Geistige Umweltverschmutzer

Ein Glanzstück geistiger Umweltverschmutzung liefert mal wieder die junge Welt in einem Interview. Sowohl die Frage des Redakteurs als auch die Antwort des Interviewten zeugen von einer Debilität, die Ihresgleichen sucht. Die Frage hat es in sich:

Hat der Antiislamismus den Antisemitismus als bedeutendste Hassideologie abgelöst?

Das sitzt! Da werden gleich alle modernen PC-Lügen in eins gefasst: Antiislamismus ist (mindestens) so schlimm wie Antisemitismus, rassistisch, diskriminierend und böse und gehörigst auszurotten. Antisemitismus? Halb so wild, den gibt’s nur bei Rechten, diese Marginalie kann weit gehend vernachlässigt werden. Das heben wir uns für Proteste gegen die NPD auf – und für Erinnerungsveranstaltungen zum 9. November 1938 oder zu den KZs. Nein, Antiislamismus, Islamophobie, das sind die Schlagworte! Das ist das heutige Übel! Das ist die Ideologie, die den Übeln des letzten Jahrhunderts und der Jahrhunderte davor folgt. Die wirklichen Opfer sind nicht die Juden! Das sind die Moslems! Einzig und ausschließlich. Ohne jeden Grund!

Klar war auch, dass das nur ein Stichwort für den Menschenrechtsanwalt in Bremen und Berlin war:

Der Eindruck kann entstehen, wenn wir uns die täglichen Nachrichten und Horrormeldungen über »Ehrenmorde«, islamistische Gewalt an den Schulen, die Absetzung von Mozart-Opern und dergleichen vergegenwärtigen. Auch wenn manchmal tatsächliche Probleme aufgegriffen werden: Niemand käme auf die Idee, ähnliche soziale oder individuelle Gewalterscheinungen in der Mehrheitsgesellschaft als »christliche Gewalt« gegen Frauen, Kinder oder Ausländer zu charakterisieren. In allen Talkshows und Stammtischrunden wird die päpstliche Bann-Bulle des »aufgeklärten christlichen Abendlandes« gegen den »gewaltbereiten Islam« verbreitet, es wird deutschnational verkündet: »Wir dürfen nicht einknicken!« Vom gemeinen Moslem wird verlangt, daß er sich im vorauseilenden Gehorsam distanziert und denunziert, was das Zeug hält. Trotzdem bleibt auch der Antisemitismus zentraler Bestandteil des Rassismus, er hat offenbar längst wieder die Mitte der Gesellschaft erreicht.

Ja klar, ein falscher Eindruck. Ja, der Antisemitismus ist noch da und sogar in der Mitte der Gesellschaft. Aber Opfer sind die Muslime, denen man Ungehöriges abverlangt. Der Mann zählt alle Symptome und Fakten auf, aber die Schlussfolgerung erklärt er für ungültig. Seine Argumentation folgt den üblichen Nebelwänden: Man behauptet auch nicht „christliche Gewalt“. Natürlich zählt er die Fälle nicht auf, wo mit christlichem (oder jüdischem) Glauben Ehrenmorde, Prügel oder sonstige „soziale oder individuelle Gewalterscheinungen“ gerechtfertigt werden. Mal abgesehen davon, dass er die Fälle vielleicht überhaupt erst einmal finden müsste. Mit solchen Kleinigkeiten darf man sich aber nicht aufhalten. Statt dessen müssen alle Besorgnisse als rechtspopulistisches bis rechtsextremes und ungehöriges Stammtisch-Gehetze dargestellt werden.

“Vorauseilender Gehorsam“ heißt der heiße Herr die Forderung, dass auch Muslime unsere gesellschaftlichen Werte akzeptieren und sich an unsere Gesetze halten. Damit absolutiert er sie vorab schon von jeder Verantwortung für Gesetzesbrüche und setzt die Forderung, dass sich die Einwanderer in unsere Gesellschaft integrieren (statt dass sich unsere Gesellschaft in den Islam integriert) mit der Forderung nach der Ausgrenzung bis Vernichtung des Judentums gleich, wie vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs so genüsslich vertreten war.

Beide – junge Welt wie ihr Menschenrechtler-Interviewpartner – fahren die bewährte Schiene. Statt die Probleme festzustellen, zu nennen und anzugehen, wird abgelenkt, werden Probleme definiert, die es nicht wirklich gibt, um dann im Rundumschlag alle anders Denkenden in die Extremistenecke zu schieben. In der üblichen Manier wird Kritik an Auswüchsen des Islam zur Diffamierung des gesamten Islam und aller Muslime umgebaut, damit Kritik nicht möglich ist.

Was die Behauptung der Ablösung des Antisemitismus durch „Antiislamismus“ angeht, sollten die Herrschaften vielleicht doch einmal genauer hinsehen. Und auch einmal die Statistiken bemühen. Da findet sich dann reichlich wenig von „Antiislamismus“, während der Antisemitismus sich weiter verbreitet. Insbesondere im Bereich der behaupteten Opfern des „Antiislamismus“ ist er leider kräftig festzustellen und wird am wenigsten bekämpft. Und während bei jeder Gelegenheit, insbesondere bei von muslimischen Hetzern begangenen Taten oder gehaltenen Reden sofort reflexartig davor gewarnt wird „die“ Muslime unter Generalverdacht zu stellen und das Mantra des „Islam heißt Frieden“ immer und immer wieder abgespult, von winzigen extremistischen Minderheiten geredet wird, haben genauso reflexartig die Beschwörung rechtsextremistischer Hintergründe bei jeder gegen Juden gerichteten Tat mit gleichzeitiger Ignorierung der Steigerungszahlen antisemitischer Taten, um „Islamophobie“ in den Vordergrund zu schieben und zu „bekämpfen“.

Das Ergebnis ist ein „Opferwettlauf“: Tatsächliche Opfer müssten ihr Leid so laut wie möglich herausstellen und propagieren; aber wenn sie das tun, dann werden sie scheel angesehen, weil es an der Zeit ist „einen Schlussstrich zu ziehen“. Die nur vermeintlichen Opfer, bei denen es eine ganze Reihe Täter gibt, die aber von den Nichttätern auch nicht in die Schranken gewiesen werden, die brüllen sie seien Opfer, die anderen ziehen mit und überall nimmt man es ihnen ab. Weil man politisch korrekt nichts unternimmt, was die Leute in schlechtem Licht erscheinen lassen könnte. Definieren, was schlechtes Licht ist, tun natürlich nicht die politisch Korrekten, sondern die potenziell Beleidigten.

Also hopp, integrieren wir uns in den vorgelebten Islam. Als die Dhimmis, die wir zu sein haben. Die zugewanderte Minderheit hat das Sagen zu haben, Mehrheiten sind dafür da sich unterzuordnen. Sonst sind wir die Schweine. Oder die Affen. Und DAS Risiko wollen weder die Marx-Faschisten noch der Anwalt noch die sonstigen PC-Idioten eingehen.

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