Ägyptischer Schauspieler prahlt mit Erfolg von antisemitischer Propaganda

25. Juni 2014 um 14:45 | Veröffentlicht in Araber, Muslime | Hinterlasse einen Kommentar
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Elder of Ziyon, 20. Juni 2014

2002 strahlten arabische Fernsehsender während des Ramadan eine 41-teilige Miniserie namens „Ritter ohne Pferd“ aus, die darauf gründete beweisen zu wollen, dass die „Protokolle der Weisen von Zion“ serös sind.

Eine der treibenden Kräfte dahinter war der Schauspieler und Komiker Mohamed Sobhi, der in der Serie mitspielte.

Heute erzählt er den ägyptischen Medien, wie wichtig die Serie war.

Er sagte Youm7, dass der Erfolg der Serie „Ritter ohne Pferd“ nicht wegen der Zahl der Menschen wichtig ist, die sie sahen, sondern in der Tatsache, das (behauptet er) die Serie zwei Millionen Ägypter veranlasste sich eine Ausgabe des Buchs „Die Protokolle der Weisen von Zion“ zu kaufen, um selbst zu sehen, ob Sobhis These – dass die Juden bereit 19 der 24 Protokolle erfolgreich umgesetzt haben und der Rest gerade umgesetzt wird – wahr ist.

Deutschland wird Studie zu Antisemitismus, Antizionismus durchführen

19. Juni 2014 um 11:30 | Veröffentlicht in EU-Europa, Europa, Europa+Islam, Terrorismus | Hinterlasse einen Kommentar
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Studie: Mehr als die Hälfte der Deutschen stimmt: „Israel verhält sich gegenüber den Palästinenser wie sich die Nazis gegenüber den Juden verhielten.“

Sam Sokol, Jerusalem Post, 13. Juni 2014

Das deutsche Innenministerium wird eine Studie zu Antisemitismus und Antizionismus durchführen, sagte ein hochrangiger Berater von Präsident Joachim Gauck dem Simon Wiesenthal Center in einem Brief, der der Jerusalem Post vorliegt. Der Brief von Botschafter Heinz-Peter Behr, Gaucks diplomatischem und außenpolitschem Berater, kam als Antwort auf eine letzten Monat vom Dekan des Simon Wiesenthal Centers, Rabbi Abraham Cooper, eingeschickten Anfrage; dieser hatte solche Studien in Korrespondenz mit verschiedenen europäischen Führungspolitikern gefordert.

In seiner Anfrage an Gauck zitierte Cooper eine Studie der deutschen Friedrich-Ebert-Stiftung, die feststellte, dass fast die Hälfte der Deutschen und 40 Prozent der Europäer insgesamt glauben, dass „Israel einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser führt“. Eine weitere, von der Universität Bielefeld durchgeführte Studie stellte fest, dass mehr als die Hälfte der befragten Deutschen der Aussage zustimmten, dass „Israel sich den Palästinenser gegenüber so verhält wie die Nazis gegenüber den Juden“, fügte er hinzu.

Der erste Schritt, der zur Bekämpfung des Antisemitismus und der Delegitimierung Israels unternommen wird, sollte darin bestehen, dass die nationalen Regierungen „herausfinden, wie ein derart total falsches und hinterhältiges Bild Israels geschaffen wurde.“ „Zumindest sollten diejenigen, die eine ungerechtfertigte und extrem kriminelle Sichtweise zu anderen konzipieren und dafür eintreten, entlarvt und im Gericht der öffentlichen Meinung zur Verantwortung gezogen werden“, sagte er. „Wir alle wissen nur allzu gut aus den 1930-er Jahren in Deutschland, was passieren kann, wenn die Delegitimierung und Dämonisierung eines Imperiums nicht infrage gestellt wird.“

Behr sagte in seiner Antwort, worauf die neue Studie sich konzentrieren wird: „nicht nur auf Antisemitismus, sondern auch auf deutsche Kritik am Staat Israel und seiner Politik. Dokumente wie diese werden zur notwendigen Diskussion der Probleme des Antisemitismus und der Dämonisierung Israels beitragen.“ Behr machte mit Gaucks Äußerung, dass für Israel einzutreten „zur Selbstdefinition der deutschen Politik gehört“ geltend, dass es inakzeptabel ist Antisemitismus zu verbreiten und „das Existenzrecht des Staates Israel zu bezweifeln. Deutschland wird sowohl für sich als auch innerhalb der europäische Strukturen weiterhin für solche Haltungen kämpfen.“

