Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (20. – 26. August 2017)

Dieser Eintrag wird auf der Seite oben gehalten; die sonstigen Einträge folgen darunter.
Eine Liste der täglichen terroristischen ‚Vorkommnisse‘ wird in den Friedfertigkeiten 2017 geführt.

Sonntag, 20.08.2017:

Die Fatah behauptet der Mossad hätte in Schweden einen PA-Araber ermordet, der bei einem Gefangenenaustausch aus israelischer Haft entlassen worden war.

Mehrere Dutzend arabische Kinder aus dem Gazastreifen im Alter von 8 bis 14 Jahren konnten am Sonntag zum ersten Mal Jerusalem und die heiligen Stätten besuchen. Bis auf 7 hatten bis dahin noch nie den Gazastreifen verlassen.

Montag, 21.08.2017:

Das palästinensische Olympische Komitee hat einem Boxer verboten gegen einen Israeli (einen Drusen) zu boxen. Es sei „verboten gegen Israelis anzutreten und sie als den Staat Israel anzuerkennen“, wurde ihm gesagt. Es sei „unter palästinensischer Würde gegen Israelis anzutreten“.

Ein Sprecher der PA ließ wissen, dass sie immer noch auf eine „klare Vision“ aus den USA Friedensgespräche mit Israel warten. Abbas wolle „Klarheit“ zur Zweistaatenlösung haben.

Der oberste Muslimrat in Jerusalem hat eine Erklärung veröffentlicht, die besagt, dass Juden und sonstige Nichtmuslime keinerlei Verbindung zum Tempelberg haben, der ein ausschließlich muslimisches Heiligtum sei. Das sei nicht verhandelbar, dazu gebe es keinerlei Zugeständnisse.

Dienstag, 22.08.2017:

Die PA hat im Fernsehen eine „Dokumentation“ ausstrahlen lassen. Darin wird wieder behauptet, dass 1969 Juden an der Brandstiftung an der Al-Aqsa-Moschee beteiligt gewesen sein sollen: Es habe mehr als den einen Täter (einen australischen Christen) gegeben und geplant hätten das Juden in hohen Positionen.

Nach einer dreimonatigen Pause wurden die Märsche um die Tore der Altstadt von Jerusalem wieder aufgenommen. 1.000 Personen nahmen daran teil. An der Stelle der Ermordung der zwei drusischen Polizisten wurden Psalmen rezitiert.

Die Hamas hat ca. 170 Personen im Gazastreifen festgenommen, die verdächtigt werden ISIS nahezustehen. Die Aktion erfolgte offenbar infolge des Selbstmordanschlags eines ISIS-Anhängers in Rafah, bei dem ein Hamas-Wächter getötet wurde.

Nach einer ganzen Reihe von Versuchen seitens PA-Arabern in die Gemeinde einzudringen und regelmäßiger Terroranschläge (u.a. Sprengsätze, Molotowcocktails und Schüsse), erhält Beit-El jetzt einen verbesserten Sicherheitszaun; das Verteidigungsministerium stellt dafür 5,5 Millionen Schekel zur Verfügung.

Die PA fordert mal wieder die internationale Gemeinschaft auf einseitig einen Palästinenserstaat zu gründen. Als Begründung wird angeführt, dass 24 Jahre Verhandlungen nichts gebracht hätten. (Und natürlich hat einzig Israel die Schuld daran…)

Entscheidende Fakten zum jüngsten palästinensischen Terroranschlag, die Sie verpasst haben könnten

Aussie Dave, Israellycool, 20. August 2017

Gestern Abend näherte sich der 17-jähriger Palästinenser Qutayba Ziad Zahran israelischen Grenzpolizisten; er hielt in der Hand etwas, das eine Tasche zu sein schien. Nachdem die Grenzer ihn aufforderten anzuhalten, zog er ein Messer und versuchte auf sie einzustechen, bevor er getötet wurde.

