Jihad gegen – Broccoli?

Raymond Ibrahim, Jihad Watch, 18. September 2008

Das folgende Op-ed einer gewissen Sadie Polttila dient als perfektes Beispiel für die vielen Unzulänglichkeiten der Islam-Apologetik: „Der wahre Islam ist eine Religion des Friedens und des freien Willens, nicht der Gewalt“, von Sadie Polttila für das Leader Telegram, 17. September:

Die Vereinigten Staaten sind eine große Nation, deren Fundamente auf dem Privileg der Religionsfreiheit ruhen. Der Islam ist Teil dieser Grundlage und eine Religion des Friedens. Was verrückte Leute im Namen der Religion, jeder Religion, tun, macht sie verrückt oder ungebildet – nicht religiös. Beispielsweise sind nicht alle Christen gleichen dem Ku-Klux-Klan, weil KKK-Mitglieder definitiv falsch über das Christentum informiert sind…

Erster Fehler: Religiöse Prinzipien mit Taten von Leuten zu verbinden. Alle Religionen der Welt lehren eine Anzahl Prinzipien; sie unterscheiden sich in jeder beliebigen Art von Sitten. Was Leute im Namen irgendeiner Religion tun, mag oder mag nicht in Übereinstimmung mit deren Lehren stehen. Der KKK mag zwar versucht haben seine Bewegung mit der Christenheit zu verbinden, aber ein durchschnittlicher christlicher Theologe kann ziemlich einfach ihre Behauptungen mit der Bibel widerlegen. Was nun die muslimischen „Extremisten“ tun – kann das einfach durch die Grundsatz-Quellen des Islam bestreiten werden, den Koran und die Hadithe? Kann der muslimische Durchschnittsgelehrte den Jihad und all die anderen problematischen Aspekte des Islam mit dem Koran und den Hadithen widerlegen (die hier [auf Jihad Watch] täglich berichtet werden)? Nein. Fakt ist, dass gewöhnlich das Gegenteil zutrifft: Die Gelehrten sind diejenigen, die die islamische Gewalt und Intoleranz am stärksten vertreten. Versuchen Sie ahl al-hadith und sunna in Mekka, Medina oder Al-Azhar zu fragen, was sie glauben, was „Jihad“ wirklich bedeutet. Man sollt auch das Konzept des „Mainstream“ bedenken. Mainstream-Christentum hat offensichtlich sehr wenig mit KKK-Prinzipien zu tun. Was den „Mainstream“-Islam angeht, kann – und sollte – man jedoch, was immer die Muslime sagen, sich immer ihren Gesetzen (Scharia) zuwenden, um zu entdecken, was wirklich islamisch ist und was nicht: Jihad gegen die Ungläubigen, bis die Welt Allah unterworfen ist, ist islamisch; Unterordnung der Frauen unter Männer ist islamisch; Diskriminierung von Nichtmuslimen (Dhimmis) ist islamisch. Alle diese Aspekte sind im Islam kodifiziert und extrem gut dokumentiert. Lassen Sie uns daher uns allem ein für allemal des Arguments des „Menschen, die miese Dinge tun, verdrehen ihre Religion“ entledigen. Natürlich tun das viele. Das ist nicht die Frage. Die Frage ist einfach: Lehrt die Religion solche Dinge oder nicht?

Fatwas sollen eine gelehrte Meinung zu einer Frage des islamischen Rechts sein. Sie sind nicht schlecht, aber es ist etwas nicht damit in Ordnung, wenn Leute, die nicht Gelehrte sind, sie ausgeben

Schön und gut. Aber wenn das der Fall ist, warum äußert dann Frau Paolttila ihre Meinungen zu Fragen betreffs des islamischen Rechts – was im Effekt das Ausgeben einer Fatwa ist? Immerhin ist das der ganze Sinn ihrer Op-ed, d.h. ihres Opinion-Editorials (Meinungs-Leitkommentars): eine Meinung über Fragen zum Islam abzugeben? Ist sie also eine Gelehrte für islamisches Recht?

