Die vorhersagbare Spontanität des Terrors

Noch ein paar zeitlos wahre Dinge zum Terror allgemein von Gerald M. Steinberg:

Gerald M. Steinberg
Jerusalem Post, 03. Juli 2008, S. 4

Auf gewisse Weise war der jüngste Terroranschlag in Jerusalem vorhersehbar – nicht, was die Art angeht, den Zeitpunkt oder den genauen Ort, aber aus dem ständigen Muster von mehr als 60 Jahren. Wo immer während dieses Zeitraums die gewalttätigen Angriffe gegen Israelis an einer Front eingedämmt wurden, wurde sofort eine weitere Front eröffnet, die oft eine andere Form der Gewalttätigkeit beinhaltete.

Die Waffenstillstandsvereinbarungen nach dem Unabhängigkeitskrieg 1948 wurden abgelöst vom Beginn der Infiltrationen durch Fedayin, die aus Jordanien und Ägypten kamen und israelische Zivilisten nahe der Grenze attackierten. Einige Jahre später waren diese Zugänge geschlossen und die Angriffe verschoben sich zur Westbank und vor dort in den Libanon. In jüngerer Zeit, als der Selbstmord-Bombenfeldzug (der den falschen Namen „Zweite Intifada“ erhielt) von IDF-Operationen wie „Schutzschild“ und dem Bau einer Sicherheitsbarriere gestoppt wurde, begann der Raketenregen aus dem Gazastreifen. Und die letzte Woche am Gazastreifen erklärte wackelige Waffenruhe war auch das Signal für eine neue und andere Form der Gewalt gegen israelische Zivilisten.

Wie die Geschichte zeigt, ist der „bewaffnete Kampf“ die dominante Strategie gewesen, die genutzt wurde, um für das Ziel der Rückgängigmachung der Gründung des jüdischen Staates zu werben. Lediglich die Namen der Organisationen haben sich geändert – Fatah, die PLO, Al-Aksa-Märtyrerbrigaden, Hamas, Islamischer Jihad und vielleicht jetzt eine neue Bezeichnung – aber die Strategie des Terrors bleibt. Gleichermaßen ist der Grundansatz des Terrors trotz der angenommenen Motivations- und Rechtfertigungsverschiebungen, einschließlich der Hinzufügung der „Besatzung“ oder der Siedlungen, die dem Krieg von 1967 folgte, konstant geblieben.

Wie der jüngste Anschlag in Jerusalem zu demonstrieren scheint, benötigen die Übeltäter nicht unbedingt einen Organisation mit Ausbildung, Waffen oder Vorschriften. Die Palästinenser sind mit dem bewaffneten Kampf groß gezogen worden und viele sind in der Lage die Zeichen zu lesen und eigenständig zu handeln, mit jeglichen Waffen, die ihnen gerade zur Verfügung stehen. Das kann ein Gewehr sein, ein mit Sprengstoff gefüllter Selbstmord-Gürtel oder, wie in diesem Fall, ein Radlader.

Der stete Fluss an Hetze in den Medien spielt in diesem Prozess eine zentrale Rolle, einschließlich der palästinensischen Fernsehprogramme, die den hohen Wert des Märtyrertums undd ie Ehre des Kampfes gegen den zionistischen Feind predigen. Als Ergebnis davon mag das isolierte Handeln zwar spontan erscheinen, aber die Grundlagen und die Vorbereitung sind nie weit weg gewesen.

Die Palästinenser haben weiterhin gelernt, dass die Vereinten Nationen und die mächtigen Gruppen, die behaupten für die Menschenrechte einzutreten, selten auf solche Anschläge reagieren, ganz im Gegensatz zu den ständigen und vorhersagbaren Verurteilungen israelischer Angriffe. Während des Zweiten Libanonkrieges und in den letzten Monaten während der Raketenangriffe aus dem Gazastreifen konzentrierten sich die Äußerungen und Kampagnen von Human Rights Watch, Amnesty International und vieler anderer Gruppen in ihren Berichten in erster Linie auf Beschuldigungen Israels wegen „Kollektivstrafen“ und „Kriegsverbrechen“ (die Tatsache, dass diese juristischen Begriffe in diesem Zusammenhang bis zur Unkenntlichkeit verdreht werden, wird allgemein ignoriert). So hat die palästinensische Gewalttätigkeit die doppelte Wirkung Israelis umzubringen, während sie gleichzeitig zur Dämonisierung Israels beiträgt.

Eine Antwort auf diese Geschichte und Strategie des Terrors ist ein Minimallevel als Preis für Freiheit und Souveränität zu akzeptieren oder zumindest anzuerkennen. Mit jeder Welle hat Israel die Oberhand behalten, nachdem es mit dem Leben einiger seiner Staatsbürger bezahlt hat. Vielleicht ist das das Beste, was man erwarten kann, bis es eine historische Verschiebung in der palästinensischen und arabischen öffentlichen Meinung gibt, die die Akzeptanz der israelischen Legitimität beinhaltet.

Um diese Strategie besiegen zu helfen, sollte mehr Gewicht auf die Beendigung der Hetze gelegt werden (insbesondere seitens der die Palästinenser finanzierenden europäischen Regierungen), sowie auf die Beendigung des Missbrauchs internationalen Rechtssprachgebrauchs zur Verurteilung legitimer israelischer Antworten [auf den Terror].