Medienspielereien

Als im September 2001 pal-arabische Freudentänze angesichts der Anschläge in New York und Washington von den Medien wegen Drangsalierungen durch PA-Kräfte kaum gezeigt werden konnten, aber sich doch eine dicke Frau und ein paar Jungs in Jerusalem vor der Kamera freuten, da meinte ein ZDF-Journalist mich nach einem Schreiben an seine Redaktion belehren zu müssen, dass solche Leute für ein bescheidenes Trinkgeld „gekauft“ werden können und der Jubel gestellt sei. Der inzwischen im Ruhestand befindliche Korrespondent „bedauerte“ nicht nur, dass diese Aufnahmen überhaupt gezeigt wurden, er unterstellte seinen Kollegen also auch, dass sie betrügen. (Das gibt’s bekanntlich nur, wenn die Araber negativ betroffen sind – umgekehrt bedarf es schon massiven Drucks aus der damals noch nicht vorhandenen Blogosphäre, wie man am Beispiel des Reuters-Photoshoppers und den Bomben auf die Hamas in Beirut 2006 sehen konnte).

Diese Erkenntnis der gestellten Szenen wird also gerne angeführt, wenn man damit für die Terroristen ungünstige Bilder wegerklären kann. Umgekehrt sieht es allerdings ganz anders aus, wie Elder of Ziyon in einem Beitrag anhand von Fotos samt Bildunterschriften von Reuters aufzeigt. Dazu stellt er einfache „Auswahlmöglichkeiten“:


Was ist wahrscheinlicher?
1) Vier arabische Jungs werfen zufällig genau gleichzeitig Steine und eine Fotograf kann nicht nur die Burschen, sondern auch ihre Steine im Flug knipsen, was seine Chance auf den Gewinn eines Preises erhöht.
2) Nachdem er sie in die optimale Position dirigiert hat, ruft der Fotograf den Jungs zu: „Wahid, ithnan, thalatha (eins, zwei, drei), WERFEN!“

Zugegeben, das ist etwas spekulativ. Aber die Vermutung, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht, kann nicht einfach abgetan werden, zumal es reichlich Bilder gibt, die Zweifel an ihrer Authentizität aufwerfen – zu viele, als dass man diese Fragen nicht stellen sollte.

Es ist ja auch nicht so, dass die MSM mit ihren sonstigen Fotos und zugehörigen Bildunterschriften dazu beiträgt Parteinahmen auszuschließen. Nehmen wir ein Beispiel von Associated Press (ebenfalls eingestellt von Elder of Ziyon):

AP schreibt dazu: Ein palästinensischer Junge bereitet sich darauf vor einen Ziegelstein auf israelische Soldaten zu werfen, die im Westbank-Dorf Beta bei Nablus operieren. Donnerstag, 21. Feb. 2008

Die Beobachtung von Elder of Ziyon: Ein Standard-Ziegelstein wiegt etwa 3kg. Schauen wir uns etwas genauer an, was dieser Junge hier schleudert:

vergrößerter Bildausschnitt

Das ist kein Ziegelstein, das ist ein Betonblock von 14kg. Es besteht keine Frage, dass dies eine tödliche Waffe ist, besonders, wenn er aus der Höhe geworfen wird. Es besteht Tötungsabsicht.

Was sollte die legitime Antwort eines Soldaten sein, der mit einem 14kg-Projektil konfrontiert wird?
Und warum, glauben Sie, beschreibt AP das lediglich als „Ziegelstein“?

Und: Wie hätte AP die Szene wohl beschrieben, wäre der Werfer ein jüdischer „Siedler“? Das ist vielleicht spekulativer als die Szene der vier Jungs oben. Aber nicht weniger weit hergeholt.