Funde in Silwan

7. Oktober 2014 um 21:05 | Veröffentlicht in Anmerkungen, Israel, Jerusalem | Hinterlasse einen Kommentar
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Ulrich W. Sahm war in Silwan/Schiloah in Jerusalem. Dort fand er etwas, das bei uns nicht berichtet wird, aber leider nicht untypisch ist. Auf Facebook zeigte er im Bild, was er vorfand und kommentierte es:

Swastika-SilwanDie Wandmalereien sind offen und für jeden Journalisten erkennbar, der nur mal durch Silwan wandert. Besonders einem Deutschen fallen sie wohl sofort ins Auge, es sei denn man ist blind auf dem rechten Auge, Eine Krankheit, unter der viele Linksnationale leiden.

Bei einem weitere Foto zieht er den Bogen zur deutschen Presse:

swastika-silwan2Die Mentalität der armen Palästinenser ist auf den Mauern von Silwan klar dargestellt. Warum hat die FR das nicht erwähnt?

Wer Kontext zu Silwan braucht (Geschichte und was heute dort los ist und wie „die Welt“ bzw. die Medien damit umgehen): Die Boshaftigkeit der Medien

Hinter den Kulissen des muslimischen Antisemitismus in den Niederlanden

11. August 2014 um 13:00 | Veröffentlicht in Europa+Islam | Hinterlasse einen Kommentar
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Manfred Gerstenfeld interviewt Samar (direkt vom Autor)

Ich habe persönlich gehört, wie eine Reihe Imame in den Niederlanden Verse aus dem Koran und anderen islamischen Texten nutzte, um Hass gegen Israel und die Juden zu predigen. So ist aus dieser theologischen Propaganda politisches Schüren von Hass geworden. Derselbe Hass dringt über arabisches Fernsehen in die niederländisch-muslimische Gesellschaft ein. Mehr davon hört man von Familienmitgliedern, muslimischen Nachbarn und Klassenkameraden.

Samar ist eine junge Frau, die als Muslima traditionell marokkanischer Eltern in den Niederlanden geboren wurde. Im Verlauf der Jahre erlebte sie Judenhass in muslimischen Kreisen und begann ihn zu beobachten. Sie kann ihre Geschichte nur unter Nutzung eines fiktiven Namens erzählen.

Während meiner Jahre an der Universität sprach ich mit schätzungsweise 150 bis 200 Muslimen. Mir fiel auf, dass fast alle dieselben Meinungen hatten. Es spielte keine Rolle, ob sie Marokkaner waren, Türken, Kurden oder Muslime aus Surinam. In all den Jahren traf ich nur zwei Muslime, die Juden oder Israel nicht hassten. Es handelte sich um einen Ahmadijja-Jungen und ein alawitisches Mädchen aus der Türkei. Die gehörten Minderheiten an, die von anderen Muslimen als Häretiker bezeichnet werden.

Muslime betrachteten mich an der Universität als „eine der ihren“. Ich betrachtete mich allerdings nicht mehr als Muslima. In Gesprächen waren sie mir gegenüber absolut offen, während ich meine Meinung für mich behielt. Fast alle muslimischen jungen Leute, die ich an der Universität traf, leugneten den Holocaust. Sie glaubten nicht an die sogenannte „Zweistaatenlösung“ für Israelis und Palästinenser. Sie wollten, dass Israel von der Landkarte gewischt wird. Sie glaubten, Juden müssten aus Israel vertrieben werden, damit es wieder ein muslimischer Staat werden kann. Es gab keinen Unterschied bei den Meinungen zwischen Jungen und Mädchen. In den Niederlanden hört man oft Aussagen, dass weibliche Muslime toleranter sind als Männer. Das ist allerdings nicht richtig, wenn es um den Hass gegen Juden geht.

