Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (14.-20.09.2014)

14. September 2014 um 21:06 | Veröffentlicht in Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser | Hinterlasse einen Kommentar
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Sonntag, 14.09.2014:

Eine Nettigkeit der PA-Zeitung Al-Hayat al-Jadida vom 10. September 2014 (gesehen hier):

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Waffenstillstand? Die Terroristen vom Palästinensischen Islamischen Jihad sind längst wieder kräftig dabei neue Terrortunnel zu graben.

Waffenstillstands-Heckmeck:
Khaled Meschaal: Israel versteht nur Gewalt. (Indirekt) zu verhandeln ohne weiter „Widerstand“ zu üben, sei wie um Almosen zu betteln.

Montag, 15.09.2014:

Wieder zu erwarten: Die verzweifelten PA-Terrorgranden sehen nicht genug Aufmerksamkeit für sich und müssen daher irgendwie die Ursache für alles Grauen wieder Israel zuschieben: Es gäbe keinen ISIS, wenn es die „Besatzung“ „Palästinas“ durch die Juden nicht gäbe, behauptete Nabil Abu Rudeineh. Klar doch.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (07.-13.09.2014)

7. September 2014 um 22:12 | Veröffentlicht in Araber, Israel, Jerusalem, Nahost-Konflikt, Palästinenser | 1 Kommentar
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Sonntag, 07.09.2014:

Letzte Woche beteten wieder viele Juden unter Schutz der IDF eine Nacht im Josefsgrab in Schechem/Nablus. Die PA ließ ihre Medien verkünden, dass „Siedler“ die Stätte „stürmten“ und „Zusammenstöße“ mit Palästinensern auslösten. Letztere wurden dann – natürlich völlig ohne Grund – mit Tränengas und anderen Mitteln beschossen.

Mahmud Abbas in Kairo: Er kann der Hamas nicht trauen. Die Zahl der toten Hamas-Leute im Gazakrieg betrug 850 (ohne die Toten weiterer Terrorgruppen; bestätigt israelische Zahlen!)

Arabischer Steinwurf-Terror gegen die Jerusalemer Straßenbahn hat dafür gesorgt, dass von den 23 Zügen nur 16 einsatzbereit sind.

Nach Angaben eines israelischen Diplomaten hat die Hamas begonnen neue Terrortunnel zu graben. Auch die Herstellung von Raketen und der Schmuggel aus Ägypten wurden wieder aufgenommen. Sicherheitskreise streiten den Bau von Terrortunneln ab.

Waffenstillstands- und Friedensprozess-Heckmeck:
– Die Arabische Liga ließ wissen, dass Mahmud Abbas offen für neue Verhandlungen mit Israel sei.
– Eigentlich geheime Dokumente des israelischen Außenministeriums legen Pläne für einen Vorschlag offen, dass eine internationale Truppe den Wiederauf und die Entmilitarisierung des Gazastreifens überwachen soll.

Montag, 08.09.2014:

Was ist ein Freundschaftsspiel zwischen palästinensischen und israelischen Kindern? Laut PA-Sportfunktionären „ein Verbrechen gegen die Menschheit“, „eine von kranken Seelen ersonnene Tat“, „ein Verbrechen und ein unpatriotischer und unmoralischer Akt“. Wie Friedenspartner das halt so sehen müssen…

Waffenstillstands- und Friedensprozess-Heckmeck:
– Die Hamas lehnt internationale Truppen im Gazastreifen vehement ab.
Mahmud Abbas streitet auf einmal ab, dass die Ägypter angeboten haben die „Flüchtlinge“ des Gazastreifens in einem extra dafür angebotenen Gebiet auf dem Sinai anzusiedeln.

Dienstag, 09.09.2014:

Der Schabak berichtet, dass die Zahl der Terroranschläge in Jerusalem in den letzten Monaten „exponentiell gestiegen sind“: 3 im März sowie im April, 7 im Mai; im Juni waren es 22, im Juli und August (zusammen?) 152.

Es gibt Gerüchte, dass die Hamas angekündigt habe sie wolle am 25. September die Raketenangriffe auf Israel wieder aufnehmen. Die Hamas bestreitet das.

Mittwoch, 10.09.2014:

Die IDF leitet Untersuchungen wegen zweier Vorfälle während des letzten Gaza-Kriegs ein. Am 16. Juli kamen vier Kinder ums Leben und am 24. Juli eine UNRWA-Schule getroffen.

