Das manipulierte Symposium der Hebräischen Universität zum Antisemiten Achille Mbembe

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Am 15. September lädt ein Professor der Hebräischen Universität Jerusalem Teilnehmer zu einem Online-Symposium über den in Kamerun geborenen Philosophen Achille Mbembe ein, der an der Universität Witwatersand in Johannesburg lehrt. Die Einladung zu dieser Veranstaltung besagt, dass sie in der Folge der jüngsten Kampagne gegen ihn in Deutschland und der Angriffe auf seine Arbeit als antisemitisch stattfindet.

Mbembe ist wegen seines Antisemitismus zurecht bloßgestellt worden. Das ist bei weitem nicht der einzige Grund, warum er eine höchst problematische und negative Persönlichkeit ist. Alan Posener, Redakteur bei der Wochenzeitung Welt am Sonntag schrieb: „Mbembes Arbeit repräsentiert einen Totalangriff auf die europäische Tradition der Aufklärung. Das gilt insbesondere für seinen Aufsatz Necropolitics.“[1] Posener fügte hinzu: „Die Aufklärung selbst ist nicht frei von antisemitischen Merkmalen, aber bei der Gegenaufklärung ist der Antisemitismus ein konstitutiver Faktor, so wie der Antizionismus für Mbembe, der gegen die Aufklärung ist.“

Posener schrieb: „Ich weiß nicht, was ich schlimmer finden soll, Mbembes Antisemitismus oder seine Verachtung für die Aufklärung, seine ungerechtfertigte Kritik an Israel oder seine ungerechtfertigte Kritik am Liberalismus.“ Posener behauptete, dass Mbembes Aufsatz die Unterschiede zwischen „Widerstand und Selbstmord, Opferrolle und Erlösung, Märtyrertum und Freiheit verwischt“. Er beschuldigt Mbembe der „Rechtfertigung von Mord durch Selbstmord“. Posener definierte Mbembe als einen „Nihilisten“.[2]

Die große öffentliche Debatte in Deutschland begann vor ein paar Monaten infolge einer Einladung Mbembes als Hauptredner bei der Eröffnungsfeier der Ruhr-Triennale am 14. August. Dieses Musik- und Kulturfestival sollte im August und September 2020 stattfinden. Lorenz Deutsch, der Kultur-Sprecher der liberalen FDP im nordrhein-westfälischen Landtag, schrieb im März in einem offenen Brief an die Direktorin des Festivals, in dem er die Ausladung Mbembes forderte.

Er bemerkte, dass Mbembe geschrieben hatte, Israels Verhalten gegenüber den Palästinensern sei „schlimmer als Südafrikas Umgang mit der schwarzen Bevölkerung unter der Apartheid“.[3] Mbembe ist zudem ein akademischer Unterstützer der BDS, obwohl er das bestreitet. Er unterschrieb 2010 eine Petition, die die Universität Witwatersrand aufforderte alle Verbindungen zur Ben Gurion-Universität zu kappen.

Der deutsche Antisemitismus-Beauftragte Felix Klein sagte, die Eröffnungsrede eines solch wichtigen Festivals sollte nicht von jemandem gehalten werden, der nachweislich den Holocaust relativiert.[4] Das Festival wurde im April wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Doch damit endete die Affäre Mbembe nicht. Er veröffentlichte einen Artikel, der zwei große Lügen enthielt. Mbembe behauptete, er sei angegriffen worden, weil er schwarz ist.[5] Das war allerdings in der Diskussion über ihn überhaupt nicht aufgekommen. Die zweite falsche Behauptung lautete, die Angriffe auf ihn kämen aus der extremen Rechten. Tatsächlich kamen die meisten Angriffe aus dem deutschen Mainstream.

Allmählich kamen mehrere weitere Aspekte von Mbembes Hetze gegen Israel ans Licht. Einer war, dass er dafür gesorgt hatte, dass eine israelische Wissenschaftlerin 2018 von einem Symposium an der Universität Stellenbosch in Südafrika ausgeladen wurde. Mbembe machte seine Teilnahme davon abhängig, dass sie nicht teilnimmt.[6]

Die Einladung der Professorin der Hebräischen Universität zu dem Symposium verbirgt all das und mehr. Sie sagt, dass sie anstrebt Mbembes Beitrag zu unserem Verständnis von Palästina-Israel zu überdenken. Mit anderen Worten: Das Seminar will ergründen, wie dieser Nihilist, Demokratie-Minimierer, extrem antiisraelische Hetzer und Teilzeit-Antisemit uns helfen kann den palästinensisch-israelischen Konflikt zu verstehen. Soweit bekannt ist, hat Mbembe nichts zur Verherrlichung von Völkermord, Mord und Tod in der palästinensischen Gesellschaft veröffentlicht. Ernste Akademiker würden dies als nur weiteres wichtiges Hindernis für einen möglichen Beitrag des Seminars zum Thema betrachten.

