DAS sind die Israelis

gefunden auf twitter, 1. Juli 2020:

Du glaubst also, du würdest die Israelis kennen?

David Collier, Beyond the Great Divide, 21. Juni 2020

Es gibt so viel Ignoranz zu Israel und den Israelis. So viele Lügen, die von antiisraelischen Hassern erzählt werden, wenn doch manchmal die Wahrheit so einfach ist und dir ins Gesicht starrt.

Wer sind die Israelis? Ich mag die persönliche Note sehr, daher dachte ich, ich sollte Sie auf eine kleine Tour mitnehmen, um einige von ihnen zu treffen:

Avraham Kiryati

Avraham Kiryati war acht Jahre alt, als 1929 Araber die Juden von Hebron massakrierten. Sein Onkel ging vor das Haus und war einer der Ermordeten. Er ist ein Nachkomme von Juden, die der spanischen Inquisition entkamen und sich zuerst in Tzfat (Safed) und dann in Hebron niederließen.

Eden Alene

Eden Alene singt Israels Beitrag im Eurovision Song Contest im nächsten Jahr. Sie wurde in Jerusalem geboren, aber beide Eltern waren aus Äthiopien immigriert – sie flohen vor der dortigen Verfolgung. Es gibt rund 130.000 Israelis äthiopischer Herkunft.

Elinor Joseph

Elinor Joseph ist eine christlich-israelische Araberin. Sie dient in einer Kampfeinheit des israelischen Militärs. Elinor wurde im Dorf Jisch in Nordisrael geboren. Sie ist eine von rund 177.000 Christen, die in Israel leben – dem einzigen Land der Region, das sie beschützt.

Yaakov Horovitz

Yaakov Horovitz wurde in den 1930-er Jahren im ägyptischen Alexandria geboren. Seine Familie hatte ein erfolgreiches Unternehmen. 1956 wurden sie verhaftet und gezwungen zu unterschreiben, dass sie ihren gesamten Besitz aufgeben; sie erhielten nur Tage, um das Land zu verlassen. Sie wurden vertrieben und kamen schließlich als Flüchtlinge nach Israel.

Ruth

Ruth überlebte den Holocaust. Sie sprang aus einem Zug, der auf dem Weg in die Lager war und schloss sich Partisanen an, um gegen die Nazis zu kämpfen. Hier ist sie mit ihrer Enkelin Opal – einer Offizierin in der israelischen Armee. Eine derjenigen, die die Juden beschützen, um sicherzustellen, dass so etwas nie wieder geschieht.

Pe’er Tasi

Pe’er Tasi ist ein erfolgreicher israelischer Sänger. Seine Musik fällt ins Genre Mizrahi oder „östlich“. Tasis Familie kommt aus dem Jemen, wo sie wie viele vor Verfolgung floh. Es gibt rund 400.000 Israelis jemenitischer Abstammung.

Eli Amir

Eli Amir wurde im Irak geboren. Seine Familie floh vor Verfolgung – und er war einer von einer Million Juden in arabischen Ländern, die ethnische gesäubert wurden. In Israel erarbeitete er sich eine erfolgreiche Karriere als preisgekrönter Schriftsteller.

Yasmin Abu Fraiha

Yasmin Abu Fraiha stammt aus einer Beduinenstadt im Negev. Die meisten Beduinen des Südens betrachten sich als sich von den nördlichen arabischen Gemeinden verschieden. Yasmin ist Ärztin und gründete eine NGO, die genetische Krankheiten primär in beduinischen Gemeinden verhindern will. Es gibt in Israel rund 200.000 Negev-Beduinen.

Menasche Amir

Menasche Amir wurde 1940 im uralten jüdischen Viertel in Teheran im Iran geboren. 1959 verließ er den Iran in Richtung Israel. Amir sendet auf Israel Radio International in Persisch. Amir ist einer von mehr als 130.000 Israelis iranischer Herkunft.

Ninet Tayeb

Ninet Tayeb Vater kam aus Tunesien. Ihre Mutter war marokkanisch-algerisch. Ihre Eltern kamen getrennt voneinander in Israel an, beide flohen vor Verfolgung. Nina ist eine erfolgreiche Musikerin, Liederschreiberin, Komponistin, DJ, Model und Schauspielerin. Es gibt zehntausende Israelis, die tunesische Herkunft haben.

Gadeer Kamal-Mreeh

Gadeer Kamal-Mreeh ist drusische Israelin. Sie ist Politikerin und Journalistin. Ihre Fraktion (Blau und Weiß) ist Teil der aktuellen Regierung. Sie war die erste weibliche drusisch-israelische Politikerin, die Mitglied der Knesset wurde.

Natan Scharansky

Natan Scharansky wurde in der Sowjetunion geboren. Als Refusenik verbrachte er 9 Jahre in sowjetischen Gefängnissen. Er war der erste politische Gefangene, der von Gorbatschow freigelassen wurde. Als sie Sowjets schließlich ihre Türen öffneten, entkam eine Million Juden. Scharansky wurde zu eine erfolgreichen israelischen Politiker.

Sarah Avraham

Sarah Avraham ist eine israelische Kickboxerin. 2014 gewann sie die Frauen-Weltmeisterschaft im Thai-Boxen. Sie wurde in Indien geboren und zog nach den Mumbai-Anschlägen 2008 nach Israel. Es gibt in Israel etwa 85.000 Juden indischer Herkunft.

Beram Kayal

Beram Kayal ist ein israelischer Muslim. Kayal ist ein erfolgreicher Fußballer und spielt für Brighton & Hove Ablion. Er hat seit 2008 auf internationaler Ebene gespielt und wurde bisher 44-mal in der israelischen Nationalmannschaft eingesetzt. Es gibt in Israel mehr als 1,5 Millionen arabischer Muslime.

Natan Abergil

Natan wurde in Israel geboren, aber seine Familie stammt aus Marokko. Sie floh zusammen mit fast allen marokkanischen Juden vor Verfolgung. Israel können eine Million Juden marokkanisches Erbe beanspruchen. Natan kam nach Eilat, wo er ein Geschäft betrieb. Er hatte drei Kinder. Tragischerweise wurde ihre ältester Sohn Assaf 2003 von palästinensischen Terroristen am Gazastreifen ermordet.

Malka Zaken

Malka Zaken lebt in Tel Aviv; sie ist 92 Jahre alt. Geboren wurde sie in Griechenland; im Alter von 121 Jahren wurde sie von den Nazis nach Auschwitz deportiert. Sie kommt aus einer großen Familie. Fast alle kam im Holocaust um. Malka Zakens Auschwitz-Nummer lautete 79 679. Sie hat sich in Israel eine Familie aufgebaut und hat 3 Kinder.

Daniel Gal

Daniel Gal wurde in Algerien geboren. Als er gerade erst 5 oder 6 Jahre alt war, wurde er aus der Schule geworfen, weil er Jude war. Sein Vater verlor seine Arbeit, als jüdische Geschäfte vom Staat übernommen wurden. Unter schwerer Verfolgung floh seine Familie nach Israel.

Benjamin Tsedaka

Benjamin Tsedaka wurde 1944 in Nablus geboren. Er ist Samaritaner und ein Ältester des Minderheitsglaubens. Benjamin lehrt weltweit zu den israelitischen Samaritanern. Wie andere Religionen wie die Bahai und die Karaiten, die ihren Hauptsitz in Israel haben, werden sie in Israel nicht verfolgt.

Salim Joubran

Salim Joubran ist ein christlicher Maronit (Aramäer). Er wurde 1947 in Haifa geboren. Salim Joubran wurde 2004 zum Richter am Obersten Geerichtshof Israels ernannt. Was ihn zum Einzelrichter am höchsten Gericht in Israel machte. Er ist vor kurzem in den Ruhestand gegangen.

