GEZ-Fernsehen

Das ist eine abfällige Bezeichnung für das öffentlich-rechtliche Fernsehen, die immer dann auftaucht, wenn eine ARD-Anstalt oder das ZDF, arte, Phoenix und wie sie alle heißen mal wieder etwas vergeigen. Besonders bei konservativen Blogs ist der Begriff mehr als beliebt, er wird heiß geliebt, wenn wieder Phrasendrescherei der öffentlich-rechtlichen Anstalten stattfindet, die üblichen Klischees bedient werden und dann vielleicht gar noch als „mutig“ verkauft werden soll.

So gesehen ist der Begriff reichlich unvollständig, denn er schließt den Hörfunk nicht mit ein, der sich als genauso fürchterlich herausstellt (s. „Hallo Ü-Wagen“-Sendung zu Israels 60. Gründungs-Jahrestag). Ein wenig mehr Genauigkeit wäre also gar nicht so falsch.

Nun soll das hier nicht unbedingt auf eine Verteidigung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hinaus laufen. Die machen so viel Stimmung in die falsche Richtung, dass von der in ihrer Werbung behaupteten Objektivität rein gar nichts übrig bleibt.

Allerdings scheint der abfällige Umgang mit den Öffentlich-Rechtlichen zu suggerieren, dass die privaten Sender als besser eingeschätzt werden. Das wäre fatal. Denn auch dort herrschen in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle das gleiche Vorgehen und das gleiche Denken wie beim Staatsfunk. Beispiele findet man zuhauf. Die Zeitungen, die sich sachlich richtig zu Israel äußern und wirklich berichten, statt Stimmung zu machen, kann man an einer Hand abzählen. Und Fernsehsender wie RTL sind nun alles andere als keine Stimmungsmacher gegen Israel und andere.

Es sollte also niemand auf die Idee kommen, dass das „GEZ-Fernsehen“ wegen seiner Stimmungsmache so gerne niedergemacht wird. Das Problem liegt woanders. Und ein weiterer „Spitzname“ macht das deutlich: „Zwangsgebühren-Sender“ ist eine andere Vokabel, die gerne die Runde macht. Die Privaten Sender sowie die Zeitungen und Zeitschriften finanzieren sich und ihre Schieflagen wenigstens selbst. Wenn mir nicht passt, was die sich zusammenheucheln, dann schalte ich sie ab, kaufe sie nicht, lasse sie links liegen. Bei den Öffentlich-Rechtlichen geht das so nicht; vom Staat werde ich gezwungen sie zu finanzieren. Ich habe keine Wahl. Ich muss zahlen. Und damit unterstützen, was ich nicht für unterstützenswürdig halte.

Eine solche Zwangsabgabe ist undemokratisch. Es ist nicht einsehbar, dass man für etwas zahlt, das nur Meinung ist (TÜV z.B. ist nicht Meinung, sondern soll Sicherheit bringen), das einem absolut nichts bringt, nicht gefällt und das man nicht beeinflussen kann. Vor allem angesichts des Umgangs der Öffentlich-Rechtlichen nicht nur mit den Mitteln, sondern auch mit der Marktmacht, die damit einher geht. So hat der WDR es geschafft in Nordrhein-Westfalen landesweite Konkurrenz zu verhindern. Während in jedem anderen Bundesland wenigstens ein landesweiter Radiosender zu finden ist, gibt es in NRW genau Null davon. Statt dessen hat der WDR sich wie eine Krake weiter ausgebreitet, Sendefrequenzen belegt und ein „Regionalstudio“ nach dem anderen eröffnet (inzwischen sind das eher Lokalstudios!), was natürlich den Finanzbedarf entsprechend erhöht. Dazu wurde das Internetangebot drastisch hoch gefahren, was auch nicht gerade wenig kostet.

Und auf dieser Grundlage jammern diese Sender dann jedes Jahr wieder, sie bekämen nicht genug Geld (sprich: Gebühren). Mit „Grundversorgung“ hat das nichts mehr zu tun; hier geht es um Marktmacht und Einfluss; es geht ausdrücklich NICHT um Meinungsvielfalt und Pluralismus. Und das ist es, was mich persönlich an den öffentlich-rechtlichen Sendern so stört. So, wie sie sich derzeit gerieren und bei dem Einfluss, den sie ausüben, gehören sie abgeschafft.

Ein Gedanke zu “GEZ-Fernsehen

  1. Als Jude, der Israel liebt und unkorrekte Berichterstattung der öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten ablehnt, verweigere ich die Zahlung der GEZ gebüren und lasse es gern auf einen Prozeß ankommen.

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