Nicht so für die Organisatoren der Hebräischen Universität. Sie schreiben, sie „wünschen zu erkunden, wie seine Arbeit genutzt werden kann, Schlüsselereignisse und Dynamiken in Bezug auf die Naqba und ihre Nachwirkungen, die 1967 besetzten Palästinensergebiete oder zu Israels Herrschaftssystem im Allgemeinen zu analysieren. Wir hoffen, dass diese Veranstaltung die Gelegenheit eröffnen wird lokalen Wissenschaftlern unterschiedliche Aspekte seiner Arbeit vorzustellen, sei es auf Grundlage des bekannten Necropolitics (2019) oder anderer Erfindungen.“

In dieser Karikatur einer akademischen Einführung werden allerlei andere Aspekte der Interventionen Mbembes in der Einladung zu dem Symposium nicht erwähnt. Sie erwähnt seine Gleichsetzung von Holocaust und Apartheid nicht. Mbembe hat zugegeben, dass es einen quantitativen Unterschied zwischen beiden gibt. Posener reagierte damit, dass er schrieb, das sei grundfalsch: „Der Holocaust war nicht eine viel größere Form der Apartheid, und, was wichtiger ist, die Apartheid nicht eine kleinere Version des Holocausts. Vielmehr handelt es sich um einen nicht quantitativ, sondern qualitativ anderen Vorgang.“[7]

In den alten Tagen, zugegebenermaßen vor ein paar Jahrzehnten, konnte angenommen werden, dass Universitäten die Entwicklung von Wissen förderten. Auf Grundlage vorhandenen Wissens konnte man über unvoreingenommene Untersuchung weitere Erkenntnisse entwickeln. Für Teile der akademischen Gemeinschaft gilt das weiter, auch in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Für die Urheber des Symposiums gilt dies hingegen nicht. Stattdessen versuchen sie angeblich weiteres Wissen zu entwickeln, indem entscheidende Elemente existierender Informationen nicht erwähnt werden.

Es gibt zudem einen weiteren üblen Aspekt. Die Organisatoren des Symposiums werben für Mbembe als Person, die für den Boykott einer weiteren israelischen Universität eintrat und für die Rücknahme der Einladung einer israelischen Wissenschaftlerin zu einer Konferenz in Südafrika sorgte. Das Problem besteht aber nicht in dem, was es dem Image der Organisatoren antut, die sich mit ihrer Einladung zum Symposium selbst akademisch disqualifizierten. Das größere Problem ist, dass es eine respektierte akademische Institution beschmutzt – die Hebräische Universität.

[1] https://warwick.ac.uk/fac/arts/english/currentstudents/postgraduate/masters/modules/postcol_theory/mbembe_22necropolitics22.pdf

[2] https://starke-meinungen.de/blog/2020/07/13/mit-carl-schmitt-und-co-gegen-die-spaetmoderne-achille-mbembe/

[3] http://www.welt.de/kultur/article207338945/Achille-Mbembe-bei-Ruhrtriennale-Es-reicht-mit-dem-steuerfinanzierten-Israelhass.html

[4] zeit.de/kultur/2020-05/felix-klein-holocaust-achille-mbembe-protests-english

[5] taz.de/Mbembe-zum-Antisemitismusvorwurf/!5684094/

[6] http://www.algemeiner.com/2020/05/04/despite-passionate-defense-of-academic-freedom-scholar-at-center-of-german-antisemitism-row-campaigned-to-exclude-israeli-professors/

[7] https://starke-meinungen.de/blog/2020/06/17/ueber-textverdrehungen-und-taschenspielertricks/

Schaschlik

Riesen-Explosion (Video) am Montag im Beiruter Hafen (es gibt Meldungen, dass die Druckwelle noch in Zypern zu spüren gewesen sein soll). Mindestens 50 Tote, 2.700 Verletzte (Stand Dienstagabend, 21 Uhr – Mittwoch waren es schon mindestens 100 Tote, 4.000 Verletzte; Donnerstagmittag: 130 Tote, 5.000 Verletzte; Samstag: 158 Tote, 6.000 Verletzte, 21 Vermisste; Sonntagabend: 220 Tote, mehr als 7.000 Tote). Israel bietet humanitäre und medizinische Hilfe an (wird natürlich nicht angenommen…).
In vielen internationalen Medienberichten zu der Explosion wurden Gerüchte über Israel als zumindest daran beteiligt weitergegeben – ohne jeden Hinweis auf eine solche Verbindung und obwohl Israel wie auch Libanon das bestreiten.

