SPIEGELbild des Tempelbergs

Hat beim Spiegel einer nicht aufgepasst oder ist da etwas gesunder Menschenverstand ausgebrochen? Spirit of Entebbe hat jedenfalls per Screenshot festgehalten, dass sie dort einmal nicht die israelische Polizei als Aggressoren darstellten, sondern schrieben, dass sich die Polizisten sich (gegen Muslime) verteidigen!
Und dann schreibt der Spiegel in seiner zugehörigen Fotostrecke auch noch (Bild 3 von 9): Tränengas vor den Heiligtümern, die Polizisten waren zuvor mit Steinen ANGEGRIFFEN worden (Hervorhebung von mir). Ich staune!Aber es kommt noch besser: In Muslimische Hetze gegen Bauarbeiten steht im Vorspann klipp und klar: Von Indonesien über Jordanien bis nach Ägypten und Marokko werden Proteste gegen die Bauarbeiten am Tempelberg laut. Dabei ist die heilige al-Aksa-Moschee gar nicht berührt. Doch das kümmert die religiösen Fanatiker nicht: Sie wollen den muslimischen Alleinanspruch auf Jerusalem. Im weiteren Text folgt die Klarstellung, dass die Arbeiten außerhalb „der Mauer“ statt finden und es keinerlei Berührungspunkte gibt.
Als ich nachsah, wer das geschrieben hatte, stelle ich allerdings fest: Das ist kein Spiegel-Redakteur, sondern einer von der Weltwoche. Und schon gibt’s wieder böse Gedanken: Ob einer der eigenen Spiegel-Leute so etwas geschrieben hätte?

Die übrigen Meldungen des Spiegel zu den Tempelberg-Krawallen wahren weiter ihre Scheinneutralität: In Krawalle am Tempelberg beschießt die Polizei schon den Versuch der Gläubigen eine Demonstration zu versammeln. Die palästinensischen Vorwürfe werden zitiert und nicht mit Fakten ergänzt – so beispielsweise, wenn beim Vorwurf von Mustafa Barguti, die Israelis seien „noch vor dem Ende der Freitagsgebete gewaltsam auf den Tempelberg vorgestoßen“. Ebenso werden die „Befürchtungen“ der Muslime, die Bauarbeiten könnten „die heiligen Stätten des Islam beschädigen“ einfach stehen gelassen. Wenigstens steht da auch noch, dass diese heiligen Stätten „nahe gelegen“ sind.

In Viele Verletzte bei Krawallen am Tempelberg sind es Demonstranten und Polizei sowie „Zusammenstöße“, die „aufflammen“ – kein Wort davon, wer das initiiert hat. In der Altstadt, heißt es wenigstens richtig herum, „bewarfen Palästinenser Polizisten mit Steinen und Flaschen“. Aber im Rückblick auf den „hot spot“ Tempelberg darf natürlich nicht fehlen, dass Ariel Sharons Besuch 2000 die „zweite Intifada“ mit „mehrjährigen Unruhen“ auslöste.

“Mehrjährige Unruhen“ – wirklich eine sehr treffende Bezeichnung für Hunderte Selbstmord-Attentate, Tausende Raketen, weitere unzählige sonstige Mordversuche an Juden und über 4000 toten Terroristen sowie unbeteiligten Palästinensern, die zur falschen Zeit einem Terroristen zu nahe kamen. Im Großen und Ganzen bleibt der Spiegel seiner Linie treu, palästinensischen Terror mit Euphemismen zu tarnen. Solche gelegentlichen „Ausrutscher“ durch Fremdautoren oder Henryk M. Broder sorgen dafür, dass er sich ein Feigenblatt vorhalten kann, mit dem er Kritik abschmettert.

Übrigens: Hier gibt’s Webcam- und andere Bilder von der Tempelbergmauer.

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