Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (28.08.-02.09.2016)

Sonntag, 27.08.2016:
– Während der Nacht wurden im Gazastreifen 2 Raketen abgefeuert, die noch im Streifen selbst einschlugen.
Arabische Fischerboote verließen die erlaubte Zone vor dem Gazastreifen und wurden daraufhin von israelischen Flugzeugen beschossen.
– Terroranschlag verhindert: Ein Araber wurde an der Zufahrt von Beit Hagai in den südlichen Hebron-Bergen durchsucht und ein Messergefunden.
– An einem Checkpoint am Lager Schuafat wurde bei einem Araber ein Messer gefunden; er wurde festgenommen.

Die palästinensische Pfadfinderorganisation hat einen Führungskurs nach einem dreifachen Mörder benannt. Palestinian Media Watch hat die Weltpfadfinder-Vereinigung aufgefordert die palästinensische Organisation auszuschließen.

Schaschlik

Nach der Terrorrakete aus dem Gazastreifen griff Israel Ziele (hauptsächlich offenes Gelände) im Gazastreifen an. Die angeblich wieder so freundlich gesinnte Türkei giftet: „nicht akzeptabel, Eskalation, Feindseligkeit“. Alles keine Attribute, die den Terroristen gegenüber verwendet werden, die sind die Unschuld in Person…

Ein im gesamten arabischen Raum berühmter und beliebter Sänger gab in Rawabi ein Konzert. Dazu reiste er über den Allenby-Übergang aus Jordanien nach Judäa ein. Am Übergang wurde ein Foto mit einem israelischen Offizier gemacht, das diese in den sozialen Medien postete. Das hatte für den Sänger massivste „Kritik“ zu Folge. Der Musiker wusste nach eigenen Angaben nicht, dass es sich um einen israelischen Offizier handelte; er glaubte einen palästinensischen Offizier vor sich zu haben; der Offizier hatte Arabisch mit ihm gesprochen.

Die belgische Fluggesellschaft Brussels Airlines hat die Halva-Riegel von ihren Mahlzeiten gestrichen, weil sie in Samaria hergestellt werden. Der israelische Tourismusminister hat deswegen befunden, dass die Airline nicht mehr nach Tel Aviv fliegen dürfen sollte.

Für das Rückspiel von Beitar Jerusalem bei der Europa League-Qualifikation in St. Etienne wurde ein extragroßes Sicherheitskontingent aufgeboten, das neben außergewöhnlich viel Polizei auch einen Hubschrauber umfasste.

Die UNO in Gestalt des UNO-Entwicklungsprogramms (UNDP) hat von Israel gefordert, den inhaftierten Araber freizulassen, der Millionen Spendengelder von World Vision an die Hamas statt in Entwicklungsprojekte geleitet hat. Als Grund führte das UNDP an, der Mann habe diplomatische Immunität – eine Behauptung, die Israel von Juristen überprüfen ließ, die sie für „unbegründet“ erklärten.
Als Bonbon wurde Beer Sheva, wo der Mann inhaftiert ist, in dem UNDP-Dokument als „Ber Asaabea“ bezeichnet – ein arabischer Name, der normalerweise nicht in Gebrauch ist, aber darauf hindeutet, woher die Initiative für die Aufforderung kommt.

Die Fatah soll Abbas angebettelt haben die Kommunalwahlen abzusagen – weil befürchtet werden muss, dass die Hamas sie gewinnt.

Glaubt man kaum, wenn man es nicht sieht: Ein syrischer Flüchtling hat eine Internetseite gebaut, um den Israelis und Juden zu danken, weil sie so viel für syrische Flüchtlinge getan haben.

Der alltägliche Antisemitismus: (eine umfassende Sammlung gibt es auf The New Antisemit)

Araber/Islamstaaten:
– Eine der beiden ägyptischen Beachvolleyballerinnen postete ein Foto aus Rio online. Als sie ein Selfie machte, stellte sich eine Person mit einer Israel-Flagge zu ihr ins Bild. Ihr Kommentar dazu: „Ich schwöre bei Allah, ich weiß nichts von der Flagge. Es wird in meinem Leben niemals Frieden geben zwischen mir und diesen Leuten. Diese Leute sind dreckig bis auf ein Niveau, dass sie mich die Flagge nicht sehen ließen.“