Der Iran streut, die USA hätten die Explosion verursacht, um die Finanzkrise des Libanon zu verschlimmern.

Und auch ansonsten werden Verschwörungstheorien ohne Ende verbreitet: Atomexplosion, Raketenbeschuss (auch mit gefälschten Videos) und ähnliches.

Auf das israelische Hilfsangebot an den Libanon wurde reagiert. Auch der schwedische Politiker und Europarats-Vize Carl Bildt (ein altbekannter Israelhasser) musste seinen Senf von sich geben: „Das einzig Ermutigende an dieser Katastrophe im Libanon ist, dass sogar Israel schnell humanitäre Hilfe angeboten hat.“ Sogar Israel! Als wenn Israel nicht IMMER Hilfe anbietet, wenn Katastrophen eintreten! (Bildt bekam auf twitter mächtig Dampf.) Aber dieser Hasser ist nicht allein. Der SPIEGEL musste es natürlich unbedingt genauso machen:

Der Iran hatte sich einen „US-Flugzeugträger“ für Kriegs- und Propagandaspiele gebaut. Satellitenbilder zeigen jetzt: Das Teil wurde versehentlich versenkt – in seichtem Wasser direkt vor dem wichtigsten Hafen der iranischen Kriegsmarine. Schiffe haben jetzt Probleme die Stelle zu passieren.

Ein Geiselnehmer in einer Bank in Le Havre (Frankreich) forderte, dass Israel den Palästinensern besseren Zugang zum Tempelberg gibt und Terroristen freilässt.

Jordanien beschwert sich über Israelis, die die „Al-Aqsa-Moschee stürmen“.

Die durchs Dorf zu treibende Sau:
Portland: Ein Kino will den Film „Kindergarten Cop“ nicht mehr zeigen, weil ein Linksradikaler sich beschwerte, der Film verherrliche die Polizei.

Medien-Hetze:
– Die Firmen der sozialen Medien lassen Muslime Gewalt predigen, aber die, die sich gegen Jihad und Scharia stellen, werden von ihnen zensiert.

Soziale Medien:
Facebook sperrt User, die die libanesische Regierung wegen der Explosion im Beiruter Hafen kritiseren – und weitere User, die darauf aufmerksam machen.

Der alltägliche Antisemitismus: (eine umfassende Sammlung gibt es auf The New Antisemit; auf twitter gibt es für den deutschsprachigen Raum die „RIAS“ (Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus):
Medien:
– Die angebliche Nachrichtenseite Veterans Today verbreitete am 5. August die Behauptung, Israel habe Beirut erst mit einer Anti-Schiff-Rakete und dann mit einer taktischen Atombombe beschossen. Trump habe diesen Angriff bestätigt.
– Ein australischer Fernsehmoderator (mit muslimischem Namen) ließ einen Typen lange herumschwadronieren, Israel sei an der Explosion im Libanon schuld. Infrage stellen war nicht.
soziale Medien:
– Auf twitter et.al. finden sich natürlich die antisemitischen Verschwörungstheorien, wer die Explosion im Hafen von Beirut verursacht hat – kann ja nur der Judenstaat sein, auch wenn der Libanon das absolut ausschließt: „Israel ermordet wieder Zivilisten“ – und der Arsch nennt sich „Peace“! (Na ja, ein linksextremer Corbyn-Jünger halt…)

Muslime im Westen:
– 44% der Muslime in Großbritannien unterstützen antisemitische Verschwörungstheorien, stellte eine Meinungsumfrage fest.
Deutschland:
Krumbach: Eine Parkbank in der Nähe des jüdischen Friedhofs wurde zerlegt und in ein Hakenkreuz umgeformt.
USA:
– In New York City wurde ein behinderter junger Jude erst ins Gesicht, dann mit einem Stein auf den Kopf geschlagen. Er musste im Krankenhaus behandelt werden.
In Virginia wurden zwei historische Friedhöfe verwüstet – ein jüdischer und einer für Schwarze.
Arizona: 4 Männer wurden festgenommen, weil sie an einer Brücke ein Banner aufhängten: „Hitler hatte recht“.
Kanada:
– Die polnische Zeitung von Toronto macht die Juden für die Coronavirus-Pandemie verantwortlich.

