Olmert wieder. Ob das stimmt?

Neueste Schote von Premier Olmert: Er behauptet, auf den Libanonkrieg sei Israel schon Monate lang vorbereitet gewesen. Angezweifelt wird das vom Vorsitzenden des Außen- und Verteidigungsausschusses, Yuval Steinitz. Der führt an, dass es keinerlei Diskussionen über die Möglichkeit eines Krieges im Norden oder dessen Vorbereitung gegeben hat. Außerdem kürzte die Regierung Olmert erst zwei Monate vor Kriegsausbruch das IDF-Budget um eine halbe Million Schekel.

Olmert behauptete am 1. Februar vor dem Untersuchungsausschuss seine Entscheidung auf die Entführung der beiden Soldaten Ehud Goldwasser und Eldad Regev mit einer groß angelegten Militäroperation zu antworten sei schon vier Monate vor Kriegsausbruch getroffen worden.

Sollte das stimmen, dann fragt sich natürlich, wie es kommt, dass Israel derart unvorbereitet und konfus in den Libanon ging. Die Probleme sind bekannt: unzureichendes Training, teilweise mangelhafte Ausrüstung, unzusammenhängende Aktionen, widersprüchliche Befehle, Chaos in den Bodenoperationen.

Einen Entschluss für eine groß angelegte Militäraktion zu treffen und dann die Truppen nicht darauf vorzubereiten bzw. sich vorbereiten zu lassen, das würde allerdings zur selbstmörderischen Politik der derzeitigen Chaos-Regierung passen.

Der Winograd-Ausschuss hatte gegenüber Olmert drei Hauptbereiche, in denen er Auskunft haben wollte: wie die Entscheidung in den Krieg zu ziehen getroffen worden war, warum Olmert sich entschied im Libanon 48 Stunden vor der Feuereinstellung eine groß angelegte Bodenoperation zu beginnen, die noch 33 Soldaten das Leben kostete und die Umstände um Amir Peretz’ Ernennung zum Verteidigungsminister.

Der Meisterplaner im Premier-Sessel will bereits am 8. Januar 2006, nur vier Tage nach seiner Ernennung zum Premierminister in Folge von Sharons Krankheit, ein erstes Treffen abgehalten haben; diese seien im März, April, Mai und Juli (nach der Entführung von Gilad Shalit durch die Hamas) fortgeführt worden. Olmert will weiterhin Generalstabschef Halutz angewiesen haben, dass eine Entführung von IDF-Soldaten, begleitet von Raketenbeschuss über die Grenze Israels Abschreckungsfähigkeit beeinträchtigen würde. Halutz habe geantwortet, dass Israel in einem solchen Fall keine Zurückhaltung üben könne. Olmert habe Halutz’ Rat angenommen.

Hm, das spricht wohl dafür, dass da entschieden wurde etwas zu unternehmen, aber nicht, was. Vergleichbar mit einem Fußballtrainer, der seinem Co-Trainer sagt, wenn die Gegner ein Tor schießen, müsse man stürmen wie wild. Und der Co-Trainer sagt: Klar, das ist nicht akzeptabel, wenn die anderen ein Tor schießen, dann müssen wir volle Kanne nach vorne spielen. Aber die Mannschaft lassen sie weder Torschüsse noch Laufwege und Spielzüge dafür trainieren.

Was den Verteidigungsminister angeht, wäscht Olmert seine Hände in Unschuld: Das Verteidigungsministerium sei nach den Koalitionsverhandlungen an die Arbeitspartei gegeben worden, die habe den Minister ausgewählt. So kann man sich auch aus der Affäre ziehen: Ich hab keine Verantwortung dafür, ich habe nichts falsch gemacht, da müsst ihr die anderen fragen. Wenn wir Blindfische in der Regierung haben, kann ich nichts dafür.

Vielleicht hätte er nicht so machtgeil nur nach dem Amt schielen und besser verhandeln oder die Avoda nicht einbeziehen sollen! Notfalls verzichtet man auch auf so ein Amt, um eine so unmögliche Lage nicht zu schaffen. Aber das kann der Mann nicht, der musste um jeden Preis seinen Posten haben.

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