Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (20.-26.07.2014)

20. Juli 2014 um 22:04 | Veröffentlicht in Araber, EU-Europa, Europa, Europa+Nahost, Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser, USA | Hinterlasse einen Kommentar
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Sonntag, 20.07.2014:

Zahlen:
- Bilanz am Ende des 19.07. (Mitternacht): Während der letzten 12 Tage haben die Terroristen 1.768 Raketen auf Israel geschossen, das ist im Schnitt eine alle zehn Minuten.
- Stand 13:30 Uhr: Die Terroristen schossen während der letzen 13 Tage insgesamt 1.780 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel.
- Seit dem 8. Juli haben die Terroristen allein aus Shuja’iya mehr als 140 Raketen auf Israel geschossen. (Das ist der Ort/das Viertel, das die IDF seit dem Morgen so massiv beschoss.)
- Seit Beginn der Bodenoffensive hat die IDF 36 Terrortunnel und 450 weitere Terrorziele zerstört. In den Tunneln fanden die Soldaten jede Menge Panzerfäuste, Sprengsätze, Betäubungsmittel, mit Sprengfallen versehene Waffen, Funkgeräte, Minibunker. Dabei wurden mehr als 85 Terroristen getötet, alleine Samstag 20. 23 Soldaten wurden bisher verletzt, 3 davon schwer, 2 mittelschwer, der Rest leicht. 5 Soldaten wurden bisher getötet. 48.000 Soldaten wurden einberufen, weitere 18.000 sollen kommen.
- In Shuja’iya wurden bisher mehr als 30 Soldaten verletzt (ca. 15 Uhr). Die Zahl der seit Donnerstag getöteten Terroristen stieg auf 130 (800 Verletzte Terroristen). Al-Mayadin meldet 40 Tote durch Beschuss von Shuja’ija.
- Stand 18 Uhr: Bei den Kämpfen im Gazastreifen wurden seit gestern Abend 13 Soldaten der Golani-Brigade getötet.
- ca. 21:30 Uhr: Die Araber geben an, dass es in den letzten 24 Stunden 100 Tote bei ihnen gab.
- Gesamtbilanz heute: 70 Raketen sind in Israel eingeschlagen; weitere 16 wurden abgefangen. Es wurden 6 Tunnel entdeckt (und zerstört; einer war 1,2km lang, enthielt jede Menge Sprengstoff und hatte einen Ausgang in Israel).
Gesamtbilanz Bodenoffensive (Stand: 23:30 Uhr): mindestens 110 tote Terroristen, 1.320 Terrorziele beschossen.

Die Hamas tönt weiter: Wir werden unsere Jugend mit 250.000 Handgranaten ausrüsten.

Hamas hält Journalisten davon ab den Gazastreifen über den Übergang Erez zu verlassen.

Ein Hamas-Sprecher behauptete Israel habe der Waffenruhe nicht zugestimmt, die Israel seit 13:30 Uhr einhielt.

Die Gas-Pipeline im Sinai wurde erneut (zum insgesamt 7. Mal) von Terroristen gesprengt.

Ägypten verurteilte „die Eskalation im Gazastreifen, besonders den Angriff in Shuja’iya… In diesen schweren Zeiten steht es auf Seiten der Palästinenser.“

Ein Vertreter Qatars sagte, das Emirat werde keinen Druck auf die Hamas ausüben ihre Forderungen herunterzuschrauben oder zu verändern. Man agiere nur als Übermittler. Das Emirat hatte einen auf den Forderungen der Terroristen basierenden Waffenstillstandsvorschlag gemacht, der aber von der Hamas abgelehnt worden war.

Dreimal hat Israel einer Waffenruhe zugestimmt. Dreimal hat die Hamas die Zeit zum Weiterschießen genutzt.

Aus dem Gazastreifen kommen Stimmen, die Israel auffordern den Strip zu erobern, um sie von der Hamas zu befreien.

Montag, 21.07.2014:

Zahlen:
- Bilanz gestern: 13 Tunnel (mit 39 Zugängen) entdeckt; 87 Raketen auf Israel, 70 schlugen in Israel ein; 16 abgefangen; die IDF traf 187 Terrorziele. 20 Soldaten wurden bei den Kämpfen über Nacht verletzt (11 mussten zur Behandlung ins Krankenhaus). Seit Beginn der Bodenoffensive wurden 92 Soldaten verletzt (Stand: 9 Uhr). Bis Mittag belief sich die Zahl der in Krankenhäusern behandelten Soldaten auf 101. Am Montag wurden mindestens 30 Soldaten im Kampf verletzt, 3 davon schwer. Seit gestern Abend fielen insgesamt 7 Soldaten.
- Die Araber geben an (während der Nacht), dass die Israelis im Gazastreifen bisher 469 Menschen töteten. Am späten Morgen nennen sie die Zahl von über 500. Bis Mittag steigerten sie sie auf 509.
- Seit Beginn der Luftoffensive wurden insgesamt 1.930 Raketen auf Israel geschossen, von denen 387 abgefangen wurden. Die IDF gibt an 2.800 Terrorziele beschossen zu haben. 18 Tunnel wurden zerstört, 45 weitere gefunden.
- Stand 16 Uhr: 62 Raketen schlugen in Israel ein, weitere 14 wurden abgefangen.

Ban Ki-moon hat wieder Kritik nur für Israel, nicht für die Terroristen: Israel handelt unverantwortlich, es schone die Zivilisten nicht, die Menschenrechte würden nicht eingehalten. Eskaliert würde die Lage durch Israel.
Der spanische Außenminister forderte „einen sofortigen Waffenstillstand“. Er fordert von Israel „Verhältnismäßigkeit“ beim Vorgehen im Gazastreifen.
Kuwait appelliert an Ban Ki-moon, er solle die „israelische Aggression“ beenden.

Die Nachricht der Hamas, sie habe einen israelischen Soldaten entführt, führte zu Jubelorgien im Gazastreifen. Die Facebookseite der Fatah zeigte Fotos aus Tulkarm (Samaria), auf denen „Aktivisten“ zur Feier der (angeblichen) Entführung eines Soldaten Süßigkeiten verteilten.

Die IDF veröffentlichte weitere Belege dafür, dass die Hamas Raketen von Wohnhäusern, Spielplätzen und sogar Krankenhäusern aus nach Israel schießt.

Mehr als 3.000 arabische Israelis „protestierten“ Montag in Nazareth gegen die Bodenoffensive im Gazastreifen. Sie bewarfen Polizisten mit Steinen und Flaschen. 10 Personen wurden festgenommen.

Vor zwei Tagen wurde ein Baby von einer Rakete schwer verletzt. Der Zustand des Mädchens hat sich heute deutlich verbessert.

Arabische Israelis haben zu einem Streik wegen der Offensive im Gazastreifen aufgerufen.

Terrorchef Haniyeh betonte in einer aufgezeichneten Fernsehrede erneut: Einen Waffenstillstand wird es nicht geben, wenn Israel nicht vor den Forderungen der Terroristen kapituliert. Und die beinhalten alles, was Israel unternehmen kann, um sich vor den arabischen Mördern zu schützen – im Gegenteil, es soll den Mördern den Job erst ermöglichen und sich als Opfer gefälligst willig zur Verfügung stellen.

Dienstag, 22.07.2014:

Zahlen:
- Montag wurden über Tag 2 weitere Soldaten bei den Kämpfen im Gazastreifen getötet.
- Heute schoss die Eiserne Kuppel die 1.000. Rakete vom Himmel. Der erste wurde am 7. April 2011 abgeschossen.
- Stand 19 Uhr: 41 Raketen auf Israel geschossen, 28 schlugen ein, 11 wurden abgefangen. 2 fielen noch im Gazastreifen.
- Stand 4 Uhr morgens: 2.040 Terrorraketen auf Israel geschossen – im Durchschnitt mehr als 145 pro Tag.
- Stand 13:30 Uhr: Nach Angaben der Araber wurden von der IDF bisher insgesamt mehr als 600 Menschen im Gazastreifen getötet. Gegen 22:30 Uhr gegen sie 604 Tote an.
- Stand 16 Uhr: Heute wurden (bisher) 14 Terroristen getötet und 187 Terrorziele zerstört.
- Stand 23:30 Uhr: Heute wurden 100 Terrorziele getroffen.
- Stand 18:30 Uhr: Heute wurden 5 verletzte Soldaten ins Krankenhaus Hadassah Ein Kerem gebracht; dort werden derzeit insgesamt 13 Soldaten behandelt.
- Zu den heute angegriffenen Terrorzentren gehörten 3 Moscheen.
- Das Barzilai-Krankenhaus in Aschkelon hat in den letzten 24 Stunden 50 während der Operation Schützende Schneide verletzte Personen aufgenommen; insgesamt wurden/werden dort 479 Opfer behandelt.

Heute Morgen gab es ein Feuergefecht mit Terroristen. 10 wurden getroffen. Andere benutzten einen Krankenwagen zur Flucht. Dieser wurde NICHT BESCHOSSEN.

Soldaten entdeckten einen Raketenwerfer direkt neben einer Schule im Gazastreifen.

Zum 2. Mal innerhalb einer Woche entdeckte die UNRWA Raketen in einer ihrer Schulen. Sie ist „empört“.

Ban Ki-moon fuhr seine „Kritik“ an Israel heute etwas zurück, fordert aber immer noch mehr israelische Zurückhaltung. Die Raketen der Terroristen verurteilte er „strongly“ („stark“), ebenso die Nutzung von zivilen Orten wie Schulen, Krankenhäusern usw. zu militärischen Zwecken. (Die gleichen harschen Worte wie zuletzt für Israel hat er den Terroristen gegenüber aber bisher nicht verwendet.)

Der französische Außenminister Fabius musste wieder was loswerden: Er verurteilte „die Massaker in Gaza“ und forderte einen Waffenstillstand. (Der hat offenbar immer noch nicht begriffen, dass die Terroristen diejenigen sind, die die Waffenruhe ablehnen!)
Der britische Oppositionsführer mag nicht zurückstehen und schäumte, er könne den furchtbaren Tod Hunderter Palästinenser nicht verteidigen. (Labour war aber schon immer antiisraelisch; die schlimmsten aktuellen Antisemiten der britischen Politik stammen aus dieser Partei, auch wenn sie ihr zum Teil nicht mehr angehören, weil sie ihnen noch zu zahm war.)