Die Religion des Friedens, der Liebe, der Rücksichtnahme, der Frauenrechte und Wissenschaften:
Iran: In der zweitgrößte Stadt des Landes, Maschahd, ist es Frauen jetzt verboten in der Öffentlichkeit Fahrrad zu fahren.
Türkei: Das höchste Muslim-Gremium fordert, dass Frauen Gewalt ihrer Ehemänner gegen sich akzeptieren müssen.
Pakistan: Hindus konvertieren zum Islam, um der systematischen Diskriminierung zu entgehen, der sie täglich ausgesetzt sind.
– Ein islamischer Gelehrter sagt, Fotos in soziale Medien hochzuladen sei „eine große Sünde“ gegen Allah.

Jihad:
Großbritannien: Ein muslimischer Migrant versuchte eine Drohne so zu modifizieren, dass er Jihad-Massaker an Polizisten oder Soldaten verüben konnte.
Afghanistan: Muslime ermordeten am Opferfest 17 Menschen mit einer Autobombe.
Kanada: Ein 16-jähriger muslimischer Migrant plante Jihad-Massaker an „stark bevölkerten Orten, die voller Kreuzgläubiger sind“.
Kamerun: Muslime ermordeten mindestens 15 Menschen bei einem Anschlag mit Granaten auf ein Vertriebenenlager.
Burkina Faso: Bewaffnete töteten auf einem Markt etwa 20 Menschen.

Muslimisches Herrenmenschentum, Dhimmitum, Anspruchsdenken, Islamisierung im Westen:
Schweden: Ein muslimischer Migrant, der 2017 bereits ein 12-jähriges Mädchen vergewaltigt hatte, vergewaltigte jetzt ein 9-jähriges Mädchen und droht ihre Familie zu ermorden.
USA: Am Times Square in New York wird auf einer Werbetafel nicht mit einer hinduistischen Gottheit geworben – Muslime haben sich beschwert.
Großbritannien: Ein Lehrer in Oxford wurde gefeuert – er hatte es gewagt in einem von ihm auf YouTube eingestellten Video zu sagen, dass Mohammed ein falscher Prophet ist.
Philippinen: Muslime fordern, dass das Terrorbekämpfungsgesetzt fallen gelassen wird, weil es „auf unbegründeter Angst vor Muslimen gründet“.
– In Großbritannien wurde ein neuer Lockdown verordnet; weil das sehr kurz vor dem muslimischen Opferfest geschah, soll die Motivation dazu „Islamophobie“ sein.
Großbritannien: Einsprüche zu einer Moschee in Westminster auf Grundlage von Sorgen wegen islamischem Herrenmenschentum wird als „rassistisch“ verhöhnt.
– Die EU zahlte Organisationen der Muslimbruderschaft bereits €36,5 Millionen.

Gegenwehr:
Belgien: Ein Gericht entzog acht Jihadisten des Islamischen Staates ihre belgische Staatsbürgerschaft.

Christenverfolgung/Verfolgung von Nichtmuslimen:
Pakistan: Eine christliche Familie wurde zusammengeschlagen, weil sie dafür sorgte, dass ihre 13-jährige Tochter nicht zwangskonvertiert und vergewaltigt wird.
Nigeria: Muslimische Fulani ermordeten in einer Reihe von Jihad-Anschlägen mindestens 121 Christen, vertrieben tausende und brannten ihre Häuser nieder.
Pakistan: In Peschawar wurde ein Christ ermordet, weil er in einem muslimischen Viertel wohnte.

Obama Watch:
– Ein Straßenkünstler malte eine dünne blaue Linie auf eine Straße, um Unterstützung für die Polizei zu signalisieren. Eine (weiße) BLM-Aktivisten fühlte sich davon beleidigt und übermalte diese Linie. Die Stadt erwirkte eine Unterlassungsverfügung gegen den Künstler. Wir haben hier klassisches zweierlei Maß, politisch motiviert: Eine Frau, die einen BLM-Schriftzug übermalt, wird festgenommen; eine Frau, die eine Linie für die Polizei übermalt, nicht. Illegale BLM-Schriftzüge werden geschützt, gegen eine Linie für die Polizei von Seiten der Behörden juristisch vorgegangen.

Obamanisten:
– Das Ethik-Komitee des Repräsentantenhauses befand, dass Rashida Tlaib gegen das Wahlkampffinanzierungsgesetz verstoßen hat. Sie muss $10.800 zurückzahlen.
– Der Bürgermeister von Portland (Demokrat) bettelt die Antifa-Terroristen an, sie mögen bitte Zuhause bleiben, damit Trump die Zustände in der Stadt nicht für seinen Wahlkampf nutzen kann.
Antifa-Schläger tauchten bei einer Kundgebung für die Polizei in Ft. Collins (CO) auf und wollten die Teilnehmer bedrohen. Keine gute Idee: Die Demonstranten sorgten dafür, dass die Angreifer verprügelt im Straßengraben landeten und setzen ihre Kundgebung friedlich fort.

