Die Guten und die Bösen

So kann man – wieder einmal – kategorisieren. Jedenfalls, was das Eingreifen in einen Konflikt und die folgende Reaktion Europas und seiner Medien wie Politiker angeht. Was wurde in Europa nicht alles an Kritik geäußert, dass Äthiopien gegen die Scharia-Mordislamisten der ICU vorging, die die rechtmäßige Regierung Somalias bekämpfte. Schnell wurde auch behauptet, die Amerikaner hätten die Äthiopier einen Stellvertreterkrieg führen lassen. Dann kamen amerikanische Flieger-Einsätze hinzu. Da lief das Fass dann endgültig über. So etwas darf es nicht geben. Auslandstruppen raus aus Somalia!

Es genügt aber nicht, dass die Terror-Islamisten nicht vertrieben werden dürfen. Auch nicht, dass deren Übergriffe nach Äthiopien ignoriert wurden, die den Äthiopiern neben der Unterstützung der rechtmäßigen somalischen Regierung auch einen casus belli für Eigenschutz lieferte. Inzwischen kann konstatiert werden, dass weitere Fakten zumindest ignoriert, wenn nicht bewusst totgeschwiegen werden: Daveed Gartenstein-Ross schreibt auf pajamasmedia, dass schon vier Monate vor dem äthiopischen Eingreifen eritreische Soldaten auf Seiten der Islamisten kämpften. Seit Ende August letzten Jahres sollen 2.000 voll ausgerüstete Soldaten Eritreas nördlich von Mogadischu eingetroffen sein und in Kämpfe eingegriffen haben. Wie groß die Zahl eritreischer Kampftruppen heute ist, wird nicht berichtet.

Die Zahlen könnten strittig sein. Fakt ist, dass Eritrea lange vor Äthiopien mit Truppen aktiv in die Kämpfe eingriff. Fakt ist weiterhin, dass Eritrea mit regulären Truppen helfen wollte die rechtmäßige Regierung Somalias zu stürzen. Fakt ist auch, dass die UNO-Beobachtergruppe dieses militärische Eingreifen festgestellt und berichtet hat. Und dass eritreische Soldaten in Kämpfen gegen die äthiopischen Truppen an der Seite von Islamisten-Kämpfern gefallen sind.

Ein ranghohes Mitglied der somalischen Regierung stellte nüchtern fest: Eritrea unerstützte die ICU, um als Stellvertreter für Eritrea Äthiopien zu destabilisieren. Mit anderen Worten: Die Islamisten sollten für Eritrea einen Stellvertreterkrieg gegen Äthiopien führen.

Interessant ist wieder einmal, wie der Aufschrei erst entsteht, wenn die Terroristen in die Defensive gedrängt werden, ein westlich orientierter Staat gegen brutale, verbrecherische Terror-Truppen vorgeht und die Amerikaner auf der „falschen“ Seite stehen. „Ausländisches Militär raus“ gilt nicht für alle gleich. Es gibt immer diejenigen, für die das nicht gilt. Und die sind seltsamerweise immer die, die dem Terror Hilfe geben oder ihn antreiben.

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