Ägypten schlug in den Gesprächen mit John Kerry vor, dass die Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen Teil eines Waffenstillstandsvorschlags sein sollten. (Die haben auch den Schuss nicht gehört: Die Hamas hat diese Verhandlungen immer abgelehnt und heftig verurteilt!)

Mittwoch, 23.07.2014:

Zahlen:
Gefallene: Dienstagabend fielen 2 weitere Soldaten; das sind insgesamt 29 Gefallene. Mittwochmorgen fielen 3 weitere Offiziere und Unteroffiziere; insgesamt 32 Gefallene.
- ca. 7:30 Uhr: Die IDF beschoss innerhalb der letzten 24 Stunden mehr als 200 Terrorziele, seit Beginn der Operation Schützende Schneide 3.250.
- Heute beschoss die IDF mehr als 100 Terrorziele im Gazastreifen, seit Beginn des Kriegs 3.333. Seit Beginn der Bodenoffensive wurden mehr als 200 Terroristen getötet.
- Raketenterror seit Beginn der Operation (12:45): 2.239 auf Israel geschossen, 442 davon abgefangen, 1.730 fielen in offenem Gelände
- verletzte Soldaten in Krankenhäuser gebracht: 8 ins Hadassah Ein Kerem am Morgen. Am Nachmittag weitere 26, einige davon relativ schwer verletzt.

Die IDF beschoss gestern das Wafa-Krankenhaus beschossen. In den Nachrichten bei uns wurde das groß gebracht. Ausgelassen wurden die Gründe: Seit Tagen wurden die Soldaten aus dem Krankenhausgelände heraus mit leichten und schweren Waffen beschossen; es diente außerdem als militärisches Kommandzentrum. Die IDF hatte die Krankenhaus-Verwaltung, die Hamas-Chefs und jede Menge anderer maßgeblicher Leute gewarnt, dass das aufhören muss. Die Warnungen wurden ignoriert. Schweren Herzens traf die Militärführung die Entscheidung dieses militärische Ziel anzugreifen und die Bedrohung zu eliminieren.

Die UNRWA hatte zum zweiten Mal Raketen in einer Schule entdeckt. Wieder der Umgang damit wie beim letzten Mal: Die „relevanten Seiten“ wurden unterrichtet, damit die Waffen aus der Schule entfernt werden. Heißt: Die Hama darf die Raketen wieder in Betrieb nehmen.

Die IDF fand in einem Tunnel zwischen Gazastreifen und Israel wieder ein mächtiges Waffenlager -diesmal alles IDF- Material.

Mal was Anständiges von der EU: Die 28 Mitgliedstaaten forderten Hamas und den Palästinensischen Islamischer Jihad auf sich zu entwaffnen; das wahllose Raketenfeuer aus dem Gazastreifen sei „kriminell und nicht zu rechtfertigen“. Sie konnten es aber auch wieder nicht unterlassen Israel Unverhältnismäßigkeit zu unterstellen und Proportionalität zu fordern.

Journalist John Reed twitterte heute: “Sah, wie 2 Raketen nahe dem Shifa-Krankenhaus auf israelische geschossen wurden, während weitere Bombenopfer hereingebracht wurden. Es ist noch nicht vorbei.“ Um das klar zu machen: Die Israelis haben das Wafa-Krankenhaus angreifen müssen, weil sie von dort aus beschossen wurden. Am Shifa haben wir jetzt dieselbe Situation! Es soll Aufrufe der IDF gegeben haben das Krankenhaus zu evakuieren. Im Keller dieses Krankenhauses befindet sich übrigens der oberste Kommandobunker der Hamas… (Wer sind die Kriegsverbrecher? Wem werden aber Kriegsverbrechen vorgeworfen?)

Khaled Meschaal streitet heftig ab, dass ein Waffenstillstand vor der Tür steht. „Kompromisse gibt es nicht.“ Nur wenn Israel die Hamas-Forderungen komplett erfüllt („kaputiliert“!), kann es eine Einstellung der Kämpfe geben.

Auf ins Getümmel: Die ruinösen Folgen der Zurückhaltung

16. Juli 2014 um 12:22 | Veröffentlicht in Israel, Nahost-Konflikt | Hinterlasse einen Kommentar
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Martin Sherman, Jerusalem Post, 10. Juli 2014

Israel kann seine Bürger nicht länger in die Lage versetzen „ein normales Leben zu leben, ohne den Gazastreifen zurückzuerobern. „Zurückhaltung“ und „Verhältnismäßigkeit“ sind derart zerfallen, dass es Feinde nicht länger davon abbringen kann fast nach Belieben anzugreifen.

Der ultimative Test dieser Vereinbarung wird das Bluttest sein. Sollte klar werden, dass die Palästinenser den Terror nicht überwinden können, dann wird dies eine zeitlich begrenzte Vereinbarung sein und … wir werden keine Wahl haben als sie aufzukündigen. Die IDF wird an die Orte zurückkehren, die sie in den kommenden Monaten verlassen wird-
Yossi Beilin über die Oslo-Vereinbarungen

Alles ist umkehrbar.
Yitzhak Rabin über die Oslo-Vereinbarungen.

Ehrlich gesagt, fand ich es schwierig diese Woche meine Kolumne zu schreiben. Ich verbrachte Stunden damit auf die Tastatur meines Laptops zu starren, unfähig einen einzigen Satz zusammenzusetzen, mit Gefühlen der Wut, Frust und Ungläubigkeit, die mich überfluteten, als die Nachrichten von der Bombardierung des Landes über den Fernseher neben mir einströmten.

Bedrückendes Déjà-vu

Es war nicht so, dass es einen Mangel an Themen gab, über die ich schreiben könnte. Es gab einen Überfluss an Dingen, die Thema einer Kolumne sein konnten, die sich den Ereignissen der letzten zwei Woche widmet. Zum Beispiel:

  • Die „Erbsünde“ von Oslo, die diese perverse – und zuvor verachtete – Vorstellung eines Palästinenserstaats zum Zentrum der israelischen Politik machte, die die Fluttore des Terrors überall im Land öffnete und schließlich die derzeitige Situation im Gazastreifen herbeiführte;
  • Die fortgesetzten falschen Einschätzungen durch die israelischen Führungen im Verlauf der vergangenen zwei Jahrzehnte, was die Entwicklungen in Gaza betraf und wie damit umzugehen sei;
  • Die schwächenden Verzerrungen und lächerlichen Einschränkungen, die der Formulierung und der Durchsetzung der israelischen Politik gegenüber dem Gazastreifen durch das Diktat der politischen Korrektheit auferlegt wurden;
  • Die idiotische Vorstellung den Gazastreifen einseitig zu räumen, womit den palästinensisch-arabischen Terrororganisationen eine territoriale Plattform geliefert wurde, von der aus sie Operationen planen und Infrastruktur vorbereiten können und von wo aus sie zahllose Anschläge auf die israelischen Zivilbevölkerungszentren starten konnten;
  • Die untauglichen, wenn auch pyrotechnische spektakuläre Methodik, die die IDF übernommen hat, um mit diesen Angriffen umzugehen und die sie begünstigende Infrastruktur zu zerstören, die den Terrororganisationen erlaubt haben operationelle Fähigkeiten zu entwickeln, die vor nur ein paar Jahren unvorstellbar waren.

Ja, ich hätte diese Woche in meiner Kolumne zu jedem dieser Themen schreiben können – doch jedes Mal, wenn ich den Stift aufs Papier setzte (oder eher die Finger auf die Tastatur), erkannte ich, dass ich bereits detailliert darüber geschrieben hatte – und ein bedrückendes Gefühl des Déjà-vu brach über mich herein, das jeden Willen aus mir heraussaugte das Offensichtliche zu erklären und wieder einmal vor dem Unausweichlichen zu warnen.

Das Offensichtliche, das Unausweichliche und das Idiotische auflisten

Im Verlauf der letzten drei Jahre, seit ich anfing die Serie „Ins Getümmel“ zu schreiben, habe ich zahlreiche Kolumnen geschrieben, die mit der Lage im Gazastreifen zu tun hatten, bestimmt, wie damit umgegangen werden sollte und vor den Folgen gewarnt, sollte diesen Warnungen nicht gefolgt werden.

Bedauerlicherweise gibt es, obwohl mich Premierminister Netanyahu und Verteidigungsminister Moshe Ya’alon persönlich informierten, dass sie meine Kolumne lesen, gibt es wenig Hinweise darauf, dass ihre Prognosen und Empfehlungen irgendeinen Einfluss auf politische Entscheidungen hatten – trotz der Tatsache, dass sie in hohem Maß von den Entwicklungen bestätigt wurden.

Ich sollte daher mit meinen Lesern mein Gefühl der Frustration, Enttäuschung und Desillusionierung teilen und die Kolumnen auflisten, die ich zu Gaza geschrieben habe, zusammen mit ihren Veröffentlichungsdaten und den begleitenden Dachzeilen, die den Kern ihrer Inhalte und die angesprochenen Themen vermitteln:

  • „Die weiße Flagge über Gaza…“: Politische Korrektheit hat die Verfolgung strategischer Notwendigkeiten ausgeschlossen; Israel kann Terroristen nicht länger glaubwürdig abschrecken. (25.08.20119
  • „Voraussagen zu Gaza: Rabin, Sharon, die Knesset und … nun, ich“: Die Anführer der Nation haben sich als ohne Voraussicht erwiesen – oder auch späte Einsicht. Kann ein gefährliches ‚Vertrauensdefizit‘ vermieden werden? (22.03.2012)
  • „Aaaah!!!“: Trotz der tödlichen Zurschaustellung von High-Tech-Pyrotechnik durch die IDF stellt das durch die sich in Gaza entwickelnden Ereignisse vermittelte Gefühl eines Déjà-vu eine vernichtende Anklage der israelischen früheren und gegenwärtigen politischen Führung dar. (15.11.2012)
  • „Israel 2012: Taktische Brillanz, strategische Idiotie“: Wenn die derzeitige Regierung nicht die diplomatische Kompetenz hat die für die Sicherheit seiner Bürger nötigen Bedingungen zu schaffen, sollte sie das zugeben. (22.11.2012)
  • „Israels wütend machende Inkompetenz“: Der Gaza-Waffenstillstand der letzten Woche bewies, dass die Regierung nicht in der Lage ist militärisch zu liefern; die Abstimmung diese Woche in der UNO beweist, dass sie diplomatisch nicht liefern kann. (15.11.2012)
  • „Schlagt Alarm! Und lasst die Hunde des Krieges ausrutschen“: In dem einer Politik gefolgt wird Konfrontationen zu vermeiden, die Israel gewinnen kann, riskiert die die Regierung, den Staat in eine zu führen, die er verlieren könnte. Es ist an der Zeit für eine mutige neue Offensive – bevor wir von den Ereignissen überholt werden. (03.072014

Realität wie Logik trotzen

Diese Dachzeilen schnell durchzulesen bietet eine breite Übersicht dessen, was in Israels Austauschen mit der Terrorenklave im Süden geschah und – gleichermaßen wichtig – was nicht geschah. Es ist eine Übersicht, die einen zu einer beklagenswerten, aber unbestreitbaren Schlussfolgerung führt: Israels Politik gegenüber dem Gazastreifen trotzt sowohl Logik als auch Realität.

