Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (28.04.-04.05.2013)
4. Mai 2013 um 22:00 | Veröffentlicht in Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser, UNO | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Antisemitismus, Arabische Liga, Friedensbereitschaft, Friedenshetzer, Friedfertigkeit, Gazastreifen, Hamas, Hamastan, Hisbollah, Iran, Israel, Khaled Meschaal, Mahmud Abbas, Tzipi Livni, UNIFIL, Waffenstillstand
Sonntag, 28.04.2013:
Auf eine Synagoge und eine Schule in Bat Yam wurden Nazi-Sprüche gesprüht.
Ein hochrangiger General der iranischen Revolutionsgarden gab an, dass die Grenzen des Iran jetzt bis ans Mittelmeer reichen. Und die Hisbollah wird Israel in einem Krieg „auslöschen“.
Dienstag, 29.04.2013:
Heckmeck:
- Die Arabische Liga begrüßte Montag einen Nahost-Friedensplan, der kleine Landtausch-Verschiebungen an den „Grenzen“ von 1967 erlauben würde. Tzipi Livni ist total begeistert.
Mittwoch, 30.04.2013:
Die Jugendlichen des Gazastreifens haben ein neues Pflichtfach in der Schule: Ausbildung an der Waffe (Kalaschnikows, weitere). Das wird durch freiwillige Lager in der schulfreien Zeit ergänzt, in denen die Jungs auch den Umgang mit Sprengstoff lernen. Nächstes Jahr sollen auch die Mädchen diesen Bildungsgang bekommen, das steht aber noch nicht ganz fest. (Hm – hat sich irgendetwas tatsächlich geändert bei dem 1964 erfundenen Volk?)
Herr Abbas will Israels Friedensbereitschaft daran festmachen, dass es alle Terroristen entlässt, die massenhaft israelische Zivilisten ermordeten. „Palästinenser, die Juden töten, dürfen nicht dafür bestraft werden.“ Seine Botschaft auf einer „Konferenz für Freiheit und Würde“ in Ramallah. (Dass der solchen Müll von sich gibt, kennen wir; schlimmer ist, dass westliche Führungspolitiker dabei sind und gut heißen – so Isabelle Durant, Vizepräsidentin des Europa-Parlaments, die im Namen von Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD, dem Berlusconi einmal vorhielt, er würde einen guten Kapo abgeben) eine Rede hielt, mit der dieser Israel fortgesetzte Menschenrechtsverletzungen vorwarf, weil es Palästinenser inhaftiert, die Juden ermorden oder das versuchen. Merke: Nach Meinung des Präsidiums des EU-Parlaments ist Judenmord (so lange er nicht im Dritten Reich stattfand) ein Menschenrecht!
Ach ja: Jimmy Carter schickte auch eine Grußbotschaft; darin betonte er, die Freilassung der mörderischen Terroristen sei eine notwendige Bedingung für Frieden. Jawoll, Judenmord muss sich endlich wieder lohnen!
Die UNIFIL berichtet, dass die Hisbollah strategische Positionen entlang der Grenze zu Israel besetzt hat. Der Daily Star aus Beirut berichtet, dass das libanesische Militär nach wiederholten „Zusammenstößen“ mit den Terroristen ihre Grenzposten der Hisbollah überlassen hat. Diese hat Straßensperren und Beobachtungsposten an der Grenze eingerichtet.
Nach dem angeblichen Aufweichen des „Friedensplan“ der Arabischen Liga sind die Terroristen der „Israel sofort vernichten“-Fraktion sauer. Schon Verhandlungen sind für die Hamas kriminell und ein Verrat an den Arabern. Der Vorschlag zu einvernehmlichem Landtausch sei eine „arabische Balfour-Erklärung“. Die Arabische Liga habe übrigens keinerlei Recht Land an Israel abzutreten. Das ganze Land (also einschließlich ganz Israel) gehöre ihnen.
Die Abschreckung aus der Operation Amut Anan scheint nachzulassen. Kam im Februar noch nur eine Rakete nach Israel, waren es im März schon 4 (wobei der Shin Bet sagt, dass insgesamt 14 geschossen wurden), im April waren es jetzt schon 11 plus Mörsergranaten.

Donnerstag, 02.05.2013:
Überraschung? 40% der PalAraber unterstützen immer noch Selbstmord-Bombenanschläge gegen israelische Zivilisten. Friedenspartner!
Der Vater des Mörders von Evyatar Borovsky lässt wissen: Was er tat ist für alle Palästinenser Pflicht. Wo bleibt der Widerspruch der „Palästinenser“ für den Frieden? (Gibt es die?)