Selbst die palästinensischen Ma’an News berichtete den Mordversuch, obwohl die „objektive“ Nachrichtenquelle Al-Jazira sich nicht dazu aufraffen konnte das einzugestehen; stattdessen nutzten man dort Anführungszeichen, um Zweifel zu streuen, dass der Jugendliche irgendetwas Falsches machte.

Zweifellos werden die Israelhasser die „Besatzung“ dafür verantwortlich machen, obwohl Fotos des jungen Terroristen Intiprada (Prada-Intifada) nahelegen.

Aber mehr auf den Punkt gebracht: Seine eigenen Posts in den sozialen Medien vor dem Anschlag zeigen nicht nur, dass er vorhatte einen Terroranschlag zu begehen, sondern was ihn dazu motivierte das zu tun.

Liebe Familienmitglieder … ich habe gute Nachrichten für euch.

Mein geschätzter Vater, vergib mir.

Ich habe hier meinen Wunsch erreicht und bin kurz davor als Märtyrer für die Sache Gottes zu sterben, bewaffnet mit der Entschlossenheit eines Mudschaheddin (Kämpers). Ich habe diese sterbliche Welt verlassen, eile zum unvergänglichen Leben im Paradies, wo ich Gottes erwählten Propheten, Friede sei mit ihm, treffen werde, zusammen mit Propheten, Gefährten und rechtschaffenen Leuten. Du solltest wissen, meine Familie, das ich nicht gegangen bin, weil ich von dir die Nase voll habe oder weil du schlecht zu mir warst, sondern nur weil das Märtyrertum an mich appelliert hat, nachdem ich eine Weile schon den Wunsch hatte es u erlangen.

Meine geschätzte Mutter, vergib mir.

Gottes Einwilligung hängt von deiner Zustimmung ab und mein Wunsch wird ohne diese Bedingung nicht verwirklicht. Mein Wunsch wird nicht vollständig sein, wenn du nicht ruhige bleibst und mich für Gottes Belohnung opferst, indem du mich als Märtyrer betrachtest, der um Gottes willen kämpfend starb, um sicherzustellen, das Gottes Wort das höchste Wort ist und Rache für die Märtyrer Palästinas zu nehmen. Weine nicht, dass du mich verloren hast, sondern gib trillernde Freudenschreie ab, weil dies die Hochzeit deines Märtyrersohnes ist.

Meine geliebten Brüder, vergebt mir.

Helft eurer Mutter und eurem Vater und seid geduldig und opfert mit für die Belohnung Gottes. Seid standhaft und unterstützt einander und vergebt mir, wenn ich je gegenüber einem von euch unrecht gehandelt habe. Haltet weiter an Gottes Religion fest und haltet entschieden am Seil Gottes fest.

Meine geliebten Schwestern, vergebt mir.

Vergesst nicht, was ich von euch erbat, ein paar Tage bevor ich um Gottes Willen fortging. Bleibt an der Seite meiner Mutter und seid Schwestern für Aischa und al-Khansaa.

Vergebt mir alle. Wenn ich es verfehlt habe im Leben in dieser Welt ausreichend hilfreich zu sein, werde ich nicht darin versagen euch am Tag des Gerichts zu helfen, so Gott will. Der Prophet versprach, dass ein Märtyrer zugunsten von 70 seiner Familienmitglieder Fürsprache einlegen wird.

Mein Testament:

Mein Wille für euch, meine Familie, ist, dass niemand während meines Zugs in Paradies weint, sondern während meiner Märtyrer-Hochzeit Datteln verteilt und Triller-Freudenschreie abgibt.

Und schließlich möchte ich sagen: Ich sehe euch bald im Paradies, dessen Weite nur der des Himmels und der Erde gleicht und für gottesfürchtige Menschen vorbereitet worden ist.

Unser letztes Gebet ist Dank an Gott, den Herrn der Welten.