Das Thema antisemitischer Gewalt ist für die europäischen Juden ein drängendes; ein Drittel der letztes Jahr in einer von der Grundrechte-Agentur der Europäischen Union durchgeführten Studie befragten Juden erklärten, dass sie es aus Angst unterlassen religiöse Kleidung oder jüdische Symbole zu tragen, während weitere 23% die Teilnahme an jüdischen Veranstaltungen oder den Besuch jüdischer Orte meiden. In mehreren Ländern erklärte bis zu einem Drittel der Juden, dass sie über Auswanderung nachdenken.

Schüsse im jüdischen Museum von Brüssel im letzten Monat und zwei folgende Angriffe auf Juden in Frankreich sind nur die jüngsten in einer Serie von gewalttätigen Vorfällen, bei denen es gegen Juden ging. Rabbi Meir Hier, Dekan und Gründer des Simon Wiesenthal Centers, traf sich am Dienstag mit Frankreichs Präsident François Hollande in Paris und lenkte dessen Aufmerksamkeit auf mehr als 1.000 französische Staatsbürger, die entweder am syrischen Bürgerkrieg teilgenommen haben oder derzeit teilnehmen, als Gefahrenquelle für die jüdische Gemeinschaft. Mehdi Nemmouche, der bei dem Anschlag im Brüsseler Museum vier Menschen tötete, war letztes Jahr in Syrien.

„Die jüdische Gemeinschaft und Frankreichs demokratischen Werte befinden sich unter nie da gewesenen Angriffen durch die Kräfte des Extremismus, sowohl von der extremen Rechten als von extrem islamistischen Lieferanten von religiöser Intoleranz, Gewalt und Mord“, sagte Hier. „Herr Präsident, in unserer Zeit wurden diese in Frankreich geborenen Terroristen – wie andere Terroristen – nicht mit Hass in ihren Herzen geboren“, sagte er Hollande. „In Anwesenheit der heute hier versammelten jüdischen Führungskräfte aus Frankreich, Amerika, Kanada und Großbritannien erkläre ich mit Gewissheit: Sollte, was Gott verhüten möge, ein Terroranschlag von einem Juden gegen unschuldige Zivilisten verübt werden, dann würde es aus der gesamten Bandbreite der jüdischen Leiter der gesamten Welt dessen öffentliche Verurteilung geben. Nicht weniger sollte von den Leitern der größten muslimischen Bevölkerungsgruppe in Europa erwartet werden“.

Aktuelle antisemitische Karikaturen in arabischen Medien

14. März 2014 um 15:04 | Veröffentlicht in Araber, Medien+Nahost | Hinterlasse einen Kommentar
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Elder of Ziyon, 9. März 2014

Yisrael Medad fand diese Karikaturen in Al-Quds-al-Arabi, einer panarabischen Zeitung mit Sitz in Großbritannien, die von palästinensisch-arabischen Auslandsbürgern betrieben wird:

Aber bezeichnen Sie sie nicht als antisemitisch! Sie sind wirklich nur antiisraelisch! Wirklich! Sie bestehen darauf, dass man das klar versteht!

Sie haben kein Problem mit Juden!

Das heißt, solange die Juden nicht wirklich Rechte verlangen.

Ramadan: Feiertagsunterhaltung für Judenhasser

23. Juli 2013 um 14:43 | Veröffentlicht in Araber, Islam+Islamismus, Islamstaaten, Muslime | 5 Kommentare
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Petra Marquardt-Bigman, Warped Mirror (Jerusalem Post Blog), 13. Juli 2013

Stellen Sie sich einen Moment lang vor, dass irgendein großer Hollywood-Produzent für die Feiertage zwischen Weihnachten und Neujahr mit einer besonderen Geschichte ankäme, die sich der Darstellung der Muslime als verlogene, blutrünstige und völlig bösartige Kreaturen widmet, die völlig zurecht von Christen eines vergangenen Zeitalters bekämpft und getötet werden. Während der Herstellung der Sendung würden die daran beteiligten Leute – wie der Drehbuchautor und die Schauspieler – von den Medien interviewt; sie beschrieben das Projekt mit glühenden Worten und betonten, wie aktuell ihre Geschichtsshow sei, weil die aktuellen Ereignisse bewiesen, dass die Muslime unserer Zeit genauso bösartig seien wie die in der Sendung gezeigten…