Heckmeck:
- Khaled Meschaal lehnt einen Landtausch mit Israel ab. Jedes Zugeständnis an Israel würde der palästinensischen Sache schaden. Darüber hinaus ist er sicher, dass innerhalb von vier Jahren alle Terroristen von Israel freigelassen sein werden.
Freitag, 03.05.2013:
Polizei und Grenzpolizei nahmen in einem Hotel in Eilat 250 illegal im Land befindlicher „Palästinenser“ fest; diese waren dem Hotel als Mitarbeiter einer israelischen Firma präsentiert worden, gehören aber einer Firma in Ramallah an.
Heckmeck:
- China bietet sich als Vermittler für Friedensgespräche zwischen Netanyahu und Abbas an.
- John Kerry war ganz außer sich, auch Tzipi Livni hüpfte begeistert herum: Die Arabische Liga (na ja, sieben ihrer Vertreter) deuteten an, dass es „kleineren Landtausch“ zwischen den Terroristen und Israel geben könne – auf gegenseitigem Einverständnis, selbstverständlich. Was dann eventuell auch zu etwas mehr führen könnte. Nicht „wird“. Die Begeisterung bekam sofort eine kalte Dusche (aber das wollen sie ja alle nicht wissen), als Saeb Erekat, Chef-Verhandlungslügner von Mahmud Abbas, gab zu wissen, dass die „Palästinenser“ nicht einmal daran denken an den Verhandlungstisch zurückzukehren, sollte Israel dem von ihnen bestimmten Ergebnis nicht schon vorab zustimmen.
Samstag, 04.05.2013:
Es gibt zwar mehr, die das nicht finden, aber mit 40% Befürwortung von Selbstmord-Bombenanschlägen gegen Zivilisten stehen die „Palästinenser“ einsam an der Spitze der Muslime, die das völlig in Ordnung finden.
Aus Israel wird offiziell bestätigt, dass die Luftwaffe eine Ladung Raketen beschossen hat, die auf dem Weg über Syrien an die Hisbollah im Libanon gehen sollte. (In US-Medien hatte es Spekulationen über einen israelischen Luftangriff in Syrien gegeben.)
Heckmeck:
- Mal ein wenig Verstand von Tzipi Livni: Die Grenzen eines Palästinenserstaates müssen über Verhandlungen festgelegt werden, nicht durch Vorab-Vorschriften der Araber.
Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten 2013“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).
Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (16.-22.12.2012)
22. Dezember 2012 um 23:34 | Veröffentlicht in EU-Europa, Nahost-Konflikt, Palästinenser, UNO | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Christen in Nahost, Frankreich, Friedensbereitschaft, Friedfertigkeit, Gaza-Krieg, Großbritannien, Hisbollah, Islamisten, Jordanien, Lady Ashton, Libanon, Mahmud Abbas, Salam Fayyad, Tzipi Livni, UN-Sicherheitsrat, Waffenstillstand
Sonntag, 16.12.2012:
87,7% der palästinensischen Araber unterstützen Terror nach Hamas-Art. In der „moderaten“ „Westbank“ sind es 86,4%.
Scheik Taysir Tamimi aus der PA (er würde gerne „Präsident“ werden) hatte eine Grundsatzbotschaft für die „Palästinenser“: „Wo Hitler versagte, müssen wir erfolgreich sein.“ Sagte er über die Juden.
Salam Fayyad forderte eine „Wirtschafts-Intifada“ – Boykott israelischer Produkte und Waren. Das hat noch nie geklappt.
Montag, 17.12.2012:
Jordanischer Muslimführer: First we take over Damascus, then Tel Aviv. Na, wenn’s sonst nichts ist…
Es gab eine große Explosion im Libanon in der Nähe der Grenze zu Israel. Die Hisbollah hat das Gelände abgeriegelt. Die Explosion soll in einem Hisbollah-Waffendepot stattgefunden haben. Die Libanesen behaupten, die Ursache sei ein israelischer Luftangriff gewesen.
Dienstag, 18.12.2012:
Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Portugal bereiten eine Resolution zur Verurteilung Israels wegen der Baupläne in E-1 und Jerusalem zur Vorlage beim UNO-Sicherheitsrat vor.
Mittwoch, 19.12.2012:
Die übliche UNO-Einseitigkeit: Gleich 9 Resolutionen wurden von der UNO-Vollversammlung am 18. Dezember verabschiedet. ALLE richteten sich gegen Israel, beschäftigten sich mit angeblichen Rechten der „Palästinenser“ und dem Golan. Zum Assad-Massaker an den Arabern im Flüchtlingslager in Damaskus hatten die hochehrenwerten Vertreter der Weltgemeinschaft nichts zu sagen.
