Sarkozy und Land für Frieden

Ein Vergleich von Steven Plaut, 24. Juni 2008

Da war also Sarkozy diese Woche in Jerusalem; vor der Knesset forderte er von Israel, dass es der Teilung Jerusalems zustimmt, wobei die Hälfte den Wilden übergeben werden soll. Er forderte auch die ethnische Säuberung der in der Westbank lebenden Juden.

Diese französischen Politiker haben lange geglaubt, dass Frieden geschaffen werden kann, indem man Israel in eine Art Vichy-Appeasementregime verwandelt. Aber jetzt, wo sie Frieden mit Land erkaufen wollen, könnten sie auf etwas Wichtiges aus sein.

Ich bin nie vor einer Herausforderung zurückgeschreckt; und so habe ich eine Liste an Vorschlägen erstellt, die das französische Volk sich überlegen sollte, damit sie eine vollständigen, dauerhaften und gerechten Frieden mit ihren historischen Gegner erzielen können.

Zuerst einmal stimmen wir alle darin überein, dass Territorium nicht durch Gewalt annektiert werden darf. Daher können wir also auch übereinstimmen, dass Deutschland ein moralisches Recht hat die Rückgabe von Elsass-Lothringen zu verlangen, denn die französische Aggression von 1945 und die folgende Besatzung dürfen nicht belohn werden. „Ein vollständiger Rückzug für vollständigen Frieden“ sollte hier Anwendung finden. Darüber hinaus muss Frankreich der Rückkehr und Rehabilitation aller ethnischen Deutschen zustimmen, die nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg aus Elsass-Lothringen vertrieben wurden, außerdem aller, die sich als deren Nachfahren definieren.

Aber das ist natürlich nur der erste Schritt hin zu einer Lösung, denn keine Aggression kann belohnt werden – und Frankreich hat einiges an gestohlenem Territorium zurückzugeben. Genua nahm es Korsika weg, Piedmont Nizza und Savoyen; als Nachfolgestaat muss Italien all dieses Land zurückbekommen. In ähnlicher Weise gehen Gebiete an Österreich zurück, die den Habsburgern genommen wurden, darunter auch Franche-Comté, Artois und das historische Burgund. Die Region Rousillon (entlang der Pyrenäen) muss an ihren rechtmäßigen Eigentümer Spanien zurückgegeben werden. Und die Normandie, Anjou, Aquitanien und die Gascogne müssen an ihre rechtmäßige Eigentümer, die britische königliche Familie, zurückgegeben werden.

Aber auch das reicht für den Sinn des Friedens nicht. Die Bretagne und der Languedoc müssen sofort Autonomie erhalten, damit verbunden die Anerkennung der bretonischen und okzitanischen Freiheitsorganisationen als deren legale Herrscher. Das belässt der französischen Regierung die Kontrolle über die Ile de France (die Gegend um Paris).

Das löst aber immer noch nicht das Problem der Heiligen Stadt Paris, die Touristen, Gourmets und Ehebrechern heilig ist. Die Korsen haben offensichtlich einen historischen Anspruch auf das Grab von Kaiser Napoleon, ihren berühmten Sohn, wie auch den Komplex des Dome des Invalided und seiner Umgebung. Im Sinne des Friedens ist es doch nicht zu viel verlangt, dass Paris die Hauptstadt für zwei Völker ist? Die französischen Herrschenden müssen zustimmen, dass die französischen Pariser vom Betreten der heiligen Grabgeländes abgehalten werden, damit das nicht die Korsen verärgert.

Die Saint Chapelle und die Kathedrale Notre Dame werden natürlich internationalisiert, unter der gemeinsamen Aufsicht des Vatikan und der Historiker. Die Franzosen sollten es als Kompliment von höchstem Wert betrachten, dass so viele Menschen Paris als internationale Stadt ansehen.

Die Franzosen haben nichts, über das sie sich beschweren könnten. Sie werden sich der Vorzüge des Friedens erfreuen und die Kontrolle über die Champs Elysées behalten.

Wobei, wenn man darüber nachdenkt, selbst die Champs Elysées zu viel sein könnten. Wenn man sich überlegt, dass die Franzosen meinen, Jerusalem sei nicht die Hauptstadt Israels, dann ist vielleicht die französische Hauptstadt gar nicht Paris, sondern Vichy.

Schlussbemerkung heplev: Jetzt warte ich auf ähnliche Vergleiche für weitere europäische Staaten!