Ganz hart im Austeilen, diese Briten

Letzte Woche wurden 15 britische Marinesoldaten vom iranischen Militär gefangen genommen und nach Teheran entführt. Die Soldaten hatten ein Handelsschiff im Schatt el-Arab untersucht. Sie setzten mit Schlauchbooten von einem britischen Kriegsschiff zu dem Frachter über.

Wieso fragt sich eigentlich keiner, wie die Iraner die Briten festsetzen konnten? Ein iranisches Kriegsschiff nähert sich dem Frachter, der gerade von den Briten untersucht wird, und die königlichen Marineoffiziere unternehmen – nichts? Ich wette, jeder amerikanische Kapitän hätte den Iranern zuerst einen Funkspruch geschickt und ihnen dann einen Schuss vor den Bug – und notfalls ins Schiff selbst – gesetzt. Vorausgesetzt, die Mullah-Marine hätte sich überhaupt gewagt sich den Amerikanern zu nähern. Nicht so die Briten. Sie müssen das iranische Kriegsschiff bemerkt haben. Haben sie denen dann mit diplomatischen Mitteln gedroht?

Heute hat die britische Regierung mit energischen diplomatischen Mitteln reagiert. „Endlich!“, möchte man ausrufen. Aber was nutzen die? Gestern drohten sie noch, sie würden Beweismaterial veröffentlichen, das die Richtigkeit ihrer eigenen Darstellung des Orts des Vorfalls zeigt. Glauben Blair & Co. wirklich, dass sie damit Eindruck schinden? Wenn nicht die Iraner, wer hat sich sonst als völlig resistent gegenüber Diplomatie erwiesen?

Jetzt sind die Briten also richtig un-„amused“ und greifen durch. Vorläufiger Abbruch der diplomatischen Beziehungen. Da haben sie’s dem Achmadingsda aber gezeigt! Dem schlottern jetzt die Knie!

Es sieht wohl eher so aus, dass die Briten vorgeführt werden.

Die Marineeinheit hätte sicher nichts dagegen gehabt, die iranischen Angreifer platt zu machen. Aber die politischen Vorgaben sehen offenbar anders aus als unter der Eisernen Lady. Vielleicht hätten die Argentinier heute so richtig Erfolg, wenn sie die Falkland-Inseln noch einmal besetzen würden…
Noch ein lesenswerter Kommentar auf Lizas Welt: Resolutionsgarden

Nachtrag: Es sieht so aus, als wäre die Frage beantwortet, wieso das britische Kriegsschiff die Iraner nicht beschoss: Sie waren zu weit weg und die Kommunikation mit dem Bordkommando lief nur über einen Hubschrauber. Das britische Kommando war schlichtweg außerhalb der Reichweite des Mutterschiffs wie eines bewaffneten Hubschraubers. Mit anderen Worten: Die Briten waren völlig unzureichend ausgerüstet – die Soldaten gegenüber den iranischen Einheiten, die Briten insgesamt für die Aufgabe, die sie dort erfüllen sollen. Das sollte einige harte Fragen an die britische Führung nach sich ziehen.

Ein Gedanke zu “Ganz hart im Austeilen, diese Briten

  1. Die ganze politische Situation in der heutigen Zeit macht wirklich Angst. Von heute auf morgen, sind plötzlich alle Staaten lieb geworden. Sie hegen keinen Groll mehr gegen den Westen, sie wollen Beziehungen mit der westl. Welt. alle sind nur noch auf Freundschaft aus. Bis auf die Tatsache frühere und wirklich echte Freunde werden heute plötzlich nicht als Feind aber als Land angesehen, was diesen Beziehungen im Weg stehen. Mir kommt es manchmal so vor, als würden urplötzlich überall nur noch Moslems sitzen oder Gutmenschen. Menschen eben deren Gedankengänge mehr als verwirrt sind. Was gestern „gut“ war ist heute „böse“. Geschichtliche Ereignisse, also Wirklichkeiten werden ignoriert oder schlicht beiseite geschoben.

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