Diese Studenten glauben auch, dass Muslime höher stehen als andere Völker. Auf Juden sehen sie besonders verächtlich herab. Sie glauben, Juden stammen von Affen und Schweinen ab. Das wird insbesondere von denen betont, die den Koran kennen, wo das geschrieben steht. Es ist nicht so, dass sie glauben, Juden würden sich bei Vollmond in Affen verwandeln. Sie glauben eher, dass Juden keine echten Menschen sind. Diese Botschaft wird auch von arabischen Fernsehsendern ausgestrahlt.

Von denen, die in normalen Gesprächen keinen Antisemitismus zum Ausdruck bringen, wird er zu besonderen Gelegenheiten vermittelt. Das kann z.B. sein, wenn es eine Sammlung für Palästinenser gibt oder nachdem einige eine antiisraelische Demonstration besuchten oder bei Festlichkeiten am Ende des Ramadan. Es fällt auf, dass anwesenden Nichtmuslimen gegenüber keine antisemitischen Äußerungen getätigt werden. Wenn z.B. Niederländer an einem Iftar-Essen teilnehmen, werden die Marokkaner, Türken und andere Muslime, die ich traf, sehr anders reden, als wenn sie unter sich sind. Das gilt besonders, wenn sie über Juden sprechen.

Seit in Amsterdam an der Universität ein Lehrgang zur Ausbildung von Imamen begonnen hat, gibt es mehr salafistische Studenten. Für sie spielen Moscheen eine große Rolle. Das schürt den Judenhass, den sie von Zuhause schon mitbekamen. Unter diesen Studenten gibt es fanatische Islamisten und extreme Antisemiten.

Eine kurze Zeit lang hatte ich einen Kommilitonen, der irakischer Jude war. Dutzende Muslime nannten ihn „Besatzer“, „dreckiger Jude“ und „Nazi“. Er antwortete ihnen nie.

Für ein Studienprojekt besuchte ich eine Reihe muslimischer Organisationen mit verschiedenen Hintergründen. Ich sprach auch mit anderen, die ähnliche Projekte unter solchen Gruppen betreiben. Die einzige muslimische Organisation unter denen, auf die ich traf, die bereit war mit jüdischen Gruppen zusammenzuarbeiten, waren die Ahmadijjas. Wie gesagt, werden sie von anderen Muslimen als Häretiker betrachtet. Wenn man mit offiziellen muslimischen Repräsentanten spricht, bleibt das Gespräch „politisch korrekt“. Dort wird man z.B. nie den Holocaust leugnende Äußerungen hören.

Durch meine Projekte kam ich in Kontakt mit niederländischen Juden, darunter mehrere, die Funktionsträger in jüdischen Organisationen waren. Ich war von ihren Reaktionen überrascht, die denen der muslimischen Gruppen vollkommen entgegen standen. Ich stellte eine große Dialogbereitschaft mit muslimischen Organisationen und zur Zusammenarbeit mit ihnen fest, um gegenseitiges Verständnis zu erzeugen.

Viele niederländische Juden wollten die Wahrheit nicht hören, die ihnen erzählte. Sie zogen es vor sich etwas vorzumachen. Die einzigen, die mir glaubten, waren orthodoxe Juden, die Kippa tragen. Ihre Kinder gehen in jüdische Schulen und tragen ebenfalls Kippa. Wer immer in den Niederlanden als Jude identifizierbar ist, leidet unter antisemitischen Beschimpfungen und manchmal Gewalt.

Offizielle muslimische Repräsentanten und auch eine Reihe Juden erzählen öffentlich immer dieselbe Geschichte. Sie behaupten, Problem des Antisemitismus und verbale Gewalt gegen Juden würden von einer kleinen Gruppe sogenannter „Straßenmarokkaner“ verursacht. Meine Erfahrung ist, dass das nicht die ganze Wahrheit ist. Ich habe nie einen „Straßenmarokkaner“ getroffen. Mein Wissen über den weit verbreiteten muslimischen Antisemitismus und Hass auf Israel entstammt meinen Kontakten zu Studenten an der Universität.

Manfred Gerstenfeld ist der ehemalige Vorsitzende des Jerusalem Center of Public Affairs.