Deutschland:
In den Berliner Bezirken Mitte, Neukölln und Friedichshain-Kreuzberg hält die Verbreitung antisemitischer Propaganda über Flugblätter weiter an. Sie sind bereits aus Wilmersdorf bekannt.
Niederlande:
Dutzende Häuser und Autos in Voorburg wurden mit „IS“- und „ISIS“-Graffiti beschmiert; eine Grundschule mit „Fuck Wilders“, „Juden werden sterben“, „7. September Angriff“. Ähnliche Schmierereien gab es schon einmal vor zwei Jahren.
– Die Fans von PSV Eindhoven sangen wieder einmal (neue) antijüdische Schlachtrufe.
Großbritannien:
– Der (muslimische) Londoner Bürgermeister stellte sich gegen Jeremy Corbyn (den linkesextremen Parteivorsiztenden der Labour Party). Dafür werden ihm jetzt antisemitische Botschaften geschickt.
– In London gab es zwei Fälle, bei denen Juden von Männern verbal angegriffen und übel beleidigt wurden. In einem Fall wurde eine Familie von einem Afrikaner beschimpft, sie sollten zurück nach „Isra-Hell“ gehen, sie seien hier (in Newham) nicht willkommen. Beim zweiten Fall wurde eine Jüdin von einer Gruppe Männer im selben Viertel mit antisemitischen Beleidigungen angegangen.
In Belfast zerschlugen 8 Jugendliche 13 jüdische Grabsteine auf einem Friedhof mit Hämmern, während andere Friedhofsbesucher nur zuschauten.
Frankreich:
Das Schild eines Geschäfts wurde mit einem antisemitischen „Kommentar“ ergänzt.
Polen:
– Der uralte jüdische Friedhof von Kozienice wurde von örtlichen Jugendlichen verwüstet.
Etwa 50 „Fans“ des Fußballvereins Widzew Lodz verbrannten „Juden“-Puppen und paradierten ein Plakat, das die Verbrennung von Juden forderte.
Tschechien:
– Ein sozialdemokratischer Parlamentarier postete ein Video, mit dem der Holocaust geleugnet wurde.
Ungarn:
– Ein antisemitischer, rassistischer, von Hass erfüllter Journalist erhielt die dritthöchsten Auszeichnung des Landes.
Norwegen:
– Auf einem Festival in Arendal verkündeten Nazis, dass Juden die Weltmacht übernommen hätten. Sie würden Banken kontrollieren, ihnen gehöre CNN und Fox News und alle anderen Medien.
USA:
In Washington DC wurde an einer Kreuzung zum inzwischen fünften Mal Antisemitisches gesprüht (u.a. Hakenkreuze).
– Auf die Spielgeräte des Spielplatzes einer Jeschiwa in Lakeland (New Jersey) wurden Hakenkreuze und weitere antisemitische Symbole sowie „Heil Hitler“ gesprüht.
In Philadelphia wurde auf die Mülltonne einer jüdischen Familie ein Hakenkreuz gesprüht. Die Frau übermalte es mit einer Blume. Ihre Nachbarn malten daraufhin ebenfalls Blumen auf ihre Mülltonnen.
Südamerika:
– Eine Gruppe Schüler einer deutschsprachigen Schule in Argentinien soll eine Gruppe jüdischer Schüler mit angeklebten Hitlerbärtchen und dem Hitlergruß beleidigt haben.

Jihad:
– Queensland, Australien: Ein „französischer Mann“ brüllte „Allahu akbar“ und erstach eine 21-jährige Britin; ein 30-jähriger Brite wurde schwer verletzt. Die Polizei „untersucht das Motiv“. (Was mit dem Mörder ist, steht nicht in der Meldung.)

BDS fail:
Eine spanische Stadt hat ihren Pro-BDS-Beschluss wieder zurückgenommen, in dem sie Israel als Apartheidstaat bezeichnet hatte. Die Entscheidung war Folge einer Klage gegen die Stadt.

Obama Watch:

Ein schwarzer Pastor in einer Diskussion im Fernsehen: Unter Hillary sind nicht schwarze Leben wichtig („Black Lives Matter“), sondern schwarze Stimmen.

Die PLO-Charta

Im Internet konnte ich bei der Suche nach der PLO-Charta keine Ausgabe auf palästinensischen Seiten finden; ich fand aber eine englische Version auf einer israelischen Seite. Diese gebe ich hier wieder. Leider ist mir die URL verloren gegangen.

[Nachtrag: Ulrich Sahm schickte mir einen Link zur PLO-Charta als PDF-Dokument.]

Vorbemerkung zum Text der Charta:
Der Text ist die englische Version, die offiziell von der PLO veröffentlicht wurde, ungekürzt und nicht bearbeitet.
Bedenken Sie aber, dass die Übersetzung der PLO manchmal von der originalen, arabischen Fassung abweicht, um sie westlichen Lesern schmackhafter zu machen. Artikel 15 wird z.B. mit „die Beseitigung des Zionismus“ übersetzt, während die korrekte Übersetzung „die Auslöschung der zionistischen Präsenz“ wäre. „Die zionistische Präsenz“ ist ein geläufiger arabischer Ausdruck für den Staat Israel, womit dieser Artikel in Wahrheit ein Aufruf zur Zerstörung Israels ist und nicht nur zum Ende des Zionismus.
Wo Feinheiten im arabischen Original wichtig sind, wurde das arabische Wort in Anführungszeichen eingefügt.


PLO-Logo

Die palästinensische Nationalcharta:
Resolutionen des Palästinensischen Nationalrats,
1. bis 17. Juli 1968

Text der Charta

Artikel 1: Palästina ist das Heimatland des arabisch-palästinensischen Volkes; es ist ein unteilbarer Bestandteil des arabischen Heimatlandes und das palästinensische Volk ist integraler Bestandteil der arabischen Nation.

Artikel 2: Palästina mit den Grenzen, die es während des britischen Mandats hatte, ist eine unteilbare territoriale Einheit.

