Ja klar: Die Abrüstung hat’s gebracht!

Nur Abrüstung hat Sicherheit gebracht. Es darf kein neues Wettrüsten in Europa geben. So SPD-Boss Beck aus Rheinland-Pfalz. Raketen-Abwehr bedroht die Interessen Europas. Raketen bringen keine Sicherheit. Das Vorhaben ist ein Alleingang. Darüber hat keiner allein zu befinden. Die Beziehungen zu Russland sind gefährdet.

Fangen wir mit dem ersten Punkt an: Abrüstung war nur möglich, Herr Beck, weil der Westen sich nicht darauf eingelassen hatte, rüstungsmäßig dem Ostblock unterlegen zu werden. Abrüstung, Herr Beck, war nur möglich, weil der Westen bereit war – na ja, ein paar Regierungen und die Amerikaner – sich dem Rüstungswettlauf der Sowjets zu stellen und ihn zu gewinnen.

Die Linken, auch die FDP und alles, was sonst noch „Frieden“ auf seine Fahnen geschrieben hat, biegen sich so gerne alles so zurecht, wie es in ihr Weltbild passt. Da werden dann Ursachen und Wirkungen etwas verschoben und ignoriert, was man nicht brauchen kann.

Wenn die NATO nicht aufgerüstet hätte, hätten die Sowjets sich nie auf Verhandlungen einlassen müssen. Wenn die NATO sich dem russisch initiierten Wettrüsten nicht gestellt hätte, wäre die Sowjetunion nicht untergegangen. Aber Herr Beck meint, die Abrüstung sei vom Reden gekommen, vom Nachgeben, vom „Verständnis“ für die „Sorgen“ der UdSSR und weil man lieb sein wollte. Ausgerechnet!

Und so geht es jetzt wieder los. Bedrohung kommt nach dieser Idioten-Lesart von Defensivmaßnahmen, nicht von denen, die drohen, die Massenvernichtungswaffen bauen und einsetzen wollen und ihre Umgebung knechten – wie der antisemitisch-genozidale Iran, das atomterroristische Nordkorea oder die erpresserischen Muskelprotze in Moskau. Macht ja nichts, die sind alle harmlos, die Amerikaner sind die Bösen. Mit den Russen darf man es sich nicht verderben, die sind ja gleich nebenan. Das ist bedrohlich. Der Iran ist auch näher an Europa als an den USA. Da können wir uns amerikanische Abwehr nicht leisten. Überhaupt keine Abwehr.

Ach, wenn es sie doch wirklich nur so blöde wären. Leider glauben sie den Schwachsinn, den sie da verbreiten. Die glauben wirklich, dass die US-Raketenabwehr eine Bedrohung ist und nicht die aggressiven Vorhaben der Iraner oder die Muskelspiele der Russen. Mit denen ist man doch gut Freund, die können gar nichts unternehmen, was sich auf uns negativ auswirkt. Die Erpressungen, die Putin mit den Ukrainern und zuletzt den Weißrussen getrieben hat, sind nicht fein. Aber Putin ist unser Freund. Wir sind für ihn viel zu wertvoll. Idioten, ihr wisst ja nicht, WIE recht ihr da habt. Als Idioten seid ihr so wertvoll! Als nichts anderes. Und ihr macht euch erpressbar. Diese Sorge wurde dieses Jahr endlich einmal akut. Aber etwas daraus lernen? Zilch. Die alten Idiotensprüche werden wieder aufgewärmt und schon passt alles wieder – die Amis sind die Bösen, die Russen die Guten und alles, was die Amis machen, schadet.

Das Anti-Argument der gefährdeten Beziehungen zu Russland verdeckt das Erpressungspotenzial, das in diesen Beziehungen steckt. „Gefährdete Beziehungen zu Russland“ bedeutet, dass man Putin zumindest beschwichtigen muss, um nicht von ihm fertig gemacht zu werden. Da steckt zumindest die Angst dahinter, dass uns der Gashahn abgedreht wird. Wobei nicht einmal gesagt ist, dass ein selbstbewusster, aufrechter Umgang mit dem „lupenreinen Demokraten“ nicht genauso erfolgreich sein kann. Auch Putin kann man Grenzen klar machen. Statt dessen sonnt man sich in gutmenschlicher Rechthaberei, dass der potenzielle Erpresser der Gute und der potenzielle Schützer der Böse ist. Man gesteht sich nicht ein, dass man Angst haben sollte. Man sucht moralisch erhabene Überlegenheit, die nur bestätigt, was man ist und den Undemokraten im Kreml in seiner Position stärkt.

Stärke zeigen wird als grundsätzlich falsch dargestellt. Wehrhaftigkeit als Übel. Erpressbarkeit als gut und Nachgiebigkeit gegenüber denen, die drohen, als Allheilmittel. Die Stärkung der negativen Kräfte, so wird geglaubt, wird diese dazu bringen, ihre negativen Absichten nicht umzusetzen. Warum auch nicht, wenn die die Kuh melken können? Aber irgendwann ist die Kuh leer und dann nutzt das alles nichts mehr. Aber so weit zu denken überfordert die Herren Beck & Co und die Damen Roth samt Konsorten – und leider auch genügend von denen, die als „rechts“ gelten. Egal, ob es sich um das Problem der russischen Machtspielchen handelt, die iranischen Atompläne oder auch die Islamisten im eigenen Land und der arabischen Welt. Der Kreis schließt sich. Allen Verbrechern der internationalen Politik läuft man hinterher, hofiert sie, schmiert ihnen Honig um’s Maul und unterstützt sie gegen den Großen Satan. Den Amerikanern wird auf Teufel komm raus „Widerstand“ geleistet, die Bedrohenden zu Freunden erklärt. Egal, wie die Wirklichkeit aussieht. Die ist Einbildung.

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