Weshalb ‘Islamophobie’ ein brillanter Begriff ist

Dennis Prager, Townhall.com, 31. Juli 2007

Was haben Antisemitismus, Rassismus und Islamophobie gemein?

Faktisch nichts.

Aber nach dem Verständnis islamistischer Gruppen, westlicher Medien und den Vereinten Nationen haben sie alles gemein. Antisemiten hassen alle Juden, Rassisten hassen alle Mitglieder anderer Rassen und Islamophobe hassen alle Muslime.

Wer immer den Begriff „Islamophobie“ geprägt hat, war ziemlich gewieft. Man muss sich hier die Kunstfertigkeit ansehen. Hier wird nicht gesagt „Mulim-Phobie“ oder „antimuslimisch“, es heißt Islam-ophobie – Angst vor dem Islam – aber Angst vor dem Islam ist keineswegs dasselbe wie Hass auf alle Muslime. Man kann richtigerweise oder falscherweise vor dem Islam Angst haben – oder eher: vor Auffassungen des Islam – und doch absolut nicht gegen alle Muslime eingenommen sein, ganz zu schweigen davon, dass man ein Rassist ist.

Die Gleichsetzung von Islamophobie mit Rassismus ist zum Teil unehrlich. Muslime gibt es in jeder rassischen Gruppe und der Islam hat nichts mit Rasse zu tun. Trotzdem erklären westliche Mainstream-Medien, islamistische Gruppen, die sich selbst muslimische Bürgerrechtsgruppen nennen, und verschiedene westliche Organisationen wiederholt, dass Islamophobie Rassismus ist.

Drei der unzähligen Beispiele: Der Guardian veröffentlichte einen Kommentar mit der Überschrift „Islamophobie sollte so inakzeptabel sein wie Rassismus“; die Europäische Union hat das Europäische Beobachtungszentrum für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gegründet; und die B’nai B’rith Anti-Defamation Commission of Australia vermerkt: „Muslime sind auch das Ziel von Rassismus in Australien gewesen, der oft Islamophobie genannt wird.“

Selbst wenn man zugesteht, dass es Leute gibt, die Angst vor dem Islam haben, wie bekommt man das mit Rassismus auf die Reihe? Wenn die Angst vor einer Ideologie einen zum Rassisten machen, dann sollten alle, die Angst vor Konservatismus oder Liberalismus haben, als Rassisten betrachtet werden.

Natürlich mögen manche argumentieren, dass zwar Konservatismus und Liberalismus Ideen sind, der Islam aber eine Religion und dass man zwar Ideen angreifen kann, aber eine Religion nicht attackieren darf. Es ist allerdings für Religionen beleidigend ihnen abzusprechen, dass sie Ideen sind. Religionen sind natürlich mehr als Ideen – sie sind theologische Glaubenssysteme – aber sie sind ebenfalls Ideen davon, wie eine Gesellschaft funktionieren sollte, genauso wie es der Liberalismus und der Konservatismus sind. Daher sollten der Islam – oder das Christentum oder das Judentum oder der Buddhismus – genauso Kritik unterworfen sein wie Konservatismus und Liberalismus.

Die einzige Religion jedoch, zu der der Westen Kritik erlaubt, ist die christliche. Leute schreiben Bücher, halten Vorträge und Seminare über darüber, wie falsch christliche Behauptungen sind; oder über die unmoralische Geschichte des Christentums. Und niemand greift sie deshalb wegen Rassismus oder Bigotterie an oder greift sie gar körperlich an. Der Kopf der Anti-Defamation League verkündete, dass konservative Christen heute die größte Bedrohung Amerikas sind und niemand warf ihm Rassismus oder Christiophobie vor.

Diese Äußerung mag ein Ausdruck von Hysterie oder Ignoranz sein, ist aber nicht rassistisch. Wenn aber jemand sagt, dass der Islam nicht kompatibel mit der Demokratie erscheint oder dass der islamische Umgang mit Frauen dem des Westen unterlegen ist, wird er oder sie als rassistischer Islamophober tituliert.

Man könnte dem entgegen halten, dass Menschen wegen Kritik zu verleumden nicht nur auf diejenigen zutrifft, die den Islam kritisieren; es trifft ebenfalls auf Kritiker Israels oder Amerikas zu – Erstere werden – so wird gesagt – sofort als „antisemitisch“ bezeichnet, Letztere sofort als „unpatriotisch“. Beides stimmt überhaupt nicht. Beides ist – und ich benutze diese Vokabel selten – Lügen.

Niemand wird als antisemitisch bezeichnet, nur weil er Israel kritisiert. Leute werden Antisemiten genannt, weil sie Israel das Existenzrecht absprechen, weil sie sich auf die Seite derer stellen, die es auslöschen wollen, oder weil sie unter allen Nationen der Welt nur den jüdischen Staat für Angriffe auswählen, die andere Länder weit mehr verdienen.

Und niemand in irgendeiner Position mit Verantwortung hat jemanden „unpatriotisch“ genannt, nur weil er Amerika kritisiert. Senatorin Hillary Clinton behauptete während der letzten Präsidenten-Debatte der Demokraten, dass das Verteidigungsministerium sie „unpatriotisch“ genannt hatte, weil sie fragte, ob es eine Plan zum Rückzug der Truppen aus dem Irak habe. Allerdings wurde das Wort „unpatriotisch“ in der Antwort an die Senatorin nicht nur nicht genannt, es wurde noch nicht einmal angedeutet.

Die Tatsache bleibt, dass der Begriff „Islamophobie“ einen Zweck hat – jegliche Kritik am Islam, legitim oder nicht, zu unterdrücken. Und angesichts der Feigheit der westlichen Medien und dem Einverständnis der Linken beim Verbot jeglicher derartiger Kritik (während man das Christentum und die Christen damit zuschüttet), funktioniert das auch.

Jüngster Beweis: In der vergangenen Woche wurde ein Mann in New York wegen zweier Straftaten angeklagt, weil im Pace College einen Koran in eine Toilette zu stecken als Hass-Verbrechen bezeichnet wird. Keine leichten Vergehen, stellen Sie sich vor, sondern Straftaten. Währenddessen wird die Kunst des Mannes, der ein Kruzifix in einem Krug Urin steckte – „Piss Christ“ – weiterhin in Galerien und Museen ausgestellt. Ein Koran in einer Toilette ist ein Hass-Verbrechen; ein Kruzifix in Pisse ist ein Kunstwerk. Zum Teil Dank dieses brillanten Begriffs „Islamophobie“.

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