Gil Hovav

Gil Hovav wurde 1962 in Israel geboren. Sein Urgroßvater Eliezer Ben-Yehuda kam 1881 aus dem russischen Reich ins osmanische Jerusalem, Jahrzehnte vor der britischen Eroberung der Gegend. Ben-Yehuda war der Vater des modernen Hebärisch und Gils Ururonkel Itamer Ben-Zion Ben-avi der erster Hebräisch-Muttersprachler der modernen Zeit.

Eli Marom

Eli Maron wurde in einem Moschaw in Israel geboren. Seine Mutter war Chinesin, sein Vater ein vor den Nazis geflüchtet. Eli Maron war von 2007 bis 2011 Oberkommandierender der israelischen Marine.

Sabrin Saadi

Sabrina Saadi ist eine religiöse Muslima aus Basmat Tab’un, einer vorwiegend beduinischen Stadt im Norden Israels. Sabrina ist Major in der israelischen Polizei und arbeitet als ranghohe Ermittlerin in der Jugendabteilung in Kafr Kanna. Sie konzentriert sich auf Gewalt und Internetverbrechen.

Yitzhak Yosef

Yitzhak Yosef wurde 1952 in Israel geboren. Er ist der sephardische Oberrabbiner. Yitzhak ist der Sohn von Rabbi Ovadia Yosef, dem ehemaligen Oberrabbiner Israels. Rabbi Ovadia wurde im Irak geboren. Es gibt in Israel mehr als eine Million Haredim (Ultraorthodoxe).

Miriam Halibi

Miriam Halabi (Name geändert, um ihre Identität zu schützen) wurde in Aleppo in Syrien geboren. Zusammen mit ihren beiden Töchtern wurde Miriam 2015 aus Aleppo herausgeschmuggelt, als der IS dort anrückte. Die Familie Halibi schloss sich 150.000 Israelis an, deren Familien früheren Verfolgungen in Syrien während des 20. Jahrhunderts entkamen.

Jonathan Elkhoury

Jonathan Elkhoury wurde im Libanon geboren. Er ist ein schwuler christlicher Flüchtling aus dem Libanon. Jonathan und seine Familie wurden gezwungen aus dem Libanon zu fliehen – aus Angst vor Rache der Hisbollah. Heute als Israeli bereist er Universität im Westen, wo er die Lügen über Israel widerlegt, die von Hassern erzählt werden.

 

Es wäre möglich immer weiter zu machen. Es gibt israelische Juden libyscher, türkischer und libanesischer Herkunft. Sie flohen überall vor Verfolgung, selbst aus Orten wie dem winzigen Bahrain. Jüdische Flüchtlinge kamen aus aller Welt. Mehr als 100.000 aus Lateinamerika. Eine Millionen durch die ethnische Säuberung von Juden in arabischen Ländern.

Zusätzlich gibt es, weil jüdische Menschen immer in der Region gelebt haben, uralte Gemeinden, die schon immer im Land gelebt haben.

Aber der Punkt ist gemacht. Wer sind die Israelis? Jetzt kennen Sie die Wahrheit.

Vor 90 Jahren sagte eine arabische Zeitung, die Juden würden die Kotel niemals bekommen, solange Muslime noch leben

Elder of Ziyon, 28. Juni 2020

Aus dem Palestine Bulletin vom 29. Juni 1930:

Lasst sie bis zum Tag der Wiederauferstehung weinen
Wir wissen nicht, was die Klagemauer-Kommission feststellen wird, schreibt Meraat Al-Sherk, aber eines wissen wir: dass die Juden kein Recht an der Klagemauer haben. Dieser edler Ort wurde ihnen vor 2000 Jahren aus den Händen genommen. Die Juden haben das Recht zu weinen. Nicht mehr, nicht weniger. Wenn sie weinen wollen, dass lasst sie bis zum Tag der Wiederauferstehung weinen. Wenn sie irgendetwas anderes wollen, lasst sie ihre Träume dazu aufgeben. Denn sie werden nichts sonst tun, solange es auf der Welt noch einen Muslim gibt.

Ein kleines Beispiel dessen, wie die berühmte arabische Toleranz für Juden vor 1948 aussah, von der wir immer noch hören.

Gute Nachrichten aus Israel — Woche bis 28.06.2020


Herzlich willkommen zu den guten Nachrichten aus Israel,
Woche bis 28. Juni 2020!

Hier der Link zur englischen Originalversion,
hier zu Zachys hebräischer Version!

Highlights diese Woche:
– Weltweit erste Passivimpfung
– Drei neue IAF-Pilotinnen
– Weltbester Cybersicherheits-Kurs
– Weltwirtschaftsforum erhebt sechs israelische Firmen zu Technik-Pionieren
– IDF eröffnet bislang größte Synagoge
– Israelischer Basketballer in der NBA


WISSENSCHAFT UND TECHNIK


Weltbester Cybersicherheits-Kurs

Der kostenlose Online-Cybersicherheitskurs „Unlocking Information Security“ der Universität Tel Aviv wurde von Class Central als einer der weltweit führenden Kurse eingestuft. Der Kurs hatte schon Teilnehmer aus 150 Ländern und kam unter allen 1.750 Online-Computerkursen auf den 6. Platz — höher als Kurse aus Princeton oder Stanford.
Jewish News Syndicate
Universität Tel Aviv 1 — Unlocking Information Security
Universität Tel Aviv 2 — weitere kostenlose Kurse

Was das Baby will
LittleOne Care hat das erste künstlich intelligente Gerät entwickelt, das den Grund herausfindet, warum ein Baby schreit. Hungrig? Müde? Krank? Sensoren in dem tragbaren Gerät interpretieren Bewegung, Geräusche, Herzschlag und Temperatur und alarmieren gegebenenfalls die Eltern. Derzeit ist das Gerät bei 50 israelischen Familien im Test.
YouTube (Länge: 1:29)
LittleOne Care

Weitere Stimm-App zur Erkennung von Covid-19
Das Afeka Tel Aviv Academic College of Engineering hat sich mit der Universität Mailand und der Cambridge University zusammengetan, um die Afeka-App ins Leben zu rufen. Die App gleicht einige gesprochene Sätze und ein paar Huster mit Vergleichsmustern positiv und negativ getesteter Corona-Patienten ab, um Infektionen zu erkennen.
Times of Israel

Sicheres Türenöffnen ohne Schlüssel
Die Cobra Group hat DOORe auf den Markt gebracht, ein intelligentes Sicherheitssystem für den Hauseingang, mit dem Hausschlüssel überflüssig werden. Per Fingerabdruck können die Mitbewohner die Haustür zu spezifischen Zeiten öffnen.
CalcalisTech
Cobra Group

Automatische Beantwortung von Fragen in sozialen Medien
Pudding.ai beantwortet Fragen auf den Social-Media-Profilen von Firmen in Echtzeit, z. B. auf Facebook, Instagram, Twitter und TikTok.
CalcalisTech

Behandlung von Krankheiten im Weltraum
Wissenschaftler vom Sheba-Krankenhaus haben ein Experiment ins All geschickt, das sich mit der Bekämpfung resistenter Bakterien bei Mikrogravitation beschäftigt. Das Experiment war Teil eines Mikrolabors der Firma SpacePharma und wurde auf einer Vega-Rakete von Arianespace am 18. Juni ins Weltall ausgebracht.
Sheba-Krankenhaus
YouTube 1 (Länge: 4:53)
Arutz Sheva
YouTube 2 (Länge: 4:02)