In der Tat ist sie auf viele Weise eine Politik, die eine schwere Verletzung des Sozialvertrags zwischen Regierung und Wählerschaft darstellt, bei der erstere verpflichtet ist Letzterer den Schutz von Leben, Leib und Eigentum zu bieten. Die derzeitige Rund der Kämpfe ist die dritte innerhalb der letzten fünfeinhalb Jahre. In allen Fällen ist die Initiative weitgehend von den Terrororganisationen aus gegangen, die entscheiden, wann sie anfangen zu kämpfen und wann sie damit aufhören. In keinem der beiden früheren Feldzüge (Gegossenes Blei 2008/09 und Wolkensäule 2012) war die mächtige IDF in der Lage die leicht bewaffnete Hama zum Einstellen des Schießens zu zwingen – trotz der ihr zugefügten schweren Schäden.

Statt dass die Kämpfe mit der Hamas mit einer Kapitulation und dem Eingeständnis einer Niederlage endeten, konnte die Organisation – nicht ganz ungerechtfertigt – behaupten, sie habe einen strategischen Sieg erzielt.

In der Tat wird zunehmend klar, dass die erklärten Ziele des aktuellen Feldzugs, Schützende Schneide – ihn bestenfalls zu einer wiederkehrenden Vergeblichkeit machen – wenn nicht zu etwas, das weitgehend kontraproduktiv ist – wahrscheinlich nicht nur nicht in der Lage eine zukünftige Runde der Kämpfe zu verhindern, sondern schlimmer: sicherzustellen, dass unsere Gegner sie mit verbesserten Fähigkeiten anfangen werden.

„Ruhe wieder herstellen“ als Pflichtverletzung

Der Fehler in Israels erklärten Absichten, es werde „Ruhe mit Ruhe beantworten“ und sein Ziel sei auf die „Wiederherstellung der Ruhe im Süden“ beschränkt, besteht in zweierlei Hinsicht.

Zuerst überlässt Israel mit dem Angebot an die Hamas, das Feuer einzustellen seinen Gegnern die Initiative und gibt selbst die theoretische Möglichkeit sie zu besiegen auf. Wann immer die Hamas das Gefühl hat, sie habe genug Schaden eingesteckt oder angerichtet, kann sie einen Waffenstillstand initiieren, in den sicheren Wissen, dass sie die Kosten ihrer Aggression kontrollieren und sicherstellen kann, dass diese nie zu hoch sein werden.

Zweitens ist die bloße „Wiederherstellung der Ruhe“ ein irrationales, wenn nicht kontraproduktives operationelles Ziel. Für die Zeiten zwischen den Kämpfen ist die Ruhe von den palästinensischen Terrorgruppen ständig genutzt worden, um ihre Fähigkeiten zu verbessern – wie letzte Woche auf dramatische Weise veranschaulicht wurde.

Immerhin betrugt, als Israel den Gazastreifen verließ (2005) die Reichweiter palästinensischer Raketen knappe 5km und der Sprengkopf, den sie tragen konnten, war rund 5kg schwer. Heute haben ihre Raketen eine Reichweite von 100km mit Sprengköpfen von rund 100kg. Als Israel den Gazastreifen verließ, war nur die wenig zahlreiche Bevölkerung in dessen unmittelbarer Umgebung von Raketen bedroht. Jetzt sind gut über 5 Millionen Israelis, weit über Tel Aviv hinaus, durch sie gefährdet.

Es gibt wenig Grund zu glauben, dass die folgende Ruhe, sollte die Hamas sich dazu herablassen das Feuer einzustellen, nicht ausnutzen wird weiter Fortschritte/Verbesserungen an ihrem Arsenal und der Infrastruktur vorzunehmen.

Nein, mit „die Ruhe wiederherstellen“ ist es nicht getan. Wenn es das ist, was die israelische Führung anstrebt, dann kommt das einer Pflichtverletzung ziemlich nahe.

Die strategischen Gefahren der Zurückhaltung

Tatsächlich ist Zurückhaltung keine umsichtige Politik die überlegte Gelassenheit spiegelt. So ziemlich das Gegenteil ist der Fall: Sie ist eine Politik des Ausweichens, der Weigerung die Realität zu erkennen und der Vermeidung der aktuellen Konfrontationen, die (zugegebenermaßen zu einem beträchtlichen Preis) gewonnen werden können, während Konfrontationen zu einem späteren Zeitpunkt riskiert werden, die vielleicht nicht zu gewinnen sind (egal zu welchem Preis).

Der der Hamas 2008/09 und 2012 (und der Hisbollah 2006) zugefügte Schaden hat ihren Willen zu kämpfen nicht gebrochen oder auch nur erkennbar reduziert, wie es die Niederlage Deutschlands und Japans im Zweiten Weltkrieg tat. Bestenfalls hat er die Hamas gezwungen sich neu zu gruppieren, wieder zu bewaffnen und neu aufzustellen. Ganz klar ist der ihr durch die Luftwaffe und andere „Abstands“-Waffen zugefügte Schaden zwar groß, aber Schaden, den sie bereit zu schlucken ist, statt ihre feindlichen Absichten gegenüber Israel aufzugeben.

Kann der Wille des Feindes zu kämpfen nicht verringert werden, muss zwangsläufig seine Fähigkeit dazu eliminiert werden. Das kann nicht mit Abstandswaffe erzielt werden. Es sind Stiefel auf dem Boden nötig, physische Kontrolle des Feindgebiets, seiner Infrastruktur und seiner Einrichtungen.

Auf Zurückhaltung zu beharren und sich einer Politik zu enthalten, die der Hamas eine Kapitulation eingestandene Niederlage aufzwingt, ist weit davon entfernt kostenfrei zu sein. Im Gegenteil: Werauf einer Politik der Zurückhaltung besteht, wird Kosten haben, die diejenigen einer durchsetzungsfähigen Alternative weitaus überschreiten.

Gefahren der Zurückhaltung (Fortsetzung)

Die Gefahren der Zurückhaltung nicht zu zählen: Auf der Ebene der operationellen Sicherheit bietet sie der Hamas und ihren noch gefährlicheren Abspaltungen die Gelegenheit die Leistung ihres Waffenarsenals zu verbessern und

  • Gegenspionage zu straffen, um die Informationen zu Zielen einzuschränken;
  • Die Tarnung und Verstärkung der Ziele zu verbessern, was natürlich bereits weitgehend geschafft wurde und die Hamas in die Lage versetzt, trotz heftiger Luftangriffe kontinuierlich schwere Raketensalven zu verschießen;
  • Fortschritte in Richtung eines Luftverteidigungssystems zu machen, um die gegenwärtig weitgehend uneingeschränkte Handlungsfreiheit der israelischen Luftwaffe einzuschränken;
  • Vielfältige Gefechtsköpfe für ihre Raketen zu entwickeln (die durch einfache Feder-Mechanismen aktiviert werden, die bereits von pakistanischer und chinesischer Seite vorgeschlagen wurden) und/oder Angriffe mit der Hisbollah im Norden zu koordinieren, um Israels Raketenabwehr zu überwältigen.

Auf der zivilen Ebene wird die Aussicht auf eine endlose Wiederkehr von Raketenangriffen auf Städte und Dörfer wahrscheinlich die Entvölkerung der verletzlicheren Gegenden zum Ergebnis haben, anfangs im Süden. Doch mit zunehmender Reichweite der Feindraketen dürften sich auch weitere Gegenden, die ebenfalls von wiederholten Bombardierungen betroffen sind, ihrer Bevölkerung entblößt werden.

Darüber hinaus hat diese Zurückhaltung es jetzt geschafft Zentralisrael (einschließlich des Großraums Tel Aviv) in die Reichweite der Raketen der Hamas zu bringen. Die Drohung regelmäßiger, groß angelegter Störungen der sozioökonomischen Routine wird wahrscheinlich enorme Auswirkungen haben. Die kurzen Ruheperioden, die vielleicht im Süden erträglich gewesen sind, werden im Zentrum nicht hingenommen werden.

So lange keine radikale und dauerhafte oder zumindest längerfristige – Lösung entwickelt werden kann, ist groß angelegte Flucht der Geschäfte und der Bevölkerung keine unglaubhafte Aussicht, die die Befürworter der Zurückhaltung ernsthaft in ihre Gedanken einbeziehen müssen – und die sie angehen müssen.

Erforderlich: eine andere Form der Eisernen Kuppel

Die Ereignisse der letzten Tage führen zu einer schwer zu schluckenden, aber unvermeidbaren Schlussfolgerung: Israel kann seinen Bürger nicht länger in die Lage versetzen „ein normales Leben zu führen“ ohne den Gazastreifen wieder zu erobern.

Zurückhaltung und „Verhältnismäßigkeit‘“ haben seine Abschreckung derart abgebaut, dass es nicht länger in der Lage ist seine Feinde davon abzubringen es fast nach Belieben anzugreifen. Israel muss daher ihre Fähigkeit das zu tun zerstören, indem es die Gebiete erobert – und hält – von denen aus diese Angriffe gestartet werden.

