Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (1.-7. Mai 2016)

Sonntag, 01.05.2016:

Die Hamas prahlt, dass ihre Leute während der aktuellen Terrorwelle im April alle 2 Tage einen Messerangriff ausführten; dazu kamen 3 Schussangriffe und 2 Versuche Morde mit Autos zu verüben, außerdem der Bombenanschlag auf einen Linienbus.

Schaschlik

Dumm gelaufen – aus Arroganz? Israel bot Frankreich nach den islamistischen Morden vom Januar 2015 eine Software an, die es ermöglicht hätte Informationen verschiedener Quellen zu filtern und Alarm zu schlagen – und damit die Terroranschläge vom November eventuell zu verhindern. Die französischen Sicherheitskräfte hatten Interesse, bekamen aber die Anweisung „keine israelische Technologie einzukaufen“.

Schau an: Die USA übernehmen im Irak die israelische Taktik des „Anklopfens auf dem Dach“, um Zivilisten zu warnen, damit sie ein Gebäude verlassen, das in Kürze bombardiert wird.

Facebook findet Ritualmordlegenden in Ordnung: Dass ein Ägypter einen Artikel postet/teilt, der behauptet, israelische Araber hätten Angst, dass Juden zu Pessach ihre Kinder töten, um mit dem Blut Matzen zu backen, „ist kein Verstoß gegen die Gemeinschaftsregeln“. In dem Artikel hieß es auch, dass Juden seit dem Mittelalter das Blut junger Kinder zum Backen von Pessah-Matzen verwenden würden. Illustriert wurde der Artikel mit mittelalterlichen Bildern der Ausführung des blutigen Rituals.

Bei den Studentenwahlen an der Universität Bir Zeit bei Ramallah hat eine der Hamas nahe stehenden islamische Gruppe gewonnen. Die der Fatah nahe stehende Gruppe lag auf dem zweiten Platz.

Saeb Erekat – und mit ihm die komplette PA-Truppe – ist sauer. Der Veranstalter des Eurovision Song Contest in Stockholm hat festgelegt, welche Flaggen bei der Veranstaltung geschwenkt werden dürfen und welche nicht. Flaggen mit kommerziellen Botschaften sowie die Flaggen des Kosovo, des Baskenlandes, der Krim, der PLO, des Donjetsk, von Nordzypern, Transnistrien und ISIS sind untersagt. Erekat erbost in einem Brief an die EBU, mit dem eine Entschuldigung gefordert wurde: „Ihre Entscheidung die Flagge Palästinas auszusondern – wörtlich: single out, was eine einzigartige Aussonderung bedeutet, die sonst keinem zuteil wird – eines Landes, das von 138 Nationen der Welt anerkannt ist und bei der UNO Beobachterstatus hat, ist diskriminierend und eine schwere Beleidigung unserer Nation.“ Der tut wieder so, als habe es keine anderen „Länder“ gegeben, deren Flagge verboten wurde. Er lügt halt, wann immer er das Maul aufmacht…

Der alltägliche Antisemitismus: (eine umfassende Sammlung gibt es auf The New Antisemit)

