Der ‚Focus’ entdeckt die Al-Dura-Fälschung

Der Focus hat doch tatsächlich entdeckt, dass das Mohammed al-Dura-Video getürkt sein könnte (Entschuldigungen an alle Türken). Es zitiert einen israelischen Wissenschaftler, der viele Details aufzeigt, anhand derer der Schluss nahe liegt. (Die gerichtliche Auseinandersetzung zwischen Philippe Karsenty und France2 in Paris haben sie anscheinend nicht mitbekommen – wird von Kommentator Dante_A moniert.). Interessant wird es dann natürlich wieder in den Kommentaren. (Tippfehler der Originale übernommen)

Da gibt es die Äquidistanzler, die letztlich Israel verunglimpfen und den Palästinensern ihr Recht auf Mord zugestehen; gerade der letzte Satz entlarvt den Schreiber: „Auf beiden Seiten sterben unschuldige Zivilisten und vor allem Kinder, dabei deutlich mehr auf palästinensischer Seite. Daher ist es für mich nicht maßgebend, ob die Bilder gefälscht wurden oder nicht. Nur sollte Isreal jetzt nicht versuchen, sich als Friedensengel darzustellen!“

Dann gibt es die Abstreiter, die dem Wissenschaftler das Fachwissen bestreiten und ihm Propaganda unterstellen: „Der Professor ist gewiss Experte, wüßte er doch sonst, wann ein Einschuß zu bluten beginnt. Wenn nicht gerade ein arterielles Gefäß zerstört wurde, dauert es schon ein wenig. In Krimis wird das sicher ganz anders dargestellt, um die filmische Wiksamkeit zu erhöhen. Hat der Professor gar so einen Fim als Vergleich gewählt?“ Ja, das weiß natürlich nur der Kommentierer, wann die Wunden bluten. Wer sich auf die 55 Sekunden verlässt, ist da der Gelackmeierte – das Ganze soll ja reichlich lange gedauert haben, auch nach den vermeintlichen Treffern.
Wo diese Haltung ganz schnell landet, ist auch kein Wunder: bei der Israel-Lobby. Es geht ja nichts über die Weltherrschaft der Juden: Man muß schon eine gehörige Portion Mut gemischt mit einem hohen Maß an Dreistigkeit besitzen um solche hahnebüchenen Theorien der Öffentlichkeit zu präsentieren, die man wahrscheinlich für sehr dumm und naiv zu halten scheint. Der Israel-Lobby in unserer politischen Elite dürfte dieses Gutachten gerade recht kommen – wie ein vom Himmel gefallenes Indiz bezüglich der Unschuld des israelischen Militärs.

Weiterhin gibt es die „ist doch egal“-Fraktion, die dann ebenfalls nur für die PalAraber Partei ergreifen und auf Israel schimpfen: Selbst wenn die Szene gestellt war, wäre es ein schwacher Entlastungsversuch, denn täglich sterben in den durch Israel besetzten Gebieten Kinder und andere Unschuldige durch Angriffe der IDF. Oder: Alleine eine Debatte über die Echtheit der Aufnahmen ist ein schlechter Witz. Es wird generell nur so wenig wie möglich von den israelischen Greueltaten berichtet. Aber lasst uns doch alle zusammen schön den Völkermord im nahen Osten ignorieren! Wir haben nur wenig aus unserer Geschichte gelernt! Widerlich! Fein, fein, wenn man sich brüsten kann, dass man neutral ist und gleichzeitig einseitig schimpft. Ausreden gibt’s auch genug. Moralische Überlegenheit der Salon-Nahostexperten zum Beispiel. Und so wird denn von einem anderen sekundiert: Aber Ironie bei Seite, es ist eigentlich unwesentlich ob DIESES Kind nun erschossen wurde, oder nicht. Wenn es eine Inszinierung war, dann macht sie zumindest auf die eigentliche Problematik aufmerksam, dass in diesem sinnlosen Krieg, in den letzten Jahrzehnten, wohl tausende Kinder erschossen wurden, da beide Seiten bereits in Kindern zukünftige Feinde sehen. Während man den Terror, verständlicher Weise, auf de reinen Seite ächtet, so unterstützt man doch da teil gezielte Morden durch Israel nicht nur moralisch, auch mit Geld und Waffen. Das habe ich in diesem sinnlosen Krieg noch nie verstanden.