Dafür wird man natürlich mit enormer internationaler Kritik fertig werden müssen, doch auch das ist ein Thema, das ich in verschiedenen Kolumnen angesprochen habe – vgl. zum Beispiel „Wenn ich Premierminister wäre…“: Die erste Dienstanweisung wäre es eine politische ‚Eiserne Kuppel‘ zu erfinden und einzusetzen, um Israel vor dem einkommenden Trommelfeuer der Delegitimierung und der Dämonisierung zu schützen…“ (31.10.2013)

Natürlich verdienen es die mit der Abhilfe in Zusammenhang stehende Probleme eine Diskussion, die komplett von der Diagnose getrennt wird, was diese Abhilfe sein sollte und muss daher auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Unverzichtbar ist aber zu begreifen, dass die Ablehnung einer Politik der Zurückhaltung zwar ein Weg voller großer Schwierigkeiten ist, diese Schwierigkeiten aber die Notwendigkeit nicht aufheben können.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (13.-19.07.2014)

13. Juli 2014 um 22:18 | Veröffentlicht in Araber, die Welt+Nahost, EU-Europa, Europa+Nahost, Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser, USA | 3 Kommentare
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(Die einzelnen Vorkommnisse sind hier.)

Sonntag, 13.07.2014:

Seit Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien haben die Terroristen mehr als 1.000 Raketen auf Israel geschossen.

Die Raketeneinschläge bei Hebron von gestern wurden von Arabern dort frenetisch gefeiert. Und auch in Israel gab es Araber, die die Sirenen ignorierten und hupend-feiernd durch die Gegend fuhren, als hätten sie gerade die Fußballweltmeisterschaft gewonnen. (Arutz-7 berichtet, dass viele Einwohner von Hebron auf die Dächer stiegen, um die Raketen zu sehen, dann aber enttäuscht waren, dass es in Tel Aviv nicht knallte.)

Die Fatah (Friedenspartner!) veröffentlicht gerne mal Videos, mit denen sie sich als Terrororganisation offenbart. Gerade fordert eines „Tel Aviv niederzubrennen).

Unter Vermittlung Ägyptens bot Israel letzte Woche der Hamas eine 40-stündige Waffenruhe „zum Abkühlen der Lage“ an. Die Hamas lehnte ab. (Dennoch wird Israel beschuldigt, keinen Waffenstillstand zu wollen – von der PA wie der Hamas!)

Die Einwohner des nördlichen Gazastreifens folgen den israelischen Warnungen und verlassen die Gegend. Die UNRWA hat Schulen geöffnet, die als Notunterkünfte dienen. Etwa 850 Palästinenser mit anderen Staatsbürgerschaften reisen über den Übergang Erez aus dem Gazastreifen aus. Die Hamas versucht die Menschen zum Bleiben zu animieren und behauptet, Israel betreibe lediglich psychologische Kriegsführung, ein Angriff sei nicht zu erwarten, man werde die Leute rechtzeitig warnen, sollte doch einer kommen.

Montag, 14.07.2014:

Stand 13:30 Uhr: Seit dem 8. Juli sind 38 im Gazastreifen abgeschossene und für Israel gedachte Raketen noch innerhalb des Strips eingeschlagen und haben die eigene Bevölkerung gefährdet (oder sogar geschädigt).
Innerhalb der letzten 6 Tage schossen die Terroristen mehr als 971 Raketen auf Israel – das sind mehr als 161 pro Tag.
Gestern waren es 130 Raketen – etwa ein alle 10 Minuten.
Die IDF griff 204 Terrorziele an; 12 Terroristen wurden getroffen.

Bilanz 17:30 Uhr: Die IDF hat bisher heute mehr als 100 Terrorziele beschossen; seit Beginn der Kampfhandlungen wurden somit 1.535 Ziele eliminiert. Zu den Zielen heute gehörten 33 Abschussrampen, 8 Raketenwerkstätten, 4 als Kommandoposten genutzte Privathäuser und 7 Terrortunnel. Darüber hinaus beschoss die Marine mehrere Abschussorte für Mittelstreckenraketen.
Die Terroristen schossen in der Zeit seit letzten Montag mehr als 1000 Projektive Richtung Israel; von diesen wurden 201 vom Abwehrsystem abgefangen, 745 schlugen auf israelischem Boden ein. (das bedeutet, das eine ganze Reihe noch im Gazastreifen explodierten und man nicht weiß, welchen Schaden sie dort anrichteten.)

Der Chef des Palästinensischen Islamischen Jihad, nach eigenen Worten in ständigem Kontakt mit Ismail Haniyeh, lehnte eine Waffenruhe zu Israels Bedingungen ab. Israel müsse die Blockade aufheben und die Übergänge öffnen.

Die Hamas ließ wissen, dass sie an einem Waffenstillstand nicht interessiert sei, außer Israel erfüllt alle ihre Forderungen (sprich: kapituliert).

Arbeiter der Israeli Electric Company in Schutzkleidung wurden bei Reparaturen nahe des Gazastreifens gesehen. Die IEC gibt aber an, dass nur die Stromversorgung für Israelis wiederhergestellt wird, nicht für den Gazastreifen.

Steinmeier ist in Jordanien. Er hatte der Hamas etwas zu sagen, während sein jordanischer Kollege darauf konzentrierte Israel zu verurteilen. Dem trat Steinmeier nicht entgegen, redete dafür – eigentlich zusammenhanglos, weil für die aktuellen Kämpfe irrelevant – das alte Mantra der Zweistaatenlösung vor sich her.

Hoffentlich bekommt er keinen Ärger: Der Mukhtar (religiöse Führer) des Jerusalemer Stadtteils Sur Baher pries Israel dafür, dass es seine arabische Bevölkerung und die Al-Aqsa-Moschee so gut gegen die Raketen der Hamas verteidigt.

Aus den USA kam die Warnung, Israel solle nicht in den Gazastreifen einmarschieren; das würde zu viele Zivilisten gefährden.

François Hollande großzügig: Israel kann sich verteidigen, wenn es angegriffen wird. Und dann wird sofort eingeschränkt – es soll gefälligst Zurückhaltung üben.

Dienstag, 15.07.2014:

Die IDF installierte Montagabend die insgesamt neunte Batterie Eiserne Kuppel.

Raketenzähler: Innerhalb von einer Woche haben die Terroristen 1.088 Raketen auf Israel geschossen (stand Montagabend). Seit 2001 sind es 15.200 alleine aus dem Gazastreifen. In der letzten Woche fing die Eiserne Kuppel 191 Raketen ab. Heute waren es seit 9 Uhr 76 Raketen, von denen 9 abgefangen wurden (Stand 17:30 Uhr).
Gegen 19:30 Uhr waren es 125 Raketen, die die Terroristen heute nach Israel schossen. Die Eiserne Kuppel fing 20 ab. Rund 100 schlugen in Israel ein.

Bilanz ca. 17:30 Uhr: Angriffe der IDF auf Hamas-Tunnel, 20 versteckte Raketenabschussrampen, Waffenlager und weitere operationale Infrastruktur. Die Gesamtzahl der am Nachmittag beschossenen Ziele beträgt 30.

Die Ägypter hatten zwar gesagt, sie würden nicht vermitteln; aber trotzdem hatten sie jetzt eine Waffenruhe vorgeschlagen, die ab 9 Uhr heute Morgen gelten sollte. Das israelische Kabinett hat den Vorschlag angenommen. Die Hamas nicht.
Die Fatah legte übrigens so viel Wert darauf, dass sie sich auch nicht an die Waffenruhe gehalten hat, dass sie eine Bekennerschreiben zu Raketenangriffen innerhalb dieser 6 Stunden herausgab – sie hatte u.a. auf den Übergang Erez geschossen, bei dem ein Israeli starb.

Geheimdienstinformationen zeigen, dass die Hamas Waffenlager und Terrorzentren in Moscheen versteckt bzw. lagert und von dort aus verteilt und schießt.

Die Hamas feiert ihren feigen Terroranschlag auf einen israelischen Schulbus am Gazastreifen, bei dem ein 16-jähriger getötet wurde. Der Gruß: „Wir werden Feiglinge wie dich jagen.“ Dazu sangen dann Schulmädchen in Gaza: „O geliebter Qassam-Kämpfer, schlag, schlag Tel Aviv.“

Mittwoch, 16.07.2014:

Raketenbilanz (ca.21 Uhr): 74 Raketen aus dem Gazastreifen schlugen in Israel ein, weitere 29 wurden von der Eisernen Kuppel abgefangen. Bis 22 Uhr stieg die Tageszahl auf 94 Raketen, von denen 7 in Aschdod und 19 in Aschkelon einschlugen.
Stand 9 Uhr: Seit dem 8. Juli haben die Terroristen 1,248 Raketen auf Israel geschossen – mehr als 145 pro Tag.
Während der letzten 9 Tage schlugen mindestens 100 Raketen der Terroristen noch im Gazastreifen ein.
Angriffsbilanz (ca. 17 Uhr): ca. 50 Angriffe vor allem im nördlichen Gazastreifen, wo die Menschen vor den Angriffen gewarnt worden waren. (Die Hamas hatte den Menschen wieder gesagt, sie sollten die Warnungen ignorieren.)
Die Araber meldeten bis zum Morgen insgesamt 204 Tote seit Beginn der Operation.

Die Hamas macht einen Waffenstillstandsvorschlag: Freilassung aller erneut verhafteten Terroristen, die gegen Gilad Shalit ausgetauscht worden waren; Öffnung aller Grenzübergänge; Israel darf keinerlei Aktivitäten der „Einheitsregierung“ stören. Ein Hamas-Vertreter reiste nach Kairo, um die Liste der Forderungen vorzulegen.

Während Israel den Arabern Warnungen schickt, damit die sich in Sicherheit bringen können, schickt die Hamas Israelis Drohungen. In den SMS-Botschaften wird behauptet, Israel sei „rechtlich verpflichtet“ die Hamas-Raketen zu tolerieren, bis es den Waffenstillstandsforderungen der Terroristen nachgibt.

Netanyahu hat den stellvertretenden Verteidigungsminister Danny Danon gefeuert, die Meinungsverschiedenheiten waren zu groß und Danon war kriegerischer als Netanyahu ertragen konnte. Die Hamas erklärt die Entlassung zu einem Sieg für sie.

Bashar al-Assad beschimpfte die arabischen Staaten, weil sie keine Kampftruppen in den Gazastreifen schicken, um die Terroristen zu unterstützen.

