Memo für die Schweden

8. Oktober 2014 um 13:00 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, Europa+Nahost, Friedensinitiativen, Geschichte, Nahost-Konflikt, Palästinenser | 1 Kommentar
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Dr. Reuven Berko, Israel HaYom, 6. Oktober 2014

Es gibt Leute, die argumentieren, PA-Präsident Mahmud Abbas stelle eine „unersetzliche, einmalige Gelegenheit“ dar. Sie behaupten, wenn Israel ein Friedensabkommen mit dem „rais“ (Präsidenten) unterzeichne, würde das die Palästinenser für alle Zeiten verpflichten. Aber jeder, der die Situation in Judäa und Samaria beobachtet, kann sehen, dass die Unterstützung für die Hamas, Abbas‘ Rivalen, in die Höhe schnellt und das die vorherrschenden Gefühle die Vernichtung Israels befürworten.

Damit Frieden geschlossen werden kann, müssen beide Seiten nach ihm verlangen. Würde ein Friedensabkommen mit Abbas unterzeichnet, würden nicht einmal seine Söhne es einhalten. Sie sagen, dass die Forderung des Rückkehrrechts für palästinensische Flüchtlinge nach UNO-Resolution 194 immer noch gültig ist.

Abbas erklärte, Safed aufzugeben (wo er geboren wurde) sei ein persönliches Opfer. Nach ihm war das die individuelle Entscheidung eines einzelnen Palästinensers und kein Präsident hat die Befugnis in dieser Sache eine Entscheidung zu treffen. Wenn der Rais in Sachen „Rückkehr“ keine Entscheidung im Namen seines Volkes treffen kann, welchen Wert hat dann die Unterzeichnung einer Vereinbarung mit ihm, während der Kern der Palästinenserfrage ungelöst bleibt?

Abbas‘ wahre Haltung zur Frage der „Rückkehr“ wurde in seiner jüngsten Rede vor der UNO deutlich, in der er das „Rückkehrrecht“ forderte, wie er Resolution 194 interpretiert – in ein Land, das er einen „Apartheidstaat“ nannte. Wenn es in der Tat „Apartheid“ ist, warum mehr Palästinenser in den Kreis des von Israel zugefügten „furchtbaren Leidens“ bringen?

Der Rais lehnt die Anerkennung Israels als jüdischer Staat wegen seiner Verpflichtung gegenüber den „vernachlässigten“ israelische Araber und seines Plans, den „Apartheidstaat“ zu vernichten und mit Palästinensern gemäß der UNO-Resolution 194 zu fluten, ab. Halten Sie im Hinterkopf, dass das Wort „Apartheid“ schon früher benutzt wurde, als Israel seinen Sicherheitszaun baute, um palästinensische Terroristen von jüdischen Opfern zu trennen. Jemand steckte einen Stock ins Rad.

In seiner Rede betonte Abbas, dass die Palästinenser – die es ablehnen sich entsprechend der Sicherheitsinteressen Israels zu verhalten, auf „Widerstand“ (d.h. Terrorismus) als dem „Erbe der Fedayin“ (die PLO-Terroristen, die nach Oslo halbwegs gezähmt waren) und entsprechend dem internationalen Recht bestehen. Nach ihrer Sicht erlaubt das Recht „Widerstand gegen Besatzung“ mit allen Mitteln. Wenn aber die „Besatzung“ es wagt „dem Widerstand Widerstand zuleisten“, dann ist das nach Maßgabe des Rais Völkermord.

Abbas fordert jetzt, dass den Palästinensern die Kontrolle über Grenzübergänge gegeben wird, sowohl an Land als auch auf See. Da Schweden den palästinensischen Opportunismus unterstützt, wird es schwedischen UNO-Beobachtern erlaubt werden über den Flughaften Ben Gurion zu fliehen, bevor der in die Luft gejagt wird.

In seiner Rede vor der UNO beschuldigte Abbas Israel dem Konflikt eine religiöse Dimension zu geben. Wirklich? Hamas, sein Regierungspartner, ist der einzige, der mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt als eine Frage der Religion umgeht, indem er palästinensisches Land als „Waqf-Land“ definiert, der in muslimische Hände zurückgegeben werden muss, während Juden getötet und ihr Staat aufgelöst wird.