Waffenstillstands-Heckmeck:
– Die Hamas besteht darauf, dass bis zum 25. September die Gespräche in Kairo wieder aufgenommen werden müssen. Die Ägypten müssten aber immer noch einen Termin nennen.

Donnerstag, 11.09.2014:

Der letzte im Gaza-Krieg verletzte Israeli ist außer Lebensgefahr. Er war nur wenige Minuten vor Eintritt des Waffenstillstands durch eine Rakete verletzt und konnte jetzt von der Intensivstation des Barzilai-Krankenhauses auf eine normale Station verlegt werden.

Der nationale Planungs- und Bauausschuss legte einen Plan auf Eis, einen Nationalpark auf den Hängen des Skopusbergs in Jerusalem zu schaffen. Örtliche Araber legten Beschwerde ein, weil der Nationalpark die Erweiterung ihrer Viertel „ersticken“ würde.

Waffenstillstands-Heckmeck:
– Der Hamas-Grande Mussa Abu Marzuk sagte, seine Bewegung werde eventuell doch direkt mit Israel verhandeln; der islamische Glaube verbiete solche Kontakte nicht. Grund für diese Kehrtwende ist, dass die Mehrheit der Bevölkerung des Gazastreifens das verlangt, sagte er.

Freitag, 12.09.2014:

Antwort auf den Raketenterror: An 1.000 Einschlagsorten von Terrorraketen sollen in den dadurch hinterlassenen „Löchern“ bis Rosh HaShanah 100.000 Obstbäume gepflanzt werden.

Mahmud Abbas verkündet, dass eine Wirtschaftsvereinbarung zwischen Israel und der PA erzielt wurde; dieses gestattet unbegrenzte Ein- und Ausfuhr von Waren und Dienstleistungen aus und in die Gebiete.

Waffenstillstands-Heckmeck:
– Und schon ist die schöne Illusion wieder vorbei: Die Hamas hat noch gestern die Ankündigung ihres einen Narrenführers, man könne evtl. direkt mit Israel verhandeln, zurückgewiesen. Das würde nicht einmal überlegt.

Samstag, 13.09.2014:

War wohl nur eine Frage der Zeit, bis die Fünfte Kolonne das nachplappert: Ein hochrangiger israelisch-arabischer Führer behauptet jetzt auch, die USA und Israel hätten den Islamischen Staat geschaffen, in der arabischen Welt Uneinigkeit zu säen.

Haniyeh bekräftigt noch einmal: Die Hamas wird ihre Waffen „niemals aufgeben“. Der Wiederaufbau des Gazastreifens wird nicht zu Ungunsten der „militärischen Fähigkeiten“ der Terrorgruppe erfolgen.

Ein Imam im Gazastreifen predigte. Der Mann war im Zuge des Shalit-Deals freigelassen worden. In seiner Predigt hantierte er mit einem Sturmgewehr. Seine Botschaft: „Waffen werden uns helfen einen islamischen Staat aufzubauen.“

Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten 2014“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).

Schon wieder?

1. September 2014 um 14:30 | Veröffentlicht in Israel, Karika-Tour, Nahost-Konflikt | Hinterlasse einen Kommentar
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DryBones, 29. August 2014

Sag’ nicht, es sei nicht so!

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (31.08.-06.09.2014)

31. August 2014 um 21:17 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, EU-Europa, Europa+Nahost, Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser, UNO | 1 Kommentar
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Sonntag, 31.08.2014:

Die Hamas ließ wieder wissen, dass „alle Versuche uns zu entwaffnen wertlos“ seien. Statt einer Entmilitarisierung des Gazastreifen müsse es eine Entmilitarisierung der Besatzung geben.
Darüber hinaus prahlte auch Ismail Haniyeh wieder: Die „palästinensische Nation“ hätte die „israelische Aggression“ aus militärischer, diplomatischer, ethischer und kommunikativer Sicht besiegt.

Mahmud Abbas tönt auch: Ein Palästinenserstaat ohne Jerusalem als Hauptstadt ist keine Lösung.

Ägyptische Grenzer haben weitere 4 Tunnel entdeckt und zerstört. Die Berichte deuten an, dass bisher 1.710 Schmuggeltunnel zwischen dem Gazastreifen und der Sinai-Halbinsel zerstört wurden.

Heute erlag ein weiterer Soldat seinen Verletzungen aus dem Gaza-Krieg.

