Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (21. – 27. Mai 2017)

Sonntag, 21.05.2017:

Eine Gruppe arabischer Bürger Israel hat für Montag einen Generalstreik und einen „Tag des Zorns“ in Unterstützung der hungerstreikenden Terroristen ausgerufen.

Eine Gruppe arabischer Knessetabgeordneter hat sich auf den Tempelberg begeben. Es gibt ein Besuchsverbot für Knessetmitglieder, das sie gezielt missachteten (sogar „rechtsextreme“ religiöse Abgeordnete halten sich an die Anweisung; Premierminister Netanyahu will über eine Aufhebung des Verbots nach dem Ramadan „nachdenken“). Die Araber wurden von der Polizei vom Plateau geleitet.

Am Abend sprach Premierminister Netanyahu zur Eröffnung der Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Wiedervereinigung Jerusalems. Er sagte, der Tempelberg und die Westmauer werden unter israelischer Souveränität bleiben.

Mehrere Dutzend der Hungerstreiker sind inzwischen im Krankenhaus. Weitere werden wohl folgen.

Die Tochter eines Hamas-Terroristen, der wegen 66-fachen Mordes in Israel einsitzt, hat ihrem Vater einen Brief geschrieben, wie stolz sie auf ihn ist.

Die IDF hat die Einsatzregeln bezüglich Personen geändert, die Soldaten Waffen stehlen wollen. Ab sofort darf auf solche Personen geschossen werden.

Jordaniens König rief am Freitag Präsident Trump an und wünsche sich, dass der Amerikaner an einer Lösung des palästinensisch-israelischen Konflikts arbeite. Eine Vereinbarung zwischen den Israelis und den Palästinensern sei unerlässlich für die Bekämpfung des Terrors.

Das israelische Sicherheitskabinett hat ein Paket an Gesten des Guten Willens den PA-Arabern gegenüber beschlossen. Unter anderem soll es deutlich mehr Baugenehmigungen für PA-Araber in Area C geben, die komplett von Israel kontrolliert wird.

Montag, 22.05.2017:

Für den Ramadan gibt es Sonderregelungen für PA-Araber; 200.000, die Familienmitglieder in Israel haben, bekommen Sondergenehmigungen zur Einreise für den gesamten Monat. Weitere 7.000 erhalten Genehmigungen für Id al-Fitr, direkt nach dem Ramadan. Männer über 40, Jungen unter 12 Jahren und Frauen können ohne Genehmigung den ganzen Monat hindurch freitags in Jerusalem auf dem Tempelberg beten gehen.

Mittwoch, 24.05.2017:

Am Montag setzten Araber als Teil ihres „Tag des Zorns“ eine Jeschiwa in Homesch in Samaria in Brand. Homesch wurde während der „Abkoppelung“ 2005 evakuiert. Die Jeschiwa wurde allerdings weiter betrieben. Der stellvertretende Knessetsprecher Bezalel Smotrich kommentierte, dass „aus jedem Ort, den wir verlassen haben, ein Ort des Horrors gemacht worden ist und heilige Stätten zerstört wurden“.

Eine Moderatorin im PA-Fernsehen hat Sehnsucht – nach den Tagen des palästinensischen Terrors; er beschwerte sich, dass es (heute) nicht genug Gewalttätigkeit (gegen Juden) gibt. Dabei lobte sie gerade in einem Interview einen Terrormörder, der damit prahlte bei seiner „Operation“ 16 Juden ermordet zu haben.

Mahmud Abbas hat gegenüber Trump behauptet, er sei bereit sofort wieder mit Verhandlungen mit Israel zu beginnen.

Benjamin Netanyahu stellte bei einer Feier auf dem Ammunition Hill richtig: Israel ist für die Verzögerung einer Lösung des Konflikts nicht verantwortlich. Außerdem sagte er: Der Tempelberg und die Westmauer werden immer unter israelischer Kontrolle bleiben.
Mahmud Abbas ließ daraufhin erklären, das sei falsch und schade den Friedensbemühungen. „Ost“-Jerusalem „mit seinen heiligen Stätten des Islam und der Christenheit ist die Hauptstadt des palästinensischen Staats und wir es für immer sein“. (So hat er mal eben wieder jüdische Verbindungen zum Tempelberg und Jerusalem bestritten!)