Abbas ist Partner in einer Regierung, die Völkermord an Juden plant und ihn versucht auszuführen. Er ist derzeit Teil einer Einheitsregierung mit der Hamas, die sich der Tötung jedes einzelnen Juden gemäß Kapitel 7 ihrer Charta verpflichtet ist und seit Jahren daran gearbeitet hat dieser Verpflichtung auf mörderische Weise nachzukommen. Selbst heute, nachdem die Hamas besiegt wurde, lehnt es Abbas ab Hand an die Entmilitarisierung des Gazastreifens zu legen, trotz der Verpflichtung in den Oslo-Vereinbarungen.

Als Abbas den Westen aufforderte ihm zu helfen Israel zu boykottiere und die Chance zu nutzen einen Palästinenserstaat ohne Friedensverhandlungen zu ergreifen, zitierte er den palästinensischen Dichter Mahmud Darwisch: „Wir Palästinenser leiden unter einer unheilbaren Krankheit namens ‚Hoffnung‘.“

Alle Zeichen deuten darauf hin, dass diese „Hoffnung“ eine Hoffnung auf Völkermord an Juden und die Auslöschung Israels ist.

Islamischer Fundamentalismus, die permanente Bedrohung (Teil 3/3)

18. August 2014 um 13:00 | Veröffentlicht in Geschichte, Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser | Hinterlasse einen Kommentar
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Ende Juni 2014 verstarb Professor Mordechai Abir. Er lehrte Nahost- und Islam-Studien an der Hebräischen Universität, bevor er in den Ruhestand ging. Manfred Gerstenfeld interviewte ihn vor zwanzig Jahren für sein Buch Israel’s New Future. (Das Buch wurde letztes Jahr mit einer neuen Einleitung unter dem Titel Israel’s New Future Revisited nochmals veröffentlicht.) Damals war der islamische Fundamentalismus gegenwärtig, aber nicht das große Problem, zu dem er seitdem geworden ist. In dem Interview zeigte Abir große Voraussicht dazu, wie der Fundamentalismus sich entwickeln könnte. Unten folgt der zweite Teil des Interviews. (Teil 1, Teil 2.)

Abir spricht offen von seiner Befürchtung, dass die von pazifistischen Vertretern Israels unternommenen Schritte praktisch den Weg zur Gründung eines PLO-Staats in der Westbank ebnen. Er hat wenig Zweifel, dass ein solcher Staat von Fundamentalisten und/oder sich verweigernden Nationalisten übernommen wird.

„Nehmen wir an, dass die Hamas sich aus taktischen Gründen heraushält und der von Arafat geführte Mainstream-PLO-Palästinenserstaat gegründet wird“, sagt er. „In einer zweiten Phase wird die Hamas die Macht übernehmen. Der derzeitige Trend ist, dass die Massen – besonders diejenigen, die wirtschaftlich leiden – zunehmend den Fundamentalisten folgen.

In der Tat könnte ein Palästinenserstaat ohne die riesigen Ressourcen, die nötig sind, um die Probleme seiner Bevölkerung und der Palästinenser in der Diaspora zu lösen, eine sehr schwierige Wirtschaftskrise durchmachen. Er wird von unfreundlichen arabischen Regimen und Israel umgeben sein, außer er schafft eine Art Union mit Jordanien zu bilden und erhält substanzielle Hilfe.

Darüber hinaus, stellt er fest, lebt nur die Hälfte des palästinensischen Volks in der Westbank und dem Gazastreifen, viele davon in Flüchtlingslagern. „Was wird mit den 2 bis 2,5 Millionen Palästinensern geschehen, die sich außerhalb befinden und ihre Identität bewahren?“, fragt er. „Sie leben in Lagern in fast allen arabischen Ländern oder in anderen Teilen der Welt, verschmäht von ihren arabischen Brüdern.

Für sie wird der Krieg nicht vorbei sein, da sie in den 6000 Quadratkilometern der Westbank und des Gazastreifens – wo die Bevölkerung bald die Zahl von einer Million Menschen betragen wird – keinen Platz haben werden; sie werden auf dem „Rückkehrrecht“ (awda) nach Akko, Jaffa, Aschdod und Westjerusalem bestehen. Kann Arafat solche Forderungen auffangen? Will er das ernstlich? Man kann sich den Fall des Libanon und seiner politischen Auswirkungen ansehen.