Dankenswerterweise ist das ein fast nicht vorstellbares Szenario, doch man muss keine Fantasie haben, um zu wissen, wie jedes auch nur annähernd vergleichbare Projekt in Empfang genommen würde: Vor weniger als einem Jahr, im September 2012, resultierten gewalttätige Reaktionen auf den amateurhaften YouTube-Climp „Die Unschuld der Muslime“ in rund 50 Toten, Hunderten Verletzten und umfangreichen Schäden durch Brandstiftung und Krawalle. Da viele muslimische Randalierer gegen US-Botschaften und -Konsulate vorgingen, sprach sogar Präsident Obama diesen Tumult in seiner Rede vor der UNO-Vollversammlung an und verurteilte das „krude und ekelhafte Video, das Empörung in der gesamten muslimischen Welt entfacht“. Als Echo weit verbreiteter Stimmungen beschrieb ein Blogger beim Guardian den 15-minütigen Clip als „ein engstirniges Stück Gift, das die Entzündung der muslimischen Welt einkalkuliert“ und argumentierte, es biete „eine dunkle Demonstration der Macht des Films“.

Doch was geschähe, wenn es ein „engstirniges Stück Gift“ gäbe, das „einkalkuliert, die muslimische Welt“ gegen die Juden zu „entflammen“? Nun, dazu muss man nicht die Fantasie bemühen: Für den diesjährigen Ramadan, der vor ein paar Tagen begann, wird ein besonderes Programm geboten, das die Bemühungen der frühen Muslime verherrlicht die Arabische Halbinsel „judenrein“ zu machen; angeboten wird es „auf zahlreichen Sendern, darunter Dubai TV, Dream TV (Ägypten), Al-Iraqiyya TV (Irak), dem Algerischen Kanal 3, Atlas TV (Algerien), Qatar TV und UAE TV“.

Wie ein umfassender Bericht von MEMRI dokumentiert, deuten arabische Medien an, dass jeder an der Produktion von „Khaybar“ Beteiligte stolz auf die Sendung ist:

Schauspieler Ahmad Abd Al-Halim sagte: „Ich spiele eine der jüdischen Rolen, die das Verhalten der jüdischen Menschen demonstriert. Alles, woran er denkt, ist Geld anzuhäufen.“ Schauspieler Ahmad Maher sagte: „Die Geschichte hat gezeigt, dass die Juden ein Volk ohne moralische Werte sind, die ihre Vereinbarungen nicht einhalten.“ Nach seinen Angaben schuf Drehbuchautor Yusri Al-Gindi „ein historisches Dokument, das zeigt, dass diese Menschen Unterdrücker sind, die ihre Abkommen nicht einhalten. Die Geschichte zeigt, dass sie ein Volk sind, das Allah widerspricht. Sie sind die Schlächter der Propheten.“

Nach Angaben eines MEMRI-Berichts gab der Drehbuchautor der Sendung, Yusri Al-Gini „regelmäßig Interviews zur Sendung, dem Drehbuch und seiner Bedeutung“. Offenbar hält Al-Gindi sich für einen Juden-Experten und behauptet „Forschung“ betrieben zu haben, was ihn zu der Einsicht führte, dass „seit den Tagen Mose, dem Propheten Allahs, bis heute das zionistische Gebilde seine Methode nicht geändert hat“. Al-Gindi erklärte auch:

„Die Juden sind die Juden. Sie handeln immer noch entsprechend ihrer Natur, trotz der vergangenen Generationen. Sie korrumpieren jede Gesellschaft, in der sie leben und daher kann kein Regime sie durch einen Vertrag oder eine Vereinbarung welcher Art auch immer schützen. Die Krise in der arabischen Welt bietet die besten Beweise dafür und das ist der Grund, dass die Sendung ihre derzeitige Bedeutung erhält.“

Diese armselige Sendung hat wohl in der Tat „derzeitige Bedeutung“ für die „Krise in der arabischen Welt“ – weil eine „Welt“, in der primitiver Fanatismus fröhlich als aufklärende Ferienunterhaltung beworben wird, sich klar in einer tiefen Krise befindet. So vermerkte Walter Russell Mead wiederholt:

„Länder, in denen bösartiger Antisemitismus weit verbreitet ist, wind fast immer rückständig und arm […] wegen der Unfähigkeit die Welt klar zu sehen und Ursache-und-Wirkungs-Beziehungen in komplexen sozialen Umfeldern zu unterscheiden an viel weiteres Versagen im wirtschaftlichen und politischen Leben gebunden ist. Antisemitismus ist nicht nur der Sozialismus der Dummen; er ist die Soziologie der Benebelten. Der Antisemit versagt darin zu begreifen, wie die Welt funktioniert und dieses Versagen verurteilt ihn zu endloser Frustration.“

Herr Al-Gindi ist in der Tat ein gutes Beispiel für völliges Benebeltsein: Er bewirbt eine Produktion, die angeblich den unveränderlich verschlagenen Charakter der Juden beweist, ist aber nicht in der Lage zu erkennen, dass er die Argumente dafür liefert, dass unveränderbarer Judenhass eine stolze arabische und muslimische Tradition ist.

Screenshot des MEMRI-Clips von „Khaybar“

Bisher kommt Kritik an der Sendung hauptsächlich von jüdischen Stimmen, die gegen die Dämonisierung der Juden Einspruch erheben. Nach Angaben eines Berichts in The Algemeiner ist die Sendung von der ADL und dem Simon-Wiesenthal-Zentrum kritisiert worden, während der Blogger Elder of Ziyon nicht nur ausführlich über „Khaybar“ geschrieben hat, sondern auch eine Petition und eine Facebook-Seite organisierte, die die antijüdische Hetze verurteilen.

Inzwischen hat es auch einige Berichte und Kommentare in den Medien gegeben, doch wenige scheinen bereit zu sein den springenden Punkt hervorzuheben, den Rabbi Kenneth L. Cohen in der Huffington Post anspricht:

Antisemitische Fernseh-Miniserien sind in der muslimischen Welt eine Hausindustrie geworfen. […] Juden-als-Bösewicht-Themen finden sich in den lokalen Pendants von „Dallas“, „Hardball“ und „The 700 Club“. Sie erscheinen sogar in Gegenstücken zur Sesamstraße […] Talkshows sind durchtränkt von antisemitischen Tiraden und Verschwörungstheorien. Holocaust-Leugnung ist die Norm, Freitagspredigten, die die Abschlachtung aller Juden überall fordern, sind nicht ungewöhnlich. Die Beschreibung des bösartigen, blutrünstigen Juden, der plant die Welt zu kontrollieren – extremistisches Zeugs, das nur in anrüchigen Rändern der Gesellschaft des Westens existieren – wird Hunderten Millionen Menschen gezeigt. […]

Diese krude und widerliche Hetze trotzt journalistischen und Medienstandards, die andernorts zu finden sind. Sie schadet Juden, untergräbt aber auch das Ansehen der Muslime und dem Image des Islam.

Und das ist in der Tat ein Punkt, der nur allzu selten betont wird: Wenn eine Sendung wie „Khaybar“ als Ramadan-Ferienunterhaltung produziert werden kann, dann ist der Schluss nicht „islamophob“, dass viele Muslime antijüdischen Fanatismus als integralen Teil ihrer Weltsicht betrachten.

Die Kunst des politisch korrekten Holocaust-Gedenkens in Deutschland

3. Juli 2013 um 15:15 | Veröffentlicht in Araber, Deutschland, Geschichte | Hinterlasse einen Kommentar
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Petra Marquardt-Bigman, The Warped Mirro (Jerusalem Post blogs), 29. Juni 2013

Letzten Freitag hatten die Menschen in Köln die Chance an einer einzigartigen „Performance“ teilzunehmen, die vom „Impulse Theater Biennale 2013“ gesponsert wurde: In Nachahmung der israelischen Gepflogenheit zum Yom HaShoah (Holocaust-Gedenktag) waren die Menschen in Köln eingeladen „Zwei Minuten Stillstand“ zu einzuhalten, um „anzuhalten, über die Geschichte nachzudenken und über unsere Zukunft. Was bedeutet es heute, deutsch zu sein, als Einwanderer in Deutschland zu leben, welche Konsequenzen haben der Holocaust ebenso wie seine Instrumentalisierung noch immer?“

Diese „Performance“ war die Idee der preisgekrönten, in Israel geborenen Künstlerin Yael Bartana, deren Arbeit „das nationale Bewusstsein herausfordert … das von ihren Heimatland Israel propagiert wird“.

