Geistesgroß, geistesgrößer, Finkelstein

Einer meiner ganz besonderen Lieblingsgeistesgroßen hat mal wieder zugeschlagen. Der Herrenmensch der jüdischen Anklage jüdischer Scheinverbrechen ist sich nicht zu schade Unwahrheiten zu verbreiten, um sich selbst zu bestätigen. Und ausgerechnet Benny Morris, immer noch Kultfigur der neuen Historiker (trotz seiner Teilrückzüge aus diesem Irrsinn) und damit eigentlich prädestiniert für Finkelstein-Unterstützung, muss dem US-Guru des jüdischen Antisemitismus vorhalten, dass er gefälligst die Wahrheit sagen soll.

Norman Finkelstein, Benny Morris und Peace Not Apartheid

CAMERA, 7. Februar 2007

Die Brandeis University Radical Student Alliance hat den Antiisrael-Aktivisten Norman Finkelstein eingeladen, um auf dem Campus zu sprechen, berichtet eine Universitäts-Zeitung. Das genaue Thema des Vortrags wurde in dem Artikel nicht beschrieben, aber als der Assistant Professor der DePaul University zuletzt sprach – am 25. Januar 2007 in der Stanford University – fügte er seiner typischen Haut-Israel-Tirade eine Verteidigung des Buches Palestine: Peace Not Apartheid von Jimmy Carter hinzu.

Es erscheint irgendwie angemessen, dass der ehemalige Präsident im Kielwasser der weit verbreiteten Verurteilung von Carters zahlreichen Fehldarstellungen in Finkelstein einen Unterstützer gefunden hat. Wie Carter ist Finkelstein wegen extremer Unehrlichkeit in seiner „Forschung“ kritisiert worden. Peter Novick, Professor an der University of Chicago, den Finkelstein als Inspiration zitierte, schrieb im Londoner Jewish Chronicle, dass Finkelsteins Buch „Die Holocaust-Industrie“ durch „falsche Anschuldigungen“, „unerhörte Falschdarstellungen“, „absurde Behauptungen“ und „wiederholte Fehl-Äußerungen“ charakterisiert sei (Quelle: A charge into darkness sheds no light, 28. Juli 2000).

“Von keinen der von Finkelstein behaupteten Fakten sollte angenommen werden, dass sie tatsächlich Fakten sind, von keinem Zitat in seinem Buch sollte angenommen werden, dass es stimmt, ohne sich die Zeit zu nehmen seine Behauptungen sorgfältig mit den von ihm zitierten Quellen zu vergleichen“, warnt Novick später (Quelle: Süddeutsche Zeitung, 7. Februar 2001).

Es überrascht daher kaum, dass Finkelsteins Verteidigung Carters – besonders dass er den israelischen Historiker Benny Morris zitiert, um Carters Anschuldigungen von israelischer Apartheid zu unterstützen – selbst trügerisch ist. In Stanford erwähnte Finkelstein Morris, als er anführte die Prämisse von Carters Buch sei nicht umstritten, sondern weit gehend akzeptiert. Der DePaul-Professor wurde in einem Text vom 28. Dezember 2006 deutlicher, das er für die extremistisch antiisraelische Internetseite CounterPunch.org schrieb; dort führt er an Morris unterstütze die folgende Behauptung:

Kein Aspekt von Carters Buch hat mehr Empörung geweckt als seine Identifizierung israelischer Politik in den Besetzten Palästinensischen Gebieten mit Apartheid. Michael Kinsley nannte es in der Washington Post „töricht und unfair“, der Boston Globe kommentierte, das sei „unverantwortlich provokativ“ und die New York Times berichtete, dass jüdische Gruppen es als „gefährlich und antisemitisch“ verurteilten.“

Tatsache ist, dass der Vergleich unter informierten Kommentatoren gang und gäbe ist.

Finkelstein nennt Morris dann zweimal in den folgenden Absätzen und suggeriert, dass der israelische Historiker einer dieser „informierten Kommentatoren“ ist, der Carters Apartheids-Vergleich zustimmt.

Was glaubt Benny Morris wirklich? Als CAMERA ihn wegen Finkelsteins Bemerkungen fragte, antwortete er:

Norman Finkelstein ist ein notorischer Verdreher von Fakten und meiner Arbeit, aber kein ernsthafter oder ehrlicher Historiker.

Israel ist kein Apartheid-Staat – ganz im Gegenteil. Es ist einfach der demokratischste und politisch egalitärste Staat im Nahen Osten, in dem arabische Israelis sich weit mehr Freiheiten, besseren Sozialleistungen usw. erfreuen als in allen anderen arabischen Staaten seiner Nachbarschaft. Arabische Repräsentanten in der Knesset, die ständig zur Abschaffung des jüdischen Staates aufrufen, die Hisbollah unterstützen usw., erfreuen sich mehr Freiheiten als viele westliche Demokratien ihrer internen Opposition zugestehen. (Die USA würden Kongressabgeordnete vor Gericht stellen und ins Gefängnis stecken, die den Sturz der US-Regierung oder den Untergang der USA fordern.) Der beste Vergleich bestünde im Umgang mit den japanischen Amerikanern durch die US-Regierung … und die [Einkerkerung] deutscher Emigranten durch die britische Regierung in Großbritannien im Zweiten Weltkrieg… Die israelischen Araber identifizieren sich im großen und ganzen mit den Feinden Israels, den Palästinensern. Aber Israel hat sie (seit 1966 [als Israel das Kriegsrecht aufhob]) weder massenhaft verhaftet noch ihre Freiheiten beschränkt.

[Morris fügte später noch hinzu: Israel … hat zehntausende Araber nicht willkürlich eingesperrt, aus Furcht sie könnten die gegen Israel Krieg führenden Araber unterstützen; weder 1948, noch 1956, 1967, 1973 oder 1982 – trotz der Unterstützung der israelischen Araber für die feindlichen arabischen Staaten.]

Was die besetzten Gebiete angeht, so ist die israelische Politik bestimmt von Sicherheitsüberlegungen (ob man mit ihnen überein stimmt oder nicht, oder ob man alle Maßnahmen jederzeit gut findet oder nicht) statt Rassismus (obwohl es sicher Israelis gibt, die in ihrer Haltung und ihrem Tun gegenüber den Arabern eher von Rassismus motiviert sind) – und die arabische Bevölkerung leidet dadurch. Aber die Bevölkerung des Gazastreifens und der Westbank (Araber) sind keine israelischen Staatsbürger und können nicht erwarten von denselben Rechten zu profitieren wie israelische Bürger, so lange die Besatzung oder (genauer gesagt) Halb-Besatzung weiter geht, die selbst ein Resultat des fortgesetzten Krieges zwischen den von der Hamas geführten Palästinenser (und ihren syrischen und anderen arabischen Verbündeten) und Israel ist.

Dem ist nichts hinzuzufügen außer einer Zusammenfassung: Finkelstein lügt.
Er bastelt sich seine Fakten selbst; diese haben nichts mit der Realität zu tun. Dazu ist er sich nicht zu schade anderen Menschen Aussagen und Meinungen zu unterstellen, die diese nie geäußert haben.
Er weiß es besser. Wer wider besseren Wissens die Unwahrheit sagt, der ist ein Lügner.

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