Mehr Tod, mehr Schmerz im südlichen Israel

This Ongoing War, 29. Februar 2008

Die palästinensisch-arabischen Jihadisten im Gazastreifen beschäftigen sich gestern selbst für ihre Standards mit einer Orgie von Terrorangriffen. Mehr als 50 Raketen wurden Mittwoch aus dem Gazastreifen ins südliche Israel geschossen. Eine traf das bis dahin nicht betroffene Sapir College, eine Bildungsinstitution in der Nähe von Sderot und tötete dort einen Studenten, den vierfachen Vater Roni Yechiah.

Eine der anderen Raketen explodierte auf dem Grundstück des Barzilai-Krankenhauses in Aschkelon, als die Belegschaft gerade mitten in der Versorgung eines Stroms von Verwundeten der Angriffe bei Sderot beschäftigt war.

Sagen wir es klar und deutlich: Das ist Krieg. (Klingt offensichtlich? Nicht für alle. Lesen Sie weiter.)

Im heutigen Wall Street Journal schreibt Bret Stephens, dass Israel von fast jeder internationalen Körperschaft und Regierung gedrängt wird, seine Antwort auf die mörderischen Angriffe zu der Terroristen einzuschränken – auf etwas „verhältnismäßiges“.

Was heißt das? Lässt sich „Verhältnismäßigkeit“ auf die Absicht derer anwenden, die die Qassams abschießen – nämlich den wahllosen Terror gegen die Zivilbevölkerung? In diesem Fall würde eine „verhältnismäßige“ israelische Antwort vielleicht beinhalten, dass 2.500 Artilleriegranaten zufällig auf zivile Ziele im Gazastreifen geschossen würden. Oder sollte Verhältnismäßigkeit auf die Auswirkungen der Qassams angewandt werden – eine genauestens kalibrierte, Auge-um-Auge-Operation, bei der ein Dutzend Palästinenser getötet und die absichtliche Verstümmelung oder Traumatisierung einiger hundert mehr vorgenommen wird? Sicher ist das nicht das, was die Vertreter der Verhältnismäßigkeit im Sinn haben. Was sie wirklich meinen: dass Israel mit Moderatheit antworten sollte. Aber die Kriterien für Moderatheit sind subjektiv. Sollte Israel Hamas-Führer aussuchen, die die Raketenangriffe befehlen? Das Europaparlament hat letzte Woche eine Resolution verabschiedet, die genau diese Praxis der gezielten Tötungen verurteilt. Sollte Israel rein wirtschaftliche Maßnahmen durchführen, um die Hamas für die Qassams zu bestrafen? Dieselbe Resolution verurteilte das, was sie Israels „Kollektivbestrafung“ der Palästinenser nennt. Sollte Israel versuchen die Qassams durch begrenzte militärische Vorstöße auszuhebeln? Auch das hat den unverzeihlichen Effekt als Ergebnis zu viele palästinensische Opfer zu haben, die als „unverhältnismäßig“ zur Anzahl von Qassams verwundeter Israelis gewertet werden. Angesichts dessen hat Israels angenommenes Recht auf Selbstverteidigung praktisch keine Anwendungsmöglichkeit, was den Gazastreifen angeht. Statt dessen wird Israel der Rat erteilt Waren frei in den Streifen fließen zu lassen und mit der Hamas eine Feuereinstellung auszuhandeln.

Es lohnt sich den ganzen Artikel von Bret Stephen zu lesen: The Sderot Calculus (Die Sderot-Rechnung).

Heute forderte US-Außenministerin Condoleezza Rice in Tokio ein Ende der jihadistischen Raketenangriffe auf Israel. Aber in der wirklichen Welt kann sich niemand vorstellen, dass das passieren wird und tatsächlich gab es heut Morgen mehrere Runden Raketenfeuer auf Israel (es ist noch nicht einmal Mittag). Zu den heutigen Opfern gehören der Leibwächter des israelischen Ministers für öffentliche Sicherheit, Avi Dichter, der in der Nähe einer Stelle von Splittern verletzt wurde, an der einige der Raketen von gestern einschlugen.

Lassen Sie es uns klar und deutlich sagen: Das wird weiter gehen, bis es von unserer Seite mit Nachdruck beendet wird.