Kirche dumm und dreist

Das Sonntagsblatt der Evangelischen Kirche in Bayern hat einen Johannes Zang über das „humanitäre Fiasko“ im Gazastreifen schreiben lassen. Das Ergebnis entspricht dem heutigen Zustand eines Großteils dieser Kirche.

Kommentierte Auszüge:

Vor eineinhalb Jahren hat die Hamas in demokratischen Wahlen die Mehrheit im palästinensischen Autonomierat errungen. Israel hat den Wahlgewinner geächtet, ebenso verfuhren die meisten Staaten der Welt.
Der Herr Zang beliebt zu vergessen, dass demokratisch gewählte Terroristen immer noch Terroristen sind. Und er erwartet offensichtlich, dass man sich freuen soll mit Leuten an einem Tisch zu sitzen, die einem den Tod geschworen haben und das nicht aufgeben wollen? Muss man alles gut heißen und unterstützen, nur weil es „demokratisch“ entstanden ist? Ich würde gerne sehen, was Herr Zang sagen würde, wenn die NPD demokratisch gewählt irgendwo mehr als eine unangenehme, störende Marginal-Fraktionen bilden könnte.

Der Wahlsieger musste drei Bedingungen erfüllen, die Besatzungsmacht Israel dagegen keine einzige.
Und Israel hat ja in den letzten 14 Jahren überhaupt nichts für die Palästinenser getan, ist nirgendwo abgezogen, hat keine Terroristen frei gelassen. Und Israel liefert ja auch keinen Strom, Treibstoff und was weiß ich noch an die Terroristen. Ach, übrigens: Was hat Herr Zang dagegen einzuwenden, dass die Hamas auf die Vernichtung Israels verzichten soll? Was hat Herr Zang dagegen einzuwenden, dass die Hamas den von ihrer Charta vorgeschriebenen Terror gegen Israel einstellen soll? Was hat Her Zang dagegen einzuwenden, dass die Hamas dem Staat Israel das Existenzrecht nicht weiter absprechen soll? Nein, Herr Zang verlangt, dass Israel und der Westen der Hamas den roten Teppich ausrollen soll. Ausgerechnet der Hamas, die seine Glaubensbrüder und –schwestern ins Abseits drängt, dabei ist ihnen die Lebensgrundlagen zu entziehen und sie als Menschen dritter Klasse behandelt. Das ist natürlich richtiger als die Forderung des Westens, dass die Terroristen den Terror aufgeben und sich wie anständige Menschen verhalten.

Israel inhaftierte nach dem Wahlsieg von Hamas Menschen allein aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu Hamas, darunter auch gemäßigte Köpfe.
Wie definiert Herr Zang „gemäßigte Köpfe“? Wenn ein Hamas-Mitglied sich zwar der Vernichtung der Juden verschrieben hat, das aber nicht unbedingt nur durch Terror, sondern auch durch die demographische Bombe erzielen will – nicht schon dieses Jahr, sondern erst in zwei, drei oder fünf Jahren?
Im Übrigen hat Israel Hamas-Leute festgesetzt, nachdem die Hamas einen Überfall auf Israel beging: weil diese zur Gruppe der Täter gehören, die einen entführten Soldaten nicht frei geben, nichts gegen den Raketen- und sonstigen Terror unternehmen sowie ihn selbst aktiv betreiben. Und den allein aufgrund seiner Zugehörigkeit zum israelischen Staat „inhaftierte“ Gilat Shalit wird von Herrn Zang nicht einmal erwähnt.

Und so geht es weiter: Herr Zang prangert ausschließlich israelische Maßnahmen an, während er geflissentlich „vergisst“ zu erwähnen, wodurch diese ausgelöst sind. Er lässt beispielsweise unerwähnt, dass die Hamas den Warenfluss aus Israel durch Beschuss der Grenzübergänge mit Raketen und Mörsern unterbindet; er lässt unerwähnt, dass die Hamas aber offensichtlich genug Geld hat um sich massenhaft Waffen zu beschaffen, statt es dafür zu verwenden die eigene Bevölkerung zu versorgen. Und vor allem vergisst er zu erwähnen, dass Israel alle diese Maßnahmen aufgeben könnte und würde (!), wenn es von der Hamas, dem Islamischen Jihad, der PFLP, der PFLP-GC, der DFLP und welche Gruppen sonst noch alles vorhanden sind nicht weiter in seiner Existenz bedroht würde. Er wird im Gegenteil diese Bedrohung abstreiten. Er ist nicht bereit Ursache und Wirkung zu betrachten, sondern stellt die Wirkung als Ursache dar. Und diese Lüge ist nicht verzeihbar. Schon gar nicht, wenn sie aus einer Kirche kommt, die nichts dagegen unternommen hatte, dass das Volk vergast wurde, das er jetzt so übel verunglimpft. Die Einseitigkeit, mit der Herr Zang Israel nieder macht und die Palästinenser zu Opfern stilisiert, kann nur mit einem Begriff bezeichnet werden: Er diskriminiert. Gewaltig. In einer Weise, dass die Bemerkung nicht unangebracht ist, das, wer, wie Herr Zang, die Schuld nur beim Juden sucht, sich auch nicht wundern darf, sollte ihm eine Nähe zum Antisemitismus unterstellt werden.

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