Der Donald:
– Trotz Corona: Heute haben mehr Amerikaner Arbeit als zu dem Zeitpunkt, als Barack Obama aus dem Amt schied.

Die Geschichten hinter der Reise der Exodus

Diese Video-Zeugenaussagen aus der Toldot Yisrael Collection bieten einen Blick hinter die Kulissen der Geschichte des berühmten Schiffes.

Shai Ben-Ari, the Librarians, 9. Juli 2020

Für eine bestimmte Generation verkörpert die Geschichte der Exodus, des Schiffes, das 4.500 jüdische Flüchtlinge aus dem Nachkriegseuropa ins Mandat Palästina fuhr, das Wesen der Gründung Israels – eine Reise, einen Exodus von den Höllentiefen des Holocaust zu den berauschenden Höhen von Unabhängigkeit und nationaler Selbstständigkeit.

Tatsächlich gibt es viele, die erst Dank „Exodus“ – dem erfolgreichen Hollywood-Film von 1960, auch wenn der Film nur sehr lose auf der Geschichte des echten Schiffes basiert – auf die Geschichte des modernen Staats Israel aufmerksam wurden.

Die Exodus bei ihrer Ankunft im Hafen von Haifa. The Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.

Das Projekt Toldot Yisrael, das auf den verschiedenen Plattformen der israelischen Nationalbibliothek gehostet wird, war in der Lage mehrere Video-Interviews zu sammeln, die die wahre Geschichte der Reise der Exodus erzählen sowie einen seltenen Blick auf die Ereignisse zu werfen, die sich hinter den Kulissen ereignete.

Als Monica Levin den Film mit Paul Newman endlich sah, schockierte ihr Vater – Louis „Shorty“ Levin – seine Tochter damit, dass er ihr erzählte: „Ich möchte, dass du weißt, dass das Schiff mir gehörte…“

Levin war damals Eigner des Schiffs, als man es noch als „President Warfield“ kannte.

Die Exodus bei ihrer Ankunft im Hafen von Haifa. The Pritzker Family National Photography Collection in der Nationalbibliothek Israels.

Die  Organisation, die schließlich „Shorty“ Levin das Schiff abkaufte, war als HaMossad LeAliyah Bet („Die Institution für Immigration B“) bekannt. Das war ein Arm der jüdischen Untergrundorganisation Haganah, die sich der Ermöglichung heimlicher, illegaler jüdischer Immigration ins Mandat Palästina verschrieben hatte.

Um ihre Aktivitäten zu tarnen, nutzte die Untergrundgruppe Fassadenorganisationen, hinter denen sie sich verbergen konnte. Als es dazu kam die President Warfield zu kaufen, lief alles über eine Strohmann-Firma, die einen sehr nichtjüdischen Namen hatte: „The Chinese American Industrial Corporation“. Der einzige Jude im Firmenvorstand war ein Agent der Haganah, der die Angewohnheit hatte fast überall aufzutauchen; es war der zukünftige Bürgermeister von Jerusalem, Teddy Kollek. Monica Levin erzählt unten die ganze Geschichte:

„Mr. Lopez, ich habe einen Umschlag für Sie. Haben Sie einen Umschlag für mich?“

Es waren schwierige Zeiten. Ein Drittel des Judentums war in Europa gerade ausgelöscht worden und die Männer und Frauen der verschiedenen zionistischen Organisationen hatten nicht die Absicht sich durch Bürokratie oder auch legale Hindernisse abschrecken zu lassen, die dem, was als Sache des schieren Überlebens angesehen wurde, im Weg standen.

Bevor man in der Lage war zu arrangieren, dass Schiffe jüdische Holocaust-Überlebende von Europa nach Palästina bringen konnten, mussten die Papiere dieser Schiffe in Ordnung gebracht werden. David Macarov war einer derer mit dem Auftrag mit diplomatischen Konsuln in New York zu reden, die die Flaggenpapiere bereitstellen konnten, die nötig waren, um zu diesen Rettungsreisen an Bord zu gehen. Es überrascht kaum, dass Macarov oft ein paar Handflächen schmieren musste. Ein für ihn typischer Satz wurde:

„Mr. Lopez, ich habe einen Umschlag für Sie. Haben Sie einen Umschlag für mich?“

In einer überraschenden Wendung offenbarte David Macarov, dass die Reise der Exodus an den Bananenpreis auf dem internationalen Markt gebunden war:

Ein Schiff nach Oklahoma?