Die israelische Regierung hat 4000 Dunam Land im Gush Etzion-Block zu Staatsland erklärt. Damit kann es irgendwann mal, von wem auch immer für Bautätigkeit erschlossen werden – es ist lediglich der Rechtsstatus dieses Landes geklärt worden. Mahmud Abbas schäumt, das lasse die Friedensgespräche weiter niedergehen. (Der Gush Etzion gehört zu den Bereichen, von denen „jeder weiß, dass sie in einer Friedensregelung bei Israel bleiben werden“.)
Die PLO ließ wissen, dass die israelische Entscheidung „klar Israels streben nach Auslöschung der palästinensischen Präsenz und das Aufzwingen einer Einstaaten-Lösung zeigt“.

Waffenstillstands-Heckmeck:
Quellen in der PA sagten, dass die Waffenstillstandsgespräche diese Woche wieder aufgenommen werden sollen.

Montag, 01.09.2014:

Gestern schäumte Mahmud Abbas, weil im Gush Etzion Land zu Staatsland erklärt wurde. Heute folgen die üblichen Verurteilungen: USA („Siedlungstätigkeit“, „kontraproduktiv für die Friedensbemühungen“); Großbritannien („ernster Schaden für Israels Ansehen in der Internationalen Gemeinschaft“; „Friedenshindernis“); Tzipi Livni („der Ruf des Landes wird geschädigt“)

Waffenstillstands-Heckmeck:
– Eine arabische Zeitung aus London berichtet, dass Kairo in den nächsten Tagen einladen wird wieder an den Verhandlungstisch zu kommen.

Friedensprozess-Heckmeck:
– Die (indirekten) Gespräche mit der Hamas kommen noch nicht in Gang, da ist Kerry schon wieder dabei die „Friedens“-Gespräche zur Gründung eines Palästinenserstaats wiederzubeleben. Dazu soll Israel erstmal die vierte Häftlingsgruppe freilassen, die im April/Mai nicht entlassen wurde.

Dienstag, 02.09.2014:

Auch UN-Chef Ban ist „alarmiert“ über die Statusklärung des Landes im Gush Etzion; das werde „zu weiterer Siedlungsaktivtäten führen“ (und die erklärt er für „illegal“).
Ägypten mag nicht hinten anstehen und verurteilte den israelischen Schritt als „nicht positiv“; er widerspreche internationalem Recht und werde einen negativen Einfluss auf die Friedensverhandlungen haben.
Die EU verurteilt gleich die „Annexion von Land“ im Gush Etzion. „In dieser höchst sensiblen Zeit muss alles vermieden werden, was die Stabilität kippen könnte und zukünftigen Verhandlungen bezüglich des Waffenstillstands im Gazastreifen schaden könnte“, hieß es. (Mal wieder kann ausschließlich Israel das gefährden, nicht die Terroristen…)

Ägyptische Geheimdienstler kamen in Ramallah an, um beim Wiederaufbau von Gaza zu helfen und die Spannungen zwischen Hamas und Fatah zu mindern.

Die am Sonntag über dem Golan abgeschossene Drohne war eine iranische „Yasir“.

Saeb Erekat will den USA einen Zeitplan für einen israelischen Abzug aus Judäa und Samaria auf die „Grenzen von 1949“ vorlegen.

Donnerstag, 04.09.2014:

Ein Video des PA-TV setzt nicht nur die Zerstörung eines 12-stöckigen Hauses in Gaza durch die israelische Luftwaffe mit der des WTC am 9/11 in New York auf eine Stufe, sondern impliziert auch, dass Israel für die Anschläge New York verantwortlich zeichnet.

Waffenstillstands- und Friedensprozess-Heckmeck:
Hanan Aschrawi hielt eine Pressekonferenz in New York: Die PA setzt Israel eine Frist von 3 Jahren, um aus den Palästinensergebieten abzuziehen. Außerdem erlaube John Kerrys Versuch den Friedensprozess wieder in Gang zu bringen Israel „mit seiner einseitigen und destruktiven Politik weiterzumachen“.

Freitag, 05.09.2014:

Hamasführer Haniyeh ist vehement gegen eine Entwaffnung seiner Terrortruppe. Waffen seien im „palästinensischen Kampf heilig“: „Waffen sind das heilige Licht der Unantastbarkeit des Kampfes… und wir werden uns nur entwaffnen, wenn auch der Besatzer entwaffnet wird und unser Land verlässt.“ Wenn also Israel aufhört zu existieren.