Bilder aus dem All
OneView nutzt künstliche Intelligenz, um Satelliten- und Luftbilder zu analysieren. Die Firma kann auf den Bildern jedes spezifische Objekt erkennen und für weitergehende Untersuchungen markieren.
CalcalisTech
OneView

3D-gedruckte Drohne
Vor kurzem berichteten die Medien über „Israels erste 3D-gedruckte Drohne“. Sehr beeindruckend, aber unsere treuen Leser wissen, dass es schon 2015 eine 3D-gedruckte Drohne der Firma Stratasys gab! Sie wurde der Öffentlichkeit sogar auf der Dubai Airshow vorgestellt.
Jewish News Syndicate

3D-gedrucktes Segelflugzeug
Studenten der Fakultät für Luft- und Raumfahrttechnik am Technion-Institut haben erfolgreich einen Jungfernflug von A3TB (Active Aeroelastic Aircraft Testbed) absolviert. Der Flieger wiegt 10 kg, hat eine flexible Flügelspannweite von 3 m und stammt vollständig aus einem 3D-Drucker.
Jerusalem Post
CalcalisTech

Preise für BreezoMeter
Die Luftqualitäts-App BreezoMeter hat den zweiten Red-Herring-Preis in Folge eingeheimst, da sie erneut in der „Cleantech“-Kategorie der European Top 100 von Red Herring gelandet ist. Außerdem erhielt die Firma eine neue Finanzspritze durch das Horizon-2020-Programm der EU, damit sie mit dem Max-Planck-Institut zusammenarbeiten kann.
BreezoMeter
Israel21c

Autorisierung des Zugangs für eine vielfältige Belegschaft
Authomize erleichtert Unternehmen die Kontrolle, wer Zugang zum Unternehmensnetzwerk erhalten soll. Die Mitarbeiter sind weltweit verteilt und benötigen Zugang zu vielen cloudbasierten Anwendungen. Authomize automatisiert die Berechtigungen und macht verstreute Anwendungen sichtbar.
CalcalisTech
Authomize
PR Newswire

Behebung von Softwarefehlern im laufenden Betrieb
Lightrun bietet Software, welche das Entwicklungs-Ökosystem von Firmen verbessert. Es erlaubt Programmierern die Analyse von Problemen mit Live-Anwendungen und die Behebung dieser Probleme in Echtzeit, ohne eine neue Version aufspielen zu müssen. Dauerhafte Änderungen können vorgenommen werden, sobald der Notfall vorbei ist.
CalcalisTech
Lightrun
YouTube (Länge: 2:33)

Weltweit erste Bushaltestellen mit künstlich intelligenter Klimaanlage
Der Pilottest für Eilats klimatisierte Bushaltestellen hat begonnen! Sie kosten 160.000 Schekel und verfügen über automatische Schiebetüren, Touchscreens, Aufladung der Chipkarte für Busreisen, eine Anzeigetafel, lückenlose Überwachung und natürlich Klimaanlagen.
YouTube (Länge: 1:01)

Energiespeicherung in Brom
Technion-Forscher haben sich mit der amerikanischen Firma Primus Power zusammengetan, um wiederaufladbare Brom-Zink-Batterien zur Speicherung von erneuerbaren Energien zu entwickeln. Israelisches Brom ist weit günstiger als das Lithium, das gegenwärtig für den Betrieb tragbarer Geräte wie Handys und Laptops verwendet wird.
Times of Israel

Mehr Leistung für Elektroauto-Batterien
CENS Materials entwickelt Nanotechnik, welche die Leistung von Batterien für Elektroautos erhöhen soll. CENS integriert Kohlenstoff-Nanoröhren (CNTs) in die Batterien, um die Speicherkapazität zu erhöhen und die Ladezeit zu verkürzen.
CalcalisTech
CENS Materials
Elbit Systems
YouTube (Länge: 2:15)


WIRTSCHAFT UND MÄRKTE


Weltwirtschaftsforum erhebt sechs israelische Firmen zu Technik-Pionieren

Sechs israelische Firmen werden vom Weltwirtschaftsforum zu den 100 neuen Technik-Pionieren für 2020 gezählt: 3d Signals, Aleph Farms, Prospera, MorphiSec, Optibus und Seebo. Israel ist der einzige Staat in Nahost, der in dieser Liste vertreten ist.
United with Israel
NoCamels

Taiwanesischer Fonds für israelische Startups
Taiwans größtes Innovationsunternehmen, Innovation to Industry (i2i), hat ein 70-Millionen-Dollar-Programm namens IP2 LaunchPad aufgelegt. Dessen Zweck ist die Herbeiführung von Kooperationen im Bereich Technologie, nämlich zwischen 25 israelischen Cybersicherheits-, KI- und Digitale-Gesundheits-Startups und Taiwans Industrie, Gesundheitssystem, Wissenschaftlern und Investoren.
Times of Israel

Israel in New York
Neun von Israelis gegründete Einhörner (d. h. Firmen im Wert von über 1 Mrd. Dollar) sind im Staat New York ansässig: Riskified, Sisense, VAST Data, Via, Compass, Lemonade, Payoneer, Taboola und The We Company. Die insgesamt über 500 israelische Firmen, die ihren Sitz in New York haben, generieren Umsätze über 30 Mrd. Dollar und beschäftigen rund 25.000 New Yorker.
Jerusalem Post

Schiffsbau mit Griechenland
Griechenlands ONEX-Neorion-Werften kooperieren mit Israel Shipyards Ltd, um gemeinsam die Korvette „Themistokles“ zu bauen — ein Mehrzweckschiff der nächsten Generation, das für den Schutz der Seegrenzen des östlichen Mittelmeers bestimmt ist.
Greek Reporter

Findet den Entwickler, den ihr braucht
Es gibt keinen Grund, warum fähige IT-Fachleute während der Corona-Pandemie arbeitslos sein sollten. Die WordPress-Plattform Elementor hat ein Netzwerk eingerichtet, auf dem Elementor-Entwickler mit Projekten und Unternehmen zusammenkommen, die sie benötigen.
Israel21c
Elementor
YouTube (Länge: 2:23)

Microsoft kauft noch mehr israelische Cybersicherheit
Für geschätzte 170 Mio. Dollar hat Microsoft die IoT-Sicherheitsfirma CyberX gekauft. Laut Microsoft ergänzt CyberX seine bereits durch Azure bestehenden IoT-Sicherheitskapazitäten und pries die hochmoderne Plattform der Firma.
CalcalisTech


MEDIZINISCHE ERRUNGENSCHAFTEN


Weltweit erste Passivimpfung

Das Hadassah-Krankenhaus ist vorsichtig optimistisch, nachdem es bei einem todkranken Coronapatienten die weltweit erste Passivimpfung vorgenommen hat. Nach einer Injektion des IgG-Antikörperprodukts der Firma Kamada zeigte ein CT-Scan der Lunge eine gewisse Verbesserung, und die Ärzte hoffen auf eine Genesung.
Arutz Sheva
Hadassah-Krankenhaus

Kombination von Medikamenten gegen den Krebs
Bei einer Drei-Jahres-Studie der Hebräischen Universität Jerusalem wurde entdeckt, dass die Kombination eines antiviralen AIDS-Medikamente und eines weiteren gegen Gedächtnisverlust sehr effektiv gegen Leber- und Hautkrebs ist. Separat hatten die Medikamente keine Wirkung auf den Krebs — nur gemeinsam sind sie stark.
United with Israel

Warum einige Covid-19-Patienten Blutgerinnsel bekommen
Dr. Abd Al-Roof Higazi vom Jerusalemer Hadassah-Krankenhaus hat entdeckt, dass hohe Konzentrationen des Peptids Alpha-Defensin bei einigen Covid-19-Patienten zu Blutgerinnseln in der Lunge führen. Aktuell testet er hierfür das Medikament Colchizin, da herkömmliche Antikoagulanzien leider wirkungslos sind.
Israel21c