Der Koran sagt: „Es gibt keinen Zwang im Glauben. Der richtige Weg ist nun klar erkennbar geworden gegenüber dem unrichtigen. Wer nun an die Götzen nicht glaubt, an Allah aber glaubt, der hat gewiß den sichersten Halt ergriffen, bei dem es kein Zerreißen gibt. Und Allah ist Allhörend, Allwissend.“ (Sure Al-Baqara, 256) … Ich betone, dass es keinen Zwang im Glauben gibt und keine Rechtfertigung für sinnlose Gewalt.

Und so entdecken wir jetzt, dass sie offensichtlich keine Islam-Gelehrte ist; entweder das oder sie betreibt Taqiyya über absichtliche Verheimlichung. Einen Vers hinauszuposaunen (Sure 2,256) und darauf zu bestehen: „Hier, die Frage ist geklärt“, ist mehr als amateurhaft; es ist etwas von der Qualität einer Karen Armstrong. Hier findet sich der Unterschied zwischen einem wahren Gelehrten des Islam und einem Apologeten: Der Gelehrte bestätigt den „kein Zwang“-Vers; aber er nimmt auch die vielen „Schwert-Verse“ wahr (z.B. Sure 9,5 und 9,29), die genau das Gegenteil sagen. Nun wird jeder, der ernsthaft versucht dem Islam zu folgen – das heißt, ein Muslim, einer,d er sich der Autorität seiner Religion buchstäblich unterwirft versuchen diese widersprüchlichen Verse miteinander in Einklang zu bringen. Und genau das haben die Gelehrten des Islam getan, indem sie die Kardinaldoktrin der al-nasikh we al-mansukh formulierten – der Aufhebung: Wenn zwei oder mehr Gebote des Korans sich widersprechen, dann hebt das später gekommene das frühere auf. Und wie der Zufall es will, sind alle friedfertigen und toleranten Verse, solche wie der von der Schreiberin zitierte, frühe Verse, während die gewalttätigen viel später kamen und daher – nach Angaben aller Schulen der sunnitischen Rechtsgelehrtheit – Gewalt und Intoleranz Nichtmuslimen gegenüber, kategorisiert von den Institutionen des Jihad und des Dhimmitums, als Allah letztes Wort zur Beziehung des Islam zu den Nichtmuslimen gilt.

Nur Gott entscheidet, wer im Himmel für den Jihad belohnt wird, was übersetzt „streben“ oder „kämpfen“ bedeutet. Jemand kann einen persönlichen Jihad mit Broccoli haben…

Solch „niedlicher“ Unsinn wird nach einer Weile wahrlich ermüdend. Nochmals: Diese Schreiberin, die darauf besteht, dass wir alle Definitionen den islamischen Gelehrten überlassen sollten, will uns sagen, dass Muslime Jihad gegen Gemüse führen können. Alle islamischen Rechts-Leitfäden definieren die Doktrin des Jihad einfach als Krieg gegen die Nichtmuslime, um Letztere dem Islam zu unterwerfen. Punkt.

Im Islam sollen Frauen als gleichberechtigte Bürger geehrt, hoch gehalten und geachtet werden. Es ist festgehalten worden, dass der Prophet Mohammed (Friede sei mit ihm) sagte: „Sicher, Frauen sind die Zwillingshälfte der Männer“ und: „Der Himmel liegt zu Füßen der Mütter“.

Ja, es ist auch festgehalten worden, dass Mohammed sagte, es sei in Ordnung, wenn ein Mann seine Ehefrau belügt und dass die Hölle zum größten Teil durch Frauen bevölkert wird. Darüber hinaus legitimiert der Koran höchstselbst, zusammen mit der Legitimierung der Polygamie, die Versklavung von Frauen als Konkubinen. Noch einmal: Frau Polttila konzentriert sich auf einen Hadith, während sie nicht nur ignoriert, was der Koran und Dutzende anderer Hadithe über Frauen sagen, sondern wie das islamische Gesetz diese kategorisiert, nämlich definitiv nicht als „gleichberechtigte Bürger“.

Jeder, der dem oben Angeführten nicht zustimmt, dürfte nicht islamisch sein – er dürfte einfach „verrückt“ sein.

Eine wahrhaft „gelehrte“ Schlussfolgerung.