Wenn Jimmy Carter sich selbst erklärt

Es ist immer wieder interessant, wo, wem gegenüber und wie Bekloppte sich zu rechtfertigen versuchen. Jetzt war Jimmy Carter dran. Der hält sich ja viel auf sein baptistisches Christentum zugute. Wie er mit seinem Glauben verbindet, dass er die Feinde des Volkes seines Gottes unterstützt, ist mir etwas schleierhaft. Aber es sieht so aus, dass er gar nicht glaubt, diese Feinde zu unterstützen.

Wo kann man die antiisraelischen Tiraden besonders gerne finden? Da, wo die Jihad-Terroristen von Al-Qaida auch immer zu Wort kommen: Bei Al-Jazira, dem Kooperationspartner des ZDF. Dort steht ein Brief Carters an die „jüdischen Bürger Amerikas“, mit dem er den Wahnsinn zu rechtfertigen oder herunterzuspielen sucht, den er seit Jahren und Jahrzehnten und jetzt erst wieder mit seinem neuen Buch „Palestine: Peace Not Apartheid“ (Palästina: Frieden, nicht Apartheid) verbreitet.

Besonders nett ist sein Versuch zu beschönigen, dass er den Israelis „Apartheid“ vorwirft. Abgesehen davon, dass er Israel keine Apartheid im „Inland“ vorwirft, sondern „nur in den besetzten Gebieten“, definiert er nämlich angeblich auf einmal Apartheid anders: “Ich definierte [Apartheid] als zwangsweise Trennung zweier Völker, die in demselben Land leben, wobei das eine das andere dominiert und verfolgt. Ich machte im Text des Buches und in meiner Antwort an die Rabbis deutlich, dass das Apartheidssystem in Palästina nicht auf Rassismus gründet, sondern auf dem Wunsch einer Minderheit von Israelis nach palästinensischem Land und der daraus resultierenden Unterdrückung von Protesten, bei der Gewalt benutzt wird.“

Ach, was ist der Mann doch differenziert und realistisch! Warum, wenn er nicht die vom Rassismus geprägte Apartheid Südafrikas meint, benutzt er dann dieses Wort? Warum füttert er die Terroristen mit Munition ohne Ende? Wenn er „Apartheid“ sagt, dann wird jeder „Apartheid“ hören – und zwar die untrennbar damit verbundene Apartheid des burischen Südafrika! Wenn er versucht sich mit Haarspalterei – nicht in Israel, aber in den „besetzten Gebieten“; nicht rassistisch, sondern eine Land-und-Boden-Apartheid – herauszuwinden, ist er schwachsinnig unglaubwürdig, weil niemand diese „Differenzierungen“ wahrnimmt!

Ganz abgesehen davon nehme ich ihm seine Umdefinierung nicht ab. Wer schreibt: „Auf vielerlei Art ist dies mehr unterdrückend als die Verhältnisse unter denen die Schwarzen in Südafrika während der Apartheid lebten“, der weiß genau, was er da von sich gibt und auf welche Weise er vergleicht. Etwas anderes zu behaupten ist eine glatte Lüge.

Sorge um die Israelis gibt es bei Carter nicht einmal in der verlogenen Weise der übrigen Israel-„Kritiker“. Er brüstet sich mit „seinen“ Verhandlungen zum Friedensvertrag von 1979, mit seinen Reisen durch das Heilige Land während der letzten 33 Jahre (besonders den besetzten Gebieten), seinen persönlichen Beobachtungen und dem Monitoring bei den palästinensischen Wahlen 1996, 2005 und 2006, wofür eine gründliche und intime Beschäftigung mit palästinensischen Staatsbürgern (????), Kandidaten, Personen des öffentlichen Lebens und führenden Spitzenpolitikern Israels nötig waren, wobei Letztere Straßensperren in der gesamten Westbank und dem Gazastreifen und alle Facetten der Wahlen in Ostjerusalem kontrollieren (kontrollierten?).
(Spitzfindig könnte man jetzt fragen, wie die israelischen Spitzenpolitiker denn überall an den Straßensperren und für die Wahl wichtigen Facettenpunkten sein konnten…)

Weiterhin brüstet er sich, mit den „extremen Gewalttaten“ vertraut zu sein, die „an unschuldigen Zivilisten begangen wurden“, die Angst vieler Israelis zu verstehen und solche Terrorakte stark verurteilt zu haben.
Die nächste Breitseite des Eigenlobs kommt mit der Anmerkung, er habe die Hamas-Mitglieder und alle anderen Palästinenser aufgefordert der Gewalt abzuschwören und Israel anzuerkennen.

Und hier kommt direkt das, was bei Carter – wie anderen Israel-„Freunden“, die schlimmer als Israel-Feinde sind – immer kommt: Es muss sofort wieder verhandelt werden, Präsident Abbas hat das schon längst gefordert und ist bereit dazu, wer fehlt, ist die israelische Regierung.