Samstag, 06.09.2014:

Auf dem Rabin-Platz in Tel Aviv demonstrierten am Abend Linke. Ihr Thema: „Die Rechte hat versagt – Regierungswechsel.“

Die Hamas drängt auf einen Aufstand in der „Westbank“.

Die IDF bereitet sich auf einen „sehr gewalttätigen“ Krieg mit der Hisbollah vor. Diese ist derart stark aufgerüstet und hat derart viele (auch Langstrecken-) Raketen, dass die Eiserne Kuppel damit nicht alleine fertig werden würde; deshalb, heißt es, müsse die IDF „schnell und energisch handeln“, sollte es zu einem Krieg kommen.

Ziemlich große Demo in Irbid (Jordanien): „Wir sind alle Hamas!“, feierten sie deren „Sieg“ im Gazastreifen.

Waffenstillstands-Heckmeck:
Die indirekten Gespräche in Kairo sollen in zwei Wochen fortgesetzt werden.

Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten 2014“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).

Jubel und Tote

26. August 2014 um 20:34 | Veröffentlicht in Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser | 4 Kommentare
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Ulrich W. Sahm, 26. August 2014 (direkt vom Autor)

Der Gaza-Krieg ist vorbei. „Wir haben gesiegt“, sagte Sami Barhoum, einer von vier Hamas-Sprechern bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Gaza. Die Straßen füllten sich. Jubelnde Menschen. Wie beim Kölner Karneval wurden Bonbons und „Kamelle“ in die Luft geworden. „Das nächste Mal werden wir Jerusalem erobern und den Boden von ganz Palästina erobern“, versprach Barhoum.

Doch die überschwängliche Freude über den großen militärischen wie moralischen Sieg der Hamas war nicht ungetrübt. Bei den fröhlichen Feiern gab es noch einen Toten und Dutzende Verletzte durch Freudenschüsse in die Luft.

Die Hamas spielte ihr Spiel bis zum letzten Augenblick. Allein im Kibbuz Nirim nahe dem Gazastreifen explodierten im Laufe des letzten Kriegstages über 100 Mörsergranaten und Kurzstreckenraketen. Dabei wurde ein 52 Jahre alter Israeli getötet. Einer wurde tödlich verletzt und weitere sechs Israelis wurden unter Dauerbeschuss nach Beer Schewa ins Soroka-Hospital evakuiert.

Im Laufe des Tages verzeichnete die Hamas auch noch weitere Erfolge, darunter einen Direkttreffer auf ein Haus in Aschkelon. Ebenso wurde in der Stadt ein Spielplatz mit Splittern durchlöchert. Die Rakete Nr. 277 landete in Aschkelon zielgenau im Sandkasten.

Gerüchte über einen bevorstehenden Waffenstillstand kamen schon in den Mittagsstunden auf. Es hieß, dass der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas am Abend eine „Überraschung“ verkünden wolle. Und nachdem er in Ramallah einen von Ägypten ausgehandelten, zeitlich unbegrenzten Waffenstillstand verkündet hatte, gab es keine weitere Bestätigung aus anderer Quelle. Die israelische Regierung hielt sich bedeckt und ließ erst am Abend durchblicken, dass die Feuerpause „akzeptiert“ worden sei, aber ohne Bedingungen. Auch die Ägypter boten zunächst keine weitere Aufklärung. Vor allem aber fehlte eine Stellungnahme von Khaled Meschaal, dem Auslandschef der Hamas mit Sitz in Qatar, der bisher alle Feuerpausen durch Raketenbeschuss Israels platzen ließ.

Unklar war vor allem, ab wann die Feuerpause zu gelten habe. 19:00 Uhr Ortszeit ist verstrichen, ohne das es ruhig geworden wäre in den finsteren, grenznahen israelischen Ortschaften, wo über 100 Raketen die Stromleitungen gekappt haben. Ob 20:00 Uhr oder Mitternacht nun das echte Kriegsende bedeutet, konnte keiner der israelischen oder palästinensischen Reporter sagen, die in Israel und im Gazastreifen an den strategischen Punkten verteilt standen. Auf der israelischen Seite trugen sie schusssichere Jacken.

