Sozialismus und Antisemitismus

Sultan Knish, 21. Juli 2008

Können Sie ein Land nennen, in dem die von der Regierung kontrollierten Medien wiederholt antisemitische Beschimpfungen verbreiten und die Protokolle der Weisen von Zion zitieren? Ein Land, aus dem ein Drittel der jüdischen Bevölkerung ausgewandert ist und der Exodus weiter geht? Ein Land, dessen Regierung Razzien wegen „subversiver Aktivitäten“ gegen Synagogen durchführt und deren Berater die Juden beschuldigen Komplotte zur Übernahme der Macht im Land zu schmieden?

Schließlich ein Land, dessen Regierung oder besser Diktator von den Linksliberalen in den USA und Europa weit gehend unterstützt wird.

Nein, es liegt nicht im Nahen Osten, sondern in Südamerika. Das Land ist natürlich Venezuela und wie die antisemitische Agenda seiner marxistischen Genossen der Sandinisten demonstriert Hugo Chavez’ „jüdisches Problem“, dass linker Antisemitismus sehr wenig mit der Existenz Israels oder jeglicher so genannter Unterdrückung der palästinensischen Araber zu tun hat.

Der marxistische und linke hass auf die Juden geht lange vor den modernen Staat Israel zurück. Tatsächlich geht er auf Marx selbst zurück, der, obwohl er jüdische Vorfahren hatte, die Juden um so mehr hasste.

Marx schrieb: „Geld ist der eifersüchtige Gott Israels, neben dem kein anderer Gott existieren darf… Der Jude hat sich auf jüdische Weise emanzipiert, nicht nur, weil er finanzielle Kraft erworben hat, sondern auch, weil durch ihn und auch ohne ihn das Geld eine Weltmacht geworden ist und der praktische jüdische Geist der praktische Geist der christlichen Nationen geworden ist. Die Juden haben sich insofern emanzipiert, als die Christen Juden geworden sind.“ Damit gab er den antisemitischen Standpunkt des Marxismus vor, der bis heute weiter besteht.

Das ist die Art fanatischer antisemitischer Raserei, die die meisten Menschen in einer Ausgabe von Mein Kampf zu finden erwarten, aber Marxismus und Nationalsozialismus sind die zwei Seiten derselben Medaille und Marx und Hitler entwickelten beide eine neue Vision für Deutschland. Eine, die die Juden als bösartige Bankiers und Hamsterer dämonisiert, Hindernisse für einen wahren sozialistischen oder nationalsozialistischen Staat.

Wenn Chavez über Juden spricht, spiegelt er dasselbe marxistische Stereotyp und die Besessenheit von den Juden als den finanziellen Herrscher der Welt oder besonders in Venezuela wider: „Die Welt hat genug für alle, aber es ist so, dass einige Minderheiten – die Nachkommen derer, die Christus kreuzigten… von den Reichtümern der Welt Besitz ergriffen.“

Gegen den jüdischen Reichtum zu eifern ist natürlich ein altes Stereotyp, nimmt aber für Sozialisten, deren Ziel die Enteignung von Reichtum und Eigentum zugunsten der Hände eines sozialistischen Staates ist, eine besondere Bedeutung an.

Für Sozialisten sind jüdischer Erfolg und Fähigkeit unsere Erbsünde. Wo Linksliberale den Anspruch erheben von dem Wunsch motiviert zu sein Gleichheit durch die Beseitigung sozialer Diskriminierung zu bringen, ist die Wirklichkeit, dass dies nie dazu gedacht war tatsächlich zu funktionieren. Diskriminierung soll eine endlose Tretmühle sein, der man nur durch Sozialismus und Regierungskontrolle entkommen kann. Die Juden sind allerdings die wichtigste Ausnahme gewesen, die weithin in der Kunst, Handel, Industrie, Medizin, Juristerei, Politik und hundert anderen Berufen Erfolg hatten, trotz der sozialen Diskriminierung.

Die Juden sind für die Propheten des Sozialismus schlicht eine Störung, weil die Juden ihr Lieblingspostulat widerlegen, dass nur Regierungskontrolle Gleichheit und Gerechtigkeit sicher stellen kann. Ist es da ein Wunder, dass die Sozialisten dazu tendieren die Juden zu hassen?

Moderner sozialistischer Antisemitismus rechtfertigt sich durch Israel, hat aber wenig mit Israel zu tun. Die Sozialisten feierten Israel 1948, als sie glauben es würde ein sozialistischer Brückenkopf im Nahen Osten sein. Statt dessen machte sich Israel Reformen des freien Marktes zu eigen und wurde einer der größten Erfolge der Welt in der medizinischen, technologischen und landwirtschaftlichen Entwicklung. Israels Bruttosozialprodukt reiht sich in die Westeuropas ein. Israels mittleres Haushaltseinkommen liegt knapp hinter dem Australiens und vor dem von Irland und Hongkong.

Ist es ein Wunder, dass die Sozialisten, die einst hoffnungsvoll auf Israel blickten, es heute verachten, gegen es toben und die niederträchtigsten Verleumdungen gegen es wiederholen, die sie finden können? Sie folgen bloß in den Fußstapfen des Karl Marx, der die jüdische wirtschaftliche Vitalität als Bedrohung seiner sozialistischen Vision betrachtete. Der Antisemitismus ist nicht der Sozialismus der Dummen, wie Bebel sagte; der Sozialismus ist unwiderruflich an den Antisemitismus gekettet, ob nun in Deutschland oder England oder darüber hinaus.

