Was man so als Waffenruhe verkauft und wer sie bricht

Es hat nicht lange gedauert. Na ja, im Nahen Osten sind fünf Tage schon fast eine Ewigkeit. So lange hat die „Waffenruhe“ am Gazastreifen gedauert. Heute wurde er erst vom Raketenalarm gestört wurde, dann schlugen insgesamt drei Qassams ein, zwei davon in Sderot, eine in offenem Gelände. Premier Olmert, der vorher tönte, dass der Waffenschmuggel der Hamas einen Bruch des Waffenstillstands darstelle, bezeichnete die Beschießung durch den Palästinensischen Islamischen Jihad als „eklatanten und eindeutigen Bruch der Abmachungen, die als Teil der Waffenruhe verabredet wurden“.

Natürlich sehen die Terroristen das anders. Für sie gilt ein Antiterror-Einsatz der IDF in Schechem/Nablus als solcher Bruch. Dass die „Westbank“ von ihnen einseitig in den „Waffenstillstand“ einbezogen wurde, hat ja nichts zu bedeuten. Auch nicht, dass PA-Terroristen bereits Montagabend einen Mörser aus dem Gazastreifen nach Israel schossen.

Jetzt fragt sich, wie das Großmaul von Regierungschef auf die pal-arabischen Brüche reagiert. Zu erwarten ist, dass gar nichts passiert, außer, dass die Terroristen hofiert werden, die Grenzübergänge stärker geöffnet werden und die westliche Presse wird alles tun, um Israel die Schuld am Ende der Scharade zuzuweisen.

Unsere großen Medien halten sich (noch?) zurück. Andere weniger Die israelische Botschaft in Berlin berichtet in ihrem Newsletter nur von den drei Raketen, der Mörserangriff fehlt. Israelnetz übernimmt von Ha’aretz die Bekämpfung der Terroristen in Nablus, in der auch dick die Palästinenser-Sicht wiedergegeben wird, während die Fakten zur Geltung der „Waffenruhe“ sowie der Mörserangriff erst am Ende nebenher vorkommen.

Die Freunde der offenen Gesellschaft hatten nur den Mörserangriff im Programm. Dafür die richtigen Fragen: Wo sind die deutschen Medien? Wo bleiben zumindest die Verurteilungen?

Beer7 berichtet – noch früh am Morgen, vor den Raketen – den Mörserangriff und zitiert die Terroristen-Lügen vom Bruch der Waffenruhe durch Israel.

Gleichermaßen hat Lila von Letters from Rungholt am frühen Morgen den Mörserangriff und fragt sich, warum Israel so genannte Blockade weiter lockert und was noch kommt und ob das so weiter gehen wird. Im Update folgen (als Antwort auf die rhetorische Frage) die Raketenangriffe.

Jihad Watch bringt eine Meldung von AP: Der Mörserangriff fehlt bei der Agentur, die Raketen sind Antwort auf Israels „Bruch“ (Anführungszeichen von mir) der Waffenruhe. Zumindest wird erwähnt, dass die „Westbank“ (Anführungszeichen von mir) nicht formal Teil in die Waffenruhe einbezogen wurde. Aber die Hamas verkündet, sie bleibe ihr verpflichtet. Ja klar!

Verteidigungsminister Ehud Barak hatte auch schon getönt, als er heute durch den Negev tourte: „Ruhe wird mit Ruhe beantwortet werden, Stille mit Stille“, gab er von sich. Aber wie auf die Beschießung durch die Terroristen geantwortet werden soll, das sagte er offenbar nicht.

Und die Agenturen bereiten vor, dass Israel beschuldigt werden kann für die Gewalt verantwortlich zu sein. Genaueres hat Beer7 aufgeführt. Da wollte MS-NBC wohl nicht nachstehen und verkündet: „Die Westbank ist kein formeller Teil der Gaza-Waffenruhe. Aber der israelische Angriff könnte als Verletzung des Geistes des Waffenstillstands gesehen werden.“ Das ist der komplette Bullsh*t! (So gesehen ist der „Geist des Waffenstillstands“ der: Israel hat still zu halten, egal was passiert.) Auch MS-NBC scheint die Haltung einzunehmen, dass einzig und alleine die Terroristen definieren dürfen, wer im Rahmen des „Waffenstillstands“ was tut. Was ist eigentlich mit dem „Geist des Waffenstillstands“ geschehen, als der Mörserangriff auf Israel geführt wurde?

Spirit of Entebbe hat ein paar nette Zitate, die zeigen, wie die Terroristen das mit dem Waffenstillstand sehen, besonders jetzt nach dessen Bruch. Zuerst einmal wird jemand namens Al-Haya in der Ha’aretz zitiert, auf Englisch; hier die Übersetzung:
– „Selbst wenn es durch einige Fraktionen Verletzungen gibt, betont die Hamas ihre Verpflichtung zur Ruhe und arbeitet an der Umsetzung der Ruhe… Aber die Hamas wird keine Polizei sein, die die Grenze der der Besatzung sichert. Niemand wird sich eines frohen Augenblicks erfreuen, in dem er jemanden von der Hamas sieht, der einem Widerstandskämpfer ein Gewehr ins Gesicht hält.“
Klar genug?
Und die Waffenruhe wird nicht durch Raketenschüsse nach Israel gebrochen, nein: „Die Schließung [der Grenzübergänge] durch die Besatzung ist ein Bruch des Handels für die Ruhe im Gazastreifen.“ Also ist es Israel, das gar nicht mehr im Gazastreifen ist, ihn aber trotzdem noch besetzt hält, das durch die falsche Reaktion auf den trotz „Waffenruhe“ statt findenden Terror die „Waffenruhe“ bricht.
Diese Logik ist einfach umwerfend!

4 Gedanken zu “Was man so als Waffenruhe verkauft und wer sie bricht

  1. Also, als Massnahme um wirklich allen zu zeigen, dass man mit der Hamas am Verhandlungstisch nichts erreichen kann und dass ein Ausrotten besser ist, hat die Massnahme Olmerts schon getaugt.
    Es war eigentlich so konzipiert, dass Israel bei dem „Waffenstillstandsversuch“ in jedem Fall profitiert.

    Ich weiss allerdings nicht wie die Sache in Israel kommuniziert worden ist.

  2. Wenn Olmert das als solches Beispiel demonstrativ hätte vorführen wollen, wäre deine Argumentation annehmbar.

  3. Was schon? Nichts. Das üblich unqualifizierte Gutmenschen-Gequatsche eines Typen, der keine Ahnung haben will (!), was da unten wirklich los ist.
    Es ist wie immer: Israel kann nicht genug Zugeständnisse machen, während Forderungen an die Terroristen verboten sind.

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