Ich kann eine solche Lösung als überhaupt nicht praktisch ansehen“, sagte er rundheraus, „außer es wird irgendeine Zauberformel gefunden das Problem mit allen Palästinensern zu lösen. Andernfalls wird der innere Druck weiter bestehen Israel zu überrennen, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt.“

Er sieht allerdings keine andere Alternative. „Die beste Lösung für das palästinensische Volk wäre es, wenn das haschemitische Königreich fällt“, sagte er. Jordanien, das eine mehrheitlich palästinensische Bevölkerung hat, wird ein Palästinenserstaat mit einem Ableger in der Westbank und dem Gazastreifen werden. Eine weitere, aber problematischere Alternative wäre eine jordanisch-palästinensische Föderation.

Israel muss sich um seine eigenen Interessen kümmern und daher auf Sicherheitsarrangements bestehen, die seine Existenz garantieren“, sagt er. „Ist ein Palästinenserstaat erst einmal gegründet – oder auch nur eine autonome Region – dann wird er vom internationalen Recht und internationalen Organisationen geschützt. Israels Möglichkeit seine Bevölkerung und seine Sicherheit zu schützen wird dann eingeschränkt sein.

Die jordanische Lösung wird den Palästinensern eine ausreichende territoriale Basis geben“, führt Abir fort. „Solch ein palästinensisches Jordanien könnte gemeinsame Wasserressourcen mit Israel und groß angelegte gemeinsame Entsalzungsprojekte haben. Es könnte vielfältige gemeinsame Projekte geben, von denen beide Länder profitieren.

Selbst eine jordanisch-palästinensisch-israelische Wirtschaftsföderation ist möglich“, sagt Abir. Diese könnte bedeutsame arabische und internationale Investitionen anziehen, die das Problem zu lösen helfen.

Die palästinensisch-jordanische Einheit würde eine Flagge, eine Armee und eine Luftwaffe östlich des Jordan haben“, sagt er. „Sie hätte in Aqaba einen Zugang zum Meer, was auch für den Irak von Bedeutung wäre. Es gäbe zudem einen von Israel kontrollierten Korridor in den Gazastreifen und zu anderen Mittelmeerhäfen.

Die Einheit würde einen viel höheren Bildungsstand haben als die Golfstaaten und könnte ein wichtiger Teil der Entwicklung der arabischen Länder werden und von solchen Verbindungen profitieren. Viele Joint Ventures werden bereits vorgeschlagen und viele weitere werden entstehen, wenn die Friedensverhandlungen Frucht tragen und eine jordanisch-palästinensische Einheit schaffen.“

Das Land würde, gibt Abir an, beträchtliches Einkommen aus Öl- und Gas-Pipelines erhalten, die aus Saudi-Arabien, dem Golf, dem Irak und Syrien das Land passieren. Es könnte auch ein Durchgang für Handel von Israel mit der arabischen Welt und zur Verbindungsstelle zu israelischer Technologie in verschiedenen Bereichen sein.

„Ein solches Land könnte echte wirtschaftliche Erwartungen und eine realistische politische Überlebenschance haben, ohne bald auf Krieg zurückgreifen zu müssen“, sagt Abir.

Das ist ein ziemlich rosiges Bild, aber Abir betont, dass dies nur mit einer aus dem Friedensprozess entstehenden palästinensisch-jordanischen Föderation oder wenn Jordanien eine palästinensische Heimat wird Realität werden kann. Während Fundamentalismus und andere ultra-nationalistischen Bewegungen weitermachen, bleibt er dabei, dass sie nicht die von ihnen gewollte Macht erwerben dürfen, wenn ein unabhängiger Palästinenserstaat in den Gebieten entsteht.