Artikel 3: Die palästinensischen Araber besitzen die legalen Rechte an ihrem Heimatland und haben das Recht, ihr Schicksal nach der Befreiung ihres Landes in Übereinstimmung mit ihren Wünschen und vollständig entsprechend ihrem eigenen Antrieb und Willen selbst zu bestimmen.

Artikel 4: Die palästinensische Identität ist ein unverfälschtes, wesentliches und angeborenes Charakteristikum; sie wird von Eltern an die Kinder weiter gegeben. Die zionistische Besatzung und die Zerstreuung der palästinensischen Araber durch die Katastrophen, die über sie herein brachen, verursachen nicht den Verlust der palästinensischen Identität und ihrer Mitgliedschaft in der palästinensischen Gemeinschaft; diese werden ihnen auch nicht verweigert.

Artikel 5: Palästinenser sind diejenigen arabischen Staatsangehörigen, die bis 1947 in der Regel in Palästina ihren Wohnsitz hatten, unabhängig davon, ob sie vertrieben wurden oder dort wohnen blieben. Jeder, der nach diesem Datum als Kind eines palästinensischen Vaters geboren wurde – ob in Palästina oder außerhalb – ist auch Palästinenser.

Artikel 6: Die Juden, die bis zum Beginn der zionistischen Invasion regulär in Palästina wohnten, werden als Palästinenser angesehen.

Artikel 7: Dass es eine palästinensische Gemeinschaft gibt und dass sie materielle, spirituelle und historische Verbindung mit Palästina hat, sind unbestreitbare Fakten. Es ist eine nationale Pflicht, palästinensische Menschen in arabisch-revolutionärer Weise zu erziehen. Alle Mittel der Information und Erziehung müssen übernommen werden, um den Palästinenser mit seinem Land in der bestmöglichen Art und Weise, geistig wie materiell, vertraut zu machen. Er muss auf den bewaffneten Kampf vorbereitet sein und bereit, sein Vermögen und sein Leben zu opfern, um sein Heimatland zurückzugewinnen und seine Befreiung zu ermöglichen.

Artikel 8: Die Phase in ihrer Geschichte, die die Palästinenser jetzt durchleben, ist die des nationalen (watani) Kampfes zur Befreiung Palästinas. Daher sind die Konflikte unter den nationalen Streitkräften Palästinas zweitrangig und sollten zum Wohle des grundlegenden Konflikts beendet werden, der zwischen den Kräften des Zionismus und Imperialismus auf der einen Seite und dem palästinensisch-arabischen Volk auf der anderen Seite besteht. Auf dieser Grundlage bilden die palästinensischen Massen, gleichgültig, ob sie im nationalen Heimatland leben oder in der Diaspora (mahajir) in ihren Organisationen wie als Individuen eine nationale Front, die für die Rückgewinnung Palästinas und seiner Befreiung durch bewaffneten Kampf arbeiten.

Artikel 9: Der bewaffnete Kampf ist der einzige Weg Palästina zu befreien. Daher bildet er die Gesamtstrategie, nicht nur eine taktische Phase. Die palästinensisch-arabischen Menschen bestehen auf ihrer absoluten Entschiedenheit und festen Entschlossenheit ihren bewaffneten Kampf fortzusetzen und für eine bewaffnete Volksrevolution zur Befreiung ihres Landes und seiner Rückgabe zu arbeiten. Sie bestehen auch auf ihrem Recht ein normales Leben in Palästina zu führen und ihre Rechte der Selbstbestimmung und Souveränität über dieses Land auszuüben.

Artikel 10: Kommando-Unternehmen bilden den Grundstock des palästinensischen Volksbefreiungskrieges. Dazu bedarf es seiner Eskalation, seiner Ausdehnung und der Mobilisierung aller Anstrengungen und Erziehungsmaßnahmen des palästinensischen Volkes und seiner Organisation und Einbringung in die bewaffnete palästinensische Revolution. Es bedarf auch der Erreichung der Einheit der verschiedenen Gruppierungen des palästinensischen Volkes für den nationalen (watani) Kampf und zwischen dem palästinensischen Volk und den arabischen Massen, um die Fortsetzung der Revolution, ihrer Eskalation und ihren Sieg sicher zu stellen.

Artikel 11: Die Palästinenser werden drei Wahlsprüche haben: nationale (wataniyya) Einheit, nationale (qawmiyya) Mobilisierung und Befreiung.

Artikel 12: Die Palästinenser glauben an die arabische Einheit. Um ihren Beitrag zur Erreichung dieses Ziels leisten zu können, müssen sie allerdings zum gegenwärtigen Zeitpunkt des Kampfes ihre palästinensische Identität sichern und ihr Bewusstsein dieser Identität entwickeln und sich gegen jeden Plan wehren, der diese auflösen oder schädigen könnte.

Artikel 13: Die arabische Einheit und die Befreiung Palästinas sind zwei sich ergänzende Ziele, bei dem die Erreichung des einen die Erreichung des anderen fördert. Daher führt arabische Einheit zur Befreiung Palästinas, die Befreiung Palästinas führt zur arabischen Einheit; und die Arbeit zur Verwirklichung des einen Ziels geht Seite an Seite mit der Arbeit zur Erreichung des andere vorwärts.

