Kehrtwende am Flughafen

Die Saga der Probleme mit einem Teil der muslimischen Taxifahrer am Flughafen Minneapolis/St. Paul geht weiter. Jetzt ist der Flughafenbetreiber sogar so weit, dass er genau das Gegenteil des Privilegierungsvorschlags vom letzten Jahr machen will: Am 16. Januar soll beschlossen werden, dass Taxifahrer, die Fluggäste ablehnen, weil diese Alkohol oder einen Hund mit sich führen oder weil die Fahrt zu kurz ist, beim ersten (gemeldeten) Verstoß ihre Flughafen-Lizenz für 30 Tage verlieren, beim zweiten Mal gleich für zwei Jahre. Bisher gilt, dass ein Taxifahrer, der eine Fahrt ablehnt, sich wieder hinten anstellen muss.

Mit dieser rigorosen Bestrafung scheint die Flughafengesellschaft auf massive Beschwerden zu reagieren, die ihrem Image schaden. Nachdem eine Protestwelle letztes Jahr die Privilegierung fundamentalistischer somalischer Taxifahrer gestoppt hatte, sollte eigentlich alles beim Alten bleiben. Trotzdem scheinen die Beschwerden nicht abzureißen, so dass der Flughafen deswegen reagiert. Flughafensprecher Hogan sagte, die neue Regelung solle ab 11. Mai wirksam werden, wenn ohnehin alle Taxilizenzen für den Flughafen zur Erneuerung anstehen. „Wir wollen die Fahrer davon im Vorhinein in Kenntnis setzen, damit sie, wenn sie meinen unter diesen Bedingungen nicht arbeiten zu können, die Möglichkeit haben ihre Lizenz nicht erneuern zu lassen.“

Eine polnischstämmige Flugbegleiterin wurde kürzlich von fünf Taxifahrern abgewiesen, als sie aus Frankreich zurückkommend Wein dabei hatte. Sie bringt die Stimmung auf den Punkt: „So wie ich es sehe, dann trifft man, wenn man in ein anderes Land kommt, einige Entscheidungen“, sagte sie. „Ich habe nie erwartet, dass hier alles wie in meiner Heimat sein wird und habe mich angepasst. Ich habe nie davon geträumt meine Vorstellungen anderen aufzuzwingen.“

Die extremistischen Muslime geben aber nicht auf. Hassan Mohamud, der Imam der Al-Taqwa-Moschee von St. Paul und Direktor des Islamic Law Institute der Muslim American Society of Minnesota behauptet, den Muslimen aufzuerlegen Alkohol transportieren zu müssen sei eine Verletzung ihres Glaubens wie auch des Geistes des ersten Verfassungszusatzes. Derzeit seien mehr als die Hälfte der Taxifahrer des Staates Muslime und 150.000 Muslime lebten in Minnesota, deshalb sollte der Wille dieser Mehrheit der Taxifahrer respektiert werden.

Die passende Antwort besteht in einer Frage des PowerLine-Blogs: Was ist mit dem Willen der Mehrheit der Passagiere? Was ist mit dem Prinzip des Diensts an der Öffentlichkeit? Einmal abgesehen davon, dass viele der somalischen Taxifahrer die Strafmaßnahmen befürworten und auf dem Standpunkt stehen, dass sich die, die das nicht machen wollen, einen anderen Job suchen sollten. Vor diesem Hintergrund stellt sich schonmal die Frage, für wie viele der Taxifahrer die Islamistentruppe der Al-Taqwa-Moschee überhaupt spricht.

Besonders „nett“ finde ich den Versuch der Extremisten, den ersten Verfassungszusatz ins Spiel zu bringen. Der schützt (u.a.) die freie Religionsausübung. Der Imam aber will das Prinzip verändern: Statt dass sich der Staat, wie im Zusatz gemeint, nicht in religiöse Belange einmischt, will man hier, dass der Staat für die Privilegierung einer Religion sorgt und deren Prinzipien dem ganzen Volk aufzwingt – was dem Verfassungszusatz ausdrücklich widerspricht, da er die Bevorzugung einer Religion verbietet. Es ist also die Umkehrung dessen, was mit dem Verfassungszusatz erreicht werden sollte. Gelernt haben die Islamisten das bei den Linksliberalen, die unter dem Deckmantel des Prinzips der Trennung von Staat und Kirche gleich alles Christliche aus der Öffentlichkeit verbannen lassen wollen. Spannend wäre jetzt zu wissen, ob die den Islamisten gleiches zuzumuten bereit wären oder eher deren Ansprüche unterstützen würden.

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