Schlafwandelnd in die Islamisierung

Melanie Philipps, Daily Mail, 8. Juli 2008

Drei Jahre nach den Bomben auf die Londoner „Tube“ und einen Bus muss unermesslich alarmierend festgestellt werden, dass Großbritannien selbst jetzt noch in die Islamisierung schlafwandelt. Mancher wird glauben, dass die pure Übertreibung ist. Das allerdings ist das Problem. Großbritannien begreift nicht, dass es einem Zangenangriff durch Terrorismus und kulturelle Infiltration und Usurpation.

Das erste wird verstanden; Letzteres wird allgemein nicht zugegeben oder sogar geleugnet und diejenigen, die darauf aufmerksam machen, werden entweder als „Islamophobe“ oder Schwarzseher, die sich auf dem Planeten Paranoia eingerichtet haben.

Sicher, die Polizei und die Sicherheitsdienste haben ein Komplott nach dem anderen vereitelt und bringen einen beständigen Strom islamistischer Radikaler vor Gericht – zweifellos eine Verbesserung gegenüber der Zeit vor drei Jahren. Und so denken die Leute und besonders die in der britischen Elite, dass die Dinge weit gehend unter Kontrolle sind.

Sie begreifen nicht, dass der Versuch unsere Kultur zu übernehmen für diese Gesellschaft noch tödlicher ist als der Terrorismus. Sie sind einfach blind für die skrupellosen Gepflogenheiten, mit denen die Islamisten unsere gut meinende Toleranz und political correctness durcheinander bringen (unterstützt durch die Drohung mit mehr Gewalt), um dem Islam einen besonderen – und in der Tat einzigartigen – Halt in Großbritannien zu verschaffen.

Als Ergebnis davon wird die stete Islamisierung des britischen öffentlichen Lebens von einem politischen, sicherheitsberuflichen und juristischen Establishment entweder ignoriert oder sogar stillschweigend gefördert, das versäumt das heimliche und hirnverdrehende Spiel zu erkennen, das mit ihm gespielt wird.

Das offizielle Antiradikalisierungsprogramm illustriert das Problem. Die Regierung will die Radikalisierung innerhalb der britischen muslimischen Gemeinschaft durch die Gewinnung von Herz und Gemüt innerhalb dieser Gemeinschaft. Ihre Strategie gründet auf der Isolierung der Extremisten und der Ermutigung der Moderaten.

Das Problem ist jedoch, dass sie nicht begreift, was muslimsicher Extremismus ist. Da man glaubt, dass der islamische Terrorismus von einer Ideologie motiviert ist, die den Islam „gekidnappt“ und verdreht hat, wird man den Extremismus innerhalb des Mainstream-Islam selbst nicht erkennen.

Der Grund dafür, dass so viele ältere britische Muslime traditionell moderat sind, liegt daran dass sie auf dem asiatischen Subkontinent aufgezogen wurden, in einer gezähmten Form des Islam, die aus der Kolonialherrschaft stammt, die einen großen Teil der Lehren der Religion unter den Teppich kehrte.

Die Regierung glaubt, dass dem islamischen Radikalismus damit begegnet werden kann, dass den Muslimen der authentische Islam gelehrt wird. Da aber der islamische Radikalismus sich auf diesen sehr authentischen religiösen Lehren gründet, wird dies zweifelsohne den Effekt haben, dass die Leute radikalisiert werden, die andernfalls niemals in diese Richtung denken würden.

Das Mosques and Imams National Advisory Board (MINAB – Nationaler Beraterstabs der Moscheen und Imame) wurde aufgestellt, um das Ziel der Regierung umzusetzen, die Moderatheit der Moscheen sicher zu stellen. Das war schon immer unwahrscheinlich, da die Mitglieder der islamistischen Gruppen in den Steuerungskomitees saßen. Obwohl sich Manazir Ahsan, der Vorsitzende des MINAB, als Reformer gibt, ist er der Direktor der Islamic Foundation (Islam-Stiftung), die den Schriften von Maulana Maudui folgt – und der predigte das Ende der Souveränität und Vorherrschaft der Ungläubigen, die dazu gebracht werden müssen in einem Zustand der Unterordnung unter den Islam zu leben.

Gleichermaßen ist Dr. Ataullah Siddiqui, der Chefberater der Regierung zu islamischen Studien ein hochrangiges Mitglied der Islamic Foundation. Der Bericht „Islam at Universities in England“ (Der Islam an Universitäten in England), den er letztes Jahr für die Regierung schrieb, wurde vom Premierminister öffentlich Willkommen geheißen; darin wurde gedrängt, dass unter anderen besonderen Privilegien für Muslime diesen erlaubt werden sollte islamische Fragen an britischen Universitäten zu lehren und dass Nichtmuslimen davon ausgeschlossen sein sollten.

Jedenfalls werden die Universitäten stetig islamisiert, wobei die akademische Objektivität der Lehre des Islam und die Nahost-Studien zugunsten von Indoktrination und Propaganda beiseite gestellt werden.