Donnerstag, 17.07.2014:

Raketenzähler:
- Stand 10:00 Uhr: Seit dem 8. Juli schossen die Terroristen 1.381 Raketen nach Israel – durchschnittlich mehr als 145 pro Tag.
- ca. 20:00 Uhr: Seit Ende der offiziellen Waffenruhe schossen die Terroristen mehr als 100 Raketen auf Israel.
abgefangene Terrorraketen:
- ca. 19 Uhr: Seit Ende der offiziellen Waffenruhe wurden 13 Terrorraketen abgefangen.
IDF-Bilanz (ca. 7:00 Uhr): 190 Angriffe auf Terrorziele innerhalb der letzten 24 Stunden; 2.200 während der gesamten Operation, davon (Stand 20:30 Uhr) 30 nach der offiziellen Waffenruhe.
- Stand 21:25 Uhr: insgesamt wurden heute 28 Raketen abgefangen.

Die UNRWA fand versteckte 20 Raketen in einer ihrer Schulen. Diese „wurden entfernt und die entsprechenden Parteien informiert“.

5. Kolonne: Die arabische Knesset-Abgeordnete Hanin Zoabi ist gegen den Waffenstillstand am Gazastreifen. Sie fordert eine „Belagerung Israels“ statt Verhandlungen und „Widerstand“ (= Terror) statt Sicherheitskoordination.

Die EU-Führung ließ wissen, dass sie nicht nur die Raketen auf Israel verurteilt. „Die Europäische Union verurteilt die Ermordung unschuldiger Zivilisten in Gaza während israelischer Militäroperationen.“ (Dass die Hamas ihre Bevölkerung als menschliche Schutzschilde missbraucht, bleibt völlig unerwähnt.)

Der Libanon reichte bei der UNO Beschwerde gegen Israel ein, weil die IDF nach Raketenbeschuss aus dem Land „zwischen dem 11. und 14. Juli 102 Granaten in den Libanon“ schoss.

„Beim nächsten Mal“, tönt die Hamas, „werden wir nach Israel einmarschieren“ und das „befreite Land erweitern“. Dann werde man auch „einige Überraschungen“ für Israel haben.

Die Jerusalemer Straßenbahn wird jetzt von einer Drohne aus beobachtet. Sollten sich wieder Täter an ihr zu schaffen machen, können sie sofort angegangen werden.

Freitag, 18.07.2014:

Zahlen:
- ca. 7 Uhr: 14 Terroristen wurden „neutralisiert“, 30 Raketenwerfer zerstört, 9 Tunnel beschossen; insgesamt wurden 103 Terrorziele getroffen.
- Seit Beginn der Operation in der Nacht wurden 17 Terroristen im Kampf getötet; weitere 13 andere ergaben sich.
- ca. 13 Uhr: bisher wurden durch die Bodenaktionen im Gazastreifen 21 Raketenwerfer und 4 Tunnel beschossen.
- ca. 20:00 Uhr: Seit Mitternacht schossen die Terroristen 105 Raketen auf Israel; 73 schlugen ein (3 davon in bewohnten Gegenden), 29 abgefangen.

Israel gab bekannt, dass das Ziel der Offensive die Wiederherstellung der Ruhe sei, nicht der Sturz der Hamas.

Die Hamas-Regierung im Gazastreifen hat Anweisungen an die Aktivisten in den sozialen Medien gegeben: Nennt die Toten immer „unschuldige Zivilisten“; stellt keine Fotos von aus zivilen Bevölkerungszentren geschossenen Raketen ein. Hm, warum wohl?

Der Friedenspartner: Fatahs „militärischer Zweig“, die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden, prahlen damit, dass sie aus dem Gazastreifen Raketen nach Israel schossen – und das weiter tun werden.

Die IDF hat einige Fotos von Tunneln veröffentlicht, die sie im südlichen Gazastreifen entdeckt hat.

Der Dummschwätzer von der Turtle Bay: Ban Ki-moon forderte Israel auf mehr zu tun, um (pal-arabische) Zivilisten zu schützen.
Die US-Regierung will da nicht zurückstehen: Die Israelis würden nicht genug tun, um zivile Tote zu vermeiden, gab Außenamtssprecherin Psaki zu Protokoll. Kerry schob nach, dass die Aktionen auf die Zerstörung der Terrortunnel beschränkt werden sollten.

Sami Abu-Zuhri von der Hamas geht wohl der A… auf Grundeis; er nannte Netanyahu „zu feige einen richtigen Bodenkrieg zu führen und Gaza wird ein Friedhof für die Invasoren“. Darüber hinaus beschwerte er sich, die arabischen Regierungen würden „uns im Stich lassen“.

Ultralinke Israelis und Araber kamen mit einem „Friedensbus“ nach Sderot. Dort wurden sie von erbosten Einwohnern verbal so heftig empfangen („Ihr lauft durch unser Blut, geht nach Gaza“), dass sie auf dem Fuß umdrehten und die Stadt wieder verließen.

Das Militär hat beobachtet, dass Hamas-Terroristen Krankenwagen als Transportmittel nutzen, in denen sie zusammen mit Kindern fahren (Stichwort: menschliche Schutzschilde).

Klar doch, was sonst: Die PA behauptet jetzt, der „Islamische Staat“ (die Terror-Islamisten, die große Bereiche Syriens und des Irak erobert haben) werden von „jüdischem Extremismus geführt“ und von den USA als Mittel genutzt einen „innerpalästinensischen Bürgerkrieg zu schüren“.

Samstag, 19.07.2014:

Zahlen:
- Freitag, 18.07.2014: 240 Terrorziele beschossen, 10 Tunnel entdeckt, 137 Raketen aus dem Gazastreifen abgefeuert, 87 Raketen trafen Israel, 40 wurden abgefangen
- Die Araber geben seit dem 8. Juli bis heute Morgen 290 Tote im Gazastreifen an, allei Freitag 55; 1 Soldat wurde direkt durch Terroristen getötet, ein weiterer offenbar durch fehlgeleitetes eigenes Panzerfeuer. In Israel starben bisher 2 Menschen an Herzinfarkt während Raketenalarm
- Stand 14:30 Uhr: Soldaten deckten heute bisher 3 Tunneleingänge auf.
- Stand 17:30 Uhr: den Tag über schlugen 57 Raketen in Israel ein, 9 weitere wurden abgefangen.
- ca. 19:30 Uhr: Die Zahl der Toten im Gazastreifen wird inzwischen mit 342 angegeben.
- ca. 19:45 Uhr: innerhalb der letzten 24 Stunden wurden insgesamt 12 Soldaten verletzt.
- ca. 20:00 Uhr: Heute wurden insgesamt bisher 20 Terror-Tunnel entdeckt.
- Die IDF gibt am Abend an, dass seit Beginn der Bodenoffensive 70 Hamas-Terroristen getötet wurden.

Qatar hat einen Waffenstillstandsvorschlag vorgelegt, der die meisten Forderungen der Hamas übernimmt. Er wurde offenbar vor der Bodenoffensive erarbeitet und wird weithin abgelehnt.

Ägypten ist nicht bereit seinen Waffenstillstandsvorschlag zu ergänzen; dieser erfülle die Bedürfnisse aller Seiten (die Hamas hatte ihn vehement abgelehnt).

Baroness Ashton forderte wieder: „beide Seiten“ sollten sofort einem Waffenstillstand zustimmen. (Hm, ist sie da nicht etwas ungenau? Wer lehnt denn einen Vorschlag nach dem anderen ab?)

Ein „Humanitärer Offizieller“ behauptet, Israel habe bei der Bodenoffensive im Gazastreifen Saringas eingesetzt.

Klar, wer schuld ist, oder? Der französische Außenminister Fabius hatte ein Gespräch mit Netanyahu. Hinterher sagte er, die Versuche einen Waffenstillstand zu erreichen, seien gescheitert. (Müsste er da nicht auch mit den Terroristen reden?)

Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten 2014“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (06.-12.07.2014)

12. Juli 2014 um 22:00 | Veröffentlicht in die Welt+Nahost, EU-Europa, Europa+Nahost, Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser, UNO, USA | Hinterlasse einen Kommentar
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Sonntag, 06.07.2014:

Hamas: Den Raketenbeschuss auf Israel zu stoppen liegt in der Verantwortung der PA, nicht der Hamas.

Mehr als 150 Raketen und Mörser haben Israel innerhalb von weniger als einem Monat getroffen.

Mahmud Abbas bettelte die Hamas an, sie möge den Raketenbeschuss beenden, „um Israel keinen Grund für eine Operation im Gazastreifen zu geben“.

3 Israelis wurden wegen ihrer Internet-Aufrufe zu Gewalt zur Befragung festgenommen.

Ein israelischer Araber log, er sei von „Siedlern“ angegriffen worden; er gab später zu die Lüge erzählt zu haben, um die Lage anzuheizen.

Die Hamas droht wieder: Alle israelischen Städte liegen in Reichweite ihrer Raketen.

Montag, 07.07.2014:

Gesamtzahl der Raketen auf Israel aus dem Gazastreifen für den letzten Monat: 200, allein 50 davon seit Mitternacht.
Stand 7. Juli, 22:30 Uhr: Mehr als 220 Raketen (und Mörsergranaten) wurden in weniger als einem Monat auf Israel geschossen.

Die Hamas droht mit Rache; 6 ihrer Terroristen wurden bei den Luftangriffen getötet.

Nach wiederholten Versuchen von Arabern das Josefsgrab in Brand zu setzen, hat die PA Sicherheitskräfte dort stationiert, die das verhindern sollen.

3 der Verdächtigen beim Mord an dem arabischen Jungen haben die Tat gestanden.

Die 5. Kolonne: MK Ahmed Tibi besteht darauf, dass die Mörder der drei jüdischen Jugendlichen Terroristen keine Terroristen seien. Die Mörder des arabischen Jungen aber seien sehr wohl Terroristen.

Die IDF zieht am Gazastreifen weiter Truppen zusammen. 1.500 Reservisten wurden einberufen.

Die Hamas lässt über Kanäle wissen, sie sei zu einer Waffenruhe bereit, wenn Israel die arabischen Terroristen freilässt und nicht mehr schießt. (Israel hatte der Hamas 24 Stunden Zeit gegeben mit dem Raketenterror aufzuhören, was aber keine Wirkung hatte.)

Den Tag über gab es mehrere falsche Berichte/Anzeigen wegen Entführungen durch Araber.

Die Regierung hat der IDF grünes Licht für härtere Aktionen gegen die Hamas und den Gazastreifen gegeben; eine Eskalation soll aber möglichst vermieden werden.

Die Polizei hat bisher 220 israelische Araber wegen der Krawalle der letzten fünf Tage festgenommen.

