Vertrauen ist doch alles

Ehud Olmert macht Frieden mit Mahmud Abbas. Das ist ja auch das A und O der jetzigen Lage. Er ist ja auch der entscheidende Partner dafür, weil er soooo mächtig ist.

Spaß beiseite: Frieden macht der Herr Olmert dadurch, dass er fast 180 Terroristen von der Liste der gesuchten Terroristen nimmt. Und dadurch, dass er 250 weitere Terroristen aus israelischer Haft entlässt. Beides natürlich unter Bedingungen:

Die 180 freien Terroristen geben ihre Waffen an die „Sicherheitskräfte“ der Fatah; diese Sicherheitskräfte sind die einzigen Personen in Judäa und Samaria, denen erlaubt ist Waffen zu tragen. Das ist nicht weiter schwierig, weil ein Großteil dieser ihre Waffen abgebenden Terroristen ja ohnehin zu den „Sicherheitskräften“ gehören und der Rest in sie eingegliedert werden soll. Die Bewaffneten entwaffnen sich also freiwillig, indem sie ihre Waffen mehr oder weniger an sich selbst abliefern. Und schon ist die Sache geritzt. Die Terroristen werden sich nie wieder terroristisch betätigen.

Ähnlich ist es mit den 250 Gefängnisinsassen. Sie haben alle „kein Blut an den Händen“ – denn die meisten wurden festgenommen bevor sie ihre Sprengstoffgürtel zünden konnten, bevor sie auf fahrende Autos schießen konnten, bevor sie jemandem ihr Messer in den Leib rammen konnten, usw. Ist also alles kein Problem, die haben nur versucht einen Anschlag zu machen. Und weil sie jetzt eine Verpflichtung unterschreiben, dass sie sich nie, nie, nie wieder am Terror beteiligen werden, ist alles gut. Was sie unterschreiben, werden sie auch einhalten. Dass sich unter diesen Leuten der eine oder andere Lügner befindet wäre sicher viel zu weit hergeholt!

Eigentlich müssten sämtliche Meldungen, die die Nachrichten von der Einigung zwischen Olmert und Abbas verbreiten, den Vermerk „Achtung! Satire!“ tragen. Leider ist dieser ganze Unsinn ernst gemeint. Olmert hat so viel Mühe sich im Amt zu halten, dass er jede Gefährdung seines Volkes in Kauf nimmt, um vor den Wolkenkuckucksheimern im Inland und den friedensbesoffenen Traumtänzern im Westen einen „Erfolg“ vermelden zu können und damit den Posten nicht räumen zu müssen. Letztlich begeht der Mann Verrat an Staat und Volk. Denn im Gegensatz zu seinem träumenden Vorgänger Rabin müsste er inzwischen mehr als genau wissen, welche Folgen sein Tun haben wird.

Nicht nur Zyniker werden wohl demnächst von „Friedensopfern“ oder „Friedenstoten“ sprechen – Toten, die die verfehlte Politik zur Folge hat, die Olmert hier an den Tag legt.

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