Gesichtsmaske wirksam gegen Covid-19
Internationale Tests mit Gesichtsmasken der Firma Sonovia haben gezeigt, dass die metalloxidbeschichteten Masken das neue Coronavirus abtöten. Sonovia produziert mehrere tausend Masken pro Tag und hat bereits einige hunderttausend verkauft.
Israel21c

Fernüberwachung chronischer Patienten
Der Glukosemonitor von DarioHealth heißt jetzt MyDario und ist zu einem RPM-Gerät (d. h. Fernüberwachung von Patienten) geworden.
PR Newswire

Kampf gegen eine Immun-Überreaktion
Bei Covid-19 und Autoimmunerkrankungen gerät das körpereigene Immunsystem außer Kontrolle. Das Biotechnologie-Unternehmen Stero setzt Cannabidiol ein, um die herkömmliche Steroidbehandlung für diese Krankheiten zu reduzieren und sogar zu ersetzen. Mit finanzieller Unterstützung der Firma Clalit wird Cannabidiol gerade bei 30 Crohn-Patienten erprobt.
Israel21c
Stero
YouTube (Länge: 1:04)

Intel gewinnt Shebas Covid-19-Wettbewerb
Letzte Wochen haben wir über die Coronavirus Data Challenge des Sheba-Krankenhauses berichtet — und der Sieger? Intel! Ihr Vorhersage-System, welche Patienten lebensdrohliche Reaktionen haben werden und welche ein Beatmungsgerät benötigen, brachte der Firma den Sieg. Das System wird im Sheba-Krankenhaus sowie im Mount-Sinai-Krankenhaus in New York implementiert werden.
Jerusalem Post

Positive Ergebnisse bei MS-Studie
Ärzte am Jerusalemer Hadassah-Krankenhaus haben ein nanotechnologisch hergestelltes Ergänzungsmittel aus Granatapfelöl mit hohem Antioxidantiengehalt eingesetzt, um damit 30 MS-Patienten zu behandeln. In nur drei Monaten hatten sich Lernfähigkeit, Textverständnis, Worterinnerung und Kategorisierung der Patienten signifikant verbessert.
Times of Israel

Gewinner von Neurowissenschafts-Wettbewerb
Ein Team der Bar-Ilan-Universität war unter den vier Siegern des Parkinson-DREAM-Wettbewerbs der Michael J. Fox Foundation. Die Israelis waren das einzige Gewinnenteam von außerhalb der USA. Ihr Beitrag konzentrierte sich auf Bewegungsstörungen infolge von Zellschäden.
Arutz Sheva

Wegweisend in der Psychiatrie
Das verlinkte Video zeigt den aufgeklärten Ansatz und die modernen Einrichtungen für die psychiatrische Versorgung im Mayanei-Hayeshua-Krankenhaus in Bnei Brak. Während der Covid-19-Pandemie hat das Krankenhaus erfolgreich die Telepsychiatrie eingeführt — eine neue Form der Therapiesitzung.
YouTube (Länge: 5:52)

Medizintechnik-Studiengang
Im Oktober führt das Holon Institute of Technology (HIT) einen neuen Bachelor-Studiengang in Medizintechnik ein. Die ersten 60 Studenten beschäftigen sich mit digitaler Medizintechnik wie z. B. Telemedizin, intelligenten Medizinsystemen und Big Data.
CalcalisTech


ISRAEL UND DIE WELT


Drei neue IAF-Pilotinnen

600 IAF-Kadetten waren zum 180. Fliegerkurs angetreten — und am 25. Juni erhielten nur 40 von ihnen (darunter drei Frauen) endlich ihre Flügel. Mordechai Raflowitz, ein Holocaustüberlebender und ehemaliger Irgun-Kämpfer, war vor Ort und sah zu, wie seine Enkelin ihr Abzeichen überreicht bekam.
Jerusalem Post

Mehr ehrenamtliche Helfer
Die Organisation Door2Dor hat eine App entwickelt, welche die jüngere Generation (Hebräisch: „Dor“) mit der älteren verbindet. Door2Dor-Freiwillige helfen Menschen, die auf ihr Zuhause beschränkt sind, indem sie ihnen Lebensmittel, Medizin und Haushaltsgegenstände direkt an die Tür bringen.
YouTube (Länge: 1:49)

Kostenlose Corona-Web-App verbindet Freiwillige
Wix bietet Regierungen eine kostenlose Web-App, die Covid-19-Patienten mit Freiwilligen in Verbindung bringt, die ihnen Lieferungen nach Hause bringen und Arbeiten im Haushalt verrichten. In Israel ist die App bereits im Einsatz.
NoCamels
Wix

Kostenloses Internet für neun Beduinenräte
Die israelische Regierung investiert 16 Mio. Schekel, um Beduinen online zu bringen. Dieser Schritt folgt auf ein Projekt aus dem Jahr 2017 im Rat von Arara, das ein großer Erfolg war. Die Entscheidung, das Projekt auszuweiten, stammt vom Präsidenten selbst und wird teilweise mit Geldern aus der Nationallotterie finanziert.
CalcalisTech

Rollstühle für Ecuador
Zusätzlich zu den Schutzausrüstungs- und Lebensmittelspenden hat die israelische Botschaft in Quito/Ecuador dem Bürgermeister eine Lieferung Rollstühle gespendet. Die Rollstühle helfen Covid-19-Patienten bei der Genesung.
Jerusalem Post

Digitale-Botschafter-Kampagne von Israel21c
Trotz der Covid-19-Pandemie haben Israel21cs digitale Botschafter exzellente Israel-Kampagnen vorbereitet und sie bei einem Zoom-Seminar vorgestellt. Gewinner war „Yalla on a Budget“, dicht gefolgt von „Ve Love (vegan) Israel“ und „Celebrities in Israel“.
Israel21c


KULTUR, UNTERHALTUNG UND SPORT


Israelischer Basketballer in der NBA

Basketball-Teeniestar Deni Avdija wird in der kommenden Saison in der amerikanischen NBA spielen. Das verlinkte Video geht auf Denis Hintergrund ein. Als Sohn einer jüdischen Sportlerin und eines serbischen Basketballers in einem Kibbutz geboren, möchte Deni sein Heimatland stolz machen.
YouTube (Länge: 5:17)

König des US-Hochschultennis
Daniel Cukierman ist derzeit der bestplatzierte Hochschul-Tennisspieler bei den US-Herren. Der israelische Davis-Cup-Spieler ist offiziell die Nummer 1 der Division I der Herren in der Intercollegiate Tennis Association. Er studiert an der University of South California.
Israel21c

Wale vor Israels Küste
Zwei Pottwale, eine Mutter und ihr Kind, wurden knapp 7 km vor der israelischen Küste gesichtet — die erste Sichtung dieser Art, seit das israelische Zentrum für Meeressäuger im Jahr 1993 den Betrieb aufgenommen hat.
YouTube (Länge: 22:54, Video springt direkt an die entsprechende Stelle)
Israel Hayom

Pioniere in der Wüste Negev
Ramat HaNegev ist Heimat für 8.200 Israelis. 24 Farmen ziehen Touristen aus ganz Israel an — der ideale Familienurlaub während der Corona-Krise.
YouTube (Länge: 2:57)

Ein Schiff auf dem Toten Meer
Drei 100 Jahre alte Anker wurden auf Land entdeckt, das durch das sich zurückziehende Tote Meer freigelegt wurde. Ihr Muster weist sie als zu einem Segelboot aus den 1920er Jahren zugehörig aus.
Jerusalem Post