Mustafa Barghouti vom PA-„Parlament“ schäumt: Die israelischen Baupläne innerhalb jüdischer Gemeinden in Judäa und Samaria seien eine Kriegserklärung, giftet er und fordert „Volkswiderstand“ (also Terror). Der „moderate“ Araber vergisst offenbar, dass der Bruch sämtlicher Verträge mit Israel durch die PA – nicht zuletzt der Antrag bei der UNO – schon längst eine Kriegserklärung in der umgekehrten Richtung darstellt. Mal ganz abgesehen von der arabischen Hetze gegen den jüdischen Staat.
Jeffrey Feltman, Generalsekretär des UNO-Komitees für politische Angelegenheiten, drängte Israel vor dem Sicherheitsrat sich den internationalen Aufrufen zur Einstellung der Projekte zu fügen.
Donnerstag, 20.12.2012:
Die EU fährt die Agitation gegen israelische Baupläne hoch: Ashton schimpft und im Sicherheitsrat sind sie alle – bis auf die USA – für eine hässliche Resolution, wie sie wieder und wieder verkünden.
Tzipi Livni lässt wieder ein Giftwolke steigen: „Der Staat Israel wird von einer Doktrin der Angst beherrscht… Ein Palästinenserstaat wird die Existenz Israels sicherstellen.“ Klar doch, wenn die Terrorführer ihren Willen bekommen, wird Israel sicher sein!
Die Terrorfürsten machen auch mobil: Wenn Netanyahu wiedergewählt wird, wollen Abu Mazen & Co. Kriegsverbrechen in Den Haag anklagen (lassen) und die Sicherheitskooperation in Judäa und Samaria beenden.
Freitag, 21.12.2012:
Mal was Erfreuliches: Es ist einen Monat her, dass es eine Rakete oder eine Mörsergranate aus dem Gazastreifen gegeben hat.
Jetzt ist laut Mahmud Abbas schon die Wahl Netanyahus ein Kriegsverbrechen: Sollte der Premier wiedergewählt werden, will die PA Israel vor dem Internationalen Kriminalgerichtshof verklagen.
Eine ganze Reihe „christliche“-„palästinensischer“ Organisationen aus dem PA-Bereich nutzen die (Vor-)Weihnachtszeit um auf Israel einzudreschen. Die Feiertagspropaganda reichte von Halbwahrheiten bis zu „krudem Antisemitismus“. Zu den Hasspredigern gehören ein Vertreter der Presbyterianischen Kirche der USA, Organisationen wie Sabeel, Christian Aid, Ireland Palestinian Solidarity Campaign u.a. Das Thema „von Bethlehem ausgehender Terrorismus (gegen Juden und Christen) wurde natürlich von niemandem behandelt.
Heckmeck:
- Großbritannien und Frankreich mit der Brechstange: Jetzt sollen Verhandlungen wieder in Gang gebracht werden.
Samstag, 22.12.2012:
Abbas droht wieder mal mit der Auflösung der PA als Reaktion auf Israels Handeln (Baupläne zu beschließen).
Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten 2012“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).
Israels Chef-Opportunistin
9. August 2011 um 14:36 | Veröffentlicht in Israel | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Tzipi Livni
Zu sagen, dass Israel sich heute beängstigenden Herausforderungen gegenüber sieht und dass diese Herausforderungen sich in der nahen Zukunft vervielfältigen und wachsen werden, sollte nicht als voreingenommene oder ideologische Äußerung ausgelegt werden. Es ist vielmehr ein Feststellung von Tatsachen.
Tatsache ist auch, dass die größten Gefahren, denen sich Israel gegenüber sieht, von Präsident Barack Obamas Rückzug der USA von ihrer Position als beherrschende Macht im Nahen Osten einerseits du vom Aufstieg des Iran zur Atommacht und Regionalmacht andererseits ausgehen.
Dies Machtverschiebungen, zusammen mit dem Aufstieg der Muslimbruderschaft an die Macht in Ägpyten, der Ambitionen der türkischen islamistischen Regierung, dem Aufkommen der jihadistischen Kräfte im gesamten Bereich des Persischen Golfs und der wachsenden Instabilität der Regime in Syrien und Jordanien stellen gemeinsam eine Bedrohungsumgebung dar, die es in der Geschichte Israels noch nie gegeben hat.