Donnerstag, 25.05.2017:

Auf der libanesischen Seite der Grenze zum Libanon versammelten sich mehrere Dutzend Personen anlässlich 17 Jahren Abzug Israels aus dem Libanon; sie schwenkten Hisbollah-Flaggen und warfen Steine auf den Grenzzaun. Soldaten gaben Warnschüsse ab.

182 der hungerstreikenden Terrorhäftlinge sind in Krankenhäuser gebracht um zu entscheiden ob sie medizinische Hilfe benötigen. Derzeit beteiligen sich noch 836 Terroristen an dem Hungerstreik.

Der Terrorist, der Anfang der Woche in Netanya zwei Personen verletzte und angeschossen wurde, erlag jetzt seinen Verletzungen.

Israel hat für 74 PA-Araber, die bei SodaStream arbeiten, die Arbeitserlaubnis erneuert, die nach dem Umzug aus dem Industriegebiet in Mischor Adumim nicht weiter erteilt worden war.

Palästinensischer Aufruf gegen Selbstmordattentate (1/3)

Am 19. und am 21. Juni 2002 erschien in der palästinensischen Tageszeitung „Al-Quds“ eine Anzeige mit einem Aufruf von palästinensischen Intellektuellen, der weltweit – auch in unseren Medien – große Beachtung fand.

Aufruf – Aufgrund unserer nationalen Verantwortung und wegen der bedenklichen Lage, in der das palästinensische Volk sich befindet, hoffen wir, die Unterzeichner, dass diejenigen, die hinter den Militäraktionen stehen, die auf die Schädigung von Zivilisten in Israel zielen, ihre Vorgehensweise überdenken und damit aufhören, unsere Jugend dazu anzutreiben diese Operationen auszuführen, denn wir sehen nicht, dass sie zu anderen Ergebnissen führen als zunehmendem Hass, Feindseligkeit und Feindschaft zwischen zwei Völkern, die die Kluft zwischen ihnen vertiefen und die Möglichkeit zerstören, dass beide Völker nebeneinander in Frieden in benachbarten Staaten leben.

Wir denken, dass diese Operationen keine Fortschritte in der Realisierung unseres [nationalen] Plans bringen, der zur Freiheit und Unabhängigkeit aufruft. Im Gegenteil: Sie verstärken die Einigkeit unter den Feinden des Friedens auf der anderen Seite [Israel] und liefern der aggressiven Regierung, an deren Spitze Sharon steht, Rechtfertigungen den grausamen und aggressiven Krieg, den er gegen unser Volk führt, fortzusetzen – einen Krieg, der sich gegen unsere Dörfer, unsere Städte, unsere Alten und unsere Kinder, wie auch gegen unsere Errungenschaften, unsere Hoffnungen und unser nationales Projekt richtet.

Militärische Operationen können positiv wie negativ nur nach dem Maß beurteilt werden, in dem sie politische Ziele erreichen. Daher gibt es eine Notwendigkeit diese Aktionen zu überdenken; wir wissen, dass wir glauben[1], die Ermutigung zu wechselseitigen existentiellen Kämpfen zwischen den beiden Völkern im Heiligen Land würde zu etwas anderem führen als der Zerstörung und dem Ruin für alle Menschen in dieser Region. Wir wüssten keine logische, menschliche oder politische Rechtfertigung für dieses Ergebnis.

Wir rufen jedermann auf, der diesen Aufruf unterstützt, seine Unterschrift per Fax an die Nummer 02-62277166 zu schicken.
Dieses Kommunique wird bald ein weiteres Mal veröffentlicht.
Dieses Kommunique wurde mit finanzieller Unterstützung der EU für die Friedenskampagne veröffentlicht.(1)

Zu den 55 Unterzeichnern gehörten u.a. Sari Nusseibeh und Hanan Ashrawi

1an dieser Stelle steht in MEMRIs Original: „wissen, dass wir nicht glauben, …“, was aber zu einem Widerspruch innerhalb des Absatzes führen würde.