DER JÜDISCHE STAAT


Technikerin für Flugzeuge, die die eigene Familie nach Israel gebracht haben

1991 wurde Ortal Ayasos Familie nach Israel geflogen — dies geschah im Rahmen der Operation Salomon, bei der innerhalb von 36 Stunden 14.325 äthiopische Juden in 34 Flugzeugen ins Heilige Land gebracht wurden. Heute ist Staff Sergeant Ayaso eine Technikerin in der israelischen Luftwaffe und arbeitet an genau der Art von Flugzeugen, die damals ihre Familie gerettet haben.
Arutz Sheva
YouTube (Länge: 2:05)

IDF eröffnet bislang größte Synagoge
Die IDF-Soldaten in Camp Ariel Sharon in Südisrael können nun in der bislang größten IDF-Synagoge beten und feiern. Sie wurde von der FIDF (Friends of the Israel Defense Force) gespendet und bietet 350 Sitzplätze, einen Torah-Studierraum und eine neue Torah-Rolle.
Arutz Sheva

NbN bucht 16 Aliya-Flüge für diesen Sommer
Die Aliya-Organisation Nefesh b’Nefesh hat zwischen Juli und September 14 Blockbuchungen für El-Al-Flüge vom New Yorker JFK-Flughafen vorgenommen und auch Plätze auf zwei Flügen von der Westküste im Juli und August gebucht.
Arutz Sheva

Israelische Araber finden antikes jüdisches Ritualbad
Zwei israelische Araber, die für die Altertumsbehörde tätig sind, waren bei der Ausgrabung einer Mikwe (Ritualbad) in Galiläa aus der Zeit des Zweiten Tempels beschäftigt. Einer hat die Mikwe entdeckt, der andere genehmigte ihre Verlegung zu einem nahegelegenen religiösen Kibbutz.
YouTube (Länge: 4:23)



Hier der Link zum englischen Original: http://www.verygoodnewsisrael.blogspot.com/
Ursprünglicher Herausgeber: Michael Ordman

Übersetzung: Yvaine de Winter

Deutschland: Herausstehende Fälle von Antisemitismus im vergangenen Jahrzehnt

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Es ist schwer den Überblick über die wichtigen antisemitischen Vorfälle in den europäischen Ländern zu behalten, in denen der Hass massiv ist. Zu Deutschland habe ich zum Beispiel mehr als 200.000 Worte an Notizen gesammelt, die weniger als zwei Jahre abdecken.

Ein rascher Weg etwas Perspektive zu Deutschlands antisemitischen Vorfällen des vergangenen Jahrzehnts zu bekommen, besteht darin die jährlichen Berichte des Simon Wiesenthal Center (SWC) zu den weltweit zehn schlimmsten antisemitischen Vorfällen durchzusehen. Diese Berichte werden seit 2010 veröffentlicht.

Diese Berichte des SWC helfen uns einige der auffälligsten Bekundungen von Antisemitismus in Deutschland während des letzten Jahrzehnts zu bestimmen. Der Mitte-links eingeordnete SPIEGEL ist Europas am weitesten verbreitete Wochenzeitschrift. In einer Online-Ausgabe von 2012 schrieb der SPIEGEL-Kolumnist Jakob Augstein: „Mit der ganzen Rückendeckung aus den USA, wo ein Präsident sich vor den Wahlen immer noch die Unterstützung der jüdischen Lobbygruppen sichern muss, und aus Deutschland, wo Geschichtsbewältigung inzwischen eine militärische Komponente hat, führt die Regierung Netanjahu die ganze Welt am Gängelband eines anschwellenden Kriegsgesangs.“ Das war eine dicke Lüge, da der damalige US-Präsident Barack Obama eine Politik verfolgte, die oft weit entfernt von oder sogar dem entgegengesetzt war, war Israel wollte.

Augstein fügte eine weitere Lüge an: „‚Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden.‘ Dieser Satz hat einen Aufschrei ausgelöst. Weil er stimmt. Und weil ein Deutscher ihn sagt, ein Schriftsteller, ein Nobelpreisträger, weil Günter Grass ihn sagt. Darin liegt ein Einschnitt. Dafür muss man Grass danken. Er hat es auf sich genommen, diesen Satz für uns alle auszusprechen.“ Der verstorbene Grass, in seiner Jugend Nazi, war ein extrem antisemitischer Verleumder Israels. Blickt man darauf zurück, wo seitdem Kriege stattgefunden haben, ist es leicht zu erkennen, dass Augstein ebenfalls ein großer Verleumder Israels ist.

Er fuhr fort: „Israel wird von den islamischen Fundamentalisten in seiner Nachbarschaft bedroht. Aber die Juden haben ihre eigenen Fundamentalisten. Sie heißen nur anders: Ultraorthodoxe oder Haredim. Das ist keine kleine, zu vernachlässigende Splittergruppe. Sie stellen 10% der israelischen Bevölkerung. Diese Leute sind aus dem gleichen Holz geschnitzt wie ihre islamistischen Gegner. Sie folgen dem Gesetz der Rache.“ Jeder, der auch nur ansatzweise mit der Realität vertraut ist, weiß jedoch, dass es einen enormen Unterschied gibt zwischen den Völkermord propagierenden muslimischen Fundamentalisten von Hamas und Hisbollah und Israels Haredim, die Mord verabscheuen, der von den Zehn Geboten verboten ist.

Noch ein Augstein-Zitat: „Gaza ist ein Ort aus der Endzeit des Menschlichen. 1,7 Millionen Menschen hausen da, zusammengepfercht auf 360 Quadratkilometern. Gaza ist ein Gefängnis. Ein Lager. Israel brütet sich dort seine eigenen Gegner aus.“[1] Die Wahrheit lautet, dass es die Hamas ist, die Völkermord an Israelis propagiert. Israelische Reaktionen erfolgen zu seiner Verteidigung. Der SPIEGEL ist ebenfalls verantwortlich, weil der diese Lügen und Diffamierungen Israels weithin verbreitet.

Der deutsch-jüdische Autor Henryk Broder, der im deutschen Parlament als Experte für Antisemitismus im Land aussagte, bezeichnete Augstein als „kleinen Streicher“. Er fügte hinzu: „Jakob Augstein ist kein Salon-Antisemit, er ist ein lupenreiner Antisemit, eine antisemitische Dreckschleuder, ein Überzeugungstäter, der nur dank der Gnade der späten Geburt um die Gelegenheit gekommen ist, im Reichssicherheitshauptamt Karriere zu machen. Das Zeug dazu hätte er.“[2]

Am 10. November 2014 lud die Partei Die Linke die berüchtigten Israel-Basher Max Blumenthal (auf der Top 10-Liste des SWC für 2013 geführt) und David Sheen ein, um bei einem „Fachgespräch“ im Fraktionssitzungssaal der Partei im Bundestag zu sprechen – am Tag nach dem Gedenktag zur Reichskristallnacht, dem Pogrom von 1938, als die Nazis in ganz Deutschland jüdische Synagogen niederbrannten. Blumenthal bezeichnet den Zionismus oft als Rassismus und verbindet angebliche israelische Verbrechen mit Nazi-Bildsprache.

Das war dem damaligen Fraktionsvorsitzenden der Partei Gregor Gysi dann doch zu viel und er sagte die Nutzung des Fraktionssitzungssaals ab. Der Vorfall wurde als „Toiletten-Affäre“ bekannt, weil Gysi gezwungen war sich in einer Toilette zu verbarrikadieren, um dem Zorn von Blumenthal und Sheen zu entgehen. Dieser Vorfall hob die fortbestehenden Bemühungen einer Gruppe extrem antiisraelischer Abgeordneter Israel zu dämonisieren hervor, die von Inge Höger und Annette Groth angeführt wird. Diese beiden Parlamentarierinnen waren an Bord der umstrittenen Gaza-Flottille mit der Mavi Marmara und wurden bei ihrer Rückkehr nach Berlin von vielen der Abgeordneten ihrer Partei bejubelt.

Das SWC schrieb, dass Groth, Häger und die Vertreter der Linkspartei Claudia Haydt und die MdB Heike Hänsel – als Organisatoren und Teilnehmer – eine entscheidende Rolle dabei spielten während der „Toiletten-Affäre“ Israelhass zu schüren. Beim Vortrag von Blumenthal und Sheen waren sie alle anwesend. Sie sind Teil einer beträchtlichen Gruppe von Hardcore-Israelfeinden in der Fraktion der Linkspartei im Bundestag. In Reaktion auf den „Toiletten-Affäre“-Skandal erklärten MdBs, die eine Petition des Reform-Flügels der Linkspartei unterschrieben: „Wiederholt müssen wir konstatieren, dass sich – allen wiederholten Bekenntnissen zu einer differenzierten Sicht auf den Nahostkonflikt zum Trotz – Mitglieder unserer Partei in verantwortlichen Positionen durch Schürung obsessiven Hasses auf und der Dämonisierung von Israel antisemitische Argumentationsmuster und eine Relativierung des Holocausts und der deutschen Verantwortung für die millionenfache Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden befördern.“[3]

Aus dem SWC-Bericht von 2016: Führer der lokalen Lehrergewerkschaft GEW in Oldenburg riefen zu einem totalen Boykott Israels auf. Im September veröffentlichte die GEW Oldenburg einen pro-BDS-Artikel von Christoph Glanz, einem Lehrer an einer öffentlichen Schule und fanatischer Gegner des jüdischen Staats. Glanz, der versucht hatte sich als Jude auszugeben, um Antisemitismusvorwürfe zu umgehen, forderte die Ausmerzung des Staates Israel und die Umsiedlung seiner Juden nach Südwestdeutschland.

Das extremste antisemitische Ereignis des Jahres 2019 war der fehlgeschlagene Anschlag auf die Synagoge in Halle. Dutzende in dieser Synagoge am Yom Kippur – dem heiligsten Tag des Judentums – betende Juden entkamen wie durch ein Wunder der sicheren Verletzung oder gar dem Tod durch die  Hand eines Neonazi, weil der Angreifer es nicht schaffte eine Sicherheitstür an der Synagoge in Halle aufzubrechen. Nachdem er mit dem Eindringen in die Synagoge scheiterte, tötete der mit einer Maschinenpistole und Sprengstoff bewaffnete Stephan Balliet (27) zwei in der Nähe befindliche Zivilisten und verletzte zwei weitere. Balliet gab zu, dass er von seinem Judenhass motiviert war. In seinem Bekennerschreiben erklärte er: „Töte so viele Anti-Weiße wie möglich, vorzugsweise Juden.“[4]

Aus dem Bericht von 2019: Deutschland befindet sich mitten in einer 18-monatigen Arbeitsperiode im UNO-Sicherheitsrat. Sein UNO-Botschafter Christoph Heusgen schaffte es 2019 auf die Liste der Top 10. Er sorgte für Aufruhr, nachdem bekannt wurde, wie oft er gegen Israel abstimmte, aber vor allem durch seine Gleichsetzung von 130 innerhalb einer Woche auf durch die Terrororganisation Hamas auf israelische Zivilisten geschossene Raketen mit dem Abriss der Häuser von Terroristen.

Heusgen erklärte: „Wir glauben, dass das internationale Recht der beste Weg ist Zivilisten zu schützen und ihnen zu ermöglichen, in Frieden und Sicherheit und ohne Angst vor israelischen Bulldozern oder Hamas-Raketen zu leben.“[5] BILD, Deutschlands auflagenstärkste Tageszeitung, beschuldigte Heusgen in einem Editorial „reiner Boshaftigkeit“ gegen den jüdischen Staat. Heusgen stimmte 2018 in der UNO 16-mal gegen Israel und enthielt sich einmal der Stimme. 2019 stimmte er für neun antiisraelische Resolutionen, darunter eine, die Jerusalems heiligste Stätten als „besetztes palästinensisches Gebiet“ bezeichnete, während er sich dreimal enthielt und nur einmal gegen eine antiisraelische Resolution stimmte.

Das ist weit weniger als ein Prozent meiner Notizen zu Antisemitismus in Deutschland. Dennoch zeigt es prägnant, dass das Land weit davon entfernt ist bei der Ausrottung des Antisemitismus Erfolg zu haben. Die Veröffentlichung von Augsteins Artikel durch den SPIEGEL, die für Boykott werbende Lehrergewerkschaft und Heusgens Gleichsetzung Israels mit der Hamas spiegelt, wie dieser Hass den deutschen Mainstream durchdrungen hat und lebt.

[1] Die Augstein-Zitate finden sich u.a. hier: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Jakob_Augstein

[2] https://www.achgut.com/artikel/0027684

[3] https://www.tagesspiegel.de/politik/antisemitische-argumentationsmuster-nach-der-jagd-auf-gysi-entlaedt-sich-die-wut-in-der-linken/10983888.html

[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_in_Halle_%28Saale%29_2019#Tatmotive_und_Vorbilder_im_Internet

[5] https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/12/16/israelischer-botschafter-nimmt-deutschen-diplomaten-heusgen-in-schutz/

Schaschlik

Passt: Die EU und die UNO ließen sich unterstützend durch offizielle Vertreter auf einer „Anti-Annexions“-Kundgebung der Fatah in Jericho blicken.

Die PA veranstaltete eine „Anti-Annexions“- Kundgebung und hoffte auf riesige Teilnahme der PA-Araber. Na ja, es waren deutlich weniger als 10.000 …

Die Terror-Watchlist des britischen Geheimdienstes MI5 ist inzwischen auf das Doppelte angewachsen – 43.000 Personen. Und 90% dieser Extremisten sind islamische Terror-Verdächtige!

Die Briten machen es anscheinend genauso wie bei uns, berichtet Col. Richard Kemp zwei Reportern gegenüber MailOnline: Es wird ein rechtsradikales Drohszenario aufpustet, das als mindestens so gefährlich und zahlreich wie die Islamisten hingestellt wird, um die Linke zu beschwichtigen. Und darüber werden dann Ressourcen verballert, die der Bekämpfung der echten Gefahren fehlen.

Ein Einwohner von Aschkelon wurde angeklagt, weil er mit der Ermordung von Benjamin Netanyahu, seiner Frau und seinem Sohn Yair drohte.

Am Dienstag gab es einen Terroranschlag an einem Checkpoint. Der Täter versuchte Grenzpolizisten zu überfahren. Nachdem er aus dem Auto stieg und weiter angreifen wollte, wurde er erschossen. In sehr vielen Medien kommt die Attacke so nicht vor – bei SPon ist er ebenso Opfer wie in internationalen Medien. Dabei zeigen Videoaufnahmen eindeutig, dass es ein Anschlag war und die Grenzpolizisten in Verteidigung handelten.

Der pakistanische Premierminister bezeichnete Osama bin Laden als „Schahid“ – Märtyrer, der auf direktem Weg ins Paradies eingeht, weil er im Kampf für Allah starb.

Ein Teil des Präsidiums der Deutsch-Israelischen Gesellschaft hat im Namen der DIG eine Erklärung ausgegeben, in der sie sich gegen die „Annexion“ der „Westbank“ ausspricht. Daniel Killy, ebenfalls im Vorstand, hat eine passende Antwort.