„Meine Meinung ist das Ergebnis des Studiums der Weltgeschichte der Muslime“, erklärt Abir. „Zu einem großen Teil ist der Erfolg des Fundamentalismus weniger Ergebnis politischer Unzufriedenheit, als eher der wirtschaftlichen Not. Die muslimische Welt erlebt Wellen steigenden Fundamentalismus. Im Islam gab es immer fundamentalistische Tendenzen und es wird sie immer geben. Die einzige Frage ist, wie mächtig sie sein werden.“

Er kehrt zum Beispiel des Iran zurück und sagt: „Paradoxerweise bot der Fundamentalismus keine Antwort auf die sozioökonomischen Probleme des Iran. Der Lebensstandard der iranischen Bevölkerung ging unter dem verstorbenen Schah zurück. Nur fünf Prozent lebten in Saus und Braus. Es überraschte nicht, dass die ungebildeten Menschen, die oft Pachtbauern waren, nach einer fundamentalistischen Lösung suchten.

Sie sind fromme Muslime. Auf die gleiche Weise generiert das Elend in Ägypten Unterstützung für militanten Fundamentalismus. Doch 14 Jahre nach der islamischen Revolution ist die Wirtschaft des Iran ein Trümmerhaufen und der Lebensstandard seiner urbanisierten Massen wie auch seiner Landbevölkerung ist noch schlechter als in der Vergangenheit und geht weiter bergab.“

Bevor Israel ein endgültiges und bindendes Abkommen mit den Palästinenser und seinen Nachbarn eingeht, drängt Abir seine Führung nicht zu vergessen, was heute den christlichen Minderheiten in „säkularen“ muslimischen Staaten geschieht. Ägypten – das er ungeachtet der christlichen Teile des Libanon als den säkularsten Staat der arabischen Welt bezeichnet – ist nicht in der Lage gewesen den Hass der fundamentalistischen Muslime auf die Kopten zu bekämpfen, die echte Überreste der ursprünglichen ägyptischen Bevölkerung sind. Die Christen im Libanon haben das Menetekel gesehen, seit es ihnen Anfang der 1980-er Jahre nicht gelang einen christlich dominierten Libanon oder ein teilunabhängiges Gebilde in ihrem Teil des Berglands des Libanon zu gründen.

Im säkularen Ägypten von heute genießen Kopten und Muslime theoretisch gleiche Rechte“, sagt er. Dennoch nimmt die Zahl der Kopten stetig ab; das ist eine Folge der weit verbreiteten, verdeckten Diskriminierung und vor allem der zunehmenden Verfolgung durch muslimische Fanatiker. „Die muslimischen Massen lehnen es ab eine Dhimmi-Gemeinschaft als gleichberechtigt zu akzeptieren“, erklärt er.

Manchmal nehmen Personen aus diesen Dhimmi-Gemeinschaften hohe Positionen in der öffentlichen Verwaltung und an anderen Stellen ein. Muslime sind ihnen unterstellt. Das ist für den Durchschnittsmuslim absolut verwerflich. Im ländlichen Ägypten, wo die Menschen ungebildet und rückständig sind, ist die Lage für den Erfolg der fundamentalistischen Propaganda gegen die Kopten noch dienlicher. Diese zunehmende sozio-religiöse Spannung in ländlichen Gegenden und Provinzstädten bricht oft in Pogrome und blutige Zusammenstöße aus, von denen die Regierung feststellt, dass sie sie kaum kontrollieren kann.

Während muslimische Fundamentalisten sich in Oberägypten, Kairo und dem Nildelta ausbreiten, wo viele Fundamentalisten leben, sind viele Kopten zu dem Schluss gekommen, dass die einzige Lösung die Auswanderung ist. Wir kennen die genauen Zahlen nicht, da dies in Ägypten ein sensibles politisches Thema ist, doch sie repräsentierten vermutlich immer 7 bis 9 Prozent der Bevölkerung Ägyptens. Es gibt ansehnliche koptische Gemeinden in New York, Chicago, Kanada und weiteren Orten in Amerika. Die libanesischen Maroniten sehen auch das Menetekel und im Verlauf der letzten 20 Jahre sind Hunderttausende nach Amerika und Europa ausgewandert.