Deutschland (für Deutschland ist eine umfangreiche Listung auf Facebook zu finden):
– An mindestens 9 deutschen Universitäten druckten mit dem Universitätsnetzwerk verbundene Drucker um den 20. April antisemitische Flugblätter aus. Sie wurden offenbar von außen gehackt.
– Auf dem jüdischen Friedhof von Lübeck wurden Grabsteine umgeworfen; einer nahe gelegenen Synagoge wurde eine Scheibe eingeworfen.
– Von einer Schule in Berlin wurden zwei Holocaust-Gedenktafeln gestohlen.
Österreich:
– Die Fans des Fußballclubs von Mattersburg skandierten angesichts einer hohen Niederlage gegen  Austria Wien antisemitische Sprüche gegen den eigenen Verein.
Niederlande:
Fans von Feyenoord Rotterdam feierten einen Sieg ihrer Mannschaft mit dem Skandieren von „Hamas, Hamas, Juden ins Gas“.
Großbritannien:
Die Labour Party suspendierte eine Unterhausabgeordnete wegen antisemitischer Äußerungen in den sozialen Medien; unter anderem hatte sie auch gefordert, Israel solle in die USA verlegt werden. Die Suspendierung gilt für die Dauer einer Untersuchung der Äußerungen durch die Partei.
– Der ehemalige Londoner Bürgermeister Kenneth Livingstone (der „rote Ken“; Mitglied der Labour Party) behauptete, Hitler habe erst angefangen Juden morden zu lassen, nachdem er „verrückt geworden“ war – und in der NSDAP habe es keinen Antisemitismus gegeben. Hitler habe sogar den Zionismus unterstützt.
– Fast täglich outet sich wieder ein Mitglied der Labour Party als Antisemit und die Parteiführung muss eingreifen; müsste – tut es gelegentlich, aber zu wenig. Stattdessen brüstet sich Parteichef Corbyn, in der Labour Party gebe es keinen Antisemitismus!
Zwei weitere britische Labour-Politiker wurden als Antisemiten entlarvt.
– Plakate an Universitäten in Edinburgh und Glasgow behaupteten die Juden hätten den Holocaust erfunden.
Frankreich:
Ein Schlosser wurde von 3 Jugendlichen für einen Juden gehalten. Sie stellten ihm eine Falle und schlugen ihn zusammen.
– Der Rabbiner der Großen Synagoge von Paris fand an seinen Aufzug gesprühte antisemitische Sprüche vor.
Schweden:
– In der Kleinstadt Vetlanda wurde in der Nacht auf Hitlers Geburtstage eine Hakenkreuzflagge vor dem Rathaus aufgezogen.
Baltikum:
– Das Holocaust-Mahnmal von Vilkaviškis in Litauen wurde verwüstet.
Ukraine:
– Einige Jugendliche fotografierten sich dabei, wie sie das Holocaust-Mahnmal von Babi Yar schändeten.
Moldawien:
– Auf dem jüdischen Friedhof von Soroca wurden Dutzende Grabsteine und Gedenksteine geschändet.
USA:
– Ein Mann wurde auf Überwachungskameras aufgenommen, wie er in Brooklyn in einem überwiegend von orthodoxen Juden bewohnten Viertel Hakenkreuze auf Mülltonnen, Tore und andere Gegenstände malte.
– Auch in einem Park und eine Schule in einem weitgehend jüdischen Vorort von Washington DC wurden Hakenkreuze gesprüht. Ein Zeuge sagt, er habe zwei weiße Jungen sprühen sehen.

Muslime/Araber:
In „Palestine News Network“ schreibt der „christliche“ Aktivist Sami Awad (ein „Palästinenser“), dass Juden „ein bösartiges und krebsartiges Gewächs“ sind. Saim Awad gilt als „Vorbild für Verständigung, Respekt, Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Frieden“.

Gute Nachrichten aus Israel/Israel für die Welt:
Israelischer Automotor könnte Benzinkosten und Emissionen halbieren (engl.)
Israel’s Good News Newsletter to 1st May 16

Jihad:
– Die italienische Polizei hat vier Personen festgenommen, die verdächtigt werden für den Islamischen Staat einen schweren Terroranschlag vorbereitet zu haben. Nach zwei weiteren Personen wird gefahndet.

Obama Watch:

Obama wird der erste US-Präsident sein, der in seiner Amtszeit nicht ein einziges Jahr erlebte, in dem das Bruttoinlandsprodukt nie 3% erreichte.

Wie Obama die Realität sieht

Die Menschen in Syrien, dem Irak, Libyen, Iran und sogar Europa würden sich wohl erlauben anderer Meinung zu sein als US-Präsident Barack Obama in seine Bewertung, wir hätten großes Glück im Hier und Jetzt zu leben, in der „friedlichsten Ära der Menschheitsgeschichte“.

Boaz Bismuth, Israel HaYom, 26. April 2016

US-Präsident Barack Obama (Foto: AP)

Offensichtlich würden wir, kehrten wir ins 14. Jahrhundert zurück, in dem die Beulenpest den Globus verheerte, oder im frühen 20. Jahrhundert, als die Farbe der eigenen Haut ausreichte, um das eigenen Schicksal festzulegen, könnten wir vielleicht zu dem Schluss kommen, dass wir sehr viel Glück haben im Hier und Jetzt zu leben, in der „friedlichsten Ära der Menschheitsgeschichte“, wie US-Präsident Barack Obama sie Montag beschrieb.

