Ein mediales Nicht-Ereignis

Manchmal fragt man sich, wofür die Presse- und sonstigen Medienvertreter eigentlich gut sind:

Am 20. Januar fand in London im Rahmen eines Themenkongresses zu „Weltzivilisation oder Zusammenprall der Zivilisationen“ eine Debatte statt. Organisiert wurde sie von Bürgermeister „Red“ Ken Livingstone, der sich als Gegner Daniel Pipes auserkoren hatte. Jeder der beiden konnte einen „Sekundanten“ mitbringen. Livingstone entschied sich für eine hysterische Labertasche mit Stoff um den Kopf, Pipes für einen jungen Mann mit erheblichen Wissen und Redepotenzial.

Wenn man berücksichtigt, dass es Dutzende (wenn nicht über 100) Medienvertreter gab, die die vier Vorträge mit anschließender Frage-Antwort-Sequenz verfolgten, dann muss man sich wundern, dass es darüber praktisch keine Berichterstattung in den traditionellen Medien sowie auf ihren Internet-Seiten gab. Lediglich die Blogger-Szene widmete dem Ereignis Aufmerksamkeit. Und hier kamen dann bezüglich der „seriösen“ Medien auch gelegentlich durchaus zutreffend erscheinende Vermutungen über deren Nicht-Berichterstattung auf. So ganz falsch kann beispielsweise die Vermutung nicht sein, dass sämtliche großen Print-, Hör- und TV-Medien zwar vor Ort waren, die Veranstaltung dann aber totschwiegen, weil ihrer Meinung nach der Falsche siegreich daraus hervor gegangen ist (nämlich Pipes).

Die Krone setzt dem Ganzen aber – wer sonst? – die BBC auf: Während jegliche Erwähnung der Debatte in ihrem englischsprachigen Programm fehlt, durften die britischen Gebührenzahler immerhin einen Bericht auf Arabisch finanzieren. Der ist jetzt auch bei YouTube zu sehen. Vielleicht wird er ja mal übersetzt…

(Den Vortrag von Daniel Pipes kann man in Englisch hier lesen, auf Deutsch folgt er demnächst.
Auf YouTube stehen auch 8 Videos der Debatte; wer sie nicht gestückelt sehen will, kann sie bei Global Defense Group am Stück sehen.)

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