Für Abir sind die Lektionen klar. Israels Führungspolitiker müssen sich der traurigen Realitäten des Nahen Ostens der Gegenwart und der vor uns liegenden schicksalhaften Jahre bewusst sein, warnt er, und sie müssen bemüht sein, tödliche Fehler in den Verhandlungen mit den benachbarten arabischen Staaten und den Palästinensern vermeiden. Vor allem muss Israel seine vitalen Interessen und die Fähigkeit sich zu verteidigen aufrecht erhalten.

„Wir müssen das Risiko eines PLO-Staates in den Gebieten im Auge behalten, der sich schlussendlich in einen fundamentalistischen Palästinenserstaat verwandeln könnte, der dem jüdischen Staat jegliches Existenzrech in seiner Mitte abspricht“, schließt er.

Manfred Gerstenfeld ist der ehemalige Vorsitzende des Jerusalem Center of Public Affairs.

Wie ein wirklicher Friedensprozess aussehen würde

20. September 2013 um 13:45 | Veröffentlicht in Friedensinitiativen, Nahost-Konflikt, Palästinenser | Hinterlasse einen Kommentar
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Evelyn Gordon, CommentaryMagazine.com, 10. September 2013

Das Vorfeld zum 20. Jahrestag der Oslo-Vereinbarungen am Freitag ist eine gute Zeit, nicht nur darüber nachzudenken, was mit dem damals begonnenen „Friedensprozess“ schief gelaufen ist, sondern auch, wie ein brauchbarer Friedensprozess aussehen würde. Man muss nicht weit groß suchen, um Antworten auf beide Fragen zu bekommen. Wie ich schon letzte Woche feststellte, hat alleine der letzte Monat zahlreiche Beispiele für das Problem gebracht, die den Oslo-Prozess von Anfang an zum Scheitern verurteilten: Der Palästinenserführung fehlt völlig das Interesse Frieden zu schließen. Dafür, wie ein realisierbarer Friedensprozess aussehen würde, ist die neue Palästinenserstadt ein gutes Beispiel, die gerade bei Ramallah entsteht.

Die Stadt Rawabi ist komplett die Initiative eines privaten Geschäftsmannes: Die New York Times berichtete letzten Monat, dass die PA finanzielle Hilfe versprach, diese aber nie kam. Und das bietet in zwei entscheidenden Punkten einen bemerkenswerten Kontrast zur offiziellen PA. Erstens soll mit dieser Stadt das Leben der Palästinenser tatsächlich verbessert werden – in diesem Fall, indem komfortable Mittelklasse-Häuser und qualitativ gute städtische Dienste geboten werden. Das ist etwas, das die PA über 19 Jahre ihrer Existenz abgelehnt hat, obwohl sie weltweit zu den Top-Empfängern internationaler Hilfe pro Kopf gehören. Zweitens wurde der Name der Stadt (er bedeutet „Hügel“ auf Arabisch) bewusst gewählt, um antiisraelische Hetze zu unterlassen: Ihre Entwickler veranstalteten einen Wettbewerb für den Namen, berichtete die Times, lehnten aber die zahlreichen Vorschläge ab, die antiisraelischen Terror glorifizierten, so „Arafat-Stadt“ oder „Jihad-Stadt“. Die PA dagegen betreibt tagtäglich solche Hetze.

Die Durchschnittspalästinenser habe das Gefühl, sie haben nichts vom Friedensprozess. Und sie haben Recht. Allerdings ist das so, weil die PA sich bewusst entschied ihnen nichts zu geben. Sie nutzte nie ihre massiven Finanzspritzen, um – sagen wir – bessere Häuser für palästinensische Flüchtlinge zu bauen, die in armseligen Lagern der Westbank leben; im Gegenteil, sie gelobten öffentlich, selbst wenn eines Tages ein Palästinenserstaat entsteht, dann würde den Flüchtlingen die Staatsbürgerschaft nicht gegeben. Sie nutzte Auslandshilfen auch nicht, um ihre Krankenhäuser aufzuwerten: Patienten, die topmoderne Behandlung benötigen, werden immer noch regelmäßig nach Israel geschickt. Sie lehnt es ab mit Israel in so banalen Fragen wie Abwasseraufbereitung zu kooperieren, was das Leben der Palästinenser verbessern würde; und sie gestattet Antinormalisierungs-Strolchen der herrschenden Fatah-Partei israelische Geschäfte zu verjagen, die Palästinensern Arbeitsplätze bieten würden. Kurz gesagt: Statt ihrem Volk zu helfen, hat die PA alles in ihrer Macht stehende getan, um sie in einem Zustand immerwährenden Elends zu halten.

