Gut, dass er das aufgeklärt hat

Abgesehen davon, dass er den Dialog, den er angeblich führen will, weiterhin ablehnt und die Praxis durch alleine sein Reden gefolgt von ausschließlich vorab gesiebten Fragen sehr monolog aussieht, hatte der einzig mögliche Friedensstifter für den Nahen Osten einige Dinge richtigzustellen. Im American Spectator wird berichtet, dass sich Jimmy Carter in seiner Rede an der George Washington University alle Mühe gab zu zeigen, dass er nicht antisemitisch ist. So führte er an, dass er als Präsident sowjetischen Dissidenten half und eine Kommission zur Schaffung eines Holocaust-Museum gründete. Und obwohl er in seinem Buch israelische Apartheid-Politik gegenüber den Palästinensern geltend macht, glaubt er nicht, dass diese sich auf Rassevorstellungen gründet. Sie basiert auf Habgier. Na, das ist aber eine Wende zum Guten!

Als Nächstes stritt Carter ab, er glaube die Juden kontrollierten die Medien seines Landes. Es sei nur einfach so, dass die Medien es schaffen Besprechungen seines Buches an Vertreter jüdischer Organisationen vergeben. Gegenüber der Los Angeles Times stellte er dazu vorher schon klar: „Revisionen in den Mainstreammedien sind größtenteils von Vertretern jüdischer Organisationen geschrieben worden, die wohl eher nicht die besetzten Gebiete besuchen werden; und deren Hauptkritik ist, dass das Buch antiisraelisch sei.
Jetzt wissen wir es: Die Juden kontrollieren vielleicht nicht die Medien, aber sie schreiben praktisch alle Buchbesprechungen und da kann nichts bei raus kommen als ein Verriss von Carters Buch, denn sie sind ja alle gegen Kritik an Israel und bezeichnen Kritiker als Antisemiten. Gut, dass er das klar stellte – das ist einfach völlig harmlos, was er da sagt und er hat ja so Recht, der arme Mann!
(Ganz nebenbei: PowerLine hat nachgehakt und konnte keine Bestätigung finden, dass die Schreiber der Buchbesprechungen jüdische Organisationen vertreten.)

Bei den Fragen nach der Rede wurde es für Carter dann doch recht schwierig seinen „guten Willen“ gegenüber den Juden beizubehalten. Auf die Frage, wie er sich angesichts des Rücktritts von 14 Mitgliedern des Beirates seines Carter Centers wegen seines Buches fühle, bemerkte er: „Sie sind zufällig alle jüdische Amerikaner und ich verstehe den enormen Druck, unter dem sie stehen.“ Mit anderen Worten: Wenn Wissenschaftler wie Kenneth Stein Carters Buch wegen „ungeheuerlicher Fehler und polemischer Schlussfolgerungen“ kritisieren, war das nicht ihre Bewertung aus gutem Glauben, sondern sie gaben dem Druck ihrer Stammesbrüder nach.

Gut, dass Carter das aufgeklärt hat.

Vorwürfe antisemitischer Anklänge räumt man aus, indem man sich flugs anderer antisemitischer Klischees bedient. Das sagen wir dem Achmachmermaljihad in Teheran, dann kann er sich auf Carter berufen, wenn ihm demnächst Antisemitismus vorgeworfen werden sollte.

Paul Mirengoff von PowerLine kommt zu einem klaren Schluss: Carter scheint Juden als Mitglieder einer mächtigen Geheimgesellschaft zu betrachten, deren Loyalität einander gegenüber über ihrer Loyalität der Wahrheit gegenüber steht. Das ist die Sichtweise eines Antisemiten.

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