Ein Bericht von Professort Anthony Glees, der im Herbst veröffentlicht wird, wird argumentieren, dass extremistische Ideen von Islam-Studienzentren mit Verbindungen zu britischen Universitäten verbreitet und von Multimillionen-Spenden aus Saudi-Arabien und von muslimischen Organisationen unterstützt werden. Er sagt: „Die Universitäten Großbritanniens müssen zwei nationale Kulturen entwickeln: eine nichtmuslimische und weit gehend säkulare, die andere muslimisch. Wir werden zwei Identitäten haben, zwei Loyalitätssätze und zwei Rechts- und Politik-Systeme. Das muss nach der eigenen Logik der Regierung das Risiko des Terrorismus immens erhöhen.

Noch erschreckender ist die zunehmende Islamisierung der Polizei. Es wurde berichtet, dass bis zu acht Polizisten und zivile Angestellte, die bei der Metropolitan Police arbeiten, und andere wegen des Verdachts der Verbindungen zu extremistischen Gruppen, einschließlich der Al-Qaida, verdächtig sind; einige sollen an Terror-Trainingslagern in Pakistan oder Afghanistan teilgenommen haben. Einem des Jihadismus verdächtigten Beamten, der im Südwesten arbeitet, wurde erklaubt seinen Job zu behalten, obwohl er dabei erwischt wurde, wie er im Internet Bilder aus dem Irak von Enthauptungen und Bomben am Straßenrand verbreitete.

Nicht weniger verstörend ist die Tatsache, dass die Polizei absichtlich Islamisten in ihre Reihen einbringt – in dem völlig fehl geleiteten Glauben (von vielen in den Sicherheitsdiensten geteilt), dass sie gegen den islamischen Radikalismus helfen können.

Commander Robert Lambert, der bis in dieses Jahr die Metropolitan Police Muslim Contact Unit (Muslime-Kontakteinheit der Metropolitan Police) leitete, stellte fest, dass der Terrorismus nicht durch Knotakte mit den moderaten Muslimen bekämpft werden könne, sondern durch Partnerschaften mit Salafisten (sunnitischen Extremisten, die an die islamische Überlegenheit über den säkularen Staat glauben) – von denen einer dann auch ein Beamter in seinem eigenen Polizei-Department war.

Commander Lambert glaubt, dass dies der Polizei ermöglicht die Art zu verstehen, wie die Extremisten denken, bevor sie ihre Terror-Akte begingen. Es versteht sich sicher von selbst, dass ein Beamter, der sich dem Sturz des Westens und seiner Ersetzung durch eine islamische Gesellschaft verpflichtet fühlt, ein Sicherheitsrisiko erster Ordnung darstellt. Dass ein Antiterror-Spezialist der Polizei dafür wirbt, ist einfach unglaublich.

Sehr alarmierte Quellen haben mir darüber hinaus berichtet, dass in Überstimmung der Bedenken von Polizisten zur Einstellung von mehr Minderheiten-Beamten auch die Überprüfungskriterien über Bord geworfen – insbesondere, wenn es darum geht Police Community Support Officers geht, die nach zwei Jahren selbstständige Polizeibeamte, ohne dass weitere Überprüfungen nötig sind. Das Ergebnis, sagen die Quellen, besteht darin, dass die Sicherheit der Polizeiaktionen möglicherweise kompromittiert ist.

Darüber hinaus hat es beunruhigende Beispiele dafür gegeben, dass die Polizei islamischen Extremismus deckt. Im Jahr 2007 deckte die Sendung „Dispatches“ des Channel Four Belege für die Aufhetzung zum Mord an Homosexuellen, die Tötung britischer Soldaten und Hass auf „Ungläubige“ auf, die unterhalb des offiziellen Radars in angeblich ehrbaren britischen Moscheen vor sich geht.

Aber statt solche Fanatiker vor Gericht zu stellen, versuchte die West Midlands Police zuerst die Macher der Sendung strafrechtlich zu verfolgen und beschuldigte sie der selektiven Bearbeitung und Verzerrung und Untergrabens des Zusammenhalts der Gemeinde – eine Verleumdung, für die die Polizei und der Crown Prosecution Service (Staatsanwaltschaft) in der Folge gezwungen wurden sich zu entschuldigen.

Ein Bericht des Centre for Social Cohesion über Ehrenmorde und ähnliche Gewalt deckte auf, dass einige Frauengruppen, insbesondere in den Midlands und Nordengland, sagen, dass sie oft zögern mit Frauen zur Polizei zu gehen, die von Zuhause ausgerissen sind, um Gewalt zu entgehen, weil sie den asiatischen Polizeibeamten nicht vertrauen können, dass sie die jungen Frauen nicht an ihre sie missbrauchenden Familien verraten.

Im Februar verteilten die christlichen Evangelisten Arthur Cunningham und Joseph Abraham Bibel-Traktate in Alum Rock in Birmingham. Ihnen wurde von einem Muslim Police Community Support Officer mit Verhaftung gedroht, wenn sie weiterhin in „einem muslimischen Gebiet“ predigten und gewarnt, dass sie verprügelt werden könnten, sollten wie wieder kommen.

