Fallenstellern nicht ins Netz gehen

Über ein wenig beachtetes Kampfmittel der Jihadisten (bzw. ihrer westlichen Fans) hat Charles Jacobs berichtet. In Stanford ging ein arabischer Student die Professorin Ruth Wisse an: „Warum ist Israel so ein Apartheid-Staat?“

Wie soll man auf eine solche Frage antworten? Der normale Reflex ist, den Versuch zu unternehmen die absurde Behauptung zu widerlegen. Argumentativ, indem man aufzeigt, was Apartheid ist und wie anders es in Israel ist. Und damit (oder jeder anderen argumentativen Antwort) geht man dem Fragenden schon in die Falle. Er stellt die Frage nicht, um sie beantwortet zu bekommen. Er wird sich auch nicht durch Argumente und Fakten irgendwie davon abbringen lassen. Er kann mit seiner verqueren „Logik“ eher noch dafür sorgen, dass der Apartheidsbegriff umdefiniert wird und weitere Anwesende überzeugt, dass Israel ein Apartheidstaat ist.

Das hatte Professorin Wisse erkannt und ließ sich gar nicht erst auf eine Diskussion ein. Sie konterte auf die Absurdität ihrerseits mit einer Absurdität: „Warum hast du deine Oma umgebracht?“, fragte sie im Gegenzug den Studenten.
Der Aggressionskünstler war zwar perplex, versuchte es aber wieder: „Warum ist Israel so ein Apartheid-Staat?“ Und er erhielt genau zur „Antwort“: „Komm schon, sag uns, warum du deine Oma umgebracht hast!“
Nach einigen Wiederholungen dieses Wechselspiels gab der Typ auf.

Mit ihrem Oma-Gegenschlag, sagte die Professorin, habe sie ihren Standpunkt demonstriert: Wenn man bei absurden Vorwurf erklären muss, weshalb man nicht schuldig ist, dann befindet man sich schon in der Position des Verlierers. Das wollte sie nicht und hat ihm die Absurdität seines Vorwurfs aufgezeigt. Dass er mit eingezogenem Schwanz abging, zeigt die Wirksamkeit ihres Vorgehens.

Für die Diskussion um Israel muss man sich hinter die Ohren schreiben: Das „Rezept“ das „Märchen“ mit Fakten zu kontern wirkt nicht, wenn man solchen Plattmachern gegenüber steht. Denn es wirkt so, dass alles weiter auf Israel konzentriert bleibt. Statt dessen sollte der Ball ins gegnerische Feld getragen werden: Da die Vorwürfe gegen Israel in der Regel alles Vorwürfe sind, die auf arabische Länder zutreffen, ist es doch wohl nicht mehr als in Ordnung, wenn die Behauptung – die Lüge – durch Fakten aus der arabischen Welt gekontert werden. Ein Beispiel:

Die Lüge: Israel ist ein Apartheid-Staat.
Die Wahrheit: Das ist lächerlich.
Der Konter: Aber ich bin froh, dass Sie das Thema Apartheid aufgebracht haben. Christen fliehen aus palästinensisch kontrollierten Gebieten, weil sie unter muslimischer Gewalt leiden. Gewalt gegen Frauen, insbesondere „Ehrenmorde“, bei denen männliche Verwandte Frauen wegen „unanständiger“ sexueller Beziehungen töten, sind nicht nur in den Palästinensergebieten Gang und Gäbe, sondern in der gesamten muslimischen Welt. Juden dürfen keinen Fuß auf saudi-arabischen Boden setzen.
Wenn wir also von Apartheid reden, dann sollten wir uns ansehen, dass etwas der Apartheid sehr Ähnliches in der arabischen Welt zu finden ist, in der Frauen und Kinder, Schwule und Lesben, Christen und Juden kontrolliert, ausgewiesen, gepeinigt und getötet werden. Dagegen sollten wir protestieren.

Es bleibt zu hoffen, dass vielleicht sogar die israelischen Staatsorgane irgendwann merken, wie sie den Fallenstellern nicht mehr ins Netz gehen.

Tipp: Jihad Watch

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