Artikel 14: Das Schicksal der arabischen Nation – und der arabischen Existenz an sich – hängt vom Schicksal der palästinensischen Sache ab. Dieser gegenseitigen Abhängigkeit entspringt die Verfolgung der Befreiung Palästinas und das Streben der arabischen Nation danach. Die Menschen Palästinas spielen die Rolle der Vorhut in der Verwirklichung dieses heiligen (qawmi) Ziels.

Artikel 15: Die Befreiung Palästinas ist, vom arabischen Standpunkt aus, eine nationale (qawmi) Pflicht; sie versucht die zionistische und imperialistische Aggression gegen das arabische Heimatland zurückzuschlagen und zielt auf die Auslöschung des Zionismus in Palästina. Die komplette Verantwortung fällt der arabischen Nation zu – Völkern wie Regierungen. Das arabische Volk von Palästina ist die Vorhut. Dem entsprechend müssen die arabischen Nationen alle ihre militärischen, menschlichen, moralischen und geistigen Möglichkeiten mobilisieren, damit diese sich aktiv mit dem palästinensischen Volk an der Befreiung Palästinas beteiligen. Sie [die arabische Nation] muss vor allem in der Phase der bewaffneten palästinensischen Revolution den Palästinensern alle mögliche Hilfe anbieten und sie mit materieller und menschlicher Unterstützung ausstatten und ihnen alle Mittel und Möglichkeiten zur Verfügung stellen, die es ihnen ermöglichen ihre führende Rolle in der bewaffneten Revolution fortzuführen, bis sie ihr Heimatland befreien.

Artikel 16: Vom geistlichen Standpunkt aus wird die Befreiung Palästinas das Heilige Land mit einer Atmosphäre der Sicherheit und Ruhe ausstatten, die im Gegenzug für die Sicherheit der religiösen Heiligtümer des Landes sorgen und die Freiheit der Anbetung und des Besuchs für jedermann garantieren werden, ohne Diskriminierung von Rasse, Farbe, Sprache oder Religion. Daher erwartet das Volk Palästinas Unterstützung aller geistlichen Kräfte der Welt.

Artikel 17: Die Befreiung Palästinas wird – vom menschlichen Standpunkt aus – die Würde, den Stolz und die Freiheit der einzelnen Palästinenser wieder herstellen. Daher blicken die arabischen Palästinenser mit Zuversicht auf die Unterstützung all derer, die an die Menschenwürde und die Freiheit in der Welt glauben.

Artikel 18: Vom internationalen Standpunkt aus ist die Befreiung Palästinas eine Verteidigungsaktion, die durch die Erfordernisse der Selbstverteidigung notwendig ist. Daher sehen sich die Palästinenser, so sehr sie die Freundschaft aller Völker anstreben, sich nach Freiheit liebenden und Frieden liebenden Staaten um, die sie unterstützen, um ihre legitimen Rechte in Palästina wiederherzustellen, Frieden und Sicherheit im Land wiederherzustellen und ihr Volk in die Lage zu versetzen, seine nationale Souveränität und Freiheit auszuüben.

Artikel 19: Die Teilung Palästinas im Jahr 1947 und die Errichtung des Staates Israel sind, ungeachtet der verstrichenen Zeit, vollkommen illegal, denn sie standen dem Willen des palästinensischen Volkes und ihrem natürlichen Recht auf ihr Heimatland entgegen und widersprachen der Charta der Vereinten Nationen, insbesondere dem Recht der Selbstbestimmung.

Artikel 20: Die Balfour-Erklärung, das Mandat für Palästina und alles, was auf diesen gründet, werden als null und nichtig angesehen. Behauptungen historischer religiöser Verbindungen der Juden mit Palästina stimmen nicht mit den Tatsachen der Geschichte und wahrhaftigen Verständnisses davon überein, was Staatlichkeit ausmacht. Da das Judentum eine Religion ist, bildet es keine unabhängige Nationalität. Die Juden bilden auch keine einzelne Nation mit eigener Identität; sie sind Staatsbürger der Staaten denen sie angehören.

Artikel 21: Die arabischen Palästinenser, die sich als bewaffnete palästinensischen Revolution verstehen, lehnen alle Lösungen ab, die Ersatz für die völlige Befreiung Palästinas sind und lehnen alle Vorschläge ab, die auf die Beendigung des palästinensischen Problems oder seine Internationalisierung zielen.

Artikel 22: Der Zionismus ist eine politische Bewegung, die organisch mit dem internationalen Imperialismus verbunden ist; er streitet wider alle Aktionen zur Befreiung und fortschrittliche Bewegungen der Welt. Er ist seiner Natur nach rassistisch und fanatisch, in seinen Zielen aggressiv, expansionistisch und kolonialistisch und in seinen Methoden faschistisch. Israel ist das Instrument der zionistischen Bewegung und die geographische Basis des Welt-Imperialismus, die strategisch mitten in das arabische Heimatland platziert wurde, um die Hoffnungen der arabischen Nation auf Befreiung, Einheit und Fortschritt zu bekämpfen. Israel ist eine ständige Quelle der Bedrohung des Friedens im Nahen Osten und in der ganzen Welt. Da die Befreiung Palästinas die zionistische und imperialistische Präsenz zerstören und zur Errichtung des Friedens im Nahen Osten beitragen wird, sucht das palästinensische Volk die Unterstützung aller progressiven und friedliebenden Kräfte und drängt sie alle, ohne Unterschied ihrer Mitgliedschaften und ihres Glaubens, dem palästinensischen Volk alle Hilfe und Unterstützung in ihrem gerechten Kampf zur Befreiung ihres Heimatlandes zu bieten.