Was die antiisraelische Hetze angeht, enthüllt selbst ein flüchtiger Blick auf die Archive von Palestinian Media Watch, wie zügellos diese ist. Um nur ein paar wenige Beispiel zu geben: Die Facebook-Seite der Fatah verzehrt sich nach Terroristinnen, die zurückkehren und palästinensische Frauen über die Notwendigkeit von „Opfer und Blut“ unterrichten sollen; Organisationen von Tanzgruppen bis zu Jugendgruppen werden nach Terroristen benannt, die als Vorbilder hingestellt werden; offizielle PA-Vertreter und von der PA kontrollierte Medien schleudern regelmäßig verleumderische Beschuldigungen gegen Israel, so dass es vorsätzlich Palästinenser drogenabhängig macht oder versucht die Al-Aqsa-Moschee zu zerstören; außerdem drängen sie Kinder sich an antiisraelischer Gewalt zu beteiligen und versprechen, dass Israel eines Tages aufhören wird zu existieren.

Wenn jemals eine Palästinenser aufkommt, die es vorzieht ihrem Volk zu helfen statt ihr Elend zu verewigen und seine Kinder Koexistenz lehrt statt antiisraelischen Hass, könnte Frieden möglich sein. Doch bis dahin wird jeder „Friedensprozess“ bestenfalls eine Farce sein – und im schlimmsten Fall eine blutige Tragödie wie Oslo.

Der Oslo-Friedensprozess

18. September 2013 um 14:46 | Veröffentlicht in Geschichte, Nahost-Konflikt, Palästinenser | Hinterlasse einen Kommentar
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Lassen wir Arafat selbst zu Wort kommen (von Israel Matzav abgekupfert):

Arafat1993

Israel: Zwanzig Jahre nach Oslo

12. September 2013 um 14:15 | Veröffentlicht in Europa+Nahost, Geschichte, Israel, Nahost-Konflikt | 1 Kommentar
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Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Am 13. September werden zwanzig Jahre seit der Unterzeichnung der Oslo-Vereinbarungen vergangen sein. Die heutige politische Situation im Nahen Osten ist weit entfernt von der, die Abba Eban wahrnahm, als ich ihn ein paar Monate später interviewte. Er sagte damals: „Niemals haben sich Israelis und Araber auf so viele Weisen in Washington, Tokio, Moskau, Ottawa, Rom und in unserer Region getroffen. Militärisch sind die Araber gegen Israel sehr erfolglos gewesen. Jetzt wollen sie von den Traumata der Niederlagen frei sein.“

Das Interview mit Eban war eines von 16 mit prominenten Israelis für mein Buch Israel’s New Future, das Anfang 1994 veröffentlicht wurde. Es behandelte sowohl interne als auch externe israelische Ausblicke nach Oslo. So stark sich Israels interne Situation auch geändert hat, die gegenwärtige Realität der Welt außerhalb ist sogar deutlich anders als vor 20 Jahren.

Israels derzeitige Position im Nahen Osten ist komplexer als sie es lange Zeit gewesen ist. Viele Jahrzehnte lang waren Israels Beziehungen mit einer oder mehr der drei Mächte, die die Region dominieren – Türkei, Iran und Ägypten – gut oder zumindest angemessen. Das ist nicht länger der Fall. Die Beziehungen zum Iran, unter dem Schah Israels Verbündeter, sind grottenschlecht, seit Ayatollah Khomeini 1979 an die Macht kam. Doch zur Zeit der Oslo-Vereinbarungen gab es keine signifikanten Zeichen für die völkermörderischen Absichten der Führung des Iran.

Wäre dieser Artikel vor dem Sturz des ägyptischen Präsidenten Mohammed Morsi im Juli 2013 geschrieben worden, wäre aufgrund seiner Agenda klar gewesen, dass zunehmende Feindseligkeit gegen Israel eine herausragende Rolle gegeben würde. Die Lage mit der derzeitigen, temporären ägyptischen Regierung kann bestenfalls als verwirrend beschrieben werden.