Es ist jedoch völlig ungewiss, ob die Menschen in Syrien, dem Irak, dem Jemen, Libyen, Nigeria, Nordkorea und selbst auf den Straßen des Iran glauben, dass Obama recht hat. Selbst die Hauptstädte Europas wie Paris und Brüsse, die Obama so hoch schätzen, stehen derzeit unter der doppelten Bedrohung durch den Terror des Islamischen Staats und den Aufstieg der radikalen Rechten. Wir mögen den Menschen dort verzeihen, dass sie der vom amerikanischen Präsidenten zum Ausdruck gebrachten Euphorie skeptisch gegenüber stehen, der offenbar weiter der Präsident des nie da gewesenen Wunschdenkens bleiben will, bis seine Amtszeit endet. Mancher könnte sogar behaupten, dass Obamas optimistische Sichtweise von der Brille der virtuellen Realität beeinflusst sei, die er in Deutschland auf der Hannovermesse aufsetzte, der weltgrößten Industrietechnologie-Messe. Unter uns gesagt: Ich würde auch gerne eine solche Brille haben.

Obama ist nicht für alle Missstände unserer Welt verantwortlich. Eine große Anzahl der Konflikte in der heutigen Welt hat er geerbt. Es kann aber kaum gesagt werden, dass er viele davon gelöst hätte. Es ist auch schwer zu argumentieren, dass er die Entstehung neuer Konflikte verhindert hätte, wie denen hier im Nahen Osten und dem zwischen der Ukraine und den Russen, trotz des „Reboots“ der Beziehungen zwischen Moskau und Washington im Jahr 2009. Diese neue Ärea hätte bereits da sein sollen. In Wirklichkeit können die Beziehungen zwischen den beiden Ländern bestenfalls als die Vierte Eiszeit beschrieben werden. So ist das mit Obama. So war es auch mit seinen Prognosen zum Islamischen Staat (der „Schulmannschaft“): hochgeschraubte Hoffnungen, die zu harten Schlägen führten.

Obama ist ein Präsident mit vielen guten Absichten (möchte ich hoffen), aber da lief für ihn irgendwann etwas falsch. Der „Messias“-Präsident, der 2009 in Prag eine Reduzierung der Atomwaffenarsenale der Welt auf ein Minimum forderte, bis sie eines Tages ganz verschwinden würden, reagierte nicht, als der Führer eines Landes (Syriens Bashar Assad) bei mindestens 14 Gelegenheiten Chemiewaffen gegen ein eigenes Volk einsetzte. Er unterschrieb sogar einen Atomdeal mit dem Iran, Assads Verbrecher-Komplizen. Der in Wien unterzeichnete Deal heißt den Iran sogar im Club der Atomstaaten willkommen, dem er sich anschließen wird, bevor der kleine Prinz George, der süße Hosenmatz, den er am Wochenende in London traf, 18 Jahre alt wird. Der Iran ändert sich nicht; er wird nur stärker. Aber die Nachbarn der Islamischen Republik sollten nachts gut schlafen, denn dies ist „die friedlichste, wirtschaftlich erfolgreichste, fortschrittlichste Ära der Menschheitsgeschichte“ und es ging uns nie besser.

Ehrlich gesagt lebt Obama in einem Film, in dem wir alle mitspielen. In diesem, seinem Film ist jeder der Gute, jeder liebt jeden und am wichtigsten: Jeder hat eine richtig gute Krankenversicherung. Obamas Wirklichkeit ist genauso wie die Krankenversicherungsreform, die er den Amerikanern aufzwang: in der Theorie wunderbar, aber im realen Leben alles andere als toll. Vielleicht ist das der Grund, dass 83 Senatoren ihn aufforderten die Verteidigungshilfe für Israel zu erhöhen – weil die Welt kein sichererer Ort wird, auch wenn der Hunne Attila nicht mehr auf ihr weilt.