Artikel 23: Das Verlangen nach Sicherheit und Frieden, wie auch das Verlangen nach Recht und Gerechtigkeit, verlangen von allen Staaten, den Zionismus als illegale Bewegung zu betrachten, seine Existenz als ungesetzlich anzusehen und seine Operationen auszugrenzen, um friedliche Beziehungen zwischen den Völkern zu erhalten und die Loyalität der Bürger zu ihren jeweiligen Heimatländern zu schützen.

Artikel 24: Die Palästinenser glauben an die Prinzipien der Gerechtigkeit, Freiheit, Souveränität, Selbstbestimmung, Menschenwürde und dem Recht aller Völker, diese auszuüben.

Artikel 25: Zur Erreichung der Ziele dieser Charta und ihrer Prinzipien wird die Palästinensische Befreiungsorganisation ihre Rolle in der Befreiung Palästinas in Übereinstimmung mit der Verfassung dieser Organisation ausüben.

Artikel 26: Die Palästinensische Befreiungsorganisation ist als Vertreterin der palästinensischen Revolutionsstreitkräfte verantwortlich für die Bewegung der palästinensischen Araber in ihrem Kampf – um ihr Heimatland zurückzugewinnen, zu befreien und in es zurückzukehren und ihr Recht auf Selbstbestimmung in diesem Land auszuüben – in allen militärischen, politischen und finanziellen Bereichen und auch für das, was für die palästinensische Sache auf der inter-arabischen und internationalen Ebene nötig sein wird.

Artikel 27: Die Palästinensische Befreiungsorganisation wird mit allen arabischen Staaten nach deren jeweiligen Möglichkeiten kooperieren; und sie wird angesichts der Notwendigkeiten des Befreiungskrieges eine neutrale Politik unter ihnen übernehmen; und auf dieser Grundlage wird sie nicht in die internen Angelegenheiten arabischer Staaten eingreifen.

Artikel 28: Die palästinensischen Araber bestehen auf der Wahrhaftigkeit und Unabhängigkeit ihrer nationalen (wataniyya) Revolution und lehnen alle Formen der Intervention, Treuhänderschaft und Unterordnung ab.

Artikel 29: Die Palästinenser besitzen das fundamentale und echte Recht ihr Heimatland zu befreien und wieder in Besitz zu nehmen. Die Palästinenser bestimmen ihre Haltung gegenüber allen Staaten und Kräften auf der Grundlage des Standards, den diese gegenüber der palästinensischen Revolution einnehmen, um die Ziele des palästinensischen Volkes zu erreichen.

Artikel 30: Kämpfer und Waffenträger im Befreiungskampf sind der Kern der Volksarmee, die die Schutzmacht für die Gewinne der palästinensischen Araber sein wird.

Artikel 31: Die Organisation soll eine Flagge, einen Treueid und eine Nationalhymne erhalten. Über all dies wird in Abstimmung mit besonderen Regularien entschieden.

Artikel 32: Regularien, die als Verfassung der Palästinensischen Befreiungsorganisation bekannt werden sollen, sollen an diese Charta angehängt werden. Sie wird die Art bestimmen, in der die Organisation und ihre Organe und Institutionen eingerichtet werden sollen; genauso die jeweiligen Kompetenzen und die Erfordernisse entsprechend der Charta.

Artikel 33: Diese Charta darf nicht erweitert werden außer durch eine [Abstimmung mit] Zweidrittel-Mehrheit der gesamten Mitgliedschaft des Nationalrats der Palästinensischen Befreiungsorganisation in einer Sondersitzung, die zu diesem Zweck einberufen wird.

von Leila S. Kadi (ed.), Grundlegende politische Dokumente der bewaffneten palästinensischen Widerstandsbewegung, Palästinensisches Forschungszentrum, Beirut, Dezember 1969, S. 137-141.


Anmerkungen heplev:
Dies ist weiterhin der gültige Text der Charta. Sie wurde bisher nicht geändert!
1998 hat es einen riesigen Rummel um einen Besuch des US-Präsidenten Bill Clinton in Gaza gegeben, bei dem angeblich diese Charta geändert worden sein sollte. Dies ist aber nicht geschehen.
Warum? Dazu gibt es Verschiedenes zu bedenken.
Nach Artikel 33 braucht es eine Zweidrittelmehrheit der Mitglieder des Nationalrats, um die Charta zu ändern. So viele Mitglieder waren in der Sitzung aber gar nicht anwesend, die vermeintlich über die Änderung abstimmte. Damit wäre jeder Beschluss, der auf dieser Sitzung gefasst wurde, ohnehin nicht gültig!
Es wurde gar nicht über die Streichung der Artikel zur Vernichtung Israels abgestimmt! Arafat ließ darüber abstimmen, ob die Mitglieder des Nationalrats mit den Vorschlägen einverstanden waren, die er in seinem Schreiben an sie gemacht hat. Was in diesem Brief stand, wissen nur er und die, die diesen Brief erhalten haben!
Mit anderen Worten: Der Westen war einmal mehr auf sein eigenes Wunschdenken herein gefallen! Es wurde einfach angenommen, dass es um die Streichung der Mord- und Vernichtungsartikel ging. Bis heute ist diese Streichung aber nicht beschlossen worden. Die Charta ist in vollem Umfang gültig, einschließlich des Ziels der Vernichtung Israels!