Doch nicht jeder ist von Bartanas Akte als Künstlerin und ihren Preisen beeindruckt. In der WELT stellt Alan Posener sarkastisch fest: Wer als israelischer Künstler nach einem Businessplan sucht, bei dem es nicht auf die Begabung ankommt, sollte das Israel-Bashing in Betracht ziehen. Was Posener besonders ärgert, war Bartanas völlig vorhersehbarer Versuch alle Arten abgenutzter Parolen und Klischees anzuwenden, um ihr Projekt mit einer angeblich tieferen Bedeutung auszustatten.

Und so erklärte Baratana in der offiziellen Ankündigung ihres Projekts für das Event in Köln:

Denn „Drittes Reich“ und Holocaust sind nicht nur historische Ereignisse – sie erzeugten auch langfristige globale Kettenreaktionen bis in unsere Gegenwart hinein: nicht nur die Gründung des Staates Israel aufgrund eines Beschlusses der UN ist eine Konsequenz daraus, sondern auch die palästinensische Nakba in 1948. Ebenso wie Flucht und Vertreibung in Europa und im Nahen Osten [bis hin zu den NSU-Morden, deren Täter sich klar und eindeutig in der Tradition des Nationalsozialismus begreifen und deren Verbrechen das Ziel haben, alles „Fremde” aus der deutschen Gesellschaft zu verbannen.] Diese Geschichte ist geschrieben, aber die Zukunft hängt von unserem Handeln ab.

Und so ist „Zwei Minuten Stillstand“ nicht nur Gedenken und Performance, sondern auch und vor allem eine Aufforderung, die Gegenwart zu verändern. Ein Angebot für eine breite Debatte in Köln und darüber hinaus, wie aktives Erinnern heute und zukünftig aussehen sollte. [Welchen Einfluss Geschichte auf die Gegenwart haben kann, was wir tun können, um unsere Zukunft aktiv zu gestalten.] Ein Tag des Aufbegehrens gegen Gewalt und Ungerechtigkeit heute und morgen.

Bartana hob wiederholt die Morde und andere Verbrechen heraus, die von einer kleinen, sich „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) nennenden Terrorgruppe begangen wurden. Die Gruppe mag eine Handvoll Unterstützer haben, doch sie bestand aus nur drei bekannten Mitgliedern und scheint zwischen 2000 und 2011 aktiv gewesen zu sein, als zwei der Terroristen sich selbst töteten, weil sie von der Polizei nach einem Bankraub in die Enge getrieben wurden. Das einzige überlebende Mitglied der Gruppe stellte sich selbst und erwartet ihren Prozess.

Bartana bestrachtet die NSU offensichtlich als einen Teil der „vom Zweiten Weltkrieg erzeugten Kettenreaktion“. In einem Interview gefragt, ob es „die Gefahr der Wiederbelebung der von Deutschland während des NS-Regimes begangenen Verbrechen und Schrecken gibt, wenn Sie sie auf diese Weise mit anderen Ereignissen wie den NSU-Morden verbinden“, antwortete Bartana:

Es scheint, dass es für einige Menschen in Deutschland als politisch inkorrekt gilt, eine Linie zwischen dem Nationalsozialismus und dem NSU zu ziehen. Genauso wie es unmöglich scheint, Juden, Roma und Homosexuellen als Opfern des Nationalsozialismus gemeinsam zu gedenken. Vielleicht ist das richtig und jeder braucht sein eigenes Gedenken. Und natürlich wird das eine wichtige Diskussion bleiben: Wie gedenkt man ohne zu relativieren? Aber eben auch ohne andere auszuschließen. Schließlich: Es geht nicht um Zahlen. Und der NSU ist eine aktive faschistische Bewegung im heutigen Deutschland. Wir reden also von einer Ideologie, die noch am Leben ist.

Natürlich muss man argumentieren, dass „es nicht um Zahlen geht“, wenn man behaupten will, dass eine aus drei Personen und vielleicht ein paar Dutzend Sympathisanten bestehende Terrorgruppe „eine aktive faschistische Bewegung im heutigen Deutschland“ darstellt und „eine Ideologie (repräsentiert), die noch am Leben ist“ – selbst wenn zwei der Terroristen tot sind und die dritte im Gewahrsam auf ihren Prozess wartet. Selbstverständlich stellt die Tatsache, dass das Terrortrio Jahre lang agieren und eine Reihe von Morden, zumeist an Einwanderern, begehen konnte, ein spektakuläres Versagen der deutschen Rechtsschützer und Sicherheitsbehörden dar. Doch die Existenz einer so kleinen Gruppe in einem Land von rund 80 Millionen Menschen weist nicht darauf hin, dass der Nationalsozialismus und Faschismus in Deutschland „am Leben“ ist.