Die Beziehungen Israels zu früheren türkischen Regierungen waren normalerweise gut. Allerdings arbeitete der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdoğan seit vielen Jahren daran die türkisch-israelischen Beziehungen zu schwächen. Der beschuldigte bereits 2004 Israel fälschlich des Staatsterrorismus. Steven Merley, der auf das Studium politischen Extremismus spezialisiert ist, deckte Fakten auf, die zeigten, dass die türkische Regierung an vielen Aspekten der Vorbereitung der Gaza-Flottille von 2010 stark beteiligt war.

Eine weitere wichtige Veränderung im Vergleich zu 1993 besteht darin, dass Israels Ansehen in der öffentlichen Meinung Europas in diesem neuen Jahrhundert stark beschädigt ist. Israels den Palästinensern gegenüber gemachte Zugeständnisse in den Oslo-Vereinbarungen wie auch sein einseitiger Abzug aus dem Gazastreifen im Jahr 2005 sind dort seit langem vergessen. Studien zeigen, dass mindestens 150 Millionen Bürger der Europäischen Union im Alter ab 16 Jahren eine dämonische Sicht Israels haben. Sie stimmen der Äußerung zu: „Israel führt einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser.“ In Norwegen glauben 38% der Erwachsenen-Bevölkerung, dass Israel sich den Palästinensern gegenüber verhält wie die Nazis gegenüber den Juden.

Im aufschlussreichen Interview des Originalbuchs mit dem Politologen Dan Segre (Titel: „Kann Israel Europa jemals vertrauen?“) sagte dieser bereits, dass Europa einigen Aspekte seiner „Shylock-Politik“ nicht abgeschworen zu haben scheint. „Es erwartet von Israel ein Pfund territorialer Zugeständnisse, ohne dem Schaden Aufmerksamkeit zu schenken, den diese dem Gesamtstaat zufügen könnten, was die Verteidigungsmöglichkeiten Israels angeht.“ Segre fügte hinzu, dass Israel „in den 45 Jahren seiner Geschichte gezeigt hat, dass ein nicht entwickeltes Land sich modernisieren kann, während viele der europäischen Kolonien kollabieren“. Das kennzeichnet Erfolg, während Europa versagt hat, was viele Europäer frustriert.

Bereits vor zwanzig Jahren war klar, dass viele der politischen, militärischen, kulturellen und wirtschaftlichen Erfahrungen Israels Vorläufer dessen waren, was später in der westlichen Welt stattfinden sollte. Mit anderen Worten: Bis zu einem gewissen Ausmaß fungierte Israel als „Labor für den Westen“. Dem kann man inzwischen hinzufügen, dass Israel eine neue Rolle annahm. Es ist zunehmend zu einem Indikator des Zustands der westlichen Welt geworden, ebenso für dessen weit verbreitete und weithin fragwürdige Moral.

Blickt man zwanzig Jahre zurück, dann gibt es etwas, das die Interviewten nicht bemerkten: Die Art, wie die palästinensische Autonomiebehörde ihre Kinder erzieht, war ein Schlüsselindikator ihrer wahren Absichten. Dass die damals interviewten prominenten Israelis, die Bedeutung davon nicht vorherzusehen in der Lage waren, sollte Grund großer Sorge bezüglich der Genauigkeit aktueller Voraussagen zu wichtigen Fragen sein.

Noch eine weitere entscheidende Entwicklung der letzten zwanzig Jahre ist die riesige, fortgesetzte Hetze gegen Israel durch palästinensische Quellen gewesen. Als die PLO und Arafat im Exil waren, konnten sie Hass gegen Israel nicht in dem massiven Maße vorantreiben, wie es sowohl die Palästinensische Autonomiebehörde als auch die Hamas seitdem getan haben. Die Palästinenser haben durch diese Hetze viele Verbündete gewonnen.

Israel hat aus den Oslo-Vereinbarungen einigen Nutzen gezogen, beispielsweise diplomatische Beziehungen zu mehr Ländern. Langfristig allerdings dürfte der von der massiven palästinensischen und arabischen Hetze verursachte Schaden weit über jeglichen Nutzen hinausgehen, den Israel je aus den Vereinbarungen ziehen konnte.