Ägyptischer Schauspieler prahlt mit Erfolg von antisemitischer Propaganda

25. Juni 2014 um 14:45 | Veröffentlicht in Araber, Muslime | Hinterlasse einen Kommentar
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Elder of Ziyon, 20. Juni 2014

2002 strahlten arabische Fernsehsender während des Ramadan eine 41-teilige Miniserie namens „Ritter ohne Pferd“ aus, die darauf gründete beweisen zu wollen, dass die „Protokolle der Weisen von Zion“ serös sind.

Eine der treibenden Kräfte dahinter war der Schauspieler und Komiker Mohamed Sobhi, der in der Serie mitspielte.

Heute erzählt er den ägyptischen Medien, wie wichtig die Serie war.

Er sagte Youm7, dass der Erfolg der Serie „Ritter ohne Pferd“ nicht wegen der Zahl der Menschen wichtig ist, die sie sahen, sondern in der Tatsache, das (behauptet er) die Serie zwei Millionen Ägypter veranlasste sich eine Ausgabe des Buchs „Die Protokolle der Weisen von Zion“ zu kaufen, um selbst zu sehen, ob Sobhis These – dass die Juden bereit 19 der 24 Protokolle erfolgreich umgesetzt haben und der Rest gerade umgesetzt wird – wahr ist.

Deutschland wird Studie zu Antisemitismus, Antizionismus durchführen

19. Juni 2014 um 11:30 | Veröffentlicht in EU-Europa, Europa, Europa+Islam, Terrorismus | Hinterlasse einen Kommentar
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Studie: Mehr als die Hälfte der Deutschen stimmt: „Israel verhält sich gegenüber den Palästinenser wie sich die Nazis gegenüber den Juden verhielten.“

Sam Sokol, Jerusalem Post, 13. Juni 2014

Das deutsche Innenministerium wird eine Studie zu Antisemitismus und Antizionismus durchführen, sagte ein hochrangiger Berater von Präsident Joachim Gauck dem Simon Wiesenthal Center in einem Brief, der der Jerusalem Post vorliegt. Der Brief von Botschafter Heinz-Peter Behr, Gaucks diplomatischem und außenpolitschem Berater, kam als Antwort auf eine letzten Monat vom Dekan des Simon Wiesenthal Centers, Rabbi Abraham Cooper, eingeschickten Anfrage; dieser hatte solche Studien in Korrespondenz mit verschiedenen europäischen Führungspolitikern gefordert.

In seiner Anfrage an Gauck zitierte Cooper eine Studie der deutschen Friedrich-Ebert-Stiftung, die feststellte, dass fast die Hälfte der Deutschen und 40 Prozent der Europäer insgesamt glauben, dass „Israel einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser führt“. Eine weitere, von der Universität Bielefeld durchgeführte Studie stellte fest, dass mehr als die Hälfte der befragten Deutschen der Aussage zustimmten, dass „Israel sich den Palästinenser gegenüber so verhält wie die Nazis gegenüber den Juden“, fügte er hinzu.

Der erste Schritt, der zur Bekämpfung des Antisemitismus und der Delegitimierung Israels unternommen wird, sollte darin bestehen, dass die nationalen Regierungen „herausfinden, wie ein derart total falsches und hinterhältiges Bild Israels geschaffen wurde.“ „Zumindest sollten diejenigen, die eine ungerechtfertigte und extrem kriminelle Sichtweise zu anderen konzipieren und dafür eintreten, entlarvt und im Gericht der öffentlichen Meinung zur Verantwortung gezogen werden“, sagte er. „Wir alle wissen nur allzu gut aus den 1930-er Jahren in Deutschland, was passieren kann, wenn die Delegitimierung und Dämonisierung eines Imperiums nicht infrage gestellt wird.“

Behr sagte in seiner Antwort, worauf die neue Studie sich konzentrieren wird: „nicht nur auf Antisemitismus, sondern auch auf deutsche Kritik am Staat Israel und seiner Politik. Dokumente wie diese werden zur notwendigen Diskussion der Probleme des Antisemitismus und der Dämonisierung Israels beitragen.“ Behr machte mit Gaucks Äußerung, dass für Israel einzutreten „zur Selbstdefinition der deutschen Politik gehört“ geltend, dass es inakzeptabel ist Antisemitismus zu verbreiten und „das Existenzrecht des Staates Israel zu bezweifeln. Deutschland wird sowohl für sich als auch innerhalb der europäische Strukturen weiterhin für solche Haltungen kämpfen.“