Die Hamas behauptet, diesen Krieg gewonnen zu haben. Zwar sind nur sechs israelische Zivilisten ums Leben gekommen und immerhin 64 Soldaten. Das gilt kaum als „Erfolg“ angesichts der weit über 2.000 palästinensischen Todesopfer. Doch die Hamas hat „heldenhaft“ Stand gehalten bei einem der längsten Kriege in der Geschichte Israels. 50 Tage lang hat sie Israel mit Raketen beschossen, Tel Aviv und sogar Haifa im Norden angegriffen und eine zeitlang den Ben Gurion Flughafen teilweise lahmgelegt. Die Hamas hat der israelischen Tourismusindustrie einen nachhaltigen Schaden beigefügt. „Nach dem Gazakrieg von 2009 hat es anderthalb Jahre gebraucht, bis sich unsere Geschäfte wieder normalisiert haben. Diesmal werden wir noch länger warten müssen, bis die Touristen wieder nach Israel kommen“, jammerte ein Jerusalemer Taxifahrer. Tatsächlich häufen sich die Anrufe aus Deutschland, ob eine Rundreise im September oder ein Besuch zu Weihnachten überhaupt in Betracht gezogen werden könne. „Wegen des Krieges“ häufen sich die Stornierungen für das Jahr 2015, sagte eine Reiseagentin.

Vor allem ist es der Hamas gelungen, den Staat Israel mit Erfolg zu terrorisieren. Heftig diskutieren Bürgermeister von Beer Scheva bis zum Süden von Tel Aviv den Beginn des Schuljahres am 1. September. Die Schulen mögen mit Betonbalken gegen anfliegende Raketen geschützt sein, aber niemand will die Verantwortung für die Schulbusse übernahmen, die morgens die Kinder zur Schule fahren.

Die wirtschaftlichen Schäden sind unermesslich. Nicht nur die Kompensation für zerstörte Häuser und von Panzerketten umgepflügte Felder, lassen sich kaum schätzen. Niemand wird wohl die Unternehmer entschädigen, die während des Krieges ihre Fabriken schließen mussten. Offen ist, ob den Israelis neue Steuern auferlegt werden oder ob die Budgets aller Ministerien gekürzt werden, was die sozial Schwachen, Patienten und Autofahrer trifft, sowie die Regierung sparen muss.

Auch politisch hat die Hamas gesiegt, obgleich Einzelheiten des Waffenstillstandsabkommens von keiner Seite veröffentlicht worden sind. Angeblich wird Israel die in den letzten Tagen noch kräftig von der Hamas beschossenen Grenzübergänge in Kerem Schalom und Erez für Warenverkehr und für Patienten aus Gaza weiter als bisher öffnen. Israel wird wohl auch Zement für den „Wiederaufbau“ einlassen. Unklar ist, wer über die Zementsäcke wachen soll, damit die nicht für die Befestigung von Angriffstunnels und Raketen-Abschussrampen zweckentfremdet werden.

Das beste Anzeichen für ein Kriegsende kam mit Live-Bildern am Abend gegen 20:30 Uhr aus dem Gazastreifen. Nach zwei Monaten unter der Erde, im Befehlsbunker unter dem Schifa-Hospital, tauchte Mahmoud Abu Sahar auf, eine der führend Figuren der Hamas. Aufrecht stehend fuhr er in einem Auto mit offenem Sonnendach durch Gaza. Offenbar fürchtete er keinen gezielten Drohnenangriff der Israelis mehr. In der letzten Kriegswoche hatte Israel mehrere militärische Befehlshaber der Hamas dank exakter Informationen gezielt „ausgeschaltet“. So ist inzwischen bekannt geworden, dass drei getötete „Generale“ des militärischen Arms der Hamas sich nur für 15 Minuten für eine Absprache treffen wollten. Die Israelis wussten davon. Die bereit stehenden Kampfflugzeuge beendeten das Treffen nach nur 4:30 Minuten.

(C) Ulrich W. Sahm

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (24.-30.08.2014)

24. August 2014 um 21:20 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, Europa+Nahost, Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser | Hinterlasse einen Kommentar
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Sonntag, 24.08.2014: Zahlen:
Stand 15:30 Uhr: In den letzten 5 Tagen schossen die Terroristen mehr als 570 Raketen auf Israel.
Stand 18 Uhr: Seit Mitternacht hat die IDF 50 Terrorziele getroffen, darunter Abschussrampen, Waffenhersteller und Terror-Kommandostellen.
Stand 19:30 Uhr: Seit Mitternacht schossen die Terroristen 117 Raketen auf Israel.

