Was sollen wir mit Umfragen?

In den Nachrichten eines öffentlich-rechtlichen Senders (ich weiß nicht mehr, welcher es war, aber Ähnliches gab es auch bei den Privaten) machte man uns dieser Tage weis ein Rücktritt von Ehud Olmert wegen des Winograd-Berichtes sei unwahrscheinlich, weil (!) die Israelis weder dies noch Neuwahlen wollten, denn sie befürchten, dass Benjamin Netanyahu Ministerpräsident werden könnte.

Das kam so selbstverständlich rüber, dass ich mich fragte, woher diese Zuversicht wohl kommt. Denn Umfragen widersprechen dieser Aussage:

In der Jerusalem Post wird aus einer Umfrage berichtet, in der 59% den Rücktritt Olmerts forderten und Benjamin Netanyahu mit Vorsprung der gewünschte Premierminister sein sollte. Shvakim Panorama, eine Sendung von Israel Radio, stellte bei einer repräsentativen Telefon-Umfrage fest, dass 62,8% der israelischen Staatsbürger den Rücktritt Olmerts fordern, 51,5% wollen Neuwahlen. Außerdem finden fast zwei Drittel der Wähler der Arbeitspartei, dass (nach einem Wechsel in der Parteiführung Ende des Monats) keine weitere Beteiligung an der Regierung Olmert mehr erfolgen sollte.

Diese Umfragewerte sehen doch etwas anders aus als in den Nachrichten behauptete Stimmung. Fragt sich also, wo sie ihre Informationen her haben. Oder waren da nur die „richtigen“ Kontaktpersonen vorhanden, die die Stimmung beschrieben – so aus dem Gefühl heraus und ohne Umfragen zu starten, einfach das, was sie und ihr Umfeld so denken?

Einmal mehr ist festzustellen, dass man den Einschätzungen der Medien recht kritisch gegenüber stehen muss. Fakten findet man bei ihnen immer seltener.

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