Der größere und der kleinere Jihad

Hugh Fitzgerald, Jihad Watch, 29. August 2008

“Es gibt nach Angaben von Khan zwei Arten des Jihad. Den größeren Jihad, bei dem die Person ihre animalischen Tendenzen bekämpft, und den kleineren Jihad, bei dem sie im Auftrag ihrer Gemeinschaft kämpft.“ – aus diesem Artikel.

Immer wieder kommt dieses falsche Zeugs vom „kleineren Jihad“ und „größeren Jihad“ auf und uns wird sorgfältig erklärt, dass der „größere Jihad“ der innerliche Kampf der Muslime mit ihrem eigenen Bewusstsein ist. Aber das scheint nicht ganz so zu sein.

Zu allererst gründet sich der Islam nicht auf die Sorge um das Individuum, sondern kümmert sich um das Kollektiv der Gläubigen, die Umma und die Förderung der Interessen nicht des Einzelnen, sondern der Großen Sache: das der Islam verbreitet wird, bis er überall dominiert. Der einzelne Gläubige ähnelt dem Rekruten einer Armee. Wenn er sie verlässt, wird das als Verrat betrachtet. Seine Pflicht ist die der mentalen Unterwerfung – es wird nichts unabhängig in Frage gestellt, es werden keine Pflichten damit verglichen, was die Vernunft oder Moral ihm sagt, das seine Pflichten sein sollten. Er hat nicht zu fragen warum, sondern muss peinlich genau den Regeln folgen, was verboten ist und was geboten wird.

Dieser „größere Jihad“-Kram ist nur deshalb geschaffen worden, um die Ungläubigen zu überzeugen, dass der wahre „Jihad“ – der „Kampf“ darum, alle Hindernisse zur Verbreitung und dann der Dominanz des Islam zu beseitigen – nicht das ist, sondern etwas weniger wichtiges, etwas, das im Hintergrund schwebt, während alle Aufmerksamkeit auf diese Individuen konzentriert sein sollte, die mit ihrem Gewissen kämpfen. Das Gewicht der Autorität liegt völlig auf der anderen Seite. Koran-Kommentatoren und muslimische Rechtsgelehrte und muslimische Historiker stimmen alle darin überein, dass „Jihad“ den „Kampf“ zur Verbreitung des Islam bedeutet und dass der „innere Kampf“ einfach eine spätere Erfindung einiger weniger muslimischer Möchtegern-Reformer ist, die erkannten, dass „Jihad“ in einer Welt überwältigend mächtiger Ungläubiger nicht weise oder gar nicht möglich ist und daher der Vorstellung eine andere Interpretation gegeben werden sollte. Oder zumindest sie wollten versuchen das Unmögliche zu tun und hofften, dass einige Muslime diese Interpretation übernehmen würden.

Das geschah aber nicht. Doch heute versuchen alle möglichen Sicherheitsdienste der westlichen Welt das weiter. Sie glauben weiter, dass, wenn sie sich von dem Wort „Jihad“ fern halten und jede andere mögliche Sorte Wörter (hiraba usw.) anbieten, sie es irgendwie schaffen werden die Muslime im Westen zu überzeugen, dass er wirkliche Jihad dieser „innere Kampf“ ist. Sie pfeifen nicht nur im Dunklen, sondern verzögern die weit verbreitete Erkennung dessen, was „Jihad“ ist und warum es von Wichtigkeit für genau die Ungläubigen ist, die die Bedeutung und die Bedrohung durch den Islam (für sie selbst) erkennen müssen, um zu begreifen was los ist und Maßnahmen zu unterstützen, die ihnen andernfalls nicht erforderlich scheinen würden. Unsere Sicherheitsdienste und unsere politischen und Medien-Eliten in der gesamten westlichen Welt haben es nicht verstanden den Islam zu begreifen, bevor die große, ungehinderte Migration von Muslimen in die Länder der Ungläubigen begann. Dieses Versagen setzt sich bis in die Gegenwart fort, weil wenige rational über dieses Problem nachzudenken wünschen, so von Angst erfüllt und konfus macht es sie. Und dann wird es immer die Verrückten geben, diejenigen, die die Bedrohung fühlen und nicht in der Lage sind sie sachlich zu diskutieren und sich statt dessen auf das Triviale und das Tendenziöse konzentrieren – „Es ist alles die Schuld der Linken [Marxisten, Demokraten, man hier kann sein Lieblingsattribut einsetzen].“ Und in ihrer Unfähigkeit sich auszudrücken und der politischen parti pris sowie ihrer allgemeinen Unkultiviertheit und sonderbaren Ungeschicktheit erlauben sie anderen einfach sie noch leichter abzutun.