Was um Himmels willen passiert, wenn im Herzen Englands ein britischer Polizeibeamter, der für den britischen Staat arbeitet, um das Gesetz Englands durchzusetzen, aggressiv Christen vom Predigen des etablierten Glaubens Englands mit der Begründung verhindert, dass das jetzt ein „Hass-Verbrechen“ ist?

Als der Bischof von Rochester, Dr. Michael Nazir-Ali, warnte, dass sich in Großbritannien muslimische No-Go-Areas entwickeln, wurde er als islamophobisch denunziert. Das Establishment stand Schlange, um zu sagen, sie würden das von ihm beschriebene Großbritannien nicht erkennen. Aber das britische öffentliche Leben wird fortlaufend islamisiert, wobei muslimische Radikale die starke Konzentration von Muslimen zunehmend Nichtmuslime einschüchtern.

Nachdem Canon Michael Ainsworth, Vikar in East London, in seinem eigenen Kirchengarten im März von drei Muslimen zusammengeschlagen wurde, wurde bekannt, dass es auf Kirchen in der Gegend viele Angriffe von solchen Jugendlichen gegeben hatte, die bei einer Gelegenheit riefen: „Das sollte keine Kirche sein, das müsste eine Moschee sein.“ Doch wurde letzten Monate einer der Jugendlichen des Angriffs in auf Ainsworth auf freien Fuß gesetzt, nachdem ein Richter seine Behauptung akzeptierte, der Angriff sei nicht religiös motiviert gewesen.

Das Gesetz der Scharia dringt stetig in die britischen Institutionen vor. Letzte Woche sagte Lord Phillips, der höchste Richter in England und Wales, sie könne in einigen Teilen des Rechtssystems eine Rolle spielen könnte. Dem gingen Bemerkungen des Erzbischofs von Canterbury voraus, der erklärte, Muslimische Familien sollten die Möglichkeit haben in Ehe- und Familienfragen zwischen englischem und islamischem Recht zu wählen.

Tatsache ist aber, dass Großbritannien bereits eine parallele Scharia-Rechtsprechung in solchen Fragen entwickelt, mit einem geschlossenen Auge gegenüber Praktiken wie Zwangsehen, Cousinenehen, weiblicher Genitalverstümmelung und Polygamie; Fakt ist, dass inzwischen den mehreren Ehefrauen muslimischer Männer Sozialleistungen gegeben werden.

Währenddessen scheinen die Gerichte immer noch alle möglichen Verrenkungen zu unternehmen, um den muslimischen Radikalismus zu beschwichtigen. Im Letzten Monat setzte ein Richter Abu Qatada auf freien Fuß, den wichtigsten Al-Qaida-Mann in Europa und der Dreh- und Angelpunkt zahlreicher Terroranschläge in Europa, der wegen seiner bevorstehenden Ausweisung nach Jordanien festgehalten wurde, um dort vor Gericht gestellt zu werden.

Seine Entlassung gegen Kaution – in eine Art Hausarrest – folgte der Entscheidung eines Berufungsgerichts, dass er nicht nach Jordanien ausgewiesen werden konnte, weil jede Strafverfolgung dort als Ergebnis eines gefolterten Zeugen zustande gekommen sein könnte – einem Bruch der Europäischen Menschenrechtskonvention.

Warum erscheinen die britischen Behörden sich ein Bein auszureißen, um Bemühungen zu vereiteln den Jihadterror zu bekämpfen und zu besiegen? Währen die Islamisten beschwichtigt werden, wird die christliche Kirche diskriminiert. Der Bischof von Rochester sagte, der Niedergang christlicher Werte zerstöre das Britentum und habe ein „moralisches Vakuum“ geschaffen, das der radikale Islam füllt. Als Antwort auf diesen cri de coeur einer Zivilisation unter Belagerung behauptete Hazel Blears, Communities Secretary (Kommunen-Ministerin), das sei richtig, dass mehr Geld und Anstrengungen auf den Islam verwandt werden als auf die Christenheit – wegen der Bedrohung durch den Extremismus und den im Inland gewachsenen Terrorismus.

Aber der Islamismus wird nur zurückgeschlagen werden, wenn Großbritannien einmal mehr das Vertrauen in seine eigene Kultur, sein Erbe und seine Traditionen wiedergewinnt. Und diese gründen auf dem Christentum.

Frau Blears’ beklagenswerte Bemerkung illustriert das Problem grafisch. Während die normalen Leute Großbritanniens zunehmend entsetzt ist, angesichts der Art, wie ihr Land vom Islamismus verändert wird, wie die politischen, juristischen, Sicherheits- und intellektuellen Eliten geschäftig daran arbeiten, die Natur der Gefahr zu leugnen und sie durch eine Kombination von extremer Ignoranz, Arroganz und pure Angst weit, weit schlimmer zu machen.

Die Islamisten begannen ihren Jihad gegen den Westen, weil sie ihn als derart schwach und konfus wahrnahmen, dass er nicht die Mittel besitzen würde sich zu verteidigen. Was Großbritannien angeht, haben sie nie richtiger gelegen.

(Dieser Text ist eine gekürzte Version des neuen Vorworts der überarbeiteten Ausgabe von „Londonistan“.)