Obama hat die Tendenz große Hoffnungen aufzubauen. Erinnern Sie sich an das Affenspektakel seiner Rede von Kairo? Erinnern Sie sich, was danach passierte? Es ist möglich, dass Obamas Worte in Hannover am Montag es schafften sogar Hosni Mubarak auf die Füße zu schnipsen. Mehr als 80 Millionen Ägypter können sich nicht an solche Ruhe erinnern.

Die Wahrheit sieht so aus, dass Obama ein Präsident mit außergewöhnlichen Fähigkeiten ist. Er hat es sogar geschafft die mythisch unerschütterlichen Briten zu irritieren. Die Intervention des amerikanischen Präsidenten in die Innenpolitik des Landes, indem er die britischen Bürger aufforderte gegen den Austritt aus der EU zu stimmen, hat nicht nur die Briten erbost, sondern nach laut Umfragen die Zahl derer erhöht, die einen solchen Austritt befürworten.

Rund 400.000 Syrer sind in ihrem eigenen Land abgeschlachtet worden. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist Europa nicht mehr von so vielen Flüchtlingen und Migranten überflutet worden. Ebenfalls seit dem Krieg hat die radikale Rechte in Europa keine solche Herausforderung mehr dargestellt. Die Bedrohung durch Terror ist nie so greifbar gewesen wie die heute durch den Islamischen Staat bestehenden Bedrohung. Und die Stagnation, die derzeit die europäischen Märkte bedroht, ist nie so übel gewesen.

Aber keine Sorge, obwohl wir an vielen Orten des Globus am Abgrund der Hölle stehen dürften, könnte wir nächstes Jahr – Gott behüte – einen großen Schritt nach vorne tun – unter anderem wegen Obamas Hinterlassenschaft.

Stoff für’s Hirn

Michael Kreuz hat noch einmal zusammengefasst, was BDS mit Antisemitismus zu tun hat.

Ulrich Sahm zeigt, warum Israel kein Terrorstaat ist.

Antisemiten fördern (sind ja keine Rechten) und wegsehen, solange es keine massiven Nachweise und Berichterstattung über deren antisemitisches Denken und Tun gibt – deutsche Staatsräson. Erst nachdem eine enorme Öffentlichkeit geschaffen wird, wird ein Kulturpreis doch nicht verliehen.

Mahmud Abbas log deutschen Medien vor, er sei gegen den Terror gegen israelische Zivilisten. Die Medien schluckten das und hinterfragten nicht. Wie es um die Abneigung des PA-Granden tatsächlich aussieht, zeigt tw24.

Der schweizerische Tages Anzeiger („Tagi“) führt seine boshaft antiisraelische Linie weiter fort – mit Verleumdungen, Lügen und einer guten Portion Gehässigkeit.

Gatestone Institute:
Frauen verschleiern – die mächtigste Waffe der Islamisten
Der Libanon und die Christen: Im Visier der Islamisten

Die Achse des Guten:
Drei Beispiele für kultursensibles Verhalten in schwierigen Situationen
Behördlich unterstützter Israelhass?
Vielfältige Menschen zählen, nicht vielfältige Religionen
Völkermord-Leugnung: Wo ist die rote Linie für das Kuschen vor Erdoğan?
Glückliche Schwarze im Schein einer Solarlampe als neokolonialer Traum
Erdogan, geh Du voran: Die Rückkehr der Türkei zum Religionsstaat
„… darunter auch unschuldige Frauen und Kinder!“ Oder: Gibt es auch schuldige Opfer?

Daniel Pipes:
ISIS kollabiert

Audiatur-Stiftung:
Frauen verschleiern – die mächtigste Waffe der Islamisten
Boykott Israels stoppte Sicherheitsdeal, der Attentate von Paris hätte vereiteln können
Trotz „Tunnel Fieber“ – Alltag für IDF-Truppen an der Gaza-Grenze
Christen im Heiligen Land: Nennt uns nicht Araber
Forscher liefern neueste Erkenntnisse über grassierenden Israelhass

Politisches (Daniel):
Die Lügen und Mythen der Antiisrael-Leute
– In Australien wehrt man sich gegen muslimisch-herrenmenschliches Anspruchsdenken
Israelisches Knessetmitglied startet Umweltkrieg gegen den Fluss der ungeprüften, unbehandelten Abwässer aus palästinensischen Gebieten