Off-topic:
– In Stuttgart gab es die berüchtigte Randale von Mitgliedern der „Eventszene“. ZDFinfo antwortete auf die Frage, warum dabei so viele der Kriminellen so schlechtes Deutsch sprechen: „Die deutsche Sprache ist bekannt für ihre reichhaltigen Regionaldialekte. Dennoch bitten wir dich, deine Mitbürger*innen nicht aufgrund eines Dialekts zu diskriminieren.“ Kommentar auf Freie Welt: „Die Schwaben sind in ganz Deutschland hinlänglich dafür bekannt, dass sie sich Abends gegenseitig mit einem laut bebrüllten »Allahu Akbar« begrüßen, wie er auf den Videomitschnitten der Nacht mehrfach zu hören war. Und auch der Ausruf »Ey, Ali, Alder, krass!« ist ein typischer schwäbischer Gruß, der seine Wurzeln im Hohen Mittelalter hat.“

UNO usw.:
– Der UNO-Menschenrechtsrat durfte sich zum Abschied von Israels Botschafterin Aviva Raz Shechter von dieser ein paar unangenehme Wahrheiten anhören: dass sich der Rat mit seinem festen Tagesordnungspunkt 7 den institutionalisierten Antisemitismus fördert; dass dieser Tagesordnungspunkt nicht anderes ist als ein systematischer Mechanismus zur Diskriminierung von Israel und Israelis ist, der tief in der Kultur dieses Rates und einiger seiner Mitgliedstaaten verwurzelt ist und noch ein wenig mehr.
– Wie üblich: Keine Vermittlung, sondern reine Parteinahme für die Terroristen – Vertreter von UNO und EU beteiligten sich an einer Massenkundgebung der PA gegen die angedachte Ausweitung der israelischen Souveränität auf die „Siedlungsblöcke“.

Soziale Medien:
Facebook: Eine Mitarbeiterin wurde dokumentiert, wie sie erklärte, sollte jemand eine MAGA-Kappe tragen, dann löscht sie diese Person wegen Terrorismus!

Der alltägliche Antisemitismus: (eine umfassende Sammlung gibt es auf The New Antisemit; auf twitter gibt es für den deutschsprachigen Raum die „RIAS“ (Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus):
Großbritannien:
– Der (neue) Vorsitzende der Labour Party hat ein Mitglied seines Schattenkabinetts gefeuert. Die Frau hatte eine antisemitische Verschwörungstheorie unterstützt.
Frankreich:
– Einer 84-jährigen Jüdin, die in der Nähe von Paris lebt, wurden die Fenster eingeworfen.
Paris, Antiisrael-Demo: „Besatzung, Apartheid, Boykott!“
Benelux:
Amsterdam: Auf einem jüdischen Friedhof wurde die Statue, die des Leidens von Sklaven gedenkt, verunstaltet. Sie stellt einen schwarzen Sklaven, der Anfang des 17. Jahrhunderts von Portugal in die Niederlande kam und zum Judentum konvertiert; er wurde auf dem Friedhof begraben.
USA:
Code Pink-Führerin Ariel Gold fände es in Ordnung, wenn Statuen von Moses gestürzt würden.

Die Religion des Friedens, der Liebe, der Rücksichtnahme, der Frauenrechte und Wissenschaften:
Iran: „Fahrrad fahrende Frauen entzünden in Männern das Feuer sexueller Begierde“. Also für Frauen verboten.
– Muslimbruderschaft-TV – eine Moderatorin verkündet, dass Homosexuelle getötet werden müssen: bei lebendigem Leibe verbrennen, von hohen Stellen stürzen, steinigen. Basta.

Jihad:
Ein US-Soldat plante einen „Jihad-Angriff“ auf seine eigene Armee-Einheit; zudem gab er Informationen an Al-Qaida und eine britische Neonazi-Gruppe weiter, die Osama bin Laden anhimmelt.
Österreich: Ein „Allahu Akbar“ brüllender Muslim verspritzte Gas um das Rathaus von Wien und drohte damit es niederzubrennen.
Großbritannien: Eine zum Islam konvertierte Frau plante ein Massaker; sie wollte „viele Leute töten, … an einem Tag wie Weihnachten oder Ostern“.

Muslimisches Herrenmenschentum, Dhimmitum, Anspruchsdenken, Islamisierung im Westen:
Belgien: Ein muslimischer Polizist wurde verurteilt, weil er Geheiminformationen an Terroristen des Islamischen Jihad übermittelte.
Amazon zensierte eine Dokumentation, die zeigt, wie ein offizieller Vertreter von CAIR zugibt, dass die Scharia Frauen gleiche Rechte verweigert.
Australien: Polizisten beschlagnahmten 14 Schusswaffen und 523 Schuss Munition bei 3 Muslimen, die den IS unterstützen – es gibt aber keine Anklage wegen Terrorismus.
Kanada: Ein Muslim, der Jihad-Mörder glorifiziert, wurde zum Sekretär der Fatah-Bewegung in Kanada ernannt.
Großbritannien: Ein Muslim bedroht einen Ex-Muslim und seine Familie, weil diese den Islam kritisieren. Er will sie „live im Fernsehen ermorden“.

Obama Watch:
Kein Rassismus, nein: Ein Landkreis in Oregon gibt eine Maskenpflicht aus – von der Nichtweiße ausdrücklich ausgenommen sind. (Nach massiven Protesten hat der Kreis seine Ausnahme zurückgenommen – jetzt könnte „Rassismus“ gebrüllt werden weil „People of Color“ das Privileg genommen wurde.)
Zweierlei Maß: Eine Dozentin in Cambridge erhielt eine volle Professur, obwohl sie gerade erst wieder Weiße hassende Dinge twitterte. Das falle unter die freie Meinungsäußerung, hieß es von der Universität – die vor knapp einem Jahr einen weißen konservativen Professor wegen „problematischer Äußerungen“ feuerte.
– Das US Government Accountability Office hat (Corona-) Stimulus-Schecks an Bedürftige verschickt. Dumm nur, dass eine Million davon an Tote versandt wurden. Man kann sich ungefähr vorstellen, wie es in den USA mit Briefwahl-Unterlagen aussieht…

Obamanisten:
– Er wissen will, wie viele Demokraten, besonders aber die linken von ihnen ticken und warum der Lockdown in den USA unbedingt aufrecht erhalten werden muss und wie langer: Bis zur Wahl im November, weil: wenn die Geschäfte vorher wieder öffnen, gibt es einen wirtschaftlichen Aufschwung und der würde Trump nutzen. Muss also verhindert werden. (Den twitter-Eintrag hat AOC wieder gelöscht, aber vorher wurde er mehr als 20.000-mal geteilt – und natürlich gesichert.)

– Joe Biden hat eine Außenpolitik-Chefin nominiert – eine Frau, die schon unter Obama und seitdem immer wieder bewiesen hat,dass sie eine Feindin des jüdischen Staates ist.
– Christen haben zu einer Gebetsveranstaltung an einem Reiterdenkmal in St. Louis aufgerufen, das ein linksextremer Radikaler gestürzt sehen will. Dessen Anhänger rufen zu einer Gegendemonstration „gegen Hass und Rassismus“ auf und drohen mit Gewalt – wobei Lügen über die christlichen Demonstranten selbstverständlich sind.
Joe Biden behauptete auf einer Wahlkampf-Kundgebung, es seien 120 Millionen Amerikaner an Corona gestorben.

Obamedien:
Yahoo hat einen Aufruf gestartet, die „offen rassistische“ US-Nationalhymne müsse ersetzt werden.

Der Donald:
– Trotz aller Bemühungen der Trump-Hasser zeigen Umfragen, dass Trump weit besser da steht als Obama zur selben Zeit in seinem Amt.