Es gibt Berichte, dass der Palästinensische Nationalrat (PNC) die Charta mit seinem Beschluss „änderte, indem er Artikel streicht, die den Briefen entgegen stehen, die zwischen der PLO und der Regierung Israels am 9. und 10. September 1993 ausgetauscht wurden“.
Auch auf der Internetseite der Palästinensischen Generaldirektion in Bonn steht, dass der Palästinensische Nationalrat (am 24.6.1996) „beschließt:
1. Änderung der Nationalcharta durch Streichung der Artikel, die im Widerspruch zu den Schreiben zwischen der PLO und der Regierung Israels vom 09.-10.09. 1993 stehen.
2. Der Nationalrat beauftragt den Rechtsausschuß, die Neufassung der Nationalcharta vorzubereiten und diesen Entwurf dem Zentralrat in seiner ersten Sitzung vorzulegen.“
Konkretisiert wird aber nichts.

Tatsache ist, wie Zuhair Sanduka, Direktor des „International Parliamentary Affairs Department of the Palestine National Council“ (Abteilung für internationale parlamentarische Angelegenheiten des PNC) in einem Interview mit IMRA am 23. Januar 2002 zugeben musste, dass „seitdem keine andere Charta geschrieben worden ist… Es gibt tatsächlich Veröffentlichungen, die auf die Entscheidung Bezug nehmen, die Veränderungen vorzunehmen. Aber das sind andere Texte [heißt: nicht die offiziell gültige Charta] – keine anderen Paragraphen oder Artikel an Stelle der Artikel, die gestrichen oder verändert werden sollten. Aber es gibt die Bezugnahme darauf, dass es Artikel gibt, die entweder gestrichen oder modifiziert oder ergänzt werden sollten.“
Was ist das für ein Herumeiern? Was wollen die PLO-Offiziellen? Das ist doch wohl ein offensichtlicher Versuch, die Weltöffentlichkeit zu täuschen und hinzuhalten. Es zeigt deutlich auf, dass die PLO (und damit die PA) nicht gewillt sind, ihre Ziele aufzugeben und den ganzen Wirbel nur veranstaltet haben, um dem Westen Sand in die Augen zu streuen!

So viel zu palästinensischer Pflichterfüllung aus Verträgen, die mit Israel, den USA und anderen westlichen Ländern geschlossen worden sind…

——————–

Eine weitere deutsche Übersetzung der Palästinenser-Charta findet sich auf:
Palästinensische Generalvertretung, Bonn, „offizieller Text“ in Deutsch
Palästinensische Generalvertretung, Bonn, vermeintlich (so IZ Sozialwissenschaften, „FOKUSplus Israel : Palästina“) die Änderung, enthält aber nur den oben zitierten Text mit dem entsprechenden bürokratischen/technischen Vorspann.
Daneben gibt es auch entsprechende (und gut gemeinte) Texte englischsprachiger Organisationen. Aber keine offizielle Version einer palästinensischen Organisation!

Nicht nur Obama kloppen

Seine Lieblingsthemen:

ein Wortspiel – „work“ heißt „arbeiten“, aber auch „funktionieren“:


Obamacare – funktioniert nur, wenn du nicht arbeitest (also arbeitslos bist)

Die Obamanisten:

Hillary und die Clinton-Stiftung sind wieder etwas in die Schlagzeilen (der Clinton-Gegner) geraten. Daraus ergab sich eine „Taueranzeige“:

Wir wären immer noch an der Macht,
hätten wir der Clinton-Stiftung mehr gespendet.

Die US-Wählerschaft hat eine Wahl:

Den Schwarzen wird die Möhre vorgehalten – der Sinn ist klar: Die Republikaner verleumden, damit das dumme Fußvolk mit der dunklen Pigmentierung den Karren bewegt (wer sind hier die Rassisten?)

Da sollen „Leistungen“ beweisen, wie fähig jemand ist, der für das Präsidentenamt kandidiert (wobei es glaubhafte Gerüchte gibt, dass das Gurkenglas schon geöffnet war:

Washington – gewann die amerikanische Revolution
Lincoln – befreite die Sklaven
Reagan: beendete den Kalten Krieg
Clinton: kann Gurkengläser öffnen

Die Kleidung macht Kandidaten:

Kleide dich für den Job, den du haben willst…

Noch eine böse Charakterisierung:

Es haben mehr Menschen das Monster von Loch Ness gesehen,
als Menschen Hillary die Wahrheit haben sagen hören.

Die inoffiziellen Wahlkämpfer:

Die Medien versuchen Trump irgendwie zu bändigen:


Böser Hund! Warum lässt du mich dir nicht diesen Maulkorb anlegen?
Mach einfach mit!