Sam Schulman war einer der wenigen, die die President Warfield in ihrem Heimathafen in Baltimore bestiegen, auf ihrem Weg Flüchtlinge aus Frankreich einzusammeln. Selbst in einem befreundeten amerikanischen Hafen waren Diskretion und Geheimhaltung nötig.

Als Schulman den Pier erreichte, ging er auf die Männer zu, die das Schiff an den Docks bemannten…

„Ich sagte: ‚Ist das das Schiff, das nach Palästina fährt?‘ Sie sagten: „Nein, nein, nein, wir fahren nach Oklahoma.‘ Ich dachte nur: ‚Oklahoma hat keinen Zugang zum Meer…‘“

Schulman beschrieb dann detailliert die schicksalhafte Reise der Exodus, einschließlich dessen, wie das Schiff umgebaut wurde, um viele Flüchtlinge aufzunehmen sowie all die dramatischen Auseinandersetzungen mit der britischen Royal Navy…

Sie können hier hunderte Interviews mit den Männern und Frauen der Gründergeneration Israels finden und hier können Sie mehr über das Projekt Toldot Yisrael erfahren.

Hisbollah betrauert tragischen Verlust von Sprengstoff

The Mideast Beast, 7. August 2020

Bild von The Nation auf https://bit.ly/2F1ckhK

Mit dem feierlichen Gelöbnis wieder aufzubauen, was das Land verloren hat, hielt Hisbollah-Generalsekretär Hassan Nasrallah am Donnerstag eine sehr emotionale Rede zum tragischen Verlust von tausenden Tonnen Sprengstoff-Material während der vier Explosionen im Hafen von Beirut.

„Glaubt mir, als ich sage, dass niemand diese Tragödie heftiger empfindet als ich und meine Hisbollah-Genossen“, sagte Nasrallah in einem aufgezeichneten Video. „Wie jeder andere auch konnte ich, als ich das furchtbare Video der Explosion sah, einzig daran denken, wie viele Millionen Kilogramm Sprengstoff-Material vernichtet worden waren und wie viele Bomben mit diesem Material hätten gebaut werden können.“

Nasrallah beendete das Video mit einer Botschaft der Hoffnung; er versprach entweder den Hafen wieder aufzubauen oder einen anderen Weg zu finden, um illegal Waffen ins Land zu schmuggeln.

„Wir werden nicht ruhen, bis jedes Gramm zerstörtes Sprengstoff-Material ersetzt worden ist und wieder gefährlich nahe eines dicht besiedelten Bevölkerungszentrums voller unschuldiger Zivilisten gelagert ist“, versprach Nasrallah. „Und wir werden mit jeder Faser unseres Seins diejenigen bekämpfen, die diese Tragödie als Rechtfertigung nutzen die politische Führung unseres Landes durch kompetenten und verantwortliche Regierung zu ersetzen.“

Und wenn sie die Bombe nicht geworfen hätten?

Die Jahrestage der Atombombenabwürfe auf Hiroschima und Nagasaki bringen wieder Gedenken. Und wieder Anklagen gegen die Amerikaner, wie die das tun konnten. Unmenschlich. Böse. Hätte nicht gemacht werden dürfen. Das (heute) übliche Gezeter mit Verurteilungen, die im Nachhinein billig und verlogen sind. Und geschichtsvergessen. (Eine ganz einfache Frage: War der Luftangriff auf Tokio mit 300 Bombern, der ca. 100.000 Tote forderte, etwa auch nur einen Deut besser? Nur weil bei den Angriffen vom 6. und 9. August 1945 jeweils nur eine Bombe geworfen wurde?

Was wäre denn die Alternative zu den Atombomben gewesen?

Die Japaner änderten im Sommer 1944 ihre Strategie. Sie gingen von Angriff (um jeden Preis) auf Verteidigung über; das bedeutete, dass sie so kämpften, dass sie Amerikanern möglichst hohe Verluste zufügten, damit die (nervlich) erschöpft den Krieg über Verhandlungen beenden würden statt die Forderung nach bedingungsloser Kapitulation aufrecht zu erhalten.