Neben diesen konventionellen Bedrohungen ist Israel Ziel einer anhaltenden, eskalierenden politischen Kampagne der Palästinenser und der internationalen Linken zur Delegitimisierung seines Existenzrechts und seines Rechts sich zu verteidigen. Dies Kampagne bedroht Israels Wirtschaft und bereitet den Bode für gewalttätige Aggressionen gegen Israel durch die Konditionierung des Westens, damit er glaubt Israel verdiene es angegriffen zu werden.
Angesichts der Größenordnung, Vielfältigkeit und Komplexität der Bedrohungen, denen sich Israel gegenüber sieht, wäre es vernünftig von unseren führenden Politikern aller Parteien zu erwarten, Patriotismus vor Parteipolitik zusetzen und wenigstens bei den Themen, die unstrittig sind, zusammenzuarbeiten, um das Land zu verteidigen.
Auch sollte die Annahme vernünftig erscheinen, dass zu den unstrittigen Themen Israels Existenzrecht und das auf Selbstverteidigung genauso gehören wie die Notwendigkeit seine Feinde abzuschrecken oder sich gegen sie zu verteidigen.
Während des größten Teils der 63-jährigen Geschichte des Staates haben sich Oppositionsführer an die Seite der Regierung gestellt, um das Land in problematischen Zeiten zu verteidigen. Zuletzt reiste 2006 Benjamin Netanyahu, als er während Ehud Olmerts Amtszeit als Premierminister der Kopf der Opposition war, auf Olmerts Bitte hin nach Europa und verteidigte Israels Krieg gegen die Hisbollah.
Im Verlauf dieser Feind Kampfhandlungen kritisierte Netanyahu Olmerts schwache Kriegsführung in der Öffentlichkeit nie. Er kritisierte die damalige Außenministerin Tzipi Livni und ihre skandalös inkompetente Handhabung der Waffenstillstandsverhandlungen beim UNO-Sicherheitsrat nicht öffentlich. Stattdessen kommunizierte Netanyahu seine Kritik an Olmert hinter verschlossenen Türen. Er sah es so, dass öffentliche Kritik Olmerts Chancen den Krieg zu gewinnen verschlechterte.
Kurz nachdem Netanyahu im März 2009 das Amt übernahm, veröffentlichte die UNO ihren verleumderischen Goldstone-Bericht, in dem Olmert und seine Regierung fälschlich beschuldigt wurden während der Operation Gegossenes Blei im Gazastreifen Kriegsverbrechen begangen zu haben. Obwohl Netanyahu selbst weder erwähnt noch irgendetwas beschuldigt wurde, führte er eine entschiedene Kampagne, um den Bericht anzuzweifeln.
Netanyahu handelte so nicht, weil er der Kadima helfen wollte. Er handelt so, weil er erkannte, dass Israel attackiert wurde, nicht Olmert und Livni. Als Premierminister und als Oppositionsführer ist es sein Job Israel gegen Angriffe zu verteidigen, selbst wenn die am direktesten Nutzen aus seinem Tun Ziehenden seine politischen Rivalen sind.
Netanyahus anständiges Verhalten machte ihn nicht zu einem Helden. Sein Verhalten ist das Minimum, das man von einem unserer gewählten Vertreter erwarten kann und sollte. Wir sollten vernünftigerweise erwarten können, dass diejenigen, die ein öffentliches Amt anstreben – mit der erklärten Absicht als Führer der Nation zu dienen – immer die nationalen Interessen an die erste Stelle zu setzen, vor ihre Parteiinteressen, wenn diese beiden sich in Konflikt befinden.
Auf dieser fundamentalen, eminent vernünftigen Erwartung trampelt Oppositionsführerin Tzipi Livni derzeit herum. Seit sie das Steuer der Opposition übernommen hat, ist Livni niemals bereit gewesen anzuerkennen, dass Angriffe auf Netanyahu aus dem Ausland ziemlich oft Attacken gegen Israel sind.
Statt anzuerkennen, dass Angriffe auf die Legitimität der demokratisch gewählten Regierung ihres Landes Angriffe auf ihr Land sind, hat Livni jede Attacke gegen Netanyahu als Gelegenheit zur Schwächung seiner Regierung benutzt.
In dieser Sache hat sich Livni ständig auf die Seite Obamas, der Palästinenser und der internationalen Linken gegen Netanyahu gestellt und Netanyahu die Schuld für deren Angriffe gegen Israel zugeschoben. Als z.B. Netanyahu während seiner US-Reise im Mai Obamas feindselige Forderung ablehnte, Israel solle sich auf die nicht zu verteidigenden Waffenstillstandslinien von 1949 zurückziehen, verteidigte Livni Obama als Freund Israels und beschuldigte Netanyahu Israels Verbindungen zu den USA zu schädigen.
Livni forderte Netanyahu tatsächlich auf zurückzutreten.
Livni ignorierte Obmas schockierende Abkehr von den Zusagen seiner Vorgänger, die diese der Regierung Sharon bezüglich Israels Recht auf zu verteidigende Grenzen gemacht hatten; auch die Forderungen der Palästinenser nach unbegrenzter Einwanderung nach Israel und die Räumung aller israelischer Städte und Dörfer jenseits der Waffenstillstandslinien von 1949 hatten die USA zurückgewiesen.
Livni ignorierte die Tatsache, dass sie selbst forderte, die Palästinenser sollten ihr so genanntes „Rückkehrrecht“ aufgeben und machte Netanyahu für alle Unannehmlichkeiten verantwortlich. Sie formulierte es so: „Ein Premierminister, der die Beziehungen zu den USA wegen etwas Substanzlosem schädigt, schadet Israels Sicherheit und Abschreckung.“
Was die Palästinenser angeht, können sie nach Maßgabe Livnis nichts falsch machen, während Netanyahu im Amt ist. Obwohl die Dokumente der palästinensischen Unterhändler-Abteilung, die jemand dieses Jahr an den Guardian hatte durchsickern lassen, Livni zeigen, wie sie argumentiert, die Palästinenser müssten Israels Recht als jüdischer Staat zu existieren, hat sie, seit Netanyahu das Amt übernahm, diese Position zugunsten pauschaler Unterstützung der Palästinenser gegen Netanyahu aufgegeben.
In Livnis Welt ist die Tatsache, dass die Palästinenser es seit zwei Jahren ablehnen mit Israel Verhandlungen zu führen, eine Gelegenheit Netanyahu anzugreifen.
Die Tatsache, dass ihre Freunde in der Fatah gerade einen Einheits-Deal mit der Hamas unterzeichneten, ist nicht von Bedeutung. Was ihren Versuch angeht den Friedensprozess fallen zu lassen und die UNO aufzufordern einen Palästinenserstaat ohne Frieden mit Israel anzuerkennen – ist das ebenfalls eine Gelegenheit Netanyahu anzugreifen.
Letzten Monat sagte Netanyahu einem Interviewer, im Konflikt mit den Palästinensern ginge es nicht um Territorium, sondern um deren Ablehnung des Existenzrechts Israels. Er stellte fest, dass die Konsequenz darin besteht, dass es unmöglich sein wird den Konflikt zu lösen, bis sie ihre Ansichten zu Israel zu verändern.
Wie sie es zu tun pflegt, behandelte Livini die Feststellung ihres Gegners zu einer ungemütlichen Realität als Äquivalent zur Schaffung dieser Realität. Sie griff Netanyahu vom Knessetpodium an und fauchte: „Wer glauben Sie, sind Sie, dass Sie den Bürgern Israels sagen, sie und ihre Kinder und später ihre Kindeskinder werden weiter auf ewig vom Schwert leben? Wer glauben Sie, sind Sie, die Chancen auf eine Vereinbarung und ein normales Leben hier beerdigen, nach nur ein paar wenigen Stunden in dem Raum, der für Verhandlungen vorgesehen war, die Sie nicht führten?“
Dann ist da Livnis inbrünstige Unterstützung weit links stehender Organisationen in Israel und im Ausland, die aktiv daran arbeiten Israels Legitimität zu untergraben. Nehmen wir J-Street. Es dauerte weniger als ein Jahr, bis J-Street demonstrierte, dass ihre Behauptung, sie seien pro Israel, geheuchelt ist. J-Street unternahm Lobbyarbeit beim US-Kongress, dem Iran sollten keine Sanktionen auferlegt werden. Es unternahm Lobbyarbeit bei der Obama-Administration, sie solle gestatten, dass im UNO-Sicherheitsrat eine antiisraelische Resolution verabschiedet wird. Zu J-Street gehören Befürworter der Boykott-, Sanktions- und Deinvestitionskampagne gegen Israel auf der Jahreskonferenz. J-Street unterstützt einige der heftigsten Antiisrael-Abgeordneten im Kongress.
Wegen J-Streets Feindseligkeit hat die Regierung die Organisation weitgehend gemieden. Aber Livni hat sie begrüßt – hauptsächlich in dem Versuch Netanyah kleinkariert aussehen zu lassen.
Damit hat sie einer zutiefst feindseligen Organisation Legitimität verliehen, deren Ziele weit außerhalb des Mainstreams sowohl der israelischen wie der amerikanischen öffentlichen Meinung befinden.
Dann ist da ihre unverblümte Unterstützung antizionistischer israelischer und Auslandsorganisationen, die an der Kampagne der internationalen Linken zur Delegitimierung Israels teilnehmen. Viele dieser Gruppen arbeiteten mit der Goldstone-Kommission und anderen zusammen, um die Kadima-Führung – einschließlich Livni – als Kriegsverbrecher zu kriminalisieren.
Ohne Livni hätte die Knesset letzte Woche das Antiboykott-Gesetz mit einer weit größeren Mehrheit beschlossen, das sich Unterstützung aus dem gesamten politische Spektrum erfreute. Stattdessen wurde es mit Unterstützung nur der rechten Abgeordneten beschlossen.
Die ursprüngliche Antiboykott-Vorlage wurde vom Likud-Abgeordneten Ze’ev Elkin und der Kadima-Abgeordneten Dalia Itzik unterstützt. Einige Kadima-Abgeordneten waren ausgesprochene Befürworter der Gesetzesvorlage, mit denen diejenigen bestraft werden sollen, die einen Wirtschaftskrieg gegen Israel führen.
Zum Beispiel sagte Kadima-MK Otniel Schneller: „Diejenigen, die mit fadenscheinigen Demokratie-Behauptungen gegen das Gesetz opponieren, legitimieren den internationalen Trend des Boykotts der israelischen Universitäten, Kultur und Wirtschaft, womit sie der Legitimität der israelischen Demokratie und der jüdischen Moral Schaden zufügen.“
Doch Livni wollte davon nichts wissen. Letzte Woche verbot Livni den Abgeordneten der Kadima das Gesetz in welcher Form auch immer zu unterstützen; und dann führte sie die Anklage, indem sie es mit genau diesen „fadenscheinigen Demokratiebehauptungen“ benutzte.
Mit diesem Handeln schädigte sie nicht nur die Regierung. Sie fügte dem Land Schaden zu. Jetzt werden alle, von der Palestine Solidarity Campaign über B’Tselem bis zur International Solidarity Movement Livinis Position als Beleg dafür anführen, dass nichts falsch daran ist einen Wirtschaftskrieg gegen Israel zu führen. Sie werden sie zitieren, um behaupten zu können, dass es vernünftig vertretbar ist Israel aus dem Rest der Staaten der Welt herauszunehmen, um ihm Legitimität abzusprechen und zu de-investieren.
Livni besteht darauf, dass die Kadima keine linke Partei sei und dass sie keine Linke ist, obwohl ihre Positionen mit denen der postzionistischen Meretz-Partei identisch sind.
Livnis politische Ratio klar. Sie weiß, dass trotz ihrer Beteuerungen niemand außer ihren Unterstützern in den Medien glaubt, die Kadima sei eine Partei der Mitte. Die Konsequenz: Ihre einzige Chance eine Regierung zu bilden, besteht darin, dass sie gesamte linke Wählerschaft gewinnt.
Obwohl viele Kadima-Abgeordnete ihre Haltung ablehnen und sie als zu radikal kritisieren, erkennen sie, dass sie keine Wahl haben als mitzumachen. Wollen sie in der Kadima und in er Politik bleiben, müssen sie bei den Wählern der Kadima Anklang finden – die alle links stehen.
Das ist der Grund, warum Livnis Rivale um die Parteiführung, Shaul Mofaz, einen Friedensplan angenommen hat, der noch radikaler ist als Livnis Plan der Fatah alles zu geben, was die haben will. Mofaz‘ Plan ist es, die Hamas anzuerkennen und eine Verhandlungsregelung mit ihr anzustreben. Mofaz ist keine Taube. Aber seine einzige Chance Livni bei den Wahlen zur Parteiführung zu schlagen, besteht darin sie links zu überholen.
Livni ist immer eine Opportunistin gewesen. Als Netanyahu sie 1999 in die Knesset brachte, was sie ein Superadler. Als 2004 der damalige Premierminister Ariel Sharon die Linksaußen-Strategie der allgemeinen territorialen Kapitulation übernahm, rückte Livni in weniger als zwei Jahren von einer untergeordneten zu einer hochrangigen Ministerin auf, indem sie Positionen der extremen Linken übernahm.
Heute greift sie Netanyahu wegen des Voranbringens von Positionen an, denen die meisten Israelis zustimmen, aber nicht, weil sie glaubt Netanyahu liege falsch. Immerhin vertrat sie viele genau dieser Positionen, als sie Außenministerin war. Sie greift ihn an, weil sie seine Regierung zu Fall bringen will, damit sie einen weiteren Versuch unternehmen kann an seiner Statt gewählt zu werden. Dass ihr Verhalten Israels Möglichkeit beeinflusst politischer und militärischer Aggression zu widerstehen, macht ihr ganz klar keine Sorgen.
Es ist schwer den Schaden zu quantifizieren, den Livnis opportunistische Attacken auf die Regierung dem Land bereits zugefügt haben. Während wir uns auf eine unsichere Zukunft zubewegen, ist es beunruhigend über den Schaden nachzudenken, den Livni mit ihrer schamlosen Ausnutzung der Schwächen Israels aus Gründen persönlichen politischen Gewinns zufügen wird.
Tzipi Livni kocht (keinen) Kaffee
31. Januar 2009 um 13:01 | Veröffentlicht in Israel, Satire/Humor | 2 KommentareSchlagwörter: Tzipi Livni
Als Politiker/in hat man viele, viele Termine, die nicht direkt mit dem bekleideten Posten zu tun haben. Und so sollte Außenministerin Tzipi Livni sich zu Geschlechterfragen äußern, als sie vor Studenten (und wohl auch oder sogar nur –innen) des Tel Aviv-Jaffa Academic College sprach. Dabei fiel ein Satz, der inzwischen so etwas wie Berühmtheit erfährt:
Im Konferenzraum mache ich keinen Kaffee, sondern treffe Entscheidungen
Was soll man sagen? Es ist eine Steilvorlage für Leute, die gerne eine andere Politik als die von Livni sehen wollen. Die Behauptung „Livni macht doch Kaffee“ ist allerdings nicht sonderlich stichhaltig, weil das Beweisvideo aus einer „Homestory“ stammt. Doch es gibt genug Gelegenheiten Livni mit ihrem Kaffee-Satz durch den Kakao zu ziehen. So hatte Aussie Dave noch am selben Tag ein Foto eingestellt und untertitelt:
Der Typ rechts: „Das ist großartiger Kaffee, Tzipi. Gut gemacht!“
Wenn sich die Episode zum Running Gag entwickelt, dann sicher nicht zuletzt auch, weil sie weiter aufgegriffen wird. In einem Forum schlug ein Mitglied vor, Livni solle den Spruch mit dem Kaffee zu ihrem Wahlkampf-Slogan machen. Und Aussie Dave legte mit einem weiteren Foto nach:
„Ich habe euch bereits gesagt, dass ich keinen Kaffee mache!“
Es ist zu erwarten, dass da noch mehr nachkommt. Ich hätte richtig Spaß dran.
Nachgesehen bei der Resolution 1701 – auch bekannt als “Livnis Fiasko”
8. August 2008 um 22:18 | Veröffentlicht in Israel, Nahost-Konflikt | 2 KommentareSchlagwörter: Resolution 1701, Tzipi Livni
Tel Belman, IsraPundit, 5. August 2008
Die Jerusalem Post hat ein Editorial, Lebanon tipping point? (Trendwende im Libanon?), in dem ein Überblick über die sich verschlechternde Lage im Libanon gegeben wird. Ich dachte, Ich sollte einmal einen Überblick geben, wie Livni den Israelis die Resolution 1701 verkaufte, so wie auch Olmert den Israelis „verkaufte“, dass der Zweite Libanonkrieg ein Erfolg war.
