Freie politische Religionsausübung

Politically Incorrect hat einen Artikel aus Thüringen aufgegriffen, in dem beklagt wird, dass die Schulen dort mit den Problemen mit Verhalten von Kopftuchträgerinnen und deren Macho-Aufsehern völlig alleine gelassen sind.Die in dem Fall konkret gemeinte Schülerin soll zu ihrer „Verwandlung“ zum unerkennbaren Stoffballen gesagt haben: „Ich lebe meinen Glauben, der Rest ist mir egal.“

Schön und gut (oder auch nicht). Wir haben also den Fall eines religiösen Symbols, das zu verbieten Ärger bringen könnte. Politischen Ärger. Denn es werden dann immer gerne die Keulen ausgepackt: intolerant, diskriminierend, unsensibel ist man; man grenzt aus, statt zu integrieren; man schürt eine Antistimmung gegen jemanden, der lediglich sein Recht auf freie Religionsausübung wahr nimmt.

Wirklich? Denn dieses Verhalten ist politisch. Weil damit der Mehrheitsgesellschaft etwas aufgedrückt werden soll.

Als in den 1950-er Jahren die berühmte schwarze – Verzeihung: afro-amerikanische – Nutzerin des ÖPNV im amerikanischen „Süden“ ihren Platz nicht räumte, war das auch ein politischer Akt. Die ganze Gleichberechtigungsbewegung war politisch. Denn mit ihr sollten gleiche Rechte für die Schwarzen durchgesetzt werden.

Viele Muslimvertreter deuten denn auch gerne einmal auf diese Zeit hin und bezeichnen sich als die diskriminierte Seite, die für ihre Rechte kämpft. Dumm nur, dass sie nicht dafür kämpfen gleiche Rechte eingeräumt zu bekommen wie alle anderen, sondern für Sonderrechte, die sie von den anderen abheben. Diese Muslimvertreter wollen Genehmigungen für Verhalten, das bei jedem anderen nicht hingenommen würde. Sie verlangen Privilegien, mit Hilfe derer sie sich aus der Mehrheitsgesellschaft ausgrenzen können – und über die sie mittel- bis langfristig über die Mehrheitsgesellschaft bestimmen wollen. Und beides ist nicht hinnehmbar.

Nachtrag, 16.05.07: Es ist doch immer wieder erstaunlich, wer seine religiösen Symbole tragen darf und wer nicht; und die „schönsten“ Beispiele kommen immer wieder aus Großbritannien. Letztes Jahr war es eine Angestellte der British Airways, die ihr winziges Kreuz an einer Kette um den Hals nicht mehr tragen dürfen sollte. Andere Gruppen durften weiter ihre Kennzeichen weiter tragen. Sie hat die Fluggesellschaft verklagt. Jetzt haben wir den nächsten „Coup“: Während Kopftuch & Co. kein Problem darstellen, wurde in Croydon im südlichen London den christlichen Schülern verboten Kreuze zu tragen. Es ist immer wieder erfrischend zu sehen, welche Religion die ist, die nicht frei ausgeübt werden soll.

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