Die besserwissenden Ablenker haben natürlich auch ein Wörtchen mitzureden: Ich meine ich Blut am Hals des Jungen zu erkennen. Die Einschüsse in der Wand sehen auch echt aus. Traurig das Ganze. Ist ja lieblich: „Ich meine erkennen zu können.“ Am Hals. Der angeblich ja gar nicht getroffen wurde. Und wer hat eigentlich bestritten, dass die Einschusslöcher echt sind? Die Frage ist: Wer hat sie gemacht?!

Die ahnungslosen (naiven oder dummen?) Friedensstifter dürften keinesfalls fehlen – aber die sind wie die Äquidistanzler, die auch immer versuchen zu vermitteln, dass beide Seiten gleich schlimm sind (nur, dass die Israelis dabei immer schlechter abschneiden als die Araber): Ob gestellt oder nicht… …die Weltöffentlichkeit weiß so oder so wie die Fronten im Nahen Osten sind und wie fair die „verschiedenen Parteien“ miteinander umgehen. Statt sich um die Echtheit dieses Videos verbale Schlachten zu liefern, sollten sich alle Beteiligten im Nahen Osten um ein Aufeinanderzugehen bemühen und nicht immer nur den eigenen Standpunkt unversöhnlich der Gegenpartei „vor den Latz knallen“. Merkwürdigerweise sind es gerade die religiös orthodoxen Vertreter, die den Grundsatz „Liebe Deinen Nächsten“ am wenigstens beherzigen. Entscheidend ist also nicht die Echtheit des Videos, sondern die Frage ob dieses Video evtl. auch hätte echt sein können. Und hier muß man leider sagen: Es könnte echt sein. Dies ist das nach wie vor ungelöste Problem. Hier haben wir einen ganzen Haufen Vorurteile eingepackt in gutmenschliche Ahnungslosigkeit: Die Echtheit ist nicht entscheidend, man muss aufeinander zugehen (ist es da egal, wenn eine Seite – die pal-arabische – sich nicht im Geringsten rührt?) und überhaupt, die Israelis sind die religiös orthodoxen Vertreter und machen damit alles falsch. (Vom Islam ist mir nicht bekannt, dass „liebe deinen Nächsten“ lehrt wie es im jüdischen und christlichen Glauben der Fall ist.) Und die Aussage „Das Video könnte echt sein“ übertrumpft jede Kritik an den Pallywood-Propagandisten. So kann man sich die Welt auch schön stricken.

In dasselbe Horn stößt dann noch einer, der das für völlig überflüssig und unerheblich hält: wozu soll das gut sein, nach 8 Jahren? und was soll das? wenn es nicht dieses Kind war, dann waren es andere. das ist immer eine Tragödie. Nationalität, sowohl des Opfers als auch des Aggressors interessieren mich dabei gar nicht. Auch hier: Gelogen oder nicht ist egal. Und damit ist Israel legitimes Ziel für Verunglimpfung, Verleumdung und Dämonisierung. Die Folgen dieser Fälschung aus dem Jahr 2000 werden für unerheblich erklärt. So sorgt man dafür, dass Geschichte nicht verstanden werden braucht. Keine gute Grundlage für die Verbesserung der Zukunft.

Und zum „guten“ Schluss wird auch total offen Partei gegen Israel genommen und alles abgestritten, was für die Juden sprechen könnte: Alleine eine Debatte über die Echtheit der Aufnahmen ist ein schlechter Witz. Es wird generell nur so wenig wie möglich von den israelischen Greueltaten berichtet. Aber lasst uns doch alle zusammen schön den Völkermord im nahen Osten ignorieren! Wir haben nur wenig aus unserer Geschichte gelernt! Widerlich! Das sind vielleicht Leute, die sich nicht mit der Materie zu beschäftigen bereit sind. Die plappern die Propaganda nach, die ihnen von Pallywood über die MSM vorgekaut wird.

Allerdings sind pauschale Gegenpositionen auch alles andere als hilfreich: Die Gräueltaten und das Massaker an den Palästinensern in den vergangen 60 Jahren ist alles nur erfunden und gestellt! So einfach kann man sich das machen. Was soll man mit solchen Sätzen machen? Sie liefern genauso wenig Fakten wie die Antiisrael-Tiraden.

Auch wenn es bei den faktenresistenten Holzköpfen nichts nutzt: Ihnen müssen Fakten entgegen gehalten werden, damit Leute, die nicht so verbohrt, aber auf der falschen Seite oder tatsächlich dazwischen stehen, abwägen können, was Wahrheit und was Lüge ist. Pauschalitäten helfen nicht weiter. Schon gar nicht gegen propagandistische Vorwürfe, die eigentlich auch nur pauschale Verleumdungen sind.

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