Es gibt aber andere Gründe sich wegen des Erbes des Nationalsozialismus in Deutschland zu sorgen – was natürlich von jemandem wie Bartana praktischerweise ignoriert werden kann, der sich nicht für Zahlen interessiert. Bedenken Sie zum Beispiel die Ergebnisse von Studien, die zeigen, dass mindestens 20 Prozent der Deutschen antisemitische Einstellungen hegen und dass mehr als 40 Prozent der Deutschen antisemitischer „Kritik“ an Israel beipflichten – so den Vergleich israelischen Umgangs mit Palästinenser damit, wie die Nazis mit den Juden umgingen.

Doch jeder, der sich wirklich wegen von den Nazis inspiriertem Hass Sorgen macht, der heute „noch lebt“, müsste den vorherrschenden Judenhass im Nahen Osten erwähnen. Der gefeierte Experte Robert Wistrich hat argumentiert:

Islamischer Antisemitismus ist bei weitem die dynamischste und bedrohlichste Form des Antisemitismus, der heute in der zeitgenössischen Welt existiert. Sie kombinierte die Geißel des islamistischen Terrorismus, die Verbreitung des Jihad, den Hass gegen den Westen, Holocaust-Leugnung und den völkermörderischen „Antizionismus“, der im Iran staatlich zugelassen ist. Der dramatische Triumph der Muslimbruderschaft in Ägypten und das alarmierende Erstarken militant salafistischer Bewegungen überall im arabischen Nahen Osten haben das Niveau der weltweiten Bedrohung enorm erhöht.

Als Kommentar zu der historischen Verbindung zwischen europäischem Faschismus und dem Islamismus hat Wistrich betont:

Die 1928 von Hassan al-Banna in Ägypten gegründete Muslimbruderschaft hat eine radikal totalitäre Vision gesellschaftlicher Verwandlung, einen Führerkult und tief sitzenden Hass gegen Juden, der sich nicht wirklich von dem des Faschismus und Nationalsozialismus unterscheidet. Darüber hinas war der charismatischer Gründer der palästinensisch-arabischen Nationalbewegung, Hadsch Amin al-Husseini ein fanatisch völkermörderischer Antisemit, der während des Zweiten Weltkriegs aktiv mit Adolf Hitler kollaborierte. Diese „Vernichtungs“-Tradition des Judenhasses hat sich bis heute in der palästinensischen Hamas-Bewegung fortgesetzt (einen Ableger der Muslimbruderschaft). Ihr heiliger Bund ist einer der unverhülltesten antijüdischen Texte der gesamten Nach-Holocaust-Ära.

Es wurde zwar schon viel über Husseinis Zusammenarbeit mit den Nazis geschrieben, doch ein neues Buch von Barry Rubin und Wolfgang G. Schwanitz, „Nazis, Islamists, and the Making of the Modern Middle East”, wird Anfang nächsten Jahres zur Verfügung stehen; es bietet „neue Einsichten in die miteinander verflochtene Entwicklung des Nationalsozialismus und des Islamismus und ihren Einfluss auf den modernen Nahen Osten“.

Zugegeben, es wäre kein guter Karriereschritt für Yael Bartana, dieses wichtige Thema in irgendeines ihrer zukünftigen Projekte in Deutschland einzuarbeiten. Es ist so viel leichter einen oberflächlichen „Holocaust für alle“ zu bieten, der – wie ein kritischer Artikel in der taz es formuliert – den Nazi-Völkermord in ein „europäisches Wohlfühlprojekt“ verwandelt.

Doch Bartanas „Performance“ in Köln wohnten auch ein paar wenige Personen bei, die kein gutes Gefühl dabei hatten. Wie vom Blogger „Tapfer in Nirgendwo“ inszeniert, sagen sie die Hatikva und einige hielten israelische Flaggen – was einige Oberstufenschüler, die von ihren Lehrern zur Teilnahme an der „Performance“ geschickt worden waren, darauf mit Gebrüll „Viva Palästina!“ zu reagieren.

Hätte ich mich „Tapfer im Nirgendwo“ anschließen können hätte ich die berühmte Aufnahme von Überlebenden des KZ Bergen-Belsen abgespielt, wie sie kurz nach der Befreiung des Lagers im April 1945 Hatikva sangen.

