Friedenspolitischer Schwachsinn

„Irgendjemand“ hat mal bezüglich der europäischen Haltung zu Israel etwas in der Richtung gesagt, dass sich hinter dem Rufen nach Frieden die Mörder verbergen.

Das bestätigt sich wieder einmal in einer Aussage einer „grünen“ Politikerin. Diese hatte die Stirn im Interview in d-radio zu behaupten, die Forderungen des Quartetts an die Terroristenregierung in Gaza und Ramallah seien ein Hindernis für den Frieden in Nahost:

Denn es setzt sich hier immer wieder ja die amerikanische Position durch, die dabei bleibt: Israel anerkennen, Gewaltverzicht, internationale Verträge respektieren. Ich glaube, daß das strikte Bestehen auf die Quartettbedingungen inzwischen kontraproduktiv für eine Bewegung im Friedensprozeß ist.

Ein solcher Ausspruch zeigt die ganze pathologische Hirnverbranntheit der Suche nach dem schuldigen Israel und der Unschuld der Terroristen. Die Trulla glaubt das wirklich. Sie redet nicht „wider besseres Wissen“, sondern ist absolut überzeugt, dass sie Recht hat. Dass ein Mindestmaß an Zivilisiertheit zu erwarten friedensverhindernd ist. Die merkt nicht, wie sie damit alles unterminiert, wofür sie und ihre Partei angeblich stehen. Obwohl sie nicht dumm sein dürfte, ist sie nicht in der Lage zu begreifen, dass sie mit dem ständigen Nachgeben gegenüber den Terroristen diese in ihrem Handeln stärkt und ihnen lediglich Gründe liefert, so weiter zu machen und ihre Pläne gerade NICHT aufzugeben, sondern mit immer mehr Eifer zu verfolgen. Verstärkung würde das in der Psychologie genannt werden. (Leider wird es vermutlich nichts nutzen, die Frau und ihre Gesinnungsgenossen auf die Couch zu schicken, weil die heutigen Betreiber selbiger ähnlich denken und agieren.)

Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen (und kann es gar nicht oft genug aufzeigen): Ausgerechnet die Parteigänger, die sich den Frieden und den Gewaltverzicht auf ihre Fahnen geschrieben haben und beispielsweise größte Bauchschmerzen hatten als ihr Joschka-Außenminister das „nie wieder“ so definierte, dass die NATO das Morden im Kosovo auch mit deutscher Hilfe beenden konnte; die sich allem entgegen stellten, was den Gewinn – und damit die Beendigung! – des Kalten Krieges herbeiführen konnte; die sich über den kleinsten Klaps auf einen Kinderpopo so aufregen, dass sie ein entsprechendes Elternteil am liebsten hinter Gittern sehen wollen – ausgerechnet diese Friedens- und Gewaltlosigkeitsengel definieren auf einmal ihre gesamten Grundsätze um, wenn der Nahostkonflikt angesprochen wird. Auf einmal sind Gewalt und Terror „Widerstand“, der durch den versuchten Selbstschutz der Israelis wenn nicht völlig gerechtfertigt, so dann doch zumindest verständlich und nicht wirklich zu verurteilen ist. Die Einstellung von Gewalt, die sonst immer und unter allen Umständen einzufordern ist, wird auf einmal zum Hindernis auf dem Weg zum Frieden!

Die Truppe (hier in Person dieser Kerstin Müller), die überall die Einhaltung international gültiger Verträge und was sie dafür hält einfordert, fordert auf einmal, dass das für die Terroristenregierung nicht gelten soll.

Wie anders als mit Schizophrenie soll man solches Verhalten und Denken erklären können? Das ist kein gesunder Menschenverstand, der da am Werk ist. Das ist krankhaft. Wer überall gewisse Prinzipien hoch hält, einfordert und jedes noch so geringe Abrücken davon als Verrat betrachtet, aber bezüglich einem einzigen Staat, einem einzigen Volk auf einmal alles auf den Kopf stellt und diese Prinzipien in ihr Gegenteil verkehrt und das nicht merkt, der ist nicht gesund. Einen Arzt für diese Krankheit haben wir vermutlich nicht. Weil sie inzwischen so weit verbreitet ist, dass sie als Normalzustand gilt. Und sie hat einen Namen. Weil sie sich einzig gegen ein bestimmtes Volk richtet. Aber wenn ich diesen Namen diesen Leuten zuschreibe, werde ich gelyncht. Weil gerade die Kranken es am vehementesten abwehren, diese Krankheit zu haben. Im Gegensatz zu den bewusst diesen Zustand wählenden Leuten. Die geben zu, was sie sind – und sind noch stolz drauf. Und beide können wir uns nicht leisten, wenn wir anständige Menschen und eine anständige Gesellschaft bleiben wollen.

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