Die Hamas begleitet ihren Raketenterror mit dem Versuch psychologischer Kriegsführung. Sie „warnt“ die „Siedler“ in Beer Sheva: „Haut ab, bevor es zu spät ist.“ (Beer7 bestätigt das aus erster Hand!)

Wegen des anhaltenden Raketenbeschusses haben die Kreise im Süden den Notstand ausgerufen.

Friedensgrüße von der Fatah: Bereitet die Leichensäcke vor, „Wir wollen, dass [euer] Blut zu Flüssen wird“.

Die Ben-Gurion-Universität in Beer Sheva hat wegen des Raketenbeschusses die für morgen angesetzten Prüfungen verschoben. In Aschkelon wurden die Sommerlager für Dienstag abgesagt, weil sie in Schutzräumen stattfinden, die wegen des Raketenhagels ggf. benötigt werden.

Dienstag, 08.07.2014:

Am Montag schossen die Terroristen 80 Raketen nach Israel. Seit Beginn des Jahres waren es mehr als 450.

Die Obama-Administration sagte, sie unterstütze Israels Recht auf Selbstverteidigung – forderte aber (mal wieder) Zurückhaltung von den Israelis.

Die Hamas sagt, sie habe mit 35 Raketen auf Militärbasen an Israel Vergeltung geübt – „Nitifot (Netivot), Ofokeem (Ofakim), Ashdod (Aschdod) & Asqalan (Aschkelon)“. Hm…
Außerdem schwört sie den Raketenterror fortzusetzen. Israel müsse die Eiserne Kuppel „auf jedes einzelne israelische Haus setzen“. Der Raketenbeschuss werde nicht aufhören, bis Israel die Belagerung beende, sagte der Hamas-Grande Ismail Al-Shakar. Zudem hieß es von der Hamas, man werde Soldaten entführen, sollte die IDF es wagen in den Gazastreifen einzumarschieren. (Als wenn das neu wäre – und nicht sowieso versucht würde.)

Nachdem der Versuch menschliche Schutzschilde zu benutzen im Tod von – so geben sie an – 15 Personen und 80 Verletzten endete (nach einer Angriffswarnung begaben sich haufenweise Araber an den Ort, der beschossen wurde), schwört die Hamas Rache.

Mahmud Abbas fordert ein Ende der „Eskalation“ seitens Israels, wie er die Luftangriffe auf Terrorziele nennt. Den Raketenterror zu verurteilen oder gar sein Ende zu fordern fällt ihm nicht ein.

In einigen Städten in der weiteren Umgebung des Gazastreifens fielen heute wegen des Raketenterrors die Prüfungen aus.
Viele Sommerlager im Süden fanden nicht statt.

Israel hat die Einberufung von 40.000 Reservisten genehmigt. 15.000 Reservisten sind bereits einberufen und sollen die derzeit am Gazastreifen stationierten Soldaten ablösen.

Stand 18 Uhr: Innerhalb von weniger 24 Stunden haben die Terroristen mehr als 130 Raketen auf Israel geschossen. Israel hat im Gegenzug 150 Terrorziele beschossen.

Jüdische 5. Kolonne: Die Parteichefin der Meretz-Partei schimpfte, die Regierung und die IDF seien Kriegstreiber, was Israel „einen hohen Preis abverlangen“ werde. Den Raketenterror erwähnte sie nicht.
Auf der „Friedenskonferenz“ der Ha’aretz wurde Naftali Bennett als „Faschist“ und „Mörder“ bezeichnet. Seine Rede wurde ständig unterbrochen. Hinterher sagte Ha’aretz-Herausgaber Amos Schocken vom Podium aus: „Hier gibt es Leute, die glaubten, man müsse mit Yassir Arafat reden. Es kann nicht sein, dass sie nicht wollen, dass Bennett angehört wird.“ (Da hat er wohl seine linken Meinungsterroristen überschätzt.)

Durch die Raketeneinschläge im Bereich von Aschdod wurden 9 Personen (leicht) verletzt.

Die Arabische Liga und die Organisation der Islamischen Kooperation fordern von den Vereinten Nationen die Operationen der Israelis gegen die Terroristen im Gazastreifen zu stoppen. Dazu wollen sie eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats haben.

Endlich: Der EU-Botschafter in Israel erklärte seine „bedingungslose Solidarität mit den Einwohnern des südlichen Israel“ unter dem Raketenterror. „Wahlloser Raketenbeschuss unschuldiger Zivilisten kann niemals eine legitime Antwort sein“, sagte er. Worauf die Raketen eine Antwort sein sollen, sagte er nicht.
Der britische Außenminister Hague verurteilte das Raketenfeuer rundheraus, konnte sich aber nicht dazu aufraffen die Täter Terroristen zu nennen.
Frankreich ruft „beide Seiten zur Zurückhaltung auf“. Hm… Der Französische Botschafter besuchte Sderot und verkündete, er hoffe darauf, dass beide Seiten einen Kompromiss erzielen würden.

Mittwoch, 09.07.2014:

Tagesbilanz: Heute schlugen 82 Raketen in Israel ein, weitere 29 wurden vom Abwehrsystem vernichtet.

Netanyahu zum Unterschied zwischen Israel und den Opfer spielenden Hätschelkindern des Westens:

Bibi-zum-Unterschied

Die IDF zerstörte seit Beginn der Operation 11 Häuser von Hamas-Kommandeuren, beschoss 550 Terrorziele der Hamas (darunter 31 Tunnel und 60 Raketenwerfer).

Heute wurden 7 Menschen wegen Verletzungen behandelt, die sie sich beim Lauf Schutzbunker zuzogen. Insgesamt musste der Magen David Adom (Roter Davidstern) 58 Menschen behandeln, seit die Operation schützende Schneide begann.

EU-Verurteilung: Mal die Hamas zu verurteilen ohne Israel auch eins überzubraten (und das auch noch mit falschen Angaben) geht bei der EU nicht.

Der stellvertretende Premierminister Danny Danon forderte, dass Israel die Lieferung von Treibstoff und Strom an den Gazastreifen einstellt.

Der Dummbatz im Weißen Haus drängte „beide Seiten“ des eskalierenden Konflikts Zurückhaltung zu üben und nicht im Geist der Rache zu handeln. (Hm, ob das hilft? Wo doch die Terroristen immer und ausschließlich Rache fordern?) „In diesem Moment der Gefahr müssen alle Beteiligten die Unschuldigen schützen, mit Vernunft und Maß agieren, nicht mit Rache und Vergeltung“, ließ er schreiben. Als wenn Israel das nicht versucht – anders als die Terroristen. Dann wieder das Gelaber von „beiden Seiten müssen gewillt sein für den Frieden Risiken in Kauf zu nehmen“. Und die einzige Möglichkeit ist die Gründung eines Palästinenserstaates. Was auch sonst? Sch… drauf, ob die überhaupt einen wollen und wozu…

Abbas wieder: Israel verübt im Gazastreifen „Völkermord“.

Die Hamas behauptet wieder Israel sei der Aggressor und betont, dass jetzt „alle Israelis Ziele sind“.

Und sie riskiert wieder die dicke Lippe schlechthin – Nachricht an die Israelis in Hebräisch: „Wartet, es kommen Selbstmordanschläge in jedem Bus, in jedem Café und auf jeder Straße. Fangt an die Särge zu zählen, die ihr brauchen werdet.“ Da bleibt eigentlich nur eins: Konsequent und ohne Skrupel ausschalten!

Die Fatah will mithalten: „Der Tod wird euch vom Süden bis zum Norden erreichen… die KN-103-Rakete ist auf dem Weg zu euch.“ Sie „wollen zusammen mit der Hamas Israel bekämpfen“. Und deshalb verkünden sie: „Ein Gott, eine Heimat, ein Feind, ein Ziel.“
Ein Abbas-Sprecher bezeichnet die Terror-Rakaten aus dem Gazastreifen als „defensiv eingesetzte Waffen“!

Wegen des Raketenbeschusses auf die Stadt sagte Herzliya eine Veranstaltung für 160 Kinder (aus Sderot) ab. Für so große Menschenmengen ist es zu gefährlich.

Die PA beschwert sich, dass die IDF Ziele nahe des Europa-Krankenhauses in Gaza beschoss. (Vielleicht sollten sie sich bei den Terroristen beschweren, die von dort aus Raketen schießen.)

Donnerstag, 10.07.2014:

Während der letzten 3 Tage sind in Israel insgesamt 384 Raketen eingeschlagen. Außerdem hat das Abwehrsystem weitere 88 Raketen zerstört.

Ein Hamassprecher forderte die Araber mal wieder auf menschliche Schutzschilde zu spielen.

Auf Druck der USA forderte die PA die Hamas auf das Raketenfeuer zu beenden. Vergeblich.

Wer ist hauptsächlich für tote arabische Zivilisten im Gazastreifen verantwortlich? Die Hamas fordert die Bevölkerung auf die Warnungen der IDF zu ignorieren und dort zu bleiben, wo der Beschuss stattfindet.

Dringlichkeitssitzung des UNO-Sicherheitsrats: Ban Ki-moon sagt, eine Bodenoffensive „samt kompletter Eskalation“ könne nur verhindert werden, wenn die Hamas den Raketenbeschuss stoppt. Alle Beteiligten, auch die bewaffneten palästinensischen Gruppen, müssten das internationale Recht respektieren.

Durch einen israelischen Luftangriff kamen Dienstag 8 Mitglieder der Familie eines Hamas-Kommandeurs um. Sie waren telefonisch gewarnt worden, eine unbewaffnete Rakete „klopfte an“ und dann kam die scharfe. Augenzeugen berichten, dass einige Familienmitglieder das Haus verließen, während andere auf das Dach stiegen. Die IDF versuchte noch die Rakete umzulenken, was aber nicht mehr gelang.

Blödsinn von François Hollande: Er lobte Mahmud Abbas für dessen „Verantwortungssinn“ und seine Bemühungen „die Lage zu entspannen“. Wo bitte hat der Terrorchef das gemacht?