Bei der Schlacht um Saipan (offiziell 13. Juni bis 9. Juli 1944) fand dieser Wechsel in der Strategie erstmals Anwendung. Die japanischen Truppen gruben sich ein und leisteten in aussichtsloser Position und ohne Nachschub erhalten zu können Widerstand, um den Amerikanern möglichst hohe Verluste beizubringen. Nachdem das nicht mehr möglich war, führten die Soldaten noch einen Banzai-Angriff (teilweise mit Bambusspeeren) durch, in dem sie keine Überlebenschance hatten. Tausende japanische Zivilisten stürzten sich infolge der japanischen Propaganda aus Angst vor den Amerikanern von Felsklippen zu Tode. Die Eroberung der Insel forderte bei den Japanern das Leben von ca. 24.000 Soldaten, 12.000 Zivilisten und 4.000 Koreanern; die US-Streitkräfte verloren rund 3.500 Gefallene.

In der Folge bauten die Japaner ihre Verteidigungsstellungen aus, um wirkungsvoller gegen erobernde US-Truppen vorgehen zu können. Bei der Schlacht um die Insel Peleliu östlich der Philippinen wirkte sich das als Nächstes aus; sie dauerte (offiziell) vom 15. September bis zum 25. November 1944 – eine enorm lange Zeit für eine nur 13 Quadratkilometer große Insel. Zumal versprengte Reste japanischer Soldaten auch danach noch immer wieder amerikanische Truppen angriffen. (Die letzten 34 überlebenden Japaner gaben erst im April 1947 auf Befehl eines ehemaligen Armee-Offiziers auf, der eigens dafür vor Ort geholt wurde!) Die Amerikaner verloren bei den Kämpfen fast 8.000 Mann (Gefallene, Vermisste und Verwundete), eine Division der Marines war so reduziert, dass sie erst im April 1945 wieder eingesetzt werden konnte. Auf japanischer Seite fielen etwa 95% der 11.000 Verteidiger.

Diese „erfolgreiche“ Methode wurde ab da vom japanischen Militär für weitere Inseln und für die Heimatinseln vorgesehen. Überall wurden massiv entsprechende Verteidigungsstellungen ausgebaut. Der Angriff auf die Insel Iwo Jima (24 Quadratkilometer, etwa 1.000km südlich von Tokio) wurde von US-Truppen am 19. Februar 1945 begonnen; die Insel wurde am 26. März 1945 für gesichert erklärt, allerdings wurden bis Juni 1945 weitere 2.400 Japaner getötet und gefangen genommen, die auf eigene Faust weiterkämpften. Die Insel wurde von 21.000 japanischen Armee- und Marinesoldaten verteidigt. Von diesen überlebten nur knapp 1.100, die in gefangen genommen wurden – fast alle nach Ende der eigentlichen Kämpfe. Die Amerikaner hatten am ersten Invasionstag 2.400 Gefallene zu beklagen. Insgesamt hatten die Amerikaner 6.800 Gefallene. Iwo Jima war die einzige Schlacht im Pazifik, bei der die Amerikaner mehr Gesamtverluste (Gefallene plus Verwundete) hatten als die Japaner.

Der nächste große Angriff der Amerikaner erfolgte auf Okinawa, das seit 1871 unter japanischer Verwaltung stand und ab 1941 zu einem Hauptstützpunkt der kaiserlichen Marine ausgebaut wurde. Bei der Landung am 1. April 1945 fanden die US-Truppen kaum Widerstand; erst als sie weiter vordrangen, stießen sie auf die Hauptverteidigungslinie, die vom Bombardement von Flugzeugen und Schiffen kaum betroffen war. 119.000 Japaner verteidigten die Insel, die Invasionstruppen der Amerikaner zählten 180.000 Mann. Die Kämpfe zogen sich în der Hauptsache bis zum 30. Juni hin, aber auch im Juli noch mussten versprengte japanische Truppen bekämpft werden, teilweise hatten diese keine Munition mehr und gingen mit Knüppel und bloßen Händen auf die Marines und Gis los. Am Ende hatten die Amerikaner Verluste von fast 50.000 Mann (Gefallene und Verwundete), die Japaner hatten gut 76.000 Gefallene, davon 4.600 Kamikaze-Flieger. Die US-Marine hatte etwa 35 Schiffe verloren, 368 waren beschädigt, 763 Flugzeuge waren abgeschossen worden. Die beteiligte britische Trägergruppe verlor 98 Flugzeuge, hatte vier beschädigte Schiffe, 62 Tote und 82 Verwundete.

