PC-Stereotype

Heute Abend, steht im Fernsehprogramm, läuft auf Pro7 „Der Anschlag“. Wie das mit Filmtiteln oft so ist: der deutsche ist mehr als phantasielos. Im Original heißt er „The Sum of All Fears“, genauso wie das Buch von Tom Clancy, nach dem er gemacht ist.

Aber hier liegt der Hase im Pfeffer. Der Film ist zwar noch vor dem 11. September gedreht worden, aber auch damals schon – oder gerade deswegen? Islamische Terroristen hat es aus Hollywood bis heute nicht gegeben, nur das Fernsehen hat hin und wieder einen zugelassen – hat er ziemlich wenig mit dem Buch zu tun. Hollywood traut sich einfach nicht, wirklich heiße Eisen anzufassen. Dort hetzt man auf Bush und die Neo-Cons, verteufelt mangelnden Umweltschutz und lässt Lügner wie Michael Moore hoch leben. Islamische Terroristen gibt es nicht – das wäre zum einen eine Beleidigung der Muslime und zum anderen aus genau diesem Grunde gefährlich für die Gesundheit und die Einrichtungen. Also wird aus dem arabischen Terroranschlag des Buches einer von Neonazis. Ich bin mal gespannt, wie diese Neonazis im Film an die Bombe kommen. Im Buch gibt es eine nicht allzu wahrscheinliche, aber doch plausible Erklärung dafür.

Man könnte aber auch fragen, wieso die Hollywood-Filmer ausgerechnet Neonazis die Bombe zünden lassen. Klar, Nazi macht sich immer gut, wenn es um horrende Gewalt geht – dagegen ist nichts Grundsätzliches einzuwenden. Aber wieso gibt es nicht auch mal linksextreme Terroristen? Oder haben wir davon nicht genügend gehabt? Oder zu viele? Der Hass auf die USA in der Linksaußen-Szene dürfte nicht weniger heftig sein als der der Nazis. Und dass diese Szene ihre eigenen Irren mit Umsturz-Ambitionen hat, wissen wir in Deutschland seit Baader und Meinhof zur Genüge. Wenn ich mal so zurückdenke, dann haben die Linksterroristen mehr Terror dafür veranstaltet die Herrschaft an sich zu reißen als die Neonazis (ohne die braune Brühe verniedlichen zu wollen).

Nicht, dass nur die PC-Soldateska von diesem Virus befallen wäre. Auch Tom Clancy, der sicher nicht im politisch linken Lager anzusiedeln ist, beweist in seinen Büchern eine Tendenz dazu die Rechtsextremen als das Übel darzustellen, während Linksterrorismus nicht unbedingt vorkommt. Ein weiteres seiner Bücher – Tom Clancy’s Op-Center: Games of Sate – spielt hauptsächlich in Deutschland, wo eine Gruppe von US-Sicherheitsspezialisten, die eigentlich nur Analysten sind Deutschland, Frankreich, Westeuropa und die USA vor der Machtübernahme durch Neonazis rettet. Wie in anderen seiner Bücher, die teilweise in Deutschland spielen, finden sich hier niedliche Fehler, die uns lauthals lachen lassen und Amerika-Hassern Futter für die Ignoranten und Dummköpfe auf der anderen Seite des Atlantiks liefern dürften. Aber wenn in Games of State „Chaos-Tage“ in Hannover vorkommen, die von Neonazis veranstaltet werden, dann hat die PC-Soldateska zwar ihre Bestätigung, dass selbst die Amis wissen, dass illegale und illegitime Gewalt nur von rechts kommt, aber das Ganze kehrt die Fakten um. Denn „Chaos-Tage“ (und auch noch in Hannover) haben hier ausschließlich Links-Autonome veranstaltet – und die waren in etwa das, was die „Jugendlichen“ in Frankreich gerne mal veranstalten.

Das passt nicht so recht in die übliche Wahrnehmung, unter deren Anleitung allgemein überreagiert wird: mit Hysterie auf Rechte, mit Achselzucken oder Rechtfertigung auf Linke.

Bei Clancy kann man auch andere Tendenzen beobachten. Die Saudis sind Freunde, da ist alles ziemlich in Ordnung, sie sind Opfer des Terrors und Jack Ryan hat einen guten Freund in einem der saudischen Prinzen. Bei Clancy gehören die Saudis zu den Guten, die helfen den Nahost-Konflikt zu lösen und Israels Existenz zu sichern, während es in der Realität nun doch etwas anders aussieht, weil die Saudis den Wahhabismus verbreiten und damit dem islamistischen Terror fördern und Israel das Existenzrecht absprechen sowie Vereinbarungen mit den Amerikanern schlicht ignorieren (so die Öffnung des Marktes im Zuge der Aufnahme in die WTO oder auch die Stationierung von F-15-Kampfflugzeugen in Tabuk, nur 150km von Eilat).

Stereotype sind also etwas Feines. Sie helfen die Welt so zu sehen, wie sie gefälligst gesehen werden soll. Die Aufdrücker der Political Correctness haben ihre Freude dran. Viel mehr, als sie selbst je zuzugeben bereit sind. Sonst wären sie nicht mehr PC und ihr Leben würde sich auf einmal wieder auf die Füße stellen. Das riskieren sie nicht. Fakten? Nein, danke!

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