Freitag, 11.07.2014:

Bilanz von Montag bis Freitagmorgen 7 Uhr: 407 Raketen und Mörsergranaten schlugen in Israel ein, weitere 118 wurden von der Eisernen Kuppel vernichtet. Die IDF beschoss 1.100 Terrorziele im Gazastreifen. Nach Angaben aus dem Gazastreifen wurden dort bisher 100 Menschen getötet.
Tagesbilanz gegen 16:30 Uhr: Seit dem frühen Morgen sind 70 Raketen in Israel eingeschlagen.
Gesamtbilanz gegen 22:30 Uhr: Die Terroristen haben seit Montag mehr als 500 Raketen und Mörser nach Israel geschossen.

Die Hamas prahlt und behauptet, sie hoffe, die IDF werde eine Bodenoffensive starten. Sie habe bisher kaum etwas von ihrem Arsenal verbraucht. Sie hätten keine Angst vor den israelischen Drohungen und könnten noch Monate weiter machen.

Außerdem forderte die Hamas die internationalen Fluglinien auf ihre Flüge nach Tel Aviv einzustellen; diese seien zu gefährlich geworden, da der Flughafen beschossen werde.

Der Friedensvertragspartner Ägypten geißelte Israels Verteidigungsmaßnahmen gegen die Terroristen im Gazastreifen als „unterdrückerische Operation der Massenbestrafung“.

Barack Hussein Obama hat Netanyahu angerufen. Er unterstützte Israels Verteidigungsrecht, ist wegen der Eskalation besorgt und bot seine Vermittlungsdienste für einen Waffenstillstand an.

Samstag, 12.07.2014:

Stand 8:30 Uhr: Innerhalb von 4 Tagen haben die Gaza-Terroristen mehr als 689 Raketen geschossen. Das ist durchschnittlich alle zehn Minuten eine. Am gestrigen Freitag waren es 140 Raketen. Seit dem 8 Juli schlugen mindestens 27 Terror-Raketen noch im Gazastreifen ein. Im Gazastreifen wurden seit Beginn der Operation (Nacht von Montag auf Dienstag) 1.160 Terrorziele beschossen, Freitag waren es 235.

Die Hamas forderte die Bevölkerung des Gazastreifens auf keine Bilder vom Verschuss von Raketen auf Israel ins Internet zu stellen. Warum, dürfte klar sein: Sie beweisen, dass die Hamas Kriegsverbrechen begeht, indem sie aus dicht besiedeltem Gebiet heraus schießt und somit die eigenen Bevölkerung gefährdet.

Mahmud Abbas wurde von der Hamas beschimpft. Er sei ein Krimineller, der dem Feind helfe und ein Likud-Mitglied.

Beim Angriff auf ein Haus (der Schwester von Ismail Haniyeh) sollen zwei Neffen des Hamas-Granden getötet worden sein. Die Terroristen machen weder Angaben zum Alter der Toten noch zur Funktion des Hauses. Die Jerusalem Post hat ein Bild eines der Neffen – ein Erwachsener, was aus den Meldungen der Terroristen nicht hervorgeht; „Neffe“ klingt nach Kind und soll es wohl auch.

König Abdallah von Jordanien macht sich Sorgen. Die Angriffe auf den Gazastreifen schaden einer Zweistaaten-Lösung; sie sind eine Eskalation, die das Leiden der Palästinenser verstärkt und die Chancen der Rückkehr zum Verhandlungstisch verringern. (Der Raketenterror nicht?)

Die der Al-Qaida nahe stehende und im Sinai aktive Terrorgruppe Ansar Bait al-Maqdis will mitmischen und gibt bekannt, dass sie in den letzten Tagen 5 107mm-Raketen nach Israel geschossen hat.

Stolze Bilanz der Hamas: „Wir haben seit Beginn der Operation [schützende Schneide] 571 Raketen gegen Israel geschossen. Darin sind die Raketen von Samstag noch nicht eingeschlossen.“

Der britische Außenminister William Hague ließ offiziell wissen, dass ihm der Verlust an Leben im Gazastreifen extrem Sorge bereitet. (Mehr als 120 Tote bei den Terroristen, das geht ja wohl nicht, wenn es in Israel nicht so tödlich zugeht, oder?)
Außerdem will er am Rande der Atomgespräche in Wien mit den Kollegen aus USA, Deutschland und Frankreich die Lage diskutieren. Ein Waffenstillstand wie 2012sei ganz dringend notwendig.

Das Gesundheitsministerium in Gaza gibt bekannt (ca. 17:00 Uhr), dass seit Beginn der israelischen Operation 126 Menschen im Gazastreifen bei den Einsätzen getötet wurden.

Der UNO-Sicherheitsrat forderte eine Einstellung des Feuers und gab seiner großen Sorge um das Wohlergehen und den Schutz der Zivilisten auf beiden Seiten Ausdruck. Beide Seiten sollten das internationale Menschenrecht respektieren und den Waffenstillstand von 2012 wieder herstellen. Israelis und Palästinenser sollen wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren, um einen umfassenden Frieden auf Grundlage der Zweistaaten-Lösung zu erzielen.

Die PA um Mahmud Abbas hat einen UNO-Resolution vorbereitet, mit der auf einen Waffenstillstand am Gazastreifen gedrängt werden soll. Die Resolution erwähnt den Raketenterror nicht einmal.

Demonstrationen gegen Israel wegen der Operation Schützende Schneide fanden in mehreren Städten in Europa statt. In Oslo trafen sich die Israelhasser vor dem Parlament, in Paris vor dem Außenministerium. In London gingen sie auf die Kensington Street und skandierten etwas von einem palästinensischen Holocaust; zudem gab es Transparente, auf denen Netanyahu als „tollwütiger, übler Massenmörder“ und ein „Klon Hitlers“ bezeichnet wurde.

Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten 2014“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (29.06.-05.07.2014)

5. Juli 2014 um 22:00 | Veröffentlicht in Europa+Nahost, Israel, Jerusalem, Nahost-Konflikt, Palästinenser | Hinterlasse einen Kommentar
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Sonntag, 29.06.2014:

Terrorbilanz am Vormittag: 50 Raketen wurden allein in den zwei vergangenen Wochen aus dem Gazastreifen nach Israel geschossen. 12 davon nur an diesem Wochenende.

Die am Freitag von Israel getöteten Terroristen gehörten der ISIS an.

Netanyahu drohte mit einer Ausweitung der Aktionen gegen die Terroristen im Gazastreifen.

Montag, 30.06.2014:

Die Suche ist vorbei. Die drei Jungen wurden gefunden – d.h. ihre Leichen. Einfach auf einem Feld abgeladen, offenbar schon kurz nach der Entführung, halbwegs in einer flachen Mulde verscharrt. Gefesselt.

Die Terrorgruppe Palästinensischer Islamischer Jihad jammert bei Ägypten, es solle helfen die „israelische Aggression“ zu stoppen.
Die Terrorgruppe Hamas wendet sich mit derselben Aufforderung an die Türkei.
(Dabei wäre es so einfach: Hört mit dem Terror auf, dann habt ihr keine Probleme! Aber das wäre dann zu viel verlangt…)

Die Hamas droht wieder: Eine israelische Offensive würde „die Tore der Hölle öffnen“. Ja, für die Terroristen!

Die Volkswiderstandskomitees haben die Verantwortung für Raketen vom Sonntag für sich reklamiert. Und feiert einen feigen Terrormord von 2006.

Dienstag, 01.07.2014:

Die Jammerlappen von der PA jaulen wieder auf: „Kollektivbestrafung!“ Es gibt jedoch keine Verurteilung der Morde an den drei Jugendlichen. Dafür wird der Mord nur in der englischen Meldung der PA-Nachrichtenagentur gemeldet, die arabische Version lässt ihn komplett außen vor.

Abgesehen davon behauptet die Fatah weiter, die Jungs seien „Soldaten“ gewesen.

Der „moderate“ Mustafa Barghouti rechtfertigt den Mord an den drei Jungen.

Der „palästinensische“ „Botschafter“ in Lissabon fordert Terrorismus gegen Israel.

Bisherige Bilanz der Operation „Bruders Hüter“: 1,2 Millionen Schekel Terrorgelder konfisziert, 422 Terroristen festgenommen.

Mittwoch, 02.07.2014:

Der Iran zu den Aktionen wegen der ermordeten Jugendlichen: Empörung wegen der israelischen Invasion gegen friedliche Palästinenser. Allerdings schreibt IRNA auch über die Jungen auch, dass sie entführte und getötet wurden.

Anders die Die PA-Nachrichtenagentur WAFA: der angebliche Mord an israelischen Siedlern, die angeblich verschwunden waren.

Es gibt einzelne Israelis, die – in den sozialen Medien – „Vergeltung“ fordern, darunter auch Soldaten. Diese werden von der IDF verurteilt; Kommandeure sind angewiesen solche Leute herauszugreifen und zu bestrafen.

Die Familie Fraenkel (Verwandte eines der ermordeten Jungen) redet Klartext: Sollte der junge Araber aus Rache oder aus nationalistischen Gründen ermordet worden sein, so ist das nicht besser als der Mord an den drei Juden.

Mahmud Abbas jammert bei Ägypten, es solle (mit anderen Ländern) dafür sorgen, dass Israel nicht militärisch gegen den Gazastreifen vorgeht.

Die USA und Großbritannien nahmen die arabischen Mordversuche bei den Krawallen zum Anlass Israel zu Zurückhaltung aufzurufen. Das US-Außenministerium glaubt den arabischen Gerüchten eines Rachemords.

Donnerstag, 03.07.2014:

Bis auf weiteres wird die Straßenbahn in Jerusalem nur noch bis zum Viertel French Hill fahren; die Strecke von dort bis nach Pisgat Zeev bleibt vorläufig eingestellt. (In diesem Abschnitt hatte es die Krawalle mit Zerstörung der Haltestellen gegeben. Die Schäden an der Bahnstrecke zu reparieren, wird vermutlich einige Wochen bis Monate dauern.)

Die Eltern des ermordeten arabischen Jugendlichen haben widersprüchliche Angaben gemacht. Der Vater sagte u.a., dass ein jüngerer Sohn vor kurzem beinahe von Arabern entführt worden wäre, während die Mutter sagte, dieser Versuch sei von „Siedlern“ unternommen worden; außerdem hatte es am selben Tag von der Familie einen falschen Notruf gegeben. Die Polizei geht immer stärker von einer rein kriminellen Tat aus.

Die IDF hat Verfahren zur Bestrafung von rassistischer Online-Aufhetzung und Rache-Aufrufen durch israelische Soldaten im Zuge der Ermordung der drei israelischen Jugendlichen eingeleitet. Ein Soldat wurde deswegen festgenommen.