Als Außenministerin Livni vor dem Kabinett in Israel sprach, kurz nachdem die Resolution verabschiedet wurde, formulierte sie ihre Begrüßung derselben mit folgenden Worten:
- „die Resolution ist gut für Israel und, wenn sie umsetzt wird,…“
- „Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass nicht jede Resolution umgesetzt wird. Ich bin mir der Schwierigkeiten bewusst und trotz all dem sage ich mit völliger Zuversicht, dass die Resolution des Sicherheitsrats gut ist für Israel.“ TOTAL FEHLGESCHLAGEN
- „Es ist wichtig zu erklären, das wir von Anfang an verstanden haben, dass diese Ziele tatsächlich durch politische Mittel erreicht werden müssen; und weil es für uns offensichtlich war, dass die gesamte internationale Gemeinschaft die Ursache der jüngsten Zwischenfälle begriffen hat und dass es notwendig war die Resolution 1559 umzusetzen, haben wir selbst gehandelt, um die Verfahrensweisen und Resolutionen zu initiieren, die die Ziele voran bringen, die wir uns gesetzt haben.“ TOTAL FEHLGESCHLAGEN
- „und in der Annahme, dass sie umgesetzt wird – verglichen mit der Lage, die vorher existierte, könnte sie eine dramatische Veränderung im südlichen Libanon schaffen…“ TOTAL FEHLGESCHLAGEN
- „Selbst in den letzten Stunden vor der Verabschiedung der Resolution wollten wir sicher stellen, dass dieses Embargo durchsetzbar und mit Substanz ist, um die Lieferung von Waffen aus diesen Ländern an die Hisbollah oder sonst jemanden außer der libanesischen Armee zu verhindern. Jetzt ist das Embargo Teil der UNO-Resolution und die Bedingungen und die Formulierung dieses Artikels sind für Israel akzeptabel und entsprechen ausdrücklich unserer Meinung – ein echtes Embargo. TOTAL FEHLGESCHLAGEN
- „Und es ist wichtig zu sagen, dass auf die eine oder andere Weise die Verantwortung der libanesischen Regierung auferlegt ist, dass sie sicherstellt, dass keine Waffen eingeführt werden, damit die Wiederbewaffnung der Hisbollah verhindert wird.“ TOTAL FEHLGESCHLAGEN
- „Es ist gefragt worden, ob jetzt alles von Entscheidungen oder Wünschen der libanesischen Regierung in Bezug auf die internationalen Streitkräfte abhängt… Aus unserer Sicht ist jeder Gesamtprozess, der die Übergabe von Macht in die Hände er libanesischen Regierung beinhaltet, damit diese ihre Souveränität durchsetzen kann, ein positiver, der natürlich einen echten Wandeln der Lage im Libanon schafft.“ TOTAL FEHLGESCHLAGEN
- „Es ist auch klar, dass der gesamte Prozess letztlich zur Entwaffnung der Hisbollah führen soll, dass also die libanesische Armee nicht nur nach Süden vorrückt, nicht nur ein Embargo, sondern ein Prozess, der durch die Entwaffnung der Hisbollah vollendet wird, wie es von Anfang an in den früheren Resolutionen verlangt wurde; aber heute machen wir den Weg frei, diesen Prozess auf einer praktizierbaren Ebene zu schaffen.“ TOTAL FEHLGESCHLAGEN
- „bezüglich der internationalen Streitkräfte – sollte offenbar werden, dass die Streitkräfte, über die entschieden wurden, nicht ausreichen, eröffnet die Resolution den Weg, der es erlauben wird das Mandat zu verbessern und eine angemessene Streitmacht zu schaffen, die effektiver sein wird und ein weiter gefasstes Mandat als dieses haben wird. Dies ist in der Resolution bereits festgelegt.“ TOTAL FEHLGESCHLAGEN
- „Israel hat natürlich gefordert, dass die entführten Soldaten ihren Familien zurückgegeben werden, da dies unser Ziel war und bleibt. Diese Erklärung erscheint nun in der Resolution des Sicherheitsrats. Es stimmt, dass dies in der Präambel geschieht, die als „Deklarations-Sektion“ bezeichnet wird, aber die Soldaten werden als Ursache der Auseinandersetzung genannt, für die die Bürger Israels und einige der Bürger des Libanon schwer bezahlt haben und die die dringende Notwendigkeit zur Auseinandersetzung mit den Faktoren schuf, die zur derzeitigen Krise führten, einschließlich der bedingungslosen Freilassung der entführten israelischen Soldaten.“ TOTAL FEHLGESCHLAGEN
- „In meiner Einschätzung, besonders wegen der Ereignisse des vergangenen Monates, wird die internationale Gemeinschaft, wie auch die libanesische Regierung verstehen, dass Israel nicht länger eine Lage akzeptiert, in der eine Terror-Organisation an seiner Grenze sitzt und Katjuschas auf israelische Bürger schießt oder alternativ israelische Soldaten angreift, wo immer sie will… wir haben die meisten Ziele der israelischen Initiative erreicht, die wir praktisch als ersten Entwurf auf den Tisch der internationalen Gemeinschaft legten.“
Außer den Hervorhebungen gewisser Worte, die die Botschaft rüberbringen, sind keine Kommentare eingefügt worden.
…
JEDES EINZELNE ZIEL, DAS LIVNI SICH SETZTE, WURDE VERFEHLT.
WELCHES RECHT HAT SIE IRGENDETWAS ANZUNEHMEN?
WIE KANN MAN LIVNI ÜBER ENDSTATUS-FRAGEN VERHANDELN LASSEN?
WIE KANN MAN LIVNI ZUR NÄCHSTEN PREMIERMINISTERIN WÄHLEN?
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