Konsequent inkonsequent

“Es ist einfach erstaunlich, dass trotz des fortgesetzten Exports von Extremismus die Saudis weiterhin von Washington und dem Westen einen Freifahrtschein bekommen. Viel zu lange hat über man das Unheil und das Fehlverhalten des Wüstenkönigreichs hinweg gesehen.“

So wertet Michael Freund in seinem Blog Washingtons Verhalten gegenüber seinem treuesten Verbündeten im Nahen Osten, Israel. Bisher war es vor allem Ägypten, das von den USA ungehemmt mit modernen Waffensystemen versorgt wurde. Jedes Mal wurde offiziell behauptet, dass damit nicht das Gleichgewicht (zwischen Israel und seinen Nachbarn) verändert würde – eine Scheinbehauptung, um ein in Gesetz gegossene Forderung des Kongresses zu erfüllen.

Jetzt sind die Saudis dran. Sie sollen fortschrittlichste, satellitengeführte „smart bombs“ erhalten. Washington ist sich sicher, dass die Bomben nie, nie, nie gegen Israel eingesetzt werden. Natürlich nicht. Saudi-Arabien befindet sich ja auch im tiefsten Frieden mit dem Judenstaat!

Die Frage ist, was sich die Saudis eigentlich noch alles leisten können, bis man in den USA (und Europa) endlich den Saudis einen Riegel vorschiebt. Oder ob man sich doch alles gefallen lässt. Und da kommt einiges zusammen. Neben dem Export des extremistischen Islam über Schulen im gesamten Westen werden Imame für Moscheen finanziert, in denen die Überlegenheit des Islam und die Minderwertigkeit allen anderen gepredigt wird. Das ist bekannt, aber keiner unternimmt etwas dagegen, wie der Umgang mit der König Fahd-Akademie in Bonn belegt.

Daneben gibt es offene Lügen und Betrug. Die USA akzeptierten das Versprechen der Saudis, sie würden ihren Boykott Israels aufheben und ließen ihre Aufnahme in die Welthandelsorganisation zu. Das Versprechen haben sie bis heute nicht erfüllt. Folgen hat das nicht. Womit die Saudis und die übrigen Araber, muslimischen Staaten und was es an Tyrannen und Diktaturen gibt einmal gelernt haben, dass man problemlos lügen kann, weil der Westen ja ohnehin alles glaubt und hinterher akzeptiert, dass man ihn verarscht hat.

Die Ereignisse dieses Jahrhunderts – wenn man schon nicht weiter zurücksehen will – müssten eigentlich gelehrt haben, dass dieses Verhalten nicht nur kurzsichtig, sondern auch gefährlich ist. Eigentlich kann niemand, dass das in und von Saudi Arabien verbreitete Islam-Version und sein Islam-Verständnis die Triebkraft der Terroristen nicht nur vom 11.9.2001 ist, sondern auch der übrigen nicht schiitischen Extremisten. Aber das streiten sie ja immer alle gerne ab, die Verantwortlichen genauso wie die politischen Meinungsmacher ohne aktuellen Regierungsjob und die Medien. Man muss sich mit den Ölprinzen gut, nicht sich ihnen entgegen stellen.

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