Sozialisten betreiben Antisemitismus, nicht wegen Israel, sondern weil sie sich über die Juden ärgern und weil es eine billige Quelle bigotten Populismus ist, in Venezuela für Chavez oder in Großbritannien für George Galloway oder in Amerika für Cynthia McKinney, derzeitige Präsidentschaftskandidatin der Grünen Partei.

Viele werden dem damit entgegnen, dass eine große Zahl Sozialisten jüdisch waren und sind. Ja und?

Torquemada, Chef-Aufwiegler der spanischen Inquisition, stammte auch von Juden ab. Selbst Ferdinand und Isabella hatten jüdisches Blut. Viele derer, die in der spanischen Inquisition Juden auf dem Scheiterhaufen verbrannten, hatten, wie Marx oder Adam Shapiro von der ISM, jüdische Vorfahren. Bevor auch sie verbrannt wurden, was öfter geschah als dass sie verschont wurden.

Dasselbe Muster spielte sich in der UdSSR ab, als die Yevesktsia, die jüdische Sektion, Säuberungen unter den Juden durchführte, Religiöse und Zionisten für ihre Herren im Kreml ausrotteten, bis sie an der Reihe waren vor das Erschießungskommando zu treten. So ist das zahllose weitere Male abgelaufen, von Konvertiten bis zu Kapos, und es wird sich in der Zukunft weiter abspielen.

Der gemeinsame Nenner ist: Solche Leute leben in einem Wertesystem, das das Jüdisch sein verachtet; sie entscheiden sich dafür sich auf die Seite des Feindes zu stellen und sein Wertesystem zu übernehmen; damit wird ihr eifrigstes Ziel andere Juden zu verfolgen und zu töten. Es spielt kaum eine Rolle, ob sie zum Katholizismus oder Kommunismus konvertieren, das mentale Phänomen ist dasselbe. Und es ist nicht nur auf Juden allein beschränkt, wie man am Aufkommen des Dhimmitums in Europa und Amerika sehen kann.

Solche Leute sind natürlich genauso wenig „Juden“ in irgendeinem bedeutungsvollen Sinne, wie der amerikanische Taliban Johnny Walker Amerikaner war. Sie waren einfach Leute, die zufällig auf eine bestimmte Art geboren wurden und unter der Last ihres Selbsthasses gegen ihr eigenes Volk in den Krieg zogen.

Linker Antisemitismus ist keine jüdische Last, er ist eine Last des Sozialismus. Er wird vom sozialistischen Ekel vor dem Individuum, vor individuellen Leistungen und individuellem Streben, die nicht in den Gesang des Kollektivs einstimmen, angetrieben. Denn das ist es, was die Juden letztlich sind. Der Wahn des Sozialismus ist der Wahn der Massen, einer lauten Stimme, die auf einen Mob einbrüllt und mit sauber manikürtem Finger auf einen Juden zeigt und proklamiert: „Da ist euer Feind.“

Diese Stimme hat jetzt seit ziemlich langer Zeit gebrüllt. Wenn die Grüne Partei jemanden wie Cynthia McKinney als Standartenträger aussucht, geben sie ein Statement ab. Ein Statement über erfolgreichen Minderheitengruppen in Amerika, die Juden und asiatisch-indischen, die McKinney fanatisch hasst. Wenn lateinamerikanische Marxisten Juden und Chinesen zu Sündenböcken machen, dann geben auch sie damit ein Statement ab. Und das ist ein Statement, das die Linke lauthals bejubelt.

Die hässliche Wirklichkeit hinter dem Sozialismus ist die: Sie ist die Ideologie von Sklavenhalten auf der Suche nach Sklaven. Diejenigen, die den Sozialismus von Natur aus brauchen, sind leicht zu gewinnende Rekruten. Diejenigen, die das nicht wollen, werden dämonisiert und sie sollen sich schuldig fühlen, weil sie hart für ihr Auskommen arbeiten und damit auch noch Erfolg haben. Ihnen wird vorgeworfen sie seien habgierig, privilegiert, stellten Ansprüche und seien Unterdrücker. Einige werden sich dann den Reihen der Sozialisten anschließen oder ihnen aus Schuldgefühlen heraus Geld geben. Und so zahlt sich der Antisemitismus für die Sozialisten aus und wird das immer wieder tun. In Venezuela, in Großbritannien. In Paris und Seattle. In Bolivien und Nicaragua. In Georgia und in Harlem. Der Sozialismus bleibt mit dem Antisemitismus verbunden. Nicht wegen Israel. Sondern wegen des Hasses auf die Juden und des Hasses auf das Individuum und der Gier nach Macht über die Menschheit.

Ergänzung:
ElderofZiyon bietet zwei wunderschöne Beispiele dafür an, wie die extreme Linke sich verhält. Und dass ihre Unterstützung der Terroristen eigentlich nicht aus Sorge um das Wohlergehen der PalAraber erfolgt, sondern aus Hass auf die Juden.

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