Erinnerung

Gestern bekam ich anlässlich des Holocaust-Gedenktages eine E-Mail, die ich eigentlich gerne komplett mit den enthaltenen Fotos eingestellt hätte. Leider weiß sich nicht, ob der Eigentümer mir das erlaubt, also lasse ich es lieber. Trotzdem gab es etwas, das mich doch recht kräftig aufgerüttelt hatte.

Die Shoah, die Vernichtung der Juden (und anderer, wie z.B. der Sinti und Roma) durch Nazideutschland ist das am besten dokumentierte Völkermord-Verbrechen der Geschichte: Durch die (inzwischen aussterbenden) Augenzeugen, durch Fotografien, durch Filmaufnahmen der Alliierten nach der Einnahme der Konzentrations- und Arbeitslager – aber nicht zuletzt auch durch die preußisch-penible Bürokratie der Vernichter und ihre Aussagen in den Verhören und den Kriegsverbrecher-Prozessen.

Das hat die Leugner und Relativierer nicht abgehalten. Die ersten Versuche gab es schon in den 1940-er Jahren! Ich vermute, jeder, der das gesehen hat – die alliierten Soldaten, Berichterstatter, Fotografen, Filmleute; aber auch die deutschen Zivilisten, die von den Alliierten gezwungen wurden sich das anzusehen und glauben machen wollten, sie hätten gar nichts gewusst – konnte sich nicht vorstellen, dass jemals behauptet werden würde, das sei nicht geschehen.

Einer war anderer Meinung: der alliierte Oberkommandierende Dwight D. Eisenhower. Er wies an, alles ausführlich zu fotografieren und die deutsche Bevölkerung der umgebenden Dörfer durch die Lager zu treiben und die Toten zu begraben. Als Grund nannte er: „Dokumentiert das jetzt alles – macht die Filme, holt die Zeugen – denn irgendwann im Lauf der Geschichte wird irgendein Bastard daher kommen und sagen, es sei nie geschehen.“

Ich muss sagen, vor dieser Weitsicht dieses Generals habe ich enormen Respekt. Selbst er hätte sich wohl nicht vorstellen können, dass die ersten Bastarde nur zwei, drei Jahre nach diesem Krieg bereits tönten. Heute, 63 Jahre später, sind sie lauthals am Werk. Sie lügen die Geschichte um, bringen angebliche Beweise über angebliche nicht ausreichende Kapazitätsberechnungen der Krematorien oder leugnen überhaupt das Geschehen an sich.

Solche „Beweise“ braucht man nur im Westen. Weiter östlich geht das einfacher. Da kann man sogar den Holocaust gleichzeitig leugnen und ihn als knapp nicht vollendet darstellen, ohne dass sich jemand über den Widerspruch wundert. Man packt ihn aus, wenn die PalAraber infolge der Gründung Israels als die eigentlichen Opfer des Holocaust und die Israelis als die heutigen Nazis hinstellt; gleichzeitig wird behauptet, es hätte ihn nicht gegeben, er sei nur zionistische Propaganda, um den Westen zu erpressen und die Araber zu unterdrücken.

Die Hamas ist da keine Ausnahme, sondern sich für die billigsten (oder teuersten) Lügen nicht zu schade. Niemand sollte sagen, dass die radikal-muslimischen Leugner und Lügner nicht geschickt wären – die Nazis waren ja auch keine tumben Idioten, sondern geschickte und intelligente Manipulateure und Verführer. Ihre heutigen Nachfolger mit der grünen Fahne haben sehr gut von ihnen gelernt. Entsprechend manipulativ und gelogen „bilden“ sie ihre Kinder – über die Schulen, die Moscheen und die Medien, besonders das Fernsehen, wie Palestinian Media Watch dokumentiert hat. (Das Video kann man schon sehen, das per E-Mail verschickte Bulletin wird vermutlich in den nächsten Tagen erst online gestellt. Carl in Jerusalem hat es auf Israel Matzav aber auch schon gepostet.)

In ihrer Bildungsoffensive lehrt Hamas-TV:

Die jüdischen Führer planten den Holocaust, um „invalide und behinderte“ Juden zu töten, damit man sich nicht um sie kümmern muss. Während sich ein großer Teil der Welt auf die Erinnerung Yom HaShoah, den Holocaust-Gedenktag, vorbereitet, präsentierte Hamas TV seine neueste dunkle Drehung der Holocaust-Leugnung.

Das letzte Woche ausgestrahlte Hamas TV-Bildungsprogramm lehrte, dass der Mord an den Juden im Holocaust eine zionistische Intrige mit zwei Zielen war:

„Invalide und behinderte“ Juden sollten in die Todeslager geschickt werden, damit sie dem zukünftigen Staat Israel nicht zur Last fallen würden.

Gleichzeitig diente der Holocaust dafür „die Juden verfolgt erscheinen zu lassen“, damit sie „vom internationalen Mitgefühl profitieren“ konnten.