Das Thema antisemitischer Gewalt ist für die europäischen Juden ein drängendes; ein Drittel der letztes Jahr in einer von der Grundrechte-Agentur der Europäischen Union durchgeführten Studie befragten Juden erklärten, dass sie es aus Angst unterlassen religiöse Kleidung oder jüdische Symbole zu tragen, während weitere 23% die Teilnahme an jüdischen Veranstaltungen oder den Besuch jüdischer Orte meiden. In mehreren Ländern erklärte bis zu einem Drittel der Juden, dass sie über Auswanderung nachdenken.

Schüsse im jüdischen Museum von Brüssel im letzten Monat und zwei folgende Angriffe auf Juden in Frankreich sind nur die jüngsten in einer Serie von gewalttätigen Vorfällen, bei denen es gegen Juden ging. Rabbi Meir Hier, Dekan und Gründer des Simon Wiesenthal Centers, traf sich am Dienstag mit Frankreichs Präsident François Hollande in Paris und lenkte dessen Aufmerksamkeit auf mehr als 1.000 französische Staatsbürger, die entweder am syrischen Bürgerkrieg teilgenommen haben oder derzeit teilnehmen, als Gefahrenquelle für die jüdische Gemeinschaft. Mehdi Nemmouche, der bei dem Anschlag im Brüsseler Museum vier Menschen tötete, war letztes Jahr in Syrien.

„Die jüdische Gemeinschaft und Frankreichs demokratischen Werte befinden sich unter nie da gewesenen Angriffen durch die Kräfte des Extremismus, sowohl von der extremen Rechten als von extrem islamistischen Lieferanten von religiöser Intoleranz, Gewalt und Mord“, sagte Hier. „Herr Präsident, in unserer Zeit wurden diese in Frankreich geborenen Terroristen – wie andere Terroristen – nicht mit Hass in ihren Herzen geboren“, sagte er Hollande. „In Anwesenheit der heute hier versammelten jüdischen Führungskräfte aus Frankreich, Amerika, Kanada und Großbritannien erkläre ich mit Gewissheit: Sollte, was Gott verhüten möge, ein Terroranschlag von einem Juden gegen unschuldige Zivilisten verübt werden, dann würde es aus der gesamten Bandbreite der jüdischen Leiter der gesamten Welt dessen öffentliche Verurteilung geben. Nicht weniger sollte von den Leitern der größten muslimischen Bevölkerungsgruppe in Europa erwartet werden“.

Aktuelle antisemitische Karikaturen in arabischen Medien

14. März 2014 um 15:04 | Veröffentlicht in Araber, Medien+Nahost | Hinterlasse einen Kommentar
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Elder of Ziyon, 9. März 2014

Yisrael Medad fand diese Karikaturen in Al-Quds-al-Arabi, einer panarabischen Zeitung mit Sitz in Großbritannien, die von palästinensisch-arabischen Auslandsbürgern betrieben wird:

Aber bezeichnen Sie sie nicht als antisemitisch! Sie sind wirklich nur antiisraelisch! Wirklich! Sie bestehen darauf, dass man das klar versteht!

Sie haben kein Problem mit Juden!

Das heißt, solange die Juden nicht wirklich Rechte verlangen.