Ist es nicht herrlich? Die Hamas fordert er ein bisschen auf, Israel soll ohne Rücksicht auf Verluste Abbas in den Hintern kriechen, Zugeständnisse machen und klein beigeben! Was Herr Carter völlig vermissen lässt, sind ähnlich kämpferische Worte an die Palästinenser, wie er sie an Israel richtet. Was er völlig ignoriert ist, dass es bei den Palästinensern eben nicht ausreicht sich mit Abbas zu einigen (was übrigens denselben Effekt hätte wie die Einigungen mit Arafat: NICHTS!), sondern dass es da auch andere „Spieler“ gibt, die sich einen Scheißdreck um das kümmern, was Israel und irgendeine politische Knalltüte der Palästinenser aushandeln. Da kann der senile Schwachkopf noch so sehr schwadronieren, man müsse die Verträge mit den Palästinensern einhalten und den Vorschlägen der Roadmap etc. folgen, es ist einfach Tatsache, dass er es zu begreifen ablehnt, dass von palästinensischer Seite bisher keinerlei Einhaltung erfolgt ist und keinerlei Einhaltung zu erwarten ist! Damit fällt der Vertragspartner weg. Und selbst, wenn Abbas mit der israelischen Regierung eine Einigung erzielen würde, die tragbar wäre: Hamas und ein paar weitere nicht ganz unbedeutende Gruppierungen haben etwas dagegen. Dazu müsste Abbas diese erst einmal überzeugen mitzuziehen. Das ginge nur, indem er ihre Macht (Waffen, Mannstärke) bricht – sprich: sie militärisch und politisch so weit marginalisiert, dass sie sich nicht mehr dagegen stemmen könnten. Ein Weg, der von den Gutmenschen für die Vernichtung der Juden genauso gescheut wird wie offene Kritik und harte Worte an die Palästinenser!

Wie scheuklappenbesetzt Carter ist, zeigt sich in seiner Beschreibung der Verhältnisse in den Palästinensergebieten. Er führt den Finanzierungs-„Boykott“ des Westens dafür an, dass man in Gaza so schlecht dran ist wie im Afrika südlich der Sahara. Ihm kommt aber offenbar nicht die Frage, warum es in den Palästinensergebieten an Waffen und Munition weniger als keinen Mangel gibt. Er stellt offenbar nicht die Frage, wo die Gelder der EU, EU-Mitgliedsstaaten, USA und selbst das Bisschen der „arabischen Brüder“ geblieben sind, die dieses Jahr trotz oder wegen des „Boykotts“ reichlicher flossen als jemals zuvor.

Fazit: Der debile alte Mann aus Georgia kann noch so viel reden: Es reicht nicht, um davon abzulenken, dass er wirklich kritische Worte nur für die Israelis findet, dabei die Realitäten vor Ort ignoriert und Anflüge von antisemitischen Tiraden von sich gibt, die ihn als glaubwürdigen Vertreter der Such nach einem wirklichen Frieden mehr als disqualifizieren. Er streut gezielt Falschdarstellungen – mit anderen Worten: Er ist ein Lügner und Scharlatan.

Dass es so ist, zeigt der Rücktritt von Professor Ken Stein wegen genau dieses Machwerks „Palestine: Peace Not Apartheid“ – nach 23 Jahren als treuer Mitarbeiter im Carter Center. Seine Begründung: Es strotzt vor sachlichen Fehlern, nicht zitiertem, abgeschriebenem Material, Oberflächlichkeiten, grellen Auslassungen und schlichtweg erfundenen Teilen. Neben dieser Bewertung schrieb Melanie Philipps eine, die es kurz und knapp auf den Punkt bringt: Das Buch ist widerlicher Quatsch kompletter Lügen, Verdrehungen, selektiver Auslassungen und Hass erfüllter Propaganda. Dem ist nichts hinzuzufügen. Die dem Buch attestierten Negativwertungen gelten gleichermaßen dem Autor. Und wer Carter als Antisemiten bezeichnen möchte, bekommt in Philipps’ Artikel reichlich Munition.
Nachtrag: Bevor jemand sich noch über Carters Behauptung mokiert, er habe 100.000 Bücher signiert (steht im Text bei Al-Jazira): Das ist ein Fehler, der nicht von Carter stammt; auf der Internetseite der Carter Foundation ist der Brief jetzt ebenfalls zu lesen, dort steht, er habe 10.000 Bücher signiert.

Nachtrag 2: Die Jerusalem Post berichtet, dass das Treffen mit den Rabbinern in Arizona, von dem Carter in seinem Brief schreibt, alles andere als „positiv“ verlaufen ist, da diese über Carter auch nach dem Treffen sehr verärgert und enttäuscht sind. Herr Carter scheint das nicht bemerkt zu haben (dann muss er taub sein) oder lässt es absichtlich aus. Unehrlichkeit ist also auch ein Merkmal des schlechtesten Präsidenten der USA.

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