafter Heinz-Peter Behr, Gaucks diplomatischem und außenpolitschem Berater, kam als Antwort auf eine letzten Monat vom Dekan des Simon Wiesenthal Centers, Rabbi Abraham Cooper, eingeschickten Anfrage; dieser hatte solche Studien in Korrespondenz mit verschiedenen europäischen Führungspolitikern gefordert.

In seiner Anfrage an Gauck zitierte Cooper eine Studie der deutschen Friedrich-Ebert-Stiftung, die feststellte, dass fast die Hälfte der Deutschen und 40 Prozent der Europäer insgesamt glauben, dass „Israel einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser führt“. Eine weitere, von der Universität Bielefeld durchgeführte Studie stellte fest, dass mehr als die Hälfte der befragten Deutschen der Aussage zustimmten, dass „Israel sich den Palästinenser gegenüber so verhält wie die Nazis gegenüber den Juden“, fügte er hinzu.

Der erste Schritt, der zur Bekämpfung des Antisemitismus und der Delegitimierung Israels unternommen wird, sollte darin bestehen, dass die nationalen Regierungen „herausfinden, wie ein derart total falsches und hinterhältiges Bild Israels geschaffen wurde.“ „Zumindest sollten diejenigen, die eine ungerechtfertigte und extrem kriminelle Sichtweise zu anderen konzipieren und dafür eintreten, entlarvt und im Gericht der öffentlichen Meinung zur Verantwortung gezogen werden“, sagte er. „Wir alle wissen nur allzu gut aus den 1930-er Jahren in Deutschland, was passieren kann, wenn die Delegitimierung und Dämonisierung eines Imperiums nicht infrage gestellt wird.“

Behr sagte in seiner Antwort, worauf die neue Studie sich konzentrieren wird: „nicht nur auf Antisemitismus, sondern auch auf deutsche Kritik am Staat Israel und seiner Politik. Dokumente wie diese werden zur notwendigen Diskussion der Probleme des Antisemitismus und der Dämonisierung Israels beitragen.“ Behr machte mit Gaucks Äußerung, dass für Israel einzutreten „zur Selbstdefinition der deutschen Politik gehört“ geltend, dass es inakzeptabel ist Antisemitismus zu verbreiten und „das Existenzrecht des Staates Israel zu bezweifeln. Deutschland wird sowohl für sich als auch innerhalb der europäische Strukturen weiterhin für solche Haltungen kämpfen.“

Das Thema antisemitischer Gewalt ist für die europäischen Juden ein drängendes; ein Drittel der letztes Jahr in einer von der Grundrechte-Agentur der Europäischen Union durchgeführten Studie befragten Juden erklärten, dass sie es aus Angst unterlassen religiöse Kleidung oder jüdische Symbole zu tragen, während weitere 23% die Teilnahme an jüdischen Veranstaltungen oder den Besuch jüdischer Orte meiden. In mehreren Ländern erklärte bis zu einem Drittel der Juden, dass sie über Auswanderung nachdenken.

Schüsse im jüdischen Museum von Brüssel im letzten Monat und zwei folgende Angriffe auf Juden in Frankreich sind nur die jüngsten in einer Serie von gewalttätigen Vorfällen, bei denen es gegen Juden ging. Rabbi Meir Hier, Dekan und Gründer des Simon Wiesenthal Centers, traf sich am Dienstag mit Frankreichs Präsident François Hollande in Paris und lenkte dessen Aufmerksamkeit auf mehr als 1.000 französische Staatsbürger, die entweder am syrischen Bürgerkrieg teilgenommen haben oder derzeit teilnehmen, als Gefahrenquelle für die jüdische Gemeinschaft. Mehdi Nemmouche, der bei dem Anschlag im Brüsseler Museum vier Menschen tötete, war letztes Jahr in Syrien.

„Die jüdische Gemeinschaft und Frankreichs demokratischen Werte befinden sich unter nie da gewesenen Angriffen durch die Kräfte des Extremismus, sowohl von der extremen Rechten als von extrem islamistischen Lieferanten von religiöser Intoleranz, Gewalt und Mord“, sagte Hier. „Herr Präsident, in unserer Zeit wurden diese in Frankreich geborenen Terroristen – wie andere Terroristen – nicht mit Hass in ihren Herzen geboren“, sagte er Hollande. „In Anwesenheit der heute hier versammelten jüdischen Führungskräfte aus Frankreich, Amerika, Kanada und Großbritannien erkläre ich mit Gewissheit: Sollte, was Gott verhüten möge, ein Terroranschlag von einem Juden gegen unschuldige Zivilisten verübt werden, dann würde es aus der gesamten Bandbreite der jüdischen Leiter der gesamten Welt dessen öffentliche Verurteilung geben. Nicht weniger sollte von den Leitern der größten muslimischen Bevölkerungsgruppe in Europa erwartet werden“.

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