Religions-Stasi

Wann immer ein System es nötig hat seine Vorstellungen von Moral und Treue zum System mit Hilfe von (gar noch dafür bezahlten) Spitzeln durchzusetzen und aufrecht zu erhalten, dann ist klar, dass es ein totalitäres, unfreies und nicht den Menschen bzw. dem Volk verpflichtet ist, sondern ausschließlich seiner totalitären, tyrannischen Ideologie. Das war bei den Blockwarten unserer ruhmreichen tausend Jahres so, das hatte die DDR mit ihren (Inlands-)IMs, wir können es in allen noch übrig gebliebenen Diktaturen finden, ob sie nun eher kommunistischen oder faschistischen Charakter haben – oder eben einen islamistischen.

Letzteres findet man jetzt in Malaysia. Nicht im ganzen Land, aber in einzelnen Bundesstaaten. So ein Bericht von AP:

Die Religionspolizei eines malaysischen Bundesstaates plant Spione einzusetzen, die als Kellner oder Hausmeister in Hotels arbeiten, um Aktivitäten zu stoppen, die die Behörden als unmoralisch ansehen, darunter Sex zwischen Unverheirateten… Die in der malayischen Sprache als „mat skoding“ bekannten Spione sollen der islamischen Polizei Tipps zu vermeintlichen unmoralischen Aktivitäten im nordöstlichen Bundesstaat Terengganu geben… Rosol [der Vorsitzende des islamischen Sozialkomitees des Staates] sagte, die Spione würden nach unverheirateten Paaren Ausschau halten, die „khalwat“ begehen oder „zu eng mit einander umgehen“, was unter dem islamischen Gesetz in Malaysia Ehebruch gleich gestellt ist. Das gilt für unbeaufsichtigte Treffen zwischen Männern und Frauen. Wer der khalwat für schuldig befunden wird, kann nach islamischem Gesetz, das nicht für Nichtmuslime gilt, mit bis zu zwei Monaten Haft bestraft werden. Den Spitzeln wird für jeden Hinweis eine Belohnung gezahlt.

Rosol sagte, die Spione würden gebraucht, weil „genaue Details die Polizisten genaue Informationen benötigten, um handeln zu können; andernfalls würden sie verheiratete Paare verheiratete Paare vorgehen.“

Genau das scheint aber trotzdem gelegentlich zu passieren; im Oktober stürmten die islamische Behördenvertreter das Haus eines amerikanischen Rentnerpaares auf einer malaysischen Ferieninsel wegen des Verdachts auf khalwat. Warum das nicht muslimische Paar unter Verdacht stand, ist nicht klar. Der Vorfall war jedenfalls sehr peinlich, vor allem, weil Malaysia versucht Touristen anzuziehen und im Ausland Lebende zu überzeigen Zweitwohnsitze im Land zu erwerben.

Die Vorgehensweise der Religions-Stasi, mit Spitzeln zu arbeiten, stößt auch in Malaysia nicht auf ungeteilte Befürwortung:

Anfang des Monats drängte der führende islamische Leiter des Bundesstaates Perlis die islamischen Behörden aufzuhören öffentliche Hinweise über muslimische Paare zu belohnen, die sich unmoralisch verhalten. Er sagte, das sei gegen islamische Lehren, denn es ermutige zum Eindringen in die Privatsphäre.

Anscheinend beklagt der gute Mann aber nur das Spitzelsystem. Ist mit Hilfe von unbezahlten Tippgebern zu arbeiten weniger Eindringen in die Privatsphäre?
Vielleicht ist er aber auch nur vorsichtig, damit die Religions-Stasi sich nicht gegen ihn wendet; ohne die bezahlten Spitzel sind die Informationen nicht so gut und so kann nicht so intensiv durchgesetzt werden, was die Extremisten wollen.

Tipp: Dhimmi Watch

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s