Er knallt weiter durch

Das Simon Wiesenthal Center hatte Unterschriften gesammelt, um Ex-Präsident Jimmy Carter zu zeigen, was die Leute von seinem neuen Buch halten. 25.000 Unterschriften wurden dem Knallkopf zugeschickt.

Daraufhin hat Jimmy Carter dem Leiter des Simon Wiesenthal Center einen Brief geschrieben. Dafür hat er eine ganze Seite gebraucht. Auf der stand handschriftlich:

An Rabbi Hier
Ich glaube nicht, dass Simon Wiesenthal auf Lügen und üble Nachrede zurückgegriffen hätte, um Spenden zu sammeln.
Hochachtungsvoll
Jimmy Carter

Wenn der Mann so schlechte Augen hat, dass er für das bisschen Text eine volle Seite braucht, kann man ihm das nicht vorwerfen. Vorwerfen aber muss man ihm, dass er wieder einmal sich selbst zum unangreifbaren Superguru und einzig Wissenden erhebt, dessen jüngstes Buch nicht kritisiert werden darf, schon gar nicht von Juden. Dann werden gleich tote Juden als „Zeugen“ angeführt, dass die Kritik unrechtmäßig ist. Außerdem warf er dem SWC vor für Spenden zu werben – was mit einer Petition im Internet nun wirklich nicht erzielt werden soll. Mit anderen Worten: Carter lenkt ab, um selbst das zu tun, was er dem SWC vorwirft: er sagt die Unwahrheit und übt üble Nachrede!

Rabbi Hier hat die entsprechende Antwort geschrieben, auch auf einer Seite:

Sehr geehrter Präsident Carter,
dies ist die Antwort auf Ihren Brief vom 26. Januar 2007.
Ich glaube, dass Simon Wiesenthal über Ihr Buch „Palestine: Peace Not Apartheid“ ebenso empört gewesen wäre wie ich.
Ich habe das Buch gekauft und sorgfältig gelesen, bevor ich mir eine Meinung gebildet habe. Es ist mir unbegreiflich, dass Sie, nachdem Sie das historische Ereignis der Vermittlung des Friedens zwischen Israel und Ägypten erzielt haben, ein solches Buch schreiben konnten.
Lassen Sie mich sagen, Herr Präsident, dass ich keiner bin, der glaubt Israel sei unfehlbar und nicht zu erheblichen Fehlurteilen in der Lage. Staaten sind, wie Menschen, fehlbar. Aber in Ihrem Buch kommt die Tatsache nicht vor, dass es niemals einen Zaun gegeben hätte, hätten die Palästinenser nicht Terror und Selbstmordanschläge gegen unschuldige Zivilisten als ihre Haupttaktik gewählt hätten. Kein Staat, einschließlich des unseren, der Vereinigten Staaten von Amerika, würde anders handeln. Stünden wir solchen Angriffen unserer Nachbarn gegenüber, wären wir die ersten, die einen Sicherheitszaun bauten. Das ist nicht Apartheid, Herr Präsident, das ist Selbstverteidigung – das Recht eines jeden Staates und eines jeden Menschen.
Bis zum letzten Atemzug glaubte Simon Wiesenthal, dass der einzige Grund dafür, dass es im Nahen Osten keinen Frieden gibt, in den islamischen Extremisten zu finden ist, die jeden Kompromiss zurückweisen, nicht im Staat Israel.
Ich hoffe, das stellt unsere Haltung klar.
Hochachtungsvoll
Rabbi Marvin Hier

Ich würde dem gerne hinzufügen, dass die USA bereits einen Zaun haben – der illegale Einwanderer abhalten soll, nicht Terroristen. Und in einem Punkt irrt Rabbi Hier: Wahrscheinlich würde fast jeder Staat anders handeln – nämlich nicht mit einem Sicherheitszaun, sondern mit massivem Vorgehen gegen die Terroristen auch mit Waffengewalt.

Ich bezweifle allerdings, dass der Ex-Präsident mit der raumgreifenden Handschrift das akzeptieren wird. Eher führt er weiter Simon Wiesenthal als Zeugen gegen dessen Nachfolger an und schmiert weiter seine Gehässigkeiten auf Papier und in Mikrofone.

Nachtrag: Bei The PowerLine wird eine lustige Idee unterstützt, nachdem ein Leser das angefangen hat:

Als ich J. Carters Notiz an Rabbi Hier las, schoss mir durch den Kopf, dass vielleicht eine Spende angemessen sein könnte. Und da der Zweck davon, wie der ehemalige Präsident dem Rabbi vorwirft, die Rechtfertigung von „Lügen und üble Nachrede“ ist, dachte ich mir: „Gibt es etwas Besseres, als meinen Teil dazu beizutragen und im Namen von Jimmy Carter zu spenden?“

Dieser Leser und The Power Line finden, dass sich andere anschließen sollten. Na ja, müssen ja nicht nur Amerikaner sein, die das machen – oder?

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