Die libanesische Armee gibt an den Raketenwerfer gefunden zu haben, mit dem gestern Abend eine Rakete nach Galiläa geschossen wurde. Eine Delegation der UNIFIL besichtigte das gestern durch die Rakete getroffene Haus. Die IDF sagte, dass sie beim nächsten Mal zurückschießen wird.

Zu den gezielt getöteten Terroristen gehörte heute Hamas-Führer Mohammed al-Ghoul, der für Geldverteilung zuständig und „Justizminister“ war.

Die am Erez-Übergang durch Mörserbeschuss der Terroristen verletzten israelischen Araber fuhren verletzte Araber aus dem Gazastreifen zur Behandlung in israelische Krankenhäuser!

Montag, 25.08.2014:

Zahlen:
Mitternacht: 135 Terrorraketen innerhalb von 24 Stunden.
Stand 7 Uhr: Über Nacht griff die IDF insgesamt 35 Terrorziele im Gazastreifen an.
Stand 19:00 Uhr: Seit Mitternacht schlugen in Israel mehr als 70 Raketen ein.

Khaled Meschaal schwor, dass die Hamas Israel nicht nur aus dem Gazastreifen heraus angreifen wird, sondern auch aus Judäa und Samaria. Außerdem verglich er Netanyahu mit Hitler und forderte von Obama den „Holocaust“ an den Palästinensern zu stoppen.

Die Hamas verhaftete weitere 150 Personen, die der Kollaboration mit Israel verdächtigt werden.

Bei Hebron wurde gestern ein Autofahrer durch Steinwürfe verletzt. Sein Zustand hat sich heute stark verschlechtert.

Waffenstillstands-Heckmeck:
Der Palästinensische Islamische Jihad soll in der Nacht der ägyptischen Initiative zu einem unbegrenzten Waffenstillstand zugestimmt haben.
Die Hamas gibt an, dass die diplomatischen Bemühungen um einen Waffenstillstand intensiviert wurden.
Ein Vertreter der „Palästinenser“ sagt, dass eine Vereinbarung immer noch nicht erreicht wurde, eine Waffenruhe aber kurz bevor stehe.
Aus der israelischen Delegation verlautet, dass alles „noch unklar“ sei.
– Eine ägyptische Quelle: Wir kommen der Verkündung einer Waffenruhe später am Abend näher.
Das Kabinett überlegt, wie es mit einem Waffenstillstands-Vorschlag der Ägypter umgehen soll.

Dienstag, 26.08.2014:

Zahlen:
– Montag wurden insgesamt 130 Raketen aus dem Gazastreifen geschossen. 16 wurden abgefangen.
Stand 15:00 Uhr: 21 Raketen im Kreis Eschkol seit 14:30 Uhr.
Stand 16:00 Uhr: 100 Raketen seit Mitternacht, 14 davon abgefangen.
Stand 19:30 Uhr: Seit 17 Uhr wurden 60 Raketen und Mörsergranaten auf Israel geschossen.
Stand 22 Uhr: 4.564 Raketen auf Israel geschossen, 5.263 Ziele von der IDF getroffen.

Friedensbotschaft der Hamas in einer Freitagspredigt: „Wir haben die Zionisten von allen Enden des Globus zusammengeholt, damit wir sie besser abschlachten und töten können.“

Hamas: Unseren Krieg führen wir um Jerusalem, nicht zur Aufhebung der Blockade.

Der Leiter des Kreisrats von Eschkol befindet, dass Israel eine schwache Regierung hat und empfiehlt den Einwohnern, noch nicht nach Hause zu kommen.

Nach Beginn der Waffenruhe erklärte Ismail Haniyeh die Terroristen zum Sieger.

Netanyahu bekommt Feuer (Kritik) aus dem Kabinett – von rechts wie von Links. Bennett und Livni sind nicht zufrieden mit dem Waffenstillstand.

Hochrangige Hamasniks kommen aus ihren Bunkern gekrochen und verkünden (u.a.): Wir werden den Ben-Gurion-Flughafen angreifen. Gaza wird See- und Flughäfen eröffnen. Wir werden uns wieder bewaffnen. Der Waffenstillstand dient dazu den nächsten Krieg mit Israel zu planen.