Der lebende Märtyrer

Qutayba Ziad Zahran

Mit anderen Worten: er machte es aus dem religiösen Wunsch als Märtyrer zu sterben und ins Paradies zu kommen. Beachten Sie, dass er nirgendwo ein unerträgliches Leben oder die „Besatzung“ erwähnt.

Beachten Sie auch, dass er aus einem Dorf im Distrikt Tulkarm kam – unter der Kontrolle der PA, nicht das Hamas. In Tulkarm wurde von der PA gerade eine Schule nach dem Terroristen Salah Khalaf benannt, der der Kopf der palästinensischen Terrorgruppe Schwarzer September und Drahtzieher des Massakers von München war.

Mit anderen Worten: Die Aufstachelung zu töten und ins Paradies zu kommen war eindeutig etwas, das er lernte, als er unter unseren „Friedenspartnern“ von der PA lebte – und vielleicht sogar VON ihnen lernte.

Dieser jüngste Terroranschlag ist eine weitere Veranschaulichung des wirklichen Friedenshindernisses – palästinensische Hetze und ihre religiöse Überzeugung Märtyrer zu werden.

Machen wir uns nichts vor: Egal, wie oft sie sagen, dass sie „Palästina“ haben wollen, das hat nichts mit dem Paradies zu tun.

Die Medien, der Terror und die Terminologien

Nahost-Focus 13. März 2002 (heute nur noch hier)

Der Terrorkrieg gegen Israel hat in den letzten Wochen einen traurigen Höhepunkt erreicht. Inzwischen gehören Bombenanschläge, Schiessereien an israelischen Bushaltestellen und Selbstmordattentate in vollbesetzten Restaurants zum traurigen Alltag in Israel. Nur die „schlimmsten“ Anschläge sind für die Medien noch berichtenswert.

Auch der Blickwinkel ist oft verräterisch: Israelische Panzer und Soldaten, deren Gewehrmündungen in Richtung Kamera zeigen. Eine Verteilung der „Gut-Böse-Rollen“ ist hier schon vorprogrammiert. Die spontane Solidarität stellt sich bei vielen Außenstehenden unterbewusst mit der palästinensischen Seite ein.

Auch durch die Wortwahl der Medien werden die Rollen meist noch vor Bekanntgabe der Informationen festgelegt. So zum Beispiel:

„Die israelische Armee ist heute in Gaza einmarschiert und tötete 24 Palästinenser“am 12.3.2002 in den Nachrichten des Fernsehsenders N-TV.

Die Tagesschau betitelte ihre erste Nachricht am selben Tag noch griffiger: „Israel richtet Blutbad in Gaza an.“

Kein Wort darüber, das es sich bei den 24 Palästinensern um Bewaffnete handelte, die Feuergefechte mit israelischen Soldaten begannen und in Folge dieser Schusswechsel ums Leben kamen. Auch kein Wort über die Gründe des Einmarsches: das Auffinden von bewaffneten Terroristen sowie von Sprengstoff- und Raketenwerkstätten. Auch kein Wort darüber, dass die Aktionen von der israelischen Armee im Voraus angekündigt werden, um Zivilisten die Möglichkeit zu geben sich in Sicherheit zu bringen.

Auch die folgende Schlagzeile impliziert einen berechnenden Tötungswillen israelischer Soldaten: „Israelische Granaten töten Kinder“ aus der Frankfurter Rundschau vom Januar 2002.

Eine ähnliche Wortwahl gab es nach den Anschlägen in Jerusalem, bei denen Dutzende Jugendlicher ums Leben kamen nicht.

Ankündigung vor Beschuss

Was ebenfalls immer wieder verschwiegen wird: der Beschuss von Gebäuden der palästinensischen Sicherheitskräften und der Autonomiebehörde durch die israelische Luftwaffe wird ebenfalls im voraus von der Armee angekündigt. Dies wird aus dem humanistischen Gedanken heraus getan, so viele Menschenleben wie möglich zu schonen. Dass es trotzdem regelmäßig zu Toten und Verletzten kommt liegt auch daran, dass es – sei es aus Berechnung oder Unfähigkeit – nicht zur vollständigen Evakuation der Gebäude durch die palästinensischen Behörden kommt.

Die israelische Armee ist außerdem angehalten, nicht als Erster zu schiessen, außer in Notwehr. Tut das ein Soldat doch, sei es aus Angst oder falscher Einschätzung der Situation, werden diese Fälle untersucht und es kann schwerwiegende Folgen für diesen Soldaten haben, bis hin zu Suspendierung oder Gefängnis.

Auch werden meistens Gummigeschosse eingesetzt, um auch so die Zahl der tödlichen Verletzungen so gering, wie möglich zu halten.

Diese Tatsachen sind den Palästinenser bekannt und werden von ihnen bewußt ausgenutzt. so z.B. durch das Positionieren von Molotowcocktails und Steine werfenden Kindern vor schiessenden Erwachsenen. Sie wissen genau, daß Israel sich dann sehr zurückhalten wird. Wenn aber dann Kinder getroffen werden, gibt es eine große internationale Entrüstung.

Der Wert des Lebens im Nahen Osten

Ebenso ist meist nicht bekannt, daß für Austausche von Gefangenen auf beiden Seiten höchst unterschiedliche Maßstäbe gelten. Israel bietet für israelische Soldaten in arabischen (z.B. libanesischen oder syrischen) Gefängnissen immer ein vielfaches (oft um den Faktor 10) seiner arabischen Gefangenen zum Tausch an. So z.B. war im Dezember letzten Jahres versucht worden, Libanon zu einem Gefangenenaustausch von drei israelischen Soldaten für 19 libanesische Gefangene zu überreden. Die Israelis waren bei einem Patroillengang auf der israelischen Seite der Grenze von der Hizbollah gekidnappt worden. Die Hizbollah zog es vor, die drei zu töten, anstatt 19 ihrer eigenen Leute frei zu bekommen. Normalerweise sind diese Zahlenverhältnisse noch extremer. Das gibt auch Aufschluß über den Wert des Lebens in der israelischen und in arabischen Gesellschaften.

Aus Terroristen werden Militante

Doch die deutsche Presse ist in ihrem vorgelegten Freund-Feind-Schema nicht alleine. Die britische Nachrichtenagentur BBC ist dafür bekannt, im Bezug auf den internationalen Terrorismus mit zweierlei Maß zu messen.

Als vor einigen Jahren am selben Tag Terroranschläge durch die IRA in London und durch die Hamas in Israel verübt wurden, sprach die BBC von einem „Anschlag irischer Terroristen in London,“ und einem „Anschlag militanter Palästinenser in Israel“. Diese Terminologie hält sich bis heute hartnäckig in der Nahost-Berichterstattung der BBC.

Ein Blick zu den französischen Medien bietet nichts besseres. Die staatliche französische Nachrichtenagentur AFP, welche die meisten französischen und europäischen Medien mit Informationen versorgt, berichtet auch heute noch in aller Ausführlichkeit von den palästinensischen Opfern israelischer Militäroperationen in den besetzten Gebieten. In französischen Fernsehsendern folgen Minutenlange Beiträge, in denen die Arbeit palästinensischer Sanitäter bis ins Detail gezeigt wird. Verletzte Palästinenser werden dabei von Kamerateams bis ins Krankenhaus begleitet. Ein auch nur annähernd gleicher Umgang mit den israelischen Opfern terroristischer Anschläge blieb bisher aus. Israelische Sanitäter huschen oft nur in kurzen Filmsequenzen über die Fernsehbildschirme.

Mangelnde Ausgewogenheit

Doch woran scheitert eine ausgewogene Nahost-Berichterstattung in den westeuropäischen Medien?

Alle großen Medienagenturen und Fernsehstationen unterhalten Korrespondenten in Israel, die frei und ungehindert berichten können. Die Beiträge dieser Mitarbeiter sind oft ausgewogen, und vermeiden eine unnötige Emotionalisierung ihrer Berichte. Dies entspricht den internationalen Richtlinien für eine objektive Berichterstattung. Diesen Korrespondenten ist allerdings die Arbeit in den palästinensisch kontrollierten Gebieten von den PA-Behörden nicht gestattet.

Journalisten und Kamerateams können in den Gebieten der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) nicht ohne „palästinensischen Begleiter“ arbeiten. Auch in der Übermittlung ihrer Berichte unterliegen sie einer indirekten palästinensischen Zensur. So beschwerten sich AP und AFP mehrfach bei den PA-Behörden über Manipulationen und Bedrohungen ihrer Mitarbeiter durch Mitglieder der palästinensischen Sicherheitskräfte. Dies führte dazu, dass heute die meisten Berichte für die europäischen Medien von lokalen palästinensischen Journalisten und Kamerateams zusammengestellt werden. Das diese Berichte nicht objektiv und ausgewogen sein können, versteht sich von selbst.

In Anbetracht dieser Tatsachen kann es einen nicht verwundern, wenn der Informationsgrad vieler EU-Bürger im Bezug auf den Nahost-Konflikt Unvollständig ist. Laut Medienexperten hat die Palästinensische Autonomiebehörde in der Propagandaschlacht mit Israel einen haushohen Sieg davongetragen. Ein Sieg, der nicht nur Israel sondern auch die europäische Medien als Verlierer dastehen lässt, da sie ihrer Aufgabe nicht nachgekommen sind: der objektiven Berichterstattung über einen Konflikt, in dem beide Seiten ihren Schuldanteil tragen.

Von Zvezdan Kuhar und Oliver Kraigher

Antisemitismus unter britischen Akademikern

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Antisemitismus manifestiert sich in verschiedenen Segmenten der britischen Gesellschaft. Die Politik ist ein wichtiger solcher Bereich. Vorfälle in der Labour Party dominieren, sind bei weitem nicht die einzigen.[1] Die akademische Welt ist ein weiterer Bereich, an dem es regelmäßig antisemitische Vorfälle gibt. Diese kommen in verschiedenen Universitäten, auch bei führenden vor, ebenso bei Studentenorganisationen.

Die jüdische Schutzorganisation Community Security Trust schrieb zum Jahr 2016 in einem Bericht über die akademische Welt: „Bei 41 antisemitischen Vorfällen waren die Opfer jüdische Studenten, Akademiker oder Studierendengremien; 2015 wurden im Vergleich dazu 21 solche Vorfälle registriert. Von den 41 verzeichneten Vorfällen in diesem Bereich für 2016 fanden 17 auf dem Campus statt, während 24 weitere, die Studenten, Akademiker oder Studierendengremien betrafen, außerhalb der Universitäten stattfanden.“[2]

Im Mai 2016 sagte Oberrabbiner Ephraim Mirvis, dass jüdischen Studenten sich einer „Wand an Antizionismus gegenüber sahen, von der sie das Gefühl haben und wissen, dass es sich um Judenhass handelt, wenn sie zur Universität gehen“. Er fügte an: „Universitätsleiter sollten sich ‚schämen‘, dass an ihren Universitäten ‚Zionisten-Bashing‘ stattfindet.“[3]

Baroness Deech, die das höchste Amt in Großbritannien bekleidete, das sich mit Anzeigen von Studenten befasst, erklärte, dass viele jüdische Studenten glauben, Juden sollten wegen Antisemitismus an einer Reihe von Universitäten nicht studieren. Zu diesen gehören die SOAS in London, Exeter, Southampton und Manchester. Mehrere der beschuldigten Universitäten bestritten, dass dem so sei. Baroness Deech erklärte: „Das extreme Maß an Feindschaft gegenüber Israel an Universitäten im ganzen Land kann manchmal so weit gehen, dass sie mit Antisemitismus gleichzusetzen sind.“[4]

Jonathan Arkush, Vorsitzender des Board of Deputies, der Dachorganisation der britischen Juden, riet im März 2017 jüdischen Studenten, sich nicht an der angesehenen London School of Economics einzuschreiben. Er machte das, nachdem die LSE den amerikanischen Akademiker Richard Falk eingeladen hatte, einen ehemaligen UNO-Sonderberichterstatter für Palästina.[5]

Viele Jahre lang hat Falk extrem gegen Israel gehetzt. Das Simon Wiesenthal Center veröffentlicht jedes Jahr eine Liste der Top-Ten der antisemitischen/antiisraelischen Verleumdungen weltweit. 2013 kam Falk auf den dritten Platz. Er hatte behauptet, Israel könnte einen naziartigen Holocaust planen; zudem billigte er palästinensische Selbstmord-Bombenanschläge und bestritt, dass die Hamas eine Terrororganisation ist.[6]

An der Oxford University verschmolzen Antisemitismus an Universtäten und in der Politik. Die öffentliche Beachtung von weit verbreitetem Antisemitismus in der Labour Party begann, als im Februar 2016 Alex Chalmers, der Vizevorsitzende des Oxford University Labour Club (OULC) wegen des Antisemitismus in der Organisation zurücktrat. Er schrieb in seinem Rücktrittsbrief: „Ob es nun Mitglieder der Exekutive sind, die mit lässiger Hemmungslosigkeit mit dem Begriff ‚Zio‘ um sich werfen (ein Begriff für Juden, der sich gewöhnlich auf vom Ku Klux Klan betriebene Internetseiten beschränkt), wobei ranghohe Mitglieder des Clubs ihre ‚Solidarität‘ mit der Hamas zum Ausdruck bringen und ausdrücklich deren Taktiken der willkürlichen Ermordung von Zivilisten verteidigen.“[7]

Ein Jahr später entschied das National Executive Committee der Labour Party, dass nichts gegen die OULC-Studenten unternommen wird. Baroness Royall, die für die Partei einen Bericht zum Antisemitismus in der OULC geschrieben hatte, sagte, die Entscheidung werde „eine weithin vertretene Ansicht bestätigen, dass wir Antisemitismus nicht ernst nehmen“.[8]

An der University of Cambridge gab es ebenfalls antisemitische Vorfälle. Im Mai 2017 gestand der Master of Christ College ein, dass man jüdischen Studenten „Bestürzung und Schmerz“ zugefügt habe, indem man eine irreführende Ermittlung zu Anzeigen zweier jüdischer Studenten durchführte, die unter antisemitischen Übergriffen von Mitgliedern der Sportvereine des Colleges litten. Die ursprüngliche Vertuschung durch die Universität wurde von der Tageszeitung Telegraph aufgedeckt.[9]

Im Februar 2017 wurden an verschiedenen Fakultäten der University of Cambridge an Schwarzen Brettern und in Gemeinschaftsräumen Flugblätter gefunden, die den Holocaust leugneten. Der Vizekanzler der Universität, Sir Leszek Borysiewicz, verurteilte dies und brachte große Sorge zum Ausdruck.[10] Etwa zur selben Zeit wurden ähnliche Flugblätter an weiteren Universitäten gefunden, darunter dem University College of London, der University of Glasgow und der University of Edinburgh.[11]