Seltene Bilder: Als die Haganah an den Stränden von Tel Aviv trainierte

Amit Naor, the Librarians (Land of Israel), 15. Juni 2020

Das Haganah-Camp Yona befand sich im Norden von Tel Aviv, an einer Stelle, an der heute ein Luxus-Hotel steht; das war der Ort einer Reihe historischer Ereignisse, vom Mord an Arlosoroff bis den Schüssen auf die Altalena.

Foto: Beno Rothenberg, the Meitar Collection, zur Verfügung gestellt vom Israelischen Staatsarchiv.

Im Archiv von Beno Rothenberg, einem der bekanntesten in den frühen Jahren des Staats Israel aktiven Fotografen, befindet sich eine Bilderserie, die Mitglieder der Militärorganisation Haganah bei der Ausbildung im Camp Yona zeigen. Das Fotoarchiv wurde vor kurzem gescannt und wird heute dank der Meitar Collection in der Nationalbibliothek von Israel aufbewahrt. Diese Fotos der Männer und Frauen der Haganah, wie sie rennen, springen, kriechen, Einweisungen erhalten oder– zusammen und einzeln – einfach posieren, kann man sich heute auf der Internetseite der Nationalbibliothek ansehen. Die Trainingsübungen fanden im „Alten Norden“ von Tel Aviv statt, nahe der Stelle, an der sich heute das Hilton Hotel und der Unabhängigkeitspark (Gan Ha’atzmaut) befinden. Ich wurde neugierig auf die Geschichte dieses Lagers, in dem nicht nur die Trainingseinheiten der Haganah stattfanden, sondern auch mehrere denkwürdige Ereignisse der zionistischen Geschichte.

Foto: Beno Rothenberg, the Meitar Collection, zur Verfügung gestellt vom israelischen Staatsarchiv

Es war nicht immer die Haganah, die in Camp Yona trainierte. Die Organisation kontrollierte das Lager ab Ende 1947, als die britische Armee sich im Dezember des Jahres aus der Gegend zurückzog. Die Haganah übernahm schnell die ehemalige britische Basis in Tel Aviv, was natürlich das Sarona-Gelände (heute das zentrale Hauptquartier der IDF – die Basis „Kirya“), sowie Camp Yona einschloss. Drei Tage nach dem Abzug wurde Yona Rasin, ein Haganah-Kommandeur, auf seinem Weg nach Jerusalem getötet. Seine Kameraden benannten die verlassene Militärbasis prompt nach ihm.

Foto: Beno Rothenberg, the Meitar Collection, zur Verfügung gestellt vom israelischen Staatsarchiv
Foto: Beno Rothenberg, the Meitar Collection, zur Verfügung gestellt vom israelischen Staatsarchiv

Was geschah vor all dem? Im frühen 20. Jahrhundert diente die Gegend als muslimischer Friedhof. Die Leute von Jaffa, weiter südlich an der Küste, litten unter einer Cholera-Epidemie und mussten ihre Toten in großer Entfernung von der Stadt begraben (aus demselben Grund, weshalb damals der jüdische Friedhof an der Trumpeldor-Straße eingerichtet wurde). 1942, während des Zweiten Weltkriegs, errichteten die Briten auf dem Kliff einen Erholungsort für Piloten der Royal Air Force. Warum ausgerechnet hier? Aus denselben Gründen, aus dem Menschen heute Tel Aviv besuchen wollen: Das Lager lag am Strand, in einer Stadt voller Cafés, Kulturveranstaltungen, Festen und natürlich – Alkohol. Britische Soldaten aus dem gesamten Nahen Osten kamen dorthin, um Urlaub und Erholung zu finden.

Foto: Beno Rothenberg, the Meitar Collection, zur Verfügung gestellt vom israelischen Staatsarchiv

Am Fuß des Lagers auf einem Kurkar-Kliff gelegen lag der Sandstreifen, der heute als Hilton Beach bekannt ist, benannt nach dem Hotel, das sich über ihm erhebt. Hier unternahmen Sima und Haim Arlosoroff am Freitagabend, 16. Juni 1933, einen Spaziergang, nachdem sie ein Café direkt südlich verlassen hatten, wo heute das Dan-Hotel zu sehen ist. Dort sahen sie zwei Fremde, die ihnen einige Zeit gefolgt waren; dann zog einer von ihnen eine Schusswaffe und erschoss Arlosoroff, damals der Leiter der politischen Abteilung der Jewish Agency, so etwas wie der Außenminister der zionistischen Bewegung. Der Mord erschütterte die jüdische Gemeinschaft des Mandats Palästina und es wurde mit Fingern auf die revisionistische Bewegung gezeigt.

Foto: Beno Rothenberg, the Meitar Collection, zur Verfügung gestellt vom israelischen Staatsarchiv

Lassen Sie uns ein paar – genauer gesagt 15 – Jahre vorspulen, in den Juni 1948. Vor der Küste von Tel Aviv lief ein als Altalena bekanntes Schiff auf Grund, nachdem es vom Kfar Vitkin-Stand, wo die Konfrontation mit Kräften der IDF begonnen hatte, weiter nach Norden floh. Im Rumpf des Schiffes befand sich eine Ladung Waffen, die die Irgun für ihre Soldaten geordert hatte. Die IDF hatte den Befehl das Schiff unter Einsatz von Artillerie zu stoppen. Wo waren die Kanonen stationiert, die das Schiff beschossen? Richtig, im Camp Yona auf der Kurkar-Höhe. Eine weitere Anekdote lautet, dass Abraham Stavsky, ein Mitglied der Jugendbewegung Betar, der der Ermordung Arlosoroffs beschuldigt wurde, während des Konflikts auf der Altalena getötet wurde.

Foto: Beno Rothenberg, the Meitar Collection, zur Verfügung gestellt vom israelischen Staatsarchiv
Foto: Beno Rothenberg, the Meitar Collection, zur Verfügung gestellt vom israelischen Staatsarchiv

Durch puren Zufall spielten sich zwei Schlüsselereignisse in dem bitteren Kampf zwischen dem linken und dem rechten Lager der  jüdischen Gemeinschaft in der Nähe der Haganah-Basis ab, die es nicht mehr gibt. Was ist sonst noch an dem historischen Ort passiert? Neue Haganah-Bataillone wurden in Camp Yona aufgestellt und es war hier, wo zahlreiche neue Rekruten in die Haganah eingewiesen wurden, als der Unabhängigkeitskrieg ausbrach. Camp Yona wurde auch genutzt, um in ihrer Frühzeit das medizinische Korps der IDF auszubilden. Zusätzlich befanden sich die Einrichtungen für das körperliche Training und die Kampfeignung der israelischen Armee sowie die Sportschule im Lager, bis sie in den 1950-er Jahren ins Wingate Institute verlegt wurden.

Foto: Beno Rothenberg, the Meitar Collection, zur Verfügung gestellt vom israelischen Staatsarchiv

Während dieses Jahrzehnts und des nächsten ergab sich ein bitterer Streit zwischen der israelischen Regierung und der Stadt Tel Aviv, die das Camp räumen und an seiner Stelle einen großen öffentlichen Park bauen wollte. Vor Israels erstem Unabhängigkeitstag wurde das halbe Camp Yona beseitigt und im April 1949 begann der Bau des Unabhängigkeitsparks. Erst in den frühen 1960-er Jahren räumte die IDF den gesamten Bereich und der Park wurde endgültig fertiggestellt. Das Hotel Hilton wurde auf einem Teil des Landes gebaut; dort steht es bis heute.

Die Fotos in diesem Artikel und andere Fotos der Männer und Frauen der Haganah im Camp Yona finden sie hier. Sollten Sie sich selbst oder Verwandte auf diesen Fotos erkennen, lassen Sie uns das bitte in den Kommentaren oder auf Facebook oder Twitter wissen.