Waffenstillstands-Heckmeck:
Hamas: Die Gespräche sind beendet, wir haben eine Einigung erzielt.
Abbas‘ Büro: Abbas soll einen dauerhaften Waffenstillstand verkünden.
Hamas: Der Übergang Rafah wird wieder geöffnet, die Sicherheit soll von PA-Kräften übernommen werden.
Ägypten: Waffenruhe soll um 20 Uhr verkündet werden.
Abbas: Die Waffenruhe soll um 19 Uhr in Kraft treten. Israel bestätigt das später.
Israel: Zur Waffenruhe gehört kein Seehafen, keine Freilassung von Häftlingen.
Ägypten: Israel stimmt humanitärer Hilfe und Baumaterial für den Gazastreifen zu.
Ägypten: Gespräche zwischen Israel und den Palästinensern beginnen innerhalb eines Monats nach Inkrafttreten der Waffenruhe. Außerdem wird der Übergang Rafah geöffnet.
– Die USA begrüßt den Waffenstillstand.
Ein israelischer Offizieller: USA werden sicherstellen, dass in den Sicherheitsentscheidungen die Demilitarisierung enthalten ist. (Aber wie soll das denn laufen???)

Mittwoch, 27.08.2014:

Nur 15 der 23 Straßenbahnen in Jerusalem sind noch in Betrieb, weil die übrigen durch (arabische) Gewalt beschädigt sind.

Die Führungspolitiker im Umkreis des Gazastreifens betrachten den Waffenstillstand als Kapitulation: „Wir wollten die Hamas gesiegt und um ihr Leben betteln sehen, stattdessen sehen wir, dass Israel an den Verhandlungstisch rennt.“

Ein hochrangiger Hamas-Terrorgrande krakeelt von „zionistischer Aggression gegen unsere Lebensgrundlage“, Kriegsverbrechen und dass „die Nation zusammenhält und den Widerstand umarmt“.

Vor etwa 18 Monaten wurde die damals knapp dreijährige Adelle Biton durch Steinwürfe auf das Auto ihrer Eltern schwer am Kopf verletzt. Jetzt wird sie nach mehreren Operationen und intensiver medizinischer Betreuung endlich nach Hause zurückkehren können.

Ein führender PA-Grande sprach sich gegen den Beitritt der PA zum Internationalen Strafgerichtshof aus. Es würde juristische Probleme geben, wenn die PA Israel angreift. Dann fügte er hinzu: „Es gibt keine unschuldigen Israelis.“

Die Hamas setzt 15 weitere „Kollaborateure“ fest. (Sie reden gar nicht erst von Leuten, die der Kollaboration verdächtigt werden…)

Waffenstillstands-Heckmeck:
John Kerry: Ein Deal ist eine Möglichkeit, keine Gewissheit. Ban Ki-moon drängt auf einen Friedens-Deal.
Tony Blair begrüßte den Waffenstillstand und drängt auf einen langfristigen Plan. Jetzt sei die Zeit für den Wiederaufbau des Gazastreifens.
Die PA-Führung betont, wie wichtig ein „Ende der Besatzung“ sei.
Der Iran applaudiert dem „Sieg der PA“ in Gaza.
Qatar schreibt den Waffenstillstand dem „palästinensischen Widerstand“ gut.
– Benjamin Netanyahu erklärte, dass die Hamas für den Waffenstillstand nichts von dem erhielt, was sie gefordert hatte. Israel werde härter als je zuvor reagieren, wenn die Hamas das Feuer erneut eröffnen sollte.

Donnerstag, 28.08.2014:

Der israelische Golan wird von Mörsern getroffen. Der UNO fällt natürlich nichts anderes ein als „Zurückhaltung“ zu fordern.

Nicht alle Terrorgranden finden, dass die Hamas den Krieg gewonnen hat. Khaled Meschaal z.B. ist total enttäuscht und redet von einem Versagen der Hamas. Andererseits tönte er dann auf einer Pressekonferenz in Doha (Qatar): „Nachdem die Belagerung und die Blockade fehlschlugen, versuchten sie uns zu vernichten. [Das war erklärtermaßen nicht das Ziel Israels!] … Gaza hat die Welt mit seinem Sieg überwältigt.“
Noch eine Nettigkeit: „Der Feind [Israel] beging einen Holocaust, der doppelt so groß war wie der von Hitler.“ (Damit sind im Holocaust nur etwas über 1000 Juden umgekommen…)
Und natürlich (was bei uns nicht berichtet wird): Der gerade beendete Krieg war nicht die letzte Runde, sondern nur ein „Meilenstein auf dem Weg zum Erreichen unserer Ziele“.

