Anarchie mit ernsten Hintergrund

Die einen Beinahe-Anarchisten sind Mitglieder einer amerikanischen Wohlfahrts-Organisation aus Chicago. Und ihr Anarchismus ist durch die israelische Regierung verursacht:

Nach Monate langer Verhandlungen mit der israelischen Regierung hat eine Wohlfahrtsorganisation aus Chicago gesagt, sie würde nicht mehr darauf warten, dass die israelische Regierung ihr bei dem Versuch hilft mehrere Dutzend Millionen Dollar auszugeben, die von amerikanischen Christen gespendet wurden. Stattdessen wird die International Fellowship of Christians and Jews direkt mit örtlichen Organisationen und dem Israeli Home Front Command zusammenarbeiten, um private Schutzräume im Norden Israels wiederherzustellen. Die fraglichen Gebäude wurden von Raketen beschädigt, die die paramilitärische Hisbollah-Terrororganisation während des Zweiten Libanon-Krieges im letzten Sommer abschoss. Der Vorsitzende der Wohlfahrtsorganisatino, Rabbi Yechiel Eckstein, sagte, dass die Wahl, die Regierung zu umgehen, nach Monaten zunehmender Frustration getroffen wurde. „Wir versuchten die Ziele mit und durch die Regierung zu erreichen, aber an einem bestimmten Punkt – besonders, wenn die Möglichkeit eines weitere Krieges besteht – wechselt man die Gangart“, sagte Eckstein. (Quelle: englischer ICEJ-Newsletter vom 2. August)

Es scheint so, als habe sich die Regierung Olmert zur Hauptaufgabe gemacht den Schutz des eigenen Volkes möglichst zu verhindern: In Sderot unternimmt die Regierung nichts und musste von Gerichten dazu verdonnert werden zum Schuljahresanfang wenigstens die Schulen mit Schutzmaßnahmen zu versehen; der Aufbau im Norden wird nicht nur so gut wie nicht betrieben, sondern mögliche private Hilfe aufgehalten. Jetzt fehlt nur noch, dass der Nichtsnutz auf dem Sessel des Regierungschefs die Hilfe verbietet, weil sie nicht über die Regierung läuft! Zuzutrauen ist es ihm.

Weitere „Anarchisten“, die die Sache in die eigene Hand nehmen, gibt es an der Grenze zum Gazastreifen. Dort rückten Soldaten eilig aus, um zu erkunden (und zu stoppen), was wie Raketenangriffe von israelischer Seite auf den Gazastreifen aussah. Sie stellten fest, dass der Eindruck nicht ganz falsch war. Von israelischen Privatpersonen wurden mit Hilfe selbst gebastelter Raketenwerfer matschige Tomaten, Eier, Mangos, Mais und anderes Gemüse auf palästinensisches Territorium geschossen. Ab hier gehen die Berichte auseinander: Während z.B. DIE WELT und der Berliner Kurier berichten, dass die Armee dem Treiben ein Ende setzte und das anvisierte Ziel Beit Hanoun nicht erreicht wurde, schreibt Arutz-7 in seinem Nachrichten-Newsletter vom 3.8.07, dass der Armee-Kommandeur angesichts der „Munition“ erlaubte, dass die Aktion zu Ende geführt wurde und die Eier tatsächlich in Beit Hanoun nieder gingen.

Ausgelöst wurde die Aktion durch den Frust einiger Bürger Tel Avivs über den ständigen Beschuss des südwestlichen Israel mit Hamas-Raketen und die Untätigkeit der Regierung. Die Bio-Schützen wollten auf die Lage der Menschen in der Nähe des Gazastreifens aufmerksam machen – und schafften es sogar, dass endlich einmal ein Lächeln auf Gesichtern der Einwohner von Sderot auftauchte.

Der Erfinder der „Bio-Werfer“ will jetzt eine größere und stärkere Version bauen, mit der auch Kohlköpfe verschossen werden können. Und er deutete an, dass auch die Knesset zu den Zielen des „friedlichen Beschusses“ gehören könnte.

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