Dr. Manfred Gerstenfeld ist emeritierter Vorsitzender des Jerusalem Center of Public Affairs. Er hat mehr als 20 Bücher veröffentlicht. Vor kurzem wurde sein Buch „Israel’s New Future“ mit einer neuen Einleitung als „Israel’s New Future Revisited“ veröffentlicht.

MGerstenfeld.Israel'sNewFutureRevisited

Sie lieben uns, wenn wir schwach sind

18. Januar 2013 um 16:27 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, Geschichte, Israel | Hinterlasse einen Kommentar
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Nadav Shragai, Israel HaYom, 17. Januar 2013

Während des Oslo-Prozesses fühlte Israel Warmherzigkeit des Weißen Hauses. Dann begannen im Land Ströme aus Blut zu fließen.

Wäre es nach US-Präsident Barack Obama oder auch früheren amerikanischen Präsidenten gegangen, die Israel freundlicher gegenüber standen, dann wäre Jerusalem abgeriegelt und geteilt zurückgeblieben. Wäre es nach den Amerikanern gegangen, dann würden die Vereinten Nationen bis heute die Altstadt kontrollieren; Israel wäre gehindert worden Jerusalem zu vereinigen; die Gasse an der Westmauer wäre immer noch lächerlich eng, wie sie es während des britischen Mandats war; die Golanhöhen wären ohne jüdische Besiedlung geblieben; Israel wäre davon abgehalten worden 1981 den irakischen Atomreaktor zu bombardieren; und David Ben-Gurion hätte 1948 einen Rückzieher von der „Besetzung“ des Negev gemacht.

Ginge es nach den USA, dann ist es sehr möglich, dass der Staat Hamastan nicht nur im Süden ausgedehnt worden wäre, sondern die Tore von Kfar Saba, Netanya und Tel Aviv erreicht hätte – Zehntausende Juden wären auf dieselbe Weise aus ihren Häusern in Judäa und Samaria vertrieben worden, wie aus dem Gush Katif im Gazastreifen.

Vor nicht allzu vielen Jahren – 19, um genau zu sein – wurden die katastrophalen Oslo-Vereinbarungen unterschrieben; die israelische Regierung und die sie steuerten, wurden in Washington sehr geliebt und bewundert. Israel gewöhnte sich dann an die Wärme und große Beliebtheit im Weißen Haus. Danach flossen Ströme aus Blut durch unsere Straßen – die Früchte der Diplomatie der Oslo-Führer – und diese Führer wurden immer beliebter. Blutend, schwach und beliebt. Als 2002 die Operation Verteidigungsschild begann, nahm unsere Beliebtheit wieder ab. Und als die Selbstmord-Bombenanschläge begannen, stieg unsere Beliebtheit wieder. Manchmal – und was kann man schon tun? – muss der Premierminister Israels stolz mangelnde Beliebtheit und internationale Verachtung erdulden, um die Interessen seines Staates zu verteidigen, selbst wenn dieser Staat Sanktionen, mehr Sanktionen und Strafen erleiden wird.

Selbst die Hatnuah-Pareichefin Tzipi Livni, der ehemalige Premierminister Ehud Olmert und Präsident Shimon Peres denken anders.

Olmert – der jetzt Netanyahu beschuldigt Israels Beziehungen zu den USA aufzugeben – begriff übrigens, dass er mit Washington über die Vereinigung Jerusalems streiten musste, als das für ihn immer noch eine Leitlinie war. Auch Ben-Gurion und Yitzhak Shamir ertrugen schwierige Augenblicke mit Washington, doch sie waren knallhart, wenn sie glaubten, dass israelische Interessen das verlangten. Der damalige Premierminister Menachem Begin stellte dem US-Botschafter gegenüber einmal klar: „Israel ist keine amerikanische Bananen-Republik.“

Vielleicht muss jemand Obama auf die politische, aber bestimmte Weise antworten, mit der Begin Präsident Jimmy Carter ansprach, der darauf bestand Jerusalem zu teilen. Begin sagte: „Wir werden nie auf einen Nenner kommen; wir dürften nur übereinstimmen, das wir unterschiedlicher Meinung sind.“

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