Der „militärische Arm“ der Hisbollah informierte übrigens ebenfalls, dass weiter Tunnel gegraben werden und die Wiederbewaffnung vorgenommen wird, um eine „vernichtende Schlacht der Befreiung“ zu führen.

Es gibt noch keine näheren Informationen, aber es durfte veröffentlicht werden, dass eine Reihe israelischer Araber unter Führung einer Hisbollah-Gruppe einen Terroranschlag in Israel planten.

Umfrage im Gazastreifen: 89% befürworten und unterstützen willkürliches Raketenfeuer auf israelische Zivilisten. Ganze 2,4% sind dagegen.

Die PA will von der UNO einen Ablaufplan mit Zeitvorgaben für einen israelischen Abzug aus Judäa und Samaria fordern. Sollte der Sicherheitsrat sich nicht darauf einlassen, will Abbas sich an den Internationalen Strafgerichtshof wenden und dort fordern, dass israelische Offiziere wegen der Schäden im Gazastreifen als Kriegsverbrecher angeklagt werden.

Der „gemäßigte“ Palästinenserführer und „Friedenshoffnung“ Marwan Barghouti (5x lebenslänglich wegen Mord) forderte von der Fatah, dass sie die Verhandlungen mit Israel aufgibt und zu gewalttätigen „Widerstand“ gegen Israel „zurückkehrt“. „So wie die Fatah die Ehre hatte die erste Kugel gegen den zionistischen Feind abzugeben, werden die Hände der Fatah-Mitglieder … die letzte Kugel gegen diese Besatzung abgeben.“

Françpois Holland will, dass Europa nicht mehr nur „von der Fensterbank aus“ im Nahost-Konflikt zusieht, sondern eine größere Rolle bei der Lösung spielt.

Freitag, 29.08.2014:

Der Iran prahlt damit den Terroristen in Judäa und Samaria Waffen zu schicken, um „die Auslöschung des zionistischen Regimes“ sicherzustellen.

Heute erlag ein Soldat seinen im Gaza-Krieg erhaltenen Verletzungen. Er ist damit der 65. Soldat und der 71. Israeli, der durch diesen Krieg starb.

Demonstration des Palästinensischer Islamischer Jihad in Gaza: Sie zeigten ihre Waffen, paradierten und der Redner gelobte, sie würden alles unternehmen, um sich wieder zu bewaffnen. Israel könne nicht gewinnen, es sei bereit zur Auslöschung.

Ismail Haniyeh nutzt die sozialen Medien, um damit zu prahlen, dass er die israelischen Luftangriffe überlebt hat.

Wegen der gespannten Lage in Syrien und der Kämpfe nahe der Grenze ist die IDF auf dem Golan in Alarmbereitschaft.

Khaled Meschaal wieder: Wir werden uns nie entwaffnen lassen. Und wenn Israel unsere Forderungen nicht erfüllt, dann wird wieder gekämpft. Sprich: Terror ausgeübt.

Der Palästinensische Islamische Jihad beansprucht für sich während der Operation „Fels in der Brandung“ 3.200 Raketen und Flugkörper auf Israel geschossen zu haben. 121 seiner Kämpfer seien getötet worden.

Heckmeck:
– Mahmud Abbas stellt wieder Behauptungen auf: 1) Netanyahu habe zugestimmt einen Palästinenserstaat entlang der „Grenzen“ von 1967 zu gründen. (Büro des Premierminister: Das stimmt nicht). 2) Nein, es war nicht Netanyahu, es waren die Amerikaner.

Samstag, 30.08.2014:

Während des Monats August nahmen Sicherheitskräfte in Judäa und Samaria sowie Jerusalem fast 600 Verdächtige fest, fast ausschließlich bei Krawallen zur Unterstützung der Hamas und weiterer Terrorgruppen im Gazastreifen. Das bringt die Zahl der in israelischen Gefängnissen einsitzenden PA-Araber auf mehr als 7.000, sagte der palästinensische Häftlingsverein.

Heckmeck:
Die Hamas sagt, dass noch kein Datum für die indirekten Gespräche mit Israel festgelegt wurde.

Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten 2014“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).

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