Warum ist Darfur uninteressant?

WDR2, kurz vor 19 Uhr. Die Moderatorin kündigt an, dass nach 19 Uhr über Darfur gesprochen werden soll. Sie nennt Daten: 200.000 Ermordete; Flüchtlinge, um die sich „unzählige“ Hilfsorganisatinen kümmern (hätte das nicht umgekehrt lauten müssen?); berichtet wird nur sporadisch, das Thema verschwindet immer wieder aus dem Blickfeld.

Dann die gewichtige Frage: Warum ist das so?

Dem wolle man in der Sendung nachgehen. Die Aussagen dazu habe ich dann leider nicht hören können. Aber die Frage nach dem Warum, die kann man auch so beantworten – jedenfalls als Zyniker:

Zum Einen ist Darfur weit weg. Irgendwo in der Einöde, wo ohnehin keiner hin kommt. Warum also großes Aufheben machen? Ist übrigens viel zu mühsam, da rumzugurken.
Dann sind die Mordbanden extremistische Muslime. Also ist das Morden nicht der Rede wert. Oder man will ihnen auch aus der Ferne nicht in die Quere kommen – es könnte gefährlich sein, sich zu intensiv negativ mit ihnen zu beschäftigen. Dort im Land selbst sowieso. Da nutzen einem Presseausweise überhaupt nichts.
Darüber hinaus haben sich die Amerikaner noch nicht eingemischt. So lange die nicht mitmischen, lohnt sich das nicht, man kann ihnen nichts anhängen.
Und zu guter Letzt hat Israel mit der ganzen Sache nun überhaupt nichts zu tun. Also ist sie sowieso uninteressant.

Wirklichkeit der westlichen Journaille, der westlichen Politik. Alles moralisch überlegen, insbesondere den Amerikanern und den Israelis. Wie gut, dass wir so gut sind!

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