Der Donald:

Was sie an ihm schätzen – sie mögen ihn, weil er „sagt, wie es ist“:

Plakat: Ich werde euch fressen.
Schaf: „Er sagt, wie es ist.“

Jerusalem früher und heute (15)

BAC.org – Cinemathek

cinimatek1

Soldaten der Scots Guard (dem schottischen Bataillon in der britischen Armee) marschieren nach ihrer Ankunft in Eretz Yisrael am 5. Oktober 1936 durch die Straßen von Jerusalem.

cinimatek2

Die Scots Guard am selben Tag an anderer Stelle:

ymka1 ymka2

Martha Gellhorns Besuch bei palästinensischen Flüchtlingen im Westjordanland im Juni 1967

Martha Gelhorn, The Nation, Oktober 1967 (gepostet von Elder of Ziyon, 13. Januar 2011)

Wir trinken Nescafe in der überladen eingerichteten Stube eines älteren Flüchtlings-Lehrers. Eine Horde reizender, lebhafter kleiner Kinder wurde hinausgedrängt, um Raum für ernste Erwachsenen-Gespräche zu machen. Die Kinder schienen alle im selben Alter zu sein und waren – sonderbar – die Söhne und Töchter des Lehrers selbst und seine Enkelkinder. Seine Ehefrau verschwand, wie es sich gehört. Seine aufgeweckte 22-jährige Tochter, selbst bereits vierfache Mutter, kauerte vor der Tür wie eine Bettlerin, hielt ein weißes Tuch vor dem Gesicht und hörte zu.

1961 hatte ich eine lange Tour durch die UNRWA-Lager (United Nations Relief and Works Agency) für palästinensische Flüchtlinge im Libanon, dem Westjordanland und dem Gazastreifen gemacht und in diesem Lager bei Jericho war ich auch schon. Es war entmutigend. Die Welt glaubt, denn es wird ihr ständig gesagt, dass die palästinensischen Flüchtlinge 19 Jahre lang in physischer Not gelebt haben. Flüchtlinge der Mittelklasse werden vertraulich und privat mitteilen, dass ihre ärmeren Landsleute, diejenigen, die in den Lagern verbleiben, Zuhause nichts hatten und dass es ihnen nicht schlechter geht als vorher. Die Mehrheit der Flüchtlinge, gebildet, gut ausgebildet, teilweise sachkundig, leben außerhalb der Lager und führen ein Leben wie jeder andere Araber.

Die Not der Flüchtlinge ist im Kopf. Sie sind im Geist krank von der Fütterung mit Propaganda, offiziellem arabischen Dogma und hausgemachten Hirngespinsten, die sie 19 Jahre lang verschlungen haben. In Selbstmitleid geschult, ermutigt zu glauben, sie seien der Welt einzigartigsten Opfer von Ungerechtigkeit, ist ihnen nie erlaubt worden die Tagtraum-Vergangenheit zu vergessen oder sich auf eine reale Zukunft festzulegen. Da der dritte arabisch-israelische Krieg sie kaum berührte, haben sie aus ihm nichts gelernt.

Der Lehrer war es leid am Feure zu essen und vom Irrtum Nasser weg. Aber die übrigen hier, drei kräftige Hühnerfarmer, Männer Ende 20, dazu ein großer, blasser, elegant zusammengebauter Student der Universität Amman und ein großspuriger Mittelschüler, waren Nasser so ergeben wie schon immer. Obwohl alle außer dem Schuljungen (wir stimmte darüber ab) glaubten, dass ein Friedensvertrag zwischen Jordanien und Israel eine gute Sache sein würde, fanden die jungen Männer, dass Nasser entscheiden muss.

Sie hatten wegen des Krieges persönliche Probleme. Den Hühnerfarmern fehlten Transportmittel. Der Lehre sagte, seiner Frau gehe das Kerosin zum Kochen aus. Die Abschlussprüfungen des Mittelschülers in Ramallah waren unterbrochen worden; wann würden die Israelis dafür sorgen, dass er sie beenden kann? Der Student machte sich Sorgen, dass die Israelis ihn dazu verdonnern würden sein zweites Studienjahr zu wiederholen, statt ihn direkt ins dritte gehen zu lassen –an der Hebräischen Universität in Jerusalem, wenn sie fair sind. Ich stellte angesichts dieser Klagen immer heraus, dass das Schießen erst zehn Tage davor aufgehört hatte.

Dann, wie auf ein Stichwort, gingen wir in die Fantasie-Phase des Gesprächs über. Es besteht aus nochmaligem Erzählen davon, wie viele Morgen Land ausgezeichnete Felder und Obstplantagen sie hatten, was für prächtige Häuser sie in Palästina zurückließen und von den Juden gestohlen wurden. Da gibt es einen Konkurrenzkampf um Fantasie-Eigentümerschaft: Wenn man die verlorene, von den Einwohner eines beliebigen Lagers beanspruchten Landfläche addiert, kommt man gewöhnlich bei einer Gesamtsumme an, die größer ist als das gesamte landwirtschaftlich genutzte, wiedergewonnene Fläche des Landes Israel. Ein sehr netter Mann in einem anderen Lager sagte mir, dass ihm 44.000.000 Quadratmeter Zitrus-Haine gehört hatten: Die Legende will, dass einst dem Sultan der Türkei genau so viel Land in Palästina gehörte und es den Rothschilds verkaufte. Aber ich glaube, diese Eigentümer-Fantasie ist der wirkliche menschliche Kern des Problems der palästinensischen Flüchtlinge, anders als das irreale arabische Propagandaproblem.