Zwei Tage später wurde das Kommunique erneut veröffentlicht, diesmal modifiziert und mit weiteren Unterzeichnern. Zusätzlich wurde eine englische Übersetzung in der Jerusalem Times (Palästinensische Autonomie) am 20. Juni veröffentlicht.
Diese zweite Version hatte 315 Unterzeichner, darunter die 10-jährige Maiys Ouda, den ehemaligen PA-Minister Ziyad Abu Ziyad und das PLC-Mitglied und Leiter des politischen Komitees Ziyad Abu Amru. Die Information bezüglich der Finanzierung durch die EU war nicht mehr enthalten, statt dessen gab es eine Bemerkung, dass die Namen der Unterzeichner in der Reihenfolge ihrer Abgabe erschienen. Es wurde außerdem die folgende Erklärung hinzu gefügt:

Es ist überflüssig darauf hinzuweisen, dass alle Unterzeichner dieses Kommuniques alle Maßnahmen schärfstens verurteilen, die von der Israelischen Unterdrückung gegen unser Volk durchgeführt wurden, darunter die Politik der militärischen Vorstöße, Ermordungen und Belagerung. Wir betonen, dass die Besatzung der Grund der Tragödie ist, der unser Volk ausgesetzt ist und dass Widerstand ein Recht und eine Verpflichtung sind.(2)

Diese beiden Änderungen spiegeln die unten beschriebene Kritik an den Unterzeichnern wider.

[1] an dieser Stelle steht in MEMRIs Original: „wissen, dass wir nicht glauben, …“, was aber zu einem Widerspruch innerhalb des Absatzes führen würde.

Tempelberg-Geographie verwirrt New York Times

Ira Stoll, The Algemeiner, 18. Mai 2017

Die Westmauer und der Tempelberg in Jerusalems Altstadt. (Foto: Paul Arps via Wikimedia Commons)

Ein Artikel der New York Times über Vorbereitungen für den Besuch von Donald Trump in Jerusalem beinhaltet diesen Satz über die Westmauer: „Die Mauer liegt unterhalb der Al-Aqsa-Moschee oder des Tempelbergs, eine der heiligsten Stätten des Islam.“

Das ist auf mindestens zwei Arten nicht falsch.

Erstens begreift sie die grundlegende physische/räumliche Geografie des Ortes nicht. Die Westmauer ist nicht „unterhalb der Al-Aqsa-Moschee“. Jedes Luftbild der Stadt wird das bestätigen, ebenso ein Besuch dort. Die Moschee liegt am Südende des Tempelbergs, während die Westmauer eine westlich Stützmauer ist. Es liegt eine beträchtliche Distanz zwischen der westlichsten Wand der Moschee und dem oberen Rand der Westmauer.

Das zweite Problem ist der Verweis auf „die Al-Aqsa-Moschee oder Tempelberg“. Die Al-Aqsa-Moschee und der Tempelberg sind zwei unterschiedliche Dinge. Muslime nennen den Tempelberg den Haram al-Scharif oder das edle Heiligtum, was das sein könnte, was die NY Times zu sagen versuchte.

Es ist durchaus nicht das erste Mal, dass die New York Times bei der Beschreibung des Ortes ins Straucheln gerät. Ein Artikel über den Tempelberg aus dem Jahr 2015 erbrachte sowohl eine Anmerkung des Herausgebers als auch einen Richtigstellung, genauso ein weiterer Artikel der Times zum Thema später im selben Jahr.

Die NY Times sollte damit etwas vorsichtiger umgehen wollen. Der erfundene arabische Vorwurf, dass die Juden die Fundamente der Moschee untergräbt, hat in der Vergangenheit zu Gewaltausbrüchen geführt.

Vielleicht versuchen die Araber den gesamten Platz auf dem Plateau des Tempelbergs als die „Al-Aqsa-Moschee“ zu reklamieren, als Möglichkeit ihre Ansprüche dort zu untermauern. Aber es gibt keine guten Gründe für die NY Times bei diesem Landraub mitzuspielen.