Antisemitische Vorfälle verschiedener Natur gab es an der University of Edinburgh auch schon in früheren Jahren. 2011 wurde der israelische Diplomat Yishmail Khaldi gemobbt, als er dort sprach. 2012 wurde der israelische Botschafter Daniel Taub von Studenten unterbrochen, die Parolen skandierten und Palästinenserflaggen schwenkten. Es gab Berichte jüdischer Studenten, die wegen Antisemitismus ihre Kurse an der Universität verließen. Einige beschuldigten die Universitätsleitung, sie schenke dem Problem keine Beachtung.[12] 2015 setzte die Edinburgh University Student Association (EUSA) eine Diskussion zum Boykott Israels auf den Tag vor Pessah an, so dass viele jüdische Studenten sich nicht gegen eine BDS-Resolution aussprechen konnten.[13] 2016 wurde an der Universität ein Plakat gefunden, das sagte, der Holocaust sei Betrug.[14]

Antisemitismusprobleme gibt es auch bei der National Union of Students (NUS). Die frühere Präsidentin der Union, Malia Bouattia, wurde vom Home Select Affairs Committee des Unterhauses dafür kritisiert, dass sie die Birmingham University als „Außenposten des Zionismus“ bezeichnete.[15] Ein Jahr später gab es einen neuen Skandal bei der NUS, als drei Kandidaten, die Posten im Exekutivkomitee inne hatten oder Kandidaten für das Gremium waren, antisemitische Kommentare vorgeworfen wurden.[16]

Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass Antisemiten und ihre Verbündeten in der akademischen Welt die von der britischen Regierung übernommene[17] Antisemitismus-Definition der Internationalen Holocaust-Gedenkunion nicht mögen.[18] Die IHRA-Definition ist beispielsweise von der University and Colleges Union abgelehnt worden, die 110.000 Mitglieder und eine lange Geschichte antiisraelischer Hetze hat.[19] Die angeführten Beispiele sind nur eine Auswahl vieler weiterer Punkte.

[1] http://www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/20599

[2] https://cst.org.uk/data/file/b/e/Incidents%20Report%202016.1486376547.pdf, Seite 7.

[3] http://www.independent.co.uk/student/news/chief-rabbi-ephraim-mirvis-urges-university-vice-chancellors-to-address-growing-anti-semitism-a7022081.html

[4] http://www.telegraph.co.uk/education/2016/12/22/britains-top-universities-becoming-no-go-zones-jews-baroness/

[5] http://jewishnews.timesofisrael.com/jewish-students-told-dont-study-at-lse-by-board-president/

[6] http://www.wiesenthal.com/atf/cf/%7B54d385e6-f1b9-4e9f-8e94-890c3e6dd277%7D/TOP-TEN-2013.PDF

[7] http://www.independent.co.uk/student/news/oxford-university-labour-club-co-chair-alex-chalmers-resigns-amid-anti-semitism-row-a6878826.html

[8] http://www.thejc.com/news/uk-news/oxford-labour-1.430828

[9] http://www.telegraph.co.uk/news/2017/05/11/master-cambridge-college-admits-causing-hurt-jewish-students

[10] http://www.cambridge-news.co.uk/news/cambridge-news/vice-chancellor-profoundly-concerned-more-12575041

[11] http://jewishnews.timesofisrael.com/holocaust-denial-leaflets-distributed-on-uk-campuses/

[12] http://www.thejc.com/news/uk-news/university-students-quit-after-toxic-antisemitism-in-edinburgh-1.39270

[13] http://www.jpost.com/Diaspora/Edinburgh-University-students-accused-of-anti-Semitism-over-Passover-BDS-vote-395900

[14] https://thetab.com/uk/edinburgh/2016/04/20/appalling-anti-semitic-poster-found-kings-buildings-23500

[15] http://www.independent.co.uk/news/education/nus-president-malia-bouattia-anti-semitism-parliament-home-affairs-select-committee-israel-a7363591.html

[16] http://jewishnews.timesofisrael.com/nus-candidates-step-down/

[17] http://www.theguardian.com/society/2016/dec/12/antisemitism-definition-government-combat-hate-crime-jews-israel

[18] http://jewishnews.timesofisrael.com/four-universities-reject-uks-definition-of-anti-semitism/

[19] http://jewishnews.timesofisrael.com/ucu-antisemitism-definition/