Diese Erfahrungen zeigen, dass die Japaner mit äußerster Härte gegen die Amerikaner/Alliierten kämpften; Aufgeben gab es nicht, die Gefangenen waren zum allergrößten Teil schwer Verwundete, die nicht mehr kämpfen konnten (abgesehen von Okinawa, wo sich von den Japanern ohnehin verachtete Einheimischen-Truppen ergaben). Die Amerikaner mussten enorm hohe Verluste in Kauf nehmen, um ihren Vormarsch weiterzuführen. Die japanischen Hauptinseln wurden derweil deutlich stärker ausgebaut. Die japanische Führung dachte nicht einmal im Traum daran den Krieg zu beenden. Es wurde fanatisch gekämpft, ohne Rücksicht auf eigenes Leben.

Die amerikanische Militärführung ging davon aus, dass eine Eroberung der japanischen Inseln mindestens zwei Jahre dauern und mindestens eine Million Mann Verluste in den eigenen Reihen zur Folge haben würde.

Eine „Verhandlungslösung“ kam nicht in Frage. Die Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg bzw. dessen Folgen hatten dafür gesorgt, dass das nicht erwogen wurde. Ohne einen kompletten Sieg waren Staaten wie Japan und Deutschland nicht dazu zu bringen Frieden zu halten.

Eine Eroberung der japanischen Inseln hätte für die Japaner bedeutet, dass sie mehr oder weniger ausgelöscht worden wären. Das Beispiel Saipan zeigte, wie die Zivilbevölkerung reagierte. Mal ganz davon abgesehen, dass diese auch in die Kämpfe mit einbezogen worden wäre. Einzelne Bomberangriffe, wie sie weiter massiv erfolgt wären, hatten jeweils bis zu 100.000 Todesopfer gefordert. Nach einer solchen Eroberung hätte es kein Japan, vielleicht keine Japaner mehr gegeben.

Das war sicherlich keine Überlegung, die Truman und seine Militärs dazu bewegte die Atombombe einzusetzen. Für sie zählte einzusetzen, was den Amerikanern den baldigen Sieg bringen würde. Den Japanern musste demonstriert werden, dass sie keine Chance hatten; dass die Amerikaner zum totalen Sieg entschlossen waren. Und die Atombombe war eine gute Möglichkeit das zu tun. Effektivität zu beweisen, der Japan nichts mehr entgegenzusetzen hatte. Und selbst das wäre fast misslungen, wenn es nach den japanischen Militärs gegangen wäre – sie bestanden darauf weiter zu kämpfen. Einzig ein Machtwort des Tenno konnte das verhindern und die Kapitulation einleiten.

Der Einsatz der Atombomben gegen Japan, ihr Abwurf auf Hiroschima und Nagasaki verhindert Millionen weitere Tote – rette amerikanischen Soldaten das Leben, aber auch dem japanischen Volk das Überleben. Das vergessen alle nur allzu gerne, die sich nur darauf konzentrieren ihren Einsatz zu verurteilen. Sie wollen nicht wahr haben, dass es diese fürchterliche Waffe war, die den Zweiten Weltkrieg beendete. Ich höre da oft, dass es nur eine Frage der Zeit gewesen sei, bis der Krieg zu Ende gewesen wäre – aber welchen Preis hätte diese Zeit gefordert? Ich habe oben beschrieben. Im Nachhinein kann man sich sehr schön hinsetzen und die Situation anders analysieren, als es die Politiker und Militärstrategen zum damaligen Zeitpunkt tun mussten. Aber selbst dabei wird nur allzu gerne außen vor gelassen, was die Folgen anderen Handelns gewesen wären. Eine realistische Einschätzung kann nur sein: Die Atombomben-Abwürfe haben zwar 120.000 direkte Tote gefordert, ein furchtbarer Blutzoll. Aber sie nicht einzusetzen hätte unendlich viel mehr Tote gebracht. Die Verdammung der Abwürfe aus heutiger Sicht ist bestenfalls naiv; wahrscheinlich ist sie eher rein ideologisch bedingt.

Die negative Verurteilung des Atombomben-Abwurfs kann nur in einem Klima erfolgen, in dem die Alternative nicht zu Ende gedacht wird. Sie erfolgt in einem Klima, in dem von denjenigen, die die Freiheit verteidigen oder zurückerobern, verlangt wird, das unter größten Opfern zu tun, ohne Rücksicht auf eigene Verluste, aber gefälligst so, dass diejenigen, gegen die die Freiheit verteidigt wird, möglichst geschont werden, ihnen nicht allzu sehr in den Arm gefallen wird, sie die Opfer sind, nicht die Täter. Das Paradebeispiel dafür erleben wir im Nahost-Konflikt zwischen Israel und den Terror-Arabern.

Wir leben in einer Zeit der Pervertierung von Werten und Moral.