Ritualmordlüge – in der muslimischen Welt wohlauf

29. März 2013 um 16:00 | Veröffentlicht in Araber, Islam+Islamismus, Islamstaaten, Muslime | 1 Kommentar
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Unglücklicherweise ist die „Matzen-Ritualmordlüge“ gesund und munter, sagt Prof. Moshe Sharon von der Hebräischen Universität

David Lev, IsraelNationalNews.com, March 25, 2013

In der heutigen Zeit mag es halluzinogen sein, doch unglücklicherweise ist die „Matzen-Ritualmordlüge“ wohlauf. In einer Diskussion mit Arutz Sheva sagte Professor Moshe Sharon von der Hebräischen Universität, dass es immer noch viele Fälle falscher Beschuldigungen von Juden gibt, die angeblich das Blut von Nichtjuden benutzen, um Matzen zu backen, doch dass diese Anschuldigungen heute in der muslimischen Welt erhoben werden, nicht in der christlichen, in der die Mordlüge 1144 mit der fingierten Geschichte des William in Norwich (England) ins Leben gerufen wurde.

Die Beschuldigung, Juden würden das Blut von Christen oder muslimisches Blut nutzen, ist in der islamischen Literatur recht geläufig. Von der Hisbollah, der Hamas oder anderen Terrorgruppen gedrucktes Material, zusammen mit Büchern, die in der gesamten arabischen Welt verkauft werden, behandeln angebliche Fälle jüdischer Nutzung von Blut zum Backen von Matzen, sagte Sharon. „Historische“ Ermittlungen von Fällen der Nutzung von Blut durch Juden sind alltägliches Futter für akademische Dissertationen; zum Beispiel schrieb der syrische Kriegsminister Mustafa Talas seine Dissertation über den Ritualmordvorwurf von Damaskus des Jahres 1840.

Auch israelische Araber sind von diesen Überzeugungen beeinflusst, sagte Sharon. Er diskutierte den Fall eines seiner Studenten an der Hebräischen Universität, der ihn einmal fragte, wo Juden das christliche Blut finden, das sie für das Backen der Matzen brauchen. „Das zeigt, dass die Tradition des Ritualmordvorwurfs immer noch tief verwurzelt ist“, sagte er. Ein Bestseller in Kuwait beinhaltet eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Prozess der Herstellung von Blut zum Backen von Matzen, einschließlich der schrecklichen, fingierten Beschreibung eines besonderen Fasses mit scharfen Stacheln, in das das christliche Kind geschnallt und wie das Fass über den Boden gerollt wird, so dass die Stacheln es stechen und sein Blut laufen lassen, das in einem besonderen Gefäß im Fass gesammelt wird.

Fragt man, wie die arabische Öffentlichkeit so naiv sein kann, solch mythische Geschichten zu glauben, sagte Sharon, die Tatsache, dass solche Geschichten in Büchern abgedruckt werden, mache sie in den Augen vieler einfachen wie auch gebildeten Araber amtlich. „Der Hass gegen Juden ist derart stark, dass alles, was sie schlecht aussehen lässt, in der muslimischen Welt rasch angenommen wird“, fügte er hinzu.

Einer der Gründe, dass die Araber damit davonkommen, ist der, dass Israel es ihnen erlaubt, sagte Sharon. „Wären wir ein Land, das für das Thema Ehre sensibel wäre, wie es die muslimischen Staaten sind, würden wir eine Entschuldigung für solche Propaganda“ als Voraussetzung für jegliche Verhandlungen fordern. „Wenn die Palästinenser davon reden, dass die IDF arabische Kinder tötet, dann ist das das Thema des Ritualmordvorwurfs, das sie im Sinn haben und das ist das Bild, das sie Europa vermitteln wollen“, fügte er an. „Die Tatsache, dass es keine Pogrome wegen Ritualmord-Vorwürfen in der muslimischen Welt gegeben hat, ist der militärischen Stärke Israels geschuldet. Würde Israel nicht als eindrucksvolle macht im Nahen Osten angesehen, würden sich solche Pogrome wie Buschfeuer ausbreiten“, sagte er.

Die Ironie der lügnerischen Ritualmord-Vorwürfe besteht darin, dass die Thora Juden ausdrücklich den Konsum von Blut in jeglicher Form verbieten, wohingegen heidnische Religionen es als Teil ihrer Rituale machten.

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