Diese „großer Jihad“ und „kleiner Jihad“-Geschichte kommt aus einem einzelnen Hadith, der von den meisten maßgebenden Muhaddithin wie Bukhar und Muslim, als nicht authentisch beurteilt wird. Karen Armstrong zitiert in ihrem kleinen Führer ins Nichts mit dem Titel „Islam“ diesen Hadith natürlich und spielt ihn mächtig hoch, ohne auch nur den geringsten Hinweis darauf zu geben, wie wenig er den Muslimen bedeutet. Natürlich ist unklar, ob Armstrong versteht, was eine isnad-Kette ist oder wie die Muhaddithin die hunderttausende behauptete Hadithe (richtiger: ahadithe) studierten und einordneten oder wie die Muhaddithin selbst entsprechend ihrer angenommenen Maßgeblichkeit eingeordnet worden sind.

Das wird von der Art von Muslimen nie erwähnt, die uns davon überzeugen wollen, dass der „Jihad“ nicht das ist, was wir denken. Sie wollen, dass wir glauben unser Verständnis der Texte und unsere Studien davon, wie Muslime über 1350 Jahre hinweg aufgrund dieser Texte handelten, offenbare nichts über den Jihad und dass die Wahrheit darüber von den modernen muslimischen Propagandisten gelernt werden kann. Diese Propagandisten müssen sich mit einer beispiellosen Situation auseinandersetzen – der von Millionen Muslimen, die in den Ländern der Ungläubigen, den Bilad al-Kufr leben. Sie müssen jede Untersuchung, jede kritische Analyse oder Studie des Islam abwenden, die die Ungläubigen dazu bringen könnte, was natürlich wäre, äußerst besorgt zu werden, weil sie entdecken, dass der Islam keine „Religion“ ist, sondern auch und hauptsächlich eine Politik und eine Geopolitik innerhalb eines totalen Glaubenssystems, der auf der Vorstellung kompromissloser und permanenter Feindschaft zwischen Gläubigen und Ungläubigen gründet, einer Feindschaft, die nicht geringer wird, wenn der Ungläubig Himmel und Hölle in Bewegung setzt, um seinen guten Willen und unübertreffliche Großzügigkeit beweist.

3 Gedanken zu “Der größere und der kleinere Jihad

  1. Volumn 003, Buch 029, Nummer 084 Hadith.
    „Aisha: (Mutter der Gläubigen Gläubigen) Ich sagte:“ O Allah’s Apostel! Sollten wir nicht teilnehmen an Heiligen Schlachten und Jihad zusammen mit Ihnen? “ Er antwortete: „Der beste und überragneste Jihad (für Frauen) ist die Hadsch bei Allah.“ „Aisha fügte hinzu: Seit ich dies gehört habe von Allah’s Apostel habe ich bestimmt nicht zu verpassen die Hadsch.

    es gibt zah´lreiche solche hadithe die den jehad erklären
    jehad bedeutet anstregungen im wege Allahs zu unternehmen.
    Allah sagt im Quran wäre es Allahs Wunsch, dann hätte er selbst den islam in die herzen der menschen gelegt, doch er hat es den menschen selbst überlassen, sicherlich wahrheit ist deutlich unterscheidbar vom falschen.
    sagen sie nun war es nicht dei wahreheit die den menschen überzeugt hat zum islam überzustreten. in indonesien zum beispiel ist nie eine schlacht geführt worden, aber es ist die grösste islamische nation

  2. Ach ja, Indonesien. Das spricht ja nicht dagegen, dass der Jihad geführt wird, um die Welt dem Islam zu unterwerfen. Es muss ja nicht immer kriegerisch sein. Aber es geht um die Unterwerfung.
    Bitte den ganzen Text lesen und nicht nur Stücke rauspicken!
    Wie war das noch: Die Muslimverbände jammern doch immer, es wäre alles aus dem Zusammenhang gerissen, was kritisch über den Islam gesagt wird. Mit diesem Mittel arbeiten aber wohl eher die Trolle, die uns ein X für ein U vormachen wollen.

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