Unsere unvoreingenommenen Medien

Die Morgenpost berichtet über einen toten Palästinenser:

Verhandlungen über Frieden: Leibwächter getötet

Tel Aviv/Ramallah/Gaza – Knapp zwei Wochen nach Wiederbeginn der direkten Nahost-Friedensgespräche hat die israelische Armee am Freitag einen Leibwächter des palästinensischen Verhandlungsführers Ahmed Kureia getötet. Das Militär beschuldigte das 23-jährige Mitglied der palästinensischen Sicherheitskräfte, in Terroraktionen verwickelt gewesen zu sein. Kurz nach dem Tod des Leibwächters wurden nach Polizeiangaben zwei israelische Siedler währende einer Wanderung nahe der Stadt Hebron im Westjordanland von mutmaßlichen militanten Palästinensern erschossen. Nach Polizeiangaben war es der erste tödliche Überfall auf Israelis im Westjordanland seit mehreren Monaten. Unterdessen setzte die israelische Armee ihre Luftangriffe im Gazastreifen fort.

In Kurzform: Die Israelis beschuldigen da jemanden (ohne Beweise) und bringen ihn mal eben um. Folge: Zwei Israelis werden bei Hebron „von mutmaßlichen militanten Palästinensern“ getötet.
Außerdem vergleiche man bitte, dass dies die erste Tötung von Israelis im Westjordanland war – obwohl die Israelis im Gazastreifen ständig Luftangriffe fliegen.

Schlussfolgerung des Lesers: Die Israelis sind Mörderbanden, die Palästinenser Opfer der Israelis.

Ein Zusammenhang zwischen der Tötung des nicht als solcher bezeichneten Terroristen und den Morden bei Hebron wird nicht direkt behauptet, aber die Folgerung ist schlüssig, so wie die Morgenpost das schreibt. Belege für den Zusammenhang gibt es nicht.

Einen Zusammenhang zwischen der angeblich so ruhigen Lage im Westjordanland und den Angriffen der IDF im Gazastreifen gibt es nicht. Damit ist die Nebeneinanderstellung, wie ihn die Morgenpost betreibt, nicht zulässig, schon gar nicht, wenn man die Gründe für die derzeitigen Schläge der IDF dort nicht aufzeigt.

Anders als die Morgenpost geht IMRA auf die Umstände ein, die zur Tötung des Leibwächters führten:

Bodyguard des PA-Chefunterhändlers war Tanzim-Terrorist

Während einer Verhaftungsaktion am Dienstag in Beituniya, westlich von Ramallah in der Westbank, wurde ein gesuchtes Mitglied der Tanzim-Terrororganisation , Muatsam Rafik Salah Sarif, getötet, nachdem er as Feuer auf IDF-Soldaten eröffnete.
Sarif, der auch Mitglied der palästinensischen Sicherheitsdienste war und als einer der Leibwächter von PA-Unterhändler Ahmed Qurei diente, war in jüngster Zeit in den Transport von Waffen and Terroristen in Ramallah verwickelt.

Auf einmal sieht die ganze Sache anders aus: Es war keine willkürliche Erschießung, denn der Typ hatte selbst das Feuer eröffnet. Er war nicht nur Leibwächter, sondern – wie so viele andere seiner Kollegen – Terrorist, was immer er auch jetzt als seinen Hauptberuf betrachtet haben mag.

„Nett“ ist auch der Anfang der Meldung der „Morgenpost“: Da wird hervorgehoben, dass Israel „nur knapp zwei Wochen nach der Wiederaufnahme der direkten Friedensgespräche“ einen Mord begeht – kein Wort über Aktivitäten in diesen zwei Wochen, die von pal-arabischen Terroristen inszeniert wurden. Wenn man Morgenpost liest, dann sind die PalAraber in der „Westbank“ die friedlichsten Menschen der Welt und die Israelis die Mördertruppen, die ohne jeden stichhaltigen Anlass anfangen Leute abzuknallen.

Das ist das Bild, das unsere Medien so gerne zeichnen. Ohne Rücksicht auf Tatsachen und die Realität vor Ort. Danke, Morgenpost, dass ihr so „unvoreingenommen“ „berichtet“. So kann man auch lügen, ohne Unwahres gesagt zu haben.

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2 Gedanken zu “Unsere unvoreingenommenen Medien

  1. Die Berichterstattung über Israel ist zum Kotzen. Wenn schon nicht gerade heraus antisemitisch, dann wenigstens hinterlistige Anschuldigungen gegen die Israelis, ohne auf die Gründe, warum sie so handeln, einzugehen. Folgende Zeilen stammen aus einem letztwöchigen Bericht der St.Galler-Tagblatt Korrespondentin Susanne Kaul, von der mich schon lange wundert, warum sie in Jerusalem und nicht in Gaza hockt: „Die Armee und der inländische Geheimdienst Shin Beth konzentrieren sich stattdessen auf die derzeit angeblich effektivste Form der Terrorbekämpfung: die «zielgenaue Vereitelung», so die beschönigende Definition für die Exekutionen von militanten Palästinensern und deren Hintermännern.
    R.

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