Stilblüten und Versprecher

Der WDR macht sich einen Spaß daraus, von Peter Zudeick die Politik der zurückliegenden Woche durch den Kakao zu lassen (steht so auf der Internetseite). Dabei werden Aussagen auf’s Korn genommen, Stilblüten, Umstände, Versprecher, was auch immer – und dann kommentiert in die Weltgeschichte posaunt. Das ganze nennt sich Der satirische Wochenrückblick (Archiv, den aktuellen Beitrag gibt’s hier.) Heute durften wir uns wieder über Herrn Steubers neue Lockerheit amüsieren, über Frau Merkels Nichtanwesenheit beim Beginn des Straßenkarnevals oder auch über Herrn Müntefering, der meinte die Fenster des Reichstags würden in Berlin geputzt und nicht in Polen irgendwo. Eine Aussage zum Kringeln – der Reichstag wird abgetragen, auf Laster geladen und nach Stettin gefahren, damit die Fenster dort geputzt werden und dann der ganze Trosse wieder nach Berlin zurückkehrt. Na ja, es hätte ja auch gereicht die Fenster auszubauen, lieber Übertreiber! Oder Hubertus Heil von der SPD, der meint die SPD sei nicht überaltert, sondern in Teilen unterjüngt.

Schade ist, dass der WDR seine eigenen Unsinnigkeiten und Versprecher nicht in solche Läster-Beiträge einbringt. Vielleicht sind sie dafür zu vornehm, vielleicht wollen sie auch nur zeigen, dass lediglich die Politik sich blamiert. Fakt ist, dass es in Köln zunehmend Versprecher gibt, die nicht unbedingt für den Sender sprechen. Auffällig ist dabei, dass es oft die Sprecherinnen sind, die sich einen Lapsus leisten; während die Herren Sprecher gelegentlich über einen fremdländischen Namen stolpern (bzw. ihn nicht korrekt auszusprechen gelernt haben), gelingen den Damen immer wieder Leistungen, die für Komödianten ein gefundenes Fressen sein müssten. Diese haben nicht unbedingt etwas mit fachlichem Wissen oder Nichtwissen zu tun. Heute Mittag war es wieder einmal so weit. Um 14 Uhr verkündete die Nachrichtensprecherin, welchen Gegner Bayer Leverkusen heute hatte:

„Hannover Neunundsechzig“

Das ist kein solcher Versprecher durch nicht vorhandenes Wissen, wie seinerzeit bei Carmen Thomas im Aktuellen Sportstudio mit dem berühmten „Schalke Null-Fünf“. Es handelte sich ja um keine Moderation einer Sportsendung. Die Sprecherin hatte schlichtweg statt einer „96“ zu lesen „69“ gesagt.

Jetzt kann man spekulieren: Hat die Dame schlichtweg falsch gelesen oder hat ihr irgendein Drecksack die falsche Zahl da hin geschrieben?

Angesichts Klöpse, die in den letzten Monaten so alle zu hören waren, fürchte ich, dass sie sich schlichtweg verlesen hat. Ich frage mich, warum das dort mehrheitlich Frauen passiert. Und warum der WDR immer nur andere durch den Kakao zieht, aber nicht den Humor hat, das mit sich selbst auch zu tun.

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