Die Hälfte der Flüchtlinge ist unter 18 Jahre alt; Palästina ist ein Mythos, der in Schulen und Zuhause gelehrt wird. Ich glaube nicht, dass irgendeiner dieser Leute wirklich nach Israel zurückkehren will – nicht, wenn Israel ihnen nicht das durch Jahrzehnte Arbeit aufgewertete Land gibt und hilfsbereit ins Meer hüpft. Was die Flüchtlinge wirklich wollen, ist Geld für ihre eingebildeten verlorenen Besitztümer. Sie scheinen nicht zu wissen, dass die israelische Regierung seit 1949 wiederholt Entschädigungen angeboten hat, manchmal an Bedingungen wie einen Friedensvertrag geknüpft, manchmal ohne Gegenleistung. Auch wissen sie offensichtlich nicht, dass diese Angebote in ihrem Namen von den arabischen Regierungen immer zurückgewiesen wurden. Entschädigungen anzunehmen würde das Problem der palästinensischen Flüchtlinge beenden. Die Entschädigung ist da und wartet, aber sie wird diese Leute nie zufrieden stellen, weil sie auf Fakten gründet, nicht auf Hirngespinsten. Wenn deinem Vater eingetragene 20.000 Quadratmeter Land gehörten und du glaubst, ihm gehörten 2.000.000 Quadratmeter, dann ist es vorprogrammiert, dass du dich angesichts einer genauen Ausgleichszahlung bitter und betrogen fühlst.

„Warum können wir nicht in einen Bus steigen, um uns Israel anzusehen?“, fragte der Schuljunge. Er sprach am besten [Englisch]. „Wie sieht es aus?“ Wie sollte man das schnell sagen, angesichts unseres begrenzten beiderseitigen Wortschatzes? „Jeder arbeitet sehr hart“, sagte ich. Das ist die beste grundsätzliche Beschreibung Israels.

„Arbeitet sehr hart?“, wiederholte er entsetzt und war verärgert, als ich lachte.

„Was denkst du über die englischen und amerikanischen Flugzeuge für Israel?“, fragte er und seine schwarzen Augen glänzten.

„Eine Lüge. Es gab keine.“

„Jeder Araber glaubt, dass es sie gab. Es gab sie. Die Flugzeuge halfen den Israelis. Was ist mit dem Öl-Embargo?“

Übersetzung ins Arabische für die Hühnerfarmer und den Lehrer, die kein Englisch verstanden.

„Ich denke, das wird die Araber am meisten treffen. Wie werden sie leben, wenn sie kein Öl verkaufen?“

„Die Russen werden das Öl kaufen“, sagte der Junge stolz. „Und Indien und Vietnam. Die Araber werden nicht leiden.“

„Was wäre mit den Juden geschehen, hätten die Araber gewonnen?“ Ich unternahm hier eine kleine Gallup-Umfrage dazu. Der Student übersetzte und die sechs Männer murmelten eine Weile untereinander.

„Sehr schlimm“, fasste der Junge zusammen. „Alle tot.“

Aus heiterem Himmel wurden Ausführungen des Lehrers übersetzt. „Eshkol und Dayan sind sehr gut.“

„Warum sagt er das?“

„Weil alles friedlich ist“, sagte der Student. „Wir müssen mit den Juden in Frieden leben.“

„König Hussein ist sehr gut“, unterbrach der Junge. „Wir mögen ihn sehr, seit er nach Kairo ging und Nasser besuchte.“ Die Wiederholung auf Arabisch brachte allgemeine, nickende Zustimmung. Der Lehrer wirkte erschöpft und bot mehr Kaffee und Zigaretten an.

„Gebildete Flüchtlinge verdienen Geld und haben ein gutes Leben“, stellte der Student plötzlich fest. „In Amman gehen wir mit Mädchen in unseren Unterricht. Das ist sehr gut. Kann ich zurück an die Universität Amman, weil ich kein Hebräisch spreche?“

Die männlichen Besucher gingen der Reihe nach hinaus, was die gescheite 22-jährige Tochter aus ihrem verschleierten Exil an der Tür befreite. Sie sprach leidenschaftlich; ich fürchtete, dass ich irgendeinen mysteriösen weiblichen Kodex verletzt hatte. „Was sagt sie?“, fragte ich den Jungen, einen Freund der Familie und zu jung um verlangen zu können, dass eine Frau ihr Gesicht versteckt und schweigt. Er grinste, durch ihren Ausbruch verlegen.

„Sie sagt: Macht Nasser ein Ende. Macht Shukairy ein Ende. Macht Hussein ein Ende. Es reicht. Es reicht. Frieden. Frieden.“

Es ist enorm schade, dass arabische Frauen in der arabischen Politik nichts zu sagen haben.