Auch der UNO-Sicherheitsrat weiß schon jetzt, dass der Mord an dem arabischen Jugendlichen „offensichtlich“ ein jüdischer Racheakt war und verurteiltes das mit einer Erklärung, die praktisch dieselbe war, wie sie zur Ermordung der drei Israelis ausgegeben wurde.

Die IDF hat ihre Truppen am Gazastreifen sicherheitshalber verstärkt.

Freitag, 04.07.2014:

Der ermordete arabische Junge: Wie sehen die Beweise für eine Täterschaft israelischer Siedler aus? So: Ein Junge wurde in einem Auto entführt. Trugen die Täter Kippa? Nein. Hatten sie Bärte, trugen sie Tzitzit? Nein. Warum Siedler? Sie flohen nach Jerusalem, dann sind sie Siedler.
Fazit: 1. In Jerusalem wohnen keine Araber. 2. Juden in Jerusalem sind „Siedler“.

Nach Tagen Raketenterror und Gegenschlägen hat, berichtet die BBC, die Hamas einer von Ägypten vermittelten Waffenruhe zugestimmt. Allerdings wurden nur wenige Stunden später wieder 2 Mörsergranaten nach Israel geschossen, die in offenem Gelände im Kreis Eschkol einschlugen.

Der US-„Vermittler“ Martin Indyk bezeichnet den „Friedensprozess“ als tot. Er macht „den Siedlungsbau“ dafür verantwortlich. Jahre lang im Geschäft, aber zu blind und dumm, um die Fakten zu sehen…

Die Mutter des ermordeten arabischen Jungen fordert Terror gegen Israel; das sei „palästinensisches Recht“.

Eine (neue?) PA-Gruppe, die sich „Koalition der Intifada-Jugend“ nennt, ruft zu Gewalt gegen in Judäa und Samaria lebende „Siedler“ auf. Die Ankündigung ist mit „Wir werden den Zionisten mit einem Felsen jagen“ und die Jugend wird aufgefordert „das Land zu verbrennen und es zur Hölle unter den Füßen der Eindringlinge zu machen“.

Der ermordete arabische Junge wurde heute beerdigt. Die „Trauernden“ schossen in die Luft und schworen Judenmord. Polizei wurde mit Steinen beworfen und weitere Zusammenstöße provoziert.

Von den Palästinenserführern – auch den „Moderaten“ gibt es Null Aufforderung zu „Zurückhaltung“ an die Araber.

Samstag, 05.07.2014:

Der Palästinensische Islamischer Jihad etikettiert jüdische Zivilisten in Judäa und Samaria als „legitime Ziele“.

Norwegens Außenminister warnt vor einer Eskalation der Lage und sagt, Israel habe die Verantwortung Zurückhaltung zu zeigen. (Ähm: Was tut es denn sonst? Solche „Proteste“ hätten in jedem anderen Land bereits Tote zur Folge. Und warum wird diese Verantwortung nur bei Israel angemahnt, nicht bei den Arabern???)

Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten 2014“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (22.-28.06.2014)

28. Juni 2014 um 22:00 | Veröffentlicht in Araber, EU-Europa, Europa+Nahost, Israel, Nahost-Konflikt, Palästinenser, Terroranschläge | Hinterlasse einen Kommentar
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Sonntag, 22.06.2014:

Die Entführung:
- Mahmud Abbas tönt weiter, es gebe keine Beweise dafür, dass die Hamas hinter der Entführung steckt. Niemand wisse, wer dafür verantwortlich ist.
- Der PA-„Außenminister“ betonte wieder, dass die Entführung wahrscheinlich nur eine israelische List ist, um negative Aufmerksamkeit oder nur von einer kriminellen Tat abzulenken.Die PA jammert bei der UNO, Israel würde die „eine gefangen gehaltene Bevölkerung terrorisieren“, weil nach den entführten Jungen gesucht wird. Der Westen solle dafür sorgen, dass das aufhört.
- UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon telefonierte mit Benjamin Netanyahu. Dabei brachte er seine „Sorge“ wegen der vielen Festnahmen von Terroristen zum Ausdruck. Er forderte „von allen Seiten Zurückhaltung und Respekt für die Menschenrechte und das internationale Recht“. (Wenn er das so vehement doch den Terroristen sagen würde…)

Seit Freitag schossen die Terroristen insgesamt 8 Raketen Richtung Israel. Die Luftwaffe flog Angriffe gegen 4 Terrororte.

Die Hamas droht weiter mit „Selbstverteidigung“ gegen die Suche nach den entführten Jungen. Israel werde leiden, heißt es.

Shimon Peres verkündet, dass Mahmud Abbas „der beste Partner ist, den wir je hatten“. Sagt eigentlich alles über beide aus – über Peres, der Abbas damit lobt und über Abbas, der eben kein Partner ist und wenn die „Palästinenser“ nichts besseres zu bieten haben, dann ist das traurig, zeigt aber, dass es derzeit absolut sinnlos ist mit ihnen zu reden.

Montag, 23.06.2014:

Die Entführung:
- Khaled Meschaal stritt ab, dass die Hamas Informationen über den Verbleib der drei Jugendlichen hat. Aber er pries die Aktion der Entführung von drei „Siedler-Soldaten“.

Mittwoch, 25.06.2014:

Ein syrischer Minister befand, sein Land befinde sich jetzt – wegen israelischer Luftangriffe nach syrischem Mord an einem arabischen Jungen auf dem Golan – „in einer offenen Konfrontation“ mit Israel. Die Regierung seines Landes haben entschieden auf die „israelische Aggression“ zu antworten; Art und Zeitpunkt sie in die Hände des Militärs gegeben worden. (Die syrische Opposition ist ebenfalls „unzufrieden“ mit Israel – das sei bei weitem nicht genug, was die Luftwaffe da gemacht hat.)

Umfrage unter den PalArabern: weniger als 30% sind für eine Zweistaaten-Lösung; Ziel eines Fünfjahres-Plans soll die „Zurückgewinnung des gesamten historischen Palästina vom Fluss zum Meer“ sein.

Nach der UNO rief auch der weithin als Israelfreund gehandelte Quartett-Beauftragte Tony Blair Israel zur „Zurückhaltung“ auf. Er sei „zutiefst beunruhigt von den Ereignissen in Israel und den palästinensischen Gebieten, den getöteten palästinensischen Zivilisten und den vielen Verhaftungen“.

Der Hamas-Grande Mahmud Al-Zahar prahlte, seine Truppe könne Raketen auf jede Stadt in Israel schießen.

Der Hamas-Chef im Gazastreifen, Ismail Haniyeh, hat die Dritte Intifada für begonnen erklärt.

Donnerstag, 26.06.2014:

Vorbeugend schwört die Hamas schonmal Rache, sollte Israel eine „Offensive“ gegen den Gazastreifen starten.

Friedensbotschaft der Fatah: „Haltet an und überlegt, Söhne Zions, dass (euer) Tod nahe ist. Alles, was ihr von uns bekommen werdet, ist Tod.“

Die Fünfte Kolonne: Arabische Knesset-Abgeordnete erklären den Tempelberg zur ausschließlich für Muslime bestimmte Zone. Sie rechtfertigen die Entführung der 3 Jugendlichen und attackieren die IDF wegen „Verbrechen gegen die Menschheit“. Außerdem priesen sie die Freipressung von Terroristen.

Bei den massiven Feuern, die sehr plötzlich innerhalb von zwei Tagen in und um Jerusalem aufflammten, besteht der Verdacht einer Welle von Brandstiftungen.

Die Entführung:
- Die IDF hat die Namen zweier Hamas-Mitglieder zur Veröffentlichung freigegeben; diese sollend die drei Jugendlichen entführt haben.

Heckmeck:
- Putin an Abbas: Ich würde gerne sehen, dass der Friedensprozess wiederbelebt wird.
- Was soll man von diesem Mann noch halten? Shimon Peres ist in Washington und spricht vor dem Kongress: „Friedenspartner“ Mahmud Abbas wird von ihm mächtig gelobt, die Araber sind keine Feinde Israels. Realitätsverlust ist da wohl noch eine milde Bewertung.
- Eine bisher unbekannte Gruppe, die sich „Hisbollah-Brigaden“ (YNet: Hisbollah-Regimenter) nennt, will die 3 Jugendlichen als Rache für den angeblich von Israel 2008 ermordeten Ismail Mughniyeh entführt haben. Das wäre dann die dritte Gruppe, die die Jugendlichen entführt zu haben beansprucht.

Freitag, 27.06.2014:

Die Hamas hat Raketenschützen verhaftet, die Israel beschossen – nicht, weil die Raketen falsch wären, sondern weil sie zu einem ungünstigen Zeitpunkt geschossen wurden und von einer Gruppe, die sich von der Hamas abgespalten hat, weil diese nicht radikal genug seien.

Der EU-Botschafter in Israel warnte (erneut), „Europa“ verliere wegen des Siedlungsbaus die Geduld mit Israel.

Israelische Kinderärzte retteten 5 palästinensischen Herzpatienten das Leben. „Kinder sollten nicht Teil des Konflikts sein“, heißt es dazu.

Heckmeck:
- Mahmud Abbas behauptet gegenüber Israel: Wenn ihr Terroristen freilasst, nehmen wir die Gespräche wieder auf. (Die Gespräche darüber, wie Israel sich dem Selbstmord hingeben kann…)

Samstag, 28.06.2014:

So sind sie, die Friedenspartner auf der anderen Seite der Grenze: Der jordanische Politik-Analyst Bassam Badaren klärt zu den entführten israelischen Jugendlichen auf, dass es in Israel keine Kinder gibt, sondern nur Soldaten.

Arabische Medien zeigen ein Video, das die Eliminierung der zwei Terroristen am Freitag zeigen soll. Es beweist zumindest, dass die Luftwaffe sehr präzise und ohne Kollateralschäden gearbeitet hat.

Der stellvertretende Hamas-Führer Mussa Abu-Marzouk offenbarte, dass trotz der „Einheits“-Regierung die Hamas weiter im Gazastreifen fest im Sattel sitzt und den Raketenterroristen freie Hand lässt. Er erklärte außerdem, dass der von Ägypten vermittelte Waffenstillstand mit Israel von 2012 eine strategische Leistung war und zum Ausbau der (militärischen) Stärke genutzt wurde.

Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten 2014“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).

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