Verdrehte Hirne

Man sollte ja meinen, dass über die berüchtigte „Berliner Erklärung“ und Online-Petition „Schalom 5767“ schon genug gesagt wurde. Aber ein Aspekt sollte doch immer wieder aufgezeigt werden: Dass diese Herrschaften einfach nicht begreifen, was in Nahost passiert ist, dass sie sich geschichtlichen Fakten verweigern und auch noch in sich unlogisch argumentieren. Das beste Beispiel dafür ist der zweite Absatz des Machwerks:

Das Grundübel ist die seit 1967 andauernde israelische Besetzung palästinensischen Gebiets. Die Besetzung bedeutet Entwürdigung und Entrechtung der Palästinenser. Sie lähmt ihr wirtschaftliches, politisches und soziales Leben. Darüber hinaus verhindert dieses täglich neu erlebte Unrecht einen friedlichen Ausgleich des alten Unrechts, das den Palästinensern mit der Vertreibung von 1948 angetan wurde. All dies treibt die Spirale der Gewalt an.

Mal sehen: Das Grundübel ist die Besetzung von 1967, aber das alte Unrecht ist von 1948.

Ja, was denn nun? Wo liegt das eigentliche Übel? 1967 oder 1948?

1948 zu nennen, trauen sich die Entwerfer der Petition nicht. Das hieße den Staat Israel in Frage stellen. Also bauscht man 1967 auf und hängt 1948 hinten an. Ohne Rücksicht darauf, dass die arabische Seite 1948 das Grundübel nennt und 1967 nur als zusätzliche Katastrophe betrachtet. Und ganz abgesehen davon, dass die arabische Feindseligkeit mit ihrer antisemitischen Gewalt schon vor 1948 mehr als deutlich war.

Die Petitionisten übernehmen also die Propagandalüge von der Vertreibung 1948, ohne sich um historische Fakten zu kümmern – z. B. dass die Araber gingen, flüchteten, um ihren „Befreiern“ nicht im Weg zu sein, wenn die die Juden ins Meer zurückbomben.

Die Besatzung lähmt? Wirtschaftliche, politisch und sozial? Klar, wenn man die Besatzung dafür verantwortlich macht, dass die Palästinenser-Terrorführer bisher alle Möglichkeiten ablehnten ihr Volk selbstständig werden zu lassen. Wenn man ignoriert, dass es die Israelis waren, die den Palästinensern ermöglichten Universitäten zu gründen. Dass es die Israelis sind und waren, die Palästinensern Arbeitsplätze schaffen, die sie zu wirtschaftlichen Initiativen ermunterten und ihre Produkte aufkauften – obwohl sie sich damit Konkurrenz heranzogen. Oder: heranzuziehen versuchten, denn die Palästinenser haben das alles wieder den Bach runter gehen lassen, nachdem sie Autonomie hatten und die Eigenstaatlichkeit in Aussicht stand.

Die Besatzung ist schuld? Dieser Quatsch ist spätestens seit dem Abzug aus dem Gazastreifen so offensichtlich, dass er einfach ignoriert wird. Gerade von den Herrschaften der Petition „Schalom 5767“. Die sind nicht bereit sich Realitäten zu stellen und die Verursacher der Misere da zu suchen, wo sie zu finden sind: bei den Terror-Organisatoren und ihren Hinterleuten in anderen arabischen und muslimischen Staaten, insbesondere dem Iran und Syrien als sehr aktiven, aber auch einer ganzen Reihe anderer Staaten als „passiven“ Helfershelfern.

So etwas ficht die Schaloms nicht an. Sie wollen mit einer dauerhaften Lösung die „Spirale durchbrechen“. Und wie sieht kriegt man das hin? So:

• die israelische Besatzungspolitik nicht länger zu tolerieren
• kurzfristig den Boykott der Palästinensischen Autonomiebehörde zu beenden
• endlich die Verwirklichung eines lebensfähigen palästinensischen Staates ernsthaft anzustreben, in Gaza und dem gesamten 1967 besetzten Westjordanland einschließlich Ost-Jerusalems, mit voller Souveränität und freiem Verkehr.

Mit anderen Worten: Die Palästinenser müssen alles auf dem Silbertablett serviert bekommen, israelische Rechte und Sicherheit stehen nicht im Plan. Die werden vorausgesetzt, gegen alle Fakten.

Und noch ein kleines Bonmot: Damit wird eine Sicherheitsregelung für die Staaten der Region zu verbinden sein, besonders für das sich bedroht fühlende Israel, ebenso wie für seine Nachbarstaaten. – Das „sich bedroht fühlende Israel“! Die sind nicht bedroht, die meinen das nur. Die Hamas-Charta ist nur Literatur, die Drohungen der PLO nicht ernst zu nehmen und vor allem hat nur Israel Schuld: …wenn Israel als Zeichen der Versöhnungsbereitschaft die Vertreibung als Unrecht benennt. Israel nennt es seit langem Unrecht. Nur weist es die Verantwortung richtigerweise den Arabern zu, denn diese haben die Leute weggeholt und den Bleibenden Rache wegen „Verrat“ versprochen. So etwas ist für die „der Westen und Israel sind die Bösen“-Truppen nicht relevant. Sie haben ihre eigene Realität. Das Wolkenkuckucksheim der armen, unterdrückten, edlen Wilden. Die haben immer Recht. Denen muss man ihre Wünsche erfüllen. Dass die sich damit in ihren Mitteln und Zielen nur bestätigt fühlen können und diese um so heftiger verfolgen, kommt den Herrschaften nicht in den Sinn. Denn in deren Welt ist das alles nicht existent. Die wollen nur spielen. Ihr terroristisches Reden ist nicht ernst gemeint. Hurra, kapitulieren wir. Und schreiben es Israel auch vor. Die gehen zuerst unter (was ja gar nicht stimmt) und wenn es dann bei uns auch so weit ist, dann jammern sie, das wir die Terroristen nicht genug beschwichtigt und sie erst in diese Rolle gedrängt hätten.

Angesichts der gewollten Blindheit und Verdrehtheit, die diese Petitionisten an den Tag legen, ist es kein Wunder, dass sie auf ihrer Internetseite einen Link zu einer genauso schwachsinnigen Organisation in Großbritannien stehen haben und den Müll von Alfred Grosser verlinken.

„Was Dir verhasst ist, tu Deinem Nächsten nicht an“, haben sie prominent auf der Homepage stehen. Und vergessen entweder oder ignorieren es bewusst, dass Israel sich genau daran hält: bei der Bekämpfung der Terroristen, bei der Versorgung der palästinensischen Bevölkerung, bei der Gewichtung von Sicherheitsmaßnahmen zu Ungunsten der israelischen Bevölkerung (wenn trotz Terrorwarnungen Straßensperren und Kontrollen heruntergefahren werden), bei der gesundheitlichen Versorgung von Palästinensern. Gleich oder ähnlich lautende Forderungen an die Terroristen? Fehlanzeige. Und das zeigt die ganze Verlogenheit dieser Leute, die „Frieden“ schaffen wollen und doch nur den Untergang Israels im Visier haben.

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