Der pure Realismus?

„Das ist ein ideologischer Kampf. Wir sehen vor uns den Unterschied zwischen einer Gruppe von Leuten, die diejenigen Palästinenser repräsentieren wollen, die an Frieden glauben, die wollen, dass es ihrem Volk besser geht, die an die Demokratie glauben – sie brauchen Hilfe, um die Institutionen aufzubauen, die notwenig sind, damit die Demokratie blühen kann und sie brauchen Hilfe, um Sicherheitskräfte aufzubauen, damit sie am Ende durchsetzen können, was die meisten Menschen wollen: in Frieden zu leben – und das gegen eine Gruppe Radikaler und Extremisten, die bereit sind Gewalt zu benutzen, manchmal unaussprechliche Gewalt, um ein politisches Ziel zu erreichen.“

Worte von Präsident Bush bei der Pressekonferenz mit Ehud Olmert.

Da fragt man sich, was die Jahre seit 1993/94 los gewesen ist. Wer hat in diesen Jahren die Demokratie NICHT aufgebaut? Wer hat in diesen Jahren die Sicherheitskräfte NICHT zu Polizisten, sondern Judenmörder ausgebildet? Wer hat in diesen Jahren bewiesen, dass er NICHT an den Frieden glaubt, NICHT für den Frieden arbeitet und NICHT auf Gewalt verzichtet? Wer hat in diesen Jahren bewiesen, dass er Gewalt, manchmal unaussprechliche Gewalt nutzt, um seine politischen Ziele zu erreichen? Nur die Hamas?

Es ist schon erstaunlich, was der Präsident da in Gegenwart des israelischen Ministerpräsidenten unwidersprochen von sich geben kann; wie die Erfahrungen der letzten 14 Jahre ausgeblendet werden und wie wenig man aus der Geschichte zu lernen bereit ist. Olmert wie Bush kommen offenbar gar nicht auf die Idee zu berücksichtigen, dass die Hamas NICHT das große Problem der Zeit nach Oslo war, sondern die PLO/Fatah. Heute hofieren sie Abbas genauso, wie sie früher Arafat hofiert haben. Und so soll es anscheinend überall weiter gehen.

Was hat die Fatah vorzuweisen, um diese positive Bewertung zu rechtfertigen? Hat sie ihre Hetze in den Medien aufgegeben? Die Gehirnwäsche der Schüler? Die Hasserzeugung in den Medien? Die Geiferei in den Moscheen?

Die Fatah hat in den Jahren seit 1993/94 die Grundlagen gelegt. Sie hat nicht einen einzigen Schritt zum Frieden getan. Sie hat dafür gesorgt, dass die Hamas auf dieser Grundlage argumentieren kann: Seht, wir machen es konsequent, nicht so wie die Schlappschwänze der korrupten Fatah!

Dass bei aller angekündigten Unterstützung und Lippenbekenntnisse mit den Israelis verhandeln zu wollen bei der Fatah nichts substanziell anders läuft als bei der Hamas, ist offenkundig – außer, man will auf Teufel komm raus die gegenüber der Hamas „gemäßigte“ Fatah sehen, die damit schon zu den Guten zählen muss. Als wenn die Wahl zwischen Hamas und Fatah nicht die zwischen Pest und Cholera sei! Als würde es keine Fatah-Leute geben, die gemeinsam mit anderen Terrorgruppen Juden morden!

Da kann man sich nur dem Kommentar von IMRA anschließen: Unter Ignorierung der Fatah-Gangster, die derzeit in die Planung und Ausführung von Terroranschlägen involviert sind, sollte betont werden, dass der „moderate“ Mahmud Abbas nicht „an Frieden glaubt“ – er glaubt, dass es nicht effizient ist Israelis zu ermorden, so lange man seinem Ziel näher kommt, ohne einen Schuss abzugeben. Und wenn das Reden einen nicht länger deinem Ziel näher bringt – dann geht man eben wieder zurück zum „Widerstand“.

Genau diese Strategie betreibt wird ignoriert. Sei wird von der Fatah nicht einmal durchgängig eingehalten, weil oft genug „Widerstand“ und Gerede nebeneinander her laufen. Und wenn sie nicht selbst morden – das hat die Hamas von ihnen übernommen – dann tun sie erst rechts nichts dagegen, dass andere diese Rolle übernehmen. Und diesen Massenmördern wollen Bush und Olmert (und praktisch ganz Europa) helfen – die väterlichen Freunde, die schützend ihre Hand über die weniger schlimmen Mordbrenner halten, weil die eben nicht anders können und doch entgegen aller Fakten am Ende dem Gerede nachgeben.

Da bleibt nur der Hinweis auf einen realistischeren Ansatz (habe ich per E-Mail erhalten): Um den Palästinensern zu helfen, sollten wir ihre Führung vernichten, ihre Waffen konfiszieren, ihre Grenzen für weitere Waffenlieferungen undurchdringlich machen.

Kann man nicht besser sagen. Realistisch gesehen sind Bush und Olmert Lichtjahre von der Lösung der innerpalästinensischen Probleme entfernt. Von der Lösung des arabisch-israelischen Konflikts sollten wir lieber gar nicht erst anfangen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s