Amin Dabur, Kopf des palästinensischen „Zentrum für Strategische Forschung“ erklärte, dass „der israelische Holocaust, das ganze Teil ein Witz war, Teil der perfekten Show, die [der zionistische Führer und zukünftige Premierminister] Ben Gurion auf die Beine stellte“. Die „jungen Kraftvollen und Fähigen“ wurden nach Israel geschickt, während die Behinderten losgeschickt wurden, „damit es einen Holocaust geben würde“.

Die „angeblichen Zahlen der [im Holocaust getöteten] Juden waren reine Propaganda“, lehrt der Erzähler der Sendung.

Woher das kommt, beschreibt Robert Spencer in seinem Hinweis auf diese Sauerei:

Das zweite Ziel – eine Gruppe verfolgt erscheinen zu lassen, um von internationalem Mitgefühl zu profitieren – ist eines, das islamische Gruppen in den USA und andernorts für sich selbst übernommen haben – und ziemlich erfolgreich verfolgen.

Genau. Wir haben hier einmal mehr das Phänomen, dass eine Gruppe den Juden/Israelis ein Verhalten anhängen will, das diese Gruppe selbst praktiziert. Um dieses Tun zu charakterisieren fallen mir leider im Moment nur Vokabeln ein, mit denen ich den Tieren Unrecht tun würde, deren Namen ich auf die Terroristen und ihre Propagandisten anwenden würde. Sie sind Lügner der übelsten Sorte. Leider erfreuen sie sich vieler Sympathisanten bei uns, die sich an den Lügen nicht stören, sondern sie eher übernehmen. Die große Lüge der Holocaustleugnung wird ihnen bei uns bisher nicht abgenommen, aber man sieht darüber hinweg, dass sie im Raum steht und jegliche Äußerung der üblen Mordbanden diskreditiert. Sämtliche anderen Lügen werden geglaubt und übernommen.

Vor etwa 20 Jahren habe ich in der Bibel einmal gelesen, dass eine Zeit kommt, in der die Wahrheit Lüge und die Lüge Wahrheit genannt werden wird. Ich konnte es mir nicht vorstellen. Heute erlebe ich das – „live“! Und ich bin nicht einmal mehr erschüttert darüber, so sehr ist es zur Normalität geworden. Ich schwanke nur zwischen enormer Traurigkeit und gewaltiger Wut. Das wird sich hoffentlich irgendwann auf ein gesünderes Maß einregeln. Die Situation besser machen wird es nicht – außer irgendwann greift doch der gesunde Menschenverstand und die Leute wehren sich gegen ihre Verdummung durch die politisch Korrekten und Multikulti-Propagandisten, die sich für die Terroristen begeistern. Die Hoffnung darauf ist allerdings kurz vor dem Nullpunkt.

9 Gedanken zu “Erinnerung

  1. Über diese Holocaust Sendung und den Spruch von Amin Dabur habe ich gerade schon über einen Link bei der Achse des Guten gelesen. Das war ohne Interpretation – und ich bin zum gleichen Schluß gekommen wie der Autor obigen Blogbeitrags: Auf die Idee kommen, daß man das überhaupt ohne sich lächerlich zu machen verkünden kann, kann nur, wer eine „Show“ dieser Art selbst schon erfolgreich praktiziert (hat).

    Allerdings hat mich das nicht wütend gemacht. Denn die Fakten sind ja seit langem klar. Es geht nicht um Frieden. Es wird auch mittelfristig keinen Frieden geben. Nicht wie wir uns Frieden vorstellen. Es wird noch eine lange lange Zeit etwas anderes sein.

    Ich habe dadurch etwas mehr verstanden, daß genau diese Show gerade gespielt wird. Moralische Vorwürfe kann man seinen Freunden machen, aber nicht den Feinden. Die haben evtl eine ganz andere Moral. Aber es ist gut zu wissen, was sie spielen.

  2. Sie haben den Artikel „Die große Lüge …“ übersetzt? Wußte ich nicht, ich komme ja nicht mal dahinter wer der Autor von heplev ist.
    Dann verstehe ich erst recht nicht, warum Sie wütend werden. Wütend werden kann man bei Freunden.

  3. Wer sagt denn, dass ich wütend bin?
    Kritiknetz hat den Artikel mit meiner und Joel Fishmans Erlaubnis übernommen. Ich habe hier nur ein wenig Werbung für die „Nahost-Infos“ gemacht.

  4. Zitate aus dem Artikel:
    „Sauerei“, „Lügner der übelsten Sorte“. „Ich schwanke nur zwischen enormer Traurigkeit und gewaltiger Wut“.

  5. Na, dann erklär‘ dich demnächst ein bisschen deutlicher. Ich hab‘ den Eindruck gewonnen das mit dem wütend bezöge sich auf die verlinkte Übersetzung.

    Ansonsten: Ich finde nicht, dass man nur bei Freunden wütend werden kann.

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