Ramadan: Feiertagsunterhaltung für Judenhasser

23. Juli 2013 um 14:43 | Veröffentlicht in Araber, Islam+Islamismus, Islamstaaten, Muslime | 5 Kommentare
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Petra Marquardt-Bigman, Warped Mirror (Jerusalem Post Blog), 13. Juli 2013

Stellen Sie sich einen Moment lang vor, dass irgendein großer Hollywood-Produzent für die Feiertage zwischen Weihnachten und Neujahr mit einer besonderen Geschichte ankäme, die sich der Darstellung der Muslime als verlogene, blutrünstige und völlig bösartige Kreaturen widmet, die völlig zurecht von Christen eines vergangenen Zeitalters bekämpft und getötet werden. Während der Herstellung der Sendung würden die daran beteiligten Leute – wie der Drehbuchautor und die Schauspieler – von den Medien interviewt; sie beschrieben das Projekt mit glühenden Worten und betonten, wie aktuell ihre Geschichtsshow sei, weil die aktuellen Ereignisse bewiesen, dass die Muslime unserer Zeit genauso bösartig seien wie die in der Sendung gezeigten…

Dankenswerterweise ist das ein fast nicht vorstellbares Szenario, doch man muss keine Fantasie haben, um zu wissen, wie jedes auch nur annähernd vergleichbare Projekt in Empfang genommen würde: Vor weniger als einem Jahr, im September 2012, resultierten gewalttätige Reaktionen auf den amateurhaften YouTube-Climp „Die Unschuld der Muslime“ in rund 50 Toten, Hunderten Verletzten und umfangreichen Schäden durch Brandstiftung und Krawalle. Da viele muslimische Randalierer gegen US-Botschaften und -Konsulate vorgingen, sprach sogar Präsident Obama diesen Tumult in seiner Rede vor der UNO-Vollversammlung an und verurteilte das „krude und ekelhafte Video, das Empörung in der gesamten muslimischen Welt entfacht“. Als Echo weit verbreiteter Stimmungen beschrieb ein Blogger beim Guardian den 15-minütigen Clip als „ein engstirniges Stück Gift, das die Entzündung der muslimischen Welt einkalkuliert“ und argumentierte, es biete „eine dunkle Demonstration der Macht des Films“.

Doch was geschähe, wenn es ein „engstirniges Stück Gift“ gäbe, das „einkalkuliert, die muslimische Welt“ gegen die Juden zu „entflammen“? Nun, dazu muss man nicht die Fantasie bemühen: Für den diesjährigen Ramadan, der vor ein paar Tagen begann, wird ein besonderes Programm geboten, das die Bemühungen der frühen Muslime verherrlicht die Arabische Halbinsel „judenrein“ zu machen; angeboten wird es „auf zahlreichen Sendern, darunter Dubai TV, Dream TV (Ägypten), Al-Iraqiyya TV (Irak), dem Algerischen Kanal 3, Atlas TV (Algerien), Qatar TV und UAE TV“.

Wie ein umfassender Bericht von MEMRI dokumentiert, deuten arabische Medien an, dass jeder an der Produktion von „Khaybar“ Beteiligte stolz auf die Sendung ist:

Schauspieler Ahmad Abd Al-Halim sagte: „Ich spiele eine der jüdischen Rolen, die das Verhalten der jüdischen Menschen demonstriert. Alles, woran er denkt, ist Geld anzuhäufen.“ Schauspieler Ahmad Maher sagte: „Die Geschichte hat gezeigt, dass die Juden ein Volk ohne moralische Werte sind, die ihre Vereinbarungen nicht einhalten.“ Nach seinen Angaben schuf Drehbuchautor Yusri Al-Gindi „ein historisches Dokument, das zeigt, dass diese Menschen Unterdrücker sind, die ihre Abkommen nicht einhalten. Die Geschichte zeigt, dass sie ein Volk sind, das Allah widerspricht. Sie sind die Schlächter der Propheten.“

Nach Angaben eines MEMRI-Berichts gab der Drehbuchautor der Sendung, Yusri Al-Gini „regelmäßig Interviews zur Sendung, dem Drehbuch und seiner Bedeutung“. Offenbar hält Al-Gindi sich für einen Juden-Experten und behauptet „Forschung“ betrieben zu haben, was ihn zu der Einsicht führte, dass „seit den Tagen Mose, dem Propheten Allahs, bis heute das zionistische Gebilde seine Methode nicht geändert hat“. Al-Gindi erklärte auch:

„Die Juden sind die Juden. Sie handeln immer noch entsprechend ihrer Natur, trotz der vergangenen Generationen. Sie korrumpieren jede Gesellschaft, in der sie leben und daher kann kein Regime sie durch einen Vertrag oder eine Vereinbarung welcher Art auch immer schützen. Die Krise in der arabischen Welt bietet die besten Beweise dafür und das ist der Grund, dass die Sendung ihre derzeitige Bedeutung erhält.“

Diese armselige Sendung hat wohl in der Tat „derzeitige Bedeutung“ für die „Krise in der arabischen Welt“ – weil eine „Welt“, in der primitiver Fanatismus fröhlich als aufklärende Ferienunterhaltung beworben wird, sich klar in einer tiefen Krise befindet. So vermerkte Walter Russell Mead wiederholt:

„Länder, in denen bösartiger Antisemitismus weit verbreitet ist, wind fast immer rückständig und arm […] wegen der Unfähigkeit die Welt klar zu sehen und Ursache-und-Wirkungs-Beziehungen in komplexen sozialen Umfeldern zu unterscheiden an viel weiteres Versagen im wirtschaftlichen und politischen Leben gebunden ist. Antisemitismus ist nicht nur der Sozialismus der Dummen; er ist die Soziologie der Benebelten. Der Antisemit versagt darin zu begreifen, wie die Welt funktioniert und dieses Versagen verurteilt ihn zu endloser Frustration.“

Herr Al-Gindi ist in der Tat ein gutes Beispiel für völliges Benebeltsein: Er bewirbt eine Produktion, die angeblich den unveränderlich verschlagenen Charakter der Juden beweist, ist aber nicht in der Lage zu erkennen, dass er die Argumente dafür liefert, dass unveränderbarer Judenhass eine stolze arabische und muslimische Tradition ist.

Screenshot des MEMRI-Clips von „Khaybar“

Bisher kommt Kritik an der Sendung hauptsächlich von jüdischen Stimmen, die gegen die Dämonisierung der Juden Einspruch erheben. Nach Angaben eines Berichts in The Algemeiner ist die Sendung von der ADL und dem Simon-Wiesenthal-Zentrum kritisiert worden, während der Blogger Elder of Ziyon nicht nur ausführlich über „Khaybar“ geschrieben hat, sondern auch eine Petition und eine Facebook-Seite organisierte, die die antijüdische Hetze verurteilen.

Inzwischen hat es auch einige Berichte und Kommentare in den Medien gegeben, doch wenige scheinen bereit zu sein den springenden Punkt hervorzuheben, den Rabbi Kenneth L. Cohen in der Huffington Post anspricht:

Antisemitische Fernseh-Miniserien sind in der muslimischen Welt eine Hausindustrie geworfen. […] Juden-als-Bösewicht-Themen finden sich in den lokalen Pendants von „Dallas“, „Hardball“ und „The 700 Club“. Sie erscheinen sogar in Gegenstücken zur Sesamstraße […] Talkshows sind durchtränkt von antisemitischen Tiraden und Verschwörungstheorien. Holocaust-Leugnung ist die Norm, Freitagspredigten, die die Abschlachtung aller Juden überall fordern, sind nicht ungewöhnlich. Die Beschreibung des bösartigen, blutrünstigen Juden, der plant die Welt zu kontrollieren – extremistisches Zeugs, das nur in anrüchigen Rändern der Gesellschaft des Westens existieren – wird Hunderten Millionen Menschen gezeigt. […]

Diese krude und widerliche Hetze trotzt journalistischen und Medienstandards, die andernorts zu finden sind. Sie schadet Juden, untergräbt aber auch das Ansehen der Muslime und dem Image des Islam.

Und das ist in der Tat ein Punkt, der nur allzu selten betont wird: Wenn eine Sendung wie „Khaybar“ als Ramadan-Ferienunterhaltung produziert werden kann, dann ist der Schluss nicht „islamophob“, dass viele Muslime antijüdischen Fanatismus als integralen Teil ihrer Weltsicht betrachten.

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