Lügen, verdammte Lügen und das palästinensische „Statistische“ Zentralamt: „Der Gazastreifen ist der am dichtesten besiedelte Ort der Welt.“

Elder of Ziyon, 14. Mai 2017

Das Palästinensische Statistische Zentralamt (englisch: Palestinian Central Bureau of Statistics, PCBS) veröffentlichte ein Dokument zum „Nakba-Tag“, das beweist – wenn überhaupt – dass palästinensische Statistiken genauso lügen wie ihre Politiker es tun.

Das Dokument beginnt mit „Frau Ola Awat, Präsidentin des PCBS, begutachtet die Verhältnisse des palästinensischen Volks über statistische Zahlen und Befunde, am Vorabend des 69. Jahrestages der palästinensischen Nakba.“

Und Statistiken lügen nicht, nicht wahr?

Nun, vielleicht, aber palästinensische Statistiken und Statistiker tun das ganz bestimmt.

Das Dokument beginnt mit der Definition der „Nakba“ so:

Die Nakba in Palästina beschreibt einen Prozess ethnischer Säuberung, in dem eine unbewaffnete Nation vernichtet und ihre Bevölkerung vertrieben wurde, um systematisch durch eine andere Nation ersetzt zu werden. Anders als bei einer Naturkatastrophe war die palästinensische Nakba das Ergebnis eines menschgemachten militärischen Plans mit Einwilligung anderer Staaten, der zu einer großen Tragödie für das palästinensische Volk führte.

Klar, mal abgesehen davon, dass es keine „Nation“ war, die vernichtet wurde, das „unbewaffnete“ Volk, auf das sie sich beziehen, diejenigen waren, die den Krieg anfingen, gab es keine „ethnischen Säuberungen“ (außer die der Juden durch arabische Länder); es gab kein „palästinensisches Volk“ und die überwiegende Mehrheit der Araber ging freiwillig, um den Kämpen zu entgehen, in der Annahme, dass ihre Seite gewinnen würde.

Jau, es gib in diesem ersten Teil nicht einen einzigen Absatz, der die Wirklichkeit widerspiegelt.

Aber das ist nur eine Präambel. Wie wäre es mit kalten, harten Fakten?

Bevölkerungsdichte: Der Gazastreifen ist der am dichtesten bevölkerte Ort der Welt

Die Bevölkerungsdichte in Palästina Ende 2016 betrug 811 Personen pro Quadratkilometer: 526 Personen/km2 in der Westbank und 5.239 Personen/km2 im Gazastreifen.

Die am dichtesten besiedelten Länder und Territorien der Welt sind:

Territorium Bevölkerungsdichte (Menschen/km2)
Macau 55,001
Monaco 18,589
Singapur 7,797
Hong Kong 6,644

Die wirklich am dichtesten Orte sind Städte, wobei Manila mehr als 100.000 Menschen pro Quadratkilometer hat. Fakt ist: Gaza Stadt selbst taucht in der Liste der am dichtesten besiedelten Städte bei Wikipedia gar nicht auf – während Bnei Brak in Israel mit mehr als 70.000 pro Quadratkilometer auf Platz 6 steht.

Das Dokument fordert außerdem dazu auf jeden toten Terroristen als „Märtyrer“ zu bezeichnen.

Oh, als Zugabe ist dieses Dokument angefüllt mit Lügen, die sagen: „Das israelische Besatzungsnarrativ beruht auf Fälschung der Kultur, Zivilisation und Geschichte Palästinas.“

Nun, sie wissen gewiss etwas von Fälschung.

Dieses Dokument kann sich für den Fall als nützlich erweisen, dass irgendjemand glaubte das palästinensische Statistische Zentralamt habe sich irgendwie mehr Fakten und Wahrheit verschrieben als irgendeine andere palästinensisch-arabische Instanz.

Hier ist ein Video, das ich 2009 zum Thema „am dichtesten besiedelt“ erstellt habe: